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r. 256 Erstes Blatt

Montag, 9. Oktober 1959

189. Zahrgang

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Belgien zwischen -en Krönten.

Von unserem p.-kkorrespondenien.

Brüssel,?. Oktober 1939.

hsr eine Art glücklicher Insel zu sein. Sie ist es hüte nicht mehr. England hat kein Mittel unver­sucht gelassen, die Neutralen auf seine Seite zu zithen; sie wurden auf jede Weise unter Druck ge- jett. Das wichtigste englische Kampfmittel ist die Blockade. Zwar wurde der belgischen Regierung Hn London scheinheilig versichert, daß man genü- geild Rohstoffe und Lebensmittel für den eigenen Hdarf ins Land lassen würde; aber was nützt Bel- men dieses angebliche Entgegenkommen? Belgien ist Hdustrieland und muß exportieren, wenn cs nicht sterben soll. Wenn seine Industrie infolge fer englischen Blockade nicht mehr über die genü­genden Rohstoffe verfügt und damit nicht mehr ge­nügend Waren zum Export Herstellen kann, wird Belgien auch nicht mehr das nötige Geld haben, um die notwendigen Lebensmittel zum Unterhalt seiner Kvölkerung zu bezahlen.'

Die Auswirkungen der englischen Blockademaß- mhmen gegenüber dem neutralen Belgien haben sich [dort gezeigt. Bereits innerhalb der drei ersten Wochen des europäischen Konflikts hat sich die Zu h l der Arbeitslosen in diesem Land um 6(i000 vermehrt. Die Verödung des Ha-

Belgien ist neutral. Das Land ist fest ent­flossen, sich aus dem Konflikt seiner großen Nach- tirn herauszuhalten. Neutralität schien bis-

aus verloren. Die belgische Unabhängigkeitspolitik werde von allen Belgiern unterstützt. Eine Politik, die ihren Anziehungspunkt in einem anderen Lande haben würde, wäre der Untergang Belgiens.

Pierlot richtete ermahnende Worte an die bel­gische Presse. Er betonte, daß es nicht möglich sei, in Frieden leben zu wollen und gleichzeitig eine kriegerische Sprache zu führen. Er glaube fest daran, daß Belgien der Gefahr entrinnen könne. Allerdings müßten alle Vorsichtsmaßnahmen in Voraussicht des Schlimmsten getroffen werden, auch wenn sie sich als unnötig erweisen sollten.

Neue Verletzung

der belgischen Neutralität durch französisches Militärflugzeug.

Brüssel, 8. Okt. (DNB.) Am Freitag ist es zu einer neuen Verletzung der belgischen Neutralität durch ein französisches Militärflugzeug gekommen. Die französische Maschine, die sich angeblich im Nebel verirrt haben will, nahm eine Not­landung in der Nähe von Langemarck, also etwa 30 Kilometer von der französischen Grenze entfernt, vor. Die aus zwei Unteroffizieren be­stehende Besatzung wurde von der belgischen Gen­

darmerie interniert. Das Flugzeug, in dem sich militärische Dokumente befanden, wurden b e - schlagnahmt.

Eine Konferenz von Völkerrechtlern der Oslo-Staaten.

Kopenhagen, 8. Okt. (Europapreß.) Die Oslo- Staaten verhandeln wegen einer Konferenz in Oslo, an der in erster Linie die Dolkerrechtssachverständi- gen der Oslo-Staaten teilnehmen werden, um die in den letzten Wochen aufgetauchten völkerrechtlichen Fragen unter Berücksichtigung der Neutralität der Oslo-Staaten zu erörtern.

Holländischer Dampfer einer englischen Mine zum Opfer gefallen.

