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ßen und Oberhessen und den unmittelbar angrenzen­den preußischen Kreisen fortlaufend Zuzug von Patienten haben, sondern daß auch Kranke aus weit entfernten Gegenden. 3. B. aus Westfalen, aus dem Nheinland, aus Mitteldeutschland usw. zur Behand­lung die Gießener Kliniken aufsuchen. Diese Tatsache spricht für den weithin geltenden guten Ruf der Gießener Universitätskliniken, die im Kreise der Einrichtungen der . benachbarten Universitäten an guter Stelle stehen und die entsprechende Würdi- gung erfahren. Die gleiche Feststellung gilt auch für den Zuzug von Patienten aus der engeren Heimat, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es hier in vie­len Städten an guten Krankenhäusern nicht fehlt. Reben den Universitätskliniken bestehen in Gießen aber auch noch andere Krankenhäuser, die sich besten Rufes und einer guten Frequenz erfreuen und die sich wirtschaftlich gleichfalls in bedeutsamem Aus- maß für unsere Stadt auswirken.

So können also unsere Univer,ltatsklmiken als Großbetrieb nach jeder Richtung hin als eine wert- volle Einrichtung und Stütze im Rahmen unserer heimischen Wirtschaft angesehen werden. B-

Aufruf!

An alle Teilnehmer des Reichsberufswettkampfes der WettkampfgruppeDer Deutsche handel".

1. Wettkampflage. Die Wettkampftage sind fol­gende für:

Leistungsklasse I und V: Montag, den 6. Februar

1939;

Leistungsklasse II. Dienstag, den 7. Februar 1939; Leistungsklasse III, VII, VIII, XI und XII:

Mittwoch, den 8. Februar 1939.

2. Wettkampf und Zeit. Für sämtliche Leistungs- Haffen findet der Wettkampf in der Kaufmän­nischen Berufsschule in Gießen, Liebigstraße Nr. 16, II. Stock, statt. Antreten an den ge­nannten Tagen jeweils um 7.45 Uhr auf dem Schulhof.

3 Verschiedenes. Alle Teilnehmer müssen, soweit möglich, in der Uniform ihrer Gliederungen erscheinen. Für Angehörige der HI. und des BDM. ist das Uniformtragen Pflicht.

Der Wettkampf wird den ganzen Tag in An­spruch nehmen. Gesamtdauer zirka 7 Stunden.

Jeder Teilnehmer hat mitzubringen:

Füllfederhalter, Kopierstift, Bleistift, Radier­gummi. Für weibliche Teilnehmer, welche haus- wirtschaflliche Aufgaben zu lösen haben, ist das übersandte Merkblatt besonders zu beachten. Ebenso ist für weibliche Teilnehmer Sportzeug mitzubringen, da der Sportwettkampf am glei- chen Tag stattfindet. 773D

Die Ortsweltkampfleitung.

Gez.: E. S t e i n e l. Gez.: O. Z ö l l e r.

Aufruf.

Heute führen folgende Wettkampfgruppen ihren Wettkampf durch: 892O

Bau (Fliegerhorst Gießen).

Eisen und Metall.

Bergbau (Grube Fermie, Großen-Linden).

Nahrung und Genuß.

handel (Oeffenlliche Handelslehranstalt, Kauf­männische Berufsschule).

Energie Verkehr Verwaltung (Gewerb- liche Berufsschule).

Druck und Papier.

Tagung mit dem Gebietsführer.

Am Sonntag fand in Gießen eine Tagung der Stamm- und Gefolgschaftsführer des Bannes 116 statt, zu der Gebietsführer Brandt aus Wiesbaden erschienen war. In der Aula des Gymnasiums sprach der Gebietsführer zu der Führerschaft unseres Ban­nes und gab die Richtlinien für die Arbeit im Jahre 1939 heraus.

Oie vielseitige und pikante Kartoffel.

Schulungstagung der Abteilung Lolkswirtschafi-Hauswirtschast oes Kreises Wetterau.

