In Hörsaal und Fabrik.
Zum Abschluß des Deutschen Studententages.
Von unserem O. S.-Sonderberichierstaiter.
Würzburg, 30. Mai.
Fast eine Woche hat ter Deutsche Studententag ter mainfränkischen Gcnchanptstadt seinen Stempel ausgedrückt, haben die Studenten das StraßenbiÜ) Würzburgs beherrscht. Auch wer an den zahlreichen Veranstaltungen nicht teilgenommen hat, mußte in diesen Tagen feststellen, eine wie tiefgehende innere und äußere Wandlung das deutsche Studententum durchgemacht hat. Diese jungen Männer im schlichten Braunhemd stellen — das sah jeder mit Freude — den deutschen Akademiker von heute dar: Aufgeschlossen, frei und offen die Gesichter, straff die Haltung — das war der Eindruck, den man immer wieder von neuem gewann. Unwillkürlich mußte man an die Worte Alfred Rosenbergs denken, die er auf der Großkundgebung auf dem Residenzplatz gesprochen hat: „3n eure Hande, Studenten, ist es mit gelegt, die Zukunft zu gestalten!"
„Student sein verpflichtet!" Unter diesem Leitgedanken stand der Deutsche Studententag, der angefüllt war mit ernster, zielbewußter und von hoher Verantwortung getragener Arbeit. Der Student von heute, der mitten im Volk steht, weiß, daß gerade im Dritten Reich Adolf Hitlers die Aufgaben, die seiner harren, besonders zahlreich sind, und daß chre Erfüllung den Einsatz der ganzen Kraft verlangt. Niemand wird dieser Jugend das Recht nehmen wollen, fröhlich zu sein, denn die Arbeit befriedigt erst dann, wenn sie die Freude und den Frohsinn zum Partner hat. Ein für allemal vorbei sind jedoch die Zeiten jener rührseligen Alt-Heidelberg-RomanM, die zudem den deutschen Studenten mehr und mehr dem Volke entfremdet hatte.
Das weiß niemand so gut wie der junge Akademiker selbst, und deshalb hat er — unter der zielbewußten Leitung des Reichsstudentenführers Dr. Scheel — den Weg eingeschlagen, ter ihn vom Hörsaal unmittelbar zum deutschen Volk hinführt, der ihn mit seinen Sorgen und Röten bekannt und' vertraut macht. Der Student und ebenso die Studentin, die heute ihre freie Zeit opfern und in Fabrik oder Büro für Wochen den Platz eines Arbeitskameraden einnehmen, um diesem eine Urlaubsreise zu ermöglichen, stellen heute keine Aus- nahmeerscheinung mehr dar. So ist es — fast un- merklich — im Laufe ter Jahre dahin gekommen, daß die gesamte Nation wieder mit Stolz und Vertrauen auf die Studenten blickt, von denen sie weiß, daß ihre Arbeit nur dem ganzen Volke dient. Man muß dabei an den Refrain des alten Studentenliedes „0 quae mutatio rerum" denken.
Diese Verbundenheit des jungen Studenten mit der Nation fand auch ihren sichtbaren Ausdruck in den Kundgebungen und Arbeitstagungen, auf denen führende Männer des Dritten Reiches das Wort ergriffen. Wir erwähnten schon die grundsätzlichen Darlegungen Alfred Rosenbergs, der in der neuen Erforschung des Lebens, der Natur und der Geschichte so bahnbrechende Arbeit geleistet hat. Hauptamtsleiter Claus S e l z n e r, der unter stür
mischer Zustimmung betonte, daß an die Stelle der Besitz-Aristokratie die Leistungs-Aristokratie gesetzt werden muß, traf so recht den Kern der Dinge. Und wenn der Chef der schnellen Truppen, General Guderian, zum Ausdruck brachte, daß Wehrhaftigkeit und Studentenschaft, wie auch die Geschichte lehre, eng zusammengehörten, dann fand er damit den gleichen Beifall wie der bayerische Ministerpräsident Siebert, der zum Ausdruck brachte, daß er im Geist Student geblieben sei und die Studenten daher als Kamerad unter Kameraden begrüßen könne. Ob wir nun weiter an die Ausführungen Konrad Henleins, der Reichsfrauenführerin Scholz-Klink und anderer mehr denken, überall mußten wir die Feftstellung treffen, daß der feste Wille der jungen Akademiker, auf dem Platz, auf den sie gestellt sind, das Höchste zu leisten, das hervorstechendste Merkmal war.
