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bringt keine Lösung zum Besten der Menschheit in

werden. Dringt reine daß alle I der Zukunft.

Alle Völker müssen sich daran erinnern,

um be-

den 27. September 1938. Präsidenten der Vereinigten von Amerika,

g r a m m gerichtet:

Berlin, Seiner Exzellenz dem Staaten

giündet. Der Führer hat wiederholt früher und auch in seiner letzten großen Rede erklärt, daß wir keine Tschechen wollen und daß es uns fern liegt, andere Nationalitäten zu unterdrücken. Die nichtdeutsche Bevölkerung hat also nicht das g e r i n g ft e zu befürchten.

Ministerpräsident Chamberlain spricht von einer britischen Garantie für die Einhaltung der Zusage der tschechischen Regierung. Diese Garantie wird aber durch die tatsächliche Haltung der tsche-

Gchwere Kämpfe zwischen dem polnischen Freikorps und den Tschechen

K a 11 o w i h , 28. Sept. (DNB.) Tschechrsch-Schle- sien steht seit drei Tagen im Zeichen schwerer Kämpfe zwischen terrorisierender tschechischer Soldateska und Gendarmerie und polnischen Freikorpskämpfern. In vielen Fällen beschränken sich die polnischen Frei- korpskämpser nicht mehr auf die Abwehr von An- griffen, sondern sind zum Teil auch gezwungen, zum Gegenangriff vorzugehen.

überstehen, darum beten, der Frieden möge lieber vor als nach dem Kriege gemacht werden.

Parias der Welt machte und das von jedem Einsichtigen von vornherein als unhaltbar er­kannt werden mußte.

Einer der Punkte, in denen sich der Cha­rakter der Diktate van 1919 am deutlichsten offenbarte, war die Gründung des Ische- cho-slowak-ischen Staates und die ohne jede Rücksicht auf Geschichte und Natio­nalität vollzogene Festsetzung seiner G r e n; e n. 3n sie wurde auch das Sudeten­land einbezogen, obwohl dieses Gebiet immer deutsch gewesen war und obwohl seine Be­wohner nach der Vernichtung der habsburgi­schen Monarchie einmütig ihren willen zum Anschluß an das Deutsche Reich erklärt hatten. So wurde das Selbstbestim­mungsrecht, das vom Präsidenten Wilson als die wichtigste Grundlage des Völkerlebens proklamiert worden war, den Sudetendeutschen einfach verweigert.

Aber damit nicht genug. Dem tschecho-slowa- kischen Staat wurden in den Verträgen von 1919 bestimmte und dem Wortlaut nach weit­gehende Verpflichtungen gegenüber dem deutschen Volkstum auferlegt. Auch diese Ver­pflichtungen sind von Anfang an nicht ein- gehalten worden. Der Völkerbund hat bei der ihm zugewiesenen Ausgübe, die Durch­führung dieser Verpflichtungen zu gewähr­leisten, vollkommen versagt. Seitdem führt das Sudetenland den schwersten Kampf um die Erhaltung seines Deutschtums.

Jnteressierles Echo in Amerika.

Starker Eindruck der klaren Darlegungen des Führers.

Die Antwort des Führers.

Der Führer und Reichskanzler hat an Präsident Roosevelt folgendes Antworttele-

Es war eine natürliche und unvermeidliche Ent­wicklung, daß nach der Wiedererstarkung des Deut­schen Reiches und nach der Wiedervereinioung Oesterreichs mit ihm der Drang der Sudetendeutschen nach Erhaltung ihrer Kultur und nach näherer Ver­bundenheit mit Deutschland zunahm. Trotz der loyalen Haltung der Sudetendeutschen Partei und ihrer Füh­rer wurden die Gegensätze zu den Tsche­chen immer stärker. Von Tag zu Tag zeigte es sich klarer, daß die Regierung in Prag nicht gewillt war, den elementarsten Rechten der Sudetendeutschen wirklich Rechnung zu tragen. Vielmehr versuchte sie, mit immer gewalt­sameren Methoden die Tscbechisierung des Sudetenlandes durchzusetzen. Es konnte nicht ausbleiben, daß dieses Vorgehen zu immer größeren und ernsteren Spannungen führte.

