Zusammengebrochene Lügenkampagne.
Der ausgebUebene Wochenenöputsch in Danzig.
erinnert und die Feststellung getroffen: „Wie bann aber der jag. Friede der (Gerechtigkeit ausfal), das haben mir schaudernd erlebt. Einmal hat das deutsche Volk bas erlebt! Ein zweites Mal wird es das nicht wieder erleben." Die Geschlossenheit zwischen Führung und Volk in Deutschland ist heute d i c st ä r k st e Friede nsbürg schüft. Denn diese Geschlossenheit ift die Voraussetzung für Deutschlands unerschütterliche Ruhe. Darum konnte Rudolf Hetz in Kaiserslauter das Stichwort ausgeben: „Wir sehen gelassen in die Zukunft. Warten wir ab! Wir f(innen abwarten, denn mir sind geschützt durch des Führers Wälle aus Beton und Stahl!" Mehr noch! Auf dieser Geschlossenheit zwischen Führung und Volk in Deutschland beruht die warmherzige Mahnung, die Rudolf Heß von dem „Gautag am Westwall" aus an einen unmittelbaren Nachbarn richtete: „Wir sehen keinen Grund, weshalb ein Volk wirklich seine Soldaten hineinhetzen sollte in einen solchen Selbstmord (eines Angriffes auf den Westwall). Ein Unternehmen im großen Stil würde eine unoorstellbare Katastrophe für den Angreifer sein. Es würde auf fernere Sicht das Ausbluten eines Volkes bedeuten und damit sogar den Selbstmord eines ganzen Volkes."
Es beweist, wie gesagt, die oöUige Verkennung der Lage im Deutschen Reich, daß sich in den englischen Reden und Kundgebungen immer der lächerliche Versuch wiederholt, einen Zwiespalt zwischen Führer und Volk zu schassen, etwa in der bekannten Tonart: mit dem guartiqen deutschen Volk werde man schon einig werden, nicht aber mit denen, die es regieren. Minister, Staatsmänner, Parteien, Bischöfe und andere Wortführer der britischen Oeffentlichkeit versuchen es immer wieder in diesem Kehrreim. Jedes Kind in Deutschland wird diesen Welldeglückern bestätigen, daß alle diese Spekulationen völlig zwecklos sind. Volk und Führer sind in Deutschland eins, und diese Geschlossenheit ist durch Jahre des Kampfes- wie auch durch die beispiellosen Erfolge des deutschen Ausbaues fest begründet. Wer vom deutschen Volke etwas will, der muß den Weg zum Füh. r e r wählen, einen anderen gibt cs nicht, am allerwenigsten in einer kritischen Zeit. Ob es Drohungen sind oder Einschüchterungsversuche, hier herrscht nur ein Wille und eine Zuversicht! Wer das nicht begreifen will, der treibt eine Politik ohne Kenntnis der Voraussetzungen. Dr. Ho.
Moskaus Antwort.
London schwciqt sich über den Inhalt der Note aus.
Moskau, 3. Juli. (DNB.) Die fowjetamtliche Agentur „Taß" meldet: „Mo.lotow empfing am 3. Juli den Botschafter Großbritanniens, Seeds, den Botschafter Frankreichs, Naggiar, sowie Strang und überreichte ihnen die Antwort der Sowjetregierung auf die letzten englisch-französischen Vorschläge. Die Unterredung dauerte über eine Stunde."
Die Londoner Morgenblätter wissen nur zu berichten, daß über den Inhalt der sowjet- russischen Antwort strengstes Stillschweigen bewahrt werde. Die „Times" meldet ausweichend, man müsse erst die Meinung des britischen Kabinetts zu den letzten Berichten des britischen Botschafters in Moskau abwarten, um klarer sehen zu können. Die britischen Unterhändler hätten bei der Besprechung mit Molotow am Montagnachmittag wieder alle „Anstrengungen" gemacht, um das Abkommen zu beschleunigen. „Daily Herold" meint, man rechne mit einer weiteren Besprechung im Kreml in den nächsten Tagen.. Hieraus könne man schließen, daß noch einige „Meinungsverschiedenheiten" vorhanden seien. Auch der „News Ehronicle" berichtet, daß in der Sowjetantwort einige Einwendungen zu weniger wichtigen Punkten sowie neue Vorschläge enthalten seien.
