Oie Paktverhandlungen mit Moskau erneut in -er Schwebe.
kaum ein Unterschied zwischen Danzig und Gdingen bestehe. Tatsächlich wurden 1938 in Gdingen 9,17 und in Danzig 7,13 Millionen Tonnen umgeschlagen. Aber entscheidend für das wirtschaftliche Gedeihen eines Hafenplatzes sind nicht die Mengenzahlen, sondern vor allem die Wertzahlen. Und in dieser Hinsicht ist eine geradezu vernichtende Beeinträchtigung des Danziger Hafens festzustellen, denn während im Jahre 1938 über Gdingen für 1183 Millionen Gulden um geschlagen wurden, waren es im gleichen Zeitraum für Danzig nur 375 Millionen Gulden. Polen führte 1938 98 000 Tonnen Baumwolle ein, wovon ganze 319 Tonnen auf Danzig und der riesengroße Rest aus Gdingen entfielen.
Die planmäßige Vernichtung und Blockierung des Danziger Wirtschaftslebens geht aus diesen Ziffern eindeutig hervor. Das traurige Ergebnis wurde von den Polen dadurch erreicht, daß sie das hochwertig Stückgut fast ausschließlich aus dem Eisenbahnwege über Gdingen leiteten, während der Umschlag der Massengüter wie Kohle, Holz und Erz, bei denen die Verdienstmöglichkeiten nur gering sind, gnädigst den Danziger Kaufleuten und Reedern überlassen blieb. Aber selbst die Beförderung und die Verschiffung von Holz und Kohlen wird neuerdings den Danziger Unternehmungen entrissen und mehr und mehr dem Gdinger Hafen übertragen.
Ebenso planmäßig, wie Polen den Danziger Hafen und die Danziger Wirtschaft lahmgelegt hat, hat es auch die Verkehrs st raße vernachlässigt, welche die natürliche Verbindung zwischen Danzig und seinem Hinterlande bildet — nämlich d i e Weichsel. Man hat den Strom in keiner Weise ausgebaut, sondern das Flußbett ruhig versanden lassen. Die Folge davon ist, daß dieser Wasserverkehrsweg nur noch am Unterlauf der Weichsel brauchbar ist, während gleichzeitig die polnischen Eisenbahnstrecken van Oberschlesien und Warschau nach Gdingen unter ungeheuren Kosten ausgebaut und mit dem höchst unwirtschaftlichen Transport von Mafsenverkehrsgütern belastet wurden. An allen diesen Vorgängen zeigt sich eindeutig, daß Polen ein lebenswichtiges Interesse an Danzig überhaupt nicht besitzt. H. Ev.
Oer Kardinalfehler.
Chamberlain hat im Unterhaus gesagt, daß die englische Regierung ,-die polnische Haltung sehr zu würdigen weiß". Die englische Presse hat mitten in ihrer Panikmache vom letzten Wochenende mit allen Mitteln daran gearbeitet, das eigene englische Publi- tum van dem überragenden Wert der gegenwärtigen verfassungsrechtlichen Statuts Danzigs und der Gestaltung der polnischen Grenze zu überzeugen. Durch viele Jahre haben nämlich die Engländer von ihrer eigenen Presse das Gegenteil gehört. Der Südafrikaner General S m u t s hatte schon am 22. Mai 1919 „die ungebührliche Vergrößerung Polen" als einen „politischen Kardinalfehler" bezeichnet, der sich in der Geschichte noch rächen und zu einer ./schrecklichen Ernüchterung und E n t t ä u s ch u n g" führen werde. In dieser Denkschrift heißt es: „Das neue Polen wird Millionen von Deutschen (und Russen) einschließen und Gebiete, die eine deutsche * (oder russische) Bevölkerung haben. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß sowohl Deutschland wie Rußland wieder große Mächte werden und daß das zwischen ihnen eingeklemmte Polen nur mit ihrer Zustimmung bestehen kann ... Ich glaube, wir errichten ein Kartenhaus. Und im Hinblick auf diese und viele andere Erwägungen würde ich die Grenzen von Polen, als im Vertrage provisorisch geregelt, revidieren, Oberschlesien und alles wirklich deutsche Gebiet bei Deutschland zu lassen, die Grenzen der Freien Stadt Danzig enger zu ziehen und sie — anstatt, wie wir es vorschlagen, sie unter die Oberhoheit von Polen zu stellen —, unter der Oberhoheit von Deutschland lassen mit einer Verwaltung unter dem Völkerbund. Ich glaube, die beiden politischen Kardinalfehler dieses Vertrages find die lange Besetzung des Rheins und die Vergrößerung von Polen, die über alles, was wir während des Krieges beabsichtigt haben, weit hinausgehen. In diesen beiden Fehlern steckt eine Fülle von Bedrohungen für den künftigen Frieden von Europa." Diese Worte brauchen keine Erläuterung. Es genügt, die Engländer einzuladen, sich und ihre heutige Politik im Spiegel dieser Ausführungen zu sehen. Dr. Ho.
