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lkr. 252 Erstes Blatt

Donnerstag, 2 7. Oktober 1958

188. Jahrgang

in dem

un-

Die Kolonialfrage im Mittelpunkt der Londoner Ministerbesprechungen

Der mexikanische Oelkonfli^t.

London, 26. Okt. (Europapreß.) Am Mittwoch

kam es auf dem Aktienmarkt der Londoner Börse zu Kursrückgängen mexikanischer Oelwerte, nachdem bekanntgewordsn war, daß der mexika­nische Präsident r d e n a s das Gesuch der aus­ländischen vergesellschaften auf Zurückziehung

Annahme von Anzeigen » öirJJlittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags

(Sninöpretie für I mm höhe für Anzeigen von 22 mm Dre,te 7 Npf., für Text* anzelgen von70mm Breite 50Npf.,PlatzvorschriN nach Dort) Derembq 25"/. mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Steilem, Vereins-, gemein* nützige Anzeigen sowie em* fpaltige Gelegenheitsonzei* gen 5 Rpf.. Familienanzei* gen, Bäder-, Unterrichts- tu behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

im japanisch, im spanischen wendunasmöalich-r oiesen. Auch fflie« :irf BeobachiunqS' e besonders schnell hten, wurden von'

Volk zu beugen, geschweige denn es zu zerbrechen. Der Sieg-Heil-Ruf des Führers auf Deutschland findet bei den südmährischen Volksgenossen ein viel- tausendstimmiges begeistertes Echo.

Zum Abschluß stattete der Führer noch dem Rathaus von Znaim einen Besuch ab und nimmt als Spende der dankbaren Znaimer Bevölkerung eine deutsche Werkmannsarbeit, die silberne Nach­bildung des Znaimer Rathausturmes entgegen. Auch auf der Fahrt zum Bahnhof wird der Führer von Begeisterungskundgebungen der Bevölkerung be­gleitet.

Zum letzten Einsatz bereit und entschlossen

Der Führer spricht in Znaim zur befreiten Bevölkerung Güdmährens.

ändere, immer Fälle geben, in denen Krieig

Prags Antwort aus die ungarischen Vorschläge

Oie Frage der ungarischen Minderheit soll vor ein deutsch-italienisches

Schiedsgericht kommen.

London, 27. Okt. (DND. Funkspruch.)Daily Mail" sagt, bei den gestrigen Londoner Mimster- besprechungen habe die Frage der früheren deutschen Kolonien im Mittelpunkt der Be­ratungen gestanden. Ministerpräsident Chamber­lain habe Bericht erstattet über die gesamte inter­nationale Lage und über seine Politik der Befrie­dung, wobei die Bereinigung des Kolo­nialproblems einen wichtigen Teil dargestellt habe. Der bevorstehende Besuch des süd­afrikanischen Verteidigungsministers P i r o w, der von der britischen Regierung aufgefordert worden sei nach London zu kommen, sei ein wichtiger An­fangsschritt in dieser Frage. In den nächsten Wo­chen werde es zu einer neuen Annäherung an Deutschland kommen, der, so hoffe man, bald Beratungen über die hauptsächlichsten offen­stehenden Probleme folgen würden. Der britische Botschafter in Berlin, Sir Neville Hender­son, der augenblicklich in London weile, habe Chamberlain einen langen Bericht überreicht, in dem er seine Ansichten über die deutsch-englischen Beziehungen niederlegte, sowie über die Aus­sichten einer dauernden Verständl- g u n g auf der Grundlage einer allgemeinen euro­päischen Befriedung.

Lord Halifax an die Amerikaner.

Eine Rundfunkrede des britischen Außen­ministers.

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Wtntrtefju unb abgerichtet rheJ und Dressur, be-bas von dein I $lel Zu errei, ?eburi eine gute

Pferd die rmgen kann, wie von reinrassigen W ist. Troße in der Tier. "Hungen für den fauben. Die her, staube sind ihr . und ihre Hei­de zieht die Brief, dos sie so lange >e Dressur besteht' 4 bei größeren icher in ihren Abrichten beginnt, in Uebungsslügen öerwendungsmög.'

