Dienstag, U-Juli 1959
189. Jahrgang
M.159 Erstes Blatt
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General-Anzeiger für Oberhessen
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werde.
Deutschland sei erklärt worden, oay Die 01 an- für den Frieden Euro-
tie der britlschen Re gl-r u ng d'S po 3 9$ gefährlich empfunden wurde. Daß dieser
Das mongolische Spannungsseld.
Absage an die Einkreiser.
Zugoslavisch-bulgarische Politik der Neutralität.
Zur Erklärung des britlschen Ministerpräsidenten schreibt der Deutsche Dienst u. a.: Es ist für uns eine bekannte Tatsache, daß man in Großbritannien das Wort Selbstbestimmungsrecht noch niemals groß geschrieben hat. Aber wir müssen im Falle Danzigs, dessen nahezu völlig deutschen Charakter der englische Ministerpräsident aufs neue bestätigte, doch unserer Verwunderung darüber Ausdruck geben, daß Herr Chamberlain s i ch n i ch t bereitfand, den Willen seiner Bevölkerung auch nur mit einem Wortzu erwähnen. Wenn der Premierminister noch behauptet, das Danziger Statut könne keineswegs als ungerecht und unlogisch angesehen werden, so gibt es unzählige historische Beweise für die Tatfache, daß vor a l l e m l n England s e l b st die Versailler Lösung des Dan-
bleiben dürfe.
Mit diesen Worten schlägt der Sprecher Man- dschukuos den Sack, meint aber den Esel. Er redet von der Mongolei, meint aber Sowjetrußland, das in Urga herrscht. Don der Aeußeren Mongolei, von Ulan Bator (Urga) aus strahlen die bolschewistischen Ränke und Drohungen verhängnisvoll nach dem Osten aus. Es ist kein Zweifel, daß dort am Buir Nor die unter japanisch-mandschurischem Einfluß stehenden Bargut-Mongolen der Inneren Mongolei mit den von den Sowjets geführten Halha-Mongolen ernste Zusammenstöße haben, daß mit russischen Fliegern besetzte Flugzeuge über den Lamaklöstern Bomben abwerfen, und daß es dort ständig schwelt, bis es den Sowjets gelingen wird, den Sturm über Asien zu entfachen, auf den ihre Poliik hinzielt.
Japan hat in den Chinggangprooinzen ein antisowjetisches Mongolenzentrum geschaffen, das eine wichtige Stelle im Sanitätskordon einnimmt, den Japan von Kalgan nach Changpei und weiter nach Kwcihau bis Edfin Gol gegen den Bolschewismus errichtet hat. Die Steppen am Rande der Aeußeren Mongolei find mit Telegraphenlinien und drahtlosen Abhorapparaten versehen. Die kleineren Militärposten, die dort verstreut stehen, sind direkt mit den Kommandozentren verbunden, so daß bewegliche Kolonnen zusammengezogen werden können.
Was aber geschieht nun in der geheimnisvollen Hauptstadt der Aeußeren Mongolei, die kein Unberufener betreten darf, und zu der der Zugang
wirtschaft verbessert.
Wenn der schweizerische Import aus Deutschland von 700 Millionen Franken im Jahre 1930 a u f f a st die Hälfte im Vorjahre zurückgegangen ist, so spiele in dem letzten Jahre vor allem die Propaganda unter dem Schlagwort „Schweizer kauf Schweizer Waren" und die Auswirkungen der offenen und versteckten Boykotthetze jüdischmarxistischer und linksbürgerlicher Kreise eine nicht unbedeutende Rolle. Diese Boykottbewegung führte bereits zu Beginn dieses Jahres zu einem Bundesratsbeschluß, veranlaßt „durch die aus politischen Gründen betriebene öffentliche Boykottpropaganda gegen fremde Staaten und deren Angehörige in der Schweiz, die in eine Zeit verschärfter internationaler Spannung fällt und geeignet ist, die völkerrechtlichen Beziehungen und die wirtschaftlichen Interessen des Landes schwer zu schädigen". Er bedroht denjenigen mit Haft- bzw. Geldstrafe, der zum wirtschaftlichen Boykott bestimmter Staaten auffordert.
