Nr. 264 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Freitag, 10. November 1939
forme Arbeit.
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3 o q spricht über das m Körper". Mit dem
teslgnae.
rnel sind gekommen ...
Sein Bub strahlte über das ganze Gesicht und flüsterte ausgeregt: „Vater, da mitfliegen können'.
Die Mutter tauschte und hob die Hand. Sie wurden alle still. Das ferne Peitschen der Insurgenten- schüfst verhallte in einem gleichmäßigen Maschinen- aewehrfeuer. Da sprang der Bauer aus und schriet -■ 11 -r— BM>er sind dal!
sondern auch land-, ja gaufremden Blutes bewahrt hat. Die spezifische Weltscheu der Schwaben arbeitet freilich in derselben Richtung.
Als der Vater, aus dem Feldzüge hrimgekehri und nunmehr bereits Hauptmann, seinen Fritz das erste Mal auf seinen Arm genommen hatte und prüfend betrachtete, daß beim Fritz auch alles in rechter Ordnung war, der Schädel schmal, Härchen hell-rötlich, die Habichtnase leicht angedeutet, die blauen, geradezu blickenden Augen — da war es dem alten Hauptmann und ehemaligen Regimentsfeldscherer und Chirurgus eine besonders freudige Genugtuung, daß fein Fritz ein „echt schwäbisch- spöttisch Munderle" ererbt habe. Mit einem Aufleuchten in seinem nicht ungütigen, aber harten, viereckigen Gesicht gab der Hauptmann Johann Kaspar Schiller den kleinen Fritz der Mutter zurück. Mit einem Kuß dankte er ihr. Dann schloß er
„Das Leben In unserem Körper."
Im Rahmen der Volksbildungsstätte Gießen (NSG. „Kraft durch Freude") findet am kommenden Sonntag, 12. November, 11 Uhr, im Physiologischen Institut wieder eine Vorttagsveranstal- tung statt. Professor Dr. H e r^' ' Thema „Das Leben in unserem Körper . ---------
Vortrag sind Film-Vorführungen verbunden.
Oie Hochzeitsreise von Charles de Cosler heißt der neue Roman, der heute in unseren Familienbtättern beginnt
tragischen Momente heraufführt, die Bacmeisters Dramen ausmachen. In seinem soeben im Verlag Karl Rauch, Markkleeberg bei Leipzig, erschienenen Lebensbuch Muchs und Werk" läßt Bac- m elfter uns tiefe Einblicke tun in seine Gedankenwelt und sucht sein dramatisches Werk aus seiner persönlichen Entwicklung uns nahezubringen. Herkunft, Kindheit, Schul- und Studienzeit werden vor uns lebendig, das Ringen des Werdenden um eine Persönlichkeit von eigener Prägung fordert unsere innere Anteilnahme, und von größtem Reiz ist die Schilderung seines leidenschaftlichen Kampfes um einen neuen Gehalt des Dramas und den ihm gemäßen Kunststil. So ist dies Lebensbuch Bacmeisters der beste Weg zum Werk des Dramatikers.
Oie Kameraden am Himmel.
Von Karl Robert Popp.
Der Bauer Franz Denker hatte sich mit seiner Familie in die Wälder um Bromberg gefluchtet. Sie saßen dicht zusammengedrängt im dicken Unterholz und hörten von fern das Dellen der Jn- surgentengewehre. Die Frau betete und schluchzte dazwischen leise auf, der Mann stierte vor sich hin und stöhnte: „Nun gnade Gott unseren armen Brüdern ..." Ein wilder Schrei flog zum Walde herüber. Der Bub zuckte zusammen, dann fuhr ihm die Röte in die blassen Wangen und er faßte seines Vaters Hand: „Vater!! Hin müßt' man!!" Der Bauer schüttelte den Kopf und flüsterte: „War reiner Selbstmord, Bub. Sie haben uns den Ausweis ab genommen, und vor dem Walde liegt das polnische Militär. Wir würden gleich erschos..."