Alle Sensationen blieben ans.
Deutschland rüstet für die Sommerferien.
Paris, 4. Juli. (Europapreß.) Nachdem über das Wochenende in der französischen Presse eine beunruhigende Stimmungsmache gegen Deutschland mit allen möglichen Alarmmeldungen und Lügen- parolen geschürt worden war, müssen die Blätter heute eingestehen, daß all die angekündigten .Sensationen' ausgeblieben sind und das Leben in Deutschland seinen gewohmen Gang nimmt. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang sind die Feststellungen, die das sonst wenig deutschfreundliche „Ordre" in einem Bericht über die Lage im Reich macht. In dem Bericht heißt es, die ruhige Stimmung in Deutschland stehe in krassem Gegensatz zu der Psychose in anderen Ländern. „Alles nimmt in Deutschland seinen normalen Verlauf. Die Reise - Agenturen sind voll von Leuten, die in die Ferien fah- r e n wollen." Niemand habe sein Ferien-Programm geändert, stellt das Blatt weiter fest, und alles vollziehe sich nach vorgesehenem Programm.
Völkerbundskommissar Burckhardt gegen preffelügen.
London, 4. Juli. (DNB.) Einern Reuter-Vertreter in Danzig hat der Völkerbundskommissar Dr. Burckhardt erklärt, daß man alle Bemühungen mache, um den Frieden ciufrechtzuerhalten. Dr. Burckhardt unterstrich dabei besonders die Gefahr falscher Presseberichte, die ein verzerrtes Bild von den Vorgängen in Danzig geben. Außerdem wird in dem Reuter-Bericht aus Danzig bestätigt, daß Danzig nach außen hin o ö l - l> 6 ruhig wirke. Den Anlaß zu den Gerüchten habe ein Artikel eines polnischen Provinzialblattes gegeben, wonach Polen ein polnisches Freikorps gegen Danzig aufstellen wolle.
Ein perjönlicheS Geschenk Francos für den Führer.
Berlin, 4.Juli. (DNB.) Der Führer emp- sing in der Neuen Reichskanzlei den spanischen Botschafter Marqu^z de Magaz, der ihm als persönliches Geschenk des Staatschefs Spaniens, Generalissimus Fra.nco, drei Bilder des fpa-
London, 5. Juli. (DNB. Funkspruch.) Nachdem optimistische Meldungen, daß die Unterzeichnung des englisch-sowjetrussischen Paktes in Sicht sei, durch das Bekanntwerden neuer sowjetrussischer Einwände als unbegründet sich herausgestellt haben, ist die Londoner Mittwochpresse ziemlich betreten. Man teilt mit, daß die Sowjets Fragen aufgeworfen haben, die in den ursprünglichen Verhandlungen überhaupt nicht berührt waren und daß damit die gesamten Paktverhandlungen erneut in einen Schwebezustand gebracht worden sind. Den Kommentaren der Blätter läßt sich entnehmen, daß die britische Regierung der Gefahr eines Zusammenbruches der Verhandlungen nur dadurch entkommen zu können glaubt, daß sie den Sowjets nunmehr die sofortige Unterzeichnung eines Dreierbeistandspaktes für den Fall eines direkten Angriffes auf eine der drei Vertragsmächte vor- chlägt, um dann zu versuchen, zusammen mit Frankreich die kleineren Staaten, die sich gegen eine owjetrussische Garantie ausgesprochen haben, von ihrer ablehnenden Haltung abzubringen.