Es war — eine Tatsache, die besonders hervor- gchoben zu werden verdient — nicht zuletzt auch der kulturelle Wille der Studentenführung, der bei den verschiedenen Veranstaltungen seinen sichtbaren Ausdruck fand. Das Symphoniekonzert unter Hermann Abend roth, der Bruckners VII. Symphonie dirigierte, die Uraufführung eines Werkes eines Studenten, die Veranstaltung „Würzburg singt und musiziert" und nicht zuletzt die den Auftakt bildende eiiÄrrucksvolle Totenehrung kennzeichneten die innere Ausrichtung des Stärenten- tums, das sich auf diesem Gebiet seiner hohen Verantwortung bewußt ist und Wege einschlägt, von denen wir gewiß sind, daß sie allseitig starken Anklang finden werden.
Die Tatsache, daß die Studentenabordnungen des Auslandes — an ter Spitze Italien — so zahlreich vertreten waren, beweist deutlich, wie sehr auch die studentische Jugend anderer Länder an diesem Treffen ihrer deutschen Kameraden Anteil genommen yat. Es kam hierin auch zum Ausdruck, welche Brücken in der wissenschaftlichen Arbeit von Volk zu Volk geschlagen werden können. Wir zweifeln nicht, daß diese Zu- sammenarbeit in Zukunft reiche Früchte tragen wird.
Der Deutsche Studententag ist zu Ende. Die 3000 Studentenführer und 400 Altherrenführer, die aus dem ganzen Reich nach Würzburg geeilt waren, kehren, um ein starkes und eindrucksvolles Erlebnis bereichert, wieder in ihre Heimat zurück. Wir wissen, daß das Ziel, das uns vorschwebt, noch nicht erreicht ist und daß es auch weiterhin harter und schwerer Arbeit bedarf, rnn die Aufgaben zu erfüllen, die den deutschen Studenten von heute und morgen gestellt sind. Auf diesem Wege ist der Deutsche Studententag in Würzburg ein Markstein gewesen, hier sind die Richtlinien für die zukünftige Arbeit festgelegt worden. Das Erlebnis der Tage von Würzburg wird in allen, die an ihnen teil» genommen haben, noch lange nachwirken und ihnen die Kraft geben, die Arbeit zu leisten, die Führer und Volk von ihnen erwarten.
sönlicher Besuch von Halifax in Moskau bringen. „Daily Mail" rechnet noch mit einem hartnäckigen Feilschen vor dem Abschluß eines Abkommens.
Verlegenheit in Paris.
