t auf d i e Tschecho-
Kleine politische Nachrichten
otoren-Jndustrie.
TmhaischewW Umsturzpläne
von Jagoda in
von Professor Werner P e i n e r ausgestellt sind.
schewski, Krestinski und Rosengolz beraten. Hierbei
Der Reichsminister des Auswärtigen, von Ribbentrop, wird sich am 8. März zu kurzem Aufenthalt nach London begeben, um sich von seinem früheren Wirkungskreis zu verabschieden.
Prag, 4. März. (DNB.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident, Hodscha, legte im Abgeordnetenhaus die Auffassung der tschechoslowakischen Regierung zur internationalen Lage dar. Der Ministerpräsident betonte die traditionelle Zusammenarbeit mit Frankreich. Der Vertrag mit Sowjetrußland habe sich als I n st r u m e n t der Friedenspolitik bewährt. Der Ministerpräsident stellte weiter das gute Verhältnis des Staates zu den Ländern im Donauraum fest und kam dann auf das Verhältnis zum Deutschen Reich zu sprechen, dem der ganze übrige Teil seiner Rede gewidmet war.
Dabei verwies Hodscha zunächst auf den diplomatischen Meinungsaustausch, der das Ziel habe, daß die Journalistik auf beiden Seiten Angriffe vermeide und Objektivität als höchsten ! Stolz der Presse bewahre. Mit gutem Erfolge seien auch Verhandlungen wirtschaftlicher Natur beendet worden, und wir zweifeln nicht,
so sagte der Ministerpräsident, daß der Meinungsaustausch auch über weitere Fragen im Geiste gegenseitigen Verständnisses geführt werden
Wiederum ging der Führer durch sämtliche Hallen und überzeugte sich überall von dem Fortschritt und dem Leistungsstand aller Zweige der deutschen Auto
sei folgender Plan von Tuchatschewski dargelegt worden: In der ersten Maihälfte wolle er losschlagen. Als Auftakt des Umsturzes wolle er mit dem ihm befreundeten Offizieren und deren Truppen den Kreml ft ü r m e n und die Regierungs- und Parteileitung beseitigen. Der Armeekommissar G a m a r n i k hatte den Auftrag, mit dem Stadtkommandanten von Moskau, Gorbatschow, die GPU.-Zentrale vom Lubljanka-Platz zu besetzen.
Dann kommt nochmals Krestinski zn Dort. Er ist seht soweit, daß er der Reihe nach
Schlechte Mderheiienpolitik gefährdet den Frieden.
tschechoslowakischen Problems unter dem Gesichts- winkel der europäischen Zusammenwirkung Geschichte machen. Zwischen dem Deutschen Reich und der Tschechoslowakei bestehen mehr Barrieren psychologischen als politischen Charakters. Unser Volk, selbst von nationalem Fühlen erfüllt, hat Verständnis für das nationale Gefühl jedes anderen. Es ist erforderlich, daß auch die Bevölkerung des Deutschen Reiches Verständnis dafür habe, was nach langen Jahrzehnten und Jahrhunderten des alten Habsburgischen Regimes die Seele der Bevölkerung der Tschechoslowakei bestürmt. Wir haben uns tausend Jahre lang nicht gefürchtet, wir bekvmmen auch heute keine Angst, weil wir uns sicher sind der Einheit der Herzen und der Vernunft aller Tschechoslowaken sowie des Zusammenwirkens mit jenem Teil Europas, der, wie wir, keine gewaltsamen Eingriffe, sondern Ruhe und Frieden wünscht.
Der Führer besichtigte am Freitagabend noch einmal eingehend die Internationale Automobil- und Motorrad-Aus st ellung.
