SJl.-fport
fugend.
Die Ergebnisse.
platten und Eigenaufnahmen). 16: Nachmittags- | kongert. Eine Kindheitserinnerung von Hermann
NSFK.-Gruppe 11 im Gleitflugwettb'ewerb. 19.15:1 Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher.
des ein.
Kl. 3b, Lp. 154, Kp. 20. Kl. 3c, Lp. 162, Kp. 18. Kl. 3b, Lp. 139, Kp. 13. Kl. 3a, Lp. 155, Kp. 12. Kl. 3a, Lp. 105, Kp. 12. Kl. 4b, Lp. 190, Kp. 24. Kl. 4a, Lp. 190, Kp. 20. Kl. 4a, Lp. 186, Kp. 17. Kl. 4b, Lp. 186, Kp. 16. Kl. 5a, Lp. 146, Kp. 18. Kl. 5b, Lp. 155, Kp. 16. Kl. 5a, Lp. 151, Kp. 14. Kl. 5b, Lp. 140, Kp. 5. Kl. 6b, Lp. 146, Kp. 20. Kl. 6c, Lp. 148, Kp. 19. Kl. 6a, Lp. 152, Kp. 15. Kl. 6a, Lp. 139, Kp. 15. Kl. 6b, Lp. 132, Kp. 9. Kl. 7a, Lp. 210, Kp. 20. Kl. 7c, Lp. 183, Kp. 20. Kl. 7b, Lp. 185, Kp. 19. Kl. 7c, Lp. 168, Kp. 11. Kl. 7b, Lp. 166, Kp. 7.
5.50 Uhr: Bauer, merk auf! 6: MorgenUed - Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. Es spielt das Rheinische Landesorchester. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.25: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 8.40: Froher Klang zur Werkpause. Es spielt das kleine Unterhaltungsorchester. 9.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert in Verbindung mit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. Neue deutsche Unterhaltungsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Beliebte Suiten und Potpourris (II). Industrie-Schall-
(Jndustrie-Schallplatten und Eigenausnahmen. 20: Nachrichten. Grenzecho. 20.15: Wir fahren der Sonne entgegen ... 22: Nachrichten. 22.20 bis 24: Das Mysterium von deutschen Geist. Von Ernst Kratzmann. Bearbeitet von Manfred Marlo.
(Kl. = Klasse; Lp. = Leistungspunkte; Kp. = Kampspunkte.)
Claudius. 18: Lumpen ersparen Devisen. 18.10: Artisten im Rampenlicht. 18.30: Zauber der Haus- lichkeit. Eine heitere Szene von Tinette Taureg. 19: Fliegendes Deutschland. Die Segelflieger der
treten und die Boote startbereit gemacht. Um 11 Uhr waren sämtliche 25 Boote startbereit und nach der Flaggenhissung hielt der stellvertretende Ver- einsführer eine kurze Ansprache. Dann gab er das Kommando zum Start. In froher Fahrt ging es lahnaufwärts bis zur Lumdamündung. Mach der
Anpaddeln im Kanuklub Gießen-Wieseck.
Am Sonntag fanden sich die Kanufahrer
In der alten sudetendeutschen Stadt Leitmeri tz an der Elbe gab am Sonntag der Reichssportführer von Tschammer u'n ö Osten das Startkommando des ersten großdeutschen Anruderns. An allen Masten der großdeutschen Rudervereine wurden pünktlich 11 Ühr die Flaggen gehißt, und auf das Zeichen „Los!" tauchten Tausende von Riemen ins Wasser. Im Osten und Westen, Süden und Norden unseres großdeutschen Vaterlandes glitten die schlanken Boote auf Flüsse und Seen hinaus zur ersten Fahrt in den Frühling.
