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zu sich ine Zwölfe. Dieses Werk hat eine besondere Geschichte. Lach hatte sich um die erledigte Kantor- stelle an der Thomanerschule in Leipzig beworben. Als Probestück, das keinem der Bewerber erlassen war schrieb er die obengenannte Kantate, die im Februar 1723 in Leipzig aufgeführt wurde. Das Werk unterscheidet sich von den Bachschen Kompo- sitionen derselben Art durch eine gewisse Einfachheit. Wie Spitta annimmt, soll das von dem Meister so gewollt sein, um nicht zu sehr von den in Leipzig beliebten Kantaten des verstorbenen Kuhnau abzu­stechen. Die einleitende Basiarie ist von einer sehr schönen und charakteristischen. Jnstrumentalbeglei- tuna umgeben (Streicher und Solooboe), die den Schmerz und die innere Festigkeit Jesu treffend ausdrückt. Der nachfolgende Ehor gibt in seinem geistreichen Durcheinander das -in- und -erfragen der Jünger unter sich wieder. Das Thema der Alt­arie:Mein Jesu ziehe mich", malt das Bild des Textes durch eine reizvolle synkopierte Bewegung.

Von hinreißendem Schwung ist die Tenoratie: Mein alles in allem", die von dem Freudenthema beherrscht wird. Der Schlußchoral des Chores ist in eine entzückende Orchesterbegleitung eingebettet und deshalb besonders wirkungsvoll, -err E. Fleisch­hauer sang die Baßpartie mit gutsitzender Stimme, die in den oberen Lagen ergiebiger ist als in der Tiefe, Frl. I. Adam bemühte sich mit Erfolg um das Gelingen der Altarie, und Lic. Laun (Tenor) sqng, wie gewohnt, zuverlässig und stilvoll. Der Kirchenchor der Gesamtgemeinde zeigte in den bei­den Chören ausgezeichnete Schulung. Das Orchester fügte sich wirkungsvoll in den Rahmen des Ganzen ein, dem Oboespieler (W. - e e r) ein besonderes Lob.

Ein ganz reizendes Stück ist die biblische Szene Pharisäer und Zöllner" vag -einrich Schütz. Die Wiedergabe ist sehr zu loben. Der Chor war hier ?,anz auf der -öhe, besonders die beiden Frauen- timmen musizierten sehr eindrucksvoll. In der Gegenüberstellung der beiden Solisten (Baß und Tenor) zeigt sich der Dramatiker Schütz. Der durch -inzutritt der Instrumente gesteigerte Chorschluß und die -ingabe aller Mitwirkenden, die gerade bei diesem Werk fühlbar in Erscheinung trat, ließ die Darbietung zu einem -öhepunkt des Abends werden.

Das deutsche Konzert:Der Sämann", beschloß den musikalischen Teil des Abends. Ein Stück reif­ster Schützscher Satzkunst, besonders schwer und gjtx

Die Reuordnung

Tagung des Iacham

Einer Einladung des Kreisfachwartes folgend, hatten sich fast alle Vereinsführer und ihre Mit­arbeiter in Gießen zusammengefunden.. Die Ta­gung wurde eingeleitet durch eine Ansprache des Kreisfachwartes, der über die Breslauer Tagung des Fachamtes Fußball einen Bericht erstattete. Er wies darauf hin, daß es Aufgabe eines jeden Vereines sei, seinerseits durch Werbung und finan­zielle Unterstützung zum glanzvollen Verlauf des Deutschen Turn- und Sportfestes in Breslau mit­zuwirken. Man habe im Rahmen dieses Festes auch dem Fußballsport Gelegenheit gegeben, sein Können und seine Bedeutung vor der gesamten Sportwelt zu zeigen. Wenn auch nicht jeder ha­bet sein könnte, so wäre doch der Verlauf des Festes für jeden der Dank für seine Mitarbeit.