Auch Holland
hat feine Garantie erbeten.
A m st e r d a m, 3. Juli. (Europapreß.) Gerüchte, wonach bei den in Moskau zwischen den englischen und französischen Unterhändlern und der Sowjetunion geführten Besprechungen auch Holland genannt sein soll, geben dem Reglerungspressedlenst Anlaß, bekanntzugeben, daß die niederländische Negierung über diese Verhandlungen in keiner Weise unterrichtet sei. Es heißt bann wörtlich: „Die diesbezüglichen Berichte sind ihr erst aus den Tageszeitungen bekannt geworden. Die Regle- Timg nimmt in diesem Zusammenhang Gelegenheit, ihren traditionellen Standpunkt, sich außerhalb der derzeitigen europäischen Gegen- sätze zu halten, erneut zu bekräftigen."
Mit den Absichten einer Einbeziehung der Niederlande in die Front der von England und Frankreich garantierten kleinen Staaten beschäftigt sich auch das „A l g c m c e n Handelsb 1 a d". Die niederländische Regierung, so schreibt das Blatt, habe nicht nach einer solchen Garantie gefragt, und wenn sie ihr angeboten werde, ®crbe sie sie nicht annehm^n wollen und können. Wenn Holland — von welcher Seite auch immer — angegriffen werden sollte, so würde der Angreifer auf Widerstand stoßen, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nur auf holländischen. Denn k einer der großen Nachbarn werde gleichgültig zusehen können, wenn Holland in Europa oder in Uebersee zum Werkzeug gegen ihn gemacht werde. Ein solcher Beistand aber, den Holland selbst erbitte, nachdem ihm von anderer Seite Gewalt angetan worden sei, sei etwas ganz anderes als eine vorweg organisierte einseitige Garantie, 'die die Niederlande von vornherein f e st l e g e und in öen Augen anderer als Vorposten einer bestimmten Gruppe erscheinen lasse. Nur gegen eine alb seitige, gemeinsame Verabredung aller großen Nachbarstaaten Hollands, eine Gebietsverletzung der Niederlande in Europa und in Uehcrfee als Kriegs - faU anzusehen, fei grundsätzlich nichts einzuwenden, vorausgesetzt, daß auch hier Holland es sei, das b i c Verletzung s e st z u st e l l e n habe.
Warum schweigt England dazu?
Polnische Obersten führen feit einiger Zeit gelegentlich eine so rauhe Sprache, daß sie sich von dem Hetzjargon toll gewordener Chauvinisten nicht mehr unterscheidet. Unter dieser Rubrik gehört auch die Rede des Obersten W e n b a , der sich immerhin Stabschef bes Lagers ber Nationalen Einigung nennt. Dieser schäumende Zeitgenosse brüllt uns über die Grenze ein Wehe ,ZU und versichert uns, Polen habe nicht nur etwas ZU verteidigen, sondern auch „noch etwa; zu erobern!" Wir können dem Herrn Oberst
Berlin, 3. Juli. Wieder einmal ist eine systematische Hetze gegen Deutschland kläglich zusammen- gcv'rochen. Seit etwa einer Woche Überboten sich die Blätter der Weltmächte gegenseitig in Alarm- meldungen und L ü g e n p a r oIe n über einen „Nazi-Putsch in Danzig ", der am vorigen Sonntag stattfinden sollte. Heute sind diese Hetzpropheten nun in der unangenehmen Lago, b e'n jämmerlichen Zusammenbruch ber neue ft en Lügenkampagne irgcnbm’c b e - mänteln zu müssen. Zwar hat sich in Deutschland niemand durch diese Provokationen aus der Ruhe bringen lassen, rückschauend seien aber einmal diese „Informationen aus zuverlässigster Quelle" zusammengestellt.