Paris, I.Juni. (DNB. Funkspruch.) Nachdem die Blätter sämtlicher politischer Richtungen schon Wochen hindurch velffucht hatten, glauben zu machen, daß das Dreierabkommen England-Frankreich- Sowjetrußland kurz vor dem Abschluß stehe und daß in besonderem die letzten britischen Vorschläge voll und ganz den Wünschen Moskaus entsprächen, hat die gestrige Rede Molotows hier eine Reihe von Illusionen zunichte gemacht. Der dem Quai d'Orsay nahestehende „Petit P a r i s i e n " schreibt, Molotows Rede sei zwar von dem Wunsch beseelt gewesen, mit England und Frankreich zusammen eine gemeinsame Front zu bilden, aber in „seiner bolschewistischen Rauheit" übertreibe er die Meinungsverschiedenheiten, die in keiner Weise grundsätzlich seien, und erwecke den Eindruck, als ob noch große Schwierigkeiten zu überbrücken seien. Mit dieser Haltung habe Molotow die Verhandlungen wohl nicht zunichte machen, sondern im Gegenteil eher in dem von Moskau gewünschten Sinne vorwärtstreiben wollen. Immerhin aber sei es zweifelhaft, ob ein solches Druckmittel in London und Paris geschätzt werde. Man könne ruhig offen sagen, daß die Regierungen von England und Frankreich eine derartige Haltung von einem Lande, mit dem sie sich durch einen Defensiopakt zu hinten beabsichtigten, nicht erwartet hätten. — Der „Jour" schreibt, die Rede Äkolotows stelle einen Versuch der Erpressung dar und rechtfertige durchaus das Mißtrauen, mit dem die Ansprüche Moskaus beurteilt werden müßten. Nach der Rede Molotows wisse man nun, daß Stalin nicht damit zufrieden gestellt sei, Frankreich mit der übrigen Welt zu entzweien, sondern daß er es auf einen Weg zu ziehen versuche, an dessen Ende nur der Krieg stehe, der Krieg aus zweideutigen Gründen, kurz gesagt sein Krieg. — Die rechtsradikale ..Action Fran^aise" meint, wenn man den neuen Moskauer Forderungen nachgebe, werde Moskau weitere Forderungen stellen. Die Komödie müsse ein Ende haben. Man sei schon weit genug von den ersten Vorschlägen Chamberlains abgewichen, nur der englischen Labourpartei entgegenzukommen. In Frankreich suche Bonnet die Verzeihung der Leute, die eine Rückkehr der Volksfront verlangten.
Englands Geerüstnngen.
London, 31. Mai. (DNB.) Das Ausmaß der englischen Seerüstungen geht aus einer im „Daily Telegraph" veröffentlichten Uebersicht hervor, die feststellt, daß in den letzten zwei Jahren allein an die bekannten Schiffsbauwerften am Clyde Aufträge für den Bau von 75 Schiffen im Werte von 52 Millionen Pfund vergeben worden sind. Zur Zeit seien neun Schlachtschiffe im Bau oder vergeben, und zwar fünf mit je 35000 Tonnen und zehn 14-Zoll-Geschützen, und vier mit 40 000 Tonnen und neun oder zehn 16-Zoll-Geschüt- zen. Der Bau weiterer Schlachtschiffe sei geplant, um die Flotte so stark zu machen, wie es die Regierung „zur Sicherung der imperialen Grenzen" und besonders „in Erfüllung der der australischen Regierung gegebenen Versprechen", eine Schlachtschiff-Flotte für den Pazifik aufzustellen, für notwendig halte. Insbesondere werde die Fertigstellung der fünf Schlachtschiffe der König- Georg-V.-Klasse beschleunigt. Unter den noch nicht vergebenen Aufträgen seien zu nennen: vier 8000- Tonnen-Kreuzer der Fidschi,Klasse, ein Flugzeugträger von 23 000 Tonnen, acht schwere Zerstörer, vier U-Boote, zwei Begleitschiffe, zehn Minenwerfer und mehrere Hilfsschiffe.
Auf der Clyde-Werft von John Brown & Co. wurde am Mittwoch ein Schiff einer bisher noch nicht gebauten Klasse vom Stapel gelassen. Es hantelt sich um den 8000-Tonnen-Kreuzer „Fidschi", ter dieser neuen Klasse den Namen geben wird. Sie soll aus neun Einheiten bestehen, die die Namen: „Fidschi", „Kenya", „Mauritius", „Nigeria", „Trinidad", „Ceylon", „Gambia", Jamaica" und „Uganda" tragen. Die „Fidschi" wurde am 30. März 1938 auf Kiel gelegt und soll im Jahre 1940 fertig sein, lieber die Einzelheiten ter Bauart ist von der englischen Admiralität noch nichts mitgeteilt worden, jedoch will das Nachschlagewerk Jane's Fighting Ships (1938) wissen, daß die Bestückung aus zwölf 6-Zoll-Geschützen (15 Zentimeter) und acht 4-Zoll-Luftabwehrgeschützen (10 Zentimeter) bestehen wird. Als Höchstgeschwindigkeit werden 33 Knoten in ter Stunde angegeben.