Gis. Etwa 100 Frauen aus dem Kreise Wetterau waren zu dem «chulungstag der Abteilung Dolfs- wirtschaft-Hauswirtschaft im Cafö Ebel zu Gießen erschienen. Sie alle freuten sich, wieder etwas Neues zu sehen und zu lernen.

Die Abteilungsleiterin, Frau M a t t h y , begrüßte die Frauen und gab die erfreuliche Tatsache be­kannt, daß die Abteilung nun eine eigene Küche bekommen soll. Diese Nachricht wurde mit großem Beifall ausgenommen, bedeutet sie doch eine geroal» tige Arbeitserleichterung für die Abteilung. Dann wurden die bereits fertiggestellten Speisen zu dem ThemaDie Kartoffel" gezeigt.

Die Gausprecherin Frau Schäfer erklärte dar­aus den Frauen, daß das dringendste Bedürfnis der jetzigen Zeit fei, die Nahrung von der eigenen Scholle zu bringen. Was wir heute im Ueberfkuß hätten, sei die Kartoffel. Nun sei es in keiner Weise nötig, jeden Tag die Pell- oder Salzkartossel auf den Tisch zu bringen. Man könne aus der Kartoffel die mannigfaltigsten und schönsten Gerichte Herstellen. Der Staat gehe uns vorbildlich voraus; so sei der Sago bereits ein Kartosselerzeugnis. Das eingeführte Gustin und Maizena konnte auch schon durch ein deutsches Kartoffelpräparat ersetzt werden. Bei mehrfacher und vielfälliger Kartoffelverwendung konnte auch der Reisverbrauch wesentlich einge­schränkt werden. Wir leisten damit dem Staate und uns selbst die größten Dienste. Die vorgeführten

Rezepte seien auch ein Beitrag zur gesunden und sachverständigen Ernährung, denn durch richtige Nahrung erhalten mir uns gesund, und der Staat brauche gesunde Bürger. Darauf ging Frau Schäfer zu den Rezepten über, und es wurden die Kost­proben herumgereicht.

Den Anfang bildete eine vorzügliche Gemüsesuppe mit der ausgezeichneten Einlage von Kartoffelbäll­chen. Dann gab es Wickelklöse mit Fleischfülle und Endiviensalat. Sie mundeten vorzüglich; man kann dasselbe Rezept auch mit Obst (dann natürlich ohne Fleischfülle) verwenden. Dann kam der herrliche Kartoffel-Pudding mit Tomatensauce, als Nachspeise ein ganz herrlich schmeckender Sagopudding mit Danillesauce, eine Kartoffelquarktorte, ein Kartoffel­streuselkuchen und ein Wickelkuchen mit der verbil­ligten Marmelade gefüllt. Jeder von den dargebote- nen Kuchen schmeckte in seiner Art vorzüglich und war nur aus vorgenanntem Material hergestellt.

So war den Frauen die Vielseitigkeit der Kar­toffelnahrung praktisch schön vor Äugen geführt worden. Sie bekamen auch ein dementsprechendes Rezeptbüchlein in die Hand gedrückt, und man hörte des öfteren die Aeußerung, sie wollten das nun gleich in dieser Woche durchkochsn.

Nach beendeter Mahlzeit setzte eine sehr rege Aus­sprache ein, die zeigte, daß die Ausführungen auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Frau Matthy schloß darauf die Schulung im üblichen Rahmen.

Die Hausfrauen am nächsten Einiopssonnlag.

Am Eintopfsonntag des Februar übrigens dem vorletztenEintopf" des Winterhalbjahres 1938/39 wird als erstes Eintopfgericht Graupen» uppe mit Mohrrüben und Rindfleisch­einlage empfohlen. Die Graupe ist als Trägerin hoher Nährwerte eines unserer wertvollsten Erzeug- nisse. Nicht weniger wichtig ist die Mohrrübe, die uns in diesem Winter reichlich zur Verfügung steht. Und wenn zu diesen beiden Erzeugnissen eine kräf­tige Rindfleischeinlage kommt, wird sicherlich jede Hausfrau, die sich für dieses Gericht entscheidet, ein besonderes Lob ernten.

