Nr. 47 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 19./Zft.Hebruar 1938
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An Arbeitsplätzen unter -er Stadt
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Einer der vielen Kanalschächte von unten gesehen.
Sinkkästen werden mit einem Kran ausgehoben.
lieber Lahn und Landschaft. Ausstieg aus dem Hauptkanal.
kräftige walzenförmige Bürste nach, die die end-
erinnern an das große Netz, das systematisch unfere
in unserer Stadt. Manche werden dreimal im Lause
andere viermal, wieder andere, in
leitungen von 20 und 30 Zentimeter Durchmesser Arbeit über und unter Tage zu leisten.
sinnvollen Vorrichtuilg abgeschnitten. Im Haupt- pferdebespannte Wagen, aber auch ein Motorkarren
ein, und je näher die Rohre an den Haupt-
Im Hauptkanal — am Ducker Bahnhofstraße.
Bei der Reinigung des Hauptkanals. — (Aufn. [5]: Neuner, Gieß. Anz.)
messer. Unter dem Brandplatz befindet sich eine ge- März erledigt. Dazu werden zum Teil unsere heimi- mauerte Rohrleitung von bereits 1,10 Meter Durch- schen natürlichen Wasserläufe in Anspruch genom-
Außerdem gilt es aber noch die Sinkkästen für die Regenwasserabflüsse in allen Straßen zu reinigen. Neber 2200 Sinkkästen dieser Art gibt es
Kanals
Das geistert Wasser
nicht auszugleiten. —
Licht der elektrischen großen Handlampen voraus, glänzt an den nassen Wänden: die rauschen und nur hin und wieder fällt
kanal werden in vielen Eimern Schlamm- und Um ratmassen durch die Schächte zu Tage gefördert. Für die Kanalarbeiter keine schöne, aber eine für die Allgemeinheit dringend notwendige Arbeit!
durch die kleinen Löcher in Kanalschachtdeckeln spärlich das Tageslicht in die Tiefe. Das gesprochene Wort setzt sich im langen Kanal in unzählig ostein Echo fort und die Worte aud) nur eines Mannes, klingen aus der Ferne zurück wie Volksgemurmel. Erst hinter der Biehrnarkthalle, hoch über der Lahn verlassen wir nach dem Einstieg an der Bahnhofstraße wieder das düstere unterirdische Reich. Klar und rein ist die winterliche Luft um uns. Doppelt hell und freundlich empfindet man das Licht der Morgensonne ..
Einige Sätze aus Wm Jahresbericht des vergangenen Arbeitsjahres des Kanalbetriebs lassen
we- das tun
Werk, dem er dient. Wir dürfen es allesamt im Geiste einer stillen Dankbarkeiti
den Bezirken außerhalb der Anlagen werden Regenwasser und Schmutzwasser getrennt geführt. Unaufhörlich rinnen in den Röhren die Wässer und führen allen erdenklichen Unrat mit. Schwerere Bestandteile, Sand usw setzen sich in den Röhren ab, zu größerem Teil in den wenig geneigten Strecken, in geringerem Maße in den Röhren mit höherem Gefälle. Im Hauptkanal ist außerdem, nahe der Bahnhofstraße und dicht neben dem Bachlauf der Wiefeck em Dürfet eingebaut, in dem sich ein Teil der schweren Sinkstoffe absetzt; viel Schlamm bleibt aber auch (nachdem in der Kläranlage ein eng gittriger Sandfang eingebaut wurde), im letzten Teil des Hauptkanals selbst liegen Immer wieder und in bestimmten Zeitabständen wird deshalb eine Reinigung des Hauptkanals, wie des gesamten Rohrnetzes notwendig
Die Unterhaltung, die Pflege und der weitere Ausbau des Kanalnetzes geschehen durch den K a n albe l r i e b , dessen Leiter (W i l 1 e r s h ä u s e r) für
Streckenführung des Kanalnetzes folgt fast stets den Straßenzügen. Innerhalb der Anlagen, also in der Altstadt laufen Regenwasser und Schmutzwasser in einem gemeinsamen Rohrstrang. In
Unterwegs im Hauvtkanal.
