Nr. 209 Erstes Blatt
189. Jahrgang
Donnerstag, r. September 1939
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polnischer Rückzug auf der ganzen Krönt.
Berlin, 7. September (DRB.-Funkspruch.) Das a u p l st a d t
chaotische Zu stände einge- schäften sind durch Rundfunk aufgefordert worden,
Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Der Rückzug des polnischen Heeres hielt am 6. September auf der ganzen Front an. Durch den entschlossenen Einsatz der Luftwaffe tatkräftig unterstützt, blieben die Truppen des Ostheeres dem weichenden Feind in scharfer Verfolgung auf den Fersen und stellten ihn an verschiedenen Stellen zum Kampf.
In Südpolen wurde Reusandez genommen und nördlich davon der Dunajec überschritten. Kampflos besetzten unsere Truppen die Stadt Krakau. Am Grabe des Marschalls Pilsudski wurden militärische Ehren erwiesen.
Rach der Einnahme von Kielce sind unsere Truppen in raschem Vordringen durch den Westteil des Lysa-Gora-Gebirges und nähern sich weiter nördlich der Stadt Tomaszow.
3 m Rorden ist die Tuch eie r Heide nordwestlich von Graudenz nunmehr von den versprengten Resten der polnischen Korridor-Armee gesäubert. Die Zahl der erbeuteten Geschütze hat sich auf 90 erhöht. Die 9. und 27. polnische Division, ein Panzerbataillon, zwei Jäger-Bataillone und die Kavallerie-Brigade Pomorska sind vernichtet. Ihre Reste haben sich ohne Waffen und Gerät durch die Weichsel schwimmend gerettet. Das noch in den
schlechter». Sämtliche landwirtschaftlichen Genossen- gestellt
werden könne.
rissen, da Transportmittel fast völlig fehlen. Auch unter allen Umständen ihre Arbeit weiterzuführen, die Ernährungslage scheint sich fortlaufend zu ver- da sonst die Verpflegung des Militärs nicht sicher-
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Wäldern steckende Kriegsgerät kann erst in Wochen festgestellt und geborgen werden.
Oestlich der Weichsel ist die Strafte Thor n—
Der Führer überzeugte sich in der vordersten Frontlinie persönlich von dem Stand der Kampfhandlungen. — (Associated-Preß-M.)
Lügen haben kurzeBeine
Die infame Londoner Lüge, daß ein deutsches U-Boot angeblich den britischen Passagierdampfer „Athenia" torpediert haben soll^ ist um den ganzen Erdball gelaufen. Aber nur in den betont kapitalistischen und jüdischen Blättern des Auslandes fand sie ein uneingeschränktes Echo, während sie in vielen neutralen Ländern nur mit Vorbehalt oder mit betonter Skepsis ausgenommen wurde. Tatsächlich lassen auch die sonderbaren Umstände, unter denen die „Katastrophe" tter „Athenia" erfolgte, unter denen die Passagiere „gerettLt" wurden und die englischen Greuelerzäh- ler ihr? verschwommenen Behauptungen starteten, zuletzt nur noch eine Deutung zu: Churchill selbst, der neue Marineminister im Kriegskabinett Chamberlain, hat den Untergang der „Athenia" organisiert! Er ist es gewesen, der durch den Torpedoschuß eines englischen U- Bootes oder durch eine gewollte Kesselexplosion den „Unglücksfall" herbeigeführt bzw. vorgetäuscht hat.
Denn gegen eine deutsche Urheberschaft spricht schlechthin jede Wahrscheinlichkeit. Der Befehl des Führers, sich an die internationalen Verträge und die Regeln der Seekriegsführung zu halten, wird von allen deutschen Soldaten als eisernes Gebot befolgt. Außerdem kann sich zur fraglichen Zeit gar kein deutsches U-Boot in der Nähe der Unglücksstelle befunden haben, und schließlich hat ja auch Deutschland das allergeringste Interesse daran, ein unbewaffnetes Passagierschiff zu torpedieHn und damit die öffentliche Meinung in USA. gegen sich aufzubringen.
Dagegen sprechen alle Tatbestände für die Urheberschaft Churchills. Denn diesem Hetzer, der schon im Weltkrieg als Märineminister so kläglich versagte, mußte sehr daran gelegen sein, sich in das wieder übernommene Amt mit einem großen Befähigungsnachweis einzupauken. Die englische Zeitung „Daily Expreß" schrieb am 25. Februar 1939 über diesen Mann: „Mister Churchill gibt sich
Strasburg überschritten und ein Brückenkopf über die Drewenz gebildet.
