Die Errichtung der Deutschen Mmakademie.
. Ein Erlaß,des Führers.
Berlin. 26. März. (DJIB.) 3m Reichsgesehblatl wird folgender Erlaß des Führers veröffenk- llchl:
8 1.
Zur Sicherung der Fortentwicklung des Filmwesens. insbesondere der Filmkunst im Geiste des Nationalsozialismus, wird die..Deutsche Filmakademie mit dem Arbeitsinstitul für Kulturfilmschaffen- als Amt des Reiches errichtet.
8 2.
Die Deutsche Filmakademie untersteht der Aufsicht des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda.
8 3.
An der Spitze der Deutschen Filmakademie steht ein Präsident. Dieser wird von mir auf Vorschlag des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda ernannt.
8 4.
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda gibt der Deutschen Filmakademie eine Satzung.
Vertin, den 18. März 1938.
Der Führer und Reichskanzler.
Adolf Hitler.
Der Reichsminister
für Volksaufklärung und Propaganda.
Dr. Goebbels.
Was mit der kürzlich durch Reichsminister Dr. Goebbels vollzogenen Grundsteinlegung zum Bau einer Deutschen Filmakademie auf dem klassischen Boden von Babelsberg begonnen wurde, erhält nunmehr durch den Erlaß des Führers und Reichskanzlers seine gesetzlich verpflichtende Form: der kurze Erlaß, für den es in der internationalen Geschichte des Films kein Beispiel gibt, läßt erneut erkennen, welche außerordentliche Wichtigkeit der Staat beftt Filmschaffen im Kulturleben des Volkes
Dein Za gehört dem Führer.
beimißt. Der Staat nimmt sich des Filmschaffens an und entrückt es einer bloß privatwirtschaftlichen Initiative. Der Film erscheint nun auch nach außen hin als völlig gleichberechtigt mit allen übrigen Kulturgebieten. Das entspricht seinem künstlerischen Rang wie seiner im weitesten Sinne propagandistischen, volkserzieherischen und völkerverbindenden Bedeutung. Die Deutsche Filmakademie wird, das wurde in der Rede von Dr. Goebbels zur Grundsteinlegung bereits nachdrücklich betont, der Ausbildung unseres Filmnachwuchses von der Pike auf und damit der künstlerischen Weiterentwicklung und Vervollkommnung unserer Produktion zu dienen haben. In der Filmakademie wird die in den letzten Jahren mehr als einmal bewiesene und international anerkannte Weltgeltung des deutschen Filmschaffens, zumal auf dem Sondergebiet des Kulturfilms, ihre stärkste und dauerhafteste Stütze finden. hth.
Geschichten aus aller Welt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Dan verlor nicht den Mut.
(rs) Johannesburg.
Dor wenigen Jahren konnte man oft in Südafrika bei den Box-Veranstaltungen, die die Bergleute der südafrikanischen Minen veranstalteten, einen gewissen Dan Windell im Ring sehen. Er war groß und hatte einen vorzüglichen Schlag. Es gab nur wenige Gegner, die sich mit ihm zu messen wagten. Tagsüber arbeitete Dan Windell tief unten in einem Schacht — bis zu jenem Tage, als eine Förderanlage unter bis heute noch nicht geklärten Umständen in die Luft flog. Zwei Neger, die mit Dan Windell in der Tiefe weilten, waren sofort tot. Als man Dan Windell heraufholte, mußte man ihm einen Unterschenkel,, drei Finger der rechten Hand abnehmen und ihm außerdem die Mitteilung machen, daß er nie mehr sehen werde. Aber der Mut, der einst Dan Windell im Boxring beseelt hatte, verließ ihn auch nicht, als er als blinder Krüppel mit einer Entschädigung in der Tasche eines Tages vor dem Krankenhaus stand. Er ging zu seiner alten Minengesellschaft und fragte, ob man für ihn Verwendung habe, wenn er perfekt Schreibmaschine zu tippen imstande sei? In den Nächten studierte er das Braille-System, um als Blinder lesen zu lernen. Mit seiner Entschädigung kaufte er ein künstliches Bein und flog mit dem Rest seines Geldes nach London, um dort einen Schreibmaschinenkursus für Blinde mitzumachen. Geschult kehrte er nach Hause zurück. Heute arbeitet er als Sekretär in dem Verwaltungsbüro jener Mine, in deren Tiefe er einst ein Bein, drei Finger und sein Augenlicht ließ.
