!tr. 229 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
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Das Korridorgebiet einst und heute
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Der geographische Korridor ist eine Erfindung des Versailler Diktates und hat eine traurige Berühmtheit erlangt In den 14 Punkten des Präsidenten Wilson war dem neuen Staate Polen ein „A u s g a n g zum Meere" versprochen worden. , Wilson dachte dabei an keine ganze Provinz, sondern an die Internationalisierung des Laufes der Weichsel und an einen polnischen Freihafen in Danzig.' Erst in den Verhandlungen um die Gestaltung des Diktates gelang es den Feinden, auf Grund falscher Darstellungen und frisierter Landkarten fast das ganze Weichseltal der Provinz West- preußen diesem „Korridor zuzuschanzen. Das Gebiet bildete seitdem mit der früheren preußischen Provinz Po s c n die Wojewodschaft Pommerel- I e n. Die nördlichen und überwiegend deutschen Teile Posens bilden gemeinsam mit den alten west- preußischen Kreisen an der Weichsel den sog. Korridor, nachdem das Gebiet von Danzig-Stadt und Land herausgeschnitten und zu einem sog. Freistaat gemacht worden roar.
Die alte Provinz Westpreußen mit Danzig und Thorn brachte bei den Reichstagswahlen von 1912 rund 173 600 deutsche und nur 115 000 polnische Stimmen auf. B r o m b e r g , das zum Pofenschen zählte, war eine der größten und deutschesten Städte des damaligen Ostens. Bei der Nationalversammlungswahl von 1919 wurde eine deutsche Stimmenzahl abgegeben, die weit über die Hälfte aller Wähler darstellte. Zur eigentlichen Volksabstimmung gemeinsam mit dem südlichen Ostpreußen wurde aus Westpreußen nur der Bezirk Stuhm-Marienwerder zugelassen, der zu 9 3 v. H. für Deutschland stimmte und daher in der Hauptsache beim Reiche verblieb, obwohl man diesem rechtswidrig die Dörfer an der Weich
sel vorenthielt.
Betrachten wir uns den bisherigen Korridor von Norden nach Süden, so bildet die Halbinsel
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Oberschlesien das polnisch-oberschlesische Industrie- und Rüstungsgebiet, während die Armee des Generals Blaskowitz diese ganzen Operationen gegen einen von Posen aus erfolgenden F l a n k e n st o ß der Polen zu sichern hatte.
Unterstützt wurde dieses konzentrische Vorgehen durch die Luftflotten des Generals Kesselring im Norden urtb des Generals Löhr im Süden. Sie zerschlugen die feindliche Abwehr in der Luft und auf dem Boden in raschen, vernichtenden Schlägen; sie belegten die marschierenden Polen, ihre Munitionskolonnen, ihre Sammelstellen, ihre Bahnhöfe mit Bomben, sie ließen ebenso wie die motorisierten deutschen Truppen den Gegner nicht zu Atem kommen.
Die abgeschlossene Korridor-Armee mußte sich ergeben, die von der Armee des Generals von Reichenau u m R a d o m eingekesselten Truppen desgleichen, während gleichzeitig vorgeworfene Kräfte dieser Armee der langsam aus dem Posener Raum auf K u t n o zurückweichenden Armee den Weg nach Warschau abschnitt. Diese größte polnische Armee war also im westlichen Weichselbogen abgeschnitten, die Armeen Blaskowitz und Reichenau hatten sie in die Zange genommen, und sie hielten fest. Verzweifelt versuchten die Polen immer wieder, diesen ehernen Ring zu durchbrechen. Die deutsche Zange hielt, und fast vor den Toren Warschaus mußte die größte polnische Armee sich ergeben.
Die größte Vernichtungsschlacht der Weltgeschichte war geschlagen worden. Ganz Polen lag den Deutschen offen, und nur in Warschau kämpfte gegen alles Völkerrecht eine aufgehetzte Zivilbevölkerung als Heckenschützen im Verein mit versprengten polnischen Truppen einen aussichtslosen Kampf. Diese beispiellose Niederlage der Polen ist erzielr worden durch die geniale Führung unseres Heeres, durch fcn Geist, der die Führung und Truppe beseelt, und durch die geschickte Anwendung der neuesten technischen Waffen, die nur im Verein wirken, einzeln aber keine Entscheidung zu bringen vermögen.
