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Nr. 233 Erstes Blatt

M.Zahrgang

Mittwoch. 5.Oktober 1938

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Karlsbad bereitet dem Führer einen begeisterten Empfang.

Unser schönes, altes Karlsbad hat dem Füh­rer einen Empfang bereitet, wie ihn nur eine Stadt veranstalten konnte, deren Bevölkerung von jeher rein deutsch war, die sich immer da­nach sehnte, mit dem großen greifbar naheliegenden Reich vereint zu werden, und die nunmehr end­gültig vom Schrecken des tschechischen Terrorismus befreit worden ist. Karlsbads Ruf und Ruhm ist im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte in alle Länder gedrungen. Seine zahlreichen heilkräftigen Sprudel sind es, die jährlich Tausende von Eryo- lungsbedürftigen hierher locken. Don weit her kom­men die Fremden gereist, vielfach auch aus Uebersee.

Diese starke Verflechtung der Stadt mit dem Ausland war es, die die Tschechen bewog, ihre Ent- nationalisierungspolitik anfänglich nicht allzu kraß in Erscheinung treten zu lassen und den Namen Karlsbad" nicht ganz von der Landkarte zu ver­bannen. Mit .Karlovy Vary", so wie sie es getauft hatten, hätte die Welt nichts anzufangen gewußt. Man hätte damit eine Geldquelle verstopft, die all­jährlich viele Millionen Devisen brachte. Diese Er­kenntnis hinderte allerdings die Tschechen nicht, sich der deutschen Bevölkerung gegenüber bei jeder Ge­legenheit als Herren'im Hause aufzuspielen. Dabei waren sie in dieser Stadt von jeher eine hoffnungslose Minderheit.

Seit dem 21. Mai brachte aber Karlsbad als Badeort nichts mehr ein. Die Ausländer mieden die Tfchechei, sie mieden auch das schöne Karlsbad, das. schon lange durch die tschechische Mißwirtschaft in Schwierigkeiten gestürzt, in eine verhängnisvolle Krise hineingeriet. Heute hat der Tscheche im deut­schen Karlsbad nichts mehr zu bestimmen. Die Stadt ist wieder wie einst eine Zierde der deut­schen Gaue und eine Heilstätte, die den Angehöri­gen aller Nationen offen steht, in der jeder, der Heilung sucht, sie auch findet. D. S.

Alit den Truppen in die Zone III.

Karlsbad, 4. DEL (DNB.) Auch am Dienstag hat der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehr­macht seinen in das Sudetenland einrückenden Trup­pen das Geleit gegeben. Von Hof aus, das Vogt­land durchquerend, erreichte der Geländewagen des Führers bei der Musikstaüt Klingenthal zum zweiten Male die bisherige Reichsgrenze. Um 10.40 Uhr hob sich zwischen den aneinanderstoßenden Ort­schaften Klingenthal und Markhausen unter dem tosenden Jubel der Bevölkerung der tannenumkränzte Schlagbaum, und ein zweites Mal hielt Adolf Hitler Einzug in ein jubelndes, einet schöneren und glück­licheren Zukunft entgegengehendes Land. Es regnet in Strömen. Ein kalter Wind peitscht über das offene Hügelland hinweg. Die schnell erreichte sude­tendeutsche Grenzstadt Praslitz empfängt den Führer mit einem wahren Blumenregen. Der Füh­rer läßt halten und wird unter Stürmen des Jubels zum Marktplatz geleitet. Hier begrüßt er die älte­sten Vorkämpfer der Nationalsozialistischen Partei im Sudetenland, die mit ihren Fahnen aus dem Jahre 1922 Aufstellung genommen haben. Nicht zu schildernde Begeisterung begleitet diese für die Ge­schichte der deutschen Stadt Graslitz so denkwürdigen Minuten. ,.rr

In Heinrichsgrün begleiten Böllerschüsse die triumphale Durchfahrt Adolf Hitlers. Glockengeläute empfängt den Führer in der Industriestadt Fal­kenau an der Eger, deren Bevölkerung zu Zehn­tausenden zwischen flaggengeschmückten Häusern die Straßen besetzt hält. Immer wieder unbeschreibliche Dankeskunügebungen des sudetendeutschen Volkes. Feuerwehr und Ortspolizei, Bürgerwehr und Schüt- zenoereine sind zur Stelle, um nur eines zu rufen: Wir danken unferm Führer!"