Oie Rationalitäten in der Sowjetunion rühren sich
Oie verzweifelte Lage der unterdrückten Völker in Weißrußland und Mittelasien.
wakischeStaat sollte auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung allerNationalitäten aufgebaut werden. Wenn das tschechoslowakische Volk Verständnis für das eigene stark ausgeprägte Nationalgefühl forderte, so lag es in feinem eigensten Interesse, auch die feierlich übernommenen Verpflichtungen loyal zu erfüllen, die den sehr bedeutenden Volksgruppen fremder Nationalität im neuen Staat gemacht worden waren, um damit zu vermeiden, daß sich diese in ähnlicher Weise bedrückt fühlen mußten, wie seinerzeit die Tschechen im Reiche der Habsburger. Tschechen sind sehr stolz auf ihre demokratische Verfassung, die zwar jedem Staatsbürger das Stimmrecht sichert, aber auch jede Majorisierung legalisiert. Wenn man in Prag anscheinend alles in bester Ordnung glaubt, so haben die Tschechisierungsvereine und die mit Hilfe des Staats- verteidigungsgefetzes gegen das Sudetendeutschtum unternommenen wirtschaftlichen Schädigungen einen Zustand herbeigeführt, in dem sich das Sudetendeutschtum, wie Ministerpäsident Hodscha dies anscheinend annimmt, ober wenigstens wünscht, fei», n e 5 ro e g g heimatlich auf eigenem Grund und Boden fühlt. Hierauf ist ja auch von unbefangener und gänzlich vorurteilsloser Seite wie z. B. von englischen Journalisten und Politikern wiederholt und nachdrücklich hingewiesen worden. Das deutsche Volk wünscht von Herzen, daß der tschechoslowakische Staat von sich aus einen Weg finden möge, der im eigenen Staat den Frieden schafft, aber es muß es für selbstverständlich halten, daß die A ch t u n g ' vor den Rechten und Freiheiten, die das tschechoslowakische Volk für sich selbst beansprucht, in gleicher Weise auch der fudeten- deutschen Volksgruppe bezeugt wird, die das Pariser Friedensdiktat in den Rahmen des tschechischen Staates gespannt hat.
Zur Rede Hodschas.
Es ist begreiflich, daß der tschechoslowakische Ministerpräsident das Bedürfnis empfindet, die Stellung feines Landes innerhalb der weltpolitischen Entwicklung zu klären. Fällt doch gerade der Tschechoslowakei aus mancherlei Gründen im politischen Geschehen unserer Tage eine besonders bedeutsame Rolle zu. Es ist auch begreiflich, daß der tschechoslowakische Ministerpräsident bei dieser Gelegenheit von seinen Sorgen spricht. Er ist dabei auf das Interesse gekommen, daß maßgebende Stellen des Reiches an dem Schicksal der deutschen Volksgenossen jenseits der Reichsgrenzen nehmen. Gerade tschechische Politiker müßten hierfür das größte Verständnis zeigen, denn es ist Tatsache, daß die schlechte Behandlung gewisser nationaler Minderheiten vor dem Kriege eines der wesentlichsten Span- nungsmomente zwischen den Völkern gewesen ist, aus dem die Tschechen ihr Verlangen nach Unabhängigkeit und Freiheit abgeleitet haben. So wird ein tschechischer Staatsmann nicht leugnen können, daß auch heute eine leichtfertige Nichtbeachtung der primitivsten menschlichen und kulturellen Rechte der nationalen Minderheiten geeignet ist, das Verhältnis der Völker untereinander in erheblichem Maße zu trüben. Die deutsche Staatsführung bient also nur der Wahrung bes europäischen Fried es, wenn sie mit allem Nachdruck auf Gefahren hinweist, die sich aus einer unwürdigen Behandlung von Angehörigen des deutschen Volkstums außerhalb der Reichsgrenzen ergeben.
Dies nachdrücklich festzustellen, hat mit „Ein- mifchun g", von der der tschechoslowakische Ministerpräsident sprach, nichts zu tun. Der tschechoslo-
bie Thesen der Anklageschrift sogar mit Pathos vortragt. Er will seit 1921 als Sowjetbokschafler in Berlin und später als stellvertretender Außenkommissar im Auftrage Trotzkis systematisch Spionage für den Nachrichtendienst eines auswärtigen Staates betrieben haben, um die als Entgelt erhaltenen Sub- fibien für bie trohkiftifche Agitation zu verwen- ben. 1933 habe Trotzki neue Direktiven gegeben, bie auf Terror im Kampf um bie Dacht hinausliefen. Krestinski, ber noch vor 48 Stunden alle diese Anklagepunkte entschlossen bestritt, kann sich jetzt nicht genugtun in seinen „(0c- ständnissen".
