Nr.2l Erstes Blatt
188. Jahrgang
Mittwoch, 2b. Zanuar 1938
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JierZchre denisch-polnisches Abkommen Don unserem E Z.-Korrespondenten.
Die iialienischen Südamerika-Flieger in Rio deZaneiro gelandei.
10 000 Kilometer in 39 Stunden 17 Minuten.-Zwischenlandung eines Klugzeugs in Naial.
den
Der
Maschinen Glückwunschtelegramme.
erscheint.
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Akademie für deutsches Recht, Dr. Frank,
rns
anläßlich des Besuches des französischen Außenministers in der polnischen Hauptstadt zeigte, tm wachsenden Maße dieses deutsch-polnische Verständi- gungswerk als einen wesentlichen Beitrag am Frieden anerkennen lernt, diese Tatsache darf als ein Zeichen dafür gebucht werden, daß sich auch außerhalb der beiden beiteiligten Länder die Erkenntnis für den Wert der neugestalteten deutschpolnischen Beziehungen immer mehr durchsetzt selbst dort, wo die Skepsis zunächst größer war als das Vertrauen.
Minderheitenerklärungen vom 5. November, die, wie er sich selbst ausdrückte, ein Beweis dafür seien, daß Polen vor der Suche nach neuen Formen im internationalen Leben nicht zurückweicht. Dieser Akt sei ein sehr wesentlicher Schritt zur dauernden Festigung und Kräftigung der Grundsätze des Uebereinkommens vom Januar
Das Verständigungswerk vom Januar 1934 hat in den vier Jahren seiner Dauer seine Lebenskraft bewiesen. Die Tatsache, daß F r a n k r e t ch , Polens Bundesgenosse, wie sich vor wenigen Wochen erst
Rio de Janeiro. 26. Jan. (DRB.) Am Dienstag um 23 Uhr 2NEA. sind Oberst Viseo und Oberleutnant Bruno Mussolini auf ihrem Südamerika-Geschwaderflug in der brasilianischen Hauptstadt glatt gelandet. Hauptmann Moscatelli mußte zur Behebung einer leichten Hropellerstörung eine Zwischenlandung in Ratal (Brasilien) vornehmen. Den Ueber- windern des Südatlantik wurde von einer großen Menschenmenge, unter der die italienische Kolonie sehr stark vertreten war, ein begeisterter Empfang bereitet.
Mehrheit und Minderheiten zum gemeinsamen Wohl zusammenfassen.
Weiter sprach sich der Ministerpräsident gegen einen Autonomismus der Ukrainer
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Der erste Transozean-Geschwaderflug Europa— Südamerika, genauer Rom—Rio de Janeiro, kann als ein neuer großer Erfolg der italienischen Mil'itärfliegerei gebucht werden. Die drei 5-79-Bomber, die bereits vor drei Jahren in Dienst gestellt wurden, haben sich ebenso wie bei dem Flugzeugrennen Jstres—Damaskus—Paris,
Unsere Karte gibt den ungefähren Flugweg der Flugzeuge an, von denen das eine unter dem Kommando des zweiten Sohnes des Duce steht.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
wo sie die drei ersten Plätze belegten, glänzend bewährt. Die kleine Propellerstörung an dem Flugzeug des Hauptmanns Moscatelli und die damit'verbundene Unterbrechung in Natal kann diesen Triumph keineswegs beeinträchtigen. Italien darf auf feine dank der zielbewußten Führung durch Mussolini zu hervorragender Leistungsfähigkeit gelangte Militärfliegerei mit Recht stolz sein.