5000 Hunde, zwei Ziegen und ein Elefant.
(th) Neuyork.
Dor einiger Zeit wurde aus Pumpkin (Missouri) berichtet, daß dort in einer kleinen Siedlung wohlgenährt und behütet 5300 Hunde lebten, während die ganze Siedlung nur 204 Einwohner hat. Aber nun kann aus Neuyork berichtet werden, daß in dem berühmten Empire-Wolkenkratzer — also in einem einzigen Haus — nicht weniger als 5115 Hunde ihr Leben fristen. Jede Etage hat eine besondere Terrasse, wo die Hunde den nötigen Spaziergang machen können. Auch gibt es für alle Etagen Hunde-Bade- und^Pflegeanstalten.
(th) Cheyenne (USA.).
Im Mountain-Zoo in Cheyenne lebt ein 15jähriger Elefant, dem man den neckischen Namen Shirley Temple gab. Dieser Dickhäuter hatte seit einiger Zeit Zahnschmerzen. Man zog den Tierzahnarzt Dr. L. L. Glynn zu Rate. Vier große Zähne mußten bearbeitet werden. Während sich die ersten Zahnarbeiten unter einigen Schwierigkeiten abwik- kelten, hat der Elefant allmählich eingesehen, daß es sich um eine Notwendigkeit handelt. Der Tierarzt braucht nur 30 Minuten vor der eigentlichen Behandlungsstunde zu erscheinen und ganz langsam die Instrumente auf einem Tisch auszubreiten, so daß Shirley Temple sich mit jenen Martergeräten vertraut machen kann. Der Arzt versichert, daß das Tier bei der eigentlichen Behandlung dann mutiger sei, als viele stämmige Leute sich allein schon beim Anblick eines zahnärztlichen Behandlungsstuhles aufführten.
» *
(fr) Sidney.
In einem entlegenen Goldgebiet des mittleren Australien hat man kürzlich ein Denkmal errichtet, das auf einem mächtigen Sockel zwei Ziegen aufweist. Die Goldsucher haben auf diese Art und Weise jenen Tieren ihren Dank abgestattet, deren Anwesenheit es ihnen ermöglichte, die Suche nach dem Golde so lange durchzuhalten, bis man auf die längst gesuchte Goldmine stieß. Dabei spielte noch ein starker, alter Ziegenbock eine besondere Rolle, der einen Felsblock zur Seite schob und einen Zugang zu einer bis dahin nicht beobachteten Höhle freilegte. In der ganzen Gegend gilt jedenfalls die Ziege „als Freund des Goldsuchers". -
Das Gespensterschiff.