Ein Leitartikel der „Time s" enthält eine Reihe von bitteren Eingeständnissen. „Es kann natürlich nicht bestritten werden", gibt das Blatt zu, „daß die allgemeinen Auffassungen der englischen und owjetrussischen Regierung bei weitem nicht identisch sind." Die „Times" schreibt weiter, Holland und die Schweiz wollten nie«
Riga, 4. Juli. (Europapreß.) Nachdem die lettische halbamtliche „Brihwa Zeme" bereits am Montag eine bemerkenswerte Absage an England und Frankreich veröffentlicht hat, wendet sich das Blatt am Dienstag in scharfer Form erneut gegen jene Staaten, die den baltischen Staaten gewisse Garantien aufdrängen wollen. Die baltischen Staaten, die mit gespannter Aufmerksamkeit den Verhandlungen des Auslandes folgen — da die Dinge sich ja um ihre Sicherheit drehen und sie wissen wollen, wie andere hierüber denken — haben in dieser Zeit viel zulernen können. Eine der wichtigsten Lehren ist das Bewußtsein, daß sehr einflußreiche Kreise in den Staaten, die die Verhandlungen führen, ohne viel Gewissens- bisse dazu bereit sind, die Selbständigkeit der kleinen Staaten und deren Sicherheit aus Gründen ihrer machtpolitischen Berechnungen zu opfern. Was würden diese Herren aber sagen, wenn die Presse der baltischen Staaten den Gedanken propagieren würde, daß der Sicherheit Europas mit einer Rückgabe der Kolonien bedeutend besser gedient wäre als mit einer Garatztierung? Was käme dabei heraus, wenn unsere Unabhängigkeit noch garantiert werden müßte. Dann könnten wir ja eines
Danzig, 4. Juli. (DNB.) Unter der Aufforderung: „Herr Chamberlain, holen Sie Ihre Informationen über Danzig vom britischen Konsulat in Danzig und nicht von der polnischen Botschaft in London!" schreibt der „Danziger Vorposten". Chamberlain hat gestern erklärt, ihm zugegangene zuverlässige Berichte wiesen darauf hin, daß große und steigende Zahlen deutscher Staatsbürger offensichtlich als Touristen und steigende Zahlen reichsdeutschen Militärs offensichtlich als Touristen getarnt eingetroffen seien. Diese Behauptung ist unwahr. Sie ist genau fo in Warschau erfunden, wie der angebliche Wochenendputsch, mit dem sich das englische Kabinett durch seine vorgesehene Notsitzung am Sonntag bereits hinreichend blamiert hat. Die englischen Politiker würden klug daran tun, in der Unterrichtung über Ereignisse im Zusammenhang mit dem deutsch-polnischen Gegensatz nicht einseitig auf Warschau zu hören. Wir sind in der Lage, ausdrücklich zu dementieren, daß sich reichsdeutsche Soldaten, Angehörige der deutschen Wehrmacht, reichsdeutscher Staatsangehörigkeit auf Danziger Boden befinden. Sie sind überhaupt nicht da, weder als in Danziger Uniform gesteckte Polizisten noch als zivile Touristen. Wir glauben, daß es zweckdienlich ist, wenn die britische Regierung eine direkte Auskunft b e i ihrer konsularischen Vertretung in D a n z i g einholt. Ein ausmürtig'r Besucher Danzigs, der in der Lage ist, die Situation dieses Som
nischen Malers I. Zuloaga überbrachte. Das eine Bild stellt einen spanischen Bauern in einer Landschaft dar, die beiden anderen Spanierinnen in ihrer Nationaltracht. Der Führer nahm die Gabe des Caudillo mit herzlichen Worten des Dankes entgegen. Eine Ehrenformation der -Leibstandarte erwies dem spanischen Botschafter im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei bei der An- und Abfahrt Ehrenbezeigungen.