Nach einem amtlichen Kommunique haben die von Oberst B i s e o und Oberleutnant Mussolini geführten Flugzeuge trotz heftigen Gegenwindes und zeitweiligen Sturmes über dem Atlantik die 5350 Kilometer lange Strecke Dakar- Rio de Janeiro in 13 Stunden 35 Minuten mit einem Durchschnitt von 393 Stundenkilometer be-
Fragen der Minderheitenpolitik weiter den Weg des Wohlwollens gehen, den Weg gleicher Rechte für alle Bürger des Staates, aber auch den Weg der Aufrechterhaltung der Ruhe
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Diese Ausführungen Skladkowskis find um so begrüßenswerter, als der Ministerpräsident natürlich weiß, daß er damit gewissen chauvinistischen Kreisen in Polen nicht gerade aus der Seele spricht, die die große Linie der polnischen Außenpolitik noch nicht erkannt haben. Gerade Vorfälle während der letzten Monate haben wiederholt Anlaß zu Klagen über illoyales Verhalten beispielsweise polnischer Jnsurgentenkreise gegenüber der deutschen Minderheit in Ostoberschlesien gegeben. General Skladkowski ist nicht nur Ministerpräsident, sondern auch I n n e n m i n i st e r. Es wäre besonders erfreulich, wenn der Innenminister den aufrechten und weitblickenden Worten des Ministerpräsidenten in seinem speziellen Amtsbereich überall da Geltung verschaffen würde, wo ein Eingreifen gegenüber kurzsichtigen Hitzköpfen notwen-
Unser Bild zeigt (als Dritten von links) den zweiten Sohn des Duce, Leutnant Bruno Mussolini, mit seiner Mannschaft vor dem Start. An der Maschine sieht man dret Mäuse, ein Zeichen, das auf das alte römische Sprichwort „Zeige deinem Feinde grüne Mäuse" zurückgeht. — (Associated-Preß-M.)
Ein herzhaftes Wort, das hoffentlich überall in Polen gehört werden wird, hat der polnische Ministerpräsident General Skladkowski zur Minderheitenfrage vor dem Hauptausschuß des Sejm gesprochen. Er hat erklärt, daß von der Einstellung der Polen zu den nationalen Minderheiten das Schicksal Polens in hohem Maße abhänge. Daß ferner haß und Unduldsamkeit den Minderheiten gegenüber ein schwerer Fehler sei der sich früher oder später an Polen rächen werde. Es wäre unwürdig für die polnische Nation, so erklärte er weiter, auf dem Wege der Rechtsordnung den Minderheiten das Leben zu erschweren, denn das polnische Volk müsse mit den Minderheiten Zusammenleben. Das Wirtsoolk habe die Pflicht, im Namen des Staates Ruhe und Gleichgewicht zu wahren; allerdings müßten sich auch die Minderheiten loyal verhalten Die Regierung werde unverändert über den Konflikten zwischen der Mehrheit und der Minderheit stehen, denn sie müsse die weiten Ziele des Staates im Auge behalten und sämtliche Kruste der
polens Minderheiienpolilik.
Ministerpräsident Skladkowski mahnt zu loyaler Zusammenarbeit.
Leistung, sondern darüber hinaus auch als eine Tat, die in verschiedener Hinsicht neue Perspektiven eröffne. Als besonders beachtenswert wird die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit hervorgehoben. Ferner wird darauf hingewiesen, daß es sich um serienmäßig hergestellte Militärmaschinen handele. Diese Glanzleistung schreibt der „Cor- riere della Sera" übertreffe die optimistischsten Erwartungen und gehe über das ursprüngliche Programm der Flieger noch hinaus. Nicht nur der Ozean und die Wüsten seien überflogen worden, sondern man habe auch eine neue Verbindung zwischen Rom und Rio de Janeiro geschaffen. Die Jugend des faschistischen Italiens habe das große Wagnis übernommen und wieder einmal bewiesen, daß es tm Zeitalter Mussolinis das Wörtchen „unmöglich" nicht gebe. Allen Siegern gebühre die gleiche Anerkennung, aber die Tatsache, daß sich auch Bruno Mussolini unter den Piloten des kleinen Geschwaders befinde, sei von besonderer Bedeutung. Der „Ponolo d'Jtalia" stellt fest, daß ein Meer, eine Wüste und ein Ozean in Rekordzeit überflogen worden sei. Mussolini habe Italien nicht nur d i e Flugzeuge gegeben, die zu solchen Unternehmungen fähig seien, sondern auch den Fliegern den Geist,den Mut und die Kühnheit,
_.. italienische Regierungschef hat Fliegern in einem Telegramm seine besondere A n - erfennung ausgesprochen. Auch der Staatssekretär des Luftfahrtministeriums, Fliegergeneral Valle, und der Parteisekretär, Minister Ska- race, übermittelten den Besatzungen der drei
Das Recht
der Volksgemeinschaft.
Staatssekretär Dr. Schlegelbcrger sprach in Warschau.