In einer kurzen Ansprache über alle deutschen Sender wies der Reichssportführer auf die Bedeutung des Tages hin. Er grüßte die Ruderer des Sudetengaues, die geschloffen mit in vorderster Front bei dem Kampf um den Anschluß an das Reich gestanden haben, und die deutschen Kameraden im Protektorat Böhmen und Mähren, deren Bootshäuser auch in schwerster, nun vergangener Zeit allen Gewalten zum Trotz stets ein fester Hort des Deutschtums waren. Er dankte den wackeren memelländischen Ruderern, die mit eiserner Entschlossenheit und zusammengebissenen Zähnen zwanzig Jahre lang schwerste Unterdrückung geduldig getragen haben. Nun können die Boote der deutschen Ruderer unter der Hakenkreuzflagge ihre Dahn ziehen.
Für das schon im Zeichen der Olympiade stehende neue Ruderjahr forderte der Reichssportführer auf, in planvoller Breite narbe i t die sportlichen Kräfte heranzubilden, die nötig sind, um weiterzuschreiten auf der Bahn des Erfolges. Er schloß seine Rede mit den Worten: „Angesichts der festlich wehenden Flaggen und der Wimpel, die heute am Tage des Rudersports für das Winterhilfswerk eure Bootshäuser von der Saar bis zur Weichsel, von der Donau bis zur Nordsee schmücken, im Bewußtsein unserer engen Verbundenheit wollen wir auch in diesem Augenblick dem Führer un-
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Rückkehr zur Badenburg blieb man noch geraume Zeit in herzlicher Kameradschaft beisammen.
Am Nachmittag legten noch einige Kanufahrer Beweise ihrer Fahrkunst ab, die bei den Zuschauern recht beifällig ausgenommen wurden. So endete auch der erste Start der Wiesecker Kanufahrer mit einem erfreulichen Erfolg für den schönen Wassersport.
Lillard-Wettspiel Gießen-Kaffei.
Nachdem vor 14 Tagen der Gießener Billard- Club beim Kasseler Billard-Sportverein zu Gast gewesen war, wobei Kassel mit 1396 Bällen in Führung gehen konnte, fand am 1. und 2. April das Rückspiel im Cafe Amend in Gießen statt. Inden 64 Partien auf je 150 Bälle auf Matchbillard und kleinem Brett konnte Kassel seinen Vorsprung nicht nur halten, sonder sogar auf 1472 Bälle erhöhen. Während Kassel 8624 Bälle erreichte, war es der spielschwächeren Gießener Mannschaft nur möglich, 7152 Bälle zu erzielen. In echter sportlicher Kameradschaft wurde gekämpft. Obwohl Gießen die Hälfte der Partien beim Rückspiel gewinnen konnte, war der Sieg der Kasseler nie in Frage gestellt. Die Höchstserien erreichten Dr. Schirmer (Gießen) mit 42 Bällen und Cra- mer (Kassel) mit 40 Bällen. Den besten Einzeldurchschnitt erzielte Dr. Schirmer (Gießen) mit 6,818 und den besten Generaldurchschnitt Cramer (Kassel) mit 3,922.
' Wünsdorfs Fechter in Frankfurt geschlagen.
Die Fechtmannschaft der Heeressportschule Wüns- dorf stellte sich nach ihren Erfolgen in Dresden, Saarbrücken, München und Offenbach am ersten April-Sonntag in Frankfurt am Main vor. Die Wünsdorfer Offiziere, in deren Reihen man Major Handrick, Major Heigl und Oblt. Lemp vermißte, trugen im Fechtsaal der „Hermannia" einen
Abrädor
wSicht Hände
rillenfauber
NSG So fingen die Buben und die Mädel.in den Kindergruppen. Die Kindergruppen der Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerkes haben sich unter der Jugend im letzten Jahre viel Freunde erworben, die es kaum erwarten können, bis der allwöchentliche Heim-Nachmittag sie wieder vereint. Mit dem Abzeichen der Wolfsangel kann man sie zu ihrem Heim wandern sehen, die ALädel in rotweißkarierten Kleidchen und die Buben im weißen Hemd mit mausgrauer Hose.
Wie stark die Kindergruppen im Jahre 1938 zu- genommen haben, zeigen einige Zahlen: 1937 bestanden im Gau Hessen-Nassau 168 Gruppen mit 6849 Mitgliedern, 1938 wuchsen sie bereits auf 421 Gruppen mit 15 947 Mitgliedern an.