Männer in schwerem Dienst. - Alles für die Volksgesundheit.
Unser Samstags-B'ldbericht sei diesmal in o* rvußter Würdigung jenen Männern gewidmet, die in schwerer Arbeit jahraus, jahrein im Dienste unterer Volksgesundheit stehen und — scheinbar ganz am Rande unseres Alltags, oftmals gar nicht bemerkt oder wenigstens nicht sonderlich beachtet, ihre Pflicht tun. Dem Kanalbetrieb unserer Stadt, den Kanalarbeitern seien diese Zeilen gewidmet! lieber den Segen der Kanalisation
zur Verfügung. Häufig geschieht diese Arbeil auch zu nächtlichen Stunden.
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Merkwürdige Angelegenheit für den Fremdling in den Bezirken der Kanalisation, einmal mit hinabzusteigen in den Hauptkanal (angetan mit Gummistiefeln bis an die Hüften, angetan auch mit einem festen Ueberanzug), hinabzusteigen in Dunst und Nässe, und dann unten zu stehen in rauschendem Schmutzwasser bis an die Knie. Eigenartige Situation, hinter den Männern herzustapfen, im Wasser zu waten, aufmerksam und tonzentriert bemüht, auf der schlüpfrigen und runden Sohle des
mittelbar in den Haiipt- kanal münden.
Messer, der sich weiter (in der Richtung nach dem „Schipkupaß") auf 2,00 Meter erhöht In dieser stets gleichbleibenden Höhe führt der Hauptkanal über eine Strecke. von vier Kilometer und 850 Meter biszur Kläranlage hinter der Margareten- 6 ütte.
Das Gießener Kanalnetz baut sich aus insgesamt etwa 200 Teilstürfen auf, die mittel- oder un-
Ni'hezu 120 Kilometer ist das Kanalnetz unserer Stadt lang. Jedes Haus ist angeschlofsen. In jeder Straße liegt, unserem Auge verborgen, die Kanalisation und nur die großen runden Kanaldeckel
ganze Stadt durchzieht. Die Rohre, aus denen sich 5^)! Volksgenossen stehen für die Unterhaltung bes foers konstruierten Kratzern ober Greifern heraus- des Jahres, andere viermal, wieder andere, in dieses Netz bildet, haben dabei ganz verschiedene Kanalnetzes ständig im Dienst Sie alle haben keine § geholt, Baumwurzeln, die häufig in die Rohre! stark belebten Stadtteilen, sogar achtmal ausgehoben. Durchmesser. Die Hausanschlüsse münden in Rohr-' leichte, vor allem keine erfreuliche Arbeit. Es ist einwachsen, werden mit einer ebenso einfachen wie! Für den Abtransport der Schlammassen stehen
Alljährlici) wird das ganze Kanalnetz einmal kanal heranführen, um so größer wird der Durch- durchgespült. Diese Arbeit wird meistens im
braucht hier kaum ein Wort verloren zu werden. Wer konnte sich Gießen ohne Kanalisation denken?! Könnten wir uns heute noch unsere Lebensführung in einem großen Gemeinwesen ohne Kanalisation vorstellen? Schwerlich! So denken wir also nigstens einmal an den Kanalarbeiter und an
bie Funktion des G'eßener Kanalsystems verant- j gültige Reinigung übernimmt.
wörtlich ist Der Kanalbetrieb untersteht seinerseits, Diese Reinigung geht nicht immer ohne Schmiedern städtischen Hoch- und Iiefbauamt. Erne 2Tn- rigfeit vor sich. Sperrige Dinge werden mit besäu
men, die Lahn, die Wie- seck und der Klingelbach In den höher gelegenen Stadtteilen wird die Wasserleitung benützt, d. h. die Hydranten werden mit dem Kanalsystem in Verbindung gebracht. Die Spülung geschieht in kurzen Teilstücken, die jeweils durch Scliütze von Seitenzuflüssen abgeriegelt werden. Da viele Rohrleitun- ’ gen tiefer liegen, als Lahn. Wiefeck und Klingelbach, so läßt sich hinter Schützen viel Wasser stauen, das bann mit großer Gewalt in die Rohre schießt und Schlamm, der sich in den Rohren ab» gefetzt hat. mitreißt. Diese Spülung geschieht immer von den Randbezirken der Stadt her.