Im Hinblick auf die aus durchsichtigen Gründen erfolgende, sachlich völlig ungerechtfertigte Diskriminierung deutscher Waren wäre auch nach der Unterzeichnung des Abkommens vom 5. Juli eine eindeutige Warnung der zuständigen Schweizer Behörden am Platze. Die Ausfuhrindustrie wendet sich schon seit einigen Monaten gegen die fortgesetzte Gefährdung der deutsch-schweizerischen Wirtschaftsbeziehungen durch Boykottbestrebungen. Diese müßten zur Einschränkung der schweizerischen Einfuhr nach Deutschland und damit zur Steigerung der Arbeitslosigkeit in der Schweiz führen. Vom Vorort des Schweizerischen Handels- und Jndustrieoereins in Zürich wurde u. a. darauf hingewiesen, daß „die cngoerflochtene, ganz natürliche wirtschaftliche Der-
Zürich, Juli 1939.
Soeben wurde in Bern ein neues deutsch-schweizerisches Wirtschafts- und Verrechnungsabkommen unterzeichnet, das eine raschere Abtragung des vorhandenen Clearing-Defizits erleichtern und neue Rückstände im Verrechnungsverkehr vermeiden will. Die verringerten Clearing-Eingänge werden auf alle Beteiligten derartig verteilt, daß beispielsweise für den Reiseverkehr monatlich drei Millionen Franken (bisher 3,8 Millionen), ferner ein Betrag von 1,3 Millionen als Sonderquote für den Besuch der schweizerischen Landesausstellung in Zürich zur Verfügung gestellt werden. Ein Transferfonds, in den 15 v. H. (bisher 20 v. H.) der Erträgnisse der Wareneinfuhr aus dem gesamten Reichsgebiet (einschließlich Ostmark und Sudetenland) eingezahlt werden, ermöglicht die Vergütung eines Barzinses von 23/t v. H. (3V2 v. H.) auf festverzinsliche Anleihen. Der Anteil der Reichs bank, die gewisse Zinszahlungen an schweizerische Gläubiger leistet, wurde von 17 auf 11,8 v. H. des Derrechnungsergebnisses herabgesetzt.
Der Erfolg der hier kurz skizzierten Vereinbarungen hängt wesentlich von der A u f n a h m e- bereitfchaft des schweizerischen Marktes für deutsche Waren ab. In einer Erklärung des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Steigerung der deutschen Einfuhr in naher Zukunft erweiterte Auszahlungen gestattet. Als Lieferant und Kunde steht Deutschland weitaus an der Spitze aller Länder, die mit der Schweiz in nennenswertem Warenaustausch stehen. Der deutsche Anteil am schweizerischen Außenhandel betrug 1938 über 23 ü. Sy; erst in weitem Abstande folgte Frankreich mit 14 v.H. an zweiter Stelle. Mit einer Einfuhr von wertmäßig 206 Millionen Franken kaufte Deutschland (ohne Ostmark und Sudetenland) im Jahre 1938 mehr schweizerische Erzeugnisse als Frankreich und Italien, ungefähr ebensoviel wie England und die Vereinigten Staaten zusammen. Die Eidgenossenschaft erhiett für 373 Millionen deutsche Waren, in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres 160 Millionen, von Frankreich nur für rund 100 Millionen Franken. Bemerkenswert ist die wachsende Bedeutung, die dem
bundenheit mit Deutschland durch Stimmungsmomente nicht unterminiert werden darf, denn im Handels- und Fremdenverkehr hat Deutschland bewiesen, daß es mit der Schweiz arbeiten und unseren Bedürfnissen nach Möglichkeit entgcgenfommen will". In der Schweizer Presse wird vor allem auf die Tatsache hingewiesen, daß der deutsche Vertragspartner einer Sonderquote von 1,3 Millionen Franken zum Besuche der Landesausstellung zustimmte:
in Danzig genötigt werden könnte, die als Aggression Polens und seiner Freunde gelten werde. Chamberlain sagte, die Frage könne nicht als eine rein lokale Angelegenheit Danzigs betrachtet werden. „Wir haben garantiert", erklärte der Premier, „Polen unsere Hilfe im Falle einer klaren Bedrohung seiner U n -
zwischenstaatlichen Verrechnungsverkehr für die schweizerische Volkswirtschaft zu- kommt. Von einer Gesamteinfuhr 1938 im Werte von 1607 Millionen Franken entfallen 680 Millionen oder annähernd 39 v. H. auf Länder, mit denen die Schweiz im Verrechnungs- bzw. Kompensationsverkehr steht, gegenüber 35,5 v. H. im Jahre«L937. Der Anteil der Clearingländer an der Gesamtausfuhr (1316 Millionen) beläuft sich auf 395 Millionen oder 30 v. H. (1937: 29 v. H.).