Die Regierungskrisis in Holland
Amsterdain , 4. Juli. (Europapreß.) Der mit der Neubildung der holländischen Regierung beauftragte bisherige Ministerpräsident (folijn hatte eine Audienz bei der Königin. Später hat er die Fraktionsführer der sechs großen politischen Parteien zu einer Besprechung gebeten. Die bisherigen Verhandlungen Colijns sollen nur informatorischer Natur gewesen sein. Aus den holländischen Zeitungen, vor allem den römisch-katholischen, ist jedoch zu entnehmen, daß die Versuche für eine Regierungsbildung auf breiter Grundlage oder sogar auf überparteilicher Basis am Widerstand d e'r Römisch-Katholischen Staatspartei gescheitert sind. Aus der langen Dauer der Audienz Colijns bei der Königin will man schließen können, daß er feine Bemühungen noch nicht aufgegeben bat. Inzwischen wird aber die holländische Öffentlichkeit ungeduldig. Der „Telegraaf" verlangt eine unbedingte Lösung der Regierungskrise in den nächsten Tagen, in der Form eines neuen Kabinetts Colijn. Dieser sei, der einzige Staatsmann, der in dieser hochpolitischen Zeit zur Führung der holländischen Staatsgeschäfte geeignet fei. — Slucf) der „Nieuvo Rotterdomsche Courant" verlangt im Interesse der Landesverteidigung eine Zurück»
mals gegen ihren Willen einbezogen werden, und die baltischen St a a t e n , namentlich Finnland, erklärten, sie wünschten unter keinen Umständen eine Garantie durch Sowjetrußland. Aus dem augenblicklichen Stand der Dinge ergebe sich die Notwendigkeit — mit diesem Schluß folgt die „Times" anscheinend einer amtlichen Inspiration —, daß d i e drei Mächte wenigstens den gegenseitigen Beistandspakt unterzeichneten, auf den sie sich im Prinzip geeinigt hätten und der im Grude schon durch bas Fortbestehen, des französisch - sowset- russischen Bündnisvertrages vorhanden fei. Der englischen Diplomatie werde es dann vorbehalten bleiben, die baltischen Staaten zu einer Einwilligung zu bewegen.
Je langwieriger und schwieriger sich die englischsowjetrussischen Verhandlungen gestalten, um so intensiver wird die Agitation für einen Eintritt Churchills ins Kabinett. „Daily Expreß" meint, nachdem sich die Regierung einmal in Bündnisverhandlungen mit Moskau eingelassen herbe, solle sie sich auch mit dem Mann einlassen, der sie in dieses Bündnis h i n e i n g e t r i e b e n habe. Wenn dieser Bündnispolitik irgendein Verdienst zukomme, so sollte man Churchill daran teil.n e'hmen lassen, ihn aber auch d i e Verantwortung mittragen lassen, indem man ihn sofort in das Kabinett einbeziehe.
stellung der engen Parteigegensätze zugunsten einer möglichst arbeitsfähigen Regierung.
Bauernstreik in Belgien.
