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Verdiente Ehrung

für Landeskulturrat Reich.

LPD. D a r m st a d t, 2. Juli. Aus Anlaß der Voll­endung des 5 0. Lebensjahres wurden im Alten Palais der Landesregierung in Darmstadt in einer kleinen Feierstunde dem um das Landeskulturwesen des Landes Hessen außerordentlich verdienten Pg. Reich durch Landesbauernführer Dr. Wagner die aufrichtigen Glückwünsche des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger als Führer der Hessi­schen Landesregierung ausgesprochen.

Landeskulturrat Reich hat sich durch seinen un­ermüdlichen und vom nationalsozialistischen Geist ge­tragenen Einsatz für die Schaffung der Neubauern­dörfer und -weiler Riedrode, Rosengarten, Allmend­feld und Hessenau große Verdienste erworben und durch sein Wirken mitgeholfen, nationalsozialistisches Wollen getreu dem Willen des Führers und zum Nutzen unseres Volkes zur Tat werden zu lassen.

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krank machen, regt ihn aber zu einer aktiven Bil­dung von Schutzkörpern an. Diese setzt ganz lang­sam ein und ist erst in 12 bis 14 Tagen voll aus­gebildet. Dafür wirkt dieser Schutz aber viel lan­ger als der passive. Die bisherigen Versuche zeig­ten eine Wirkungsdauer von drei Monaten. Es ist zu hoffen, daß sie sogar noch wesentlich verlängert wird. Wenn in einem Dorf mit einem Seuchenfall alle Bestände durchgeimpft sind, so kann es zwar vorkommen, daß bis zur vollen Wirkung des Schutzes innerhalb der ersten 14 Tage noch em Bestand befallen wird. Nach 14 Tagen aber darf kein neuer Befall mehr eintreten, wenn die Methode das halten soll, was ihr Schöpfer sich versprochen. Bei 30 000 Tieren, die mit diesem Impfstoff geimpft wurden, hat sich diese Methode voll bewahrt, und bei weiteren 30 000 Tieren, die inzwischen neu be­handelt wurden, konnten diese Beobachtungen bis­her erneut bestätigt werden.

Gewlffenhaste Beobachtung der Vorschriften ist notwendig.

Mit Nachdruck betonte dann Professor Wald­mann, daß die Voraussetzung für den Erfolg jeder Seuchenbekämpfung stets die gewis­senhafte Beachtung der allgemeinen Sanitats- und veterinärpolizeilichen Vorschrif- t e n ist. Das gilt vor allem für die Maul- und Klauenseuche. Man sollte doch meinen, daß der be­troffene Tierhalter die 14tägige Sperre freudig auf sich nimmt, es vermeidet, das Gehöft zu verlassen, von Versammlungen fernbleibt, auch Besuche von noch so lieben Verwandten verhindert, um die Ver­breitung der Seuche einzudämmen. Leider ist dies aber sehr oft nicht der Fall. Dasselbe gilt selbstver­ständlich für den Melker und die übrigen Arbeits­kräfte des Hofes. In dieser Beziehung wird sich noch vieles ändern müssen, wenn die neue Methode mit der Sicherheit arbeiten soll, die bei der heutigen Er­nährungslage unbedingt notwendig ist.

Wie der Impfstoff hergestellt wird.

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SuchkolonneGroschengrab^ erwischt den größten Räuber!

Die SuchkölonneGroschengrab", nach ihrem ärgsten Feind so genannt, wurde erst in jüngster Zeit gegründet. Zwar leistete bereits seit einiger Frist die Allgemeinheit im deutschen Vaterlands wichtige Vorarbeit, um des räuberischen Ungeheuers habhaft zu werden, indem die Möglichkeit zu Raub, Diebstahl und Vernichtung nach Kräften einae- schränkt wurden. Doch war so mancher Zeitgenosse, insbesondere aus dem Hausfrauenstande, allzu arg­los, um das ganze Maß von List und Tücke und Schläue zu erkennen, mit demGroschengrab" zu Werke ging. Wo man sich auch nur einen Augen­blick lang in der Abwehr sorglos zeigte, wo man achtlos die notwendigen Lebensmittel für kürzere oder längere Zeit auf Vorrat nahm, da stellte sich sofort das gefräßige Scheusal ein, beschädigte oder zerstörte kostbares Gut und stahl so einen Groschen nach dem andern aus der Wirtschaftskasse. Erst

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Oie aktive Immunisierung wirkt drei Monate.

