Aus der engeren Heimat.
Nassauische Marmorarbeiter als Gäste des Führers.
Lpd. Weilburg, 10. Jan. Unter den Arbeitern aus allen Gauen Deutschlands, die anläßlich der Einweihung der Reichskanzlei Gäste des Führers in Berlin sind, befinden sich auch etwa 60 Arbeiter aus den Marmorbrüchen und Werken des Lahn-Marmorgebiets. Bei dem Bau der Reichskanzlei ist auch in großem Maße Lahnmarmor verwendet worden.
Mit dem Lastauto tödlich verunglückt.
LPD. Wetzlar, 10. Jan. Auf der Fahrt durch den Taunus kam in der Nähe von Schmitten ein großes Mehltransport-Lastauto der hiesigen Mühle A m e n d auf der eisglatten Straße ins Rutschen und st ü rzt e eine hohe Straßen- böschung hinab. Dabei wurde der Beifahrer Ernst Weber, der sich durch Abspringen zu retten suchte, von dem fallenden Wagen getroffen und so schwer verletzt, daß der Tod des bedauernswerten Mannes bald darauf eintrat. Der Lenker des Autos und ein weiterer Mitfahrer kamen mit leichten Verletzungen davon.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 10. Jan. In der Wirtschaft „Zur Burg" sprach Landwirtschaftslehrer Dr. Becker von der Landwirtschaftlichen Berufsschule über Düngung, Zwischenfruchtbau und den Anbau von Eiweißpflanzen. An Hand zahlreicher Lichtbilder gab er ferner Aufschluß über den Anbau von Kartoffeln und die Entstehung von Kartoffelkrankheiten. Die lehrreichen Ausführungen wurden mit größtem Interesse ausgenommen. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann sprach den Bauern Dank aus für ihre aufopfernde Arbeit.
# Mainzlar, 11. Jan. Ein Bussard, der fortgesetzt den Bestand eines Hühnerhofes bedrohte und dem schon manches Huhn zum Opfer fiel, wurde nunmehr mit sicherem Schuß durch den hiesigen Jagdpächter erlegt.
5 Steinbach, 11. Jan. Am morgigen 12. Januar feiert der Wagnermeister Karl W e h r u m I. seinen 7 0. Geburtstag. Herr Wehrum erfreut sich einer guten Gesundheit und kann noch seinem Berufe als Wagner und Landwirt nachgehen. Der Jahrgang 1869, die diesjährigen 70er, haben sich in Steinbach tapfer gehalten. 1883 wurden 11 Knaben konfirmiert, die alle noch am Leben sind, davon 9 in Steinbach. Von den 5 Mädchen lebt nur noch eine in Steinbach, eine in Gießen. In A l b a ch wurden im Jahre 1883 insgesamt 5 Knaben und 2 Mädchen konfirmiert, in Albach leben nur noch 2 Männer, die dieses Jahr ihren 70. Geburtstag feiern können.
* Garbenteich, 11. Jan. Am heutigen Mittwoch, 11. Januar, kann unser Einwohner Heinrich Ruhl, Ledergasse, in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 2. Geburtstag feiern. Lange Jahre war er in der Zigarrenfabrik von Rinn & Cloos beschäftigt. Noch heute hilft er in der Lan- wirtschaft eifrig mit. — Ebenfalls am heutigen Mittwoch kann Heinrich W a l l b o t t X. seinen 7 8. Geburtstag feiern. Der alte Herr ist noch sehr rüstig und vermag heute noch seiner Arbeit in der Schmiede und auf dem Felde nachzugehen. Wir gratulieren zu den Geburtstagen herzlich.
Diamantene Hochzeit in Garbenteich.
