Arbeitsmaiden mit her Bäuerin in Haus und Selb.
Es ist nicht neu, aber immer wieder schön zu sehen, wenn draußen auf dem Feld und besonders jetzt im goldenen Erntefeld die Arbeitsmaid neben der Bäuerin steht und Garben binden hilft. Kornblumenblau leuchtet ihr Kleid aus dem goldenen Segen der Halme, leuchtend steht das rote Kopftuch vor den weißen Wolken und dem binnen Himmel. Da, wo ein Lager des Reichsarbsitsdienftes für die weibliche Jugend ist, da gehören die Maiden schon ganz selbstverständlich in die Gemeinschaft der Dörfer, in die Häuser und auf die Felder. Sie sind beliebt und hoch geschätzt. Bauer und Bäuerin — vor Jahren und zu Beginn skeptisch und oft ganz Ablehnung — sind dankbar für die Hilfe, dankbar besonders jetzt, wo überall einige Hände zu wenig da sind. Im Erntefeld sind die Arbeitsmaiden schon unentbehrlich geworden und im Hause ersetzen sie die Hausfrau. Die Lager des Reichs- arbeitsdienftes für die weibliche Jugend — überall dort errichtet, wo es gegen wirtschaftliche und soziale Nöte anzugehen galt — sind zu einem Segen geworden! Die Arbeitsmaiden bringen ober nicht nur ihre Arbeitskraft in die Dörfer und in die Häuser, sondern auch die Lebensfreude ihrer 17 und 18 Jahre. Gerade dieses letztere ist wichtig für jene Bäuerinnen, die müde zu werden drohen ..
Wohl fällt es den jungen Maiden zunächst schwer, die Arbeit und Haus und Feld zu bewältigen, aber es vergehen keine zwei Wochen, dann stehen sie ganz inmitten ihrer neuen Wirkungskreise, erfüllen freiwillig übernommene Pflichten, sind tief befriedigt von ihrer Arbeit, kehren froh in das Lager Zurück und schöpfen dort in ihrer herzlichen Gemeinschaft der Gleichaltrigen neue Kraft für den Arbeitstag. Der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend ist zu einer zutiefst sinnvollen Einrichtung geworden, zu einer untadeligen Organisation und zu einem Erziehungsdienst, der die deutsche weibliche Jugend zu den Quellen unseres Volkstums führt und sie das Leben des Bauern kennenlernen und
erfahren läßt, was es damit auf sich hat, bis das Brot auf den Tisch kommt.
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Die Bezirksführerin des Bezirks 11 (Hessen). Frl. Hornung (Wiesbaden), gab in diesen Tagen den Vertretern der Presse des Rhein-Main-Gebiets schöne Gelegenheit, bei einer Rundfahrt 0-arch mehrere Lager alle Einrichtungen kennenzulernen und auch den Geist zu erleben, der in den Lagern herrscht. Der Tag der Rundfahrt brachte für alle, die dabei sein konnten, Stunden einer ungetrübten Freude und der hellen Begeisterung. Und alles war dabei zu erfahren, was es über den Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend zu wissen gilt! Die Eltern, die sich mit dem Gedanken tragen, ihre Tochter den Arbeitsdienst erleben zu lassen, wird sicherlich lebhaft vieles von dem interessieren, was in einer Fülle von Fragen und Antworten bei dieser Fahrt zur Sprache kam. Im Telegrammstil sei versucht, das Wesentliche wiederzugeben.
