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kraft und Nachhaltigkeit durchzuführen vermögen als ihre berittenen Vorgänger, haben dafür ge­sorgt, daß der polnische Rückzug an vielen Stellen der Front, wenn von einem solchen überhaupt noch gesprochen werden kann, in eine wilde Flucht ausartete und die Polen kaum irgendwo Zeit be­kamen, Atem zu holen und sich zu neuem Kamps zu stellen. Dabei haben die Panzertruppen in den Schlacht- und Sturzkampfgeschwadern der Luft­waffe ihre besten Verbündeten, die durch ihre An­griffe auf die zurückflutenden Marschkolonnen und herangeführten Reserven wie durch Zerstörung der Rückzugsstraßen die Demoralisierung der feind­lichen Truppen vollendeten. Sie haben neben In­fanterie und Artillerie, die bei dem ungeheuren Tempo des Vormarsches gewaltige Leistungen an Ausdauer und Zähigkeit vollbracht haben, die man denen der Hochsommertage 1914 in Ostpreußen und Nordsrankreich gewiß parallel setzen darf, die jüngeren Waffengattungen der Wehrmacht, Luft­waffe und Panzertruppen ihren reichen Anteil an diesem großartigen, in seinem Umfang und in sei­nen Folgen noch gar nicht abzusehenden Sieg der deutschen Waffen im Osten.

Daß sich in die stolze Freude über diesen Sieg Schmerz, Bestürzung und ehrlicher Zorn mischt über die entsetzlichen Greueltaten, die unmenschliche Horden polnischer Franktireurs vor ihrer Flucht in elender Rachsucht an Hunderten von wehrlosen Volksdeutschen verübt haben, wollen wir vor allem denen nicht vergessen, die durch ihre zynische För­derung polnischer Großmannssucht die Polen in einer Geistesverfassung bestärkt haben, die in ihrem grenzenlosen Deutschenhaß nun, wo der polnische. Chauvinismus durch die überraschend schnelle und vollkommene Niederlage der polnischen Waffen eine so gründliche Lektion erhalten hat, ohne daß der britische Bundesgenosse bisher auch nur einen Finger gerührt hätte, auch die letzten Hemmungen fallen läßt und sich in so grauenhaften Metzeleien austobt, wie sie uns aus Bromberg und zahlreichen anderen zurückgewonnenen deutschen Städten und Ortschaften berichtet werden. Schon die brutale Mißachtung des Roten Kreuzes, unter dessen Schutz feit mehr als 75 Jahren in der ganzen zivilisierten Welt alle diejenigen stehen, die sich ausschließlich der Verwundeten pflege widmen, und die Ermor­dung notgelandeter deutscher Flugzeugbesatzungen unter dem Vorwand, sie seien Fallschirmjäger, die man nicht besser als Spione behandeln dürfe, schon diese Vorfälle zeigten zur Genüge, welcher barbari­scher Methoden man bei den von ihrer Regierung und deren chauvinistischen Hintermännern aufgehetz­ten und nun.so schnell auf das schmählichste ent­täuschten Polen werde zu gewärtigen haben.