In vielen Haushaltungen wird aber der Duft eines zweiten Gerichtes durch die Küche ziehen, und wer kennt nicht jene Düste, die beim Kochen von Hammelfleisch schon vorher den Appetit reizen. Hammelfleisch mit Weißkohl ge­dämpft, das ist das zweite Gericht des nächsten Eintopfsonntages. Eines dieser beiden Gerichte wird bestimmt Zuspruch sinden. Aber in kluger Voraus­sicht werden zu jedem Eintopfsonntag vier Gerichte genannt, vvn denen sogar die beiden letzten eine Vielzahl von Möglichkeiten offenlaffen.

Wenn als Nummer drei, wie immer, der Fisch- e into p f in die Reihe der Eintopfgerichte auf­genommen wird, so steht dieser Eintopf ebenbürtig neben den andern. Fisch ist dem Fleisch gleichwertig. Diesen Satz sollte sich jede Hausstau einprägen. Wenn unsere Fischer in Sturm und Eis ihre schwere Arbeit tun, ist es unsere Pflicht, den Ertrag ihrer Arbeit ernährungswirtschaftlich richtig zu verwerten. Alle Kräfte sind am Werk, um auch in den entfern­testen Gegenden unseres Reiches den Fisch stisch und appetitlich der Hausfrau anzubieten.

Der Gemüseeintopf nach Wahl oder ve­getarisch beschließt, wie immer, den Reigen der Ein­topfgerichte. In den einzelnen Gebieten des Reiches sind jeweils diese ober jene Erzeugnisse besonders reichlich am Markte. Der Gemüseeintopf soll als landsmannschaftliches Gericht unter bevorzugter Verwendung der in den einzelnen Gebieten des Reiches besonders reichlich vorhandenen Gemüse­sorten zubereitet werden.

Man sieht, auch die verwöhntesten ßetferjnäuler können am 12. Februar zustiedengestellt werden.

WH W.-WunschkonzertimWehrkreiö IX

NSG. Ihr Wunsch für das WHW.-Wunschkonzert der Wehrmacht am 27. Februar (Märsche, Soldaten­lieder, Tanzmusik) kann leicht erfüllt werden. Teilen Sie ihn auf der Zahlkarte mit, mit der Sie eine Spende auf das Postscheckkonto Generalkommando IX. A.-K., Abt. Ic, Frankfurt a. M. 4820, überweisen.

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im Reichsberufswettkampf.

Reichspost. Banken. Drogisten.

Gießen war der Austragungsort des Reichs- berufswettkampfes für etwa 170 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der R e i ch s p 0 st, die aus ganz Oberheffen, dem Westerwald und Lahntal hierher kamen. Die Teilnehmer wurden von den Gießener Kameraden in Hotels untergebracht. Am Sonntag­morgen begrüßte sie Postrat Z 0 11 f r a n k in der Turnhalle der Oeffentlichen Handelslehranstalt am Wernerwall und machte sie in trefflichen Worten auf die Bedeutung des Reichsberufswettkampfes gerade

für die Post aufmerksam. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied ging es dann in den Wettkampf, dessen Leitung Oberpostinspektor S a h m hatte. Außer den Posthandwerkern, die an anderer Stelle geprüft wurden, beteiligten sich Postfacharbeiter, Postangestellte und unter der Leitung von Frl. Bode, Frl. Stern und Frl. Rupp Kameradin­nen vom Fernmeldeamt daran. Die Aufgaben be­standen außer aus Rechenaufgaben in Prüfungen sachlichen Rechnens und fachlichen Könnens, vor allem in der Formblattkunde und bei den Teilneh­merinnen auch in Handarbeiten.