Er hielt im Satz inne und horchte auf. Von fernher kam ein Brummen, das nun schon ein Drohnen war, und das Dröhnen ward im Nu zum Donnern, und da bravsten schon mit Wettern und Schmettern Mit aufgereckten Schwänzen und schwarzen Kreuzen ein Schwarm deutscher Flugzeuge über den Wald hin. Die Frau sah mit glänzenden Augen aufwärts, der Bub wollte etwas rufen, aber er kam nicht dazu, denn schon fegten neue Ffteger heran, Schwarm auf Schwarm, Staffel auf Staffel, bis die Luft nur noch von einem mächtigen urto gleichmäßigen Donnern erfüllt war, das der Bauer bis in sein letztes Glied hinein verspürte Und inmitten dieses dröhnenden Wirbels versank ihm der Wald, der Tod auf den Feldern und Gasen, und es erstand vor seinen Augen wieder dre granatendurchheulte, trichterzerwühlte Kampffront im Westen ...
Warnung für Verdunkelungssünder
Hundertprozentige Verdunkelung ist Pflicht für alle.
Oie feiern des 9. November in Gießen
Schlichte Gedenkstunde in den Gießener Ortsgruppen.
Aus der Stadt Gießen.
Oie erste Morgenstunde.
Es herrscht noch Dunkelheit, wenn uns jetzt der Wecker in der Morgenfrühe an das Aufstehen mahnt. Wir mögen das warme Bett nicht verlassen. Noch ein paar Minuten, denkt man und ist bald wieder eingeschlafen. Doch der sorgende Hausgeist ruft noch einmal. Jetzt aber ist es allerhöchste Zeit. Man springt mit beiden Beinen zugleich aus dem Bette, schlüpft in die Kleider. Alles geht im schnellsten Zeitmaß, denn jede Minute muß ausgenützt werden. Beim Binden der Krawatte schaut man auf die Uhr. O weh! Rasch den heißen Kaffee hinuntergegossen, ein Stück Brot dazu. Mantel an, Hut auf! Tempo! Tempo!
Dom nahen Kirchturm schlägt die Uhr. Man ist an Ort und Stelle. Gott sei Dank, gerade noch gepackt! Abgehetzt und erschöpft tritt man an den Arbeitsplatz. Im stillen nimmt man sich vor, am anderen Morgen etwas früher aufzustehen. Aber ...
Ja, die erste Morgenstunde hat es in sich. Sie ist der Prüfstein für den ganzen Tag. Wenn wir so beginnen, wie hier geschildert wurde, dann ist schon viel verloren. Wie oft kommt es vor, daß ein Kragenknöpfchen bricht, oder ein Schuhriemen reißt. Dann kommen wir zu spät. Das ist nicht nur unseren Mitarbeitern unangenehm, sondern am meisten uns selber. Unpünktlichkeit aber ist Rücksichtslosigkeit dem Nächsten gegenüber, nicht nur Pflicht-
erleuchteten Fenster tat er höchst erstaunt und be* * merkte, seine Ehefrau müsse wohl aus Versehen das Licht in der Küche eingeschaltet haben. Des näherem Zusehen stellte sich heraus, daß auf dem Küchentisch Rasierpinsel und Apparat lagen, was einen unzweifelhaften Schluß auf den wirklichen Täter zuließ. Trotz weiteren Leugnens und ttotz des raschen Wegwischens des noch sichtbaren Seifenschaums war der Täter Überführt. Da er ttotz des Klopfens nicht geöffnet, andere Hausgenossen verdächtigt und der Gendarmerie gegenüber geleugnet hatte, wurde der Wohnungsinhaber nach Aufklärung des Sachverhalts zur Anzeige gebracht und sieht nunmehr der gerichtlichen Bestrafung entgegen. r _ . .
Ein anderer Bewohner einer größeren Gemeinde des Kreises wies eine Amtsträgerin des RLB, die ihn auf unvorschriftsmäßige Verdunkelung aufmerk- am machte, mit groben Worten zur Wohnung hinaus; auch gegen ihn ist ein Strafverfahren ein« geleitet worden.
