nungen zu verfassen. Der Verkehr auf den Straßen stockt, die Verkehrsmittel sind eingestellt. Kinos, Cafös und Geschäfte sind geschlossen. Le- bensmilteloorräte sind kaum noch vorhanden. Die im Jahre 1936 von Miaja erbauten Barrikaden, die den Angriff der nationalspanischen Truppen aushalten sollten, dienen nunmehr als Stützpunkte gegen die Angriffe der Kommunisten. Ein mit 30 Kommunisten besetzter Panzerwagen gelangte bis in das Zentrum der Stadt, wo aus ihm auf die Miaja-Truppen das Feuer eröffnet wurde. Diese konnten den Panzerwagen an einer Barrikade aufhalten, worauf die Kommunisten den Wagen verließen, in ein Haus am Bernadoplatz eindrangen und sich hier verschanzten. Die Miaja-Leute hatten zahlreiche Verluste. Der Kampf mit den eingeschlossenen Kommunisten war am Abend noch im Gange.
Nach einer Meldung des Madrider Rundfunksenders „Union Madrid" sollen die kommunistischen Aufständischen in die südlich st e Ecke der Stadt zusammengedrängt worden sein. Dadurch sei die Bedrohung der Verbindung zwischen dem Verteidigungs-Ausschuß und den übrigen noch unter rotspanischer Herrschaft stehenden Städten Zentralspaniens beseitigt. Der Rundfunksender behauptet in einer in den späten Nachtstunden des Donnerstags aufgefangenen Sendung weiter, daß das Hauptquartier der Kommunisten sich den Milizen des Verteidigungs-Ausschusses Miajas ergeben habe. Die Miaja-Milizen hätten 1400 Gefangene gemacht. Die von dem Miaja-Ausfchuß herangeführten Verstärkungen hätten an verschiedenen Stellen der Umgebung von Madrid die Oberhand über die Kommunisten behalten, so vor allem an den strategisch wichtigen Punkten auf der Straße von Madrid nach Guadalajara, etwa 10 Kilometer nordöstlich von Madrid bei Canillejas und bei dem Flugplatz Baraja, sowie nördlich von Madrid in Ehamartin. Bei Baraja sollen die kommunistischen Abteilungen durch ein umfassendes Manöver der Maja-Truppen in die Flucht geschlagen und mit Tanks und Flugzeugen verfolgt' worden sein. Auch die Straße nach Valencia sei jetzt in der unmittelbaren Nähe von Madrid wieder in der Hand der Miaja-Truppen.
Die Nachrichten aus den übrigen Gebieten von Zentralspanien lauten noch widerspruchsvoll. Während der Madrider Sender bereits am Donnerstagnachmittag behauptete, daß in der Provinz die Miaja-Truppen überall Herr der Lage seien, hat der Zivilgouverneur von Ciudad Real nach anderen Meldungen in Madrid Bombenflugzeuge gegen die Kommuni st en angefordert, die sich der Waffen- und Munitionsdepots bemächtigt hätten.
Die Kämpfe in Madrid haben auch in Nationalspanien Besorgnisse ausgelöst. Man weiß in Burgos, daß die wichtigsten Gebäude von Madrid seit ungefähr anderthalb Jahren unterminiert sind. Man befürchtet, daß die Kommunisten im gegebenen Augenblick, wenn die Lage für sie aussichtslos werden würde, nicht vor Sprengungen zurückschrecken würden. Da die in der Umgebung von Madrid bisher von den Milizen gehaltenen Stellungen teilweise von den Besatzungen verlassen sind, ist es den nationalspanischen Abteilungen gelungen, ihre Linien an vielen Stellen kampflos vorzuschieben. Der Korrespondent des „Journal" in Burgos sagt, Franco, der seine Offensive in aller Ruhe vorbereite, betrachte Madrid nicht als das einzige militärische Ziel. Er wolle vor allem das Leben seiner Soldaten schonen und lege daher keinen Wert darauf, den Endangriff auf Madrid in dem Augenblick einzuleiten, wo sich dort seine Gegner gegenseitig zerfleischten. Man könne annehmen, daß Franco, der miste, daß Madrid in einem solchen Zustand der Anarchie sich nicht mehr lange halten ^önne, ab warte, bis die Rebellion auch andere Städte Rotspaniens ergriffen habe, um dann seinen Angriff gleichzeitig an der Küste, an der Esttemadura-Front und in Andalusien vorzutragen. Verschiedene Anzeichen ließen jedoch darauf schließen, daß dieser Augenblick noch nicht gekommen ist. Auch der Korrespondent des „Matin" berichtet, die nationalspanischen Munitionsfabriken arbeiteten nach wie vor in vollem Umfang, als ob der Krieg noch zwei Jahre dauern solle. Die Augen der ganzen Welt seien jetzt auf Madrid gerichtet. Aber es sei doch fraglich, ob dort der letzte Akt gespielt werde, der den spanischen Bürgerkrieg beenden solle. Madrid werde infolge seiner eigenen Erschöpfung in die Hände der nationalen Truppen fallen.