Diese Schandtaten, die dem so oft und laut ver­kündeten Anspruch Polens auf Teilnahme an der europäischen Kultur Hohn sprechen, fallen ebenso wie die bestialischen Niedermetzelungen wehrloser Volksdeutscher schwer auf das Schuldkonto Eng­lands, das der Welt glauben machen will, daß es für eine höhere Sittlichkeit im Völkerleben zu Felde gezogen fei, aber schon in der ersten Kriegswoche bewiesen hat, daß wie stets in der Geschichte briti­scher Kriegführung auch diesmal Lüge und Ver­leumdung die ersten Waffen Englands sind. Das furchtbare Blutbad von Bromberg ist ein Schand­fleck auf dem Wappenschild des polnischen Volkes, dessen Regierung den Westmarkenvereinen, Aufstän­dischenoerbänden und anderen chauvinistischen Or­ganisationen skrupellos die Zügel schießen ließ, aber nicht minder eine Schmach für England, das durch seine Blankovollmacht für Polen dieses erst »in den von vornherein allen vorurteilsfreien Beobachtern aussichtslos dünkenden Krieg mit Deutschland hinein- .hetzte. Nur im Vertrauen auf die Hilfe des briti­schen Verbündeten konnte Polen es wagen, die Provokationen gegen das Reich auf 'die Spitze zu treiben und den von aufrichtigem Verständigungs­willen getragenen und in wahrhaft europäischem Geiste gemachten Vorschlag des Führers abzulehnen. Nun mag es sich in London bedanken, wenn acht Tage nach Kriegsbeginn in den Straßen seiner Hauptstadt deutsche Panzerwagen rattern, der Marschtritt deutscher Bataillone dröhnt und seine Regierung nicht weiß, wie es einem schmählich ge­täuschten Volk die furchtbare Wahrheit beibringen soll, ohne daß die Niederlage auf dem Schlachtfelde in einem Zusammenbruch des Staates endet.

Fr. W. Lange.

Beruhigung in der Schweiz.

Teil-Demobilmachungsmatznahmen zur Entlastung der Wirtschaft.

Genf, 8.Sept. (Europapreß.) Die Schweiz be­ginnt zu demobilisieren. Um das durch die General­mobilmachung zum Teil stockende Wirtschaftsleben nicht weiter zu gefährden, werden eine Anzahl der eingezogenen Wehrpflichtigen widerruflich be­urlaubt. Es handelt sich vor allem um Be- triebssührer, deren Unternehmen während ihrer Abwesenheit kaum weitergeführt werden kön­nen oder in ihrem Bestehen bedroht sind. Weiter sollen eine große Anzayl Po st beamte und An­gestellte der Rundfunkgesellschasten beurlaubt wer­den. Am härtesten haben sich bisher die Ein­berufungen bei der Post bemerkbar gemacht. Hier schien der Betrieb zeitweise gefährdet: nicht wenige Postzweigstellen sind geschlossen, und zahlreiche Schalter werden nicht mehr geöffnet.

Die über einige Tage hermetisch abgeschlossene französisch-schweizerische Grenze ist an verschiedenen Stellen vorläufig wieder geöffnet worden. Ein Uebergang ist aber weiter­hin sehr schwierig. Die französischen Grenzbehörden lassen fast nur die in ihr Land zurückkehrenden schweizerischen Wehrpflichtigen durch. Die mit den schweizerischen Wehrmännern zurückwandernden Familienangehörigen werden in den meisten Fällen zurückgehalten. Es wird in schweizerischen Kreisen vermerkt, daß die Haltung der deutschen Behörden eine ganz andere ist. Diese bringen den über die deutsch-schweizerische Grenze rückwan­dernden schweizerischen Wehrpflichtigen und ihren Angehörigen größte Zuvorkommenheit und Förde­rung entgegen.

Die großen deutschen Erfolge im Osten haben in der Schweiz außerordentlich stark auf die polnischen Geldsorten eingewirkt. Für Münzen wird überhaupt nichts mehr ge­zahlt. Katastrophal steht es mit den polnischen Bank­noten, die in der Schweiz so gut wie unver­käuflich geworden sind Dies ist besonders auf den völligen Kurszusammenbruch der oier­einhalbprozentigen polnischen Anleihe in der Schweiz zurückzuführen. Vor einer Woche wurde für sie immerhin noch ein Kurs von 15,50 gezahlt: jetzt ist sie kaum noch für 6 Prozent abzu­setzen. Für die schweizerischen Besitzer der polnischen Anleihe, die früher unter den fremden Anleihen gut klassifiziert war, ist so die polnische Anleihe jetzt schon nach den wenigen Tagen des Konfliktes zu feinem fast vollständigenNonvaleur" geworden.

