Einzelbild herunterladen

Nr.W Erstes Blatt

188. Zahrgang

Dienstag,W.ApriN«

Lrschemr tfigltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle

Monatr-Bezugrpretr:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr e -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zerilfprechanschlüffe

unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gieße«

Postscheckkonto:

Sranffurt am Main 11686

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühlsche Uniüerfttätsöruderet B. tätige in Kietzen. Schriftieitvng und SeschSftrftelle: Schnlftratze 7

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer vis 8'/.UHr des Dormittags

Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Npf., für Text­anzeigen von 70 mm Breite 50Nps..Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25"/^ mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-., Vereins», gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf.. Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Triumph -er Vernunft.

Der römische Vertrag ist mehr als ein Wegweiser zur Beseitigung aller zwischen England und Italien feit Ausbruch des Abessinienkrieges entstandenen Meinungsverschiedenheiten. Er ist ein Triumph der Vernunft in einem Augenblick, da es zwi­schen Krieg und Frieden zu wählen galt. Denn trotz des Gentlemen-Agreements vom 2. Januar 1937, in dem ausdrücklich festgestellt wurde, daß das Mittelmeer für England und Italien gleich lebens­wichtig fei und daß beide Parteien eine Aenderung des Status quo in diesem Raume ablehnten, spitzte sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern mehr und mehr zu. Schließlich war man soweit, daß schon eine ganze Reihe von Fronten für den Ernstfall genannt wurden. Ueberall standen Trup­pen, stand Kriegsmaterial bereit, überall wurde jede militärische Maßnahme der einen Seite mit verdoppelter Wachsamkeit der anderen beantwortet. Man griff aber mit der politischen Arbeit darüber hinaus, schuf neue Reibungsflächen und neue Mög­lichkeiten, der Gegenseite an irgendeiner Stelle un­angenehm werden zu können. So konnte eines Tages irgendwo der erste Schuß fallen, mußte der Augenblick heranrücken, da die Truppen von allein zu marschieren begannen und die Kriegsschiffe sich von selbst aufeinander zu bewegten.

Weder England noch Italien hatten Sehnsucht nach diesementscheidenden" Augenblick. Sie ließen sich das Instrument der diplomatischen Be­reinigung des beiderseitigen Verhältnisses nicht aus der Hand schlagen, so heftig sich auch gewisse Kräfte in dieser Richtung anstrengten. Man wußte genau, daß ein Zusammenprall weder der einen noch der anderen Partei nützen würde. Man war sich auch völlig im klaren darüber, daß ein Waffen­gang nicht ohne Rückwirkungen auf das übrige Europa und die übrige Welt' bleiben würde. Diese Rückwirkungen konnten für alle nur negativer Natur sein. Aus dieser Erkenntnis heraus, aber auch aus dem Willen, einen Ausgleich herbeizu­führen, solange auch nur ein Fünkchen Hoffnung dafür vorhanden ist, kam das italienisch-eng­lische Abkommen zustande, bei dem vom Prestige keine Rede ist, sondern allein von der Not­wendigkeit, Ruhe und Frieden im Mittel­meerraum und weitgehende Beachtung der beiderseitigen Interessen sicherzustellen.

Dieses Ziel ist erreicht. Dem europäischen Friedens- und Sicherheitsgebäude ist ein neuer Stützpfeiler gegeben worden, der nicht nach Genfer, sondern nach ausschließlich ita­lienisch-englischem Maß zugeschnitten worden ist, wie ja auch die übrigen Sicherheitspfeiler, also die Achse Berlin Rom oder das deutsch-englische Flottenabkommen, das deutsch-polnische Abkommen und andere von Deutschland mit seinen Nachbar­staaten abgeschlossenen Verträge immer nur die gegenseitigen Bedürfnisse berücksichtigen, damit aber dem gemeinsamen europäischen Ziel, den Frieden zu erhalten und zu untermauern, am nächsten kom­men. Infolgedessen wird man die römischen Ver­tragspartner zu ihrem Werk beglückwünschen kön­nen. Es läßt die Geräusche des Waffenklirrens im Mittelmeerraum verstummen, es läßt eine hoff­nungsvollere Zukunft Heraufziehen. G.