Am besten informiert war die Londoner und Warschauer Presse. Hier konnte man sogar den genauen Zeitpunkt dieses Putsches lesen: Am Sonntagnachmittag punkt 15 Uhr sollte er beginnen. Die Pariser Zeitungen vom Freitag und Samstag wußten übereinstimmend — und daher unbedingt sicher — baß der Führer sich am Sonntag nach Danzig begeben werde. Aber nicht nur bas: sogar bie Dauer feines Aufenthaltes, ber natürlich bas Signal für den ominösen Wochenendputsch barstellen sollte, war ihm von ber Nachrichtenagentur Fournier oorgeschrieben, zwei Tage würde ber Führer in Danzig bleiben. Zu immer erstaunlicheren Tatsachen „verbichteten" sich bie Gerüchte um Danzig. Die gesamte N e u i) o r = fer Presse berichtete in riesigen Schlagzeilen am Freitag, baß 600 000 Mann Reserven in Deutschland mobilisiert worben seien unb zum Einmarsch bereitstänben. Die .,6 21.« Fliegerdivision" sei bereits feierlich in Danzig eingerückt. In anderen Zeitungen war es wieder die — allerdings inzwischen aufgelöste — Legion Eondor. So genau kommt cs ja auch nicht darauf an, wenn man hetzen will. Nach einer Reuter- mclbung vom Samstag konnte auch schon niemand mehr bie Straßen Danzigs passieren, ohne von SA.- Männern — bie ben Namen Heimwehr angenommen hätten — auf bas genaueste kontrolliert zu werben. Daß bie „Times" im Wettstreit ber Propheten nicht fehlen barf, nimmt uns nicht mun= ber. Am Samstag berichtete sie z. B., daß die Lage in Danzig sich immer mehr zugespitzt hätte. Vorbereitungen eines unmißverständlich militärischen Charakters würden getroffen, unb Kriegsmaterial komme ftänbig von Deutschland nach Danzig.
Es lohnt sich kaum, auf diese erneute Hetze einzugehen, wenn nicht die bedauerliche Tatsache festzustellen wäre, daß nicht nur gewisse Auslanosjour-1
nalisten, deren Treiben längst bekannt ist, fonbern auch verantwortliche Staatsmänner sich an ber Panikmache beteiligten. Erinnert sei nur an die englische Rede-Inflation und an die Ausführungen des französischen Ministcrpräiidenten, der ebenfalls den Eindruck erweckte, als stände eine Weltkatastrophe um Danzig unmittelbar bevor. Nachdem dieser „Putsch" nun nicht st a 11 gefunden hat, redet man sich in London und Paris mit dem gerade nicht mehr neuen Trick heraus, der Führer fei vor den Drohungen und der Entschlossenheit der Demokratien z u r ü ck g e w i ch e n. „Hit- l c r hat tatsächlich während des Wochenendes einen Putsch in Danzig geplant", schreibt z. B. der „Sun- day Dispatch", seine Absichten sind aber am Freitagabend in London bekannt geworden". Das ge-
R i g a, 3. Juli. (EuropapreßJ Unter der lieber« schrift „staatlicher Egoismus!" veröffentlicht die halbamtliche lettische „Brihwa Zeme" einen augenscheinlich vom lettländischcn Außenministerium inspirierten Aufsatz. In ihm heißt es: „Wenn wir jemandem unsere Freundschaft ober unser Mitgefühl schenken, wenn wir mit Sympathie oder Antipathie irgendein anderes Volk ober einen anderen Staat betrachten, so ist die Frage niemals überflüssig: Handeln mir in einem der Würde eines selbständigen Staates entsprechendem Geist? Für unsere heißen Herzen wird keiner einen Groschen geben, unsere versengten Finger aber müssen mir selber heilen. Es gibt Völ, fer und Staaten, denen gegenüber mir jahrelang Sympathie empfanden,'solange unser Staat besteht. Denn diese Volker leisteten uns während der Freiheitskriege Hilfe. Wir sind nicht so naiv anzunehmen, daß Engländer, Franzosen ober Amerikaner uns Hilfe um unserer schönen Augen w i l- 1 c n oder unserer malerischen Landschaftsbilder wegen leisten. Diese Hilfe entsprach damals ihren allgemeinen realpolitischen Zielen, und sie war häufig genug auch wirtschaftlich nicht unvorteilhaft, wovon unsere jahrelang zu zahlende Kriegsschuld für Aufrüstungen zeugt, von denen jetzt noch tin guter Teil unnütz in Lagerwinkeln rostet."