Was Auslandsjournalisten in Bromberg sahen.

Biele Hunderte von Volksdeutschen Opfer unbeschreiblicher Greueltaten polnischer Insurgenten.

Berlin, 8. Sept. (DNB.) Das britische Jnfor- mations- und Brunnenvergiftungsministerium und mit ihm die gesamte englische Regierung! hat am Freitag vor der gesamten Weltöffentlichkeit die bitterste moralische Niederlage erlitten, die man sich vorstellen kann. Mit sichtlicher Erschütterung be­richtete am Freitag ein Vertreter der öffentlichen Meinung jener Länder, die durch die haltlosen Lug- und Stunkmeldungen des Mister MacMillan gegen das nationalsozialistische Deutschland aufgehetzt wer­den sollten, über d i e grauenhaften Ver­brechen des polnischen Gesindels, dessen tierische Instinkte durch die berüchtigte Blanko-Voll­macht Chamberlains entfesselt worden sind.

Vertreter der neutralen Auslandspresse Ame­rikaner, Italiener, Norweger, Schweden, Dänen, Ungarn und Spanier hatten Gelegenheit, am Donnerstag im Flugzeug die Stadt Brom­berg zu besuchen und hier mit eigenen Augen die Folgen der Bartholomäusnacht zu sehen, die polnische Mörder unter der deutschen Be­völkerung angerichtet haben. Im Namen dieser aus­ländischen Vertreter sprach ein dänischer Journalist über seine Eindrücke vor den Ber­liner Vertretern der Auslandspresse. Bei einer Würdigung dieses neutralen Berichtes muß festge- stellt werden, daß hier ein Beobachter sprach, der ohne jede vorgefaßte Meinung den Din­gen gegenübertrat und sich bemühte, im Kreise sei­ner ausländischen Kollegen ein sachliches Bild ohne die geringste Uebertreibung und ohne Tendenz zu geben. Wenn trotzdem ht jedem Wort dieses neutralen Journalisten unverhohlenes Mit­leid mit den Qualen des gepeinigten deutschen Volkstums, sowie Abscheu und Ekel vor den begangenen Verbrechen mitschwingt, wird die Welt daraus ermessen, welche Blutschuld Cham­berlain auf sein Gewissen geladen hat, ohne dessen wohlwollende Unterstützung dieses schwärzeste Kapi­tel der Geschichte Englands und Polens nie ge­schrieben worden wäre.

Nachdem die polnischen Behörden aus Vromberg abgezogen waren, hat hier, so führte der dänische Journalist aus, vor dem Eintreffen der deutschen Truppen einegrausame Mörderei" stattgefunden. Der Berichterstatter schilderte, wie er mit eigenen Augen in einer Sandgrube acht Leichen

gesehen habe, darunter sechs Frauen. Die Leichen seien teilweiseganz furchtbar" verstüm­melt gewesen. Einer Frau sei die. mittlere Hälfte des Gesichtes ganz entfernt, eine andere Frau mit nicht weniger als sechs Schüssen getötet worden. Der polnische Pöbel sei von Haus zu Haus ge­gangen, habe die Deutschen herausgeholt, weg­geführt, erschossen oder mit Bajonetten erstochen.

Weiter hat sich der Journalist selbst von der Richtigkeit der kaum faßbaren Tatsache überzeugt, daß eine gefesselte Frau Zuschauerin sein mußte, als man ihren Mann mit Bajonetten mißhandelt und ihm tödliche Verletzungen beibrachte. 25 Meter entfernt", fuhr der Berichterstatter fort, fanden wir zwei erschossene Männer. Dem einen war die vordere Hälfte des Gesichtes weggenommen. Die tödlichen Verletzungen, die man einem neun­zehnjährigen Lehrling bei geb rächt hatte, bezeich­nete der Auslandsjournalist selbst alsvollkom­men unbeschreibli ch". Er schilderte, daß nach Augenzeugenbekundungen dieser junge Mann mit dem RufHeil Hiller" und erhobenem Arm fiel. Erschütternd war auch die Bekundung, daß eine völlig gebrochene Frau den Auslandspressevertretern schilderte, daß man über die Leiche ihres Mannes Erde geworfen hatte, daß ober die Hunde die Leiche gefunden hätten!