Warschau, 25. Jan. (DNB.) Im Mittelpunkt der Warschauer Tagung der Arbeitsgemeinschaft für die deutsch-polnischen Rechtsbeziehungen, die im Mai vergangenen Jahres in Anwesenheit des polnischen Justizministers Grabowski von dem Präsidenten der
neuen Bundesgenossen für Frankreich zu suchen, genau so wenig verstanden, wie zunächst Der größte Teil des polnischen Volkes. Verstanden hat ihn aber sein außenpolitischer Schüler, Oberst Beck. Er machte seine Außenpolitik einzig und allein aus der Verantwortung heraus, zu der ihn das politische Testament Marschall Pilsudskis verpflichtet. Dieses Verantwortungsbewußtsein hat es ihm ermöglicht, die Angriffe gegen feine Außenpolitik gelassen zu ertragen, die von der marxistischen Linken, aber auch von einer doktrinären und nicht selten in freimaurerischen Bindungen befangenen Rechten gegen ihn gerichtet wurden. Genau 14 Tage vor dem heutigen Jahrestag des deutsch-polnischen Derständi- gungswerkes hat Oberst Beck sich nicht nur e r - neut z u i h m bekannt, sondern erklärt, daß er sich bemühe, „mit den Staaten, mit denen Polen gemeinsame Interessen oder gemeinsame Anschauungen haben kann, freundschaftliche Beziehungen zu festigen und auszubauen". Ist es ein Zufall, daß dieser Satz den Bericht über den vorjährigen Besuch des Ministerpräsidenten Göring in Polen einleitete, „dessen persönlicher Kontakt mit Polen ein wesentliches Element für ein besseres Verständnis der Festigkeit unserer nachbarlichen Beziehungen bildet"? Den Verbreitern der Unzufriedenheit und des Mißtrauens gegen feine Außenpolitik hat Oberst Beck noch niemals in so scharfen Worten feine Meinung gesagt wie zwei Tage später im Auswärtigen Ausschuß des Sejm. In der polnischen öffentlichen Meinung könne »man nicht nur ein schöpferisches und positives Element, sondern auch ein weniger positives feststellen, ein Element der Nervosität, das nachdenklich stimmen müsse. Denn man sei sich nicht immer darüber im klaren, wie weit — und der polnische Außenminister wies hierbei ausdrücklich auf die Danziger Frage hin — wie weit hier wirklich polnische Sorgen und Bestrebungen sprechen, und wie weit hier vielleicht Versuche von außen her vorliegen, die Richtung der polnischen Außenpolitik zu ändern. Die Vertreter der gesetzgebenden Kammern möchten diesen Leuten, die Alarm auch in der Danziger Frage — und das heißt auch in den deutsch-polnischen Beziehungen — verbreiten, kjenau auf die Finger sehen.
Noch niemals ist von einem polnischen Staatsmann ein» so mutiges und entschiedenes Bekenntnis zu dem deutsch-polnischen Verständigungswerk abgelegt worden wie in diesen Worten. Müßig, die Frage zu -stellen, von welcher Seite her die Versuche unternommen werden, die- polnische Außenpolitik in andere Bahnen zu lenken. Die Kreise, die hieran ein Interesse haben, können nur solche sein, die nicht wünschen, daß in Europa Frieden, Ruhe und Ordnung herrschen. Diese Kräfte können nur d i e der Komintern und des ihr verwandten Judentums und der Freimaurerei fein. Im übrigen hat gerade diese letzte Aussprache im Auswärtigen Ausschuß des Sejm gezeigt, daß diese Kräfte in ihrer ganzen Gefahr vom polnischen Volke immer stärker erkannt werden, haben doch fast sämtliche Abgeordneten, die das Wort nahmen, auf die Wühlereien des Kommunismus hingewiesen und erklärt, wenn Polen trotz der verschiedenen Grenzzwischenfälle der letzten Zeit und der unerhörten Zwangsmaßnahmen gegenüber der polnischen Minderheit in der Sowjetunion weiterhin geordnete Beziehungen mit der Sowjetunion unterhalte, dann sei das ein Zeichen eines sehr weit gehenden guten Willens von polnischer Seite.