Wir befinden uns in einem Teil Europas, der
nügte natürlich, damit Berlin den Plan fallen ließ. Auch die „ruhige und würdevolle Haltung der polnischen Regierung" wird gerühmt, lieber die Aeuße- rungen polnischen Größenwahns sieht man in London natürlich hinweg. Es ist die gleiche Melodie wie mir sie im Mai vorigen Jahres hörten, als Deutschland ja ebenfalls vor dem Drucf der Westmächte t'aptulieren mußte! Verzeichnet sei noch eine erstaunte Frage ber „Times" am Montag Man wisse nicht, so fragt das Blatt ganz unschuldig, warum die Gea-üchke am Wochenende in bie Welt gesetzt worden seien. Möglicherweise habe Deutschland gehofft, in England unb Frankreich den Boden zu fonbieren. Da haben wir es: Die ganze Lügenkam- pagne geht von uns s e 1 b st aus!
auch seine besonderen Ausgaben hat. Wir erkannten, daß an bereu 3 u folgen, u n • ferc Sicherheit schwächt, daß es ohne Notwendigkeit unsere Beziehungen zu einigen großen Staaten verschlechtert. Diese Tatsachen zwangen unsere Außenpolitik, ci.nc noch selbständigere Richtung zu beobachten, indem sie vollkommene Unabhängigkeit und Neutralität einhält unb sich von allen Sym- pathicn befreit, die feine Grundlage in ber Real« Politik haben.
Wir wissen genau daß die Verhandlungen, bie nun zwischen ben Großmächten stattfinben, auch die baltischen Staaten, baruntcr Lettland, berühren. Aber dies geschieht ohne unsere Zu» st i m m ung, denn wir wissen, baß diese Verhanb» lungen nicht um unseretwillen stattfinben, unb daß mir von ihnen nicht ben gering st en Nutzen zu erwarten haben. Wenn die drei Groß» Mächte, England, Frankreich und die Sowjetunion, mit anderen zu verhandeln begannen, so geschah dies n-cht- um unseretwillen, sondern ihrer eigenen Interessen wegen. Deshalb stehen mir allen lockenden und wohlklingenden Worten, wie „Garantie", „Hilfeleistung", „Sicherheitsblock", fern und blicken mit Unbehagen auf die Erwähnung unseres Namens. Denn zum größten Teil wird er in einer unserem guten N u f abfälligen Weise genannt."
nahe,
es ist niemand anders als England, das
In Schuldknechtschaft
»ege bis zum Grabe
von der
Vernichtende Kritik an Englands Kolonialpolitik in Gambia.
dem
fercs Landes sich klar darüber werden, wie schänd-
Kolonial-Politik.
wieder, nachdem cs durch das Friedensdiktat von Neuilly nur ein Heer von insgesamt 20 000 Mann hatte halten dürfen. Der Balkonbund war bis dahin stets als Gegner bulgarischer Rüstungsfreiheit aufgetreten. Es ist bekannt-, daß König Boris, selbst
Bulgariens M nisterpräsident aus der Fahrt nach Berlin.