Die aus Ostpreuften vorgehenden Truppen haben den Rarem beiderseits Pul tust und bei Ro- zan erreicht.
Die Luftwaffe hat gestern in durchschlagenden Tiefangriffen die weichenden feindlichen Kolonnen angegriffen und zersprengt. Die Angriffe gegen Lisenbahnanlagen, Bahnhöfe und Brücken wurden fortgesetzt, dabei die Weichsel- Drücken südlich Warschau durch Bombentreffer schwer beschädigt. Der Warschauer Weft- Dahnhof steht in Flammen.
Die polnische Regierung nach Lublin geflüchtet.
Stockholm, 6. Sept. (DRV.) Die amtliche Schwedische Telegraphenagentur veröffentlicht folgendes Telegramm:
Der schwedische Auftenminister teilt mit, haft der schwedische Gesandte in Warschau nach Lublin, dem gegenwärtigen Sih der polnischen Regierung, abgereist ist.
Aus dieser Meldung der amtlichen schwedischen Agentur geht einwandfrei hervor, daft die derzeitige polnische Regierung es vorgezogen hat, das gefährdete Warschau zu verlassen und sich, nachdem sie das polnische Volk in unsägliches Leid gestürzt hat, nach Lublin in „Sicherheit" zu bringen.
Rücktrittsangebot Rhdz-Smiglhs?
N e u y o r k, 6. Sept. (DNB.) Wie Associated Preß meldet, bestätigt es sich, daß die derzeitige polnische Negierung Warschau verlassen hat und nach Lublin geflüchtet ist. Die amerikanische Agentur meldet ferner, daß Marschall Rydz-Smigly seinen Rücktritt angeboten hat.
ispolmscheFlUMuaevermchtei
Berlin, 7. Sept. (DNB.) Am Mittwoch wurden mindestens 18 polnischeFlugzeuge, davon mit Sicherheit 12 im Luftkampf, der Rest auf der Erde zerstört. Die Zahl der auf der Erde vernichteten Flugzeuge kann nicht genau angegeben werden, da die Beobachtung der bei derartigen Angriffen erzielten Erfolge außerordentlich schwierig ist. Die in den deutschen Berichten als auf der Erde vernichtet angegebenen Zahlen sind grundsätzlich Minde st zahlen.
Warschau wird geräumt.
Riga, 6. Sept. (DRV.) Unter der Ueberschrift »Warschau wird geräumt" bringt das Id- lische Blatt „Jaunaks Zinks" eine Meldung der lettischen amtlichen Telegrafenagentur aus War- ichau über Räumungsmaftnahmen in Warschau. Darin helft! es, die in Warschau herrschende P a - «i f fti m m u n g könne auch vom polnischen Rund- iunk nicht mehr verheimlicht werden. Trotz gegen- teiliger polnischer Behauptungen sei der unaufhalt- lome Vormarsch der deutschen Truppen unter der Warschauer Bevölkerung doch bekannt geworden.
Rach Meldungen des Warschauer Senders sind frei der Evakuierung der polnischen
Der Führer abermals im Korridorgebiet.
Auf der Rückzugstraße der polnischen Armee. — Oie furchtbare Wirkung der deutschen Panzerwaffe. — Oer Führer vor Graudenz. — Ungeheure Beute.
Von dem WB.-Sonderberichierfkaiier des DNB.
Führerhauptquartier, 7. Sept. (DNB.- Funkspruch.) Der Führer begab sich am Mittwoch aufs neue zu den Fronttruppen in das Korridorgebiet. Er besichtigte vor allem den Raum zwischen Tuchei und Graudenz, wo bis zum Dienstag schwere Kämpfe nut den von deutschen Truppen eingeschlossenen polnischen Armeeteilen tobten, die schließlich zur Gefangennahme von — soweit sich bisher Übersehen läßt — über 15 0 0 0 Mann und der Eroberung von über 100 G e - schützen führten.
Das Gebiet der Tucheler Heide ist zum großen Teil von dichten Waldungen bestanden, zwischen die sich weite Acker- und Heidestrecken einschieben. Es wird von einer größeren Straße durchzogen, die nach Graudenz führt. Es gibt in diesem Gebiet nur vereinzelt stehende Gehöfte und kleine Weiler.
Die Polen haben bei ihrem Rückzug alle Brücken, die Über die Wasserläufe östlich Tuchei führen, ge s p r e n g 1-Längs der Straften bietet sich ein Bild, wie es selbst alte Frontsoldaten kaum je gesehen haben. Kilometer um Kilometer, bis nach Graudenz, ist die Jyarschstrafte der Polen übersät von Trümmern einer bis zur Vernichtung auf geriebenen polnischen Division.