Die deutsche Regierung hat in diese Entwicklung der Dinge zunächst in keiner weise eingegriffen und ihre ruhige Zurückhaltung auch dann noch ausrechterhalten, als die tschechoslowakische Re­gierung im Mai d. 3. unter dem völlig aus der Lust gegriffenen Vorwand deutscher Truppen- zusammenziehungen zu einer Mobilisie­rung ihrer Armee schritt. Der damalige Verzicht auf militärische Gegenmaßnahmen in Deutschland hat aber nur dazu gedient, die 3n- transigenz der Regierung in Prag zu verstärken. Das hat der Verlaus der Verhandlungen der Sudetendeutschen Partei mit der Regierung über eine friedliche Regelung deutlich gezeigt. Diese Verhandlungen erbrachten den endgül-

Deutschland irägi keine Verantwortung für die wettere Entwicklung.

DaS deutsche Memorandum ist die letzte Möglichkeit, durch Vereinbarung zu einer gerechten Regelung zu kommen.

tion ab. Er wolle hoffen, daß Frankreich nicht der vollendeten Tatsache eines Krieges gegenüllerge- ftellt werde, bevor die Volksvertreter sich hätten äußern können. Wenn die Regierung aber Vor­schläge, daß Frankreich dem tschecho-slowakischen Staat eine militärische Unterstützung bringe, so sei klar, daß diese Hilfe nur unter der Bedingung zugestanden werden könne, daß Frankreich eine äquivalente militärische Unter­stützung durch Anwendung des Artikels 16 des Gen­fer Paktes von den anderen Unterzeich­ne rftaaten gewährt werde, besonders durch das Britische Imperium. Es verstehe sich von selbst, daß die französische Regierung nicht die all­gemeine Mobilmachung verkünden könne, solange nicht von England eine gleiche Maß­nahme ergriffen sei. Die französische Armee könne allein oder mit Unterstützung eines kleinen Kontin­gentes nicht die Lasten der Operationen zu Lande auf drei verschiedenen Fronten tragen. Jedermann wisse, daß die französischen Jahrgänge 1914 bis 1919, die zuerst eingezogen werden würden, mit den Jahren der Geburtenunterschüsse zusammen­fielen. Die französische Rasse würde sich, selbst als Siegerin, schwerlich von den gewaltigen Menschen- Verlusten wieder erholen können, die eine Jnfan- terieschlacht mit sich bringen würde.

Das Telegramm Roosevelts.

W a s h i n g t o n, 27. Sept. (DNB.) Präsident Roosevelt Hot an den Führer folgendes Telegramm gerichtet, das auch im gleichen Wort­laut anderen europäischen Staatsmännern zu­gegangen ist:

Das Gebäude des Friedens auf dem europäischen Kontinent wenn nicht auch in der übrigen Welt i st in unmittelbarer G e- fahr. Die Folgen eines Friedensbruches wären unberechenbar; bei einem Ausbruch von Feindselig­keiten würde das Leben von Millionen Männern, Frauen und Kindern eines jeden der be­teiligten Länder mit absoluter Sicherheit unter Um­ständen von unaussprechlichem Schrecken v e r l o - r e n gehen. Dos Wirtschaftssystem in allen beteiligten Ländern würde bestimmt zerrüttet, der soziale Aufbau würde Gefahr laufen, voll­kommen zertrümmert zu werden.

Die Vereinigten Staaten haben keine politischen Verwicklungen. Sie sind nicht gefangen im Haß ge­gen die wesentlichen Bestandteile der Zivilisation. Der höchste Wunsch des amerikanischen Volkes ist, in Frieden zu leben; im Falle eines allge­meinen Krieges jedoch ist es sich der Tatsache be­wußt, daß keine Nation den Folgen einer sol­chen Weltkatastrophe in irgendeiner Weise ent­gehen kann.

Die traditionelle Politik der Vereinigten Staaten war immer die Förderung der Regelung internatio­naler Streitigkeiten durch friedliche Mittel. Es ist meine Ueberzeugung, daß alle Völker, die heute der Gefahr eines drohenden Krieges gegen«

rah sagte kurz und eindeutig:Sollen sie es un­tereinander abmache n/' Der Vorsitzende des antibolschewistischen Untersuchungsausschusses Dies meinte, Amerika müsse äußerst vorsichtig fein und eine streng neutrale Haltung wahren. Die Mehrheit des amerikanischen Volkes wolle nicht in einen europäischen Krieg verwickelt werden, aber eine schlaue und gut finanzierte Agi­tation habe bereits eingesetzt, um diese Lage zu ändern. In einer Unterredung mit der Presse erklärte Senator B o r a h, daß England keinen Grund habe, an den Anspruch des Führers auf die fudeten- deutschen Gebiete der Tschecho-Slowakeimorali­schen Anstoß" zu nehmen. Er habe zwar kein Ver­ständnis für die Methoden des Führers, aber feine Forderungen feien durchaus fair. Wie schon bei früheren Gelegenheiten, so machte Senator Borah auch diesmal den Versailler Vertrag für die gegenwärtige Lage Europa- verantwortlich.