Schorf Heide am Werbellinsee. Am Mittag veranstaltet Ministerpräsident Göring in Karinhall ein Frühstück. Die bulgarischen Gäste werden am Freitag um 18 Uhr die Reichshauptstadt wieder verlassen.
Das Regierungsblatt „Dnes" weift auf die politische Bedeutung des Bcfuchcs mit Rücksicht auf die allgemeine Lage hin und beschäftig.! sich bann mit
Minister von Ribbentrop wirb im Auftrage des Führers den bulgarischen Ministerpräsidenten im Kraftwagen zum Gästehaus ber Reichsregierung, schloß Bellevue, geleiten. Darauf stattet der bulgarische Ministerpräsident dem Reichsaußenminister im Auswärtigen Amt einen Besuch ab, ben dieser im Schloß Bellevue erwidert. Am Nachmittag
den freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Deutschland und Bulgarien noch niemals ge- t r ü b t worden seien. Im gemeinsamen Kampfe mähreni) bes Weltkrieges habe 'bie Freundschaft ihr festes Fundament erhalten unb sei weiter durch das gemeinsame Unglück der Nachkriegsjahre verstärkt worben. Auch die kulturellen Beziehungen, die be- teils vor der staatlichen Selbständigkeit Bulgariens mit Deutschland enge gewesen seien, würden- immer dichter gestaltet. Der Genius des deutschen Volkes habe ein Beträchtliches zur Bereicherung der bulgarischen Kultur beigetragen. Das Blatt spricht dann die Hoffnung der bulgarischen Landwirtschaft aus, daß Deutschland, das heute bereits 80 vH. der bulgarischen Agrarerzeugnisse aufnehme, auch in Zukunft ber größte und beste Markt Bulgariens werde. Es sei ganz natürlich, daß unter diesen Voraussetzungen die beiden Länder die herzlich st en Beziehungen mit einander unterhalten. Nachdem Deutschland schwere Tage durchzustehen hatte, habe es dank der genialen Staatskunst seines Füh- rers und ber Arbeitsfreudigleit seines Volkes alle Schwierigkeiten überwunden und gehöre nunmehr zu ben m ä ch t i g st e n Staaten ber Welt. Das bulgarische Volk habe stets mit Bewunderung auf bie beispiellosen Taten des Füh- rers gesehen. Für Bulgarien sei ein st a r k e s Deutschland die beste Gewähr für einen dauerhaften Frieden. Der Besuch bes Ministerpräsidenten Kiosseiwanoff in Berlin werbe der deutsch-bulgarischen Freundschaft neue Impulse verleihen.
Hafer bulgarischer Aremb.
Am kommenden Mittwoch trifft der bulgarische Ministerpräsident unb Außenminister Dr. ©corgijc Kiosseiwanoff zum Staatsbesuch in Berlin ein. Er leitet im Besitz bes uneingeschränkten 23er« trauens des Königs die Politik seines Landes bereits seit Ende 1935. Der 55jährige, seit 30 Jahren im diplomatischen Dienst, kennt Deutschland unb Berlin bereits aus seiner Tätigkeit als Geschäftsträger in ber Reichs Hauptstadt vor 19 Jahren. Er ist übrigens feit 1937 Inhaber des Großkreuzes des Ordens vom Deutschen Adler. Zwischen Deutschland unb Bulgarien bestehen, nicht zuletzt auf Grund der Waffenbrüderschaft aus dem Weltkriege und der deutschen Abstammung des bulgarischen Königshauses, sehr herzliche Beziehungen — Deutschland steht auch in der Ein- und Ausfuhr Bulgariens als Lieferant und Kunde an erster Stelle.