Neben der Reichspost hatte die Abteilung Ban» k e n und Versicherungen eine sehr gute Beteiligung aufzuweisen. Diese Abteilung (Leitung: Pg. G ö tz) wurde auch von dem Gauwettkampfleiter Dillen­burg aus Frankfurt a. M. inspiziert, der sich in Begleitung des Kreiswettkampfleiters Baur befand. Als Mithelfer hatten sich Gießener Bank- und Ver­sicherungsfachleute zur Verfügung gestellt. Die sehr vielseitigen Aufgaben stellten über das Rechnen hin­aus besonders in der Fachkunde an die Teilnehmer und Teilnehmvinnen erhöhte Anforderungen.

Die Aufgaben für die Drogisten, bie gkid)» falls in der Oeffentlichen Handelslehranstalt ihren Wettkampf austrugen, galten in Sonderheit der la­teinischen Bezeichnung der Waren und der Waren­kunde selbst. , . ....

In der Abteilung Gesundheit sw es e n stell­ten sich zahlreiche Psiegerinnen zum Wettkampf, ow neben theoretischen Aufgaben auch praktisches Kön­nen, u. a. in der Anlegung von Verbänden und der Gesundheitspflege und Krankenbehandlung zu be­weisen hatten.

Lahresappell derGiehenerKavallerie-Kameradsckast.

Die Kavallerie - Kameradschaft hielt imBaye­rischen Hof" unter dem Vorsitz ihres Kamerad­schaftsführers Ernst Hartmann ihren Jahres­hauptappell ab. Außer den Ehrenmitgliedern George und Schäfer konnten auch die jun­gen Kameraden vom Reiterzug des JR. 116 begrüßt werden.

Im Anschluß an die Begrüßungsansprache erstat­tete der Schriftführer, Kamerad Mich. Kolb, den Jahresbericht. In diesem wurde u a. auf die Um­organisation von den Waffenringen zum NS.- Reichskriegerbund hingewiesen und die vielen Gele­genheiten aufgezählt, bei denen die alten Kavalle­risten in Erscheinung getreten sind.

Kameradschaftsführer Hartmann kennzeichnete anschließend die Aufgaben, die der Kameradschaft nach der Auflösung der Waffenringe als Mitglied des NSRKB. zufallen. Er hob dabei hervor, daß der forsche Geist, der die Gießener Kameradschaft immer ausgezeichnet habe, Unterpfand für die Er­füllung der Pflichten bleiben werde, die den alten Soldaten aufgetragen wurden. Dor allem solle durch den Zusammenschluß aller Soldaten in einem Bunde der soldatische Geist, der jeden einzelnen bis ins hohe Alter hinein frisch erhält, gepflegt und die Lchießkunst geübt werden. Durch die Beauftragung der SA. mit der sportlichen Pflege des deutschen ManneO seien die Aufgaben des NSRKB. nicht be­rührt, sondern sie fänden nur eine gute Grundlage. Außer den sportlichen Aufgaben habe der NS - Reichskriegerbund auch eine ideelle Ausgabe in der Unterhaltung der Waisenhäuser und Erholungs­heime. Alle diese großen Ziele sollten den letzten alten Kavalleristen veranlassen, sich dem großen Bunde durch feine Kameradschaften anzuschließen. Kamerad Hartmann gedachte weiterhin aller Ge­fallenen und der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden. Er machte bann noch auf den NS.- Reichskriegertag im Juni in Kassel aufmerksam.

Hierauf erstattete der Rechner, Hch. Rohrbach, den Kassenbericht, der über gesunde finanzielle Ver­hältnisse Ausschluß gab. Der Mitgliederbestand ist größer geworden. Die Kameradschaft hat auch ihre Verpflichtungen gegenüber dem WHW erfüllt. Auf Anttag des Rechnungsprüfers, Kamerad Müller,, wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Kamerad Hartmann dankte dem Rechner Rohrbach für seine mühevolle Arbeit und dankte auch allen feinen anberefi engeren Mitarbeitern für die Entlastung, die sie ihm durch ihre Mitarbeit bereiteten. Der Kameradschaftsführer hob hervor, daß Kamerad Rohrbach bereits für besondere Verdienste bas Mackensen-Ehrenkreuz 1. Klasse überreicht worden ist, das im letzten Jahre auch die Kameraden Fr. Jakob H e y d und W a l d s ch m i d t (Leihgestern) erhalten haben.