Dr. Goebb-ls spricht.

Berlin, 16. April (DftB.) Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Vorabend (also heute. D. Schrislllg.) des Geburtstages des Führers von 20 bis 20.15 Uhr über alle deutschen Sender.

Flaggen heraus!

Berlin, 18. April. (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda fordert die Bevölkerung auf, aus Anlaß des Geburts­tages des Führers am 2 0. April ihre Häuser und Wohnungen zu beflaggen.

Minister Rust spricht zu den Schulen.

Berlin, 16. April. (DNB.) Arn Geburtstag des Führers spricht Reichsminister R u st von 9 bis 9.30 Uhr über alle Sender zu den Schulen im Deutschen Reich. Diese Kundgebung ist mit der Feier, die am gleichen Tage anläßlich des Schul­beginns stattfindet, zu verbinden. Es wird ange­ordnet, daß die Uebertragung der Rede des Herrn Ministers im Rahmen der Schulfeier in allen Schulen gemeinschaftlich angehört wird. In den Volksschulen nehmen nur die vier oberen Klassen (nicht die vier Grundschulklassen) an der Feier teil.

Der deutsche Voffchaster bei Mussolini.

R o m, 18. April. (DNB.) Einer Stefani-Meldung zufolge hat Mussolini den neuen deutschen Botschafter beim Quirinal, von Mackensen, empfangen und sich lange mit ihm unterhalten.

Mordplan gegen Stalin?

Reuter Meldet Verhaftung von sieben Sowjet-Generalen.

London, 18. April. (DNB.) Nach einem Reu­terbericht aus Helsinki sind auf Veranlassung des GPU.-Chefs Jeschow sieben Sowjet- generale verhaftet worden, die beschuldigt wurden, daß sie Stalin und Woroschilow ermorden wollten.

Das englisch-italienische Abkommen unterzeichnet.

Rom betont nachdrücklich die Unversehrtheit der Achse BerlinRom.

Rom, 16. April. (DNB.) Heber die Unter­zeichnung des englisch-italienischen Abkommens wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben:

Außenminister Graf Ciano und der englische Botschafter Lord Perth haben heute 18.30 Uhr im Palazzo Chigi das italienisch-englische Abkommen unterzeichnet. Das Abkommen besteht aus einem Protokoll und acht angeschloffe­nen Vereinbarungen und Erklärungen und einen Notenwechsel.

Außerdem ist zwischen Italien, England und Aegypten ein Abkommen über gute Nach­barschaft betreffend Italienisch-Ostafrika von Außen­minister Graf Ciano, dem englischen Botschafter Lord Perth und dem ägyptischen Gesandten Mustafa El-Sadek unterzeichnet worden, die auch einen Notenaustausch voraenommen haben."

Das Abkommen wurde in London im An­schluß an die Unterzeichnung veröffentlicht. Es handelt sich um ein umfangreiches Dokument, das sich in drei Teile gliedert: 1. ein Protokoll, 2. einen Austausch von Briefen und 3. ein Abkommen über gute Nachbarschaft zwischen Aegypten und Italien.

-I.Teii.

Das Protokoll sieht vor, daß folgende acht Er­klärungen in Kraft treten sollen, sobald dies die italienische und die englische Regierung ge­meinsam fe st setzen:

1. Eine Bestätigung der Erklärung vom 2. Ja­nuar 1937 über den Status quo im Mittel- m e e r und der Noten, die am 31. Dezember 1936 ausgetauscht wurden. (Diese Noten bezogen sich auf die Erhaltung des Status quo im westlichen Mi11elmeer.)

2. Ein Abkommen über den Austausch militärischer Informationen. In diesem Abkommen verpflichten sich beide Parteien, sich periodisch über die Verteilung ihrer Streitkräfte im Mittelmeer, im Roten Meer, im Golf von Aden, in Aegypten, im Sudan, in Italienisch-Ostafrika, Britisch-Somaliland, Kenya, Uganda und den nörd­lichen Teil von Tanganjika zu unterrichten. Beide Parteien kommen hiernach weiter überein, sich im voraus über die Errichtung neuer Flotten- oder Luftstützpunkte im Mittelmeer östlich vom 19. Längengrad und im Roten Meer sowie den Zu­fahrtswegen zum Roten Meer zu unterrichten.