Amsterdam, 10. Okt. Der holländische Damp­ferBinnendijk" (6873 Tonnen) ist in der Nähe des Leuchtturmes von Shambles auf eine englische Mine gelaufen und gesun- k e n. Alle 41 Besatzungsmitglieder konnten gerei­tet werden und sind im englischen Marinehafen von Weymouth an der Südküste Englands an Land gebracht worden. DieBinnendijk" gehörte der Hol- land-Amerika-Linie und befand sich auf der Fahrt von Neuyork nach Rotterdam. Damit ist wieder eines der vielen neuttalen Schiffe, die England durch seine Minenfelder zur Untersuchung in die Kontrollhäfen schleppt, von einer englischen Mine zerstört worden.

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! unbedingte Neutralität zu wahren und dem von I bifri König ausgegebenen Losungswort zu folgen.

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Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind aber nid)t die einzigen, vor die sich Bilgien heute ge­sellt sieht. Die englische und französische Propa- xonda setzen Riesenmittel ein, um in diesem Müralen Staat Fuß zu fassen. Man darf in die- |em Zusammenhang nicht vergessen, daß fast die Hälfte der Belgier französisch spricht. Doch i|t man heute in der Bevölkerung eindeutig gewillt,

Die belgische Regierung ist sich dieser Beeinflus- surgsversuche der Westmächte wohl bewußt, und an- geiemgen mit dem Aufruf des Königs bis zu Zei- i turigsverboten, der Beschlagnahme von Broschüren, !i gerichtlichen Verfahren gegen Privatleute usw. hat mn alles unternommen, um die Neutralitäts-

Gönner zur Schaffung eines einflußreichen neutra­len Blocks in Europa von belgischer Seite bisher

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#trtben haben. Die belgische Regierung vermag Mso wirkungsvoller in der Front der Neutralen Hre Stimme zu erheben, da das belgische Volk hnte, gleichgültig, ob es sich um Flamen oder Dc klonen, Katholiken, Liberale oder Sozialisten [ Wbett, geschlossen hinter ihr steht.

Sich selbst treu bleiben.

Pierlot erläutert die belgische Neutralitätspolitik.

| Brüssel, 8. Okt. (DNB.) Ministerpräsident Ti ertöt erklärte der Presse, daß Belgien auf I.Cen Seiten vom Kriege umgeben sei, abqr den- Nt) bisher d i e Vorteile des Friedens ?en i e ß e. Es handele sich jedoch um einen r e l a - ('nen Frieden, und er gebe zu, daß die Neutrali- l| tit eine Lage sei, die an sich wenig beneidenswert fei. Der Friede sei ein unschätzbares Gut für alle TAker, aber besonders für ein kleines Land rote I: Belgien, das größeren Gefahren als rrgend- ( ein anderes Land ausgesetzt sei. Keine Verpslich- hng zwinge Belgien, für den einen oder anderen lli-gführenden Staat Partei zu ergreifen. Belgien to seine gegenwärtige Lage schon selt d em Mre 193 6 festgelegt. Alle Nachbarstaaten ton spontan die Respektierung dieser totralität proklamiert und hatten ihre 0)a- i^tieversicherungen seitdem e r n e u e r t.

( Die Neutralität sei nicht eine Haltung, die man Mangel an etwas Besserem eingenommen habe.

ts handele sich um die männliche Haltung eines Wes, das , ich felbft treu ble ,b en walle^ Hiii Bedingungen für die Aufrechterhaltung des i.jtiebens und der Unabhängigkeit seien emers

«e Wachsamkeit auf militärischem Gebiet undan- kr'eifs Einigkeit unter den Belgiern, «'es Volk, das sich nicht einig zeige, fei int vor

fiN S von Antwerpen ist für die belgischen Tageszeitungen ein unerschöpfliches Thema und für dii Bewohner dieser bedeutenden Handelsmetropole eine traurige Tatsache, deren Tragweite sich heute noch gar nicht ermessen läßt.