Für das Deutsche Frauenwerk ist in der Betreuung der Kindergruppen eine schöne Aufgabe gestellt, die den Frauen besonders viel Freude macht. Vor allen Dingen werden als Helferinnen Mitglieder der Jugendgruppen herangezogen. Sie sorgen dafür, daß unsere Jüngsten schon früh zu eifrigen Nationalsozialisten heranwachsen, die wissen, kvas es heißt, immer zur Hilfe für den Nachbarn bereit.zu fein.
Appell an die Tierfreunde.
Man schreibt uns: Sobald die Sonne höher steigt und wärmer scheint, strebt nicht nur der Mensch häufiger ins Freie, sondern auch die Haustiere verlangen größere Freiheit. Zu diesen gehören auch die Katzen, die den Winter über meist in der warmen Stube oder hinter dem Ofen zugebracht haben. Äe Schädlichkeit: ihres Treibens in Feld und Wald dürfte genügend bekannt sein. Es ist deshalb ratsam, ihnen nicht zu große Freiheit zu gewähren, da sie eines Tages dann doch dem Tode verfallen sind. Aber auch von der Straße oder außerhalb geschlossener Höfe und Gärten in der Stadt sollte man sie fernhalten, damit sie nicht ihrem Totfeinde, dem . Hunde, begegnen, wobei sie meist nach dem Gesetz. , daß dem Stärkeren das Leben gehört, den kürzeren , ziehen. Für den Tierfreund ist solch Kampf immer ein wenig erfreuliches Bild. Es ist Pflicht jedes Tierhalters, dafür zu sorgen, das ihm anvertraute Geschöpf vor Gefahren, mit denen der Verlust des Lebens verbunden ist, nach Möglichkeit zu bewahren.
Rundfunkprogramm
Mittwoch, 5. April.
Wintergerätewettkämpfe
der Gießener höheren Schulen.
Kurz vor Schluß des Schuljahres trugen die Gießener Höheren Schulen ihre Gerätwettkämpfe in der Unter-, Mittel- und Oberstufe aus. Die Leistungen waren gut, auch bei diesen Kämpfen zeigte 'sich wieder " die Einsatzbereitschaft unserer
Vereins zum Änpaddeln an der Badenburg Pünktlich um 9 Uhr würde am Bootshaus ange-
„Tag des deutschen Rudersports."
wandelbare Treue. und unermüdliche Erfüllung unserer sportlichen Aufgabe geloben. Kampfgeist und Opferwille, getragen von unverbrüchlicher Kameradschaft, sollen auch 1939 der Wegbereiter des Erfolges fein."
Das Anrudern auf der Lahn.
In Gießen hatten die Winterstürme und auch das Hochwasser der Lahn einigen Schaden an den Bootshäusern und Wasserstegen, wie z. B. beim Ruderklub „Hassia" und bei der Paddlergilde, angerichtet, der für den Sport in diesen Vereinen einige Erschwernisse mit sich bringt. Nach dem Fort- •gang der jungen Menschen zum Arbeitsdienst und zur Wehrmacht sind auch Lücken in den Mannschaften entstanden. Trotzdem haben die Gießener Vereine noch eine stattliche Anzahl von Ruderern zusammenbekommen. Beim Ruderklub „Hassia" waren unter der Leitung des Vereinsfllhrers Fr. Schüßler 50 Ruderer zur Flaggenhissung an- getreten. Nach der Aufforderung zur Aufnahme der Uebungsarbeit gingen auf das Kommando hin drei Vierer und Hin Senior-Vierer sowie zwei Zweier, darunter ein Frauen-Zweier, aufs Wasser. Der Ruderklub „Hassia" hofft, einige gute Nachwuchsmannschaften ins Training bringen zu können.