Daraufhin sprachen KS.-Stellenleiter und Kreis- jugendwart Körner und der Kreisfachamts- jugendwart A n f ch ü tz über das Abkommen zwi­schen dem Reichssportführer und dem Reichs- jugendführer. Aus ihren Ausführungen war fol­gendes zu entnehmen: Ein jeder deutsche Jugend­liche muß gleichzeitig Mitglied der -itler-Jugend sein. Eine Sportbetätigung ohne diese Voraus­setzung ist undenkbar. Gleichzeitig muß auch der Jugendleiter als verantwortlicher Betreuer in sportlicher Hinsicht der -I. angehören. An den Orten, an denen Sportvereine bestehen, betätigen sich die -J.-Angehörigen innerhalb des Vereins. Neu ist dabei, daß sie nicht mehr eine Dereins- mannschaft im üblichen Sinne bilden, sondern eine -J.-Einheit darstellen. An anderen Plätzen, in denen überhaupt Vereine fehlen, werden aus der -I. heraus Mannschaften aufgestellt. In Folge

NSG. Wohl war im Gegensatz zu der vorjähri- gen Veranstaltung der -immel sternenklar, und schon in den frühesten Morgenstunden lachte die Sonne, aber Winter war es, echter kalter Winter, und das einstimmige Urteil aller Fahrer lautete: Tiefer Schnee und vereiste Straßen machten die Fahrt zu einer der schwierigsten, die wir kennen- lernten." So kam es denn auch vor, daß gerade einige der routiniertesten und hoffnungsreichsten Geländefahrer der M^torgruppe -essen und auch der Wehrmacht auf Nebenstraßen so tief im hart­gefrorenen Schnee stecken blieben, daß es ihnen trotz stundenlanger schwerster Arbeit nicht gelang, vorwärts zu kommen, wodurch natürlich dieGol­dene" in unerreichbare Ferne rückte.

Die Veranstaltung war als Orientierungsfahrt ausgeschrieben, d. h. die Fahrer empfingen in der Minute der Abfahrt einen Plan mit zwanzig einge- tragenen Kontrollpunkten in dem Raum zwischen den drei Startorten Kassel, Marburg und Aschas- fenburg und dem Ziel Fulda, was ungefähr in der Mitte liegt. Dazwischen verstreut lagen bie bei Nacht oft sehr schwer zu findenden Kontrollpunkte. Durchschnittlich wurde jede Kontrolle mit 5 Punkten gewertet, 6 dagegen in doppelter -öhe mit 10 Punkten. Diese aber wurden wahrlich nicht ver­schenkt, sondern waren entweder ..sehr schwer zu finden, .oder durch schwieriges Gelände schlecht er­reichbar. m ,

Die zahlreichenNeuen", großenteils junge Nach­wuchssportler, die sich die ersten Sporen erkämpfen wollten, hielten sich im Durchschnitt überraschend tQ (Einer besonderen Erwähnung bedarf noch das gute Abschneiden der 39 teilnehmenden hitler- jungen, die auf leichtesten Krafträdern sich oft bewundernswert geschickt und zäh über die vereisten Straßen oder durch den tiefen Schnee arbeiteten.

Außer einigen durch Glatteis und Schneewehen verursachten leichten Unfällen verlief die Fahrt störungslos. Die durchschnittlich gezeigten Leistun- gen bewiesen einen großen Fortschritt rm Krastfahrgeländesport. Deutschland, das

heikel in den Solostellen, die von M. N e b e l i n g, Sopran, I. Adam (Alt), F. L a u n (Tenor) E. Fleischhauer (Bah) sicher, aber noch nicht ganz ausgeglichen ausgeführt wurden. Auch in diesem Werk weiß schütz durch den abschließenden Chor große Wirkung zu erzielen. Johannes N e b e l i n g hat durch die Ausführung dieses recht anspruchs­vollen Programms sein ernstes Streben und reiches Können erneut unter Beweis gestellt

Zwischen dem Bachschen unb Schützschen Werk sprach Pfarrer A u s f e l d vom rechten Verstehen des Leidens und Sterbens des -errn, der als Sä­mann über die Erde gegangen ist und den Samen des Wortes Gottes ausgestreut hat, der auf guten uni) fruchtbaren Boden fallen soll. H. Blaß.

** A rb e i t s j ub i l ä um. Am heutigen Tage feiert der Arbeiter -einrich Schäfer aus -aufen bei den Gailschen Tonwerken sein 25jähriges Ar- beitsjublläum. -err Schäfer ist in diesem betrieb seit seinem Eintritt als Werkszimmermann beschäf­tigt. Er hat sich während dieser Zeit die Zufrieden­heit und Achtung der Betriebssuhrung erworben, und mit allen Mitarbeitern pflegt er gute Kamerad­schaft. Durch die Firma und seine Arbeitskameraden wird der Jubilar an seinem Ehrentage entsprechend gefeiert werden.