Die hier geschilderten Vorfälle mögen denen einy letzte Warnung fein, die glauben, es mit der 23er* dunkelung nicht ernst nchmen zu müssen.
Vergessenheit.
Und wie leicht können wir Abhilfe schaffen! Das einfachste und wirksamste Rezept heißt: Eine halbe Stunde früher aufstehen! Der Gewinn aus dieser halben Stunde ist sehr groß. Du kannst dich in aller Gemütsruhe sorgfältig anziehen. Wenn irgend etwas nicht in Ordnung ist, kannst du rin anderes Kleidungsstück wählen, ohne erst im ganzen Haufe herumzutoben und alle Menschen aufzuregen. Dann fetzest du dich an den Frühstückstisch. Zum ersten Male siehst du, wie einladend alles dasteht. Deine Kinder kommen und fetzten sich zum Frühstückstisch. Du bist mitten unter ihnen, die erste und schönste Familienzusammenkunft. In Ruhe können die Arbeiten für den kommenden Tag besprochen werden. Du gehst dann langsam — du hast ja genügend Zeit! — deinem Ziele zu. Du freust dich, wenn die ersten Sonnenstrahlen über die Dächer huschen, grüßt deine Bekannten und rufst ihnen ein frohes Wort entgegen. Mit heiterem Gesicht trittst du an H.
geholt.
Um seine jetzige Eheliebste Anna Maria Münz hatte er auf dem Röhrachhof bei Rietenau freien dürfen, und deren Familie und Verwandtschaft, die Münze, die Pfleiderer saßen seit Menschengedenken als freie Bauern vom 17er-Gericht zu Seebach- Altdorf, zu Backnang, als Meier auf dem Ungeheuerhofe bei Lorch. Alles das waren reine unverfälschte Schwaben, ein wenig ungelenke, versponnene und auch verschlossene Naturen, aber „wacker , d. h. bieder, fleißig, fromm und ... stolz, voll Stolz auf ihr Schwabentum! Kein Tropfen leichtes Frankenblut, kein Tropfen von dem der derberen Baiern im Osten; es waren Sueben, vom selben alten Germanenstamme, aus dem die großen Geschlechter der Hohenstaufen, der Welfen, der Habsburger, der Hohenzollern entsprossen sind.
Und die Familie des Schwiegersohnes war gottlob auch eine alldahiesige, gut-schwäbisch, in Sitten« feto und gar in dem hohenstaufischen Waiblingen und Lorch, um Feuchtwangen und Crailsheim, also im Urschwäbischen saßen auch die Schillerschen Verwandten, die Schiller als Bäckermeister, die Schatz als Uhrmacher, die Haag als Küfer, die Kvnckel als Gärtner. Es waren sozial gleichgestellte Ackerbürger und bäuerliche Hofbesitzer, die sich hier in ihrer Erbmasse überschnitten, nirgends ein Durchbruch in bje bereits repräsentativen Kreise des gehobenen Bürgertums, wie bei der Handwerkerfamilie Goethe durch die pattizifchen Texters Es macht den Eindruck, als ob ein harter Rasseinstinkt diese urgesunde schwäbische Welt der Hohenstaufen- Enklave vor dem Einbruch nicht nur artfremden,
Flieger, der in sicherer Höhe über den Stellungen seine Kreise zog und das schwere Geschütz der anderen dirigierte. In ohnmächtiger Wut richteten die Verlorenen in der vordersten Stellung immer wieder die Feuergarben ihrer Maschinengewehre auf den Flieger. Vergebens! Unaufhaltsam und unerreichbar schwebte der Tod über ihnen, der sichtbar! gewordene Tod. Denn jede Schwenkung des Flugzeugs gab der feindlichen Artillerie eine neue Schußrichtung, ließ aufs neue die Kameraden sterben. Und die Lebenden verfolgten zähneknirschend den fliegenden Tod, indessen schwere Treffer links und rechts