Die Führung der Kameradschaft bleibt die gleiche, es war lediglich eine Erweiterung notwendig, so daß der Führerrat sich jetzt zusammensetzt aus den Kameraden: Louis Geller, stellv. Kamerad­schaftsführer, Michel Kolb als 1. und Georg Schneider als 2. Schriftführer, Hch. Rohrbach als 1. und Wilhelm Li ch als 2. Rechner, Valentin Jmmel als Schießwart und Daniel Kessel als Stellvertreter, Georg Strauß als Sozialwart

Ahrador

wäTcht Hände

rillenfauber

Schuß im Funkhaus. 1

Hy Roman von itlariaiDberlfn.

Copyright dy Prometheus-Verlag, Dr. Eichocker, Gröbenzell bei München.

16. Fortsetzung (Nachdruck verboten!)

Kannten Sie die Dame vielleicht?" Seine c Stimme brannte jetzt förmlich. Evelyn bewegte ab- c wehrend und unbestimmt den Kopf. i

Ich kann darüber keine Auskunft geben", kam cs matt von den blaffen Lippen. ;

Doch wohl Bluff, Ablenken auf falsche Fährte, s oder sonst etwas, dachte Schaub. Nun, so leicht kann * man es ihr nicht machen.

Jedenfalls werden Sie sich der Polizei zur Der- i sügung stellen" begann er. Brach ab, denn i die Tür öffnete sich nach raschem Klopfen.

Eine Krankenschwester stand auf der Schwelle, blickte aus müden angestrengten Augen durch den 1 Raum, sah schließlich den Kriminalrat am Schreib- 1 tisch an.

Herr Kriminalrat Schaub?" \

Schaub stand auf.

Ja, Schwester, bitte?" 1

..Herr Bortefeld hat die Operation überstanden und ist bei Besinnung", sagte die müde Stimme l sachlich.

Schaub fuhr zurück. Freude übergoß sein Gesicht. : Er lebt? Er ist bei Besinnung?'

Evelyn hafte sich taumelnd an den Schreibtisch gelehnt. Torsten beobachtete sie scharf. Ihre Augen leuchteten auf.

Er lebt!" murmelten die blassen Lippen.Er lebt!"

..Wird er alles überstehen?" forschte Schaub und bot der Schwester Platz an.

Sie ließ sich einen Augenblick auf der Kante des Stuhls nieder.

Vielleicht!" meinte sie vorsichtig.Die große Kunst des Herrn Professors wird ihn hoffentlich rei- rcn. Herr Dr. Bortefeld ist bei Besinnung, doch noch zu schwach, jemanden zu sprechen. Seine ersten Worte galten dem Unglück Er fragte, was unternommen worden sei. Der Herr Professor .Hep- liebt klärte ihn in kurzen Worten auf, daß Sie die Angelegenheit übernommen hätten und alles tun würden, den Fall zu klären. Herr Bortefeld geriet sedoch in Erregung, als er das hörte. Er bat, das Unglück als einen selbstverschuldeten Unfall anzu° sehen ... nichts zu unternehmen ..."

Schaub saß einen Moment unbeweglich.

Das ist unmöglich!" sagte er leise.Es war kein Unfall, das weiß Bortefeid doch. Es war ein An­schlag, ein Ueberfall, ein Verbrechen!"

Die Schwester zuckte die Achseln.Das meinte der Herr Professor auch zu mir..." Sie dämpfte ein wenig die Stimme.Ich glaube, Herr Kriminalrat, daß eine Frau im Spiel ist. Herr Bortefeld möchte sie nicht belasten, darum seine Bitte..."

Sehr gut möglich!" meinte Schaub und warf einen fdürfen Blick zu Evelyn hinüber, die matt am Schreibtisch lehnte.Sehr gut möglich... Aber ich kann doch nicht meine Pflicht versäumen..."