Das englische Expeditionsheer
Bisher hatte die englisck)e Regierung es stets ab- gelehnt, sich auf irgendwelche oad)> oder Zahlen- angaben hinsichtlich einer militärischen Unterstützung Frankreichs auf dem Fest- lande festzulegen. Um so bemerkenswerter sind die Mitteilungen des englischen Kriegsministers Hore-Belisha im Unterhause, bei denen er ausdrücklich auf die Erklärung Chamberlains über die gemeinsamen Interessen Englands und Frankreichs Bezug nahm. Danach wird England für das Festland ein Expeditionsheer von 19 Divisionen bereithalten, das im Laufe eines Jahres fertig ausgerüstet sein soll. Das sind für den Anfang immerhin 200*000 Mann, die gegebenenfalls an der Seite Frankreichs fechten sollen. Gegen wen? Deutschland hat oft genug erklärt und es in der Vereinbarung mit Frankreich festgelegt, daß zwischen den beiden Nachbarländern keinerlei territoriale Forderungen oder Gegensätze auf europäischem Gebiet bestehen. Infolgedessen kann Deutschland auch die jetzt so plötzlich erfolgte Ankündigung der Aufstellung eines englischen Expeditionsheeres mit Ruhe beobachten.
Unerfreulich aber ist der Ton, mit dem der eng- lische Kriegsminister seine Vorlage begründet hat. Seine Rede mag zum Teil durch das Bestreben bestimmt sein, die eigenen Leistungen ins Licht zu stellen, nachdem über die Organisation der englischen Aufrüstung längere Zeit dort nicht gerade freundliche Meinungen zu hören gewesen sind. Was der britische Steuerzahler freilich zu den neuen hohen Lasten sagen wird, ist eine Frage für sich. Auch in England werden immer mehr Stimmen laut, die besagen, daß das englische Weltreich andere Möglichkeiten zur Friedenssicherung hat als die Entfesselung eines Wettrüstens und eine kaum verhüllte Drohung mit einem Expeditionsheer für das Festland.
Das deutsche Volk mischt sich grundsätzlich nicht in Maßnahmen ein, die andere Staaten für ihre Sicherheit nötig zu haben glauben. Cs übersieht aber nicht, daß in gewissen demokratischen Ländern d i e Regierungen leicht wechseln und daß einmal Männer ans Ruder kommen können, die in einer außergewöhnlichen Rüstungshöhe und in sol- chen Zusagen, wie sie jetzt in London an die Adresse Frankreichs gegeben wurden, einen Anreiz
NationalpoWsche Erziehungsanstalten.
Eine neue politische Führungstradition soll geschaffen werden.