Der Reichsarbeitsdienst erfaßt Mädchen, die freiwillig kommen sollen, nur für Abiturientinnen ist der Dienst eine Pflicht! Der Arbeitsdienst sott erreichen, daß jedes Mädel an sich selbst arbeitet. Der Dienst ist keine Spielerei, sondern Arbeit für das Volksganze. Mädchen unter 17 Jahren werden nicht ausgenommen, denn körperliche Reife ist Voraussetzung für die Arbeit auf dem Lande. Die Mädchen dürfen auch nicht älter als 25 Jahre sein. Drei Wochen des halben Jahrs gelten zunächst der Schulung im Haus, denn die Maiden sollen, wenn sie zur Bäuerin kommen, schon praktisch yelsen können. Auch weltanschauliche Ausrichtung geht voraus. 7 Stunden des Tages stehen die Mädchen der bäuerlichen Familie zur Verfügung in Haus und Feld. Arbeit, die ausschließlich Männern obliegt, darf ihnen nicht aufgebürdet werden. Sie Oürien auch keine „Ueberstunden" machen. Zu ganz bestimmter Zeit müssen sie im Lager sein. Die L a g e r a e - meinschaft als wichtig st er erzieherischer Faktor darf nicht vernachlässigt werden.
Die Maiden erhalten alle Wäsche und Kleidung gestellt. Für lange Wege zu den Bauern werden Fahrräder gestellt. Der Anmarschweg darf bestimmte Zeiten nicht überschreiten. Für den Winter und in schneereichen 'Gegenden (Vogelsberg, Rhön, Spessart) werden Schier und Schiausrüstung gestellt. Alle Aufmerksamkeit gilt der gesundheitlichen Betreuung. Der Vertragsarzt kommt einen über den andern Tag. Auf besondere Bitte kommt er jeden Tag. Die Ernährung wird durch das Lager sichergestellt und ist genau erwogen. Zwar essen die Maiden beim Bauern zu Mittag, aber für die Verpflegung bleibt das Lager bestimmend. Es gibt viel Obst und Gemüse und Abends die Hauptmahlzeit. Die Arbeit schafft guten Appetit. Manche Maid nimmt im halben Jahr 10 bis 15 Pfund zu. Alle acht Tage wird gewogen! — Alle vier Wochen wird der Arbeitsplatz gewechselt. Lagerdienit — Außendienst, Außendienst — Lagerdienst! Auch bleibt keine Maid länger als vier Wochen auf einem Bauernhof. Nach vier Wochen wird ausgetaujcht. Jedes Mädchen soll vielseitig beansprucht werden. Es soll im Haus, in der Küche, mit Kindern, im Stall, in der Scheune, im Hausgarten, auf der Wiese im Feld beschäftigt werden, es soll versuchen, Überall wertvoll zu sein, der Bäuerin überall unter die Arme zu greifen;
Im Lager selbst ist alles anders! Da steht die
Lagergemeinschaft, die Ordnung und selbstlose Einfügung in das Ganze über allem. Da gelten das edle Äort im Buch, das Lied, die Musik, der Volkstanz, die sinnvoll ausgefüllte und bewußt schön ausgestaltete Freizeit, die kameradschaftliche Unterhaltung und die Ruhe. Da gehts um schlichte artgemäße Kultur, um politische Schulung, um Erkenntnisse der Notwendigkeiten der Volksgemeinschaft, und nicht zuletzt um wohlerwogene Leibesübung — letztlich um die Harmonie von Leib und Seele, um die Hinführung der Persönlichkeit zur Gemeinschaft unseres Volkes.
Der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend hat sich große und schöne Aufgaben gestellt, verfolgt sie durch seine Führerinnen mit zähem Einsatz und erreicht sie. Bedauernd, daß das halbe Jahr „schon um" ist, scheiden die Maiden und so manche legt am Schlüsse das kornblumenblaue Kleid wehmütig ab, scheidet wehmütig von den Kameradinnen von der Wasserkante oder aus der Ostmark, von Ostpreußen oder aus dem Württembergischen. Alle aber tragen sie ein unverwischbares Erlebnis mit hinaus.