Jedenfalls muß man den Verletzten beruhigen, Fieber soll vermieden werden ..meinte die Schwe­ster ruhig. Sie brach ab, die Tür ging. Professor Hepstedt stand da.

Kann ich hier telephonieren? Ich kenne mich tn t diesem riesigen Gebäude nicht aus, Ihr Zimmer ist das einzige, was ich finde..."

Ja, selbstverständlich hier ist das Telephon!"

Der Arzt griff zum Hörer, ließ sich mit der Klinik verbinden, bestellte Zimmer, Krankenwagen, Nacht­wache.

Wir müssen jetzt sehen, daß mir ihn hinüber­schaffen. Kommen Sie, Schwester ..."

Einen Augenblick, Herr Geheimrat!" bat Schaub und sah den Chirurgen bittend an.Die Schwester erzählt mir von Bortefelds Wunsch. Er ist begreif- lick) ... aber ich kann natürlich nicht ..."

Der Arzt müde, überanstrengt, nervös un­terbrach ihn knapp:Tja, das müssen Sie wissen, Herr Kriminalrat. Das wichtigste ist dock, den Mann am Leben zu halten. Was glauben Sie, was das für eine schwierige Operation da oben war, nur mit den allernotwendigsten Hilfsmitteln. Er wäre uns unter den Händen gestorben, wenn mir nicht gleich zugegriffen hätten. Jetzt meine ich, das Wichtigste 1 ist wirklich, ihn zu beruhigen, ihm Aufregung zu ersparen. Das ist unsere verdammte Pflicht!"

Ihre Pflicht, Herr Professor", meinte der Kn- minalrat ruhig.Ihre Pflicht ist es, den Verletzten zu heilen. Die meine, dem Verbrechen nachzu­gehen --"

1 Der Arzt fuhr sich nervös durch das eisgraue 1 Haar.

'Schließen mir einen Kompromiß", sagte er 1 schließlich.Ich rnerde ihm sagen, daß Sie die Un- tcrsuchung einstellen. Das wird ihn beruhigen. Mor. 1 Yen können mir dann weitersehen ... es ist sowieso t spät, gleich elf Uhr..."

1 Schaub zuckte die Achseln.

Beruhigen Sie ihn auf diese Weise", meinte er sachlich.Gut. Und Dank, Herr Geheimrat, daß Sie

ihn uns erhalten haben ..."

Der Arzt schüttelte den Kopf.

Nicht so voreilig. Erhalten wollen" Er ging nach einer kurzen Verbeugung heraus. Die Schwester folgte ihm, kam bann nochmal zurück.

Ehe ichs vergesse hier ist die Kugel, die wir entfernt haben--" sagte sie noch urtb legte sie

vor Schaub auf den Tisch. Dann hörte man noch einmal das leise Knistern ihrer gestärkten Haube, das schwache Klappen der Tür.

Schaub ließ sich müde an den Tisch fallen. Er sah Evelyn Kay lange an.

Ich sagte Ihnen eben schon, daß Sie sich zur Verfügung der Polizei halten müssen", meinte er kühl.Vergessen Sie das nicht. Melden Sie sich morgen acht Uhr bei mir. Ich lasse Sie heimbringen, weil ich keinen offiziellen Haftbefehl gegen Sie er­wirken kann. Aber ich sage Ihnen gleich: Sie wer- den bewacht. Eine Flucht ist sinnlos, die Bahnhofs- und Hafenbehörden sind verständigt. Ihr Haus wird beobachtet. Ich denke, Sie haben'mich verstanden?"

Evelyn preßte die Lippen fdjmal zusammen.

Ich habe nur verstanden, daß Sie mich immer noch für die Täterin halten!" sagte sie rauh.

Schaub zuckte die Achseln.Sie tönnen vielleicht Glück haben und mit einer Anklage auf Korperver- letzung davonkommen. Torsten, haben Sie das Pro­tokoll aufgenommen?"

Ja."