Bei seiner Zusammenkunft mit Trotzki in Meran habe Trotzki gesagt, die Trotzkisten in der Sowjetunion müßten mit ausländischen Mächten ein „Abkommen" erreichen. Da bie Trotzkisten, um zur Macht zu gelangen, bie bewaffnete Unterstützung des Auslandes brauchen, dürfe man auch mit Gegendiensten nicht knausern. Als solche nannte Trotzki angeblich territoriale Abtretungen. Auch müßten, so sei es Trotzkis Idee gewesen, bie Trotzkisten ber Sowjetunion mit M i - litärkreisen sich verbinden. Tuchat- schewski würbe sicherlich zu einer Verschwörung ohne weiteres bereit sein. — Er, Krestinski, habe baraufhin bie Verbindung mit Tuchatschewski ausgenommen. Eine gemeinsame Basis zwischen der Gruppe Tuchatschewski und dem Oppositionsblock sei hergestellt worden. 1935 und 1936 sei die Lage immer kritischer geworden. Tuchatschewski habe ihm schließlich im November 1936 erklärt, man könne nicht mehr länger mit dem Umsturz warten. Auf sein, Krestinskis, Ersuchen, habe Trotzki geantwortet: Sofort losschlagen! Der Staatsanwalt läßt erkennen, wie wertvoll ihm dieses „Geständnis" ist, wonach der Umsturzplan Tuchat- schewskis von Trotzki dirigiert wurde. Im April 1937 hätten die Verschwörer in der von Rosen- golz beschriebenen Weise ihre Vorbereitungen getroffen. Er selbst habe „P r o s k r i p t i o n s l i st e n" der Persönlichkeiten ausgearbeitet, die zuerst beseitigt oder verhaftet werden sollten. Im Mai feien bann Tuchatschewski und er verhaftet worden.
Das Sowjet-Zrrenhaus.
Popolo d'Jtalia
zu dem Moskauer Schauprozetz.
Mailand, 5. März. (DNB. Funkspruch.) Der „Popolo d'Jtalia" nimmt in einem offensichtlich von maßgebender Stelle inspirierten Leitaufsatz zu dem neuen Moskauer Schauprozeß Stellung. In diesen Prozessen, die mit einer gut gekonnten Regie in Szene gesetzt wurden, erscheinen niemals bie unbebeutenben, die mit einem Gnadenschuß erledigt würden, sondern die großen Leute des Regimes, jene Säulen des Bolschewismus, die Wegbereiter ber Revolution. Menschen aus der vordersten Reihe. Natürlich rolle
Oie Tschechoslowakei und das Reich Erklärungen des Ministerpräsidenten Hodscha.
reu, wehren, wehren wird bis in die letzten Folgen, gestützt auf ihr gesamte technische und sittliche Reife. Wir find uns heute alle gegenseitig Klarheit schuldig. Eine klare Sprache bedeutet guten Willen, Loyalität und Frieden.
Die Heimat der seit altersher hier ansässigen deutschen Bevölkerung liegt im tschechoslowakischen Staat. Es ist daher die Aufgabe einzig und ausschließlich dieses Staates, vom ersten Tage feiner Erneuerung fein Verhältnis zu dieser Bevölkerung so zu regeln, daß diese selbst die ewige Wahrheit fühlt und erlebt, daß ihre ewige Heimat in der Tschechoslowakei ist. Der deutsche Reichskanzler hat erklärt, daß es bei gutem Willen möglich ist, einen Weg des Ausgleiches zur Beruhigung zu finden. Mit dieser Ansicht des Reichskanzlers, sagte Hodscha, stimme ich voll überein. Europa erwartet mit Recht von den Männern in Mitteleuropa, daß sie durch die Regelung des zwischenstaatlichen deutsch-
bie den Namen „Einigung und Fortschritt" trug. Das erste Ziel sei gewesen, alle maßgeblichen Posten in der usbekischen Sowjetrepublik mit ihren Anhängern zu besetzen. 1928 bis 1932 hätten sich, im Gefolge der Zentralisierungspolitik des Fünfjahresplanes und ber Vernichtung des unabhängigen Bauernstandes in Mittelasien, die Kampfmethoden ber usbekischen nationalistischen Organisationen gegen die Sowjetunion verstärkt, seit 1930 hätten diese schließlich auch die Verbindung mitdem Moskauer Zentrum ber Rechtsopposition ausgenommen.