Und bann folgt in ben Monaten von April bis .
i November jebey Jahres I bie Reinigung bes s Kanalnetzes. Dann sehen i wir in ben Straßen ba I unb bort jene bekannten Böcke mit ben Seiltrom-
I mein stehen. Von einem Kanalschacht zum anberen wirb gearbeitet. Im Fluß $ ber Abwässer wirb dabei ein Schwimmer (ein Blechlasten) vom höher- zum tiefergelegenenSchachtein- gesührt. Än dem Schwimmer ist eine dünne Leine befestigt, an der wiederum ein Hanf- und dann ein Drahtseil durchgezogen werden — schließlich folgt an diesem Drahtseil eine halbrunde Schaufel, bie genau bem Durchmesser bes Rohres entspricht unb alle feste Be- ftanbteile aus bem Rohre holt. Dann folgt eine
Die Mädchen ans der Burgflraße.
Vornan von Hilde K Lest.
21 Fortsetzung. (Nachbruck verboten.)
Er rief sie ber Reihe nach an unb teilte ihnen in kurzem, schneibigem Befehlston mit, baß sie sich um brei Uhr nachmittags bei Macher einzufinden hätten. Jeder einzelne hatte den Eindruck, bah er allein kommen würbe, lieber bas Warum erfuhr er nichts. Aber hatte man ihm bas Gelb nicht schon versprochen?
„Es wirb fürchterlich werben!" sagte Lisbeth.
„Haben Sie Angst, bann beurlaube ich Sie." „Ich bleibe", sagte Lisbeth tapfer.
„Zum Dank bafür werben Sie etwas zu lachen kriegen."
Bis brei Uhr arbeitete er mit ihr in einem Höllentempo bie Akten burch.
Um brei Uhr erschien ber erste Gläubiger. Um drei Uhr fünfzehn traf der letzte ein, grüßte mit einem Wortschwall unb legte eine bereits quittierte Empfangsbestätigung auf ben Tisch.
„Warten!" fommanbierte Viereck.
Die Herren standen in drangvoller Enge. Viereck saß, die Beine übereinandergeschlagen, auf bem Schreibtisch unb ftubierte ihre Gesichter wie ein Raubtierbänbiger, der die Stimmung seiner Bestien ergründet. Die Herren kannten sich offenbar nicht. Sie beäugten sich mißtrauisch. Langsam plaudernd, wie von ungefähr, begann Viereck seine große Rede.
Die Herren seien um ihr Geld gekommen. Die Herren nickten erfreut, als sie das Wort Geld vernahmen. „Geld ist eine schöne Sache", fuhr Viereck fort, „wenn man es besitzt" Die Herren zuckten wie unter einem Peitschenknall. „Jedoch", sagte Viereck mit elegischem Augenaufschlag, „Geld kann uns auch zu Tränen rühren, wenn wir es nur deshalb in die Hand bekommen, um es einem anderen weitergeben zu müssen."
Einer bi;r Herren räusperte sich unwillig und drängte seine Boxerfigur in bie erste Reihe.