Eugen Siebert
Änkel Fritz sah sich um, wie wenn er die „Km- V4 suchte. Dann stand er einen Augenblick fmnenD sagte: „Wir wollten gerade morgen mindern Icitoffelbuddeln anfangen. Ein Stück hat
seine Verbindungen zu zerschneiden, um ihn somit in Einzelkämpfen zu überwinden, gelang.
Die Einheitlichkeit der deutschen Führung hatte die einzelnen Heeresgruppen am 1. September nach ^diesen Weisungen marschieren lassen. Der strategische Stoß kam den Polen derart überraschend, daß eigentlich schon am 2. September ihr ganzer Feld- zugsplan zusammengebrochen, war und daß von da an jede einzelne polnische Gruppe für sich focht und untergehen mußte. Wenn ihr Marschall Rydz- Smigly jetzt in Rumänien erklärte, er tjabc schon am zweiten Tage des Feldzugs eingesehen, daß sein Plan falsch war, er habe dann Frieden machen wollen, so spricht diese Erkenntnis durchaus gegen ihn und für die Geniafttat der ihm turmhoch überlegenen deutschen Führung. Gegen die stärkste Macht der Polen umPosenherum richtete sich zunächst der deutsche Stoß überhaupt nicht. Von der Heeresgruppe Nord des Generalobersten von Bock ging die Armee des Generals von Kluge aus Pommern vor, überschritt zwischen Grau- denz und Bromberg die Weichsel und trennte im Zusammenwirken mit Teilen der in O st preußen aufgestellten Armee des Generals von Küchler die starke polnische Korridor-Armee von ihren Verbindungen. Dieser Schlag gegen General Bornowski erfolgte so rasch, daß die P o s e n e r Zentralgruppe der Polen gar nicht in der Lage war, ihn zu verhindern. Ihre eigenen rückwärtigen Verbindungen waren bereits bedroht, zumal die Armee des Generals von Küchler aus Ostpreußen bereits den Marsch an den Narew angetreten hatte und damit den Polen zuvorkam. Dieser Stoß erschütterte die Polen; Teile der Armee Küchler standen bald hinter Warschau.
Gleichzeitig erfolgte aber auch der Stoß aus d e m S ü d e n. Die Heeresgruppe Süd des Generalobersten von Rundstedt war in drei Armeen eingeteilt Die Armee des Generalobersten L i st griff aus dem südlichen Teil des Protektorats und aus der Slowakei in Richtung Krakau an, die mittlere des Generals von Reichenau aus
termilch schaffen sollte, schien ihm ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.
Nun zeigte chm Onkel Fritz, wie man es machte: wie man am besten immer eine etwa fünfzehn Schritt lange Reihe aufhackte, nicht zu nah, aber auch nicht zu weit hinter jeder Staude, wie man sich dann auf die Erde niederließ und keine Knolle beim Sammeln vergaß Walter, eine bis auf die Füße reichende Schürze aus Sackstoff vor dem Leib, mußte es nachmachen, und Onkel Fritz war zufrieden.
Stellst dich ganz gut an, Junge!" sagte er. „Aber lege nicht gleich ein zu scharfes Tempo vor! Wenn dahinten rechter Hand der v-Zug vorbeifahrt, ist es neun dann frühstücken wir. Und wenn da linker Hand auf dem Gute die Glocke geläutet mtrb, tft es Zwölf, dann kommst du zum Essen. Die vollen Sacke läßt du stehen, wo sie stehen; ich hole sie heute abend mit dem Kastenwagen ab. Und nun viel Vergnügen
„Danke gleichfalls!" rief Walter ihm nach und stürzte sich auf die Arbeit.
