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Neues für -en Bücheriifch
Neue
ich, „ich wäre gern
be-
des
dem
Gründer des Sees. Er hat einen Dollbart
aus
auch ein wenig
wie der Gründer sah mich an.
nieder» C. K.
ich- wir
möchte.
Schwere Konflikte brechen vor dem nächsten Meß- stand aus. Wäre man nur nicht gekommen, um sich selbst zu erkennen! Das denken insbesondere bie Frauen. Denn dieser Apparat verlangt von ihnen, daß sie neben den eben ermittelten Zahlen über Größe und Gewicht ihr wahres Alter einstcl- len. Man sieht es deutlich, wie schwer es mancher Tochter Evas wird, die Zahlenskala immer noch ein Stückchen weiterzuschieben, bis sie tatsächlich auf 45 zeigt. Wenn man es im Verborgenen tun könnte!' Aber nein, hinter und neben einem warten schon die nächsten, Männlein und Weiblein.
Und alle verfolgen gespannt die Skala, ich fürchte, zwei Jünglinge wetten heimlich hinter einem ältlichen Fräulein, wie hoch die Zahl noch klettern wird. Aber beherzt stellt sie die Ziffern ein, was nützt es ihr, sie will eben ihren wahren „Grundumsatz" auf die Karte drucken. Verwirrt und verständnislos starrt sie nach der Prozedur auf die Ziffern, die der Apparat gedruckt hat. Dafür wird ihr setzt der Puls gefühlt. Und am nächsten Tisch
lich sein. -
— Meyers Lexikon. 8., gänzlich neu bearbeitete Auflage in 12 Bänden. Band V: (Gleichen- berg — Japan). In Prachtband 20 RM., in Kunsthalbleder 15 RM. Verlag Bibliographisches Institut AG., Leipzig. — (270.) — Schon beim Durchblut- tern dieses Bandes fallen die Namen Eitler, Hindenburg, Goebbels, Göring, Heß ins Auge: ausführliche Artikel berichten über Leben und Wirken dieser großen deutschen Männer; über den Führer bringt eine vierseitige Beilage außerdem noch z. T. wenig bekannte Bilder. Weiter sei von allgemein interessierenden Abhandlungen des Stichwortes Goethe aedacbt; das in mehreren Spalten behandelt wird. (Ausführliche Bildbeilage zu Goethes Leben
tikel Hauswirtschaft mit Bildfolge hauswirtschaftlicher Geräte. — Nachdem die Bände I—V und ylll (Atlasband) bereits erschienen sind, ist das Lexikon nunmehr zur Hälfte vollendet.
— Handbuch der geographischen Wissenschaft. Herausgegeben von Universitäts-Professor Dr. F. Klute, Gießen, unter Mitwirkung führender Gelehrter. Etwa 4000 größere Textb-ilder und Kärtchen, gegen 300 Farbbilder, viele Kartenbeilagen. Preis pro Lieferung 2,40 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Äthenaion Potsdam. Grundlegende Kapitel aus der Allgemeinen Geographie und wichtige Beiträge zur Länderkunde Europas und Asiens bringen die neuen Lieferungen 156 bis 160. Das Wasser des Festlandes, das unterirdische und das überirdische in Quellen, Flüssen, Seen, Lawinen, Firnen und Gletschern behandelt F. Nußbaum instruktiv und anschaulich. Dann beginnt wieder für den ständig mehr gefesselten Leser die Reise durch ferne Länder, zunächst nach Vorder- und Südasien, wo W. Eredner die Führung übernimmt und die tropische Welk Hinterindiens in Wort und Bild lebendig werden läßt. In dem Bande: Nordasien, Zentral- und Ostasien führt H. Rosinfki seine Darstellung von Japan weiter, hauptsächlich die Gestaltung des heutigen japanischen Lebensraumes unter dem Einfluß der abendländischen Kultur. In dieser lebendigen Schilderung wird der gewaltige Kulturüberpflanzungsprozeß im einzelnen deutlich. Das ist Vorzug dieses Handbuchs, daß es uns die Welt lo zeigt, wie sie ist, wie mir sie aber nicht kennen. So bedeutet jeder neue Beitrag dieses nun bald vollendeten Werkes in seinem Zulammen- klang von Wissenschaft. Lebensnähe und Anschaulichkeit eine wertvolle Bereicherung.