England ernennt Arineeinspettoren.
London, 31. Mai. (Europapreß.) Vom Kriegsministerium wird am Mittwoch eine Verordnung be- fanntgegeben, die den Zweck hat, die äußerste Bereitschaft der Armee zu gewährleisten. Vom 1. Juli ab werden wieder Generalinspektoren für die Armee ernannt. Dor dem Weltkrieg bestand bereits eine ähnliche Einrichtung. Zum Generalinspektor der englischen Ueberfeeftreitträfte ist der bisherige Gouverneur von Gibraltar, Sir- Edmund I r o n s i d e, vorgesehen. Gouverneur von Gibraltar wird Generalleutnant Sir Clive Liddell. Zum Generalinspektor der H e i m a t st r e i t - k r ä f t e ist General Sir Walter Kirke ausersehen. Vom Generalinspektor für die Ueberseestreitkräfte werden auch die Generalstabsbesprechungen sowie die Zusammenarbeit mit den befreundeten Nationen wahrzunehmey fein, ihm sind die gesamten Vorbereitungen für eine etwaige Entsendung eines Expedittonskorps anvertraut.
Rumänien wählt.
Bukarest, 31. Mai. (Europapreß.) Am 1. Juni geht das rumänische Volk zur Wahlurne, um die neuen Volksvertreter zum Parlament zu wählen. Wahlkämpfe haben nicht stattgefunden. Die technische Abwicklung der Wahlen wird eine in der Geschichte des Parlamentarismus einzig dastehende Neuerung aufweisen. Die Wähler erhalten nämlich Photographien sämtlicher Kandidaten. Der Abstimmende muß nun die Lichtbilder jener Kandidaten, für die er sich entscheidet, in einen Umschlag legen und diesen dann zukleben. Die anderen Photoara- phien muß er in der Wahlzelle vernichten. Selbstverständlich tragen die Photographien auch die Namen des betreffenden Kandidaten, und die Abstimmung erfolgt auf Grund des Namens und nicht des Lichtbildes. Zur Wahl sind nur diejenigen Bürger zugelassen, die des Lesens und Schreibens kundig sind. Die Wahlen erfolgen provinzweise. Durch die Neueinteilung der Provinzen sind die fremden Volksgruppen überall in der Minderheit. Die Aussichten der Vertreter der fremten Volksgruppen, für das Parlament ge
wählt zu werden, werden daher als wenig günfttg beurteilt. e
Der Streit bei den französischen Sozialdemokraten.
Paris, 1. Juni. (Europapreß.) Die Uneinigkeit innerhalb der Sozialistischen Partei, die auch durch die Schluß ab stimmung auf dem Partei kon- greß tn Nantes nicht verdeckt werden konnte, ist bereits zwölf Stunden später erneut in Erscheinung getreten. Zwei der eng ft en Mitarbeiter L 6 on Slums, ter auf dem Kongreß mehrere Niederlagen hinnehmen mußte, fein früherer Ka- binettsckef Andre Blümel und Louis Levy, der Revakteur in dem von Blum geleiteten „Po- pulaire" ist, haben ihren Rücktritt als Mitglieder des Verwaltungsausschusses ter Partei gegeben. Damit wollen sie gegen die Kritik protestieren, die insbesondere der Parteisekretär Paul Faure gegen Blum und seine Freunde gerichtet hat.
Neuer Weltpostvertrag von Deutschland nicht unterzeichnet.
Berlin, 31. Mai. (DNB.) Der am 1.April 1939 in Buenos Aires zusammengetretene Weltpostkongreß hat seine Arbeiten beendet. Seine Aufgabe war, den Weltpostvertrag auf Grund praktischer Erfahrungen zu ergänzen. In dem neuen Der- tragstext ist unverständlicher weise die „Tschecho- Slowakei" als vertragchließend er Staat ausgenommen und ein Raum für die Unterzeichnung ter Urkunde durch die Tschecho-Slowakei vorgesehen worden. Bei dieser Sachlage kam eine Unterzeichnung des neuen Wortlautes des Vertrages durch Deutschland selbstverständlich nicht in B e- tracht. Auch Italien, Ungarn, Spanien und der Vatikan haben den neuen Vertrag nicht unterzeichnet.