Minutenlange Kundgebungen der Znmmex danken dem Führer für diese Worte, für die Tat der Be­freiung. Unter stärksten Zustimmungskundgebungen stellt der Führer als Lehre aus diesen ereignisrei­chen Wochen fest, daß das Recht nur demjenigen zu­teil werde, der stark genug sei, sich dieses Recht zu erkämpfen. In einem mitreißenden Appell., ruft der Führer die Sudetendeutschen auf, sich in die große deutsche Volks- und Schicksalsgemeinschaft einzugliedern mit dem festen Entschluß, die eigene Kraft und die Kraft des ganzen Volkes einzusetzen für sein Recht. Dann werde keine Macht der Welt mehr imstande sein, dieses 80-Millionen-

Prag, 26. Ott (DJIB.) Die kfchecho-slowakische Regierung Hal ihre Antwort auf die ungarischen Vorschläge heute überreicht. Wie wir erfahren, ent­halten die tschecho-slowakischen Gegenvorschläge fol­gende Punkte:

1. Die tschecho-slowakische Regierung ist der An­sicht, daß auf Grund der Münchener Protokolle nur die Frageder ungarischen Minder­heit behandelt werden kann, andere ethnische Probleme mühten aus dem Rahmen der jetzigen Verhandlungen ausgefchaltet werden.

2. Die tschecho-slowakische Regierung erklärt ihr Einverständnis mit der ungarischen Regierung darin, dah die Frage der ungarischen Minderheit vor das Schiedsgericht Deutschland-Ita­lien kommt. Die tschecho-slowakische Regierung ist der Meinung, bah die Hinzuziehung weiterer Schiedsrichter den beiden Mächten über­lassen werden soll. Sollten jedoch diese den un­garischen Vorschlag zur Hinzuziehung Polens an­nehmen, so würde die tschecho-slowakische Regierung verlangen, dah auch Rumänien hinzuge­zogen wird.

3. Dieses Schiedsgericht soll über alle Moda- titäten, also über den Zeitpunkt und die tech­nischen Fragen der Räumung und llebergabe an Ungarn bestimmen.

4. Schließlich schlägt die tschecho-slowakische Regie­rung vor, zur Vorbereitung der Uebergabe soson eine gemischte nngarisch-tschecho-slo- waklsche Mititärkommission zu bilden.

Der Außenminister ging dann auf die tschechische Krise ein und erklärte, er könne mit gutem Ge­wissen sagen, daß die Regierung bei den Bemühun­gen, den Krieg in der jüngsten Krise abzuwehren, richtig gehandelt hätte. Niemand hätte die Tschecho- Slowakei vor einer Niederlage bewahren können und kein Staatsmann hätte die in Versailles fest­gelegten Grenzen der Tschetzo-Slowakei wiederher- stellen können. Die einzige Grundlage für einen Frieden, so fuhr Halifax fort, sei die Verstän­digung, und die erste Stufe auf dem Wege dahin bestehe darin, daß Nationen, die dieselben Ideale hätten, bereit seien, gemeinsam die Mittel dazu zu überlegen. Länder wie Amerika und England, die in der Vergangenheit durch die Geschichte und durch die Umstände so begünstigt worden seien, hätten die schwere Verantwortung, all ihre Kräfte zu benutzen, um ihre Mitmenschen einer Zukunft entgegenzufüh­ren, die vielleicht allen dienen werden.

hkiMZumAi erubungsarbeit M

.eteiliM.

Reue karpatho-ukrainische Landesregierung.