Die belgische Regierung hat nun eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um der schwierigen Lage Landes begegnen zu können. Wirtschaftskom- Msionen werden in die meisten Hauptstädte Euro- M sowie nach Nord- und Südamerika gesandt, besondere Erwartungen setzt man auf belgischer Leite in eine rasche Entwicklung der Wirtschasts- be-iehungen zu dem neuen Spanien. Bereits eor dem Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges bestand zwischen Brüssel und Madrid sehr reger Warenaustausch.

__M Mik zu schützen.

Daß es Belgien mit seiner Neutralität wirklich err.ft ist, hat seine Regierung in den letzten Wochen mtfig unter Beweis gestellt. Nicht nur durch amt- liche Verordnungen und Polizeimaßnahmen suchte rm sie zu erhalten. Mehrere hunderttausend Bel- * <rer haben das Gewehr auf die Schulter genom- Mn, um ihrem Lande den Frieden zu sichern. Auch pkst öiplomatifch hat die belgische Regierung nichts un- |i[setan gelassen zur wirksamen Sicherung der Neutra- Iptct ihres Landes. Die zahlreichen Konferenzen I Biitb Beratungen der Minister der Oslo-Staaten unmittelbar vor dem Konflikt und nach seinem Be- jiflJfMtt sind bekannt. Ebenso bekannt ist die Unter« Hütung, die die Bemühungen neuttaler Staats-

Die ganze Menschheit will -en Frie-en.

Wer das Friedensprogramm zurückweist, lädt den Fluch der Menschheit auf sich."

Sven Hedin zur Rede des Führers.

Berlin, 8. Okt. (DNB.) Dem Sonderbericht­erstatter des Berliner Lokalanzeigers erklärte Sven H e d i n:Ich sehe die Rede Adolf Hitlers als das größte außenpolitische Ereignis der letzten Zest an. Don ganzem Herzen hoffe ich, daß die Erklä­rungen des Führers auf der anderen Seite so verstanden werden, wie sie gemeint waren, eine Hand großmütig zum Frieden aus­gestreckt, aber nicht aus Schwäche, sondern um­gekehrt im Bewußtsein der Kraft des Sieges. Jetzt hängt es von Chamberlain und 2) al ab i er ab, wie sich das Schicksal der Welt gestalten wird. Hitler will den Frieden, die ganze Menschheit

will den Frieden. Ich kann mir unmöglich denken, daß England und Frankreich die unge­heure Verantwortung auf sich laden kön­nen, die ausgestreckte Hand auszuschlagen und damit einen Krieg zu entfesseln, der die Welt um Jahrhunderte zurückwerfen wird und aus dem, wie Adolf Hitler selbst sagte, niemand als Sieger hervor geh en wird. Der Staatsmann, der jetzt den Frieden zuftandebringt, wird in allen Zeiten als Retter und Erlöser betrachtet werden, der jedoch, der dieses Friedensprogramm zurückweist, wird den Fluch der Menschheit auf sich laden."

Zur Kolonialfrage erklärte Sven Hedin, er sei immer der Auffassung gewesen, daß die Ver­teilung der Erde ungerecht sei.'Er hoffe, daß die nächsten Tage das erlösende Wort bringen und die großangelegte Rede Adolf Hitlers in ihrer klugen Mäßigung zum Frieden führt.

Der ehrlichen Annahme wür-ig."

Die italienische presse zum Friedensplan des Führers.

Rom, 8. Okt. (Europapreß.) Die italienische Presse bezeichnet die Rede Adolf Hitlers als Aus­gangspunkt für eine internationale Friedenskonfe­renz. So schreibtGazetta del Popolo", die Rede des Führers könnte die Plattform für den Frie­den bilden. Sie bilde eine klare Einladung zu Ver­handlungen und zur Einberufung einer Konferenz, um einen Frieden der Gerechtigkeit und Sicherheit zu erreichen.Wir glauben nicht, daß die Volker es ablehnen, die Vorschläge des Führers in Erwä­gung zu ziehen. Wir glauben, daß die Regierungen Englands und Frankreichs vor einer Ablehnung guttun, sie aufmerksam zu prüfen und in jeder Hinsicht zu erwägen. Die Einkreisungspolttlk ist rettungslos gescheitert, und auch die Blockade Deutschlands ist nach dem deutsch-russischen Vertrag praktisch undurchführbar."