.Biereck faßte in die Hosentasche, ließ bie Umrisse
eines metallenen Gegenstands sehen, ber einigen Herren burchaus vertraut zu sein schien, unb sprach, zum Boxer gewandt, weiter. Ein ihm außerordentlich befreundeter Herr kassiere beispielsweise mit besonderem Vergnügen Wechsel, erleide aber jedesmal einen Nervenzusammenbruch, wenn er das Geld einem finsteren Schurken abliefern müsse, ber den Wechselbesitzer nur vorschiebt, um das geprellte Opfer hereinlegen zu können Für die große Mühe bes Gelbeintreibens zahle biefer Schurke nur lächerliche i Prozente Freilich fänben sich immer weniger Dumme, bie bereit seien, ihre ehrliche Haut für solche Hintermänner zu Markt zu tragen.
„Soll bet heeßn, bet se uns b’n Zaster vorent- halten wollen?" grollte ber Boxer.
„Det soll zunächst heeßn", erroiberte Viereck, „baß Herr Bukofzer Ihnen allen, meine Herren, spätestens morgen bas Gelb roteber abnehmen würde, unb zwar alles, auch Ihre Prozente, benn Sie stecken ja längst in Vorschuß bei ihm unb zahlen ihm obenbrein noch Wucherzinsen!"
Aus bem Hintergrunb kam ein beifälliges Murmeln.
Viereck sprang vom Tisch herab, pflanzte sich unmittelbar vor bem Boxer auf unb sagte mit schnei- benber, völlig oeränberter Stimme:
„Meine Herren! Ich stelle Sie hiermit vor eine jEntscheibung: Sie können auf ber Auszahlung bes ! Geldes bestehen! Sie können also hier bei Herrn Macher zu Ende pfänden lassen. Vielleicht können Sie sich dann in den Erlös dieser alten Schreibmaschinen teilen. Geld hat Herr Macher keines unb wirb auch keines haben."
„Un bet Kapital von bem neuen Teilhaba — he? Wollnse uns wat vorschwinbeln?"
„Das Gelb liegt auf ber Bank — selbstverständlich auf den Namen des Teilhabers unb mithin für Sie unerreichbar. Noch unerreichbarer aber für Herrn Bukofzer, bem Sie es ja boch abliefern müßten. Aber", hier hob Viereck feine Stimme, „erreichbar natürlich für alle, bie freunbschaftlich mitarbeiten wollen an ber Ausnützung ber wirklich großartigen, zukunftsreichen Erfinbung unseres Herrn Macher. Zu biefer Mitarbeit barf ich Sie, mein Herren, ergebens! einlaben. Nun" — Viereck fafcte ben Borer jetzt beim Rockknopf — .wie wär's?"
„Wat heest hier mitarbcetn? Keen Jeld krieg-, un arbeetn? Mann, Sc Ham woll ’n Bogel!"
„Keine Angst, meine Herren, arbeiten heißt in biesem Fall, uns helfen, baß ber Bukofzer fein Gelb bekommt. Stillhalten heißt in biesem Fall für Sie: Selber verdienen, statt dem Bukofzer alles in den Rachen zu schmeißen"
„Wenn det Ihr Ernst wär' .." kam die Stimme aus dem Hintergrund „Wenn ma bet Aas, ben Bukofzer, rinlechn kennten. ." sagte sogar ber Boxer traumselig
Viereck hatte die Herren soweit. „Reinlegen wollen wir niemand Wir wollen nur die Ehrlichen von dem Unehrlichen scheiden Aucl) der Bukofzer soll sein Geld haben, aber nicht mehr, als er verauslagt hat "
„Sie verdienen bar Geld durch eine Leistung, bie ich Ihnen jetzt vorschlage." Unb bann schloß er nach langem Hin und Her nut ben Herren einen Vertrag, ber fix unb fertig war, ben sie nur zu unterschreiben brauchten. Darin erklärte jeber einzelne, baß er au* bie Einlösung bes in seinem Besitz befindlichen Wechsels verzichte. Die Firma Macher, vertreten burch bie Prokuristin Lenz, 'erklärte sich ihrerseits bereit, ben Herren innerhalb eines Jahres zwanzig Prozent ber ursprünglichen Wechselsumme in bar zu vergüten. Die Herren machten dabei ein glänzendes Geschäft, denn sie brauchten diese zwanzig Prozent nicht an Herrn Bukofzer weiter zugeben Schließlich erklärten sie einander feierlich, daß sie für einander als Zeugen eintreten wollten, falls Herr Bukofzer einen von ihnen oder die Firma Macher gerichtlich belangen würde.