C. K. Valparaiso.
Eine chilenische Küstenwache erhielt, wie aus Valparaiso berichtet wird, vor einigen Tagen von Fischern die Nachricht, daß auf dem Meere ein merkwürdiger Schoner segele. Man sah dcks kleine Fahrzeug, das bei stärkstem Winde und schwerstem Seegang unter vollen Segeln dahinfuhr und gerade auf die Küste lossteuerte, an deren Felsen es unweigerlich hätte zerschellen müssen. Das Schiff gab jedoch keinerlei Notzeichen, wie es unter solchen Umständen üblich ist, und es schien auch noch keinen Schaden daoongetragen zu Haven. Man sandte ein Motorboot der Küstenwache aus, dem es gelang,
dem Schoner nahezukommen. Da bemerkte die Besatzung die Gestalt einer Frau, die eng an den Fockmast gefesselt war, während ihre Kleider im Winde flatterten. Dagegen sah man keinen Mann der Besatzung an Bord des Seglers, und es zeigte sich auch niemand, als man sich bemühte, ein Tau hinüberzuwerfen. Zwei Mann von dem Motorboot mußten unter Lebensgefahr hinüberspringen. Das erste, was sie sahen, war eine Leiche. Als sie sich nun anschickten, die an den Mast gebundene Frau von den Stricken zu befreien, sahen sie, daß es eine leblose Puppe war, die ihnen dann in die Arme fiel. Eine andere Person war nicht an Bord zu finden. Die Besatzung des Motorbootes nahm den Schoner ins Schlepptau und brachte ihn an Land. Als man nunmehr daran ging, die Schiffspapiere, die man gefunden hatte, au prüfen, enthüllte sich ein merkwürdiges Schicksal. Der Besitzer des Schoners war ein Isländer namens Georg Cookor. Aus den Eintragungen im Logbuch konnte man entnehmen, daß er feit zehn Jahren allein mit der Puppe auf dem Stillen Ozean hin und her kreuzte. Die Puppe war die getreue Nachbildung eines Mädchens, die den Heiratsantrag des isländischen Seglers abgelehnt und sich in Irland mit einem Fabrikanten von Fischkonserven verheiratet hatte. Nur das leblose Bild dieses Mädchens hatte Cookok auf feinem kleinen Segler begleitet, in dem er, von feiner hoffnungslosen Liebe besessen, seine lange Irrfahrt auf dem Meere angetreten hatte, bis der Tod ihn erlöste.
Was ist mit den schottischen Lochs?
(—) Edinburgh.
Wenn jetzt der Frühling einzieht, kann man damit rechnen, daß auch die berühmte Seeschlange im Loch Neß wieder auftaucht. Mag es sich um eine vorbedachte Reklame für schottische Naturschönheiten handeln oder um die mehr ober weniger nachweisbaren Gesichte phantasiebegabter Schotten: Der Fremdenstrom nach den schottischen Lochs ist jedenfalls durch die Seefchlangen-Gefchichten erheblich gesteigert worden. Was ist nun eigentlich mit diesen schottischen Lochs? Mit dem Wort „Loch" meint man in Schottland entweder einen Jnlandsee oder einen Meeresarm, etwa wie die norwegischen Fjords. Die Inlands-Lochs sind meist außerordentlich schön gelegen und haben wechselnde Größe — vom winzig kleinen namenlosen Loch hoch in den Bergen bis zum Riesenloch von 30 und mehr Meilen Ausdehnung. Man sagt von Loch Lomond, daß es der schönste Binnensee Englands sei. Außerdem liegt in unmittelbarer Nähe dieses Sees eine Millionenstadt — nämlich Glasgow. Das berühmte Loch Neß liegt im sogenannten Great Glen, weist eine außerordentliche Tiefe auf und zeigt in der Wassertemperatur niemals Schwankungen, die größer sind als vier Grad. Diese gleichbleibende Temperatur beeinflußte natürlich sehr stark das Klima des umliegenden Landes. Im Sommer wird's nicht zu warm und im Winter nicht zu kalt. Jedem schottischen Binnensee sagt man irgendeine Absonderlichkeit nach: Am Loch Tay bewundert man die grüne Farbe, die natürlich nur eine Reflexerscheinung der umliegenden Berghänge ist. Bei Loch Ard fällt der reiche Blumenschmuck auf, der die Ufer ziert, während man von Loch Trool allerlei mysteriöse Geister- Geschichten berichtet. Allen schottischen Lochs aber ist eines gemeinsam: Das Wasser dieser Seen ist so rein, daß es meist als Trinkwasser verwendet werden kann, ohne daß eine umständliche Filtrierung vorgenommen zu werden braucht — solange wenigstens nicht, bis sich irgendeine Färberei am Ufer eines Lochs anfiedelt, die auf Grund des guten Wassers den Platz für ideal hält, während die Farben nach und nach die kristallklaren Wasser durchsetzen.