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Der Bezirk 11 (Hessen), der von Darmstadt bis nach Thüringen, von Koblenz bis in die Rhön reicht, erfaßt, verwaltet und betreut (in vier Gruppen) insgesamt 5 9 Lager. Jedes Lager baut sich aus drei Kameradschaften Maiden (je 12 Mädchen) auf. Die Lager sollen aber auf vier Kameradschaften erweitert werden. Der Lagerführerin ttehen zwei Gehilfinnen zur Seite. In Oberhessen gibt es Lager in Ulrichstein, Schlitz, Gedern, Eichenrod, Niedermoos und in Altenschlirf. Ein neues Lager entsteht demnächst in Burg-Gemünden. Die Vorarbeiten für die Einrichtung dieses Lagers find im Gange. Die Lager befinden sich meist in festen Bauten, einige in Holzhäusern. Das Ideal ist das für den Arbeitsdienst eigens erbaute feste Lager. Jedes Lager ist sorgfältig und nach bestimmtem Plan eingerichtet. Mit besonderem Bedacht sind die hygienischen Einrichtungen geschaffen. Küche, Stuben, Schlafräume, Spinde, Kleiderkammer, Vorratsräume werden in peinlicher Ordnung gehalten. Blumen schmücken manchen Raum,
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so daß das Leben im Lager allen Maiden zu einer hellen Freude wird.
Die Rundfahrt der Vertreter der Presse galt den Lagern Großenhausen und Fischborn (im Kreis Gelnhausen) und dem Lager Gedern, das im Schloß der Fürsten von Stolberg-Wernigerode untergebracht ist und ein geradezu ideales Lager darstellt. Herrlich liegt das Schloß im Park, zahlreiche Räume stehen zur Verfügung, alles ist neu hergerichtet und schön ausgestattet worden. Und die Maiden erfüllen das Schloß mit ihrer Fröhlichkeit, ihrem Eifer, mit ihrer Musik und ihrem Gesang. Mit Musik, mit Liedern und Volkstänzen verabschiedeten die Maiden ihre Gäste, die sich glücklich priesen, daß sie .eine stunde im Gederner Schloß verbringen konnten. N.
Oben links: Die Arbeitsmaid als Betreuerin der Kinder.
Oben rechts: Manche Stunde der Freizeit ist mit Musik, Gesang und Volkstanz ausgefüllt. Hier tanzen die Arbeitsmaiden unter den herrlichen Bäumen im Park vor dem Schloß Gedern.
Nebenstehend: Das Lager Fischborn in schönster landschaftlicher Umgebung. Im Hintergrund die Höhen des Vogelsberges.
(Aufnahmen [3]: Neuner, Gießener Anzeiger.).
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Born 15. August 1939 ab wird die Strom- und Gaslieferung bei allen Abnehmern gesperrt, die die Strom- und Gasgelder für den Monat 2Nai 1939 einschließlich kosten noch nicht entrichtet haben.
Gießen, den 1. August 1939.
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Heute morgen entschlief nach der Geburt eines kräftigen Jungen meine liebe Frau, unsere gute Schwester, Tante und Schwägerin
Frau Emma Hach, geb. Lieh
im Alter von 31 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Hach, Metzgermeister.
Gießen (Dammstraße 25), den 5. August 1939.
Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 8. August 1939, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
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Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir besten Dank.
Geschwister Rohrbach
Gießen-Wieseck, den 5. August 1939.
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Unerwartet verschied unsere liebe Kameradin
Frau Marie Hamel
Sie war uns eine liebe Freundin und wird sie stets in unserer Erinnerung fortleben.
Die Kameradenfrauen der NSKOV. - Kameradschaft Gießen.
Die Beerdigung findet am Montag um 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.
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Vertreter die Herren: Dr. Klein Dr. Mehl Dr. Ploch
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Gießen, 5. August 1939
Im Namen der Trauernden:
Maria Hausrath, geb. Daube
Löberstraße 19
Nachruf
Gott hat meinen Sohn, unsern Bruder, Schwager und Onkel
Karl Hausrath
im 44. Lebensjahre von seinem schweren, körperlichen und seelischen Leiden erlöst, und ihn in die Ewigkeit abberufen. Allen, die der Heimgang bewegte, und die an unserem Schmerz teilnahmen, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.
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