Die Gießener Ruder-Gesellschaft vereinigte ihre Ruderer und Sportfreunde unter der Leitung des Schriftführers Dr. B r e u n i n g um die Fahne. In diesem Jahr war regeres Leben als im Vorjahr zu verzeichnen. Außer einem Achter tarnen vier Vierer, zwei Zweier mit Steuermann und zwei Einer auf das Wasser. Durch Zusammenstellung der Ruderer aus der Olympiazelle hofft die GRG. eine schlagkräftige Mannschaft aufzubringen, die sich auch an Wettkämpfen beteiligen kann. Im allgemeinen ist es auch bei ihr so, daß dem Nachwuchs die Arbeit gilt, weil ältere Sportler in nicht genügender Zahl vorhanden sind.
Degen-Mannschaftskampf gegen den deutschen sind deine HosfNUNg, Deutschland! Meister aus, in dem „Herftiannia" mit 26:20 Siegen und 106:109 erhaltenen Treffern siegreich blieb. Bester Fechter war der deutsche Degenrnelster Siegfried Serben (Hermannia), der alle sieden Gefechte gewann. An einem folgenden Degen- Einzelfechten ahf einen Treffer nahmen 14 Fechter teil. Auch hier erwies sich L e r d o n als der Bests
Gtabsleiter von Mengden.
Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat den bisherigen Generalreferenten des Nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen, Guido von Mengden, zum Stadsleiter des NSRL. ernannt. Das bisherige Generalreferat erhielt die Bezeichnung „Führungsamt". Dem Stabsleiter obliegt die Leitung des NSRL. Der Reichssportführer erteilt für den Stabsleiter die Befugnis, ihn in seiner Eigenschaft als,Führer des NSRL. nach innen und außen zu vertreten. Er ist dem Reichssportführer unmittelbar unterstellt.
Mit dieser Ernennung hat der Reichssportführer einen seiner engsten Mitarbeiter geehrt, der ihm in den ganzen Jahren der Entwicklung des DRL. zum NSRL. mit stets bereitem Einsatz und unermüdlicher Schaffenskraft zur Seite stand. Das neugeschaffene Amt des Stabsleiters gibt dem bisher schon im hervorragenden Maße am organisatorischen Aufbau des NSRL. tätigen SA.-Führer Guido von Mengden neue Wirkungsmöglichkeiten im Bereich der Betätigung für den gesamtdeutschen Sport.
Die ersten Motorsportabzeichen in der RSKK.-Motorgruppe Hessen.
NSG. In einer Feierstunde am Sonntagoormit- tag in den Excelsior-Lichtspielen in Frankfurt am Main erhielten die ersten zehn NSKK.-Führer und -Männer in der Motorgruppe Hessen das Motorsportabzeichen, das im vergangenen Jahr durch den Führer verliehen wurde, durch Gruppenführer Prinz von Hessen überreicht. Mit diesem Abzeichen wurden die erfolgreichsten Männer und Führer der Gruppe» ausgezeichnet, denen diese Ehrung Ansporn zu meiferem Einsatz auf motorsportlichem Gebiet sein wird.
Das Motorsportabzeichen erhielten in Gold: Ober- truppsührer Kahr mann und Obertruppführer Willy Schell; in Silber: Oberscharführer B r e n- dcl und in Bronze: Scharführer Jordan, NSKK.-Mann Lottes, Truppführer T re u t - lein, Standartenführer Nagler, Scharführer Ferdinand L e h d e r, Oberscharführer Jakob Lind und Truppführer'Gottfried Schwarz.
Gaufachamt Kanu tagte in Gießen.
Tms Fachamt Kanusport im Gau XII (Hessen) des NSRL. hiel^ am Sonntag unter Leitung des Gaufachwartes Pg. Walther G u t a ck e r (Kassel) im Hotel Hopfeid in Gießen eine gutbesuchte Tagung der Vereinsführer und Kreisfachwarte ab. In mehrstündiger Arbeitssitzung trugen der Gaufachwart und seine Mitarbeiter die für das begonnene Sportjahr im Vordergrund stehenden Fragen vor. Insbesondere kamen neben allgemein- organisatorischen Fragen zur Sprache: die, Einführung der Wassersportflagge und des Flaggenschei- ncs, die neuen Wettkampsbestimmungen und der Wettkampfplan für 1939, die Jugendarbeit und ihre Förderung, ferner organisatorische Fragen des Wasserwanderns und Zeltens sowie der Kajakslalom, über dessen Wesen und Durchführung der Gauob- mann Kropf (Kassel) ausführlich berichtete.