Auf den Landstraßen vor und hinter Falkenau haben in endlos langen Reihen Fahrzeuge der Wehr­macht mitten im Aufmarsch die Paradeaufstellung bezogen. Kein Wagen ist darunter, "den die Frauen und Mädchen nicht mit herrlichen bunten Herbst­blumen geschmückt haben. Schnurgerade ausgerichtet stehen die Feldgrauen im Stahlhelm vor den Tanks und Geschützen und den Transportfahrzeugen. Im Wagen stehend grüßt der Führer. Ueber Höhen und durch Täler geht die Fahrt weiter. Ein einziges Brausen des Jubels und Winken und Tücherschwen- ken erfüllt auch das hübsche alte Städtchen El­ba g e n, auf dessen Marktplatz der Führer wieder­um kurz halten läßt. Grenzenlose Liebe schlägt ihm auch hier in den engen, mit Wimpeln überspannten Gassen entgegen. Um 13.40 Uhr hält Adolf Hitler unter dem Geläut sämtlicher Kirchenqlocken schließ­lich seinen Einzug in das tm Glücksgefühl schier überströmende weltberühmte Karlsbad.

Karlsbads Gelöbnis.

Jederzeit alles für den Führer und das Reich."

Auf dem Theaterplatz am Fuße des hoch aufragenden Hirschsprungfelsens hat sich ganz Karls­bad versammelt. Die Kompanien der Leibstandarte nd der Wehrmacht sind vor dem Theater aufmar-

iert. Die flaggengeschmückten Häuser im Vorder- nd, die Waldberge im Hintergrund geben ein htiges Bild. Vieltausendfacher Jubel braust auf, )änbe fliegen in die Höhe: der Führer ist em Theaterplatz eingetroffen. Unter den feier- ; Klängen der Nationalhymnen fährt Adolf langsam an den Tanks vorbei, die in gerader ausgerichtet stehen. Die Menschen wissen sich

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Ein Schnappschuß unseres Bildberichterstatters beim Einzug der deutschen Truppen in Schluckenau in der II. Zone. Auch hier spielten sich rührende Freudenszenen ab. Frauen und Mädchen überschütteten förmlich die Soldaten mit Blumen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

vor Freude und Begeisterung kaum zu fassen. Im­mer wieder braust es in Sprechchören auf:Wir danken unserem Führer" undSiegheil". Jetzt in­toniert die Kapelle den Präsentiermarsch. Adolf Hitler schreitet die Front der Ehrenkompanien ab. Dann begibt er sich in Begleitung Konrad Henleins hinauf zum Balkon, der mit Flaggen und Kränzen geschmückt ist. In diesem Augenblick steigt die Führerstandarte hoch. Immer neu schallen die Ovationen zum Führer empor. Der Stellvertreter Konrad Henleins, Frank, erinnert an den Kampf des Grenzlanddeutfchtums und an das Ringen um die größere Heimat, er spricht davon, daß gerade die Menschen an der Grenze für die nationalsozia­listische Idee und für den Kampf des Führers be­sonders empfänglich feien. Er schilderte den Kampf der letzten Zeit und gelobt, daß das Sudetendeutfch- tum jederzeit alles für den Führer und das Reich einsetzen werde. Tosend stimmt die Menge in das Heil ein. Der Führer dankt Frank mit einem langen Händedruck. Dann tritt er an die Brüstung. Worte fehlen, um die Ausbrüche der Freude, des Glückes, der Liebe und der Verehrung zu beschreiben, die ihn empfangen. Dann spricht der Führer.

Treue um Treue.

Deutsche! Volksgenossen und Dolksgenossinnen! Karlsbader!", so beginnt der Führer,Vor 20 Jah­ren hat euer Unglücksweg begonnen, der Weg in eine fast trostlos erscheinende Zukunft. Auch mein Weg begann damals: Ich glaubte an d i e deutsche Wiederauferstehung, an die Wiederherstellung meines Volkes und an die Größe eines kommenden Deutschen Reiches. Ihr seid in diesen 20 Jahren unserem deutschen Volks­tum treu geblieben, und auch ich bin meinem Glauben treu geblieben! Heute befinden wir uns nun beide im Reich, das ich da­mals vor mir sah und an das ich glaube. Dieses Reich ist Wirklichkeit geworden und soll niemals mehr vergehen. So wie ihr euch nun sorgen müßt für dieses große gemeinsame Deutsche Reich, dessen Bürger und Bürgerinnen ihr von jetzt ab seid, so wird dieses Deutschland sich ebenso um euch sorgen! Eure Liebe und Anhänglichkeit, eure Treue und Opferbereitschaft werden erwidert oon dem gleichen Empfinden, der 75 Millionen anderen Deutschen.