DerPopolo d'Jtalia", das Organ Mussolinis, verweist auf die unvermeidlichen Einwände der Kriegshetzer und schreibt: Die Volker haben trotz der Rasereien der Kriegshetzer ein Gewissen und über­legen Die Rede Hitlers ist von menschlichen Gefüh­len und Idealen eines neuen europäischen Aus­baues getragen, in dem die Nationen sich endlich versöhnen, um für den Wiederaufbau Zusammen­arbeiten zu können. Wenn die Rede die Kriegs­hetzer reizt, wenn sie Geist und Seele einiger Staatsmänner auch unberührt laßt, spricht sie doch zu den Herzen der Menschen. Es ist nicht eine militärische Einschüchterung, sondern das freimütige Wort eines Führers, der auf bte mthta« rische Starke seines Volkes zählen kann und der trotz allen Einwendungen zu einer allgemeinen friedlichen Regelung einlädt. Wenn man nicht einen wahn­sinnigen Zerstörungsplan hegt, aus den das deu- sche Volk mit einem mächtigen und einmütigen (Ent- chluß antworten würde, erscheinen uns die Worte Hitlers der ehrlichen Annahme würdig

Mesiaggero" schreibt, man merke deut ich die Verlegenheit der französisch-englischen Presse, ihre Leser von der Unannehmvarkett der Vorschläge des Führers zu überzeugen, denn in weiten greifen der Bevölkerung sei ein Krieg gegen Deutschland durch­aus unpopulär, könne doch niemand erkennen, welche tonfreten Ziele man eigentlich mit diesem ncun aeqen das Reich nrMMllerten V°rgchen er- reichen möchte.Sior na le d I ta l t a" gibt der ftoffnung Ausdruck, daß in ^andan und ^ans Acht die feindliche Haltung uberhandnehmen werte, wE es gelte, di- Entscheidungen zu treffen bei £ es nicht nur um PreMgesragen. ländern um das Schicksal ihrer Sol ter gehe. Der Triebe den man nach einem blutigen Krieg IM Westen eines Tages dach abschließen mußte, konnt- tn seinen realen Elementen nicht W verschieden Lon bwi fein, den Deutschland heut» IM Bewußt-.

sein der Interessen aller europäischen Volker vor dem tragischen Waffengang vorschlage. Nach einem Kriege mit feinen Millionen von Toten und feinen verheerenden Zerstörungen würden die natürlichen und unabänderlichen Bedingungen eines Friedens die gleichen fein, die Adolf Hitler in feiner Rede aufgezeigt habe.

(Sortiere della Gera" erklärt, die bisher vor­liegenden direkten ober indirekten Gedanken der westlichen Regierungen feien viel z u allgemein und reserviert, als daß man daraus bereits irgendwelche konkreten Schlüs­se ziehen könne. Eine friedliche Diskussion könne zur Lösung der übriggebtiebenen Probleme, darun­ter auch das Koloniälproblem, führen. Wenn die Einigung aber jetzt schon so schwierig sei, wieviel schwieriger würde sie morgen nach einer kriege­rischen Verwicklung werden!Gazzetta del Popolo" meint/ die Völker, wenigstens jene, denen gestattet worden sei, den vollen Inhalt der Rede des Füh­rers zu erfahren, würden sich nicht mit einer ein­fachen Ablehnung zufrieden geben.

DieVölker wollen denFrieden."

Das Echo in Rumänien.