Der Inspekteur der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten, ff - Obergruppenführer Heiß- meyer, hat in einem Aufsatz das Wesen der neuen nationalsozialistischen Gemeinschaftserziehung klar herausgestellt. Er sagt darin u a.:
Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten sind Neuschdpfungen im Bereich der deutschen Erziehung. Die nationalsozialistische Bewegung begnügt sich nicht mit der einmaligen Umwandlung staatlicher und nichtstaatlicher Einrichtungen, sie erfüllt sich in der Neuprägung des deutschen Menschen. Echte Erziehung ist immer typen- prägende Erziehung, ist immer Erziehung eines Nachwuchses, der die eigene Lebensgemeinschaft weiterträgt, und typenprägende Erziehung ist immer Gemeinschaftserziehung. Die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten sind pun Versuche, die Er.ziehung der Jugend von der Ebene der Bildung auf' die der echten, möglichst vielseitigen politischen Erziehung zu stellen. Wenn auf den Nattonalpolitischen Erziehungsanstalten eine Auslese bester deutscher Jungen in harter Gemeinschaftserziehung zu Männern erzogen wird, die nicht sich selbst leben wollen, sondern für ihr Volk und ihr Vaterland und die aus einer gemeinsamen bluts- mäßigen, weltanschaulich-politischen und erzieherischen Wurzel in die verschiedensten Berufe hineinwachsen, dann kann von ihnen erwartet werden, daß sie nach ihren Kräften mithelfen, das Reich in guten und noch mehr in schlechten Tagen mit vorbildlicher Treue und Einmütigkeit Zusammenhalten. Eine politische Führungstradition, wie sie Deutschland im Mittelalter wohl hatte, feit Jahrhunderten aber nicht mehr hat, und wie sie England besitzt, soll hier in ihrem Wachstum gefördert werden. Der Aufbau einer neuen Führungstradition wird um so sicherer erreicht werden, je mehr alle ihre Träger sich auch in weit auseinanderliegenden Berufsarten noch durch ein und dieselbe nationalsozialistische, d. h. politische und weltanschauliche Grundhaltung verbunden fühlen.
Zum Erziehungsgang eines jeden Jungmannen gehört die Einfügung in ein streng geordnetes G e m e i n s ch a f t s - und Kameradschafts- leben, es gehört selbstverständlich dazu eine gründ
liche geistige und weltanschaulich-politische Durchbildung — unser Ziel ist es, uns in unterrichtlicher Hinsicht auch von den besten deutschen Höheren Schulen nicht übertreffen zu lassen —; zur Erziehung gehört ferner eine vielseitige Ausbildung im Sport (im Ge- länüesport, Reiten, Boxen, Schießen, Fechten usw.), es gehören dazu wohlgeleitete Fahrten ins Reich und ins Ausland: ein längerer Austausch mit Auslandsschülern, ein etwa achtwöchiger Einsatz in der Jndu- strie, insbesondere im Bergwerk, und eine etwa achtwöchige Arbeit beim deutschen Bauern und Siedler. Der Jungmann verläßt nach achtjähriger Ausbildung die Anstalt mit einem Abschlußzeugnis, das dem Zeugnis der Reife entspricht. Aber nicht die Vielseitigkeit der Erziehung und Ausbildung macht den Spartaner, den Ritter, den Engländer, den Preußen, den Nationalsozialisten aus, sondern die Haltung.
1933 verkündete Reichsminister Rust die Umwandlung der ehemaligen Kadettenanstalten und damaligen Staallichen Bildungsanstalten Köslin, Plön und Potsdam in Nationalpolitische Erziehungsanstalten. An ihre Spitze stellre er nicht Direktoren höherer Lehranstalten, sondern alle Kämpfer der Bewegung und Frontoffiziere. In den folgenden Jahren wurden weitere Anstalten errichtet, und zwar in Preußen: in Naumburg a. d. Saale, in Berlin-Span- dau, in D r a n i e n'ft e i n a. d. Lahn, in Bens- berg bei Köln, in Ilfeld am Harz, in Schulpforte, in Stuhm in Westpreußen und in Neuzelle bei Guben. In Sachsen entstand die Anstalt Klotzsche bei Dresden, in Anhalt die Anstalt Ballenstedt am Harz und Ballenstedt-Köthen und in Württemberg die Anstalt Rottweil und die Anstalt Backnang. In Oe st erreich werden vier frühere Staatserziehungsanstalten umgewandelt, nämlich das von Maria Theresia gegründete „Theresianum" in Wien, die Anstalten Traiskirchen, Breitensee in Wien und die Staatserziehungsanstalt für Mädchen in Wien und Hubertendorf. Als erste Anstalt im Sudetenland wird die Anstalt Schloß Ploschkowitz bei Leit- meritz eröffnet.