In b:e Amtszeit bes bulgarischen Gastes fallen vor allem drei bebeutfame außenpolitische Ereignisse. Am 23. Januar 1937 unterzeichnete bie Regierung Kiosseiwanoff bas Friedens- unb Freund schaftsabkomme.n mit Jugoslawien, bas längere Zeit vorher bereits burd), eine persönliche Zusammenkunft des Königs Boris mit bem bald darauf in Marseille ermordeten Königs Alexander vorbereitet worben war. Diese Einigung zwischen ben beiden Balkanstaaten beseitigte einen langjährigen Konfliktstoff, ber u. a. in den Spekulationen Frankreichs unb Englands in früheren Jahren wiederholt eine erhebliche Rolle gcspielt hat. Nicht weniger gewichtig war das Abkommen, das am 31. Juli 1938 von Dr. Kiossei- manoff unb dem griechischen Ministerpräsidenten General Metaxas als Präsident des Balkan-
durch seine hetzerische Einmischung in Fragen, die nur Deutschland und Polen angc^cn, bie verrückten Gebietsansprüche polnischer Chauvinisten überhaupt erst ermöglicht hat. Man wird in England sicher auch nichts davon berichten, daß ein polnisches Blatt die alberne Drohung ausspricht, zwei polnische Kavallerie-Regimenter würben völlig genügen, um den Abzug des Gauleiters Forster aus Danzig zu veranlassen. Wir begreifen angesichts solchen Unsinns, daß bie Aeußerungen polnischer Großmannssucht in Lonbon als unbequem empfunden werden. Wir unsererseits glauben im übrigen bessere Propheten zu sein als jenes polnische Blatt, wenn wir annehmen, baß nicht brr Gauleiter Forster, sondern der polnische Gesandte Danzig einmal verlassen wird, ohne erst durch militärische Druckmittel dazu aufgefordert zu werden.
Wenda genau so wenig wie den übrigen polnischen Theoretikern der Aufteilung Ostdeutschlands den Gefallen tun, uns seinetwegen aufzuregen. 2lber etwas anderes interessiert uns an dem fortgesetzten Gebrüll, der polnifdjen Chauvinistenkreise. Alle ihre größenwahnsinnigen Forderungen richten fid) gegen deutsches Land und gegen das deutsche Volk. England, das genau weiß, daß Danzig eine rein deutsche Stabt ist, läßt Deutschlanb täglich burd) seinen Runbfunk der ßänbergicr beschuldigen, weil es bem Ruf Danzigs nach Heimkehr ins Reid) begreiflicherweise jebes Verständnis entgegenbringt. Der englische Rundfunk schweigt aber gegenüber allen polnischen Gebietsansprüchen, die in immer größerem Umfange gegenüber Deutschland erhoben werden. Die Erklärung für dieses Schweigen liegt zweifellos
| bundes unterzeichnet wurde. Durd) diesen Vertrag erhielt Bulgarien seine Rüstungsfreiheit
London, 4.3u(i. (Europapreß.) „Die Kolonie waltungszweigen aus. Richard kommt zu .....
Gambia, Englands älteste in Afrika, ist w i c Schluß, Gambia könne fid) in feinem gegenwärtigen ein dürres Glied an einem gefunden Körper", Zustand der „Unterenlwicklung" kaum "den Luxus stellt der Sonderberichterstatter des „Daily Expreß", j eines Gouverneurs leisten. Viele der heutigen Ein- Morley Richards, fest. Die eingeborene Bevölkerung wohner Gambias seien Nachkommen freigelassener ist unter dem Kolonialsystem völlig verarmt, die! Sklaven. „Ich bezweifle", schreibt er, „ob sie ihrer Kosten für Regierung und Verwaltung sind zu einer! Sklaverei entkommen sind." Bei Tageseinnahmen Bürde geworden, die für die Kolonie u n t r a g b a r | uon nicht mehr als sieben Pence müßten sie direkte geworden ist. Die Regierungseinnahmen