Lhodschajew muß jetzt zur Schilderung der „Verbrechen" der usbekischen Gruppe übergehen, die wiederum in grotesken Sabotageakten, Schädtingsarbeit, Vorbereitung terroristischer Akte usw. bestanden haben sollen. Der schlaue Asiate Lhodschajew kommt der Aufforderung zwar nach, versteht es aber dabei mit großem Geschick, die groben Fehler der Moskauer Politik in Mittelasien zu kennzeichnen. Jedermann im Saale versteht ohne weiteres, wenn der Angeklagte z. V. bemerkt, durch die Aeberspihung der kollektivi- sierungspolitlk oder durch die Forcierung des Baumwollanbaues auf Kosten der Getreidekulturen hätten die Nationalisten (!) die Unzufriedenheit der usbekischen Bevölkerung erregen sollen und dergleichen.
Bucharin habe ihm noch im Jahre 1936 die Weisung gegeben, den bewaffneten Aus - ftanb in Mittelasien vorzubereiten und über bie Grenze hinweg sich mit ben Vertretern Großbritanniens in Veroinbung zu setzen. Daß Großbritannien immer noch bie Basmatschi (bie in bie Berge bes Hindukusch geflüchteten Bauernräuber) unterstütze, zeige bas große „Interesse" Englands an Sowjetmittelasien. Die usbekischen Nattonalisten mußten ben Englänbem bas Protektorat über ein „unabhänaiges" Sowjetmittelasien in Aussicht stellen. Chobschajew bemerkt freilich, daß es ihm nicht mehr gelungen sei, diese Weisung Bucharins auszuführen. Seine Erklärungen beschließt Chobschajew vielsagend mit dem reumütigen Bekenntnis zu seinen „Verbrechen".
------ Der Angeklagte Scharangowitsch, der zuletzt den Posten des Generalsekretärs der weißrussischen HpinCjCn bolschewistischen Partei bekleidete, sagt aus, daß i n
auch in der ProvinzSchansi zersprengt. I® .1932. emen^t,=.=
Peking, 5. März. (DNB. Funkspruch). Nach alle führenden weißrussischen Politiker anHehörten. den letzten vom nördlichen Kriegsschauplatz ein- Das Ziel sei die nationale Unabhängig- getroffenen Nachrichten ist es den Javanern jetzt keit ihres Landes, die Lostrennung von der auch in der Provinz Schansi im Der- Sowjetunion gewesen. Schon seit Jahren habe diese laufe von knapp drei Wochen gelungen, eine große weißrussische Gruppe mit Bucharin und Rykow in Zähl zum Teil befestigter Plätze zu besetzen und Verbindung gestanden. Die weißrussische Gruppe die chinesischen Truppen überall zurückzudrängen habe in engster Fühlung mit dem pol- und auseinanberzutreiben. Die japanischen Truppen nischen Genera Ist ab gearbeitet, dessen Direk- sind jetzt im Besitz aller Hauptverkehrsstraßen der tiven sie in bezug auf Sabotage, Untergrabung ber Provinz. Die chinesischen Stteitkräfte, deren Zahl wirtschaftlichen und militärischen Macht bes Landes, ursprünglich 300 000 betragen haben soll, sind unter Spionage usw. peinlich erfüllt hätten.