VomBei wattungslehrlmg zum Beamten
Aus der neuen Ausbildungs - und Prüfungsordnung für die Anwärter des gehobenen und des mittleren Dienstes in der allgemeinen und inneren Verwaltung sind noch einige interessante Angaben über den Werdegang im öffentlichen Dienst hervorzuheben. Die Bewerber, die u.a. auch die Deutsche Kurzschrift beherrschen müssen, sollen bei ihrer Vormerkung für die Laufbahn des gehobenen Dienstes nicht älter als 18 Jahre sein, es fei denn, daß sie das Reifezeugnis einer höheren Lehran - ft alt besitzen. Bewerber mit Sie fern Reifezeugnis sollen er ft nach Ableistung des Arbeitsund Wehrdienstes eingestellt werden. Zioil- anroörter dürfen ihre Bewerbungsgesuche drei Monate vor Beendigung ihrer Schulzeit an die Ausbildungsbehörden richten. Dem Gesuch sind bestimmte Unterlagen beizufügen, darunter auch die Einverständniserklärung des Vaters oder Vormunds und die parteiamtliche Bescheinigung über die Zugehörigkeit zur NSDAP, oder einer ihrer Gliederungen.
Die Ausbildung der Bewerber aus dem Zivilanwärterstande gliedert sich in die Lehrzeit und den Vorbereitungsdienst: die der Zivilanwärter mit dem Reifezeugnis einer höheren Lehranstalt und der Versorgungsanwärter beschränkt sich auf den Vorbereitungsdienst. Als Ausbildungsleiter kann nur ein im Dienst des nationalsozialistischen Staates bewährter höherer Verwaltungsbeamter bestellt werden. Er hat sich durch ständige persönliche Fühlungnahme mit den Anwärtern ein Bild über deren Persönlichkeit und Charakter zu verschaffen. Den Anwärtern ist einzuprägen, daß sie bei Erfüllung ihrer Amtspflichten dem Volksgenossen, mit dem sie zu tun haben, helfen sollen und ihn — bei aller Bestimmtheit des Auftretens da, wo es geboten ist — ver -
ständnisooll und freundlich zu behandeln haben.
Die Lehrzeit soll sich möglichst an die Schulzeit anschließen: sie dauert zwei Jahre, kann aber verkürzt werden. Während der Lehrzeit führen die Dienstanfänger die Dienstbezeichnung „Ver- waltungsle'hrling". Sie erhalten im Probevierteljahr 30 Mark, im 1. Dienstjahr im übrigen 50 und im 2. Dienstjahr 60 Mark monatlich. lieber die erfolgreich abgeleistete Lehrzeit erhält der Der- waltungslehrling ein Z e u g n i s , mit dessen Aushändigung er unter Berufung in das Beamten- oerhältnis zum Regierungsinfpektor-An- wärter ernannt wird. Die dann folgende Vorbereitungszeit dauert in der Regel drei Jahre. Auch sie endet mit einer Prüfung, bei deren Bestehen der Anwärter die Dienstbezeichnung „außerplanmäßiger Regierungs- i n f p e k t o r " erhält.