Amerikas Ehrenschuld.

Die Botschaft des Präsidenten der Vereinigten Staaten hat auch im deutschen Volk das Interesse gesunden, das jener Aeußerung des leitenden Staats­mannes einer so großen Nation zukommt. Wir haben jedoch der Führer hat in seiner Antwort an Roosevelt daraus hingewiesen schau einmal die Botschaft eines amerikanischen Präsidenten er­halten, die der Ausgangspunkt furchtbarster Ent­täuschung für das deutsche Volk geworden ist. 6s wurde damals dem deutschen Volk alles versprochen, wenn es nur die Waffen niederlegen würde und sich dem Präsidenten Wilson anvertrauen merto aber nichts wurde gehalten und der furchtbare Zu­sammenbruch, der Deutschland zum Objekt schaA' loser Ausbeutung der Siegermächte machte, ist Folge dieser blinden Vertrauensseligkeit gewesen- Heute, wo es darum geht, das Selbstbestimmung^' recht der Völker, das Präsident Wilson feierlich proklamiert hat, für die Südetendeutschen in die Tat umzusetzen, würde das amerikanische Volk, nur eine Ehrenschuld abtragen, wenn es sich mit allem druck für die von Deutschland vorgeschlagerre gerechte und natürliche Lösung des sudetendeutschen Pro­blems einsetzen würde.

Der Führer antwortet auf eine Botschaft Roosevelts

Oie Entscheidung über Krieg und Frieden liegt allein in Prag.

Ilgen Beweis, daß die tschecho-flowakifche Regierung roeif entfernt baoon war, bas fubetenbeutfd)e Problem wirklich von Grunb auf anzufassen unb einer gerechten Lösung zuzuführen. 3nfolgebeffen sinb bie Zu- ffänbe im tschecho-slowakischen Staat in ben letz­ten EJodjcn, wie allgemein bekannt ist, völlig unerträglich geworben. Die politische Ver­folgung unb wirtschaftliche Hnterbrürfung hat bie Subetenbeutfdjen in namenloses Elenb gestürzt.

Zur Charakterisierung dieser Zustände genügt es, auf folgendes hinzuweisen: Wir zählen im Augen­blick 2 1 4 000 sudetendeutsche Flucht- liqe, die Haus und Herd in ihrer angestammten Heimat verlassen mußten und sich über die Deutsche Grenze retteten, weil sie darin die einzige und Möglichkeit sahen, dem empörenden tschechischen Gewaltregiment,und blutigsten Terror Zu entgehen. Ungezählte Tote, Tausende von Verletzten, Zehntausende von Angehaltenen und Eingekerkerten, verödete Dörfer sind die vor der Weltöffent­lichkeit anklagenden Zeugen eines schon längst seitens der Prager Regierung vollzogenen Ausbruches der Feindseligkeiten, die Sie in Ihrem Telegramm mit Recht befürchten, ganz zu schweigen von dem im sudetendeutschen Gebiet seit 20 Jahren systematisch seitens der tschechischen Regierung vernichteten deutschen Wirtschaftslebens, das bereits alle die Zerrüttungserscheinungen in sich tragt, die Sie als die Folge eines ausbrechenden Krieges vor« aussehen. Das find die Tatsachen, bie mich ge- zwangen haben, in meiner Nürnberger Rede vom 12. September vor der ganzen Welt auszusprechen, daß die Rechtlosmachung der 3V2 Millionen Deut- schen in der Tschecho-Slowakei ein Ende neb­ln e n muß und daß diese Menschen, wenn sie von sich aus kein Recht und keine Hilfe finden können, beides vom Deutschen Reich bekommen müssen.