** Stadttheater-Miete. Zur Einlösung des sechsten Abschnitts der Stadttheater-Miete wird heute öffentlich aufgefordert.

** Winterhilfswerk - Poftwertzei- chen Ausgabe 1 9 3 7. Die Sonderpostwert­zeichen für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes Ausgabe 1937 werden in diesem Jahr bei allen Postämtern und Amtsstellen bis Ende März (in den früheren Jahren bis Ende Februar) abgege­ben. Die Gültigkeitsdauer der Wertzeichen endigt am 30. Juni 1938.

** Brände. Am Samstaanachmittag entstand im -ause Walltorstraße 71 ein Balkenbrand am Ka­min. Die sofort herbeiaerufene Feuerwache konnte den Brand in kurzer Zert löschen. Am Samstagabend mußte die Feuerwache erneut ausrücken, um einen Dachstuhlbrand im -ause -eegstrauchweg 20 zu be­kämpfen. Den Flammen fiel der halbe Dachstuhl zum Opfer, bis es der Feuerwehr in etwa einstündiger Arbeit gelang, den Bxand vollständig nieberzu- kämpfen. Der Feuerschaden ist ansehnlich. Die Brand­ursache ich noch nicht genau festgestellt.

m Ägendsußball. ö Fußball in Gießen.

richtiger Durchführung dieses Programms kämpfen die Mannschaften nicht mehr um eine Vereins- aruppenmeisterschaft, sondern um hie Bannmeister- schäft. Es ist nur eine Selbstverständlichkeit, daß den Vereinen durch diese Vereinbarung die Mög­lichkeit geboten ist, tatkräftig daran mitzuwirken, daß jedem seine Sportausübung gewährleistet ist. An diese Referate schloß sich eine lebhafte Aus­sprache an.

Als der Abschluß der Tagung wurde den Gruppen- und Untergruppenmeistern der Jugendgruppen Gie­ßen die Ehrenurkunden der Fußballrunden 1936/37 überreicht. Damit kamen zum ersten Male die Ehren-Urkunden des Deutschen Reichsbundes für Leibesübung zur Verleihung.

An folgende Vereine konnten auf Grund ihrer sportlichen Leistungen die Urkunden gegeben wer­den:

Gruppe 1, Spielvereinigung 1926 Leihgestern I, Gruppe 2, VfB.-Reichsbahn Gießen II, Gruppe 3, Turnverein 1862 Wieseck I, Gruppe 4, VfB. Krofdorf I, Gruppe 5, FC. 27 Rüddingshausen I.

Weiterhin wurden auch die Urkunden der akti­ven Mannschaften ausgehändigt. Für die errungene Meisterschaft in der 1. Kreisklasse erhielt FC.Teu­tonia" Watzenborn-Steinberg die Ehrenurkunde, für die Gruvpenmeisterschaft in der 1. Kreisklasse Gruppe Gießen A der SV. 20 -euchelheim, für die Gruppenmeisterschaft^ in der 2. Kreisklasse, Gruppe A die 2. Mannschaft des FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg und für die Gruppenmeister. schäft in der 2. Kreisklafse, Gruppe Gießen B der FC. 27 Rüddingshausen.

>f, Schnee und Äs.

unter Führung von Korpsführer -ühnlein diese harte Sportart erst zur Entwicklung und Blüte brachte, steht heute in bezug auf organisatorische Durchführung und das Können der Fahrer auf ein- samer, unerreichter -öhe.

Pünktlich um 22 Uhr waren an den drei ©tari­erten 333 Fahrer auf die etwa 300 Kilometer lange nächtliche Reise gegangen. 269 davon erreichten das Ziel. Das entspricht einem Ausfall von ungefähr 20 d. -., was bei den gestellten Anforderungen als ein sehr gutes Ergebnis zu bezeichnen ist.

Insgesamt kamen 54 goldene und 110 silberne Medaillen zur Verteilung.