betragen . un.d indirekte Steuer zahlen neben hohen Zöllen für im lausenden Jahre 170 000 Pfund gegenüber! Reis und Zucker. Ja, sie zahlten sogar einen Aus- 28’5 000 Pfund vor zwei Jahren. Dagegen sind die' fuhrzoll von zehn Schilling je Tonne auf ihr Lan- Steuern unb Verwaltungskosten höher geworden, dcserzeugnis, die Erdnüsse. „Sie sind in Knecht- Dic 67 Kolonialbeamten beziehen allein an Gehöl- Zchaft, diese schwarzen Briten, in Schulden lern ohne Aufwandsgelder, Reisezuwendungen und von der Wiege bis zum Grabe." Wohnungszuschüssen 44 500 Pfund. 19 000 Pfund Der „Daily Expreß" wendet sich in einem Leitmussen jährlich für Pension aufgebracht werden. ; ariifcl gegen die Kritiker an feinem Enthüllungs-
Besonders unfaßlich erscheint dem Berichterstatter . Feldziig und erklärt u. a.: ' 1 ’
die Landwirtschaftspolitik in der west-' sei es Landes fid; klar Darüber weroen, wie ichand- asrikanischen Kolonie Er stellt fest, daß für den lich sie in der Vergangenheit ihre kolonialen Hilfs- ncte daß er den Orden Pour le merite erhielt Verbau, der das Lebensblut Gambias barftelle, 1 hä|tc vernachlässigt haben." j r Ln Wrf f h/n 91 Zu
nicht mehr als 5888 Pfund zur Verfügung steheir. | Die Kolonie Gambia ist bereits seit 1783 in bn- 9 6 ® 21 b mcr ^hrmacht
Ziehe man davon die Gehälter der europäisd>en tischern Besitz. Mithin bezieht fid) die vernichtende Beamten ab, so verblieben für die Förderung der, Kritik Richards auf über 150 Jahre englischer Landwirtschaft ganze 3000 Pfund. — Aehnlich tröst- Kolonial-Politik. los sicht es in den anderen Negierungs- und Ber-1 —------
o _■ .. ' <■’* ein ausgezeichneter Soldat, der fid) im Weltkriege
ßaf3t die Menschen un- hei dem Feldzug in der Dobrudfcha 1916 unter "" """ - Generalfeldmarschall von Mackensen so anszeich-
nete, daß er den Orden Pour le merite erhielt,
qf ® 0 f l.Q 3- Sl,H- (DNB.) Ministerpräsident und s empfängt der Führer den Ministerpräsidenten Außenminister Kiosseiwanoff begab sich mit in der N».uen Reichskanzlei. Am Abend verunstaltet Gattin und Tochter irn Sonderzug nach B e r 1 i n , ! der Führer zu Ehren der bulgarischen Gäste eine wo er der Reichsregierung einen offiziellen B e s u ch l A b e n d t a f e l im Hause des Führers. Am Don = abstatten wird In Vertretung von König Boris nerstag legt der Ministerpräsident am Ehrenmal wurde Kiosteiwanoss verabsd)icdel vom Hofnwrschall j Unter den Linden einen Kranz nieder. Hieraus be= General Panoss. Zur Verabsck)iedung hatten fid) geben sich die bulgarischen Gäste zum Rathaus, eiugesunden das gesamte Kabinett, der Präsident Dann werden die Besprechungen im Aus- des Abgeordnetenhauses, der deutsck)e Geschäftsträ- w ä r t i g c n A m t fortgesetzt. Am Abend veran-
D°ra i ^f^ftsträger der jugoslawi ' staltet Reichsminifter von Ribbentrop ein Essen im
|d)Ln m ,oroie Zahlreiche weitere ossi-1 Hotel Esplanade. Am Freitagvormittug besichtigen
z,eile Persönlichkeiten. bie bulgarischen Gäste in Begleitung des Reichs-
m)?.cr Sonderzug der bu 1 gar st chen Gäste trifft am arbeilsführers Hier! das Arbeitslager Mittwoch um 14.30 Uhr m Berlin ein. Reichsaußen- S ch o r f h e i d e am Werbellinsee. Am Mittag ver-
„Garantie nicht um unsertwillen."
Realpolitik in Lettlanv. — Oie baltischen Staaten blicken mit Unbehagen auf die Verhandlungen in Moskau.