—Mitteilungen des O b e r h e ss i s ch e n Geschichtsvereins. Herausgegeben von Karl Glöckner und Carl W a l b a ch. Neue Folge. 35. Band. Verlag: von Münchowsche Universitäts- Druckerei Otto Kindt GmbH., Gießen 1938. — (285.) — Den größten Teil des stattlichen neuen Bandes nimmt der einleitende Beitrag „Wetzlarer Richter-, Schöffen- und Ratsfamilien im 13. und 14. Jahrhundert" von Fr. Clauß ein: dies ist eine überaus gründliche und fleißige, auf sehr umfangreiches Quellenmaterml gestützte Arbeit, die nicht nur allgemeinhistorisch und verfassungsgeschichtlich wertvolle Erkenntnisse aus heimatlicher Vergangenheit erschließt, sondern im besonderen auch der Familiengeschichte und Familienforschung in unferm Raume willkommene Aufschlüsse liefern wird; vor allem sei
stimmten Gelegenheit, daß wir beft>e Schokolade* mäuler hatten."
Wir gingen durch den stillen moosduftenden Wald dem Dorfe zu. Es war ein schöner Herbst» ausflug.
ßen zu sein."
„Mit Ihnen, Inge", sagte öfter mit Ihnen draußen."
Ich spürte, daß sie nickte.
„Wir könnten uns dann freunden", sagte ich.
,Letzt sprechen Sie plötzlich Sees", sagte sie lachend und
schnupperte in der Luft und blieb stehen und sah lange zurück, und dann atmete sie einmal tief ein und wir gingen weiter. Zuweilen sah sie mich ruhig und freundlich an, uni) dann fühlte ich, daß sie sich freute.
Plötzlich hakte sie sich bei mir ein, sie drückte einmal leicht meinen Arm und ich hatte die Empfindung, daß sie nun etwas sagte, wozu man Nicht zu reden brauchte, und dann sagte sie:
„Und was würde uns der Gründer des Sees erzählen?"
„Als ich noch klein war, würde er sagen , erzählte ich, „meine Damen und Herren, bereitete ich mich schon darauf vor, einmal einen See zu gründen. Ich ging aufs Feld hinaus, suchte mir einen tüchtigen breiten Bach aus und sagte: .Wäre es Ihnen recht, in einen See zu fließen?'
,Mir wäre es recht', sagte der Bach und gluckerte ein bißchen, ,man kann sich dann auch einmal ein wenig ausruhen. Das ewige Meßen ist ganz schön, aber wenn man älter roirb?' ,Es ist Ihnen also angenehm', sagte ich. Letzt handelt es sich nur darum, daß wir auch recht viel schöne Fische bekommen. Wie ich sehe, führen Sie nur Stichlinge und Frösche/ ,Das mit den Mchen können Sie ruhig mir überlassens sagte der Bach, ,ich komme morgen sowieso in einen größeren Fluß, und da kann ich die Sache vorschlagen. Was wollen Sie an Pflanzen? Wasserlinsen oder Schilf?' .Schilf wäre mir lieber', sagte ich, ,die Wasserlinsen wachsen zu schnell zu und verdun- kein den See. Aber etwas Wasserpest hätte ich
Alles in einer Stunde ...
In einer Stunde sterben auf der Erde, so kiest man in einer interessanten Zusammenstellung der Leipziger „Jllustrirten Zeitung", 4600 Menschen, und 5400 werden geboren. In derselben Zeit werden rund 198 000 Verbrechen begangen, aber nur 177 000 abgeurteilt. — Der Verbrauch an Gemüse und Nahrungsmitteln innerhalb einer Stunde er» reicht für die gesamte Menschheit der Erde ganz unvorstellbare Mengen, nämlich: rund 25 Millionen Kilogramm Kartoffeln, 10 Millionen Kilogramm Gemüse und Salate, 3,6 Millionen Kilogramm Fleisch, ebenso viel Fische: hinzu kommen etwa 30 Millionen Brote. Der Zuckerkonsum innerhalb einer Stunde beträgt rund 100 000 Tonnen. In derselben Zeit werden 180 Tonnen Rohtabak zu Rauchmate» rialien verarbeitet, rund 125 000 Tonnen Steinkohlen dem Erdboden entrissen, 160 000 Faß,Oel gewonnen und davon ein Drittel zu Benzin raffiniert. Im gleichen Zeitraum verlassen 7500 neue Kraftwagen die Fabriken. Die stündliche Papierfabri- kation beläuft sich auf 1950 Tonnen; davon wandert der größte Teil durch die Rotationsmaschinen, die stündlich über 1,7 Millionen verschiedene Zeitungen und Zeitschriften ausspeien. Die Filmindustrie braucht stündlich rund 57 Kilometer Negativfilm für ihre Produktion. Im gleichen Zeitraum laufen rund 1200 Millionen Postsendungen, Briefe und Karten, mit Brjefrnarken im Werte von über 50 Millionen Mark um den Erdball, und 115 000 Telegramme werden stündlich aufgegeben. Endlich werden 35 000 Pelztiere in einer Stunde getötet und ihre Felle für Mäntel verarbeitet. Und in dieser einen kurzen
„Haben Sie ihn denn schon gehört?" fragte Wir fahen uns an und lachten. Dann lachten nicht mehr und sahen uns lange an. Es war schön, auf einer Bank am Walde zu sitzen und sie anzusehen. Sie hatte klare graue Äugen, wenn sie still wurden, verdunkelten sie sich leise. Ich legte mein Arm leicht um ihre hübsche, gerade Schulter.