Donnerwetter, das machte Spaß, die Hacke mit dem Kraftaufwand eines Holzfällers durch die Luft zu schwingen, sie tief in die Erde bringen zu lassen und sie mit einem gewissen Zug nach oben, der das Wurzelwerk lockerte, wieder herauszuziehen! Scharf aufpassen mußte man freilich, daß die Zinken nicht die Knollen trafen, aber das lernte man bald. Dann rutschte man kniend auf der Erde entlang, und es war lustig, wenn man die feuchten Knollen aus ihrem dunklen Verstecf aufstoberte und ste mit lässigem Schwung in den Korb warf Schon war der erstes Korb voll und wurde in den ersten leeren Sack aSÜttam her v-Zug und die sechs Stullen waren im Nu weg, die Kanne auf einen Zug ge= teert. Aber als Walter nun wieder ftifch gestärkt die Arbeit aufnehmen wollte, war sein Rucken vpm Stillsitzen ganz steif geworden. Teufel noch einmal, tetzt ging das Hacken nicht mehr so schwungvoll von der Hand! Und als er wieder auf dem Boden kniete, merkte er erst, wie scheußlich dreckig die Erde war. Sie war naß und kalt und klumpig, kleine kantige Steine bohrten sich einem schmerzhaft unterdle Fingernägel, manchmal mußte man ohne Scheu ein ftcuheliges, festverwurzeltes Unkraut greisen und beEreißen, manchmal faßte man m etwas um anaenehm matschiges, das war die verfallene Mutter- karüfffel, manchmal hatte man einen glibberigen Reaenwurm zwischen den Fingern. In den Fingerspitzen war ein merkwürdiges rauhes Gefühl, und
Fischerdörfer verschwinden, deren Einwohner zunächst auf der Insel Rügen eine neue Heimat suchten. An der Ostsee liegen die Kreise Neustadt— Karthaus und Berent — Stargard, die im wesentlichen von K a s ch u b e n bewohnt werden, einem Doiksstamm, der nicht zu den Polen gehört. Das Gebiet stellt eine Endmoräne dar, ist mit Hügeln ünd Kuppen landschaftlich reizvoll, aber arm. Die Zahl der Kaschuben ist unter dem Druck der Polonffierung zurückgegangen und beträgt heute 100 000 bis 140 000. Die Kaschuben sind stets willige' Bürger des deuffchen Staatswesens gewesen.
Der Korridor wird in seinem mittleren Teil rnest- lich von der Stadt Könitz (10000 Einwohner), im Osten an der Weichsel von dem Städtchen Mewe begrenzt, das von einer stolzen Ordensburg überragt wird, die von der Kolonisation des Landes Zeugnis liefert. Dazwischen liegt das dünn besiedelte Land der T u ch e l e r Heide. Von der auf altem Reichsgebiet liegenden Stadt Schneidemühl führt die Hauptstrecke der Reichsbahn ü b e r Könitz und Dirfchau mitten durch den Korridor nach Marienburg und weiter nach Königsberg. Bei Dirschau (16000 Einwohner) befindet sich die große W e i ch s e l-b r ü ck e , ein stolzes Zeugnis deuffcher Technik.