Um fünf Uhr gingen sie friedlich bie Treppe hinab, im besten Einvernehmen, wie eine Herrenpartie am Himmelfahrtstag. Viereck riß bie Fenster auf, einesteils, um frische Luft hereinzulassen, anbern- teils, um Lisbeth die obmarschierenbe Kolonne zu zeigen „Sehen Sie, Fräulein Lisbeth, ba haben wir bas, wovor sich ein Bukoszer mehr fürchtet als vor bem Staatsanwalt- ben Ring. Der Ring wird Herrn Bukofzer, unb Herr Bukofzer wirb den R>ng fressen. Und die zwanzig Prozent, die wir für d'e fes Schauspiel bezahlen, sind immerhin besser als bie hundert, bie Sie ben Herrn Assessor zahlen lassen wollten..."
„Jcl) habe mid) in bie Verwaltung bes Gelbes überhaupt nicht eingemischt, denn
„Ich weiß, das heißt, ich kann es mir denken.
| Schließlich ist Lisbeth das einzige unverkäufliche und unpfändbare Objekt in diesem Laden."
„Sie wissen auch bas ." sagte Lisbeth, bie Augen nieberschlagend.
„Liebes Fräulein Lisbeth, Sie wundern sich viel zu sehr über mich. Ich bin ja nur ein einfacher Mann. Id) habe Ihnen allen nur eines voraus: ich sehe die Dinge im Umkreis ber Mutter Len; weniger verwickelt als Sie. Ich sehe sie sogar sehr einfach."
„Sie finb ja aud) der einzig Unbeteiligte."
Mein Gott, buchte Viereck, als ihr schönes Gesicht sich fragend zu ihm erhob, wie lange noch! Er sah ihr voll in die Augen, und sie hätte seine Antwort fühlen müssen; Wenn ich erst einmal beteiligt bin, bann darf es auch keine Verwicklungen geben!
Lisbeth ging schnell hinaus, um bie Machers zu holen.
„Du heilige Einfalt!" rief Frau Hedwig, „da is ja schon wieda ’n neuer!"
Viereck verneigte sich. „Jetzt ist es der Endgültige", sagte er, „denn ich habe Ihnen nicht soeben zwanzigtausend Mark gerettet, um morgen wieder abzuhauen. Kommen Sie, Herr Machex, Sie müssen schließlich auch ein Wörtlein mitreden, wenn mir nun darangehen einen großen Mann aus Ihnen zu machen. — Sie, Fräulein Lisbeth, haben jetzt Feierabend. In Ihrer Familie können ja nur noch zwei Verlobungen gefeiert werden."
14.
Die abendliche Verlobunasfeier im Hause Lenz sah die Familie nicht vollzählig Carla fehlte. Und ihr Fehlen warf einen Schatten über die Stimmung.
Da hatte dieser Prozessor Mollwitz am Mittagstisch gesessen, den Mutter Lenz nicht leiden mochte, und wenn ?r hundertmal eine gute Partie war. Man sprach von der Verlobung, die ältlichen Fräuleins überboten sich in Glückwünsche — „nein, diese Uebcrrafdjung, nein, dieses Glück, nein. Frau Lenz, und nun ist es gerade die Jüngste, die Sie als erste verläßt, nein, es ist heute gar n'cht leicht mit brei Töchtern" —, bas Brautpaar drückte sich glückselig die Hände unter bem Tisch und in dieses Idyll platzte ber gräßliche Professor mit seiner Rebe: er habe zwei besonbers schöne Opernplätze für heute abend besorgt, wie schade, baß nun Fräu- lc»n Carla nicht frei' wäre, *>r hätte sie gebeten, vülznkominen —. (Fortsetzung folgt.)