gelacht hatte.
„Zum Eulensee", sagte ich, „wenn es Ihnen recht ist. Ich kenne dort nämlich einen unterirdi- schen Eingang, der bis auf den Grund des Sees fuhrt. Dort muß man dreimal klopfen, dann öffnet ein Biber die Tür und führt uns zu t....
auch ganz gern.'"
„Und wie hat er denn den See gemacht? , fragte Fräulein Wegmann vergnügt lachend.
„Nun", sagte ich, „er ging zu einem verlassenen Steinbruch und sprach mit dem Basalt und erhielt von den Steinen die Zustimmung. Nur wollten die Steine unbedingt Goldfische haben, von den ganz großen, verstehen Sie."
„Und da sind jetzt Goldfische drin?" fragte sie rasch.
„Ja, er bekam sie nach langen Auseinandersetzungen", sagte ich, „die Goldfische lebten m einem stillen Waldteich, in dem ein kleiner Dach floß. Sie weigerten sich zuerst, den stillen, einsamen Waldweiher zu verlassen und m einen großen See zu ziehen. Aber der Gründer des Sees ließ durch den kleinen Bach ausrichten, daß er in dem neuen See einen fieinen Hain auf dem Grund pflanzen ließe, mit schönen hohen Bäumen, durch deren Zweige dann die Goldfische hindurchschwimmen könnten, so wie Vögel durch einen richtigen Wald fliegen. Das gefiel den Goldfischen, unb dann tarnen sie geschwommen."
„Mer es ist doch kein Wort davon wahr!" sagte Fräulein Wegmann, sie atmete rascher vom Lachen.
Als wir uns umdrehten, fahen wir die Stadt nicht mehr. Sie lag hinter dem Hügel, über den wir gegangen waren. Ringsum blauten auf den weiten Wiesen die Herbstzeitlosen, sie kamen mir immer wie winzige Fallschirme vor, die über Nacht in Massen gelandet waren. Dor uns war jetzt dichter Tannenwald. Wir setzten uys auf die Bank am Waldrand, wo mir einen wunderbaren, weiten Ausblick hatten.
„Kommt denn nicht bald ein Dorf?" fragte Fräulein Wegmann, „ich habe schon tüchtigen Hunger."
„Noch eine Stunde", sagte ich, „dann kommt das Dorf, und dahinter liegt der Eulenfee." Ich zog eine Tafel Schokolade aus der Tasche, wir batten sie im Nu aufgegessen. Fräulein Wegmann legte ihren Arm hinter meiner Schulter auf die Lehne der Bank. Ihre blassen Wangen waren von der frischen Morgenluft gerötet. Nach einer Meile legte sie ihren Arm leicht auf meine Schulter..
„Gefällt es Ihnen hier?" frage ich sie, ohne sie anzUsehen. Sie blickte still über die Wiesenhänge.
„Ja", sagte sie, „es ist schön, mit Ihnen drau-
Je länger der Strich ausfällt, desto großer ist der Mut für die nächste Probe. Ein Hebei will mit äufjerfter Körperkraft angehoben sein. Die Karte verrät in Kilogramm, wieviel man lernens heben kann. Ermüdung und Reaktionsvermögen " ' Gegenstand der nächsten Proben. Mit einem
Fröhliches Gesundheitsexamen.