Deutsch-mandschurisches Handelsabkommen verlängert.
Berlin, 31. Mai. (DNB.) Arn 31. Mai wurde in Hsinking durch den deutschen Gesandten Dr. Wagner und den Chef des Außenamtes von Mandschukuo eine Vereinbarung unterzeichnet, durch die die Durchführung des Handelsabkommens auch für das am 1. Juni beginnende Abkommensjahr sichergestellt wird. Wie im Jahre 1938/39 haben deutsche Banken der Yokohama Specie Bank Ltd. einen Überbrückungskredit von 45 Millionen RM. zur Verfügung gestellt, und ebenso wird sich auch die deutsche Dertragseinfuhr mandschurischer Erzeugnisse auf 115 Millionen RM., die mandschurische Dertragseinfuhr deutscher Waren auf 62,5 Millionen RM. stellen. Für die deutschen Waren des allgemeinen Handels ist das mandschurische Einfuhrkontingent von 7 auf 8,75 Millionen RM. erhöht worden.
Eine Neichszentrale zur , Bekämpfung der Jugendkriminalität.
Der Reichsminister des Innern hat beim Reichs- kriminal-Polizeiamt in Berlin eine „ReichsZentralstelle zur Bekämpfung der Jugendkriminalität" eingerichtet zur kriminal- polizeilichen Ueberwachung von Kindern und. Jugendlichen, die erheblich kriminell belastet erscheinen. Zu erfassen sind in erster Linie die Nachkommen
ter der Polizen als Berufs- und Gewohnheitsverbrecher betannten Personen. Als Maßnahmen kommen in Betracht: die laufende Prüfung der Lebens- Verhältnisse erblich kriminell belasteter Kinder und Jugendlicher, die Herbeiführung der Unterbringung in geeigneten Familien oder in Fürsorgeerziehung durch die Jugendämter bei drohender Verwahrlosung und gegebenenfalls die Anwendung polizeilicher Zwangsmittel, wenn die Erziehungsmaßnahmen versagen. Die Maßnahmen find im engsten Einvernehmen mit den Jugendämtern zu treffen. Es muß gewährleistet bleiben, daß die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, die nicht gefährdet erscheinen, sich ungestört vollziehen kann. Dem Wesen des Aufgabengebietes entsprechend ist mit der Durchführung in besonderem Maße die weibliche Kriminalpolizei zu beauftragen.
Der Versicherungsschutz der 63.
In den Durchführungsbestimmungen des Führers über die Dienstpflicht der deutschen Jugerck» wird auch verfügt, daß alle Angelegenheiten der Unfall- und Haftpflichtversicherung im Interesse ter Jugendpflege auf den Geschäftsbereich des Jugendführers des Deutschen Reichs übergehen. Aus den Erläuterungen, die Hauptbannführer Günter Kaufmann hierzu im .Zungen Deutschland" gibt, geht hervor, daß ter Reichsfchatzmeister der NSDAP, bereits vor längerer Zeit für die gesamte HI. des Reiches mit einer großen Versicherungsgesellschaft einen neuen Unfall- und Haftpflicht-Schadens schutzvertrag ab- aeschlossen hat, wofür die Prämie aus dem Organi- sattonsbeittag der Mitglieder der HI. abgezweigt wird. Gleichzeitig erfolgte eine Erhöhung der Entschädrgungs betrüge. Bei einer vollen JnvaWität wurde die Summe von 5000 Mark auf 30 000 Mark erhöht, die tägliche Entschädigung bei Derdienstausfall von 80 Pf. auf 1 Mark heraufgesetzt. Um etwa, entstehende Härten auszugleichen, sind außerdem Sonderfonds geschaffen worden, die zusätzliche Zahlungen leisten können. Heroorzuheben ist ferner, daß die Leistungen für Heilungskosten von 90 v. H. auf 100 v. H. erhöht werden konnten. Ebenfalls erhöht wurden die Todesfallentschädigungen, vor allem bei über 18jährigen Angehörigen der HI., die als Führer tätig firti). Für verheiratete HI.-Führer wurde bei Dienstunfällen die ursprüngliche Todes fallsumme von 1000 auf 10 000 Mark erhöht, wozu dann noch gegebenenfalls Kinderzulagen kommen. Nur 0,50 v. H. aller HJ.