Im Abkommen vom 30. Juni 1937 waren für den Export schweizerischer Waren nach Deutschland sogenannte Wertgrenzen vereinbart worden, deren Berechnung aufgrund der monatlichen. Clearing-Einnahmen erfolgte. Die hauptsächlich aus deutschen Warenlieferungen sich ergebenden Einzahlungen bei der schweizerischen Verrechnungsstelle sollten im Monatsdurchschnitt 32,5 Millionen Franken betragen, erreichten aber im Vorjahre tatsächlich nur einen Durchschnitt von 31 Millionen, und dieser ging in den ersten vier Monaten 1939 auf 28,3 Millionen zurück. Nach der Neuregelung richtet sich die Wertgrenze, innerhalb deren schweizerische Waren in Deutschland eingeführt werden können, nach den tatsächlichen Clearingeinnahmen der vorangehenden drei Monate. Erhöht sich die schweizerische Einfuhr deutscher Erzeugnisse, so wird damit auch die Wertgrenze zugunsten der eidgenössischen Export-
Belgrad, 10. Juli. (Europapreß.) Die zweitägigen Beratungen des bulgarischen Ministerpräsidenten und Außenministers Kjosseiwanoff in Bled mit dem jugoslawischen Außenminister Cin- car-Markowitsch sind am Montagnachnuttag beendet worden. Nach Schluß der Beratungen wurde eine amtliche Mitteilung ausgegeben, in der in vier Punkten die Feststellungen zusammengefaßt wurden, zu denen die beiden Außenminister nach eingehender Prüfung der internationalen Lage gekommen sind:
„1. Es ist im Interesse Bulgariens und Jugoslawiens, daß sie im Sinne des Paktes der e w i g e n F r e u n d f ch a f t, der zwischen ihnen besteht, die politische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern vertiefen.
2. Es ist im gegenseitigen Interesse, daß in kürzester Zeit zwischen Jugoslawien und Bulgarien eine möglichst enge wirtschaftliche Annahexung verwirklicht wird.
3. Die Politik der Unabhängigkeit und Neutralität entspricht am besten den Interessen Bulgariens und Jugoslawiens und dem Frieden auf dem Balkan.
4. Es ist notwendig, daß die beiden Lander die guten und freundschafttichen Beziehungen z u a l l e n ihrenNachbarftaaten fortführen."
Kjosseiwanoff wurde am Montagnachmittag vom Prinzregenten Paul auf Eckstoß Brdo in Audienz empfangen und nahm dann an der Hoftafel teil. Am Abend verließ er mit seiner Begleitung Brdo, um sich über Belgrad nach Sofia zurückzubegeben.
In maßgebenden Kreisen Sofias find die Erklärungen von Veldes mit großer Genugtuung auf-
abhängigkeit zu geben, einer Bedrohung, welche Polen als so vital ansieht, daß es mit seinen Streitkräften W i d e r st a n d l e i st e t, und wir sind fest entschlossen, diese Verpflichtung einzu- halten."
Auf eine Zwischenfrage erklärte Chamberlain, obwohl er gesagt habe, daß die gegenwärtige Regelung weder grundsätzlich ungerecht noch unlogisch sei, sei es durchaus möglich, sie zu verbessern. Es könne sehr wohl sein, daß in einer günstigeren Atmosphäre Möglichkeiten einer Verbesserung erörtert werden könnten. In echt englischer Verkennung des Nationalstolzes anderer Völker gab Herr Chamberlain zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß die beleidigte, provozierte und gefährdete Danziger deutsche Bevölkerung beispielhaft mit den polnischen Eindringlingen Zusammenarbeiten werde.
*
„Deutschlands Willen zu verständnisvoller Zusammenarbeit konnte sich nicht besser offenbaren als durch diese großzügige Geste gegenüber der nationalen Schau, die jedem Schweizer ans Herz gewachsen ist."
Semesterschluß an allen Hoch- und Fachschulen am 14. Juli.