Andrang in der ».Halle der Selbsterkenntnis". - „Selbstverjüngung" zwecklos Nichts für Angeber und Kraftmeier)
Stunde Weltgeschehens legt die Erde 107 000 Kilometer um die Sonne zurück, während sich rund ........ 400 000
bahnen und Berufsmöglichkeiten und -aussichten: Soldaten der Nachrichtenverbände, Pioniere. Infanteristen, Kavalleristen, Kraftfahrer und Artilleristen geben in knappen, lebensvollen Berichten ein um* fastendes Bild von der Arbeit in ihren Verbänden, und in frischfröhlicher Plauderei kommt auch der Humor zu Wort. Diese glückliche Vereinigung von sachlicher Darstellung und lebendigen Stimmunqs» bildern vermittelt ein anschauliches Bild von Sol» bafengeift und Soldatenleben. Sorgfältig ausgewählte Bilder ergänzen den Text.
— Svortkameraden. Begegnunaen und Erlebnisse von Jack Schumacher. 142 S. Start. 3.20, Seinen 3 80 RM. Franck'sche Verlaashandlung, Stuttgart, 1938. — (282.) — Der Svortbericht- erftatter und Leichtathlet Jack Schumacher erzählt lebendig und spannend von seinen Erlebnissen in Europa und Amerika. Järvinen und Birger Rund, Woodruff und Weißmüller, Sonia .Rente, Christl Eranz und viele andere stehen im Mittelpunkt dieser Schilderungen. Wir folgen gelnannt dem Ski-Ab- fahrtslauf um die Akademische Weltmeisterschaft, erleben noch einmal den großen Kampf des Javaners Murakuso geaen drei Finnen im 10 OOO-M-'ter- Lauf bei den Olnmpischen Spielen und auch Stanrnf um die Ciaer-Nordwnnd. der an die äußerlte Grenze menschlicher Willensleistung führte. E?n festelndes Buch, das auch den Jungen Freude machen wird.
— Professor Dr. Au g. Mayer: Deutsche Mutter und deutscher Aufstieg. H^'tt 7 der Reihe „Politische Biologie". Mit 9 Mb. Kart. 1.50 RM I. F. Lehmanns Verlag, München — (288) — Der Verfasser, Direktor der Tübinaer Nni- versitäts-Frauenklinik, sieht in der Familie die Ur, zell des völkischen Lebens und zeigt aus feiner rei- dien Praris, was an positiver Aufbauarbeit vrak- ttsch geleistet werden kann und wie Schwierigkeiten innerhalb der Familie überwunden werden können. Gerade der Mütterlichkeit der Frau den Kindern und dem Manne gegenüber wird ein breiter Raum eingeräumt.
Finger muß ein Hebel mehrfach angezogen werden. Und ein Druckknopf neben einer rotierenden Scheibe will ausgerechnet in dem Augenblick betätigt sein, wo ein rasender roter Pfeil auf einen ruhenden roten Punkt weist. Auf tausendstel Sekunden genau wird ein zu frühes ober zu spätes Drücken gekennzeichnet.
Der Farbenblinde entgeht hier nicht seinem Schicksal. Die Karte weist es aus, ob er roh grün, ober blaugelb-blind ist. Unb wer eiwAbler- auge besitzt, kann es hier betätigen. Er wirb sein hunbertprozentiges Sehvermögen befriebigt aus seiner Karte herauslesen. .
Wer es mit der Selbsterkenntnis noch weiter treiben will, kann in der nächsten Halle „Durchleuchtung" machen. Ihm bleibt bann nichts von sich erspart. Bis in bas innerste, gewissermaßen auf Herz unb Nieren, burchschaut er sich. Bleibt abzuwarten, ob er bie nötigen Konsequenzen baraus -icht. Denn wenn man bcm Dolksmund glauben soll, ist Selbsterkenntnis nur der erste Schritt zur Besserung. Dr. Buresch.
bekommt man eine Gummimanschette aub junge Aerzte behorchen bie Schlagader: „B l u t d ruck 12 5/80" steht nachher auf der Karte. Jetzt tritt das Röhrchen in Aktion. Ein Schlauch kriegt es als Mundstück aufgesetzt, und nun muß man nach tiefem Atemzug kräftig ins Röhrchen blasen. Ein langer Sttich kündet hinterher dem Kartenbeptzer an, welche „Atembreite", also Lungenkrast er
Als wir weitergingen, sahen wir noch einmal nach der Bank zurück. Fräulein Wegmann schüttelte den Kopf.