Die Tagung bot reichlich Gelegenheit zu ersprießlichem Erfahrungs- und Gedankenaustausch, und zeigte zugleich die Notwendigkeit, künftig regelmäßig derartige Gautagungen des Fachamtes durchzu- führen.
9as AMchm Maye.
Roman von Walther filoepffer.
Copyright by darl Äuncker Äerlag,Aerlin>VZ5
36 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Maxie fuhr mit dem Kopf in die Höhe und sagte rasch: „Jawohl, das stimmt, Onkel Brettschneider!"
„Das ist eine döse Geschichte, mein Kind. Was ist denn vorgefallen'?"
„Dein Doktor Holl mag als Arzt so tüchtig sein, wie er will. Mir gegenüber hat er sich ganz unglaublich benommen. Du wirst verstehen, wenn ich nicht gern davon spreche."
Brettschneider seufzte.
„Gott, was seid ihr jungen Leute schwierig! Erst macht ihr ein Mordsgetöse von eurer Liebe, und bann ist auf einmal alles so gründlich verfahren, daß mir mein bester Mann davonläuft. Mache einmal Gewissensforschung. Bist du nicht auch selbst ein bißchen daran schuld? Du kannst zuweilen sehr temperamentvoll fein, Liane. Läßt sich denn diese Entgleisung nicht wieder einrenken?"
„Einrenken?" lachte Maxie höhnisch. „Ich bedanke mich dafür! Dazu ist mir dein vielgerühmter Doktor Holl denn doch zu unsauber."
„Was sind das für Ausdrücke? Da muß ich Holl schon in Schutz nehmen. Holl mag sein, wie er will, aber unehrenhaft handelt er nicht. Das meinst du doch? Ich verstehe mich ein wenig auf Menschen, liebe Liane."
„So? Dann will ich dir Menschenkenner meine persönliche Erfahrung nicht länger vorenthalten", spottete Maxie. „Wie findest du das, wenn ein Herr eine Dame, mit der er so gut wie verlobt ist, hinterrücks mit einem anderen Mädchen betrügt?"
„Schuftig. Aber das kann doch auf den Kollegen Holl nicht zutreffen. Der hat, wie ich ihn kenne, überhaupt keine Frauen im Kopf. Der ist viel zu ernst und gediegen für so ctnyis", verteidigte Brettschneider voll Ueberzeugung.
„Dann tue mir den Gefallen und höre zu." Maxie war so empört, daß sie alle Scham überwand und dem Professor den Ablauf der Geschehnisse von A bis Z berichtete; den Fall Scheuert, das Auftauchen des Mädchens Anna Schwiebus und endlich jene Episode im Krankenstaus, die ihren Stolz aufs tiefste verletzt hatte. Maxie brachte diese Geschichte nur stockend heraus, und ihre Augen funkelten vor Erregung. Als alles vorbei war, schwieg fie finster.
„Schwiebus sagst hu? Anna Schwiebus? Wann.
war denn dieser Zwischenfall eigentlich? Das würde mich doch interessieren", murmelte Brettschneider und bearbeitete seinen Bart.
Das kann ich dir ganz genau sagen, denn so etwas vergißt man nicht. Das war am letzten Dienstag gegen fünf Uhr. Noch ein Datum gefällig?"