Die entsprechenden Bestimmungen für die A n - Wärter des mittleren Dien ft cs besagen u. a., daß hier als Zivilanwärter in erster Linie Staatsangestellte bei besonderer Bewährung in Frage kommen. Bewerber, die ihrer aktiven Dienstpflicht in Ehren genügt haben und Kinder aus kinderreichen Familien erhalten den Vorrang. Beamte des einfachen Dienstes, die das 45. Lebensjahr nicht überschritten haben, können ausnahmsweise zum Vorbereitungsdienst für die mittlere Laufbahn vorgeschlagen werden. Der Vorbereitungsdienst dauert in der Regel ein Jahr. Der Anwärter führt während des Vorbereitungsdienstes die Dienstbezeichnung „Verwaltungsassi- stent-Anwärte r". Nach bestandener Prüfung wird er dann als außerplanmäßiger Beamter mit der Dienstbezeichnung „außerplanmäßiger Derwaltungsassistent" eingestellt.
sehen könnten, dritte Mächte herauszufordern. Denjenigen, die keine andere Möglichkeit zu großen Leistungen sehen, als friedliche Völker mit ungeheuren Rüstungen bluffen zu wollen, wird es freilich niemals an einem Vorwand für immer neue Aufrüstungen fehlen. Wir haben ja eben erst ein sehr merkwürdiges Beispiel dafür an den Vereinigten Staaten von Amerika erlebt. Erst wurde dort die Lüge in die Welt gesetzt, die autoritären Staaten würden am 6. März mobilmachen, und als diese bewußte Lüge nicht Wirklichkeit wurde, hieß es, das sei eben der Erfolg der neuen amerikanischen Aufrüstung. B. R.
Französisch-englische (Heneralstabsbesprechnnaen.
Paris, 9. März. (Europapreß.) Im Zusammenhang mit der Rede des englischen Kriegsministers Hore-Belisha berichtet der „Paris midi", zwischen den Generalstäben Frankreichs und Englands würden neue Besprechungen stattfinden. Sie würden sich vor allem auf die Stärke, die Organisation und den Transport der neunzehn Divisionen erstrecken sowie auf das von England vorbereitete Kriegsmaterial, um im Falle eines Konflikts an der Seite Frankreichs einqreifen zu können. Weiterhin würden sich die Besprechungen mit der Verteidigung der Imperien der beiden Länder befassen. Sie würden die Ausstellung eines Gesamtplanes für die Zusammenarbeit zwischen der französischen Uebersee-Armee und den von England auszuhebenden eingeborenen Truppen zum Ziele haben.
Aordomerikoniscke Wäbrungöonleihe für Brasilien
Washington, 10. März. (Europapreß.) Die Regierung der Vereinigten Staaten hat sich grundsätzlich bereiterklärt, der brasilianischen Regierung eine Währungsanleihe in Höhe von 120 Millionen Dollar (rund 300 Millionen RM.) zu gewähren. Präsident Roosevelt wird ferner vom Kongreß die Ermächtigung fordern, Brasilien eine Goldreserve in Höhe von 50 Millionen Dollar (runb 125 Millionen RM.) zur Erleichterung seiner Wechseloperationen zur Verfügung zu stellen.
Jugoslawiens Außenpolitik
Vertiefung der Beziehungen zu Deutschland
Belgrad, 9. März. (DNB.) Außenminister Dr. C i n c a r - M a r k o w i t s ch sprach vor vollbesetzter Skuptschina über die Außenpolitik der Regierung Zwetkowitsch. Der jugoslawischen Diplo- matie, so sagte er, sei es gelungen, Jugslawiens alte Freundschaften zu erhalten und neue hinzu- zugewinnen. Der Minister fand herzliche Worte für die Balkan-Entente und sehr freundschaftliche gegenüber Bulgarien. Er erwähnte die Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Jugslawien und die sympathische Aufnahme, die Prinzregent Paul in England gefunden habe. Die europäische Entwicklung im letzten Jahr habe einen tiefen Einfluß auf Jugoslawiens Stellung gegenüber dem großen Deutschen Reich gehabt, bas sich durch die vollzogene nationale Einigung heute an Jugoslawiens Grenze befinde. Dieser neue unb unmittelbare Kontakt habe die freundschaftlichen unb nützlichen Beziehungen zwischen beiden verstärkt. Mit größter Befriedigung habe man die freundschaftlichen Worte ausgenommen, die Reichskanzler Hitler am 30. Januar über die Beziehungen zu Jugoslawien gefunden habe. Jugoslawien werde versuchen, die'wirtschaftlichen Beziehungen noch zu intensivieren. Der Minister erinnerte bann an bie Besuche Mussolinis unb bcs Grafen Ciano unb hob das hervorragende Arbeiten des Freund- schaftsvertrages zwischen Jugoslawien und Italien hervor. Die Beziehungen zu Ungarn entwickelten sich ständig im Geiste einer guten unb freunbschoft- lichen Nachbarschaft. Vor allem habe bazu bie Verständigung in Veldes vom August 1938 beigetragen, wo Ungarns Wehrhoheit anerkannt worben fei.