In seinen Ausführungen über Polens außenpolitische Beziehungen ging der polnische Außenminister an dem polnischen Nachbar im Süden, der Tschechoslowakei, und an dem tm Norden, Litauen, völlig vorüber — ein Zeichen dafür, daß sich an den gespannten Beziehungen Polens zu diesen Ländern nichts geändert hat. So ergibt sich, wenn man von den herzlichen Beziehungen zwischen Warschau und B u k a r e st absteht,.. am vierten Geburtstag des deutsch-polnischen Verstandl- gungswerkes, daß die Beziehungen Polens zu keinem seiner Nachbarn so gute sind wie zum Deutschland Adolf Hitlers. Daß der polnischen Außenpolitik mit ihrem Leiter viel an der Pflege und Weiterentwicklung dieses Verständigungswerkes zum Wohle Europas und der Welt und nicht zuletzt selbstverständlich zum Wohle des eigenen Staates liegt, das hat Außenminister Beck nicht nur durch seine letzte Reise nach Berlin bewiesen, sondern auch durch die deutsch-polnischen
Die -italienische Presse kennzeichnet den erfolgreichen Verlauf des T r a n s o z e a n - G e s ch w a - um sie zu wagen derfluges nicht nur als eine sportlich wertvolle
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Warschau, 25. Januar 1938.
Fünfviertel Jahr nach dem Abschluß des deutsch- polnischen Verständigunasabkommens, dessen Tag sich zum viertenmal jährt, hatte Marschall P i l - sudski, der damals noch nicht wußte, daß er damit einen seiner letzten großen politischen Gedanken in seinem Leben ausspricht, dem damaligen französischen Außenminister B a r t h o u gegenüber, Der sich auf Die BünbnisbeziehunHen zwischen Polen und Frankreich berief, das Derständigungswerk mit Deutschland zu verteidigen. Marschall Pilsudski wies auf die geographische Lage Polens hin und erklärte, daß sich aus ihr für die polnische Staatsführung die Notwendigkeit ergebe, an die erste Stelle die Regelung der Beziehungen mit den großen Nachbarn zu setzen, an die zweite Stelle die Bündnisse und an die dritte Stelle das übrige Europa. Diesen Ausspruch aus dem Frühjahr 1935 hatte Barthou, der unmittelbar danach nach Moskau weiterreiste, um sich einen
aus; er wünsche nicht, daß ein „radikaler Nationalismus" unter den Ukrainern in Wolhynien sich verbreite. Zur Judenfrage erklärte Sklad- kowski, daß sie in Polen ein Kampf gegen die U e b e r v ö l k e r u n g und ein Kampf gegen den Mangel an Brot sei. Der Ministerpräsident verurteilte verschiedene Vorgänge im Kampf gegen die Juden, erklärte aber, daß die Juden der Wahrheit nicht in die Augen sehen wollten. Polen verändere sich in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht: Der polnische Bauer, der in die Stadt ziehe, kämpfe um ein höheres Lebensniveau; diese Bemühungen müsse die Regierung unterstützen. Die Einmischung der Juden außerhalb des polnischen Staates in die inneren Angelegenheiten Polens fei eine Beleidigung Des Staatsbewußtseins bei ... , sämtlichen Staatsbürgern, Der Polen wie Der JuDen, Leben gerufen wurDe stanD ein Vortrag Des Stacns- sie sei aber gleichzeitig nachteilig für Die JuDen sekretärs im Reichsjustizministerium Dr. Schle - selbst. Die polnische 'Regierung werbe in allen 1 g e I b e r g e r über „Die Entwicklung Des deutsche!!
wältigt. Oberst B i f e o und Oberleutnant Mussolini haben somit Die rund 10000 Kilometer lange Strecke R o m—R io De Janeiro in 39 StunDen 17 Minuten bei einer Flugzeit von 24 StunDen 20 Minuten zurückgelegt. Hauptmann Moscatelli, Der am Dienstag fast währenD Des ganzen Fluges über Den Atlantik infolge Be- fchäDigung eines Propellers nur mit zwei Motoren fliegen könnte, ist auf Befehl Des GeschwaDerfüh-
rers Oberst Biseo um 19.19 Uhr in Natal ge- lanDet und setzt am Mittwochvormittag seinen Flug nach Rio fort.
Italien ist stolz auf seine Ozeanflieger.
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