Weiter aufwärts der Weichsel liegt die F e st u n g ©raub e n3 , die vor dem Weltkriege über 33000 Bewohner zählte, von denen 85 v. H. deutsch waren. Hier verteidigte im Unglücksjahre 1807 der alte Courbiere die letzte.Festung Preußens und gab zur Antwort, wenn es keinen König von Preußen mehr gebe, so sei er der König von Graudenz. Südlich davon liegt Bromberg an der Brahe, eine schöne und saubere Stadt, die früher Sitz eines Regierungspräsidenten war und unter fast 90 000 Einwohnern 77 v. H. Deutsche aufwies. Durch die Verdrängung und Vertreibung der eingesessenen Bevölkerung hat sich auch hier unter der polnischen Herrschaft das Zahlenverhältnis fast, umgekehrt. Daher war der Vorschlag des Führers voll berechtigt, daß bei einer Volksabstimmung nur diejenigen
OerZeldzugderlSTage
In einem Feldzug von achtzehn Tagen haben hutsche Soldaten das Heer der Polen, eines Fünf- mddreißig-Millio.nen-Volkes, hinweggefegt; die deut- |i>e Führung hat in schweigender Tat die alle Welt joerraschende Antwort auf die bramarbasierenden Sieben der polnischen Oberstenclique gegeben, die hirterwärts der deutschen Hauptstadt die deutsche «cmee vernichtend schlagen wollte. „Der Pole", scgte der Führer in seiner Danziger Rede am p. September, „hat an vielen Plätzen tapfer ge- fchten. Seine untere Führung machte verzweifelte Anstrengungen, feine mittlere Führung war zu tsnig intelligent, seine oberste Führung schlecht, Utter jeder Kritik. Seine Organisation war pol- irfd)!" Dieses Urteil ist vom Auslande unwidersprochen geblieben. Die harten Ereignisse hatten die gründe dafür geliefert. Die deutsche Ostfront hat jmechalb weniger Tage Geschichte gestaltet und enen der Versailler Un- und Aberwitze aus der Lmdkarte Europas ausgelöscht. Polen ist zerfallen, Europa steht vor neuen politischen Tatsachen.
Am 24. September lüftete das Oberkommando der Sehrmacht in einem Rechenschaftsbericht, der wegen Iner sachlichen Sprache im Auslande ungeheuren ndruck gemacht hat, den Schleier von den Ope- riionen in Polen. Der polnische Marschall Rydz - (migly, der während des Sommers in öffent- khen Reden nicht nur Breslau und Königsberg er- joterte, sondern auch in Tempelhof westwärts Ber- frt die Deutschen schlug, hatte seine Armee, mit oder eine Wissen der französischen und englischen Heeres- fctungen, folgendermaßen offensiv aufgestellt: Drei Heeresgruppen sollten O st preußen und janzig bedrohen, und zwar — von Osten ziehen — eine zwischen Njemen und Narew, also zwischen Grodno und Wilna, eine mitt- sehr ftarfe nördlich von Warschau «oa zwischen Kolno und Mlawa, und eine dritte w Korridor. Die Hauptmasse des polnischen heres befand sich im Raume von Posen; sie sllte die Angriffe aus Oberschlesien und aus Pom- rem abwehren und von ihrer zentralen Lage inso- jrn Gebrauch machen, als sie den vorgehenden putschen in der Flanke und im Rücken bedrohen fite. Damit aber ließ sich diese starke Polengruppe v Wirklichkeit das Gesetz des Handelns vom deut- ji-en Gegner auferlegen, denn wenn tatsächlich die- ir Fall ein getreten wäre, hätten die Polen um ^isen den Vorteil ihrer zentralen Stellung ver- Iren und überdies die Aussicht, gegen Berlin, das
man durfte sie nicht zu fest an dev groben Sackschürze abstreifen, das ging einem kribbelnd durch alle Nerven. Aber dann war es doch wieder schön, mittags, als die Glocke läutete, die fünf prallen Säcke zu sehen, wie sie gleichsam zuftieden inmitten des ausgerissenen Kartoffelkrautes standen.
„Nicht schlecht für den Anfang!" lobte Onkel Fritz. „Heute nachmittag kann Rotkäppchen mitgehen, die Kinder können nebenbei auf dem Feldweg spielen." Rotkäppchen, eigentlich (Erna, war die Maid aus dem Arbeitsdienstlager, die vormittags die beiden Kinder besorgt, die Wohnung gesäubert und das Essen bereitet hatte.
Aber davon wollte Walter nichts wissen. „Nein", sagte er, „nehmt Fräulein Rotkäppchen nur mit zu den Rüben!" Die Kartoffeln mache ich ganz allein."
Sein Onkel sah ihn rasch und scharf an. „Schön!" sagte er nur. Und als er mit seiner Frau allein war, meinte er: „Bin neugierig, ob er durchhalten wird!"