Die Verteidigung der Haffe durch das Hecht.
Im Rahmen der Arbeitstagung ber Arbeitsgemeinschaft für bie deutsch - italienischen Rechtsbeziehungen fanb im italie- nifd)en Kulturinstitut in Wien eine Festveranstaltung statt, bei der der italienische Justizminister Dr. So 1 m i über bas Thema „Die Stadt in der italienischen Rechtsgeschichte" sprach. Im Mittelpunkt der
Arbeitstagung stand die Erörterung des Themas- „Die Verteidigung ber Rasse durch das Recht". Der deutsche Berichtechatter, der Lehrbeauftragte für Rasse unb Recht an ben Universitäten Berlin unb Men Dr. Ru11ke, kennzeichnete die nationalsozialistische Rechtsanschauung, weil sie die Bindung des Rechts an den Nassengedanken verlangt, als rasfengesetzliche Rechtslehre. Mit einer Reihe von Gesetzen hat der Nationalsozialismus die Begriffe Erb- unb Raffenpflege, nachdem sie zunächst nur Begriffe des allgemeinen Sprachgebrauchs gewesen sind, zu Rechtsbegriffen gemacht. Der italienische Berichterstatter, Professor Dr. S o ft a magna, stellte mit Genugtuung die Uedereinstimmung der deutschen und italienischen Auffassung in dieser Frage fest. Auch dem italienifchen Volk sei die Gegnerschaft gegen den Universalgrundsatz, daß alles gleich sei, was Menschenantlitz trage, natürlich.
Weites antarknsches Gebiet von Deutschen entdeckt.
350 000 qkm kartographisch ausgenommen
Berlin, 9. März. (DNB.) Die Deutsche Antarktische Expedition 1938/39 hat nach erfolgreicher Durchführung der ihr gestellten Aufgaben unter Leitung des bekannten Polarforschers und Fliegers Kapitän Ritscher die Rückreise an- getreten und hat in diesen Tagen Kapstadt passiert. Mit ihrer Rückkehr nach Hamburg ist in der ersten Hälfte des Monats April d. I. zu rechnen. Vom Wetter begünstigt, hat die Expedition mehr als 3 5 0 0 0 0 qkm des antarktischen Kontinents entdeckt und kartographisch ausgenommen. Weite Flächen, Berge und Gebirgshügel von über 3000 Meter Höhe, ein polares Zentralmassiv von über 4000 Meter Höhe konnten auf ben weit ausgebehnten Forschungsflügen der mitgeführten Flugzeuge mit den neuesten beutschen Instrumenten stereophoto- grammetrisch vermessen werden. Dazu sind wissenschaftliche Untersuchungen und Beobachtungen ber verschiedensten Art, insbesondere erdmagnetische, meteorologische und ozeanographische Beobachtungen während der ganzen Reise mit den modernsten Hilfsmitteln durchgeführt, u. a. auch 47 Rabiosonden-Aufstiege bis 28 000 Meter vorgenommen worden. Die Forschungsarbeit konnte ohne jeden Unfall zum Abschluß gebracht werden. Wie Kapitän Ritscher drahtlos gemeldet Hot, befindet sich an Bord alles wohl und in bester Stimmung.