einschlugen und immer besser einschlugem Flüche wurden hinaufgeschrien und wilde Drohung ^Unfo 'bann waren sie plötzlich alle erstarrt. Mik einem Male war aus einem Wolkenvorhang ein deutscher Flieger im Rücken des feindlichen hervor* geschossen! Er stieg ustd stieg, bis er weit über dem! andern war. Hoffend und zweifelnd zugleich starrten sie alle zu ihm empor, die da unten hilflos m den Gräben lagen. Die Schwingen des deutschen Fliegers blinkten in der Sonne auf, und plötzlich stürzte! er sich wie rin Adler auf den Frind herab. Einmal ... wieder empor ... noch einmal. Dann löste sich etwas vom Rumpf des feindlichen Fliegers, fiel schwer wie ein Stein herab, dann schlug eine Stichflamme aus dem Motor, und dann stürzte das ganze Flugzeug brennend ab. Da kam aus allen Löchern und Gräben ein einziger, rubelnder Schrei und stieg hinauf zu dem deutschen Fliege^ der wieder in der Wolkendecke verschwand ... Anderntags ging es von Mund zu Mund: „Das war I m m e l m a n n ! Unser Jmmelmann!!" Sie wußten nun alle, wer ihr Retter gewesen war ...
*
Der Bauer holte tief Atem. Das Donnern der Motore verhallte ... Er fuhr sich mit der Hand über die Augen und sah wie aus einem schweren Traum erwachend um sich. Sah seine Frau, seinen Jungen ... und eine wilde Freude kam über ihn. In seinem Blick, mit dem er den Fliegern nachblickte, lag alles, was sein Herz in dieser Stunde sagen wollte: „Ihr Fliegerkameraden, habt immer gute Fahrt! Fliegt über diese Städte und Dörfer und befreit uns Deutsche, wie ihr uns schon einmal geholfen und befrrit habt! Unser Dank fliegt zu euch hinauf, und er wird zu einem großen Segen« der immer euren Flug begleitet!"
Da er aber kein Mann van Worten war, jagte er nur so recht aus tiefftem Herzen: „Die Kameraden am Himmel ... Die Kameraden am Him-
Der Landrat des Landkreises Gießen teilt uns
Von den Gendarmeriebeamten und den im Auftrag der Polizeibehörden tätigen Amtsttägern des RLB. wird allabendlich darauf hingewirkt, daß die Grundstücke, Wohnungen, Läden, Geschäftsräume im Landkreis Gießen entsprechend den Vorschriften des Luftschutzgesetzes verdunkelt werden. Bei fest- gestellten Anständen werden die Beteiligten in geeigneter Weise auf ihr fahrlässiges Verhalten hin- gewiesen und zur Beseittgung der Anstände aufge- sordert; bei erheblichen Verstößen wurden in einigen Fällen durch die Gendarmerie gebührenpflichtige Verwarnungen vorgenommen.
Die bisher geübte Nachsicht hat b e i einzelnen Volksgenossen offenbar zu der Auffassung geführt, daß die Pflicht zur hundertprozentigen Verdunkelung nicht ernst genommen zu werden braucht und daß den Gendarmeriebeamten und Amtsträgern des RLB. Schwierigkeiten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben bereitet werden könnten.
So wurde bei einer in den letzten Tagen von der Gendarmerie durchgeführten Revision in einer Gemeinde des Lumda-Tals festgestellt, daß einige Fenster eines Hauses hell erleuchtet waren. Da auf das Klopfen der Beamten nicht geöffnet wurde, obwohl im gleichen Augenblick das Licht ausging, verschafften sich die Beamten durch eine andere Tür Eingang in das Haus. Der Wohnungsinhaber trat ihnen in halb rasiertem Zustand, den Schaum noch am Kinn, entgegen. Auf Vorhalt über die hell
Gießen-Ost.