Ein Wein-Museum.
(ft) Bordeaux.
In Angers befindet sich bas sogenannte Hofpital Saint-Jean. In den Kellerräumen dieses Gebäudes wird jetzt ein Museum eingerichtet, das allen Wein- fennem und Weinfreunden Frankreichs — und gewiß auch des Auslandes — mancherlei Interessantes zu bieten vermag. Diese Kellerräume sind besonders für ihren Zweck geeignet; sie wurden schon im Mittelalter angelegt. Schon hat man riesige, alte Fässer, mächtige Weinpressen usw. zu- sammengettagen. Die sämtlichen Geräte für Die Weinherstellung — bis zu den Kleidern der Traubenpflücker — sollen gezeigt werden. Jeder Teil Frankreichs, wo Wein produziert wird, findet in diesem Keller einen Platz. Ein bekannter französischer Museumsdirektor wurde beauftragt, diese Sammlung fachgeregt zu ordnen, um so eine Geschichte der Weinverarbeitung von den frühesten Tagen bis zur Gegenwart zu schaffen.
Aus der engeren Heimat.
Landkreis Gießen.
T Großen-Linden, 23. März. Die ß a n d- wirtfchaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Schaum ihre Generalversammlung ab. Direktor Altbürgermeister Lang gab den Geschäftsbericht bekannt. Die Genossenschaft zählt gegenwärtig 192' Mitglieder. Der Gesamtumsatz betrug 206 057 Mark gegenüber 219 623 Mark im Vorjahr. Bezogen wurden 1944 Zentner Düngemittel, gegenüber 105 Zentner im Vorjahr weniger, an Futtermittel 2082 Zentner, gegenüber 181 Zentner im Vorjahr weniger, an Saatgut 583 Zentner. Abgesetzt wurden 1400 Zentner Frucht. Die Aufwendungen bettugen im Geschäftsjahr 3605 Mark. Der Reingewinn beträgt 43,53 Mark, der dem Reservefonds zugeteilt wurde. Dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.
~Y~ Watzenborn-Steinberg, 24. März. Der hiesige Geflügelzuchtverein hielt bei Mitglied Ludwig Schmandt seine Jahres-Hauptversammlung ab, zu der auch die Familienangehörigen eingeladen waren.' Vereinsführer Karl Philipp IV. hielt Rückschau über das abgelaufene Vereinsjahr. Rechner Heinrich Pfeiffer erledigte die Kassengeschäfte und wurde entlastet. Kreisoorsitzen- der Ludwig Heß überreichte dem Verein im Auftrage der Landesfachgruppe für Verdienste in der Förderung der Kleintierzucht eine Ehren-Urkunde. Das Mitglied L. Schmandt wurde für 25jährige Vereinszugehörigkeit vom Verein mit einem Diplom geehrt. Der Termin für die diesjährige Lokalausstellung wurde auf den 19. Dezember 1938 feftge- legt.
<XD Eberstadt, 23. März. Die hiesige Rindviehversicherung hielt im Gasthaus „Zum Schwanen" ihre Jahreshauptversammlung ab. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden gab der Rechner Heinrich Wedemann den Kassenbericht, der mit einer Einnahme von 3936,29 Mark und einer Ausgabe von 3899,30 Mark abschloß. Die Gesamtoersicherungssumme betrug 179 250 Mark. Für gefallenes Vieh wurden 2817 Mark Entschädigungen ausbezahlt, an Aerztekosten wurden 693,20 Mark übernommen. Der Kassenbericht wurde in Ordnung befunden, dem Rechner und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Nach einer Aussprache über das Tuberkulose-Bekämpsungsverfahren fand die Versammlung ihren Abschluß. — Auch die hiesige Schweineversicherung hielt ihre Versammlung ab. Rechner August Müller erstattete die Rechnung. Die Versicherung zählt 79 Mitglieder. An Entschädigungen wurden 1004 Mark ausbezahlt. Aerztekosten wurden 155 Mark übernommen. Der Ueberschuß belief sich auf 33,75 Mark. Die Zahl der versicherten Mutterschweine ist von 53 auf 35 zurückgegangen.