Der Professor ließ den Patriarchenbart fahren und wetterte los: „Liane, jetzt geht mir ein Licht auf! Na so was! Mädchen, hier waltet ein grobem Mißverständnis, und du bist ein eifersüchtiges dummes Schaf. Von einem alten Herrn kannst du das ruijig annehmen. Du hast ja auch noch andere Fehler, ab'er die wollen wir auf sich beruhen lassen. So, nun spitz mal deine hübschen kleinen Ohren. Im Fall Scheuert, um gleich am Anfang zu beginnen, hat Holl durchaus korrekt gehandelt, und du hast dich wie eine unvernünftige Gans betragen. Daß dir nach dem Erlebnis bei Frau Tukan Gewissensbisse gekommen sind, läßt mich einiges für dich hoffen. Aber was nachher war, das ist fo ziemlich das verrückteste Mißverständnis, das die Weltgeschichte je erlebt hat." Hier legte Brettschneider eine Pause em, teils aus rednerischen Gründen, teils aus Mangel an Atem. Maxie stand klein unb verwirrt da, zog ein gekränktes Mäulchen und fand, daß in dieser Rede etwas viel Deutlichkeit war. Brettschneider, der jetzt wieder gut bei Luft war, fuhr fort:
„Das mit der Anna Schwiebus ist goldig! Weißt du, weshalb sie bei Holl war? Nicht eines Schäferstündchens halber — das möchte ich mir auch schönstens verbeten haben, denn wir haben ein Krankenhaus drüben und keinen Rokokopavillon —, sondern wegen einer Blutentnahme, die Holl zu seinen Versuchen brauchte. Das weiß ich zufällig ganz genau. Und du wirst gütigst einräumen, daß man die Bluse ausziehen muß, so man in den Arm gepiekt wird. So viel über diesen katastrophalen »Irrtum, der mich einen Mann wie Doktor Holl kostet. Dieses Mißverständnis entschuldigt aber nur teilweise. Denn ein Mädchen mit ein bissel Verstand geht den Dingen auf den Grund, spricht sich aus und schreibt nicht gleich Brandbriefe. Meine liebe Liane, du hast dir eine schöne Suppe eingebrockt — mit deiner Liebe scheint es überhaupt ein bißchen zu hapern. Wenn man jemand lieb hat, muß man doch auch Vertrauen zu ihm haben. Oder nicht?" schloß er etwas milder feine Rede
In Maxie entstand während diefes Sturzbaches von Wor-ten ein wilder Wirbel von Gefühlen: Verblüffung, Lchrecken, Jubel, Reue, Angst. Die kugelten nun in ihr durcheinander und machten sie hilflos und ungeschickt zu jeder Entschuldigung. Schließlich meinte sie sogar. Nicht laut und nicht störend, sondern mehr nach innen.
„Ach, Onkel Brettschneider, was habe ich da an- gestellt?" war alles, was fie herausbrachte.
„Heule nicht. Vom Heulen wird es nicht anders. Zerbrich dir lieber den Kopf, wie du das gutmachen kannst. Holl ist drüben im Krankenhaus. Der arme Mensch sieht auch nicht zum besten aus; so einen verbitterten Zug unter der Nase, Mädchen, das kenne ich. Kunststück, nach deinem Theater! Geh rüber, mach schon „Bitte, bitte!" und laß endlich mal diese Schwiebus aus dem Spiel. Ist doch alles ganz harmlos mit der. Muß ich auf meine alten Tage noch fo’n zerbrochenes Liebesidyll zusammenleimen! Wenn Holl dir deinen Brief um die Ohren schlägt, weiß Gott, ich könnte es ihm nicht verdenken. Versuchen kannst du es ja."
Professor Brettschneider war sonst der beste Mensch, aber heute führte er eine ziemstch kräftige Sprache, mit zackigen Bildern durchsetzt, um das Mädchen tüchtig aufzurütteln.
„Ich schäme mich", flüsterte Maxie unb streichelte den Aermel des alten Mannes.
„Schämen kannst du später besorgen. Jetzt mußt du 001/ allem einmal ran an den Speck, da hilft nichts. Du hast Holl verkrümpelt, bügele ihn gefälligst auch wieder aus. Ob der Schaden noch zu reparieren ist, weiß ich nicht. So einer ist kein Hampelmann; wenn du ihn dir verscherzt hast, soll es mir leid tun. Guten Tag, Liane!"
Als der Professor sich entfernt hatte, schlüpfte Maxie voll Kummer in ihre Jacke, puderte ein wenig die rote Nasenspitze und setzte ihr modisches Hütchen auf. Dann ging sie rasch zum Krankenhaus hinüber und war ein bißchen blind und schußlig vor Aufregung. Der erste Mensch, der ihr in den Weg lies, war Dr. Kistenmachen.