Bunt durcheinander liegen hier Karabiner und Pistolen, Tornister und Patronentaschen, Feldflaschen und Gasmasken, Kavalleriesättel und Zaumzeug, Mäntel und Ausrüstungsgegenstände. Unzählige Bagagewagen mit Bespannung liegen an den Straßenrändern und Halteplätzen; Hunderte von Munitionswagen sind umgestürzt und haben ihre Munition jeden Kalibers weithin verstreut. Zahlreiche Batterien — inmitten einer panischen Verwirrung abgeprotzt — stehen ohne überhaupt noch zum Schuß gekommen zu sein, auf der Straße und auf den angrenzenden Feldern. Infanteriegeschütze liegen kopfüber. Auf einem Stoppelfeld starrt das ausgebrannte Gerippe eines abgeschossenen polnischen Flugzeugs in die Luft. Dazwischen liegen zu Hunderten völlig zertrümmerte Bauern- wagen, mit denen die Polen Munition, Verpflegung und auch geraubtes Gut mit sich führten. #
Dieses ganze grauenhafte Durcheinander einer völlig zerriebenen Truppe von Divisionsstärke an einer einzigen Strafte vermittelt einen Eindruck von den panischen Schrecken, der über die polnischen Truppen gekommen sein muß und sie zu zügelloser Flucht nach dem Motto: „Rette sich, wer kann!" veranlaßte.
Die Bewohner dieser Gegend, die heute, von allen Schrecken befreit, froh gestimmt zurückkehren, berichten, daß es der Ueberraschungsan- griff einer deutschen Panzertruppe gewesen ist, der die polnischen Regimenter in kürzester Zeit geradezu schlagartig vernichtete. Die Aussagen der Gefangenen bestätigen die
Berichte. Die polnischen Truppen marschierten nach Osten, um sich bei Graudenz der deutschen Umklammerung zu entziehen. Auf diesem Marsch wurden sie von den deutschen Panzerformationen überraschend in der Flanke gepackt. Als die deutschen Kanonen- und Maschinengewehrpanzer über die Aecker- und Heideflächen hervorbrachen, da erfaßte die Polen eine solche Verwirrung, daß sie alles von sich warfen, was sie trugen, und alles im Stich ließen, was sie mit sich führten. In einer halben Stunde war das Werk der Vernichtung getan. Heute füllt ein großer Teil dieser polnischen Regimenter bereits die Gefangenenlager. Die gewaltige Beute, die sie hinterließen, wird zur Zeit von den deutschen Truppen gesichtet und geborgen.
Heberaü, wo der Führer erscheint, ruht diese Aufräumungsarbeit für einige Minuten. Jubelnd umdrängen die Soldaten den Obersten Befehlshaber und bereiten ihm mitten auf dem Schlachtfeld, auf dem dieser groftartige Sieg errungen wurde, begeisterte Kundgebungen. Helle Freude leuchtet auf allen Gesichtern, die noch gesteigert wird durch die Rachrichten von
den Siegen in allen übrigen Frontabschnitten.
Bis vor Graudenz trifft der Führer auf Teile der siegreichen deutschen Formationen, die das Gebiet von den versprengten polnischen Truppen säuberten, die sich führerlos in den Feldern verborgen halten. Der Führer begibt sich, nachdem er die Truppenaufftellungen an der Straße passiert hat, an die Weichsel nach Graudenz, jubelnd von den deutschen Weichselbauern begrüßt, die in den letzten Tagen Furchtbares von den zurückflutenden Polen auszustehen hatten. Die deutschen Bauern bringen dem Führer ihre Kinder, überreichen ihm die letzten Blumen aus ihren verwüsteten Gärten. Mit Tränen in den Augen stehen sie vor ihm und bringen nur ein paar Worte in ihrer tiefen Bewegung hervor. Es sind ^sielben Worte, die wir in der Ostmark und im S^eten- lande schon hörten: „Dem Herrgott sei Dank? daß wir nun wieder Deutsche fein dürfen" und das einfache, schlichte und ergreifende Wort: „Wir danken." Von Graudenz aus besichtigte der Führer weitere Stätten des Kampfes. Erst spät gegen Mitternacht kehrte er in das Führerhauptquartier zurück.
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Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht bei einer Besprechung mit Offizieren an der Front. — (Scherl-Bilderdienst-Bauer-Ar.)