Interessant war es zu beobachten, daß die in der Ausschreibung gewissermaßen als Warnung gegen unvernünftiges und allzu draufgängerisches Fah­ren angekündigte Zustandsprüfung nadf der Fahrt allseits zweifellos tiefen Eindruck machte. Denn die Verletzungen und die Verbeulungen der Motorräder sowohl wie der Wagen waren gegen­über den vorjährigen Veranstaltungen sehr ge­ring. Kurz zusammengefaßt kann gesagt werden, daß die Veranstaltung für die Motorgruppe -es­sen ein eindrucksvoller Erfolg war und den Zie­len einer solchen Fahrt weitgehendst diente. Alle Fahrer, von den -itlerjungen bis zu den Lenkern der schweren Wehrmachtswagen sprachen sich trotz größter Ermüdung begeistert über die Zusammen­stellung und Organisation aus und gestanden, vieles dazugelernt zu haben.

Ein warmer Eintopf labte die Fahrer am Ziel, und in strahlendem Sonnenschein standen die 400 Kraftfahrzeuge auf dem -einrich-oon-Bibra-Platz in Fulda bis zur Siegeroerkündung. Ein schönes und überzeugendes Bild der zunehmenden Moto- rifierung Deutschlands und kämpferischen Sport- geiftes. Gemeinsam hörten alle Teilnehmer und die selbstlosen NSKK.-Männer der weitläufigen Orga- nisation die Rede des Führers, und anschließend dankte Gruppenführer Richard Prinz von -essen auf der Siegerverkündung für den mu- Ligen Einsatz.

Die Ergebnisse.

Goldene Plaketten errangen: (WG. ist Wertungsgruppe.)

WG. -I. I Kleinkrafträder bis 100 ccm: Einzelfahrer: Knaust, Rof., Lohr, NSU..

WG. -I. II Kräder bis 125 ccm: Einzel­fahrer: Becker, Ja., -I. Kassel, Rixe.

WG. -I. III Kräder bis 200 ccm: -I- Mannschaft Kassel, Jg. Topf (NSU.), Rof. -om- bürg (DKW.), Jg. Schwarz (NSU.) Einzel­fahrer: Fleischhut, Ros. -I. Kassel, BMW.; Stessens Karns., -I. Kassel, BMW.

WG. 1 Kräder bis 125 ccm: Einzelfahrer: Eisner -elm., DDAC. Braunschweig, BMW.

WG. 2Äräberbis250ccm: -J.-Mannschaft Fulda auf DKW., Jg. Reichelt, Kams. Wagner, Jg. Maul; Einzelfahrer: OSchf. Pohl, NSKK. Wer­nigerode, DKW.

WG. 3 Kräder über 250 ccm: Dienftfahr- zeuge: Mannschaft Schützen-Regt. 2, Meiningen auf BMW., ßeutn. Renner, Centn. Ermich, Unteroff. Schäfer. Einzelfahrer: Tschauner, Schirrmeister, 1. NA. 29 Gotha, Zünd.; Schwalm, Feldw., 3. Pi. 49, -.-Münden. Privatsahrzeuge: Mannschaft 1. M. 146 auf NSU. Aschaffenburg, Rof. Kolb, Rof. Kunkel, Scharf. Staab. Einzelfahrer: Fiedler, DDAC. Frankfurt, Ariel; Schunke, DDAC. Mose, DKW.

WG. 4 Seitenwagen: Mannschaften: Ob«r- feldw. Elias, ßeutn. von Meyendors, ßeutn. von Aulogk, II. PR. 2, Eisenach, (BMW., Zünd., BMW.); Uffz. -amann, Uffz. Stolle, Uffz. Gen- scher, 5. Flea 14 Detmold (BMW >. Schf. Schieler. Schf. Anhäuser, Rf. Dürrer, 5/M. 49 Frankfurt (Ariel, -orex, NSU.). Einzelfahrer (Dienstfahr­zeuge): OGfr. Wambach Pi. 29 -.-Münden, Zünd.; Feldw. Kurzmann, 3. Pi. B. 9 -anau, Zünd.; ßtn. Bauer, Pi. B. 29, -.-Münden, Zünd. Pri­vatfahrzeuge: Bäder, DDAC. Frankfurt, -arley; t)öbereiner, DDAC. Kelsterbach, BMW.