Während unserer nur halbstündigen Fahrt", schloß der Auslandsjournalist,habe ich selbst sieben Leichen gesehen. Wenn ich noch eine Stunde ge­blieben wäre, hätte ich natürlich viel mehr sehen können. Daß die grausamsten Mißhandlungen statt- gefurtben haben, können meine Kollegen und ich nur bestätigen."

So spricht ein Journalist, der. unvoreingenommen die Tatsachen gesehen hat. Wie erbärmlich wirkt nach diesem Bericht die Schilderung eines ameri­kanischen Journalisten, der ohne eigene Wahrnehmungen feinem Blatt telegraphiert hatte, Deutschland verbreite nur Greuelmärchen, um die Weiterführung des Krieges zu motivieren. Auch diesem amerikanischen Journalisten wird Gelegenheit gegeben werden, einmal eine Schilderung nicht vom Schreibttsch, sondern vom Ort der viehischen Verbrechen aus zu geben. Hoffen wir, daß er dann so die Wahrheit

schildern wird, wie es heute der dänische Jour­nalist im Namen seiner an dem Fluge teilnehmen­den Kollegen getan hat.

Gme wahre Varlholomäusnacht.

Eindrücke eines Schweden.

Stockholm, 8. Sept. (Europapreß.) lieber die Greueltaten von Polen an Angehörigen der deut­schen Volksgruppe in Bromberg berichtet ein Son­derkorrespondent derStockholms Tidningen", der sich eigens nach Bromberg begeben hat. Eine fürchterliche Bartholomäusnacht habe vom Sonntag auf den Montag in Bromberg statt­gefunden, bevor die deutschen Truppen diese Stadt besetzt hätten. Die Zahl der ermordeten und gräß­lich verstümmelten Menschen Deutsche sowohl als auch als deutschfreundlich angesehene Polen wird von dem Korrespondenten auf etwa tausend geschätzt.Ich habe selbst die Leichenhaufen fotografiert, die auf den Straßen, in den Gärten und Wäldern in Verwesung begriffen waren. Aber die Fotografien sind zu scheuß­lich, um sie in den Zeitungen der Öffentlichkeit unterbreiten zu können. Was ich hier in Bromberg sehen mußte", so fährt der Korrespondent der schwe­dischen Zeitung fort,habe ich weder int letzten Weltkrieg, noch in den grausigen Bürgerkriegen in Deutschland ober bei den kommunistischen Unruhen in Hamburg erleben müssen. Denn die Deutschen in Bromberg sind regelrecht abgeschlachtet worden. Die Mißhandlungen und übelsten Zu­richtungen an Deutschen wurden in erster Linie von jungen Polen vorgenommen, die der Bürgerwehr angehörten. Den ganzen Tag über sah man heute in Bromberg Fellrpolizei, In­surgenten mit erhobenen Händen vor sich herführen. Polizei untersucht jeden Winkel von Bromberg und die Truppen säubern die Wälder. In den Kellern hat der größte Teil der Bevölkerung drei Nächte ohne Verpflegung gesessen. Eine Masse von ihnen wurde jedoch von Insurgenten aufgestö­bert und ermordet. Man rechnet damit, daß jetzt noch viele in den Kellern sitzen, weil sie nicht wissen, daß sich die deutschen Truppen bereits in der Stadt befinden.

Erneute britische Neutralitätsverletzung über Dänemark.

Zahlreiche britische Bomber überfliegen dänische Städte.