Prag, 26. Okt. (DNB.) Der Vorsitzende der kar- patho-ukrainischen Landesregierung Brody hat sei­nen Rücktritt erklärt, da zwischen der Auffassung der karvatho-ukrainischen Regierung und der der Zen­tralregierung über die Regelung der Grenz- f r a.g e im Osten der Republik Meinungsver­schiedenheiten entstanden sind. In Vertretung des Staatspräsidenten hat der Ministerpräsident der Zentralregierung, General Syrovy, den bisheri­gen karpatho-ukrainischen Regierungssekretär W o - l o s ch i n mit der Bildung der neuen, aus drei Mi­nistern bestehenden karpatho-ukrainischen Landes­regierung beauftragt. Die neue Regierung ist noch am Mittwoch gebildet worden. Neben W o - l o s ch i n gehören ihr die bisherigen Minister R e - vay und Bacinsky an. Der der früheren Re­gierung angehörende Staatssekretär Pjeftak wurde der slowakischen Regierung als Vertreter der ukrainischen Bezirke, die der Slowakei, bisher noch einverleibt sind, zugeteilt. Die Regierungsum­bildung bedeutet einen Sieg der streng national eingestellten ukrainischen Vertreter über die ältere Generation. Man hofft, daß sich die Lösung der innen- und außenpolitischen Probleme, die die kar­patho-ukrainische Landesregierung in allernächster Zeit zu treffen hat, nunmehr leichter gestalten wird. In U z h o r o d , der Hauptstadt der Karpatho- Ukraine, fanden am Mittwochabend Kundgebungen für die neuernannte Regierung statt.

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche UulverfitSttdruSerei N. Lange in Giehen. Schriftleitung und Gefchöftsftelle: Schulftratze 7

vermeidlich und richtig sei. Aber man müsse zum wenigsten sagen, daß die große Katastrophe des Krieges'wenn irgend möglich, ab gewendet wer­den sollte.

L o n d o n , 26. Okt. (DNB.) Außenminister Lord

Halifax hielt am Mittwochabend eine Rundfunk- ------< -

nnfnradie an das amerikanische Volk. Die Rede war d e s E n t e i g n u n g s g e s e tz e s vom Marz d. I. darauf abgestellt, den Amerikanern die englische a b g e l e h n t hat. In Citykreisen rechnet man nicht Valitik vor allem die Haltung Englands während mehr damit, daß der neue Beschluß der mexikam- h/r letzten Wochen verständlich zu machen. Ander- schen Regierung noch durch irgendwelche Vorstel- s-tts war Halifax bemüht zu betonen, daß wie , langen umgestoßen werden könne. Bereits zweimal ' r sagtezwischen dem englischen und amerika- , hatte die englische Regierung Noten in Mexiko nilcken Volke in Fragen der Weltpolitik ein überreichen lassen und dabei die Rückgabe des ent« m i r f H d) e s Verstehen herrschen müsse : eigneten englischen Eigentums gefordert. Don dem unh dak Amerika genau so seine Pflichten haste wie I enteigneten ausländischen Eigentum im Werte von Enaland" Lord Halifar erinnerte an den Weltkrieg, § rund 80 Millionen Pfund Sterling (rund eine Mll- heffen üble Folgen sich in den nachfolgenden Frie- liarde Reichsmark) entfallen nahezu 40 bis 50 v. H. densze-ten noch bemerkbar gemacht hätten, es werde. auf englischen Besitz.

vielleicht, solange sich die menschliche Natur nicht'

Znaim, 26. Okt. (DNB.) Der Führer besuchte von Wien aus das südmährische Gebiet. An der Fahrt nahmen u. a. teil der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe V, General der Infanterie L i st, der Kommandierende General des XVII. Armeekorps General der Infanterie Kienitz und der Chef des Generalstabes der Heeresgruppe V Generalleutnant Buoff, ferner Reichskommissar Henlein, Gau­leiter B ü r ck e l, Reichsstatthalter Seyß - In - q u a r t.