Kälte ist z

Professor Debye berichtet üb Mit einer »Stange Lust-'

Von Dx.;

Kälte bedeutet Ordnung in der Materie. Warme dagegen Unordnung", das ist in knappsten Worten der Grundsatz, nach dem die Kältephysiker der Welt arbeiten und mit dem sie so erfolgreich sich auf die Jagd nach demabsoluten Nullpunkt" gemacht haben. Man stelle sich einmal vor, wie der Direk­tor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Physik, Pro­fessor Debye, in einem Vortrag überTiefe Temperaturen" im -arnackhaus in Berlin-Dahlem ausführte, ein Mensch könne in einer Sekunde eine Million Moleküle zählen; dann hätte er immer noch eine Million Jahre zu arbeiten, um nur die Mole­küle zu zählen, die in einem einzigen Kubikzenti­meter ßuft durcheinanderwirbeln. Soll die ßuft aber verflüssigt werden, so muß man die Geschwin­digkeit dieser Moleküle verlangsamen, was der be­rühmte Erfinder unserer Kältemaschinen, Carl v. ßinbe, zunächst dadurch erreichte, daß er die ßuft durch eine feine Düse preßte, und sie so vom gasförmigen in den flüssigen Zustand überführte.

Gas ist ein »unordentlicher" Zustand.

Während reines Ersen erst bei 1528 Grad -itze schmilzt und bei 2450 Grad siedet, das heißt ver­dampft, wird Wasser bekanntlich schon bei 100 Grad gasförmig und bei 0 Grad unseres üblichen Ther­mometers gefriert es zu festem Eis. Wenn der Physiker zu möglichst geringen Temperaturen ge­langen will, nimmt er also am besten einen Stoss, der bei normaler Wärme und unter dem gewöhn­lichen atmosphärischen JDrud als Gas und damit in besonders großer innerer Unordnung vorkommt. In diesem sucht $r solche Abkühlung (- Ordnung) heroorzurufen, daß er flüssig wird. Bei dem Sauer­stoff unserer Atemluft geschieht dies bei 180 Grad Kälte", beim ßuftstickstofs bei196 Grad Cel­sius. Wasserstoff verflüssigt sich erst bei 253 Grad. Prosessssor Debye goß daher in ein Gefäß, das von flüssigem Wasserstoff umgeben war, flüssigen Stickstoff, kühlte ihn damit weiter ab,ordnete" seine Moleküle, ließ ihn gefrieren: Mit einiger Vorsicht konnte er. eineStange ßuft" heraus- ziehen und schlug mit dieserßuft" sogar kräftig auf den Tisch.

Helium unter niedrigem Druck.

Genau so wie Wasser nicht erst bei 100 Grad Wärme, sondern schon bei niedrigeren Temperaturen verdampft, wenn man es unter geringerem Luft­druck zum Kochen bringt, so gehen umgekehrt auch viele Gase bei niedrigerer Temperatur in den flüssi­gen Zustand über, wenn man sie bei geringerem Druck bearbeitet, -elium, bas bekannte Edelgas, mit dem jetzt die Zeppelin-Luftschiffe gefüllt werden, hat einen sehr einfachen Atomaufbau, ist also von Natur aus in sich verhältnismäßig ordentlich, daher aber auch schwer zu verflüssigen. Erst bei269 Grad gelang es, die Ordnung im -elium noch zu vergrößern. Als man aber das an diesem seinem Siedepunkt" immer wieder verdampfende -elium stark absaugte und dadurch den Druck in dem Ge­fäß verringerte, erreichte ein'Physiker im Jahre 1932, daß sich das -elium sogar erst bei 272,3 Grad Kälte verflüssigte.

Oer Kältephysiker rechnet nicht mehr mit Eelsius-Graden

UnterWärme" undKälte" darf man sich bei diesen physikalischen Arbeiten freilich nicht die Be­reiche über und unter demGefrierpunkt" auf un­serem Thermometer vorstellen. Die Kälte wird nämlich niemals größer, sondern nur die Wärme immer geringer: Auch bei unseren 10 oder 20 Grad Celsius ist doch mmer nochWärme" vorhanden! Der Kälte-Physiker rechnet daher auch nicht mit unseren Celsiusgraden, sondern hat berechnet, daß bei273 Grad Celsius ein Punkt gegeben ist, an dem keinerlei Unordnung in der Materie mehr herr­schen kann, an dem sich daher auch keinerlei Wärme mehr findet. Ihn nennt er daher denab fein­ten Nullpunkt", während unsere0 Grad" eigentlich 273 Grad absolute Wärme sind. Mit der Verflüssigung des -eliums unter Niederdruck z. B. st also die Physik bis auf 0,7 Grad absolut an den Nullpunkt herangekommen.