Die Ortsgruppe Gießen-Oft hat ihre Feierstunde der Politischen Leiter in der „Germania" abgehalten. In seinen Eingangsworten würdigte Ortsgruppenleiter Treser die Bedeutung des 9. November 1923 in der deutschen Geschichte. Propagandaleiter Dr. Rohwedder las dann einige Abschnitte aus Hitlers Buch „Mein Kampf" vor, in dem der Zukunftsglaube an Deutschland zum Ausdruck kommt. Er ging hierauf auf die Geschehnisse des 9. November 1923 ein, und als die Namen der 16 Mann, die die ewige Wache im Glauben an die Wiederauferstehung und die Freiheit Deutschlands bezogen haben, vorgelesen wurden, erhoben sich die Männer von ihren Plätzen. Auch derer, die in den zum Mutterland zurückgekehrten deutschen Landen für Deutschland gefallenen, und derer aus der Ortsgruppe, die im Kriege gegen England geblieben sind, wurde ehrfurchtsvoll gedacht.
In seinen Schlußworten brachte Ortsgruppenleiter Treser den Abscheu gegen das gemeine Verbrechen gegen den Führer, das zugleich rin Anschlag auf die Freiheit und Sicherheit des Reiches war, zum Ausdruck. Dann gelobten die Politischen Leiter erneut dem Führer die Treue.
Gießen-Süd.
Die Ortsgruppe Gießen-Süd hielt chre schlichte Feierstunde, an der auch ein SA.-Sturm teilnahm, in der „Stadt Wetzlar" ab. Nach einem gemeinsam gesungenen Kampflied fprach Ortsgruppenleiter Grahlmann. In einer Ansprache schilderte er die Entwicklung der politischen Verhältnisse im Reich unter den Einwirkungen des November 1918 bis auf den heuttgen Tag. Er führte an, wie die im Herbst 1918 im Schlamm der Schlachtfelder sich tapfer und erfolgreich wehrenden Armeen dem Verrat im eigenen Volke zum Opfer fielen und in ein trostloses Vaterland und eine unheilschwangere Zukunft zurückkehren mußten. Er schilderte das Eindringen der roten Dämpfe in die Hirne der Menschen und fchilderte dann jene feldgrauen Männer, die ohne jeden Befehl ihre Uniform nicht ablegten, sondern an die Grenzen zogen, ins Baltikum, an Rhein und Ruhr und nach Oberschlesien, und die ohne viele Worte zu machen, ihre Pflicht taten, weil sie sich gebunden fühlten an die zwei Millionen toter Kameraden auf den Schlachtfeldern. Der Orts- aruppenleiter erinnerte dann an die Verwirrung im Vaterland und die traurigen Verhältnisse, die Not und das Elend bis zu dem Augenblick, als ein unbekannter Feldgrauer aufttand und feine Männer zum „Stoßtrupp Hitler", über dem die Sturmzeichen einer neuen Idee wehten, in Bewegung fetzte, der eine neue Zukunft erzwingen sollte. 16 Tote besiegelten ihren Glauben an die Wiederauferstehung des Reiches und der Nation mit ihrem Blute.
Die Manner waren lautlos von ihren Plätzen aufgestanden, und während das Hakenkreuzbanner sich senkte, las rin SA.-Mann die Namen der Toten vom 9. November 1923 und derjenigen des Gaues vor und schloß in das Gedenken all her er,, die für ihr Volkstum ihr Leben gelassen haben, diejenigen ein, die bei der Wiedervereinigung deutscher Lande mit dem Reich gefallen waren, ebenso auch die tapferen Soldaten aus dem Bereich der Ortsgruppe, die jetzt vor dem Feinde geblieben find.