Die ehemalige deutsch-tschecho-slowakische Grenze wurde zwischen Fratres und Zlabings passiert. Die Grenze führt hier über weit geschwungene Acker­flächen, die dem gewellten Hügellaick der südmähri­schen Hochebene eine charakteristische Note geben. Der Boden ist nicht allzu fruchtbar. Die Tschechen haben auch hier systematisch die Absatzmöglichkeit des deutschen Gebietes verhindert, es fehlt an Bahnen und Straßen. All dies muß jetzt erst geschaffen werden. Das tschechische Zollhaus vor Zlabings ist mit Maschinengewehrnestern ausgerü­stet. Tankfallen, spanische Reiter, schwere Eisen­trägersperren gehen von hier aus. Eine wohl aus- gebaute lückenlose Befestigungslinie schließt sich an. Bunker an Bunker, Maschlnengewehrnest an Ma- shinengewehrnest ist angelegt worden. Das Land ist nur dünn besiedelt, und weit liegen die Dörfer auseinander, aber die Menschen haben die stunden- lveiten Anmarschwege nicht gescheut, dem Führer zujubeln zu können, wenn er an ihnen vorüber fährt.

Der Führer fährt die ganzen Grenzwege ab, er besichtigt eingehend die tschechischen Befestigungs- linien und die deutschen Truppen an der Demar­kationslinie. So geht es südostwärts über Slawa- then und Piesling an der Thaya entlang.

Kurz hinter Piesling läßt der Führer halten, er besichtigt einen der Bunker, die dort den Dorsausgang beherrschen. Die Generale List und Kienitz erstatten Bericht, aber die Pies- linger haben erspäht, daß der Führer hinter ihrem Dorf gehalten hat. Run stürmen sie her­an, als wollten sie den Bunker erobern, auf dem weithin sichtbar der Führer steht. Gen­darme wollen sie zurückhallen, aber der Führer winkt, und nun ist der Bunker mit einem Schlage ringsum eingefaßt von einer dichten Mauer jubelnder, lachender, weinender Men­schen, die alle nur den einen Wunsch haben, dem Führer einmal auf Minuten nahe fein zu dürfen. Als der Führer dann langsam roiebi: seinen Wagen besteigt, da braust das immer wiederholteWir danken, wir danken!" ihm nach.

Weiter geht die Fahrt. Fra in zu, das niedlich Md schön, von einem gewaltigen Felsenschloß über« regt, in einem Talkessel am Ufer der £aga hegt. Unmittelbar an der Talsperre in einer Arbeiter­baracke nimmt der Führer einen 2rnbih em, zu­sammen mit seinem Gefolge und den Offizieren der Wehrmacht, die hier in Frain ihre Truppen gemeldet haben, u. a. General Schubert, den Kommandeur der 44. Division und den Stab des Zchützenregiments 2. ~ ,

Um 14.30 Uhr geht die Fahrt werter nach 8n a i m. Ein paar Tschechen, die nicht geflohen sind, stehen an der Einfahrt zur Stadt. Als der Führer vorüderkommt, ziehen sie alle den Hut. öie leben frei und ungehindert und danken dies dem Führer. Dann ist der Führer am Marktplatz, wo er die Meldung General Hubickis, des Kom­mandeurs der 4. leichten Division, entgegennimmt und die Front der Ehrenkompanie des Krad- schützenbataillons 2 abschreitet. Ein Sturm der Be­geisterung schlägt dem Führer immer wieder ent- oegen. Dann tritt er auf die Tribüne auf dem Marktplatz unter eine nach vielen Tausenden zah lende, jubelnde Volksmenge. Konrad H e n l e in childert den Leidensweg der Sudetendeustchen. Er chließt mit dem Gelöbnis, daß die Sudetendeutschen durch die Tat dem Führer danken wollen sur die Befreiung, und daß sie alle Kraft emsetzen vollen, damit die Not ihrer Heimat baß) beenoet ^Run"sprich1 der Führer zu den südmäh^-