Kopenhagen, 9. Sept. (Europapreß.) Im gleichen Augenblick, da die dänische Regierung be­kanntgab, daß die von englischen Bombensplittern erschlagene Esbjergerin auf Staatskosten beerdigt werben soll, wurden in Kopenhagen neue englische Neutralitätsoerletzun- gen bekannt. In den frühen Morgenstunden des Freitag (in der Zeit von 2 bis 4 Uhr) hat eine größere Anzahl englischer Bombenmaschmen mehr als ein Dutzend Ortschaften im däni­schen Teil Schleswigs überflogen. Sie war­fen dabei Hunderttausende in deutscher Sprache ab­gefaßte Flugblätter ab. U. a. wurde das Mo- torengeräufch über Esbjerg, Ribe, Bramminge, Kol­bing, Habersleben und Tandem gehört. In Es­bjerg löste das Erscheinen der einroanbfrei als englisch festgestellten Maschinen eine wahre Panik­stimmung aus, da bie Bewohner noch unter dem Eindruck des Bombardements vom vergangenen Montag standen. Diele Menschen verließen flucht­artig ihre Wohnungen und begaben sich aufs flache Land. In den anderen Ortschaften war die Wirkung nicht minder panikartig.

Die Oeffentlichkeit ist über die nme Grenzverlet­

zung besonders aufgebracht, weil der englische Ge- sandte in Kopenhagen, Sir Patrick Ramsay, noch am Mittwochabend eine feierliche Erklä­rung abgegeben hatte, in der es hieß, die eng­lischen Flieger hätten strikten Befehl erhalten, die dänische Neutralität zu achten. Von englischer Sette wurde bereits der Versuch gemacht, die neue Neu­tralitätsverletzung abzu st reiten, bzw. zuer­klären". Es wurde gesagt, die Flugblätter seien über deutschem Gebiet abgeworfen: der Wind müsse sie daher auf dänisches Gebiet abgetrieben haben. Dem wird hier entgegengehalten, daß es in der Nacht zum Freitag über dem betroffenen Ge­biet völlig windstill war, die Flugblätter daher über Dänemark abgemorfen worden fein müssen. Augenzeugen bestätigen, daß die Maschinen als englische erkannt wurden. Die zivilen dä­nischen Luftschutzbehörden haben sich infolge der ständigen englischen Neutralitätsvergehen entschlos­sen, an der dänischen Nordseeküste, an der deutsch- dänischen Grenze und an gewissen Punkten der dänischen Hoheitsgewässer Markierungen an- zubringen, die nachts von Scheinwerfern angestrahlt werden.

Neutralität gegen britisches piratenium. Die englische Regierung hatte es im Kriege von 1914/18 unterlassen, die Blockade gegen die deutsche Nordseeküste formell zu erklären. Es war ihr offen­bar darum zu tun, das Blockade recht wieder ein­mal in dem Sinne fortzubilden, wie das einzig und allein im britischen Interesse liegt. So hat Eng­land schon seit Jahrhunderten verfahren, insbeson­dere aber seit dem Zusammenstoß mit Napoleon I. Aus der fogenannten Blockade, die damals England über alle Häfen von Brest bis Hamburg verhängte, sowie aus dem Gegenschlag Napoleons mit der Kontinentalsperre hat England für seine Interessen ein Seekriegsrecht entwickelt, das in ferner tatsäch­lichen Auswirkung nichts anderes ist als reines Piratentum. So hat es sich auch 1914/18 ge­zeigt, denn eine effektive Blockade konnte England über die deutsche Nordfeeküste garnicht verhängen, was England sehr wohl wußte, weshalb es auch von Anfang an auf die Seerechtsdeklaration von 1908/09 pfiff. Worauf es England ankam, war, über Deutschland eine Fernblockade zu verhängen, was in der Weise geschah, daß England, zunächst gestützt auf feine Verbündeten, die ihm willfährig sein mußten, sodann auf seine Flotte, die über alle Meere herrschte, ein Verfahren zu entwickeln be­gann, das Gmglanö gewissermaßen instand setzen sollte, von Rechts wegen den Waren- und Schiffs­verkehr auf allen Meeren der Erde zu kontrollieren. England schuf eine Reihe von Verordnungen, die scheinbar auf die Neutralen Bezug hatten, denn diese mußten es sich gefallen lassen, daß England ihnen nach und nach vorschrieb, was und wieviel von einer Ware sie überhaupt bei sich ein- oder ausführen durften.