gfs. Rodheim a. d. Horloff, 23. März. Hier beendete der Reichsmütterdienst einen Lehrgang im Nähen und Flicken, den Frl. Haas aus Friedberg leitete, mit einem festlichen Abend, an dem die Frauenschaft, der Ortsgruppenleiter und der Amtsleiter der NSV. teilnahmen. Nack gemeinsamen Empfang der Führerrede sprach Der Ortsgruppenleiter über die Pflichten der Frau und Mutter. Eine kleine Schau zeigte die Arbeiten, die von den 26 Frauen und Mädchen während des Lehrgangs genäht wurden.
Kreis Friedberg.
ch Butzbach, 24. März. Schon seit Wochen hat hier eine starke Bautätigkeit eingesetzt. Eine ganze Anzahl Wohnhäuser in allen Stadtteilen ist begonnen worden; einige sind bereits im Rohbau vollendet. Diejenigen Häuser, die im Herbste vorigen Jahres noch im Rohbau fertiggestellt wurden, be» kommen jetzt den inneren Ausbau. Die Nachfrage nach Mietwohnungen hält unvermindert an. Die Stadtverwaltung laßt gegenwärtig das ihr gehörige Anwesen in der Schulstraße, das ursprünglich 'als Jugendherberge gedacht war, umbauen, um es der HI. und dem JV. zu schenken. Das Bauhandwerk ist in allen Zweigen vollauf beschäftigt.
Kreis Bübingen.
ch Nidda, 24. März. Der hiesige Gartenbauverein veranstaltete im „Gambrinus" einen Heimatabend, in dem der Blumenschmuck- Wettbewerb 1937 der leitende Gedanke war. Ein herrliches Bild bot sich den Besuchern des Saales bar, einerseits durch die Ausschmückung sämtlicher Tische mit 200 mittleren und kleineren Blattpflanzen und Blumenstöcken als Gewinn bei der späteren Verlosung, anderseits durch die geschmackvolle Gruppierung besonders ausgewählter Blattpflanzen und Blumenstöcke als Prämien für gute Leistungen im Blumenschmuck-Wettbewerb. Obstbauinspektor Metternich (Büdingen) gab durch die Vorführung farbiger Lichtbilder eine Fülle von Anregungen zur weiteren Verschönerung unseres Städtchens. Der Heimatabend wurde von Musikstücken, Gesang und Gedichtvorttägen umrahmt.
Kreis Schotten.
* Schotten, 24. März. Die Kameradschaft Schotten des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuserbund) trat in der „Linde" zum General-Mitgliederappell an. Kaine- radschaftsführer Studiendirektor i. R. Professor Hahn erstattete den Jahresbericht für 1937 und schloß mit einer Schilderung des Lebens innerhalb der Kameradschaft Schotten. Dankbar gedachte er der ersprießlichen Tätigkeit des früheren verdienstvollen Kameradschaftsführers H i tz. Eine Minute stillen Gedenkens wurde den im Berichtsjahr zur Großen Armee abberufenen Kameraden Grün, Storch und K ö h l e r gewidmet. Die Zahl der Mitglieder beträgt zur Zeit 125. Kamerad Stoffel trug sodann den Kassenbericht vor. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt und ihm Dank für seine mustergültige Arbeit ausgesprochen.' Fechttvart Bing berichtete von erfolgreicher Tätigkeit. Zum Schluß sprach Schießwart Hofmann über das Schießwesen. Es wurde bescklossen, das Schießwesen in der Kameradschaft noch weiter auszubauen. Ortsgruppenleiter Z e s ch k y verlas eindrucksvolle Stimmungsbilder aus der Zeit vor der Machtergreifung durch den Führer. Kameradschaftsführer Hahn schloß sodann den Appell in üblicher Weise.