* Garbenteich, 11. Jan. Am morgigen Donnerstag, 12. Januar, können der Landwirt und Kaufmann Balth. H ä u - f e r und Frau Karoline, geb. Kissel, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiern. Beide Jubilare — sie stehen im 85. und 83. Lebensjahr — erfreuen sich noch aller körperlichen und geistigen Frische. Der Jubilar ist gebürtiger Steinberger. Die Wirtschaft „Zur Nuß" ist sein Elternhaus. Seine Frau entstammt der angesehenen Garbenteicher Familie Kissel. Aus der Ehe sind 3 Söhne hervor- gegongen, deren einer im Jahre 1913 verstarb. Der älteste Sohn genießt als
Geschäftsmann in Gießen besten Ruf. Der andere Sohn ist in Eßlingen ansässig. Beide machten den Weltkrieg von Anfang bis zum Ende an der Front mit. Mit dem Jubelpaar feiern außer den beiden Söhnen noch fünf Enkel und ein Urenkelkind. Das Ehepaar Häuser, dem in Garbenteich alle Hochachtung entgegengebracht wird, hat ein überaus arbeitsreiches Leben hinter sich. Ihre Arbeitskraft war stets der Landwirtschaft und der Führung eines Gemischtwarengeschäftes gewidmet. Auch heute legen
beide Ehegatten die Hand nicht in den Schoß. Den hoch-betagten Mann sanden wir bei unserem Besuch in Garbenteich in der Scheune vor, wo er eifrig mit Holzsägen beschäftigt war. Die Hausfrau wirtschaftete im Haushalt und ließ ihre 82 Jahre nicht vermuten. Seit 50 Jahren zählt das Ehepaar Häuser zum Stamm der treuen Bezieher des Gießener Anzeigers. Aus Anlaß des seltenen Ehejubiläums wird dem Jubelpaar sicherlich mancher Glückwunsch zuteil. Auch wir gratulieren herzlich.
NSV.-Kindergarten Laubach.
F L a u b a ch , 10. Jan. Im Rahmen einer Feier wurde dieser Tage die bisherige Kinderschule als NSV.-Kindergarten übernommen. An der Feier nahm Gauamtsleiter Haug (Darmstadt), Kreisamtsleiter Frank (Gießen), Ortsgruppenleite^ Naumann und Ortsgruppenamtsleiter M ö n - n i g teil. Auch der Leiter des Gräflichen Johann- Friedrich-Stiftes, Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach war anwesend. Die Kinder der bisherigen Kinderschule, ihre Mütter und ihre Gäste nahmen an der denkwürdigen Feier regen Anteil.
Bürgermeister Högy hieß alle herzlich willkommen und gab seiner Freude über die Anwesenheit des Gauamtsleiters der NL>V. Ausdruck und dankte dann dem Grafen zu Solms-Laubach für die unentgeltliche Ueberlassung der Räume für den NSV.- Kindergarten. Sodann gab er einen kurzen geschichtlichen Rückblick auf die Geschichte der Kinderschule, die im Jahre 1841 vom Urgroßvater des Grafen Georg Friedrich gegründet und dann der Verwaltung des Johann-Friedrich-Stiftes angegliedert wurde. Die Stadt Laubach trug durch Bargeldleistungen und die Stellung von Brennholz dazu bei, daß die Schule ihren Aufgaben gerecht werden konnte. Der Redner schilderte, wie die Kinderschule mehrmals umziehen mußte, bis sie schließlich im Jahre 1898 in ein eigens für sie errichtetes Heim einziehen konnte. Nach lOOjähriger segensreicher Tätigkeit übernehme nun die NSV. in der Form
des NSV.-Kindergartens die Arbeit der Betreuung der Kinder, mit der nun gleichzeitig eine erste Erziehung zur Volksgemeinschaft verbünden sein wird. Neben Spiel und Lied, neben Märchen und Geschichten würden die Kinder nun auch etwas aus der reichen deutschen Geschichte erfahren, soweit kindliches Vermögen aufzunehmen in der Lage ist. Mit besten Wünschen für die Arbeit des NSV.- Kindergartens übergab Bürgermeister Högy dem Gauamtsleiter Haug die Schlüssel zu den Räumlichkeiten des NSV.-Kindergartens.
Gauamtsleiter Haug dankte vor allem dem Leiter des Johann-Friedrich-Stifts und betonte, daß er diese alte Einrichtung um so lieber übernehme, als sie aus der Hand eines Freundes der nationalsozialistischen Bewegung komme. Worte des Dankes widmete er auch dem Bürgermeister, der die Entwicklung wertvoll durch sein Entgegenkommen gefördert habe. In grundsätzlichen Worten wies der Redner darauf hin, daß jeder Kindergarten ein Werkzeug nationalen Aufbaues fei, das dem Zwecke diene, jungen Menschen schon frühzeitig nationalsozialistischen Geist kennenlernen zu lassen. Die Ansprache schloß mit der Aufforderung an alle, .stets in Pflichterfüllung für Führer und Volk einzu- stehen.