Dieser passiven Immunisierung steht die aktive gegenüber. Das Tier erhält den Erreger mit dem Impfstoff (Vaccine) wie Professor Wald­mann ausführte in einer zwar noch lebenden, aber abgeschwächten Form eingespritzt. Der Erreger, ein Virus, kann den Impfling zwar nicht mehr

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glaubte der eine oder andere darüber hinwegsehen zu können:Ein Groschen, ganze zehnPfennige Gewiß ist das auch ein Verlust, aber lohnt sich zu seiner Verhütung überhaupt em Kamps-' -Die besseren Rechner waren jedoch d t e Hausfrauen, die sich sagten, daß im Laufe nur eines Jahres aus diesen verlorenen Groschen geraubte Markstücke würden und daß, auf die Gesamtheit der Ver- brauchet berechnet, riesige Vermögen für die Volks- gemeinschaft verloren gingen. An diesen Gesamt- verlust zu denken bedeutet kein müßiges Zahlen­viel Der Verlust von rund 1,5 Milliarden Mark Jahr für Jahr, nur durch das Verderben von Nah- runasaütern aller Art bewirkt, ist für die Dolls- wirtschaft ein unerträglicher Blutentzug. Der Ver- lüft der Lebensmittel muß aber notwendigerweise zu Einschränkungen bei der Gesamtheit fuhren, die

prüfe nidit andere auf ihre fiollung, P<H0u selbst gehörst als mitglieO in

die NSv.k

gar nicht notwendig wären. Wozu das Einfach hin- nehmen? So wurde die Aufstellung der Suchkolonne Groschengrab" dringend erforderlich. Sie hat ihren Gegner rasch ermittelt. Nun bedarf es der Gesamt­heit aller Verbraucher von Lebensmitteln, also der Mitarbeit eines jeden, umGroschengrab das Handwerk für immer zu legen. Wer an diesem Kampf nicht teilnimmt, ist selbst der Dumme^ Denn Groschengrab" nimmt ihm alle die Groschen ohne Mitleid ab, die seine Gegner besser zu verwenden wissen!

Das neue Miel gegen dieMul-undKlauenseuche

Eine Unterredung mit Professor Waldmann.

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Dieselbe ist sehr kinderliebend.

Auch auf die Frage nach der H e r st e l l u n g d e s Impfstoffes gibt Professor Waldmann be­reitwillig Auskunft. Das bisherige sogenannte Hoch­immunserum wurde aus dem Blut erkrankter, dann aber wieder gesundeter Tiere gewonnen. Beim Zentrifugieren des frischen Blutes wird stwa die Hälfte als Serum ausgeschieden, das auch die Schutz­stoffe gegen die Maul- und Klauenseuche enthält und nach sorgfältigster Desinfektion zum Impfen verwandt wird. Anders ist es bei der Herstellung des neuen Impfstoffes, der Vaccine. Er wird nicht dem Blute wiedergesundeter Tiere entnommen, son­dern den Bläschen und Blasendecken der noch kran­ken Tiere. Die abgenommene Masse wird auf das feinste verteilt und solange chemisch und physikalisch bearbeitet, bis der Krankheitserreger soweit abge­schwächt ist, daß er das geimpfte Tier nicht mehr krank machen kann, aber den Organismus trotzdem anregt Schutzstoffe zu bilden. Gerade in der rich­tigen Abschwächung des Wirkungsoermögens dieser Erreger bestand die Hauptaufgabe bei der Erfor­schung des Bekämpfungsmittels. Selbstverständlich wird jetzt bei der Herstellung des Impfstoffes die

Moon Men liieren nach der Naturschutzverordnung vom 18. März 1936 (RGDl.l Seite 181) und den ergänzenden Bestimmungen, aus­führlich erläutert von Professor Dr. W. Weber, o. ö. Prof, der Rechte und Referent im Reichs- und Preußischen Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, und Prof. Dr. Walther Schoenichen, Getier der Reichsstelle für Naturschutz.

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Unser K. Sch.-Mitarbeiter hatte Gelegen- I heit, den Entdecker des neuen Bekämpfungs- i mittels gegen die Maul- und Klauenseuche, Professor Waldmann, an der Stätte < seiner Forschungsarbeit auf der Insel Riems , zu besuchen und sich eingehend nut ihm zu : unterhalten. Heber diese Unterredung berichtet , der nachfolgende Aufsatz.

Riems, die kleine Insel an der pommerschen Küste unweit Areifswald, ist fast über Nacht weltbekannt geworden. Bisher wußte kaum jemand etwas von ihrem Dasein. Heute aber kommen Briefe und Tele­gramme aus fast allen Ländern der Welt. Hier be­findet sich nämlich eine deutsche Forschungsstäüe, die den gefährlichsten Seuchen unserer Tiere den Kampf angesagt hat. Gegen eine dieser Seuchen, die M a ul- und Klauenseuche (MKS.), wurde nun hier ein Bekämpfungsmittel gefunden, das sicherer wirkt, als alle bisher bekannten. Wie wichtig diese Tatsache ist, erkennen wir gerade in der Gegenwart, da die im Vorjahre von Frankreich eingeschleppte Maul- und Klauenseuche sich immer starker ausgebreitet hat und große Schäden verursacht. Diese Schaden treffen nicht nur die Landwirtschaft, sondern darüber hinaus auch die gesamte Volkswirtschaft, weil die Leistungen an Fleisch und Milch zuruckgehen und außerdem der Zuchtwert der Tiere verringert wird.