„Ich glaube", sagte sie, „mir geht es mit solchen Bänken wie Ihnen mit den Bahnhöfen."
„Wieso?" sagte ich.
„Nun", sagte sie lachend, „man läßt sich am besten am Arm zu ihnen führen und drückt die Augen zu, bis man wieder aufsteht."
brachte bereits Band 2 bei „Deutsche ßiterahir".) Die drei großen Länderartikel Griechenland, Großbritannien, Japan locken (neben der Unterrichtung vorn Altertum bis zur Gegenwart) zu interessanten Vergleichen. Aus dem Gebiet der Geschichte sei auch des Artikels Hanse gedacht. Daß die Welt der Naturwissenschaft und Technik wieder zu ihrem Rechte gekommen ist, zeigen Artikel wie Himmel (mit farbiger Textabbildung), Gold, Handfeuerwaffen, Holz,
Der vierte Band des „Allbuchs". Der Brockhaus, Allbuch in vier Bänden unb einem Atlas. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Preis jedes Textbandes: Ganzleinen 11,50 Mark; Halbleber 15 Mark. — (244) — Dieses Werk ist nicht bie Neubearbeitung eines schon vorliegenden, andern ein neugeschaffener, neuartiger Brockhaus, bei dessen Bearbeitung für die deutsche Lexikographie neue Grundsätze durchgeführt wurden. Es handelt sich um eine Vereinigung von Sach- und Sprachwörterbuch. Brockhaus ist auf diesem Weg, dessen Ausgangspunkt einmal feine früheren „Konversationslexika", zum anderen fein bebildertes Wörterbuch „Der Sprach-Brockhaus" waren, zu einem neuen Typ gelangt, der für die Pflege unserer Muttersprache von größter Wichtigkeit ist, das uns zugleich in unserer Zeit größter Spezialisierung eine Gesamtschau ermöglicht, indem es über alle Fragen des Lebens, sei es auf dem Gebiet der Wissenschaften oder Kunst, des Staatslebens, der Technik ober des täglichen Lebens gewissenhaft unterrichtet. Der „Neue Brockhaus" stellt nicht nur Daten, Statistiken, Namen ober sonstige wissenswerte Einzelheiten zur Verfügung, fonbern er um- reißt zugleich ganze Wissens- und Lebensbezirke, sei es, daß er Einblick in die Arbeit ganzer Berufsstände gibt, daß er bas Gefüge wirtschaftlicher Zusammenhänge behandelt ober aber ganze Wissens- gebiete in übersichtlicher Kürze unb für jebermann verständlich barstellt. Die Berichterstattung geht bis in bie allerjüngste Zeit. Die jüngste Kunstentwick- lung würbe eingehend berücksichtigt, auch über das junge Schrifttum können wir uns unterrichten. Wieder wurden Hinweise für Erste Hilfe bei Un- glückssällen und Vergiftungen im Satz durch ausfällige Umrandung hervorgehoben, was die prak- tische Benutzbarkeit des Werkes erhöht. Die Erklärung philosophischer Begriffe sind klar und verständlich. Wir finden bie Signale aus dem internationalen Signalbuch ebenso wie eine Erklärung der Schwingachse am Auto, wir erfahren, was „Schlesisches Himmelreich" ober „Schneiderkarpfen ist und wie eine Ballonsperre gegen Luftangriffe angelegt wird. Die Fülle des zusammengetragenen Stoffes ist riesengroß, für den, der sein Allbuch richtig zu benutzen weiß, wird es bald unentbehr-
Berlin, im Oktober.
Die Aerzte sind vielfach der Meinung, das Interesse des Menschen für seine Gesundheit finge erst mit der Krankheit an. Unb bann sei es leider oft zu spät, sich mit einem bereits fragwürdigen Gesundheitszustand zu beschäftigen. Wir möchten bezweifeln, daß sie recht haben, nachdem wir uns einen Tag auf der schönen Ausstellung „Gesundes Leben — Frohes Schaffe n", die zur Zeit am Kaiserdamm in Berlin aufgebaut ist, umgesehen haben.