Und Walter hielt durch. Es kam ihm oft sauer genug an, aber er hielt durch. Am dritten Tag war es am schlimmsten. Da war er so steif, daß er kaum ausstehen konnte. Aber er stand doch auf. Selbst im Traum sah er Kartoffeln vor sich — schnurgerade Kartoffelreihen, die sich bis an den Horizont erstreckten, Wälder aus Kartoffelkraut, die sich im Herbstwind bewegten. Berge von Kartoffelknollen, die auf ihn zurollten und ihn zu ersticken drohten.
Der fünfte Tag war ein Sonntag, und sie wollten alle gleich nach dem Essen mit dem Kastenwagen an die eine Wagenstunde entfernte See fahren. Walter hatte das Meer noch nie gesehen, aber er sagte: „Ich komme nicht-mit, ich muß buddeln." Denn er hatte sich blitzschnell ausgerechnet, daß er keinen Tag auslassen durfte, wenn er sein Ziel erreichen wollte.
„Junge, du mußt gar nicht", verwies ihn Onkel Fritz. „Wir verlangen es nicht, und du kannst mit deinen Ferien anfangen, was du willst."
„Doch, ich muß", sagte Walter, und da Onkel Fritz sehr gut wußte, daß Walter keinen äußeren Zwang gemeint hatte, sondern ein inneres Müssen, nickte er nur. Später sagte er zu seiner Frau: „Der Bengel gefällt mir von Tag zu Tag mehr. Er ist mit dem Mund ein bißchen vorneweg, aber wenn etwas dahintersteckt, bann macht das ja nichts aus."
So vergingen für Walter die Ferien, und da er sich so tüchtig ins Zeug legte, hatte er am vorletzten Abend vor seiner Heimreise alles geschafft; im Keller und in tiefen Mieten lag geborgen, was er
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itr einige Tagemärsche entfernt lag, offensiv Vorgehen. Oberschlesien war durch eine etwas scwächere polnische Armee gedeckt, die aber in Ver- । fcibung mit den tief gestaffelten polnischen Kräfte stand, die bei Krakau und Lemberg gruppiert ! Baren. Der polnischen Heeresleitung standen im- Arhin die großen Vorteile der inneren Linie |ir Verfügung, während die deutsche zunächst ihre ir.'it auseinanderliegenden Heeresgruppen in Der- hbung setzen mußte, was immerhin — so waren irischen Ostpreußen und der deutschen Heeresgruppe did, der Armee List, immerhin die (Entfernungen m Tannenberg bis Krakau zu überwinden — m-ige Zeit erforderte, selbst wenn alles gut ging.
Der strategische Plan der Deutschen unter Lneraloberst von Brauchitsch war in voll- jtim Maße auf das Zusammenwirken aller Wasfen- etttungen des deutschen Heeres aufgebaut. Mit die- p Instrument wurde die polnische Ausstellung Mal aus den Angeln gehoben. Die deutschen Truppen wurden gewissermaßen an den polnischen Auf- Mungen vorbeigeschoben, sie stießen tief ir die Verbindungslinien der feindlichen UffteUung hinein, zerschnitten sie und zertrümmerte' damit die ganze polnische Armee, die bald in erzelne umklammerte Telle zerfiel.. Diese Strate- jii erscheint einfach, ist aber in Wirklichkeit geradezu ■fh Meisterstück für Führung und Truppe, denn die Lien hatten die Möglichkeit, sich mit stärkeren saften gegen einzelne vorgehende Truppen der Düitschen zu wenden und sie zu vernichten, wenn he Führung von demselben Angriffsgeist beseelt moesen wäre und dasselbe Truppenmaterial gehabt
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übrigens schon vor zwei Wochen gemacht-- inten die Ecke an der Wegkreuzung. Du wollteft in* ja Helsen: wie wür's, wenn du morgen mal ein Aschen in die Kartoffel gingst und siehst, wie weit - - kackommst? Dann könnten Tante Lotte und ich schon ^er mit den Zuckerrüben anfangen, die machen Die
: "kffte Arbeit."
„Aber klar, Onkel! Faulenzen wollt ich ja hier h id»ieso nicht. Du mußt mir's bloß zeigen. Wieviel Witner hat denn ein Morgen?" i Ma, hier so ungefähr hundert."