Es war ein harter Entschluß, der mich hierher geführt hat. Hinter diesem Entschluß stand der Wille, wenn nötig, auch die Gewalt zu Hilfe zu rufen, um euch frei zu machen. Um so glücklicher und dankbarer wollen wir fein, daß dieser letzte und schwerste Appell nicht notwen- d i g war, um uns zu unserem Rechte zu verhelfen. Wir find stolz, nun dieses Land in seiner ganzen Schönheit zu übernehmen, und sind entschlossen, so­fort darayzugehen. auch hier zu bessern, was gebes­sert werden muß, aufzubauen, was aufgebaut wer­den kann, und alle Wunden der Vergangenheit zu heilen.

Ich wußte nicht, wie und auf welchem Wege ich einmal hierher kommen würde. Aber daß ich einmal hier stehen wurde, das habe ich gewußt» Wenn ich nun hier vor euch stehe, dürft nicht nur ihr mir danken, sondern ich will auch euch danken für eure Treue, für eure Anhänglichkeit und eure Opferbereitschaft! Wie ihr stolz seid auf dieses große Deutsche Reich, dessen Führer ich bin, so ist dieses Deutschland auch stolz auf euch Sudetendeukfche! Wir können in dieser Stunde

nichts anderes tun, als an unser ewiges deut­sches Volk und unser großes Deutsches Reich denken! Deutschland Sieg-Heil!"

Der Führer hat feine Rede beendet. Ein unbe­schreiblicher Orkan des Jubels dankt ihm für seine Worte. Entblößten Hauptes und mit erhobener Rechten werden die deutschen Lieder gesungen. Aber noch lange muß der Führer die Huldigungen seiner Egerländer entgegennehmen. Konrad Henlein beschließt die unvergeßliche Kundgebung mit einem Sieg-Heil auf den Befreier der sudetendeutschen Lande. Dann erklingt der Badenweiler Marsch, und der Führer verläßt die Stadt, die heute ihren glück­lichsten Tag in ihrer Geschichte erlebt hat.

Karlsbad feierte s ein schönstes Fest

Noch lange, nachdem der Führer Karlsbad ver­lassen hatte, standen unzählige Gruppen zusammen und sprachen mit vor Glück leuchtenden Augen von den erhebenden Stunden, in denen sie ihren Be­freier unter sich haben durften.Das war die schön st e Stunde unseres Lebens", so hört man oon allen Seiten. Singend zogen Gruppen durch die Stadt. Unaufhörlich brachten sie den durch die Straßen ziehenden Truppen Freudenkundgebun­gen dar. Jeder Wagen war mit Blumen umkränzt, jeder Soldat trug Blumen am Stahlhelm und am Gewehr. Tausende erklärten sich bereit, die Solda­ten als Gäste bei sich aufzunehmen. Die Inhaber der großen Hotels stellten ihre Räume, die ange­sichts der tschechischen Greuel oft schon monatelang leergestanden haben, kostenlos zur Verfügung. In den Abendstunden waren alle Häuser reich illumi­niert. Zu gleicher Zeit bewegte sich ein Fackel zug durch die Straßen dieser herrlichen urdeutschen Stadt. Arm in Arm marschierten Zivilisten und Soldaten nach den Klängen deutscher Militärmärsche. Hell klangen auch die Kampflieder der Bewegung, die solange nur heimlich gesungen wurden, zum Himmel empor. Karlsbad feierte fein schönstes Fest, das Fest der Befreiung.

Nos Volkswagenwerk wächst.

Besichtigung durch Dr. Ley.

Braunschweig, 4. Okt. (DNB.) Reichsleiter Dr. Ley besuchte das im Bau befindliche Volks- wagenwerk bei Fallersleben und das Vorwerk für die Volkswagenfabrik in Braunschweig. Obwohl die Grundsteinlegung erst vor knapp sechs Monaten stattgefunden hat, stehen heute bereits vier mächtige Hallen. Viele tausend Arbeiter, darunter auch italienische Arbeits­kameraden, arbeiten an dem gewaltigen Werk. In dem nahe gelegenen Arbeiterbarackenlager ist soeben eine riesigeKraft-durch-Freu de" - Fest- h a l l e fertiggestellt worden. Auch die Hasen- a n l a g e nähert sich ihrer Vollendung. Zahlreiche Bagger sind hier eingesetzt Im Vorwerk für die Nolkswagenfabrik in Braunschweig arbeiten bereits die er st en 2 50 Lehrlinge an den neuauf­gestellten Maschinen. Sie sind in besonders für sie errichteten Wohnhäusern untergebracht und haben ihre eigenen Sportlehrer. Dr. Ley besuchte noch die unter Leitung der Deutschen Arbeitsfront fertig­gestellte Mustersiedlung Mascherode, die in ihrer vielfältigen Aufteilung und in ihrem von Professor Speer entworfenen Gemeinschaftshaus das Vorbild des Siedlungsschaffens der DAF. ein­dringlich vor Augen führt.