In den großen festlichen Hallen wird der G e - sundheit ein Preislied gesungen, von Krankheit ist wenig ober gar nicht bie Rede, wenn man von dargestellten Gefährdungsmomenten für die Gesundheit ab sieht, die beispielsweise die Deutsche Arbeitsfront unter dem Mottoi ampf der Gefahr" veranschaulicht. Alle übrigen Bilder und Darstellungen gipfeln in dem Bemühen, jedem die eigene Gesundheit so schmackhaft wie möglich zu machen, sie ihm sozusagen als Grundvoraussetzung für Leben unb Schassen einzuschärfen. Die großen Organisationen etwa ber NSV., ber DAF., ber Hitler-Jugend, ber Wehrmacht, bes Arbeitsdienstes warten mit mannigfaltigen Einrichtungen und Vorkehrungen auf, die uns, ihre Mitglieder immer ge- sünder und leistungsfähiger machen wollen, es geht ein eigentümliches Fluidum von Kraft und Ansporn von den Wänden dieser Ausstellung auf die Beschauer über. Man sieht sich selbst wieder, am Arbeitsplatz, auf der Wanderung, bei Spiel unb Sport, bei fröhlichem Fest und in stiller Feierstunde. Wenn man die zehn großen Hallen durchwandert hat unb bann plötzlich vor der „Halle der Selbsterkenntnis" Halt macht, bann zaudert man nicht ängstlich, sie zu betreten, weil man sich selbst verdächtig geworden ist, sondern man betritt sie — halb neugierig, halb trotzig: es wird sich schon zeigen, was man sür ein Kerl ist!
Diese Halle hat es in sich. In ihr wird man nach Strich und Faden durchexerziert. Es spricht für das Vertrauen der Allgemeinheit in den eigenen Gesundheitszustand, wenn die meisten sich ohne Wimperzucken dem vielseitigen Gesundheitsexamen stellen, ja, sogar offensichtlich großen Spaß daran haben. Mit einer gelben Karteikarte und einem weißen Röhrchen in einer Zellophanhülle ausgerüstet, fängt jeder an, indem er seinen eigenen Fingerabdruck in ein hierzu vorgesehenes Feld ber Karte setzt: „Jetzt verrat' ick mir selba an die Vo- linn", bemerkt ein Ur-Berliner trocken bei diesem Geschäft. Auf der Waage, die zugleich in sinnreicher Koppelung die Größe mißt, reckt sich jeder zu seiner vollen Höhe auf. Aber während die Männer, wenn sie bie Karte aus bem Schlitz ziehen, zunächst befriedigt ihre Größe feftfteHen, prüfen die Frauen ängstlich zuerst das Gewicht. Man kann manchen wütenden Blick auf den erbarmungslosen Apparat beobachten, ber mit so schonungsloser Sachlichkeit registriert, was man so gern ein bißchen umfärben
Ausflug zum ßuienfee.
Erzählung von Ernst Kreuder.
Zuerst war es ganz still, bann donnerte es leise in der Feme, ber Donner rollte näher, und barm erzitterte ber ganze Bahnhof unter einem mächtigen Tosen und Rauschen, als sei oben ein Stauwerk eingebrochen. Dann war es wieder still und die Sperre wurde geöffnet. Die Leute strömten heraus. Ich trat etwas zurück.
„Da sind Sie ja!" sagte Fräulein Wegmann vergnügt.
„Guten Morgen, schön daß sie gekommen sind', sagte ich und war froh, daß bas erste überstan- ben war.
„Ick suchte Sie schon an der Sperre", sagte sie unb sah mich sonderbar lachend an.
„Ja, bie Bahnhöfe", sagte ich unb kreiste an ihre linke Seite, „es legt sich einem darin immer etwas auf den Magen." Erst jetzt bemerkte ich, daß die Morgensonne schräg in die Straße schien unb der Himmel ein meerweites, hohes Herbstblau hatte. „Wenn ich verreisen muß", redete ich weiter, „würde ich mich am liebsten mit geschlossenen Augen von einem Freund bis ins Abteil führen lassen." Es war natürlich übertrieben. „Wo gehen wir denn eigentlich hin?" fragte Fräulein Wegmann, nachdem sie stehen geblieben war und hell
Froschlaich und Ohren aus Muschelkalk und eine Nase aus geflochtenen Binsen, bie er brehen unb wenden kann."