Der Ortsgruppenleiter fuhr dann fort in feinen Ausführungen, indem er auf die 16 Männer hin-
auch bie f-ldzraue Uniform vertreten Die Mufib kapelle Krengel leitete die Feier em. Ein Vorsprach wurde vorgetragen, dann wurde bas Lied „Volk ans Gewehr" gesungen. ,. m «
Ortsgruppenleiter Thomas hielt bte (9eöenr=’ an spräche. Er ging dabei aus von dem 9. Novenwer; 1918, dem schwarzen Tag in der deutschen Geschichte, an dem der Verrat einer Handvoll Marxisten den, stolzen Frontgeist brach. Unbesiegt im großen Rm* gen 1914/18 verlor das deutsche Volk seine Ehre^ Das Friedensdiktat von Versailles brachte .uns grvßes Elend. In höchster Not erstand dem deutschen Volke ein Retter: Adolf Hitler, dessen Programm noch heute heißt: Glaube an Deutschland! Der Ortsgruppenleiter schilderte dann die Ereignisse vorn 9. November 1923, an dem 16 deutsche Männer vor der Feldherrnhalle Blutzeugen der Bewegung mur*. den, vor deren Sarkophagen auch heute wieder Deutschland sich in Ehrfurcht neigt, zugleich in der Erinnerung an die zwei Millionen Gefallenen des . Weltkrieges und an die Gefallenen im Kriege gegen. England. Während nun die Kapelle das Lied vom guten Kameraden spielte, erhoben sich die Versammelten von ihren Plätzen. Ortsgruppenleiter T h o * m a s sprach erneut aus, daß ihre Opfer nicht um* sonst gewesen sind. Dann wandte er sich den jüngsten. Ereignissen in München zu und gab der Empörung, aller Deutschen über das verabscheuungswürdige! Verbrechen in München Ausdruck. Der Vorsehung danken wir von ganzem Herzen, daß sie den Führer
I in seinen Schutz genommen hat.
I Ortsgruppenleiter Weber sprach dann aufrüt*
wies, die die ewige Wache halten für den ewigen Glauben an Deutschland. Er betonte, wie auch in Zukunft der Kamps des Volkes um feinen Bestand und feine Einigkett fortgeführt werden wird, und gab schließlich in mahnenden und erhebenden Ausführungen den Gefühlen des Volkes darüber Ausdruck, daß die Vorsehung unser Volk mit einem Manne gesegnet hat, der so außerordentlich viel für sein Volk getan hat und nichts für sich tut, der der Geschichte seines Volkes seinen Namen aufgedrückt hat und von dessen Persönlichkeit ein Segen nicht nur für die Gegenwart, sondern auch für die ungeborene Zukunft des Volkes ausgeht, solange das deutsche Volk sich zu ihm bekennt. '
Ortsgruppenleiter Grahlmann brachte schließlich noch die Freude des Volkes darüber zum Ausdruck, daß das jetzige fluchwürdige Verbrechen gegen den Führer mißlang, und daß auch diesmal wieder, wie in den zahllosen Schlachten des Weltkrieges, die Vorsehung den Führer für eine größere Ausgabe bewahrte. Der Treugruß an den Führer war ein erneutes Bekenntnis der Liebe und Anhänglichkeit an den Schöpfer Großdeutschlands.
Gießen-Nord und -Mitte.
Im „Frankfurter Hof" hielten am gestrigen Donnerstagabend die Politischen Leiter der Ortsgruppen Gieeßen-Nord und -Mitte der NSDAP, gemein- am eine schlichte Feier zum Gedenken an die Gefallenen vor der Feldherrnhalle ab. Die Feierstunde stand ganz unter dem Eindruck der Ereignisse des Vortages in München. Unter den Braunhemden war
Schillers Ahnen.
Zum 180. Geburtstag des Dichters am 10. November.
Arn Nachmittag des 10. November 1759 gebar die Frau des Herzoglich Württembergischen Leutnants Schiller, geb. Kodweiß. im Neckarstadtchen Marbach ihrem im Felde gegen Friedrich II. von Preußen stehenden Gatten Johann Kaspar ihr zweites Kind und ersten Sohn. Erbe kann man nicht gut sagen, denn das Geburtshaus gehörte ihrem Vater, dem Bäckermeister a. D. Kodweiß, der gerade um die Zeit, als ihm der Großsohn Fritz geboren wurde, in große Geldnot geraten war. Er hätte das Gasthaus'„Zum Goldenen Löwen" übernehmen müssen und muß dabei in finanzielle Schwierigkeiten geraten fein. Das Immobil war ihm verblieben, aber er mußte seine Tage als städtischer Torwart beschließen, was gar verdrießlich war, wenn man aus einem soliden alten Backerund Bürgermeistergeschlecht stammte. Seit Menschengedenken hatte kein Kodweiß es notig gehabt, sich als Torwart in Nahrung zu setzen; Backer, Schultheiße-Büraermeister, auch nebenamtlich Herzogliche Feldmesser waren die Vorfahren gewesen, ihre Frauen hatten sie sich aber meist vom Lande
Ernst Bacmeister.