Die Neutralen haben alle Ursache, sehr aufmerk­sam zu fein, ob England dieses gefährliche Spiel, das sich nicht nur gegen Deutschland richtet, son­dern gegen alle anderen Länder, die noch etwas auf sich halten, wieder einleiten darf. Die englische Regierung kann weder durch eine echte Blockade noch durch eine Fernblockade mit der Er­weiterung der sogenannten Bannliste bis zur äußer­sten Konsequenz Deutschland ernstlich schaden. W i r sind gegen eine Blockade g e r ü ft e t, was auch England weiß, was aber gleichwohl den Ver­such nicht verhindert hat, auf einem Umweg sich das Anerkenntnis aller Länder zu erzwingen, allein zur Seeherrschaft und zur Seepolizei berechtigt zu sein. Daß Frankreich sich dies Netz Überwerfen lassen will, geht schließlich Frankreich allein an. Daß aber die Neutralen, soweit sie am internatio­nalen Warenaustausch insbesondere aber am See­verkehr beteiligt sind, ruhig zusehen sollen, daß England wie im Kriege 1914/18 zur internationalen Seepolizei üb ergeht, ist eine Sache, die unmittelbar das friülliche Zusammenleben aller Völker berührt. Die englische Regierung behauptet, sie fei gegen die Aggression aufgestanden, während sie tatsächlich eine Aggression in einem Umfange plant, wie sie die Geschichte Überhaupt noch nicht gekannt hat. Es kommt nicht nur darauf an zu erklären, wir sind und bleiben neutral, es kommt auch darauf an, daß das Wesen der echten Neutralität vor dieser gefähr­lichen Aggression der englischen Regierung nicht zu­sammenbricht. Es ist wohl nicht nur Zufall ge­wesen, daß der Erzlügner und Erste Seelord der englischen Admiraltiät, Winston Churchill, vor einigen Wochen in einem Aufsatz, der durch die internationale Presse ging, allen Neutralen mit der Macht der britischen Flotte drohte. D. S.

Englische Minensperre legt dänische

Fischerei und Schiffahrt lahm.

Apenrade, 9. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das vor Esbjerg liegende englische Minenfeld hat die dänische Fischerei völlig lahmge- l e g t. Durch die Minensperre ist auch der sehr um­fangreiche Exporthandel erloschen. Im Hafen herrscht Todesruhe. Schon jetzt steht fest, daß 1 die Lahmlegung dieser zwei für die Stadt außer­

ordentlich bedeutsamen Wirtschaftszweige sich kata­strophal für Esbjerg auswirken wird.

IUtterliches

Verhalten deutscher Ll-Boote.

Amerikanischer Kapitän zeugt für Deutschland.

Berlin, 8. September. (DNB.) Aus Nsuyork wird berichtet, daß Kapitän Stedman vom DampferWashington" der Unweb States Line über die Versenkung des 4060 t großen britischen F r a ch t d a m p f e r sOliver G r o v e", der sich mit Zuckerladung auf dem Wege von Kuba nach England befand, einen ausführ­lichen Funkbericht gegeben habe. Dieser Bericht stünde im st arten Gegensatzzusonstigen Lügenberichten über die Torpedierung von Frachtdampfern durch deutsche U-Boote. Aus dem Bericht gebt hervor, daß das Unterseeboot ent­sprechend der Prisenordnung den Damp­ferOliver Grove" anhielt, alle Mann des Frachters anwies, diesen zu verlassen, und den Frachter erst dyrch Torpedofchüsse nerfenfti*, nach­dem s i ch die Rettungsboote in sicherer Entfernung des zur Versenkung bestimmten Dampfers befanden. Der deutsche U-Bootskomman- dant sei in seiner Behandlung derUeberlebenden" äußer st höflich gewesen, habe die Kompasse der Boote nachgeprüft und die Besatzung mit dem richtigen Kurs versehen.