'Was, nur hundert?"
! Ha, und wenn du nach Tonnen rechnest, dann : es sogar nur fünf Tonnen."
Mur fünf Tonnen? Das ist ja rein gar nichts! » Jruh um 7 ging es los. Walter trjug stolz feine FÄfcife, ein paar Säcke und einen Drahtkorb, nicht zu M^Dessen sein Frühstück. „Werden sechs Stullen ■Jiiijen?" hatte Tante Lotte gefragt. „Na klar! hotte ;| 8:Iter, der eben erst vier Stullen verdruckt hotte, »antwortet Und daß er die große Kanne voll But-
H/M ,Unb der kleine Fetzen Land hier sind eure Kar- Utilu vfeln, Onkel Fritz?" fragte Walter. „Da hat ja man- nm ruiv i Laubenkolonist bei uns in Berlin mehr!'
Der Neubauer Fritz Rohde warf einen raschen, Hirsen Blick auf seinen dreizehnjährigen Neffen. £o?" meinte er. Und er erklärte ihm: dies hier sei th besonders guter Boden für Weizen und Zuckerten, deshalb baue er nur so viel Kartoffeln an, wie tr für die eigene Wirtschaft brauche. Nur zwei 3b.rg „
Mur zwei Morgen? Das ist ja rein gar nichts.
Es war in der Abenddämmerung, vor em Paar stinben war Walter angekommen, um bei dem -Vru- te seiner Mutter die Herbstferien zu verleben, und M führte der ihn über sein junges Eigentum
Ha, nur zwei Morgen", wiederholte Onkel Sriö- llnb wenn du es in behördliches Maß umrechnest, ta-n ist es sogar nur ein halber Hektar."
,Mur ein halber Hektar? Aber, Kinder, damit mutzt doch im Handumdrehen fertig werden!"
50. September /(. Oktober (939
Unseren Toten.
Don Gerhard Seeger-Ahleri.
Und nun schweigen die Fanfaren, Und die endelosen Scharen Stehen still, wie festgebannt.
Und die Fahnen sinken schweigend. Denen ehrfurchtsvoll sich neigend, Die da starben für das Land.
Alle stehen schweigend stille. Fühlen, daß ein heil'ger Wille Sie in diesen Ring gespannt. Und erfüllt von tiefer Ahnung Denken sie der Toten Mahnung, Reichen sie sich stumm die Hand.
So hat sich das Volk gesunden, Und für wenige Sekunden Wird das Herz der Stärksten weich. — Doch nun höher die Standarten! Deutschland soll nicht länger warten, Stehe fest, du Drittes Reich!
NSG. Gerhard Seeger-Ahlert fiel in diesen Tagen an der O st front. Der 23jährige junge Dichter gehört dem Kulturamt der Reichs^ jugendführung an. Dieses Gedicht wählte Baldur von Sch i r a ch vor Jahren für eine Sammlung bester junger Lyrik aus. Nun lebt der junge Dichter selbst in der unsterblichen Gemeinschaft toter deutscher Soldaten weiter, denen er diese Verse schrieb.
Deutsches Goldateutum.
Von Hans Sturm.
Soldaten sind geboren
Ans ritterlichem Stamm.
(Des Knaben Wunderhorn.)
Die Verse dieses alten Volksliedes zeigen, welche Achtung schon unsere Vorfahren vor dem Soldatentum hatten. Wenn der Herzog zum Heerbann aufrief, folgten alle waffenfähigen Männer. Wer ein Schwert tragen konnte, mußte es auch führen zur Verteidigung von Grenze, Herd und Familie; und alle folgten ohne Zwang, pflichtgemäß.