Am 12. November wird der bedeutende deutsche Dramatiker Ernst Bacmeister 65 Jahre alt. ©em Werk, das bisher in etwa einem Dutzend Daumen, einem Bande Essays, Natur- und Lebensbetrach- tunqen und einem biographischen Skizzenbuch vorliegt zeugt von Eigenwilligkeit und Kompromiß- losig'keit. Folgerichtig bezieht Bacmeister m st men Dramen, von denen hier „Maheli", „Der Kai,er und sein Antichrist", „Siegfried" und „Kaiser Kon- stantins Taufe" genannt werden sollen, den Ge st selber als lebenschöpfend heroisch und leidenschaftlich in das Bühnenspiel ein im Kampf mit dem erdverwurzelten Sinn und Denken der Menschen- menge, die dem Geist Widerstand leistet und |o die
Dornotizen.
Tageskalender für Freilag.
Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Intermezzo am Abend". — Gloria-Palast (Seltersweeg): „Es war eine rauschende Ballnacht." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „An heiligen Wassern."
Sladtthealer Gießen.
Heute Abend kommt das Lustspiel „Intermezzo am Abend" von A. Möller und H. Lorenz zur Erstaufführung. Diese Gesellschaftskomödie der beiden bekannten Lustspielautoren erlebte bri seiner Uraufführung in Bremen einen großen Erfolg und ging bereits über mehrere deutsche Bühnen. Spielleitung Hans Geißler. Bühnenbild: Karl Löffler. Die Vorstellung findet als 7. Vorstellung der Frri- tag-Miete statt.
sich in seine Kammer ein.
In der Schillerschen Familien-Bibel findet sich folgende Eintragung von des Hauptmann Schillers Hand: „Und Du, Wesen aller Wesen, Dich habe ich nach der Geburt meines einzigen Sohnes gebeten, daß Du demselben an Geistesstärke zulegen mochtest, was ich aus Mangel an Unterricht nicht erreichen konnte, und Du hast mich erhört!" In welchem Umfang fein Gebet erhört worden war, davon hat der schlichte Johann Kaspar Schiller wohl keine vollkommen richtige Vorstellung sich machen können, auch mir können es nicht mehr voll ermessen, welch' rin Titan Schiller an Starke des Geistes gewesen ist.
Ein Erwecker voll echten heroischen Pathos, ein prophetischer Aufrüttler, der eine verspielte, verrottete Generation herausreißen konnte aus selbstzufriedener Genügsamkeit, aus spießiger Hörigkeit und egozentrischen Süchtigkeiten, der die Besten, die Jugend, zum Opfergang des^Befreiungskrieges bereit gemacht hat. Auf einem Postament steht in Weimar fein Standbild neben dem Goethes, des universalen Geistes, der den Volkerfruhling 1813 noch erlebt hat. Im Heroischen überragt den Patri- üeriobn der Schwabe Schiller um mehr als Haup- • - Hans von Schroeder.
Sie lagen damals mit ihrer Kompanie in weit vorgerückter Stellung. Das englische Geschützstuer trommelte auf die dünnen deutschen Linien und riß immer neue Lücken. Als die Männer, die in dieser Hölle von Dreck und Schlamm Tagen, starr- „Sie fmilöa! Unsere deutsch« ten mtt haßerfüllten Augen auf den feindlichen! Und die Mutter faltete die Hande.