Bukarest, 8. Okt. (Europapreß.) Alle Morgen­blätter, sogar die vierseitigen Straßenverkaufsblät­ter, bringen die Rebe bes Führers in ausführlicher Fassung. Naturgemäß werben die Stellen, die den Osten und Sübosten betreffen, befonbers hervor ge­hoben, vor allem die Stelle, in ber ber Führer sagte, die Lösung ber Probleme bes Ostens sei aus­schließlich Deutschland und Sowjetrußland vorbe­halten. Großen Eindruck haben auch bie Worte ge­macht, in benen ber Führer erklärte, bie Behaup­tung, baß Deutschland nach dem Ural, ber Ukraine und Rumänien greifen wolle, entsprängen einer lebhaften Phantasie.Curentul" sagt, niemand könne über bie Vorschläge Adolf Hitlers weggehen, ohne die Verantwortung für die Eommenben Ver­wüstungen auf sich zu nehmen. Könne sich wirklich jemand dem widersetzen, daß dem Gemetzel Einhalt geboten werbe? Sei Deutschland nicht guten Wil­lens? Wenn in allen Staaten, nicht nur in ben kriegführenben, sondern auch in ben neutralen, eine Volksabstimmung burchgeführt würde, bann würde ber Gedanke einer internatio­nalen Konferenz ohne Frage Einstim- m i g k e i t finben. Denn bie Völker wollten ben Frieden. Mit ungewöhnlicher psychologi­scher Intuition habe der Führer den Wibersinn bes Kampfes im Westen und der gegenseitigen Zer­störung deutscher und französischer Stäbte dargestellt. Niemand habe das Recht, diefen schrecklichen Zu-

Die Umkehrung von Beriailles.

Im Anschluß an die Reichstagsrede des Führers drängt sich stärker noch als bisher eine Frage auf, die sich eigentlich schon seit sechs Jahren täglich von neuem ergibt. In ber gesamten Nachkriegszeit haben zahlreiche ausländische Volkswirtschaftler und Publi­zisten in Abhandlungen, die mit vielem beweiskräf­tigen Zahlenmaterial belegt waren, die Frage er­örtert, welchen Aufschwung die Weltwirt­schaft und die Wirtschaften der einzelnen Völker neh­men und wie der allgemeine Wohlstand steigen würde, wenn nicht die Völker durch eine politische Gangsterclique zu den ungeheuren Ausgaben für Rüstungszwecke getrieben werden wür­den, von denen ja nur ein ganz kleiner Kreis jüdi­scher und nichtjüdischer Finanzmagnaten und Kriegs­hetzer Riesengewinne hat. Wir unsererseits stellen die Frage zur Debatte: wenn aus einem völlig ver­armten Lande mit der prozentual höchsten Arbeits­losenzahl ber Welt binnen sechs Jahren der blühendste und aussichtsreichste Staat Europas wird, auf wel­chem Stande der erfolgreichen friedlichen Aufwärts­entwicklung konnte bann bieses Europa fein, wenn nicht ein staatspolitisches Genie vom Range eines Abolf Hitler einen so großen Teil seiner Arbeits­und Geisteskräfte nur dazu verbrauchen müßte, um bie allerschlimmsten Attentate auf den europäischen Frieden zu verhindern!

Als bekannt wurde, daß der Führer eine Erklä­rung der Reichsregierung abgeben würde, haben bie Westmächte wie immer alles ganz genau vorher schon gewußt. Sie ließen durch ihre' Presse mittei­len, Hitler werde in seinem Streben nach der Welt­herrschaft für Osteuropa als der Diktator Europas sprechen; man müsse also, so geiferten sie, von vorn­herein alles, was er sagen werde, ablehnen. Tat­sache ist, daß noch niemals ein Sieger auf der Höhe beispielloser Erfolge so maßvoll gesprochen und so weitschauende praktische Vorschläge für die Stabi­lisierung einer endgültigen Befriedung Europas auf» gestellt hat. Die früheren Vorschläge einschließlich der drei ausgearbeiteten Befriedungspläne Adolf Hitlers hat man drüben überheblich beiseitegelegt, ja sie so­gar als Zeichen von Schwäche ober Verzweiflung hingesteltt. Wenn das deutsche Staatsoberhaupt jetzt nach einem geschichtlich einzigartigen Siegeszug der Welt einen neuen, im besten Sinne des Wortes konstruktiven Friedensplan übermittelt und dabei sogar den beiden Mächten die Hand zur endgültigen Versöhnung reicht, die Europa in einen neuen Krieg gestürzt haben, bann begreifen wir, wie pein­lich zunächst die Entwicklung eines solchen Planes für die stets verneinenden, stets friedenstorenden Kräfte im Westen fein muß. Die nur auszugsweise Wiebergabe der Rede des Führers im englischen Rundfunk spricht allzu deutlich von der Verlegenheit drüben gegenüber einem Friedenswillen des prak­tischen Aufbaues.