Berlin. 10. Juli. (DRV.) Auf Grund des hervorragenden INeldeergebnifses für die studentische Erntehilfe hat der Reichs- erziehungsminister den Semesterfchluh an allen deutschen hoch- und Fachschulen endgültig auf den 14. Juli 1939 festgesetzt. Nur wenige Vorlesungen, die die Abschluhexamina betreffen, werden noch weiter gehalten werden.
eine Erklärung über b i c deuts che Stadt Danzig ab. Er teilte mit, daß die britische Regierung, die polnische Regierung und die französische Regierung mit der deutschen Stadt Danzig enge Fühlung hätten. In Ermangelung von Bestätigungen der englischen Sensationsmeldungen über die Lage in Danzig gab Chamberlain einen grundsätzlichen Ueberblick über die Ansichten der britischen Regierung. Tatsächlich sei Danzig nahezu völlig eine deutscheStadt. Ihren Wohlstand verdanke sie jedoch in einem sehr großen Ausmaß — Polen. (Siehe Konkurrenzhafen Gdingen!) Die Weichsel sei Polens Wasserweg zur Ostsee, der Hafen an der Mündung der Weichsel sei somit von vitaler strategischer und wirtschaftlicher Wichtigkeit für Polen. Eine andere in Danzig eingenistete Macht könnte Polens Zugang zum Meer blockieren und es auf diese Weise wirtschaftlich und militär^isch abwürgen. Diejenigen, die das augenblickliche Statut der Freien Stadt ausgearbeitet hätten, wären sich dieser Tatsache bewußt gewesen und täten nunmehr ihr Bestes, entsprechende Vorkehrungen zu
treffen. „ ,
Unter Uebergehung der Massenlnvaston polnischer „Zollinspekteure", der Schießwut polnischer Diplomaten in Danzig und der Anlage von polnischen Munitionslagern in Danzig meinte Chamberlain, daß die Freiheiten der Danziger in keiner Weise eingeengt seien. Der augenblickliche Zustand sei nicht von Grund auf ungerecht oder unlogisch, obschon er sich verbessern ließe. Mit der Beibehaltung des Status quo habe sich Deutschland bis zum Jahre 1944 durch den Zehnjahresvertrag mit Marschall Pilsudski einverstanden erklärt.
Chamberlain verteidigte hierauf die Haltung des von seinen Leidenschaften mit fortgeriffenen Polens nach Kräften, suchte aber zugleich England von jeder Verantwortung freizusprechen. Angesichts deutscher Vorschläge habe Polen es mit der Angst zu tun bekommen und habe „gewisse 2। e f e n f i o ।» m a 6 n a 6 m e n " am 23. März ergnffen und bie Antwort am 26. März nach Berlin gesandt. In Deutschland sei erklärt worden, daß die 0 a r a n -
V . .. 2 - : 4. ; ( M m o n i o r it n (1 die vol-
Chamberlain gießt Oel ins Feuer.
Eine Erklärung des britischen Ministerpräsidenten über das deutsche Danzig
Das neue deutsch-schweizerische Verrechnungsabkommen.
Von unserem TL F.«Korrespondenien.
Wir lesen wiederholt von Luftgefechten an der rn a nd s churisch - sowjetisch -mo n g olis chen Grenze, von blutigen Scharmützeln zwischen einzelnen Truppenteilen. So sind wir zu der Frage berechtigt: Herrscht dort Krieg oder Frieden? Einer Frage, der hinsichtlich der Moskauer Paktverhandlungen und der Blockade in Tientsin und in Swatau erhöhte Bedeutung zukommt. Dort an den Grenzen der Mandschurei ist die große ostasiatische Kommandohöhe, das Glacis und das Absprungsterrain für ein weiteres Vordringen in das Herz Asiens. Von Peking quer durch die Wüste Gobi (Innere Mongolei) nach Urga (Aeußere Mongolei) ging einst die berühmte Karawanenstraße, die dann nach Kjachta und nach dem Baikalsee weiterführte. Die Märchenzeit_ der langsam trottenden Karawanen, die Tee und Seide nach Rußland und weiter nach dem Westen brachten, ist vorbei. So ist denn auch der rege Verkehr durch die Mongolei als Durchgangsland geschwunden. Heute wird dort in den endlosen Steppen der Verkehr durch Militärposten und fliegende Patrouillen gesperrt. Die Regierung von Mandschukuo hat letztens erklärt, daß die Aeußere Mongolei nicht länger ein dunkles und geheimnisvolles Land wie Tibet