3. Ein Uebereinfommen über gewisse Gebiete im Nahen Often. Dieses aus acht Artikeln be­stehende Uebereinfommen verpflichtet beide Teile, die Integrität und die Unabhängigkeit Saudi- Arabiens und des Iemen zu respektieren. Beide Teile kommen überein, daß es in ihrem ge­meinsamen Interesse liegt, daß keine andere Macht die Unabhängigkeit und Integrität dieser beiden Länder in Frage stellt. Bezüglich der Gebiete, die östlich und südlich von Saudi-Arabien und dem Jemen liegen (d. h. also das Gebiet des Protekto­rats Aden), erklärte die italienische Regierung, daß sie nicht versuchen wird, irgendwelchen politischen (Einfluß in dieser Zone zu erwerben. Die britische Regierung erklärt, daß sie in diesen Gebieten nichts unternehmen wird, was die Unabhängigkeit oder die Integrität Saudi-Arabiens oder des Jemen be­einträchtigen wird. Das Abkommen sieht ferner vor, daß keine von beiden Parteien Inseln im Roten Meer annektieren oder auf ihnen Befesti­gungen errichten wird. Ferner verpflichten sich Eng­land und Italien, in keinem Streit zwischen Saudi- Arabien und dem Jemen zu intervenieren. Das Abkommen klärt ferner gewisse kritische Grenz­fragen in dem Bereich dieser beiden Länder.

4. Eine Erklärung über die Propaganda. Die Erklärung bestimmt, daß keines der beiden Länder gegen das andere Presse- oder Propaganda­methoden gebrauchen wird, die geeignet sind, die Interessen des anderen Landes zu schädigen oder die unvereinbar mit guten Beziehungen sein würden.

5. Eine Erklärung über den Tanasee. Diese Bestimmung wiederholt die Zusicherungen der ita­lienischen Regierung vom 3. April 1936, wonach die italienische Regierung die britischen Interessen, die mit diesem See Zusammenhängen, respektieren wird.

6. Eine Erklärung über den Militärdienst von Eingeborenen in Italienisch-Ost- afrika. In dieser Erklärung wiederholt die ita­lienische Regierung die Zusicherung an die Genfer Entente vom 29. Juli 19,36. Danach ist Italien be­reit, den Grundsatz anzunehmen, wonach Einge­borene in Italienisch-Ostafrika nicht gezwungen werden sollen, Militärdienst zu leisten, wovon nur Polizeidienst ausgenommen ist.

7. Eine Erklärung über die freie Ausübung der Religion und die Behandlung von briti­schen religiösen Körperschaften in Italienisch- 0 ft a fr ff a. Die Erflärung sichert britischen Staats­angehörigen in Italienisch-Ostafrika die freie Aus­übung ihrer Religionstätigkeit zu.

8. Eine Erklärung über den S u e z k a n a l. Die britische Regierung und die italienische Regierung bestätigen hier von neuem ihre Absicht, die Bestim­mungen der Suezkanal-Konvention vom 29. Oktober 1888 zu respektieren und innezuhalten. Dieses Ab­kommen garantierte allen Mächten den freien Ge­brauch des Suezkanals zu allen Zeiten, d. h. in Krieg und Frieden.

Das Protokoll sieht vor, daß nach dem Inkraft­treten der obgengenannten Erklärungen und Ab­machungen Verhandlungen zwischen der ägyptisch en Regierung und der italieni-

M:

g i

*

' v*', < \ f *

--. » z

Unser Bild zeigt den Botschafter Großbritanniens, Lord Perth, während der Unterzeichnung. Rechts: Außenminister Graf Ciano, der den Vertrag für Italien unterschrieb. Für Aegypten unterzeichnete der bevollmächtigte Minister Mustapha El Sadek Bey. (Scherl-Bilderdienst-M.)

scheu Regierung stattfinben sollen, um alle Fragen zu regeln, die Aegypten berühren. Fer­ner sieht das Protokoll vor, daß Wirtschafts - Verhandlungen zwischen Großbritan­nien und Italien zur Regelung der Wirtschafts­beziehungen von Italienisch-Ostafrika mit dem bri­tischen Reich sobald wie möglich aufgenommen wer­den sollen.