Brüssel, 5. Juli. (Europapreß.) Ein durch die „Bauernfront" eingeleiteter Milch- und Blut- terstreik führt zu Zwischenfällen. So wurden in H a s s e 11 drei Mitglieder der „Bauernfront" verhaftet, die auf dem Markt die Bauern mit Gewalt daran gehindert hatten, Butter und Eier zu verkaufen. In der Presse wird die Regierung beschuldigt, nichts Ernsthaftes unternommen zu haben obwohl bereits im vorigen Jahre die Ueberproduk- tion an Milch zu Absatzschwierigkeiten gefiihrt hatte. Der Bauernstreik, bei dem es sich in der Hauptsache um Differenzen zwischen den Erzeugern und den Zwischenhändlern handelt, hat auch eine politische Seite. Derpi die Leiter des unter klerikaler Herrschaft stehenden „Bauernbundes" fürchten die Rivalität der „B a u e r n f r o n t", der viele radikale flämische Elemente angehören. Da sich ein Teil der Molkereien, denen eine zu große Der- dienstspanne vorgeworfen wird, in der Hand des „Bauernbundes" befindet, nimmt man an, daß dieser seinen Einfluß auf die Regierung geltend macht um zu verhindern, daß die Forderungen der „Bauernfront" erfüllt werden.
Fühlungnahme der arabischen Staaten
Kairo, 4. Juli. (DNB.) Der Bagdad-Korrespondent der ägyptischen Leitung „Balagh" meldet, daß der irakische Außenminister sich nach Hedschas begeben wird. Er wird dort mit Außenminister Emir Feisal Zusammentreffen. Sollten die Besprechungen positiv verlaufen, werde der irakische Minister anschließend nach Riad rei»
Neutralität besser als alle Garantien.
Erneute lettische Stellungnahme gegen die Politik der Zwangsgarantien.
Gambrrlain sollte sich bester informieren.
schönen Tages, wenn diese Garantie widerrufen werden sollte, unsere Unabhängigkeit verlieren. Könnten andere Staaten darüber urteilen, ob wir noch unabhängig sind? Eine Politik der Bündnisse können die kleinen Staaten nicht führen. Ihnen bleibt nur die Neutralität, und seine Neutralität muß ein jeder mit eigener Kraft schützen. Die kann man nicht einseitig garantieren. Wenn diese Neutralität von allen nicht Neutralen anerkannt wird, so ist dies besser als alle Garantie n."
Auch die Schweiz will sich heraushalten
Bern, 4. Juli. (Europapreß.) Zu der amtlichen holländischen Verlautbarung über den Neutralitätsstandpunkt der Niederlande im Zusammenhang mit den Moskauer Verhandlungen bemerkt der „Berner Bund", in der gleichen Lage wie Holland befinde .sich auch die Schweiz. Von der Schweiz solle in den Moskauer Verhandlungen ebenfalls die Rede gewesen sein. Wie das Blatt dazu vernimmt, sind dem Bundeshaus von keiner Seite amtliche Mitteilungen über derartige Verhandlungen zugegangen. Es liege daher auch für die Schweiz vorläufig kein Anlaß vor, irgend welche Schritte zu unternehmen.
mers in Danzig mit der früherer Jahre zu vergleichen, wird höchstens feststellen können, daß gegenwärtig nicht so viel Touristen wie ehemals in Danzig anwesend sind, vor allem weil z. B. auch die englischen Touristenschiffe in diesem Jahre wegen der „bedrohten Lage" ausbleiben.
Daß die Danziger Staatsangehörigen, die zu Tausenden in den letzten Jahren im Reich sich Arbeit suchen mußten, weil die Lebensbedingungen in der Freien Stadt, die materielle Existenz der Bevölkerung zu sichern, nicht ausreichend sind, im Sommer ihren Urlaub in der Heimat bei ihren Verwandten verbringen, wird auch den Engländern einleuchtend sein. Und daß von den 30 000 Danzigern, die gegenwärtig im Deutschen Reich leben, viele gerade in dieser Zeit des Kampfes um die Freiheit und um das Recht ihrer Heimat zuhause sein wollen, ist ein Zeichen, mit welcher Geschlossenheit und mit welcher Opferbereitschaft die Danziger Bevölkerung für ihre Forderung „Zurück zum Reich" eintritt. Die Danziger Bevölkerung hat die Drohungen polnischen Militärs und Politiker, Danzig müßte erobert werden, zwar nicht ganz ernst genommen, aber man kann es denjenigen, die über die Sicherheit Danzigs zu wachen haben, nicht verübeln, wenn sie Vorbereitungen für polizeiliche Schutzmaßnahmen treffen. Sich militärisch zu rüsten hat Danzig keine Veranlassung, weil im Ernstfall die reichsdeutschen Garnisonen in dichtester Nähe liegen.