Kreis Alsfeld
—Homberg a. d. Ohm, 24. März. Dem Ehepaar Grifkowfky, das dieser Tage das Fest der goldenen Hochzeit feiern konnte, wurde durch Bürgermeister S ch w e i ck e r ein Glückwunschschreiben des HerrnReichs- ftattf) alters in Hessen überreicht. — Die N S.-- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete in her Stadthalle eine Darietö-Dorstellung. Die zahlreichen Besucher wurden drei Stunden lang
sehr gut unterhalten. Neben artistischen Darbietun- gen kam auch der Humor zu seinem Recht. Den Künstlern wurde lebhafter Beifall zuteil.
c5 Deckenbach, 24. März. Die hiesige Schule veranstaltete einen Elternabend, der sehr gut besucht war. Der Hauptsche Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Schüler, die die unterhaltsamen Darbietungen bestritten, bereiteten den Besuchern große Freude. Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung eines Märchenspieles, das reichen Beifall fand. Der Abend stellte ein schönes Zeugnis der Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus dar. Eine Tellersammlung erbrachte den Betrag von 20 Mark.
ch Burg-Gemünden, 25. März. Die Baustellen der Reichsautobahn bilden ein beliebtes Ausflugsziel. Zwei der Brücken — deren drei in unserer Nähe gebaut werden — sind bereits im Bau begriffen. Die große Transportbrücke, eine Holzbrücke, in die 300 Festmeter Holz verarbeitet werden mußten, findet ebenso allgemeines Interesse.
ch Bleidenrod, 25. März. Unerwartet wurde dieser Tage ein junges Menschenkind aus dem Leben abgerufen. Die 18jährige Elfriede J o x, die sich mit Kameradinnen unterwegs auf dem Fahrrad befand, um von der Kochschule in Nieder-Gemünden wieder nach Hause zurückzukehren, brach, unbemerkt von ihren Begleiterinnen, plötzlich zusammen. Nachkommende Fußgänger hoben das zunächst anscheinend Ohnmächtige Mädchen auf und brachten es in das nächste Haus. Der herbeigerufene Arzt konnte aber nur noch den Tod feststellen, der wohl durch einen Herzschlag eingetreten war.
Kreis Dehlar.
(D Krofdorf, 23. März. Im Alter von 77 Jahren st a r b, nachdem er noch bis zuletzt feinem Berufe nachgehen konnte, Zimmermeister K. Schie- f er stein, dessen Vorfahren schon den Zimmer- mannsberuf ausübten. Der Verstorbene, der beim 10. Dragonerregiment in Metz gedient hatte, be-
würzig mild 7 mit dem bekannten Schinkenbild!
wahrte bis in sein hohes Alter echt soldatischen Geist, was in der Ehrung am Grab durch den Kavallerieverein Gießen zum Ausdruck kam. Ebenso ehrte der hiesige Turnverein den Verstorbenen für über ein halbes Jahrhundert gehaltene treue Mitgliedschaft. — Am Sonntag zeigte die Schule in ihrem Gebäude an der (Bleiberger Straße eine Handarbe i t s s ch a u, die sich regen Besuches erfreute. Man konnte an der Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit der ausgestellten Arbeiten feststellen, wie auf dem Lande von Jahr zu Jahr verfeinerter Geschmack sich in diesen Dingen bemerkbar macht, den die über ein Jahrzehnt den Handarbeitsunterricht erteilende Lehrerin, Frau Kuhl, in die rechte Bahn zu lenken weiß, damit einer dem Dorf nicht entsprechenden Uebertultur vorbeugend. Im Jahre 1855 wurde nicht ohne Schwierigkeiten hier der Strick-, Näh- und Flickunterricht eingeführt. Jede Schülerin hatte damals jährlich 12 Silbergroschen Schulgeld dafür zu entrichten. Wenn heute längst ein umfangreiches, im Lehrplan festverankertes Unterrichtsfach aus kleinsten Anfängen geworden ist, dessen Bedeutung Behörde, Eltern und Schülerinnen schätzen, so weiß kaum noch jemand, daß man sich vor genau 80 Jahren darüber stritt,, ob im Sommerhalbjahr eine Durchführung dieses Unterrichtsfaches nötig und möglich fei.