Magnete ziehen Sauerstoff an.

Wenn man einen Körper magnetisiert, bedeutet bas nichts anderes, als daß in die kleinenElemen­tarmagneten", aus denen er besteht, Ordnung ge- brächt wird: Wie jeder Magnet haben sie einen

WG. 5 PKW. bis 1500 ccm: Mannschaften:' Kurt Ettling, Karl Pistorius, Kurt Fritz, DDAC. Ffm., (BMW., Fiat, Ford); Rs. Schmalz, Schf, Schmidt, Trns. Weber, 23/M48 Korbach (Opel, Ford, -an.); Dtruf. Kröner, Schf. Brunner, NSKKM. Pitsch M 47 Kassel (Opel, NSU., NSU.); Stm. Müller, Rf. Breusch, Stm. Stöppler 12/M 147 Alsfeld (Adler, Ford, DKW.). Einzelfahrer: Schf. Rüdiger 5/M48 Ziegenhain, DKW.; OSchf. Lehv 23/M147 -erborn, DKW.

WG. 6 PKW. bis 1500 ccm: Mannschaft 22/M 61 -annover auf -anomag, Obersch. Müller, Obersch. Zigelski, Schf. -unte. Einzelfahrer: Schmidt, Rof. 1/M152 Trier, BMW.; Weißenfels Stuf. 12/M 47 Kassel, BMW.

WG. 7 PKW. bis 2000 ccm; Löbering, ff» Schf., M^. 2/2 Ffm., -an.; Schwarz, OSchf. M47 Kassel, BMW.; Ringel, Schf., 1/M47, Gie­ßen (Ford).

WG. 8 Dien st wagen bis 150 ccm: Oltn. von Einem, 7. Kav.-Regt. 3 Göttingen, BMW.; -ptm. Apelt, 5. Art.-Regt. 51 Fulda, BMW.

WG. 9 Dien st wagen über 2000 ccm: Mannschaft 14. JR. 15 Kassel, Oberfeldw. Klatt, Sch. Uffz. Erber, Uffz. Siegfried, Adler. Einzel­fahrer: Oltn. Grebe AR. 51 Fulda, -orch; OSchrm. Absmeier, 1. Bb. 9 Mühlhausen, Wand.: -ptm. Riemer, NA. 29 Gotha, -orch; Major Weber, Pi. 9 -anau, -orch; ßtn. Kahl, PAA. 9, Gelnhausen, -orch.

Die besten Leistungen waren:

Kraftwagen: Schf. Rüdiger, 5/M48, DKW., 1097 ccm., 14 Kontrollen, 100 Punkte.

Solokräder: Gg. Fiedler, DDAC. Gruppe 3, Ariel, 75 Punkte.

Seitenwagen: -ch. Bäder, DDAC. Ffm., Gruppe 4, -arley, 84 Punkte.

Kl e i nftr äb e r 10 0 ccm: Rf. Knaust, -I., ßohr, NSU., 55 Punkte.

r die tiefen Temperaturen. auf den Tisch geschlagen.

J. Henriri.

Nordpol^ und einenSüdpol" und werden von den magnetischen Strömen, die man hindurchschickt, demgemäßgerichtet". Da es einfachere und des­halb bei tieferen Temperaturen zu verflüssigende Stosse als das -elium nicht gibt, hatte der Phy­siker keine Aussicht, auf dem Weg der Abkühlung größere Ordnung in die Materie zu bringen. Um noch näher an den absoluten Nullpunkt zu gelan­gen, schlug deshalb Professor Debye im Jahre 1926 vor, den Magnetismus zu -ilfe zu nehmen. In seinem Experimentalvortrag projizierte er auf die ßeinwand, wie z. B. der verdampfende flüssige Sauerstoff von den Polen eines Elektromagneten angezoam wird, wie sich also seine Teilchen magnetisieren lassen.

Eisenteilchen »in der Klemme".