Um aber noch einen letzten Versuch zu machen, bas Ziel auf e.inem frleblicheu Wege zu erreichen, habe ich in einem bem britischen Herrn Premierminister am 23. Sep­tember übergebenen IHemoranbum für bie Losung bes Problems konkrete Vor­schläge gemacht, bie inzwischen bet Öffent­lichkeit bekanntgegeben sinb. Nachdem bie tschecho slowakische Regierung sich vorher ber britischen unb französischen Regierung gegen­über bereits b a m i t einverstanben er­klärt hatte, baß bas subetenbeutsche Sieblungs- gebiet vom tschecho-slowakischen Staate a b ge­trennt unb mit bem Deutschen Reich ver­einigt wirb, bezwecken bie Vorschläge bes beuf- schen IHemoranbums nichts anbetes, als eine schnelle, sichere unb gerechte Er­füllung jener tschecho slowakischen Zusage herbeizuführen.

Ich bin der Ueberzeugung, daß Sie, Herr Prä- sident, wenn Sie sich die ganze Entwicklung des sudetendeutschen Problems von seinen Anfängen bis zum heutigen Tags vergegenwärtigen, erkennen werden, daß die deutsche Regierung es wahrlich weder an Geduld noch an aufrichtigem Willen zur friedlichen Verständigung hat fehlen lassen. Nicht Deutschland trägt die Schuld daran, daß es ein sudetendeutsches Problem überhaupt gibt, und daß daraus die gegen­wärtigen unhaltbaren Zustände erwachsen sind. Das furchtbare Schicksal der von dem Problem betroffe­nen Menschen läßt einen weiteren Auf­schub seiner Lösung nicht mehr zu. Die Möglichkeiten, durch Vereinbarung zu einer gerech­ten Regelung zu gelangen, sind deshalb mit den Vorschlägen des deutschen Memorandums er­schöpft. Nicht in der Hand der deutschen Regie­rung, sondern in der Hand der tschecho- s 1 o w akischen Regierung allein liegt es nunmehr, zu entscheiden, ob sie den Frieden oder den Krieg will.. Adolf Hitler.

Herrn Franklin Roosevelt, Washington.

Telegramm.

Eure Exzellenz haben in Ihrem mir am 26. Sep­tember zugegangenen Telegramm im Namen des amerikanischen Volkes einen Appell an mich ge­richtet, im Interesse der Erhaltung des Friedens die Verhandlung en über die in Europa ent­standene Streitfrage nicht abzubrechen und eine friedliche, ehrliche und aufbauende Regelung dieser Frage anzustreben. Seien Sie überzeugt, daß ich die hochherzige Absicht, von der Ihre Aus­führungen getragen sind, durchaus zu würdigen weiß und daß ich Ihre Auffassung über bie unabsehbaren Folgen eines euro- p ä i s ch en Krieges in jeder Hinsicht teile. Ge­rade deshalb kann und muß ich aber jede Ver­antwortung des deutschen Volkes und seiner Führung dafür a b l e h n e n, wenn etwa die wei­tere Entwicklung entgegen allen meinen bisherigen Bemühungen tatsächlich zum Ausbruch von Feindseligkeiten führen sollte.

Um über das zur Erörterung stehende sude­tendeutsche Problem ein gerechtes Urteil zu gewinnen, ist es unerläßlich, den Blick auf die Ereignisse zu lenken, in denen letzten Endes die Entstehung dieses Problems und seine Gefah­ren ihre Ursache haben. Das deutsche Volk hat im Jahre 1918 die Waffen aus der Hand gelegt, im festen Vertrauen darauf, daß der Friedensschluß mit seinen damaligen Gegnern die Prinzipien und Ideale verwirklichen würde, die da­für vom Präsidenten Wilson feierlich verkündet und von allen kriegführenden Mächten ebenso feier­lich als verbindlich angenommen worden waren. Niemals in der Geschichte ist das Vertrauen eines Volkes schmählicher getäuscht worden als es damals geschah. Die den besiegten Nationen in den Pariser Vorortverträgen aufgezwungenen Frie­densbedingungen haben von den gegebenen Ver­sprechungen nichts erfüllt. Sie haben vielmehr in Europa ein politisches Regime geschaffen, das die besiegten Nationen zu den entrechteten