Kapitän Stedmann berichtet weiter, daß sich das deutsche U-Boot erbot, die Rettungsboote des Frachters Oliver Grove" ins Schlepp zu nehmen, gleich­zeitig 808-Rufe ausfanbte und zwei große Raketen steigen ließ, so daß es derWafhing- ton" möglich war, die Rettungsboote im Atlantik auf der Höhe der irischen Küste in der Nähe des Eingangs zum englischen Kanal zu sichten und die Besatzung des versenkten Frachtdampfers zu über­nehmen. Die Mannschaft des Dampfers befände sich in guter Verfassung und sei ausnams- los am Leben. In dem Bericht hebt der amerikani­sche Kapitän Stedman noch hervor, daß das U- Boot alles getan habe, um für die Sicherheit öer Besatzung des versenkten Dampfers zu sorgen und erst abgedreht sei, nachdem es sich davon ver- gewlssert habe, daß dieWashington" sich zur Ueberncchme der Besatzung nähere.

Die amerikanische Neutralität.

Starkes Ansteigen der Lebenshaltungskosten.

Washington, 7. Sept. (Europapreß.) An die Offiziere der amerikanischen Armee und Marine er­ging die Anweisung, sich unter allen Umständen aller Aeußerungen zu enthalten, die eine Stellungnahme für oder gegen eine der kriegführenden Mächte enthalte, da derartige Aeußerungen aus dem Munde eines Offiziers von der Allgemeinheit nicht als persönliche Meinung ge­wertet würden und daher als Verletzung des amerikanischen Neutralitätsgesetzer aufgefaßt werden könnten. Verschiedene von pol­nischer Seite eingeleitete Geldsammlungen zur Unterstützung der polnischen Kriegführung wur­den entsprechend den Bestimmungen der von Roose­velt erlassenen Neutralitätsproklamation einge­stellt. Die Sammlungen hatten in Neuyork ganze 6000 Dollar ergeben. ö ö

3n den Vereinigten Staaten ist in den letzten Tagen ein gewaltiges Emporschnellen der gesamten Lebenshaltungskosten zu beobachten. Weizen stieg feit einer Woche um über 20 Cents je Bufhel (35 Liter) oder um 33 v. H., Mehl m zwei Tagen um 75 Cents je Faß, ebenso andere Lebensrnittel wie vor allem Zucker, Fleisch und Buchfenfrüchte. Rohwolle und Seife verzeich­neten ebenfalls außerordenlliche Preissteigerungen. Daß man diese Entwicklung an maßgebender Stelle Mlt Sorge'betrachtet, geht aus der Tatsache hervor, daß Präsident Roosevelt das Landwirtschafts- und Justizministerium aufgefordert hat, unverzüglich Maßnahmen zur Einschränkung der Spe- kulationund ber übermäßigen Kriegs- gewinne vorzubereiten.

Kleine politische Nachrichten.

Seit Tagen ist der Umfang der schwei- 3 e r t f d) e n Tageszeitungen außerordentlich eingeschränkt worden. Blätter vom Format desJournal de Genöve" haben die Hälfte und mehr ihres Umfanges eingebüßt.

Der holländische MinenlegerWillem van & e.r3 $ bet Den Helder auf eine eng- Lifaje Mine gelaufen und völlig zerstört worden. Von der 51 Mann starken Besatzung wur. ^den 29 Mann getötet und acht schwer verletzt,