genommen worden. Sie bilden, wie betont wird, eine wertvolle Ergänzung zu den Unterhaltungen Kjosseiwanoffs in Berlin. Durch die Freundschaftserklärung Belgrads an Sofia werde die politische Lage im Südosten weiterhin geklärt. Dor allem wird die gemeinsame Neutralitätserklärung hervorgehoben, die die endgültige Absage der beiden südslawischen Staaten an die Einkreisungspolitik Englands und Frankreichs bedeute. Die bulgarische Presse hebt'die Verbundenheit der Ausspräche von Veldes mit dem G a st a u s e n t h a l t der 7000 jugoslawischen Sokoln in Sofia hervor, die zur Teilnahme an dem Bundestreffen des bulgarischen Junakenverbandes feit mehreren Tagen in Sofia weilen und des öfteren Gegenstand von Kundgebungen für die bulgarisch- jugoslawische Freundschaft sind. Das Blatt „Mir" spricht die Erwartung aus, daß der gegenseitige Wille der Südslawen, im Südosten eine g e - rechte Ordnung zu schaffen, der Garant eines dauerhaften Friedens in diesem Teile Europas sein werde. „Slowo" schreibt, daß die Freundschaft zwischen Belgrad und Sofia, als harte Wirklichkeit von den Bedingungen der politischen Lage diktiert, zu einer Festigung der Lage im Südosten beitragen werde. In diesem Sinne muß auch die Rede erwähnt werden, mit der König Boris die Feiern des Junakenverbandes eröffnete, wobei er die Wendung gebrauchte, daß die Teilnahme der verwandten Südslawen die gemeinsamen Interessen der beiden Länder noch stärker hervortreten lassen und die Freundschaft der südslawischen Völker noch weiter festigen und vertiefen
empfindet, einen Staat bereit zu wissen, den Degen gegen Deutschland im Interesse nackter politischer und strategischer Ziele Großbritanniens abzugeben.
Chamberlains Mitteilung, daß Deutschland durch den Nichtangriffspakt mit Polen die Beibehaltung des Danziger Status quo b i 5 zumIahre 1944 garantiert habe, zeugt darüber hinaus nicht gerade von einer großen Sachkenntnis. Der englische Ministerpräsident sollte, abgesehen davon, daß Deutschland sich gezwungen sah, den Vertrag mit Polen für hinfällig zu erklären, wissen, daß dieser Nichtangriffsvertrag die Freie Stadt Danzig mit keinem Wort erwähnt. Bemerkenswert erscheint uns allein die Feststellung des Premierministers, daß Polen am 23. März, also noch Tage vor Abgang der Warschauer Note an das Reich, mobilisiert hatte. Das ist in dieser Eindeutigkeit von britischer Seite bislang noch nicht bestätigt worden. Herr Chamberlain verwahrt sich gegen den Vorwurf, daß Großbritan^ nien Polen zur Ablehnung des deutschen Vorschlages — der die vitalen Lebensrechte Polens berücksichtigte und die Notwendigkeit eines volnifchen Zuganges zum Meer vollauf anerkannte — ermuntert habe. Er versucht, das Gegenteil durch den Hinweis zu belegen, daß die Abgabe der englischen Garantieerklärung fünf Tage nach Abgang der Warschauer Not^an das Reich erfolgte. Spätestens seit dem 18. März jedoch ist das Foreign Office mit Warschau in Gedankenaustausch über eine britische Garantie eingetreten. Die englische Bereitschaft, Polen zu garantieren, ist jedenfalls schon sehr viel früher als am 26. März in aller Eindeutigkeit erkennbar gewesen. Die Möglichkeit, eine klarere Atmosphäre zu schaffen, in der Verbesserungen der gegenwärtigen Regelung in Danzig erörtert werden könnten, ist somit von englischer Seite unter graben worden. Die erneute Bestätigung des britischen Ministerpräsidenten, den Status quo unter Einsatz aller Mittel zu verteidigen, scheint uns im übrigen das beste Mittel zu sein, dem polnischen: Chauvinismus Vorschub zu leisten und O e l i ns Feuer zu gießen. Die von Herrn Chamberlain bedauerten Konsequenzen sind auf jene ermunternden Taten und Ratschläge zurückzufiihren, die von England aus der Sache des polnischen Expanstoms- mu5 gewidmet wurden.
London 10. Juli. (DNB.) Im Unterhaus gab I worden. Chamberlain verwies dann Befürchtungen, der britische' Ministerpräsident Chamberlain heute j daß Polen in einer Weise zum Eingreifen