schen Volksgenossen und dankt ihnen für Treue, die sie in jahrzehntelangem Kampf dem Deutschtum gewahrt haben. Indem er als Spre­cher der deutschen Ration hier stehe, wolle er bekunden, daß die Macht des Reiches niemals wieder von hier weggehen werde Minutenlange tosende Beifallsstürme folgen diesen Worten. And wiederum stimmen die Tausende dem Füh­rer begeistert zu, als er ausrust:Wie stolz kön­nen heute alle Deutschen sein, daß emer Ge­meinschaft angehören, die d a s g ro h te uno ftärkste Reich Europas ist! In ein- k»ringlichen Worten spricht der Führer nun von frem schwersten Entschluß, vor den »or wenigen Wochen gestellt war. 2Wer über die Entscheidung konnte kein Zweifel bestehen lind der Führer spricht es offen aus: 2. Oktober, morgens 8 Ahr, w ä r e n w i r Y i e r einmarfchlert, fo oder so! Das Reich war bereitzum letzten Einsatz. Das deutsche Volk aber war entschlossen, diesen Einsatz zu vollziehen.-

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Das Dreigefpann.

Von Dr. Erich Echmidt.

Wehrpolitik", so beginnt Generalleutnant v o n Metzsch sein BuchSchlummernde Wehrkräfte", muh dreispännig gefahren werden. Die drei Schim­mel des Gespannes heißen: Wehrmacht, Wirt­schaft und Kultu r". Es ist ein guter Vergleich, den der verdiente General gewählt hat. Er tnfft in vollem Umfange zu. Denn eine unwirtschaftlich auf­gebaute Wehrmacht muß ebenso scheitern, wie eine militärisch ungeschützte Wirtschaft. Wehrmacht und Wirtschaft aber werden versagen, wenn sie nicht von einer Kultur durchblutet werden, die jedem Volks­genossen sei es in der Wehrmacht oder in der Wirtschaft wertvoll genug ist, sich mit Gut und Blut für sie einzusetzen.

Die Richtigkeit des gewählten Bildes von dem Dreigespann haben wir Deutsche in unserer eigenen Geschichte seit Ausbruch des Weltkrieges erfahren müssen. Man hat so oft gesagt, daß uns die Hun­gerblockade des Weltkrieges auf die Knie gezwungen hat, weil es 1914 an jeder wirtschaftlichen Kriegs- Vorbereitung fehlte. Man hat auch weiterhin dar­auf hingewiesen, daß die beiden fehlenden Armee­korps, die vor dem Weltkriege wirtschaftlich ohne weiteres tragbar gewesen wären, zu dem Unglück der Marneschlacht führten. Und es ist von allen Einsichtigen vor allem erkannt worden, daß die kul­turell zögernde Haltung des wilhelminischen Zeit- aIlers, die marxistisch-jüdische Verhetzung und übe- ralistische Gemeinschaftswidrigkeit zuließ, die zer­setzende Kriegspropaganda überhaupt erst hat wirk­sam werden lassen.