2. Teil.

Der zweite Teil des Abkommens besteht in einer Anzahl von Briefwechseln. Diese Briefwechsel beziehen sich auf

1. Libyen. In liefern Briefwechsel stellt die italienische Regierung fest, daß sie eine Anweisung für die Verminderung der italienischen Streitkräfte in Libyen gegeben hat und daß Zurückziehungen von 1000 Mann in der Woche bereits begonnen haben. Diese Truppenrückziehungen würden fortge­setzt werden, bis die Friedensstärke der Garnisonen erreicht ist. Dies bedeutet, daß die italienischen Streitkräfte in Libyen seit dem Beginn der Bespre­chungen um die Hülste vermindert wurden

2. Londoner Flottenvertrag. Die ita­lienische Regierung teilt mit, daß sie die Absicht hat, dem Londoner Flottenvertrag von 1936 beizutreten, sobald das Abkommen in Kraft getreten ist. Bis zu diesem Zeitpunkt will die italienische Regierung sich an die Bestimmungen des Flottenvertrages halten.

3. Spanien. Die italienische Regierung be­stätigt, daß sie der britischen Formel für die pro- portionelle Räumung der ausländischen Freiwilligen aus Spanien zugestimmt hat, und daß sie sich ver­pflichtet, diese Räumung in d e m Augenblick und zu den Bedingungen durchzuführen, wie sie vom Nicht­einmischungsausschuß auf der Grundlage dieser For­mel festgesetzt werden. Sie verpflichtet sich, falls diese Räumung bei Beendigung des spanischen Bürger­krieges noch nicht beendet ist, daß alle verbleibenden italienischen Freiwilligen Spanien zu diesem Zeit­punkt verlassen sollen, und daß ebenso alles ita­lienische Material zurückgezogen wird. Die italienische Regierung erklärt, daß Italien keinerlei territorialen oder politischen Ziele und keinerlei privilegierte Stel­lung in Spanien, auf den Balearen, den spanischen Ueberseebesitzungen ober der spanischen Marokkozone hat, und daß Italien nicht die Absicht hat, irgend­welche bewaffneten Streitkräfte in diesen Gebieten zu unterhalten. Die britische Regierung nimmt von diesen Zusicherungen Kenntnis und wiederholt bei der Gelegenheit, daß sie eine Regelung der spani­schen Frage als Voraussetzung für das Inkraft­treten des englisch-italienischen Abkommens ansieht.

4. Abessinien. Die« britische Regierung er­klärt, daß sie die Absicht hat, auf der kommenden (genfer Ratssitzung Schritte zu tun, um die Stel­lung der Mitgliedsstaaten der Genfer Entente in bezug auf die Anerkennung der italienischen Sou­veränität über Abessinien zu klären, da sie den Wunsch hat, Hindernisse zu beseitigen, welche die Freiheit der Mitgliedsstaaten in bezug auf eine An­erkennung der italienischen Souveränität über Abes­sinien ändern könnten.

3. Teil.

Der dritte Teil des Abkommens ist ein Abkommen über gute Nachbarschaft zwischen Italien und Aegypten. Das Abkommen ist dazu. be­stimmt, die Uebergangsperiobe bis zum Inkrafttreten bes Hauptabkommens zu überbrücken, bis bie Ver- hanblungen abgeschlossen sinb, bie über befonbere ostafrikanische Angelegenheiten, bie in dem Proto­koll aufgezählt werden, beendet sind. Es handelt sich hier u. a. um bie Innehaltung ber Antisklavereigesetze unb bie Indienststellung von (Eingeborenen in ein­geborenen militärischen Formationen. Das Abkom­men über gute Nachbarschaft enthält ferner eine Be­stätigung, daß die ägyptische Regierung von den

englisch-italienischen Abmachungen Kenntnis genom­men hat.