-Mitglieder wurden im Jahresdurchschnitt von Unfällen betroffen; und hiervon wiederum erlitt nach den stattstsichen Ermittlungen der größte Teil nur leichtere Schäden. 52,5 v. H. aller Unfälle waren Verstauchungen, Verrenkungen, Zerrungen oder Quetschungen. Die Unfallziffer bei den Mädchen ist noch wesentlich niedriger. Die Mutmaßung, daß Fahrten, Lager und Myrsche eine besondere Unfallgefahr mit sich bringen, hat sich also nicht stichhalttg erwiesen, denn gerade bei diesen Anlässen kommen prozentual weniger Unfälle vor als im Sportdienst und im allgemeinen HJ.-Dienst. Ein statisttscher Ueberblick ergab, daß 49 v. H. Sportunfälle, 12 v. H. Verkehrsunfälle waren.
Lehrmittel für Volksschulen.
Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, daß die Schulunterhaltungsträger für die planmäßige Beschaffung der erforderlichen Lehrmittel im Laufe der nächsten Jahre Sorge tragen sollen. Die Neugestaltung des Volksschulunterrichts
Jugoslawiens Wehrmacht.
Jugoslawien hat von jeher den Ruhm, mit über das beste Soldatentum zu verfügen, das es überhaupt auf der Erde gibt. Serbische Infanterie hat sich nicht nur im Großen Kriege ausgezeichnet, sie hat auch in den Balkankriegen durch ihre militärischen Qualitäten Bewunderung erregt. Die Serben sind ein altes Soldatenoolk, das sich der türkischen Oberhoheit erst dann beugte, als seine männliche Bevölkerung fast vernichtet war. Zu dev größten Erinnerung in der serbischen Geschichte gehört die Schlacht auf dem Amselfeld, die von der Legende umrankt wird, gerate so wie in Westeuropa die Schlacht auf den katalauniscben Feldern. Im Rahmen Jugoslawiens sind zu den Ser, ben die Kroaten und Slowenen gestoßen, Dölkergruppen also, deren Geschichte fast nur
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SOLIDOX PASJA
Kriegsgeschichte ist. Das gebirgige Jugoslawien ist das Land, dessen Bevölkerung in- gesundheitlicher Hinsicht in Europa mit an erster Stelle steht. Abgehärtet von jung auf, bedürfnislos, aber von nationaler Energie beseelt, bilden die Männer und Jünglinge Jugoslawiens eine Phalanx, deren Zertrümmerung dem Gegner furchtbare Opfer kosten würde.
Bei einer Größe von 250 000 Quadratkilometer, einer Gesamtgrenze von knapp 4000 Kilometer und nmb 15 Millionen Einwohnern verfügt Jugoslawien, über eine Wehrmacht von 125 000 Mann im Frieden, zu denen noch etwa 20 000 Mann Gendarmerie und Grenztruppen kommen. Die wehrgeographische Lage ist trotz der langen Grenze nicht ungünstig insofern, als sie durch vielseitige Verträge und Freundschaftspakte gesichert ist. Das Königreich hat die allgemeine Wehrpflicht, wobei der Mann beim Heer 18 Monate und bei der Marine sowie in der Luftwaffe zwei Jahre dient. Im allgemeinen verwendet Jugoslawien etwa 20 v. H. seines Staatshaushaltes für die Wehrmacht. Diese gliedert sich in 16 Jnfanteriedivisionen, 2 Kavallerie« divisionen, 1 Gebirgsdivision, 41 Artillerieregimenter, worin drei Flakregimenter enthalten sind; die Marine besitzt außer einem Flugzeugmutterschiff von 1870 Tonnen einen Kreuzer von 2400 Tonnen (die frühere „Niobe"). Ferner 2 Zerstörer, 6 Torpedoboote und 4 U-Boote; dazu kommen 10 Schnellboote, 6 Minenleger, 6 Minensucher, 4 Flußmoni- tote und eine Reihe von Hilfsfahrzeugen. Im Bau begriffen sind außerdem 1 Torpedokreuzer von 2800 Tonnen, 2 Zerstörer, 2 U-Boote, 6 Schnellboote, 1 Tankschiff und 1 Küstenwachschrff. Außerdem sind im Verbände der Kriegsmarine 3 See« fliegerkommandos mit rund 120 (Äeflugzeugen vor- hamien.