Kulturnationen der Welt freiwillig die feierlichen Verpflichtungen des Briand-Kellogg-Pak» tes vom Jahre 1928 auf sich genommen haben, die dahin gehen, Streitigkeiten nur durch fried­liche Mittel zu lösen. Außerdem sind die mei­sten Nationen Partner anderer bindender Verträge, die ihnen die Verpflichtung auferle- aen, Frieden z u halten. Ferner stehen allen Ländern heute zur Lösung von Schwierigkeiten, die auftauchen können, die Schlichtungs. und Versöhnungsverträge zur Verfügung, de­ren Unterzeichner sie sind. Welches auch die Schwie­rigkeiten bei den in Frage stehenden Streitigkeiten sind und wie schwierig und dringend sie sein mögen, sie können durch Anwendung von Gewalt nicht bes­ser gelöst werden als durch Anwendung von Ver­nunft.

In der gegenwärtigen Krisis hat das amerika­nische Volk und seine Regierung aufrichtig oebofh daß die Verhandlungen zur Regelung der Streitig­keiten zum glücklichen Ende gebracht werden könn­ten. Solange diese Verhandlungen noch fort- dauern, solange besteht auch noch die Hoffnung, daß die Vernunft und der Geist der Billigkeit die Oberhand behalten und daß die Welt auf diese Weise dem Wahnsinn eines Krieges entgeht. Im Namen von 130 Millionen Amerikanern und um der Mensch­heit willen appelliere ich an Sie, die Verhandlun­gen, die auf eine friedliche, billige, konstruktive Lö­sung der Streitfragen zielen, nicht abzubre- ch e n. Mit Dringlichkeit wiederhole ich, daß, solange die Verhandlungen fortgesetzt werden, die Streitig­keiten eine Aussöhnung finden können. Sind sie aber einmal abgebrochen, so ist die Vernunft verbannt und die Gewalt macht fick geltend. Und Gewalt

chischen Regierung beeinträchtigt, die unter fadenscheinigen Vorwänden ihre gegebene Zusage nicht mehr wahr haben will. Hier liegt doch offensichtlich eine Unklarheit vor. Wenn endlich Chamberlain nicht wegen der Sympathie für die Tschechei Krieg führen will, sondern wegen der großen Entscheidunge n", dann kann man an Mussolinis prophetisches Wort erinnern: Wenn hier ein Krieg ausbricht, dann liegen Gründe vor, die ganz anderer Natur sind."Dann wären also dieungenannten Kriegsgründe" aus­schlaggebend, jene dunklen Kräfte, die schon seit lan­gem gegen Deutschland und Italien zum Kriege hetzen. Will man das in England wirklich? Heber dem europäischen Drama aber steht der Wort- bruch von Prag. Benesch hat sie angenommen und jetzt lehnt er ab. Wenn das der tiefere Grund für alle jene Besorgnisse ist, die Chamberlain in seiner Rundfunkrede angeführt hat, so ist es die Gerechtigkeit in der Welt wirklich schlecht

N e u y o r k, 28. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Antwort des Führers auf Roosevelts Tele­gramm findet in den Vereinigten Staa­ten stärksten Widerball. Gerade die Tat­sache, daß Amerikas Präsident der,Empfänger dieser bedeutsamen deutschen Willenskundgebung ist, hat we­sentlich zur Steigerung des Interesses der amerikani­schen Öffentlichkeit an diesem Dokument beigetragen. Wohl zum erstenmal lesen die gewöhnlich mit Sensa­tionsnachrichten übelster Art überschütteten Bürger der Vereinigten Staaten mit wirklicher Sorgfalt eine klare Darlegung der Motive, die zur tschecho­slowakischen Staatsgründung geführt haben. Die Zeitungen, die des Führers Antwort an hervor­ragender Stelle veröffentlichen, heben in fetten Schlagzeilen besonders die Ablehnung der Verantwortung Deutschlands für einen etwaigen Kriegs a .u sbruch her­vor. Allgemein wird auch betont, daß der Führer die hochherzigen Absichten Roosevelts anerkennt. In den Überschriften der Blätter wird ferner der Hin­weis auf das von Wilson feierlich proklamierte Selb st bestimmungsrecht hervorgehobsn, um das das sudetendeutsche Volk auf das scham­loseste betrogen wurde.