Der Begriff der Pflicht hat immer zum geistigen Besitz der Deutschen gehört, er hat Denker angeregt. Dichter ibegeiftert und den deutschen Soldaten erfüllt. Kant, Goethe, Friedrich der Große, Gneisenau und Moltke, das sind uns nur verschiedene Namen für eine Sache; sie erwarben sich ewige Gültigkeit, well sie sich bedingungslos fügten den ftrengen Gesetzen
beteiligt werden durften, die im Jahre 1918 im Korridor wohnten. Zwischen Bromberg und Graudenz liegt Kulm, die alte Bischofsstadt, die einst der Mittelpunkt der deutschen Kulturarbeit war. Die „Kulmer Handfeste" war die vorbildliche Verfassung für alle Städte des Ordenslandes. WeMch von Bromberg finden wir N a k e l, das einst ein wichtiger Holzhafen an der Netze war.
Die Besiedlung des Landes hat sich in der Hauptsache zwischen 1250 und 1350 vollzogen. In diese Spanne fallen die Gründungsjahre der meisten Städte, an denen das Land reich ist. Nach der Vertreibung von hunderttausenden deutscher Bürger und Bauern ist hier ein kultureller Stillstand eingetreten. Besonders hatten es die Polen auf die deutschen Ansiedler abgesehen, die meist im Erbbaurecht angesessen waren. Sie behaupteten, der polnische Staat sei der Nachfolger der preußischen Ansiedlungkommission und habe das Recht, die deutschen Siedler zu verdrängen, um Zuwanderer aus Galizien und Kongreßpolen anzusetzen, wo einst deutscher Schweiß die Scholle gedüngt hatten
mit feinen Händen an vielen ewig gleichen endlosen Tagen aus der Erde gewühlt hatte. Am letzten Tage wanderte er, von Tante Lotte wohl versehen mit Stullen und Limonade, an die Küste. Das war ein schöner Abschluß der Ferien und der Arbett, als er zum erstenmal die See, die weite graue See hinter den weißen Dünen auf sich zurollen sah. Aber noch viel mehr als über die See freute er sich schon während des ganzen Tages auf etwas anderes, nämlich auf das Festessen, das es heute abend zu seinem Abschied geben sollte. „Etwas ganz besonders Feines!" hatte Onkel Fritz ihm verheißen, und Tante Lotte hatte geheimnisvoll dazu gelächelt. Sonst gab es an einem Abend Pellkartoffeln mtt Specktunke, am nächsten Specktunke mit Pellkartoffeln, am dritten wieder Pellkartoffeln mit Specktunke — was würde es wohl heute geben? Ob Onkel Fritz ein Huhn geschlachtet hatte? Ob Tante Lotte beim Bäcker eine Torte hatte machen lassen mit seinem Namen in Zuckerguß?
Und was brachte Tante Lotte dann auf den Tisch in riesigen dampfenden Schüsseln? Pellkartoffeln und Specktunke ...
„... aber keine gewöhnlichen Kartoffeln", sagte Onkel Fritz, „sondern zum erstenmal Kartoffeln von dir. Ich denke, sie werden dir besser schmecken als jemals Kartoffeln."
Besser als jemals Kartoffeln? Besser, viel beffer, als ihm das zarteste Hühnchen, die feinste Torte hätte schmecken können!
Aber Onkel Fritz hatte noch etwas. „Ich weiß. Junge", sagte er, „du möchtest gern ein Fahrrad haben. Hier, kauf dir eins, wenn du wieder in Berlin bist! Es soll kein Lohn sein für deine Arbeit, denn der Lohn, bas hast du ja gemerkt, steckt nicht im Geld. Und mir hat es Spaß gemacht, dir zuzusehen." Damit holle er was aus der Tasche. Drei Zehnmarkscheine!
Walter konnte sich kaum bedanken, so überwältigt war er. Aber bald kaute er wieder Kartoffeln, seine Kartoffeln, und schließlich meinte er: „Aber was ich dir schon immer sagen wollte, Onkel Fritz, so wenig ist das doch nicht, zwei Morgen Kartoffelland!"
„Da hast du recht", sagte Onkel Fritz, und in seiner Stimme war auch nicht eine Spur von Spott. „Ueberhaupt kann man die Größe eines Ackers nur schlecht aus seiner Morgen- oder Hektarzahl ermeffem Wie groß ein' Acker ist, weiß man erst, wenn man ihn selber abgeerntet hat,"