Oie englisch organisierte Lüge.
In London, Paris und Warschau hat man dem Publikum erzählt, daß am vorigen Sonntag um 15 Uhr „der Putsch" in Danzig stattfinden werde. Nachdem sich diese Meldungen als frecher Schwindel erwiesen haben, warf die „Times" die Frage auf, wie diese Gerüchte überhaupt in Umlauf gelangen konnten. Ein ganz Schlauer hat die Antwort gefunden, diese Falschmeldungen seien in raffiniertester Weise von — deutscher Seite lanciert worden, damit man sich hinterher in Berlin über den Reinfall des Auslandes um so besser luftig machen konnte. Andere Stimmen im ausländischen Blätterwald lauteten jedoch dahin, der Putsch sei nur deshalb ausgeblieben, weil er von der deutschfeindlichen Presse früh genug erkannt und angemeldet war. Nun sind wir also glücklich soweit, daß die Erfindung von Presselügen im Dienste der Kriegshetze eine verdienstvolle Angelegenheit wäre! In Paris nennt man denn auch bereits neue „Termin«". Der 23. Juli und der 27. August — der Spielraum ist also groß genug belassen — sollen zu den „gefährlichen Tagen" gehören, an denen „der Danziger Putsch" endlich losbrechen soll. Wir müssen uns also noch auf einige neue Lügenoffensiven gefaßt machen.
Paris und London haben nach ihrer eigenen Meinung „den Frieden gerettet", wenn auch nicht durch eine verständige Politik, sondern durch die Fabrikation von Kriegslügen. Wenn man die Pariser Blätter seit Mitte März durchblättern wollte, so würde man auf eine stattliche Anzahl faustdicker Agitationslügen stoßen, die samt und sonders zur Verdächtigung Deutschlands bestimmt waren. Nicht anders in London. Wie war es doch im M a i 1 9 3 8, als der britische Militärattache in Prag die deutsche Mobilmachung „erfand", dieweil noch Lord Runciman sich bemühte, einen Ausgleich zwischen Deutschen und Tschechen herbei- zuftihren? Diese berühmt gewordene Lüge der englischen Gesandtschaft in Prag brachte damals Europa an den Rand bes Krieges. Auch die Behauptung von einer deutschen Mobilmachung gegen den Korridor, die den Vorwand zur „Garantieerklärung" Englands für Polen lieferte, ist von englischer Seite au gegangen, und wieder war der Urheber ein britischer Militärattache. Neuerdings verbreitet die „Times" die Erfindung von U n» ruhen in der Slowakei. Immer und immer stoßen wir auf die Londoner Fäden, wenn irgendwo eine große politische Lüge auftaucht und über die ganze Welt verbreitet wird. Die „Times" braucht wirklich nicht weit zu suchen, wenn sie die Urheber der gefährlichen Gerüchte des letzten Weekends fefkstellen will.