Also gut, Fräulein Kay, mir werden Sie setzt heimbringen. Sind Sie so schuldlos, wie Sie sagen, kann es Ihnen nichts ausmachen, wenn mir für eine Nacht Ihr Haus bewachen. Und sonst..." Er fd)roieg einen Moment bedeutungsvoll denke ich, daß Sie vernünftig sein..."

Evelyn wurde plötzlich wieder fahl und griff angstvoll nach einem Halt.

Mir ist so schlecht!" bauchten die blaffen Sippen.

.Nur einen Augenblick Ruhe ein ©las Wasser..."

Schaub schüttelte den Stopf.

Schon das zweite Mal! Na, gut, Torsten, brin­gen Sie sie herüber und lassen Sie sie eine Weile ruhen, sonst macht sie unterwegs Ihnen noch Sche­rereien!" Evelyn hatte die Worte schon nicht mehr gebärt, sie fühlte sich in eine bodenlose Tiefe sinken.

Nach einer Weile kam Torsten zurück, er gähnte, sah müde aus und war ebensv verstimmt, wie ein Chef.

Sonderbare Angelegenheit!" murrte er.Wer kann es denn sonst aewesen fein als sie?"

Schaub legte die Kugel, die die Schwester ihm ge­geben hatte, sehr behutsam in den Lauf des Re- volvers.

Natürlich! Paßt!" meinte er kopfschüttelnd.Und dabei leugnet sie die Tat mit einer solchen Beharr­lichkeit!"

Ich wüßte auch gar nicht, was es sonst für Beweggründe gäbe , als private!" meinte Torsten noch.Um Borte seid zu berauben, tarn natürlich niemand ins Funkhaus, ferne Wertgegenstände waren alle bei ihm--es ist unbedingt ein per­

sönlicher Grund gewesen"

Lassen Sie uns die anderen Besucher näher be< trachten" Torsten zog einen schwarzen Block aus der Tasche.

Schaub fuhr auf. ,Hst übrigens jemand bet Fräu­lein Kay?"

Ja, einer von unseren Leuten."

Gut. Also ...?"

Als Besucher waren da: 1. Mia von Daalen. War bei ihm bis 5.30 Uhr. Fuhr gleich ins Theater, weil sie abends eine große Nolle zu fingen hatte und noch etwas Ruhe haben wollte. Einwandfreies Alibi. Bezeugt durch ihre Garderobiere und den Theater­friseur ..."

Gut. Weiter."

Dann der Konzertmeister. Don vier bis zwanzig nach vier etwa. Nachmittagsaufenthalt unbekannt, aber auch unwichtig. Hatte von sieben bis halb neun Orchesterprobe, anstrengende Probe, hat den Probe- raam nicht verlassen. Auch er kann für die Tat nicht in Frage kommen. Dann weiter: Thomas Kay. War von halb fünf bis etwa halb sechs bei ihm, saß bann im Restaurant und war zur fraglichen Zeit mit einigen Konservatoriumsfreunden zusammen, saß die ganze Zeit entweder in der Schenke oder mit seinen Freunden in derGoldenen Ente ..

Schaub nickte ungeduldig.

Ja, ja, ist gut, Torsten! Schließlich ist das wich- tigfte ja auch: das Motto! Alle diese Besucher waren verärgert, erregt und etwas nervös na­türlich, aber zu einem Anschlag aus Haß soweit hals wohl doch bei feinem gelangt! Und bedenken Sie: das ungeheure Risiko der Tat! Hier, in aller Oeffentlichkeit einen Anschlag zu verüben, dazu gehört schon völlige Verzweiflung oder blinder Haß ..."

Torsten nickte langsam.

Ich muh mir die ganze Geschichte nochmal durch den Kopf gehen lassen. Jetzt, da Bortefeid lebt, ver­ändert sich die Sache sehr. Wenn er sich auch weigert die Sache muß aufgeklärt werden! Wo kämen wir denn da hin, wenn wir aus Rücksichtnahme alles vertuschen wollten! Mal sehen, ob wir ihn nicht morgen auf einen Augenblick sprechen können .." l (Fortsetzung folgt!)