In den Kommentaren der amerikanischen Presse kommen deutlich die beiden Richtungen zum Aus­druck, die immer wieder im Verhältnis zum neuen Deutschland zu Tage treten. Während auf der einen Seite die vom Judentum beherrschten Blätter, be­sonders in Neuyork, die heftigsten Angriffe gegen das nationalsozialistische Deutschland und seinen Führer richten und die übelste Kriegshetze betreiben, kommt auf der anderen Seite immer stärker das Bestreben zum Ausdruck, die Vereinigten Staaten aus den europäischen Angelegenheiten heraus­zuhalten. Der gleiche Zwiespalt ist auch im amerikanischen, Kongreß. Neben äußerst pessi­mistischen ober kriegshetzerischen Erklärungen fin- den sich einige bemerkenswerte Steuerungen, die zeigen, daß viele maßgebende Politiker ber Der- einigten Staaten sich über bie wahren Interessen ihres Laubes nicht im unklaren sinb. So erklärte Senator Holt:Ich sehe keinen Grunb, war­um Amerika in einen Krieg hineinge» zogen werben soll, auch wenn die Internationa­listen un$ hineinzuziehen versuchen«" Senator So*

stellt.

Eine wundervolle strategische Karie".

Zynische Offenheit eines französisches Kriegshetzers.

Paris, 27. Sept. (DNB.) In derEpoque" be- schäftigt sich der Bruder des berüchtigten Henri be Kerillis mit einem kaum zu überbietenden Zynis- mus mit der Rolle, die die Tschechv-Slvwa- k e i in den Berechnungen gewisser kriegshetzerischer deutschfeindlicher Kreise in Frank­reich spielt. Henry de Kerillis schreibt, viele Franzosen stellten sich die Frage, ob man sich für bie Tschecho-Slowakei schlagen müsse. Man sollte sich aber lieber fragen, ob Frankreich ein überzeu­gendes Interesse bar an habe, daß die Tschecho-Slo­wakei bestehe und Frankreichs Verbündeter sei. In diesem Falle würde die französische Antwort un­bestreitbar bejahend sein.

Die Tschecho-Slowakei sei ohne Zweifel in dem französischen Spieleine wunder­volle stralegische Karle", die mit dem Auftreten der Luftwaffe beträchtlich an Wert gewonnen habe. Das böhmifche Land mit seinen weiten Ebenen sei ein wun­derbarer Ausgangspunkt für die Luftwaffe. Dieser Ausgangspunkt sei 160 Kilometer von Berlin, also für ein mo­dernes Flugzeug nur eine halbe Flug­stunde weit entfernt. Es sei offensichtlich, daß dieser Tatbestand den Nachteil wesentlich ändere, der sich daraus ergebe, daß Paris nur 300 Kilometer von der Ost grenze, Ber­lin aber 6 0 0 Kilometer von der West grenze des Landes entfernt sei. Rian müsse Berlin bombardieren kön­nen. Diese Möglichkeit ergebe sich durch die ver­bündete tschechische Armee.

Man bür'fe nicht vergessen, baß bei ber Regelung der tschecho-slowakischen Angelegenheit bieSicher­heit Frankreichs" auf bem Spiele stehe. Böhmen habe für Frankreich in Mitteleuropa im Hinblick auf bie Luftwaffe ben gleichen Wert wie bie Insel Malta für Englanb im Mittelmeer. Böhmen sei der unerläßliche Stützpunkt für weitrei­chende Operationen, zu denen sich ganz be­sonders das Flugzeug eigne. Eine freie, verbündete Tschecho-Slowakei bedeute nicht nur einen annehm­baren Unterstützungsfaktor, sondern auch ein Mittel, um die Wirksamkeit der französischen Streitkräfte zu verzehnfachen. Wenn die Tschecho-Slowakei sich bereit erkläre, neutralisiert und seiner wesentlichen Grenzen beraubt zu sein, so werde der Friede von heute gerettet. Man verheimliche sich jedoch nicht, daß sich daraus eine fühlbare Schwä­chung des französischen militärischen Potentiells ergebe.

Flandin warnt.

Frankreich würde sich verbluten."

Paris, 27. Sept. (DNB.) DerTemps" ver­öffentlicht eine Zuschrift des ehemaligen Minister­präsidenten F l a n d i n , der die Aufmerksamkeit der Leserschaft auf bie Kehrseite eines etwaigen mili­tärischen Eingreifens Frankreichs in ben Konflikt zwischen ben Subetendeutschen und der Tschecho-Slowakei lenken soll. Aus allen möglichen Gründen lehne er persönlich jede Internen-