„Hören Sie um Gotteswillen auf", sagte Fräulein Wegmann, „ich ersticke." Wenn ich aufhören mußte, war ich geschlagen. Fräulein Wegmann war sehr schön, jung und schlank, dunkel und lebhaft, ich würde verlegen werden unb sttll und ihr nicht in bie Augen sehen können. Aber sie sah mich jetzt ganz ruhig und offen an, ich verstummte unb es fiel mir nichts mehr ein. So ist das also, dachte ich, sie hat mich nur angesehen, unb schon hat sie mir ben Wind aus ben Segeln genommen. Aber auf ben Feldern war es schön. Es war still und herbstfrisch, die aufgebrochenen Schollen hatten blaue Schatten. Es war friedvoll und noch taukühl und wir gingen wie zwei Kirchgänger über das Land am Sonntag. Fräulein Wegmann
Der Exttaordinarius Professor Dr. Otto Boßler, der in Leipzig das Fach der westeuropäischen und amerikanischen Geschichte vertritt, wird jetzt den Lehrstuhl für Geschichte übernehmen. Gleichzeitig ist er zum Ordinarius ernannt worden. Professor Voß- । ler habilitierte sich in Berlin für Neuere Geschichte.
„Haben Sie denn die Augen zugedrückt, Inge?
Ober meinen Sie das bildlich? Ich habe es wirk- , lich nicht gesehen. Ich merkte nur bei einer be- * 1930 wurde er nach Leipzig berufen.
1800 Gewitter auf ihr entladen und etwa Sternschnuppen und Kleinmeteore auf sie gehen.
Hochschulnachnchten.
auf das genau gearbeitete Orts-, Personen- unb Sachverzeichnis hierzu, sowie auf die Ratsherren* Listen und Stammtafeln im Anhang hingewiesen. — Der Gießener Jurist und Rechtshistoriker Professor Dr. Karl Frölich, der sich vornehmlich ber rechtlichen Volkskunbe in verbienstlicher Weise angenommen hat, liefert eine schöne und übersichtlich informierende Arbeit unter dem Titel „Zeugen mit» telalterlichen Rechtslebens im Rhein-Main-Gebiet unb seiner Umgebung", bie durch ein sorgsam und liebevoll zusammengettagenes Bildmaterial (auf 16 Tafeln im Anhang) erfreulich belebt wirb. — Carl Walbrach steuert eine gebiegen funbierte, zusammen- faffenbe Untersuchung ber Geschichte oon Stau en» berg bei* hierzu ein Grunbriß und eine alte Ansicht von Staufenberg im 17. Jahrhundert nach Merian. — Professor Dr. Heinrich Gloel gibt eine nach Sachgebieten geglichene Zusammenstellung ber neueren Literatur über Wetzlar. — Sudjbefpre» diungen unb ein kurzer Nachruf auf Professor Dr. Georg Blecher, den „Leiter und Mehrer des prächtigen Friedberger Museums" und „Erforscher der Geschichte Friedbergs unb ber Wetterau , runden ben Inhalt bes neuen Banbes ab. hth.
— Georg Haib: Ein Buch vom neuen Heer. Mit runb 100 Bildern. Preis in Seinen ge» bunben RM. 4,80. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (273) — Tradition und Tugend, der alten Armee, neuer Geist und neue Form der jungen Wehrmacht spiegeln sich in bem nunmehr in 12., neu bearbeiteter Auflage vorliegenben „Buch vom neuen Heer" von Hauptmann Haid. Das Werk berücksichtigt auch ben neuesten Stand der Entwicklung des Heeres und gibt in allgemeinverständlicher Form Kenntnis von Organisation, Technik und allen luik j/uiuim Vi»‘ i- wichtigen Neuerungen der letzten Zeit. Aus der Er» Diger xejiaoDiioung;, ouiu, Handfeuerwaffen, Holz, fah^ung des täglichen Dienstes haben Offiziere, Hunde, für unsere Hausfrauen besonders^der^Ar- Unteroffiziere und Männer aller Waffenaattungen ~ ' ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Erlebnisse in sol« b-atiscker Straffheit und klarer Schilderung dargelegt. Von der Kleinarbeit im Kasernenhof und auf ber Stube erzählen Felbwehel unb Unteroffizier: über Aufbau, Gliederung. Führung, Kamvfweise unb Kampfmittel aller Formationen sprechen aus der Praxis Offizier und Stabsoffizier; Arzt, Zahlmeister, Beamter unb Musikmeister berichten von Lauf-