Diese Verlegenheit ist nur zu berechtigt. Denn der von Abolf Hitler entwickelte neue Europa-Plan stellt nicht weniger als eine Umkehrung der in Ver­sailles begangenen politischen Verbrechen ins Se­gensreiche dar. Greifen wir ein Grundproblem ber in Versailles stabilisierten Politik heraus. England und Frankreich haben in Versailles, um die Polizei­gewalt in Europa zum eigenen Nutzen durch an­dere billig ausüben zu lassen, den Grundsatz ver­folgt, in möglichst vielen Einzelstaaten ein möglichst buntscheckiges Gemisch von Nationalitä­ten zu schaffen. Das gelang durch bas Mittel will­kürlicher Zerreißung geographischer und volklicher Grenzen. Auf eine wahrhaft perfide Weise wurde da- durch der Unfriede in Europa für die Versailler West­mächte gesichert nach dem alten Grundsatz Eng­lands:divide et impera teile und herrsche!" Der große Europaplan Adolf Hitlers packt nun die»

stand verlängern, weil er dem, der die Friedens­konferenz Vorschläge, ben ehrlichen Willen bestreite. Die kleinen Staaten konnten nur verteidigt und ge­rettet werben burch einen bauerhaften Frieden, sonst seien sie bem Untergang geweiht. Die von Adolf Hitler vorgeschlagene Friedenskonfe­renz sei eine Losung, die in erster Linie auch den kleinen Staaten zugutekomme.

Der Emdruck in der Schweiz.

Genf, 8. Okt. (Europapreß.) Der Eindruck ber Führerrede in Genfer Kreisen ist der:Der Frieden, der hier geboten wird, i st ehrlich gemeint und bar jeder Propaganda". Vor allem wird der fests und ernste, aber sehr menschliche Ton des Führers, unterstrichen und herausgestellt, die Rede habe ent­gegen allen böswilligen Gerüchten, die in den letzten Tagen ausgestreut wurden, keine Drohungen enthalten. Die Friedensbeteuerungen gegenüber Frankreich wurden in den französischen Kreisen der Schweiz mit besonderem Interesse entgegengenom­men. Der Vorschlagsich jetzt zu Verhandlungen zu bequemen, als vielleicht erst nach acht zerstörenden Jahren", wurde in englischen Kreisen Genfs sehr beachtet. In Volkerbundskreisen hält man mit Kom­mentaren zurück, gibt aber zu, daß das Friedens­angebot nach bem polnischen Feldzuge wirklich nicht als Schwäche ausgelegt werden könnte. Daß die Vorschläge zu Konferenzen, Wirtschafts- und Wäh­rungs-Vereinbarungen großzügig sind, vermag nie­mand zu leugnen. Einen Tag nach ber Führerrede schreibt berTravai l":Eine Konferenz aller ßänber zur Neuorbnung des absolut desorganisier­ten Europas wäre auf jeden Fall besser als den Krieg fortzuführen. Wir werden dies immer und immer wiederholen und es ist unsere Meinung, daß es Pflicht aller derer ist, deren Meinung gehört! wird, uns hierin gleichzutun."