Im englischen Unterhause haben marxistische Abgeordnete behauptet, die Polen hätten in der Krise „Mut und Disziplin" bewiesen. Der Ministerpräsiden Chamberlain hatte es sehr eilig, die polnische Haltung in feiner Erklärung „zu würdigen". Wo mag Herr Chamberlain seine Informationen darüber herhaben? In Deutschland hat er bestimmt keine Erkundigungen eingezogen. Ist der Mord an deutschen Menschen in Polen, ist die Vergewaltigung deutscher Mädchen in Polen, ist die Vertreibung deutscher Arbeiter aus Polen ein Beweis des Mutes? Die Enteignung deutscher Bauern, der Raub an Kirchen und kulturellen Verbänden, die Mißhandlung wehrloser Deutscher, die Schließung ihrer Schulen — i ft das polnische S e l b st - disziplin? Chamberlein ist genau so einseitig unterrichtet wie der britische Rundfunk, der seine Informationen am liebsten aus deutschfeindlichen Quellen schöpft. Dr. Ho.
fen und mit Ibn Saud verhandeln. Diese Reise läßt darauf schließen, daß sich die irakische Regierung dem Standpunkt Ibn Sauds nach einem gemeinsamen Vorgehen der arabischen Länder zu eigen gemacht hat. Dieses gemeinsame Vorgehen soll sich a u f S y r i e n und P a l ä st i n a beziehen und auf eine Abwehr der Gefahr, die König Ibn Saud in der Politik der Einkreisungsmächte für die gesamtarabischen Interessen sieht.
Statistische Erhebung und Veiriebserhebung der ASDAp.
Im Juli findet mit dem Stichtag 1. Juli eine statistische Erhebung der NSDAP, über Parteimitglieder usw. statt. Es gilt, dem Führer und der Führerschaft der NSDAP, ein genaues einwandfreies Bild über den derzeitigen Stand der NSDAP., insbesondere die Zusammensetzung der Parteimitglieder zu vermitteln. Die Erhebung wird in der Art durchgeführt, daß jedes Parteimitglied einen persönlichen Fragebogen auszufüllen hat, der die wichtigsten Angaben über Alter, Kind erzähl, Stellung im Beruf, hauptamtliche und ehrenamtliche Tätigkeit innerhalb der NSDAP., ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände enthält. Die Zustellung dieser Fragebogen erfolgt über die zuständige Wohn- Ortsgruppe. Jedes Parteimitglied hat darauf zu achten, daß es nur einen Fragebogen aus füllt.
Gleichzeitig wird eine Erhebung über sämtliche Betriebe vorgenommen. Mit der Durchführung dieser Fiktion wurde seitens der NSDAP, die Deutsche Arbeitsfront beauftragt. Im Gegensatz zur staatlichen Arbeitsstättenzählung, die einen Ueberblick über die Struktur der Wirtschaft liefern soll, benötigt die NSDAV zur Durchführung ihrer Betreuungsaufgabe sowohl für ihre örtliche Arbeit, als auch für die Lenkung und den Einsatz ihrer Arbeit einen genauen Ueberblick über die Personenverhältnisse der Betriebe innerhalb ihrer Hoheitsbereiche. Die Durchführung erfolgt durch einen Betriebsmeldebogen, der vorn Betriebsobmann gemeinsam mit dem Betriebs- führer auszufüllen ift. Dieser Meldebogen enthält Fragen über die Zusammensetzung der Betriebsge- meinschaft, die Zahl der DAF.-Mitglieder in den Betrieben, unterteilt nach Einpelmitgliedem und korporativen Mitgliedern und über die Walter der Deutschen Arbeitsfront in den Betrieben. Genau wie bei der staatlichen Arbeitsstättenzählung gilt es, alle Gewerbebetriebe, Industriebetriebe, Handwerksbetriebe, Hausgewerbe- und Heimarbeiterbetriebe, Büros, Behörden, öffentliche Betriebe, Par- teidienststellen, Verwaltungen forme die Arbeitsstätten der Angehörigen der freien Berufe (Rechtsanwälte, Schriftsteller, selbständige Aerzte, Künst- ler usw.) zu erfassen. Hierbei wird für jede Haupt- niobcrlaffung, Zweigniederlassung, Filiale, Dienststelle, jedes Zweigwerk, Zweiggeschäft und Zweig- büro ein besonderer Fragebogen ausgefüllt. Als zu erfassende Arbeitsstätte gilt also auch jede räumlich getrennt liegende Niederlassung.