Bürgermeister Högy versicherte, daß in Laubach durch die Partei, durch die Stadt und die Bevölkerung alles getan werde, um das Werk im Interesse der Pflege der Jugend zu,fördern. In den Winter
Sprechstunden her Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnait mittag geschloffen.
monaten wird der Kindergarten von 9 bis 12 UJ von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein. Für den SommÄ werde eine andere Regelung getroffen. Durch (f J abende soll manche Gelegenheit zur Aussprache QJ gegeben werden.
Zum Schluß der Feier stellte der BürgermeW die neue NSV.-Kindergärtnerin, Fräulein Annül marie Je n tsch (Frankfurt a. M.), vor. Ihre ferin ist Fräulein Elfriede Stotz aus Laubach. J dem Gruß an den Führer fand die Feier ihtJ Abschluß.
Landkreis Gießen.
A Lich, 10. Jan. In unserer Stadt, btr(. Bevölkerung zum größten Teil der Industrie, Handel und Gewerbe angehört, gibt es immetz? etwa 75 landwirtschaftliche Höfe, unter die beiden. Gutshöfe des fürstlichen Ha^. inmitten der Stadt und in Kolnhausen. Bei letzten Viehzählung wurden folgende Zahh. mitgeteilt: Pferde unter 1 Jahr 1, über 1 Jahr \r Rindvieh unter 1 Jahr 144, über 1 Jvhr 4 Schafe unter 1 Jahr 245, über 1 Jahr 5fr Schweine, Ferkel und Jungschweine bis V2 3* alt, 424, über V2 Jahr alt 373; Ziegen unter 1 12; über 1 Jahr 157; Kaninchen 315; Federvisi 1938 ausgeschlüpft, 1426, über 1 Jahr alt 187? Gänse 117; Enten 51; Bienenstöcke 64. Zu st, merken wäre hierzu, daß dieser Viehbestand nie allein bei den ausgesprochenen Bauern und wirten ermittelt wurde, daß auch ein großer £ der nicht Landwirtschaft treibenden Bevölken« einen erheblichen Viehbestand aufzuweisen hat.
* U t p h e , 10. Jan. Die T r e i b j a g d e n in uns rer Gegend brachten gute Jagdbeute. Im Revier» Gutsbesitzers Otto Rinn wurden 163 Hasen, Füchse und sieben Fasanenhähne erlegt, während Revier des Bauern Otto Schneider 28 Hasen $ Strecke gebracht wurden.
D Weickartshain, 10. Jan. Die Privat Zentralmolkerei Karl Seim wurde m dem l.Januar 1939 stillgelegt. Die von den umli genden Ortschaften seither bezogene Milch geht nir zu Teilen an die Genossenschaftsmolkerei Gros Eichen und nach Burg- und Nieder-Gemünden. - Die Baumaterialienhandlung Emil Schme! konnte dieser Tage auf ihr 25jähriges Be stehen zurückblicken. Während des Weltkrieges - der Inhaber stand vier Jahre an der Front — ffy ten seine Frau und sein Bruder das Geschäft.
Kreis Alsfeld.
—Homberg (O h m), 10. Jan. Die GeW im hiesigen NSV. - Kindergarten, Repp, erlitt einen Unfall. Beim Abholen Kleinsten glitt sie so unglücklich aus, daß sie fit einen Beinbruch zuzog.
<£ Deckenbach, 11. Jan. Am kommend,- Samstag, 14. Januar, kann Frau Louise Löche Witwe, geb. Kornmann, im Kreise ihrer fiii Kinder und 13 Enkelkinder ihren 8 2. Geburt? t a g feiern. (Wir beglückwünschen.) — Aus d,i Buchenbeständen der nahen Wälder hat sich ein re: cher Erntesegen ergeben. Es wurden von Schulkin dern und Einwohnern etwa 40 bis 50 Zentne: Bucheckern gesammelt, die vom Forstamt i? Homberg znm Presse von 25 Pf. je 500 Grmm ausgekauft wurden. In letzter Zeit gaben Händlii sogar 50 bis 55 Pf. für das gleiche Gewicht.
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