den Schlägen der Japaner in eine große Anzahl Der Staatsanwalt besteht jetzt darauf, daß kleine Abteilungen a u s e i n a n b e r g e s p r e n g t Scharangowitsch eine umfangreiche Liste von worden, die keine Verbindung mehr miteinander Sabotageakten aufzählt, Die in Weißrußland haben und zum größten Teil von allen Se i - durchae führt worden seien. Das entsetzliche Durch- t e n eingeschlossen sind. Nur einigen klei- einander in der Landwirtschaft, den Rückgang des neren Abteilungen ist es gelungen, über den Gelben Viehbestandes, die Verbreitung von Seuchen, die Fluß in die Provinz Scheust zu entfliehen. Unter Terrorisierung der Bevölkerung, falsche Planung ihnen soll sich der Gouverneur und Marschall und Rückstand in der Industrie — all das wird Penhzischan befinden. nunmehr als Resultat dieser Sabotage hingestellt.
Der Angeklagte Faisulla Lhodschajew, bis 1937 Vorsitzender des Volkskommissaren- rates Usbekistans, bezeichnet sich mit unverkennbarem Stolz als usbekischer Nationalist. Er will bereits seit 1920 als Präsident der autonomen Republik Buchara auf die Begründung eines von der Sowjetunion unabhängigen mittelasiatischen Staates hingearbeitet haben, „eine Art Pufferstaat zwischen England und Rußland". Seit 1925 hätten die usbekischen Nationalisten unablässig daran gearbeitet, ihre Kräfte zur Abschüttelung der Sowjetherrschaft zu sammeln.
Er habe eine antisowjetische Organisation geschaffen,
König Carol von Rumänien trifft zu feinem angekündigten Besuch am 22. März inLon - d o n ein.
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Der polnische Außenminister Beck ist nachRom, „ ,e e
abgereift. In seiner 'Begleitung befinden sich seine Freitagabend wurde der ftuhere Volkskommissar Frau, Kabinettschef Graf Lubienski sowie der Vize- sür Außenhandel, Rosengolz, vernommen, direktor der politischen Abteilung Potocki. Tuchatschewski habe ursprünglich seinen Umsturz-
----- plan nur i m Kriegsfälle verwirklichen wol-
Der Führer und Gener-lscldmar,chaII Göring !°n. Bereits 1935 uni) 1936J)abe jeboef) Krestinski in der preufeifdjen Akademie ber Künste. ™ ^r°9° Trotzkis Tuchatschewski bedrängt, d e n . ' Umsturz zu beschleunigen. Infolge der
Der Führer und Reichskanzler besuchte in Be-1 ersten Prozesse und der Fülle der Verhaftungen gleitung des Generalfeldmarschalls Goring die habe Tuchaschewski zugestimmt. Anfang April 1937 Kunstausstellung ber Preußischen Akademie der hätten kurz nach der Verhaftung von Jagoda in Künste, in der Werke der Malerin B e r e s k i n e und der Wohnung von Rosengolz in Moskau Tuchat-
ist, durch das Verbot der unangemeldeten Durch-, fahrt von Kriegsschiffen durch die Dardanellen die unabhängige Stellung der Türkei zu stärken.
Die Türkei ist zur Sicherung ihrer Unabhängigkeit noch weiter gegangen. Sie hat soeben auf der Balkantagung von Ankara mit Griechenland einen Zusatzvertrag geschlossen zu den bestehenden Freundschaftsabkommen der Jahre 1930 und 1933, in dem beide Mächte sich im Falle eines nicht herausgeforderten Angriffs auf das eine oder das andere Land gegenteilig volle Neutralität zusichern. Sie werden sich, nötigenfalls mit Waffengewalt, der Beförderung von Truppen oder Kriegsmaterial durch das eigene Gebiet widersetzen. Sollte ein Vermittlungsversuch zwischen dem angegriffenen Vertragspartner und der angreifenden Macht nicht zum Ziel führen, behalten sie sich einen ihren Interessen entsprechenden Beschluß vor, was also gegebenenfalls die bewaffnete Unterstützung des angegriffenen Vertragspartners bedeuten könnte. Dies Abkommen ist in mancher Hinsicht interessant. Es bedeutet nichts anderes als eine sehr klare Distanzierung von dem Statut der Genfer Entente, die sich die Bestimmung des Angreifers selbst vorbehält und in dem viel besprochenen Artikel 16 das Durchmarschrecht für „Sanktionstruppen" in Anspruch nimmt, das der griechisch-türkische Zusatzvertrag rundweg ausschließt. Auf der gleichen Ebene liegt ja auch die Bestimmung der neuen rumänischen Verfassung, wonach Rumänien den Durchmarsch ___ ,
fremder Heere von seinem eigenen Entschluß ab- wird.