Nach D eb ye s Rezept brachte nun d e - a a s in Leyden Eisensalze in ein Bad von verflüssigtem -elium und schaltete außerdem ein starkes Magnet­feld ein, so daß die Eisenteilchen geordnet wurden und ihre Temperatur sich der umgebenden anglich. Als er dann das Eisensalz so isolierte, daß von außen keine Wärme einbringen konnte, und bas magnetische Felb abschaltete, hätten die Teilchen an sich das Bestreben gehabt, wieder in Unordnung zu verfallen, d.h. Wärme aufzunehmen. Da sie diese nicht bekamen, ordnete sich ein Teil von ihnen noch weiter und wurde dabei noch kälter, u«t die in ihnen vorhandenen Wärmespuren an die übrigen abzugeben und diesen damit eine größer« Unordnung zu ermöglichen. Bei solcher inneren Verteilung kühlte sich der eine Teil der Eisensalze schließlich auf 0,004 Grad absolut ab: Nur 4 Tau­sendstel Grad trennen also den Kältephysiker heute noch vom absoluten Nullpunkt.

,,-aben wir Aussicht, ihm noch näher zu kom­men?", fragte Professor Debye. Erst haben wir die Stoffe in ihrem Molekül-Aufbau, bann in ihrem Atomaufbau georbnet unb bamit abgekühlt. Schließ­lich würben die in den Atomen schwingenden Elek­tronen magnetisiert. Was bleibt noch an Möglich­keiten, den Stoff zu ordnen und ihm damit Wärme zu entziehen? Auch die Atomkerne, um welche die Elektronen schwingen, müssen sich magnetisieren lassen. Das zu erreichen, ist jetzt bas Ziel von Pro­fessor Debye, bas er in bem Kaiser-Wilhelm- Institut für Physik anstrebt. Vielleicht ist es bann möglich, bem absoluten Nullpunkt nicht nur auf tausenbstel, sonbern gar auf millionstel Grabe nahe- zukommen.

Bhein-Mainische Börse.

Freundlich.

F r a n k f u r t a. M., 19. Febr. Auch zum Woche«- schluß erhielt sich an ben Aktienmärkten eine freunbliche Tenbenz, ba weiterhin kleine Käufe ber- Kundschaft zur Ausführung kamen, während nen­nenswertes Angebot kaum vorlag. Allerdings blieben die Umsätze ziemlich klein, insbesondere ber berufs­mäßige -anbei übte Zurückhaltung. Mit großem In­teresse erwartet man die morgigen Ausführungen des Führers. Bei nicht ganz einheitlicher Entwicklung überwogen Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. die aber im weiteren Verlaufe infolge ber Geschäfts­stille nicht immer voll behauptet werben konnten. Etwas stärker erhöhten sich Reichsbank auf 211,65 (210,50), später hörte man jeboch einen Kurs von knapp 211, -apag gewannen 1,13 v. -. auf 79.65. Montanaktien blieben voll behauptet. Vereinigte Stahl im Verlaufe 112,38 nach 112,75. Maschinen« unb Motorenwerte sowie Elektroaktien notierten voll behauptet, teilweise um Bruchteile eines Prozentes höher. IG.-Farben setzten mit 161,25 (161,65) ein, waren vorübergehenb 161,75 unb später etwa 161,40. Im einzelnen notierten Zellstoff Walbhof mit 149,40 (148,50), Westbeutsche Kaufhof mit 61 (60,75), -olz- mann mit 160,50 (160,25), AG. für Verkehr mit 134,25 (134,50) unb VDM. mit unoeränbert 173.

Am Rentenmaxkt hielt bie Nachfrage auf ber ganzen Linie an, während nennenswertes Angebot fehlte, so baß bie Umsätze weiterhin beschränkt waren. Altbesitzanleihe 132,35 (132,30), später etwa 132,45 bis 132,50, Kommunal-Umschulbung 95,65, 4-v. -.-Rentenbankablösung 94,75 (94,65), Stabte« Altbesitz 136 (135,75). Am Pfanbbriefmarkt würben bie meisten Golbpfanbbriefe gestrichen. Liquidations­werte unb Kommunal-Obligationen sowie die meisten Stabtanleihen kamen unoeränbert zur Notiz. Wenig Aenderung zeigten auch Staatspapiere unb Jndu» strie-Obligationen. Reichsaltbesitz waren spater auf 132,50 nach 132,35 erhöht.