Man müßte vieles sagen, um diese drei Gesichts­punkte auch nur annähernd klarzustellen. Jedenfalls wissen wir aber heute, daß die drei Schimmel des Dreigespannes, die Wehrmacht, die Wirtschaft und die Kultur, in den letzten Friedensjahren vor dem Weltkriege nickt gleichmäßig eingespannt und eingeschirrt waren. Denn eingefahren werden muß das Dreigespann bereits in Friedens- Seiten. Im Kriege ist dafür keine Zeit mehr. Das Vorkriegsdeutschland aber hatte wohl eine Armee, deren Ruhmestaten in der Weltgeschichte unvergäng­lich bleiben werden, aber die Armee entsprach weder der Volkszahl, noch den wirtschaftlichen Möglich­keiten in vollem Umfange. Die Einsicht kam zu zu spät, die am 10. März 1913 der damalige Reichs­kanzler von B e t h m a n n in einer Besprechung mit den Ministerpräsidenten und den Finanzmini­stern der Bundesstaaten mit folgenden Worten zum Ausdruck brachte:Ich will hier nicht verschweigen, daß ich jetzt rückblickend den Eindruck habe, daß Deutschland gut getan hätte, innerhalb der letzten Periode von 15 Jahren sich mehr zu bemühen, sein Heer mit dem Volke wachsen zu lassen. Das haben wir unzweifelhaft nicht getan." Das Dor­kriegsdeutschland hat also weder seine Dolkszahl, noch seine Wirtschaft so ausgeschöpft, wie es hätte sein müssen, um die Wehrmacht und damit die un­mittelbare Wehrkraft des Volkes auf den höchst­möglichen Stand zu bringen. Es hat aber auch die Wirtschaft nicht so geleitet, daß sie als der zweite Schimmel des Dreigespanns gleichmäßig mit­ziehen konnte. Gemäß liberalistischen Grundsätzen war die Wirtschaft mehr nach Außenhandelsgesichts­punkten ausgerichtet als nach der Notwendigkeit. Er­nährung und Wehrkraft des Volkes wirtschaftlich sicherzustellen auch ohne Zufuhr vom Ausland.

Zogen schon die beiden ersten Schimmel des Dreigespannes mcht gleichmäßig, so war die Zug­kraft des dritten Schimmels überhaupt zu ge­ring. Wik sagten es schon: Don einer kulturell zögernden Haltung wurde es zugelassen, das un­deutsche, zersetzende und kulturwidrige Be­strebungen sich breitmachten. Wohl schienen sie in den ersten Tagen des August 1914 wie ausge­löscht, konnten sie es nicht wagen, ihr Spiel fort« zuführen. Aber je länger der Krieg dauerte, desto mehr zeigten sich die Folgen dessen, dah der dritte Schimmel des Dreigespanns, der Kultur heißt, in Friedenszeiten überhaupt nicht eingefahren war. So ging in den langen und schweren Kriegsjahren vielen oas Gefühl dafür verloren, daß es die deutsche Kultur und damit die deutsche Nation zu schützen galt, daß der Einsatz des eigenen Gutes und des eigenen Lebens notwendig war, um das Leben der Zukunft zu gewinnen.

Wie ist es heute? Wer Soldat war in den großen Schlachten des Krieges, wer überhaupt nur die Jahre des Weltkrieges miterlebt hat, der weiß, was es bedeutet, wenn Der Führer auf dem Partei­tag feststellen konnte, daß die Welt den Gedanken an eine Blockade Deutschlands a u f g e b e n muß, well diese Waffe ihre Wirkung verlieren würde. Die Abschneidung von den Rohstoffen und die Hungerblockade waren im Weltkrieg der stärkste Trumpf in den Händen unserer Feinde. Ohne ihn hätte es niemals zu Versailles kommen können.

Im nattonalsozialistischen Deutschland hat es keine liberalistischen Wirtschaftsgrundsätze mehr ge­geben. Von der polittschen Führung erhielt Die Wirtschaft ihre Aufgabe gestellt, und zwar vor allem die Ausgabe, Deutschland unabhängig zu machen von der Einfuhr des Auslandes. Dies \ gewaltige Werk ist gelungen. Damit aber ist, um zu unserem Bilde zurückzukehren, der zweite Schim­mel des Dreigefvanns eingeschirrt in die große Zielsetzung, Deutschland wehrhaft, das heißt mili­tärisch stark und für den Kriegsfall wirt­schaftlich unabhängig zu machen. Daß beide Schimmel auch weiterhin gleichmäßig ziehen, daß niemals mehr in Deutschland die Wehrmacht der Wirtschaft wegen vernachlässigt oder die Wirtschaft der Wehrmacht geopfert wird, dafür in allen Zeiten zu sorgen, wird immer die Aufgabe der politischen Führung sein.