Aus der Bewaffnung des Heeres wären u. a. zU nennen etwa 60 Panzerkampfwagen, 180 schwere Geschütze, 830 leichte Geschütze, 3000 schwere und 6000 leichte Maschinengewehre. Infolge der viel- feiligen anderen Bedürfnisse hat Jugoslawien seine Wehrmacht zwar noch nicht auf den allermodernsten Stand der Bewaffnungstechnik bringen können. Jedoch ist schon in der Person des sehr energischen Prinzregenten Paul die Gewähr dafür gegeben, daß das fortlaufend nachgeholt wird. Tatsächlich werden anerkennenswerte Anstrengungen gemacht, um das Heer in allen Einzelheiten so zu vervollkommnen, daß es bis ins letzte den heutigen Anforderungen entspricht. Man darf dabei nicht übersehen, daß Jugoslawien noch lange Jahre nach denk Kriege überhaupt keine eigene Rüstungsindustrie besaß und daß diese größtenteils erst im Ausbau begriffen ist. Infolgedessen ist das Land noch fast ganz darauf angewiesen, sein Rüstungsmaterial aus dem Auslande zu beziehen.
erfordert, daß entsprechende Lehrmittel vorhanden sind. Besonders auf dem Lande ist das vielfach nicht der Fall. Zunächst soll der Bestand an Wandkarten soweit erneuert und ergänzt werten, daß die Erteilung eines gedeihlichen Uitterrichts sichergestellt ist.
Leder Manu auf den richtigen platz.
Der Kampf
gegen Verlustquellen in den Betrieben.
Der Leiter des Reichsausschusses für Leistungssteigerung, Diplomingenieur Geebauer, erklärt in der Zeitschrift für Organisation, der Rtichsaus«. schuß werde es sich angelegen fein lassen, das Verständnis eines jeden Betriebsführers für die Notwendigkeit der Leistungssteigerung zu wecken und die Betriebe bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu unterstützen. Insbesondere die zahlreichen kleinen und mittleren Betriebe sollen nicht ohne die notwendige Hilfe bleiben. Jeder Betriebsführer wird veranlaßt, selbstoerantwortlich seinen ^Betrieb auf Verlustquellen zu. überprüfen. Er kann sich dabei auch erprobter Fachleute außerhalb des Be- triebes bedienen. Die Rationalisierungsmittel roers den in B r a n ch e n b ü ch e r n zusammengefaßt tert Bettieben zur Verfügung gestellt. Die Branchenbücher werden auch Beispiele für Leistungssteigerung enthalten. Nicht nur die Maschinen und Arbeitsverfahren, sondern auch die schaffenden Menschen sollen in ihrem Leistungsvermögen gehoben werden. Diese Mehrleistung soll aber nicht auf Kosten der Gesundheit gehen, sondern das Ergebnis besserer Arbeitsmethoden sein. Nachdem der gewalttge Massenlehrlauf der sieben Millionen Arbeitslosen überwunden ist, so erklärt Geebauer, muß jetzt der Kamps gegen den Einzellehrlauf beginnen, gegen den falschen Einsatz derjenigen Arbeitskräfte, die, ohne es selbst zu wissen, zu zehn, 20 oder 30 Prozent arbeitslos sind. Jeder deutsche Betrieb muß heute gewissere maßen ein Arbeitsamt in sich selbst bilden, um den richtigen Mann auf den richtiges Platz zu bringen,