Telegramm-Austausch.

Zum Schluß des Abkommens wird ein Tele­grammaustaus ch zwischen Chamberlain und Mussolini veröffentlicht.

Das Telegramm Chamberlains an Musso­lini lautet:Ich freue mich, von Lort Perth den erfolgreichen Ausgang der Besprechungen zwischen unseren beiden Regierungen zu erfahren. Ich möchte ausdrücken, wie sehr ich und meine Kollegen den Geist des guten Willens und der Zusammenarbeit schätzen, der in unseren Besprechungen von (Eurer Exzellenz, Graf Ciano, und allen auf der italieni­schen Seite Beteiligten angewandt wurde. Ich habe die aufrichtige Befriedigung, deren ich auch bei (Eurer Exzellenz sicher bin, daß ein solch umfassen­des Abkommen zwischen uns erreicht worden ist. Ich hoffe, daß dieses Abkommen, wenn es voll in Kraft tritt, alle übriggebliebenen Punkte der Meinungs­verschiedenheiten zwischen uns beseitigt, und ich er­warte zuversichtlich, daß hiernach die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern wieder sicher auf dem Vertrauen und der Freundschaft beruhen wer­den, bie solange in ber Vergangenheit existierten."

Die Antwort Mussolinis an Premierminister Chamberlain lautet:Ich banke Ihnen warm für Ihre Botschaft. Ich freue mich in der Tat, baß- die englisch-italienischen Besprechungen so glücklich ge­endet haben unb baß bas erzielte Uebereinfommen Sie wie mich voll befriebigt, sowohl hinsichtlich bes Umfangs unb bes Geistes, in bem es geschlossen würbe. (Es ist mir eine Freude, Ihnen zu versichern, baß ich den guten Willen und den herzlichen Geist bes Verstehens, ben Eure Exzellenz gezeigt haben, aufrichtig zu schätzen weiß. Ich schätze ebenso bie Arbeit, bie Lorb Perth unb alle diejenigen ge­leistet haben, die zu ber Verwirklichung bes Ab­kommens beigetragen haben. Daburch, daß die .zwi­schen uns bestehenden Fragen so offen unb vollstän- big geregelt würben, werben die Beziehungen zwi­schen England und Italien auf. eine solide und dauerhafte Basis gestellt. Ich bin überzeugt, daß nunmehr zwilchen ben beiden Ländern eine neue Periode bes Vertrauens unb ber Freundschaft be­ginnen kann. Das ist es, was ich unb Sie wünschen unb was mit unseren traditionellen Beziehungen übereinftimmt."

Das Scho in Amerika.

Neuyork, 18. April. (DNB.) Die Presse wür­digt eingehend die Unterzeichnung des englisch, italienischen Abkommens als ein (Ereignis von voraussichtlich weittragender interna- tionaler Bedeutung. Die Blätter sehen in dem Abkommen einen wichtigen Schritt zur Be­ruhigung der europäischen Atmosphäre.

In amtlichen Washingtoner Kreisen wird, derNew Port Times" zufolge, bie Unter­zeichnung bes Abkommens als erster Erfolg ber realistischen Außenpolitik Cham­berlains begrüßt. Man hoffe in Washington, baß bem Abkommen in vieler Beziehung ein besseres Einvernehmen in Europa folgen werde. Sobald England die italienische (Eroberung Abessi- njens anerkannt habe, werde, so bemerkt das Blatt, diese Frage auch für die Vereinigten Staa­ten spruchreif. Wenn man in Washington damit auch keine große Eile an den Tag legen werde, so herrsche doch die Auffassung vorO»baß eine Entschei­dung hierüber nicht auf unbestimmte Zeit verzögert werden könne. Im übrigen gewinne in Washington die Auffassung an Boden, daßbie eine ober anbere allzu theoretische Doktrin ber amerikanischen Außen­politik im Sinne ber realistischen Grunbsätze über kurz ober lang überprüft werben müsse, bie zur Zeit die britische Außenpolitik kennzeichneten".