Oie passive Immunisierung.

Seit 15 Jahren arbeitet auf der Insel Riems Professor Waldmann, der Leiter der staatlichen For chungsanstalten. Aus ganz kleinen Anfängen heraus ist durch seine Tatkraft eine Forschungsstatte entstanden, die heute Weltruf besitzt. Ihm und seinem Mitarbeiter Dr. K ö b e gelang es auch, das n e u e Bekämpfungsmittel der Maul- und Klauen­seuche zu erforschen und es soweit zu vervollkomm­nen, daß es heute schon in gewissem Umfange der praküschen Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden kann. Diesem Forscher galt mem Besuch. Gern gibt Professor Waldmann Auskunft. Wir unter­scheiden eine passive und eine aktive I m m u n i s i e- rnng. Bei der passiven Immunisierung verwenden wir das Hochimmunserum, das von dem Blut be­reits erkrankter, aber dann wieder gesundeter Tiere gewonnen wird. In ihm befinden sich Schutz- stoffe, die bei der Impfung den gesunden Tieren einverleibt werden. Sie schützen die Tiere aber nur 10 bis 14 Tage gegen die Hebertragung der Maul- und Klauenseuche. Dieses Verfahren wurde bisher ausschließlich angen^ndt und soll auch m Zukunft als Schutz gegen kurzfristige Seuchengefahr beibehalten werden, also wenn es güt, die Tiere gegen die Hebertragung der Seuche auf den Aus­stellungen, Auktionen, Märkten usw. zu schützen.

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Wetterbericht

Die Heberflutung des europäischen Festlandes mit kalter Meeresluft hat ihren Höhepunkt erreicht. Für die Folge kann wieder mit ansteigenden Tempera­turen gerechnet werden, doch läßt die Gesamtlage weder beständiges noch ausgesprochen warmes Wetter aufkommen.

Vorhersage für Donnerstag: Zeitweise aufheiternd, doch unbeständig mit Neigung- zu Nie­derschlägen, aufkommende Winde, veränderlich, meist aus Süd und West. .

Vorhersage für Freitag: Zeitweise auf­heiternd und dabei wärmeres, doch noch immer un­beständiges und zu Regenfällen geneigtes Wetter.

Lufttemperaturen am 5. Juli: mittags 19,8 Grad Celsius, abends 13,2 Grad; am 6. Juli: morgens 14,3 Grad. Maximum 20,3 Grad, Minimum heute nacht 9,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juli: abends 19,8 Grad; am 6. Juli: morgens 14,6 Grad. Niederschläge 2,3 mm. Sonnen­scheindauer 9,7 Stunden.__

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy- riot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschem (m Urlaub); in Vertretung: Heinrich Ludwig Neuner. Anzelgen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VI. 38 : 9035. Druck und Verlag: Brühlsche Hniversitätsdruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

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Abschwächung der Erreger genau beobachtet, und kein Impfstoff gelangt zum Versand, bevor die Ab­schwächung an- Kontrollrindern untersucht und die immunisierende Kraft festgestellt wurde.

Großzügiger Ausbau der Zorschungsanstalten.

Mit den verantwortlichen Stellen der Reichsvete- rinärverwaltung ist Professor Waldmann der Ansicht, daß man in Zukunft mit der Methode der Vaccinierung einem Seuchengang ganz anders gegenüberstehen wird als bisher. Zunächst kommt es darauf an, den Impfstoff in größer em Um - fange herzustellen (bisher werden etwa 300 Liter in der Woche gewonnen). Der Staat hat daher wei­tere 2V2 Millionen Mark zum Ausbau der For­schungsanstalt zur Verfügung gestellt. Die Plane da­für liegen bereits vor. Jetzt gilt es im Interesse der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche, mit allen Mitteln diese Bauten zu beschleunigen. Denn ine deutsche und darüber hinauf die gesamte europäische Landwirtschaft wartet begierig auf den neuen Impf­stoff, den deutscher Wissenschaftsgeist m fünfzehn­jähriger harter Arbeit zum erstenmale auf einer kleinen Insel der Ostsee erforschte und fand.

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Für die liebevolle Anteilnahme bei dem Heimgang

unseres unvergeßlichen Entschlafenen danken wir

Im Namen der Hinterbliebenen:

Friedrich Marx,