Auftakt zum Winterhilfswerk 1938/39.

Der Führer spricht heute abend über alle deutschen Sender.

Berlin, 4.Okt. (DRV.) Der kommende Win­ter wird an den Opfergeist und die Hilfsbereitschaft des deutschen Volkes große Anforderungen stellen. Auch in diesem Jahr ruft'deshalb die Reichs­regierung zum Winterhilfswerk des deut­schen Volkes auf. heule ist der gemeinschaft­liche Kampf aller Volksgenossen gegen hunger und Kälte notwendiger als in den letzten Jahren. Wohl ist es in den letzten Jahren gelungen, in den alten Gauen des Reiches die Rot des Winters erfolgreich zu bekämpfen. In diesem Jahre aber sind zu uns zehn Millionen Deutsche ins Reich heimgekehrt, die 20 Jahre lang in einer un­vorstellbaren Weise Rot und Elend erdulden muß­ten. Ihnen gilt in diesem Winter unsere ganz be­sondere Sorge. Sie sollen erfahren, daß das ganze deutsche Volk bereit ist, mit ihnen den Kampf gegen hunger und Kälte zu führen.

Als Auftakt zum Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1938/39 findet am 5. Oktober, 20 Ahr, in der alten Kampfslatte der nationalsozialistischen Bewegung, dem Berliner Sportpalast, eine Kundgebung statt, auf der der Führer und Reichsminister Dr. Goebbels sprechen wer­den. Die Kundgebung wird von sämtlichen deutschen Rundfunksendern übertra­gen.

Das Staatsbegräbnis für General Krauß.

G o i s e r n , 4. Okt. (DNB.) In (Soifern fand das Staatsbegräbnis für General Krauß statt. Unter den Trauergäften sah man neben zahlreichen hohen Offizieren der deutschen Wehrmacht Reichsstatthal- ter Dr. Seyß-Jnquart sowie viele Vertreter von Partei und Staat. Unteroffiziere der Wehr­macht trugen den Sarg auf den Platz vor der Kirche. Die Truppen präsentierten und Flugzeuge der deut­schen Luftwaffe donnerten über den Ort. Dann trat der Oberbefehlshaber des Armeegruppenkomman­dos V, General der Infanterie List, vor den Sarg, um im Namen des Führers und Obersten Befehls­habers der Wehrmacht von dem toten Feldherrn Abschied zu nehmen. Unzertrennlich, so sagte er, ist sein Name verknüpft mit dem siegreichen Durch­bruch von Flitsch. Trotz aller Strenge erwarb er sich dank seiner unermüdlichen Fürsorge die Liebe seiner Soldaten. Nach dem Zusammenbruch des Jahres 1918 galt feine ganze Kraft dem Zusammen­schluß aller Deutschen. In diesem Kampfe wurde der österreichische Armeeführer des Weltkrieges zum Ge­folgsmann und Soldaten des Führers. Wir Sol­daten Großdeutschlands senken in Ehrfurcht, Dank­barkeit und Treue den Degen zum letzten Gruß vor dem großen österreichischen Heerführer, vor dem aufrechten wahrhaft deutschen Mann und Soldaten! Im Auftrag des Führers legte General List dann einen Lorbeerkranz vor dem Sarg nieder. Im Auf­trage des Generalfeldmarfchalls Göring überbrachte General der Flieger L o e h r einen Kranz. Dann würdigte Gauleiter Minister Klausner im Na­men von Partei und Staat die Verdienste des Feld­herrn. Auf dem Friedhof spielte das Musikkorps das Lied vom guten Kameraden, während der Sarg in die Gruft gesenkt wurde. Von den Bergwänden hallte der Donner der Geschütze, und die alten Fah­nen senkten sich über das Grab.

Die Ausrüstung der Britischen Legion.

Der Vorsitzende der British Legion Sir Francis Fethe.rstone-Goodley. (Scherl-M.)

London, 4. Okt. (Europapreß.) Meldunaen englischer Blätter, wonach die tausend Mann der Britischen Legion den Ordnungsdienst im sudeten­deutschen Abstimmungsgebiet in 3 i ü i I f t et b u n g ausüben sollten, wird von der Leitung der Legion richtiggestellt. Die Mannschaften sollen mit einer besonderen Uniform ausgerüstet werden, die allerdings keinen militärischen Charakter tra-