♦
Hierzu wird von unterrichteter Seite noch folgendes mitgeteilt: Das MS. „Schwaben- l and", das abwechselnd mit der „Westfalen" den Dienst als Flugstützpunkt für den Luftverkehr über dem Südatlantik versieht, ist von der Lufthansa für diesen Forschungsauftrag zur Verfügung gestellt worden. Mit über 80 Mann Besatzung, darunter vielen deutschen Fachgelehrten und Forschern sowie Fliegern und Mechanikern zur Bedienung der Flugzeuge, trat die „Schwabenland" im Dezember vorigen Jahres, wie bereits früher gemeldet, von Ham bürg aus ihre Forschungsreise an. Sie war auf das bis dahin noch völlig unerforschte Stück der Küste des antarktischen Kontinents südlich des Atlantischen Ozeans und auf das Land angesetzt, das hinter dieser Küste vermutet wurde. Während der Reise ber „Schwabenlanb" ist eine norwegische Verordnung vom 14. Januar erschienen, durch die über einen großen Teil des antarktischen Kontinents — einschließlich des Arbeitsgebietes der Deutschen Antarktischen Expeditton 1938/39 — bie norwegische Souveränität in Anspruch genommen wird. Entgegen der bisher gerade von Norwegen mit besonderem Nachdruck vertretenen völkerrechtlichen Lehre stützt sich diese Verordnung allein auf norwegische Forschungstätigkeit in der Antarktis.
Soweit sich aus ben in Deutschland vorhandenen Unterlagen ergibt, haben indes die um die Erforschung ber Antarktis im übrigen sehr verdienten norwegischen Forscher ben Teil der Küste unb bes Festlandes noch nicht einmal überflogen, geschweige denn betreten, der jetzt von ber deutschen Expedition entdeckt unb bis ins einzelne ertunbet worden ist. Es han bclt sich nach den bisher allein vorliegenden, begreiflicherweise nur sehr knappen Funkmeldungen der Expeditionsleitung um bie Küste zwischen dem 5. Grab westlicher unb bem 15. Grad ö ft 11 cf) e r Länge und um bas Gebiet von ber Küste aus lanbeinroärts nach Süben bis zur sogenannten Polarkappe (etwa 75 Grad südlicher Breite), das in biefen Wochen z u m e r ft e n Male einem menschlichen Auge erschlossen worden ist.
Zur Bekanntgabe näherer Einzelheiten wird die Rückkehr der Expedition nach Hamburg abgewartet werden müssen, auf die in ben Tagen um Ostern gerechnet werden kann. Nachdem Kapitän Ritscher persönlich Bericht erstattet haben wird und ber schriftliche Expeditionsbericht mit dem photographischen Material oorliegt, wirb über die Schritte Beschluß gefaßt werden können, die erforderlich sind, um bie Ergebnisse der Expedition fü ^Deutschland sicherzu stell en.
Zn jedem Zahl laufend Arbeiter auf die Hochschulen.
Aeichslagcr der studentischen Unterführer in Vogelfang.
Ordensburg Vogelsang, 9. März. (DNB.) Bei der Eröffnung des Reichslagers der studentischen Unterführer auf der Ordensburg Vogelsang erklärte Reichsstudentenführer jj - Oberführer Dr. Scheel, jeder Student müsse durch die Kameradschaften bes N S D St B. gegangen sein. Die Hochschule fei keine Anstalt, wo jeber tun könne, was er wolle, sondern werden müsse, was er solle: ein brauchbarer Kämpfer für bie Ibee. Daß die Hochschule allein nicht genüge, um das gestellte Ziel zu erreichen, habe sich in den vergangenen Jahren gezeigt, es 'sei daher nötig, daß jeder Student durch bie Kamerabschaften ginge.
„Auch zur Behebung der Landnot", so erklärte Dr. Scheel, „haben wir unseren bescheidenen Beitrag in unserem Landdienst geliefert. Mit ihm stellen wir bem Bauern nicht nur zur Erntezeit Arbeitskräfte, sondern wir helfen ihm in seinem schweren Volktumskampf an der Grenze." Auf dem Gebiet ber wissenschaftlichen Arbeit beweise ber Student heute seine Einsatzfähigkeit im Reichsberufswettkampf. Hier arbeite er eng mit der Partei zusammen an Ausgaben, die das ganze