(D Krofdorf-Gleiberg, 24. März. Zugunsten des W H W. hielt der hiesige Turnver- e i n einen Werbe ab end ab. Sämtliche Abteilungen der Turner und Turnerinnen traten in einem umfangreichen Programm, das in einer Gemeinschafts- darbietung mit dem Gesangverein „Germania" ausklang, vor die Zuschauer. Ein interessanter Sportfilm von der Filmstelle des Deutschen Reichssportbundes fand beifällige Aufnahme und lenkte die werbende Aufmerksamkeit auf das Deutsche Turnfest in Breslau. Im Laufe des Abends wurden für 50jährige Zugehörigkeit zu dem Verein geehrt: Wilhelm Krombach und Wilhelm Mandler.
# Lützellinden, 24. März. Dieser Tage konnte der Landwirt Johannes Bork in aller körperlicher und geistiger Frische im Kreise feiner Familie (7 Kinder, 17 Enkel und 4 Urenkel) feinen 8 6. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann vermag noch heute in der Landwirtschaft mitzu- helfen. Seiner Militärpflicht genügte er in den Jahren von 1872 bis 1875 bei den Bockenheimer Dragonern. An allen Ereignissen unserer Zeit nimmt er noch regsten Anteil/
# Lützellinden, 25. März. Die hiesige Milchabsatzgenossenschaft hielt in der Gastwirtschaft L. Arnold ihre Generalversammlung unter dem Vorsitz von Friedrich Schmidt ab. Der Rechner Heinrich Bork erstattete den Geschäftsbericht. Die an die Molkerei in Gießen gelieferte Milchmenge betrug im Jahre 1937 557 746 Liter (im Vorjahre 460 Ö00 Liter). Der Gesamtumsatz belief sich auf 56 680 Mark (im Vorjahre auf 49 OOO Mark). Die Geschäftsanteile der Mitglieder betrat gen 175 Mark. An Butter wurden von der Molkerei 68,56 Zentner zurückgenommen. Die Bilanz schloß am Ende des Jahres 1937 mit einem Ueberschuß von 35,06 Mark. Die Genossenschaft konnte auf allen Gebieten ihrer Tätigkeit eine Aufwärtsentwicklung zeigen. Der Geschäftsbericht wurde gutgeheißen, dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die satzungsgemätz ausscheidenden Vorstands- und Aust sichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die Mit-, glieder über die neue Anordnung des Milchwirtschaftsoerbandes für den Verkauf von Frischmilch unterrichtet. Jin Einvernehmen mit dem Bürgermeister und dem Ortsbauernführer wurden acht Betrieb» mit der Frischmilchlieferung beauftragt. Molkereibesitzer Grieb sprach anschließend übet die Preisgestaltung für Werkmilch, die nach vorge, schriebenen Auszahlungssätzen erfolge. Der Beauftragte der Landeskontrollstelle, Sieg (Gießen), sprach über die Fettgehaltsbestimmung und gab praktische Winke für die Beseitigung von Mängeln und Differenzen. Eine rege Aussprache schloß sich an.
O Lützellinden, 24. März. In der Gastwirt, schäft Franz fand ein Brennholzverkauf des Oberwaldes der Gemeinde statt. Es kosteten Buchenscheitholz 12 Mark, Buchenwellen 11 Mark jä Raummeter, Buchendurchforstungswellen 10 Mark, Buchenastwellen 9 Mark je 50 Stück. Gemischta Wellen 8 Mark, Eichenwellen 6 Mark, Kiefernwellen 6 Matt je 50 Stück.