„Ich muß sofort Doktor Holl sprechen", hastete sie. Das Unglücklichsein sah ihr aus den Augen.
Die zwei können einen wahrhaft schwächen, dachte Kistenmacher und zauderte ein bedauerndes Lächeln zutage.
„Kollege Holl ist leider vor zehn Minuten weg- gegangen. Wohin, weiß ich nicht. Er ist seit einiger Zeit, wie soll ich sagen, ein bißchen komisch. Er hatte einen Koffer bei sich und warf mir von fern nur ein paar unverständliche Worte zu, die nach Verabschiedung klangen."
„Sehen mir in seinem Zimmer nach."
„Gern, Fräulein Hegemann!"
Das Zimmer war leer. Alle Kästen und Schubladen mareji ausgeräumt.
„Das sieht nicht aus, als ob er wiederkommen wollte", meinte Dr. Kistenmacher bestürzt. „Vielleicht weih der Herr Professor Näheres?"
„Kennen Sie Holls Wohnung? Er hat doch seine Familie hier." 71
„Jawohl, die kenne ich. Warten Sie, ich schreibe Ihnen die Anschrift auf. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?"
„Nein, danke! Wiedersehen, Doktor Kistenmacher!
Maxie ging mit dumpfen Kopf zum Pförtner uni) rief die Villa an. Sie käme heute nicht zum Essen, sie müßte Dringendes erledigen. Dann ließ sie eine Taxie kommen Und fuhr nach Giesing. Schmale Gas' fen, Vorstadt, sehr niedrige oder sehr hohe Häuser, Ein finsterer Hausflur und wilde Gerüche im Stiege nhaus; halb ausgebrannte Birnen, die das Tageslicht ersetzen mußten; Kindergekreisch und Weiber- gezänk. So also wohnt Georg, mußte Maxie denken, als sie an einer der vielen Türen klingelte. Mitleid beschlich sie.
Hinter dieser Tür war es ausfallend sauber, aui hell und freundlich. Zwei Kleiderkästen standen hl i Korridor. Die alte Frau, die ihr geöffnet hatte, wunderte sich nicht einmal über die fremde jungt Dame, denn sie vermutete eine neue Kundin in ihr. Das Wundern begann erst, als fie sich vorsteM j und nach Dr. Georg Holl fragte. Mutter Holl ent' sann sich, daß Georg ihr von diesem Fräulein Hegemann erzählt hatte, wenig zwar und vor geraumer Zeit, aber mit großer Begeisterung. SoM war sie leidlich im Bilde. *
„Wollen Sie nicht eintreten, Fräulein?"
„Wenn Sie erlauben." - 1
Maxie wurde in eine bescheidene Stube geführt wo eine Nähmaschine stand und ein eiserner OW mit spaßigen Füßen. An der Wand verblaßte ßidjt bilder in Laubsägerahmen, ein Kanarienkäfig UN" eine Kuckucksuhr.
„Sie wollen meinen Aeltesten sprechen?"
„Ja. Es ist dringend", sagte Maxie besangen. I „Ich kann Ihnen leider keine Auskunft geben, er steckt. Aber nehmen Sie doch Platz. Ist er denn nicht im Krankenhaus?"
„Nein", erwiderte Maxie leise Und war de» Tränen nahe. .
„Ist etwas geschehen?" fragte die alte Frau besorg' „Geschehen? Nein. Wenigstens nicht in den Sinn, wie Sie es meinen. Es betrifft mich uni । ihn", stotterte Maxie. J
„Vielleicht können Sie mir sagen, um was e- sich handelt", ermunterte die alte Frau. Sie wjj klein und schmächtig, unb niemand traute ihr fow Prügelkerle von Söhnen zu. Sie hatte wegen, Feiertags ihr gutes Hauskleid an und befaß ein geschickt zupackende Art, an die Dinge heranzuko'i, men. Sie verbreitete Zutrauen und Mütterlichk^ um sich. (Fortsetzung folgt-/