hängig macht. Wenn hier wohl auf die immer Sodann verwies Dr. Hodscha auf die Erklä- roieber zwischen Moskau und Prag (und früher I rung &Cg Führers und Reichskanzlers, daß zu auch einmal mit dem verflossenen Titulescu) disku- öcn Interessen des Deutschen Reiches auch der tierten Pläne über den Durchmarsch ballchew'stischer $$ der Bürger deutscher Natt«.
anderer Staaten ^höre dte ans schen Zusatzabkommen gewiß die schon erwähnten eigener Kraft nicht imstande seien, sich inner- (Erinnerungen an den Weltkrieg mitgespielt, die den halb ihrer eigenen Grenzen das Recht auf all- Wunsch verständlich machen, das eigene Land nicht gemeine menschliche, politische und weltanschau- zurn Operationsgebiet fremder Armeen werden zu ticf)e Freiheit zu sichern.
lassen. Auch in feiner Methode widerspricht dieser unserem Urteil, sagte Dr. Hodscha, braucht in unmittelbaren Verhandlungen ohne den ©egen man Erklärung nid) ' '
von Genf abgeschlossene zweiseitige Vertrag, den sjowakei zu beziehen, weil man von den ausschließlich das eigene Interesse zweier benach- deutschen Bürgern der Republik nicht sagen kann, harter Völker diktiert hat, dem ©enfer Kollektiv- fte CU5 eigener Kraft nicht imstande wären, sich gebauten, der jede Isolierung des Krieges, nne fie ^Q5 vorgenannte Recht zu sichern. Es könnte jedoch auch das Abkommen von Ankara vorsieht, unmog* Anschauung entstehen, daß der Reichskanzler an lich macht. Die Wahrung der Unabhängigkeit nad) b>en Schutz der Deutschen auch in der ■ allen Seiten, von der sich die Mächte des Balkan- Tschechoslowakei denke. Ein in diesem bundes mit wachsendem Erfolge leiten lassen, dient, Sinne formulierter Standpunkt wäre ein Ein - wie die Beschlüsse von Ankara zeigen, der Ent- griff in die inneren Angelegenheiten spannung im Mittelmeer und damit der Sicherung & e r Tschechoslowakei. Es wäre ein sehr des allgemeinen Friedens. Dr. Fr. W. Lange. schlechter Dienst an der weiteren Entwicklung der „Sin MW der Erleichterung." ÄS« Ä L
' , v. / • s Deutschen Reich, wenn wir hier nicht sehr klar
Sir Samuel Hoare begrüßt Cyamverlams sagen würden, daß die Tschechoslowakei niemals
Politik des Ausgleichs. und unter keinen Umstünden einen Ein-
griff in ihre innerpolitischen Angelegenheiten zu-
London, 5. März. (DNB. Funkspruch.) Der lassen kann.
britische Innenminister, Sir Samuel Hoare, Die tschechoslowakische Regierung läßt daher
sprach vor Konservativen. Man könne beobachten, niemanden im Zweifel darüber, daß die Bevöl-
wie in weiten Kreisen geradezu ein Gefühl der Ferung dieses Staates sämtliche Attri-
E.rleichterung herrsche darüber, daß der' Pre- bufc ihrer staatlichen Seldstän-
miermlmster eine entschlossene und aktive di a keil mit allen ihren Kräften falls sie
Politik der Versöhnung m Europa m An- o»greir mn auen lyren «rasten, saus ,ie
Kiss genommen habe. Ein Versuch dieser Art sei berührt wurden uer eidigen würde, w.r
NN Interesse bes Weltfriebens bringend not- suchen den Frieden. Die heutige Lage Europas
wendig geworden. Ein großer Teil der Englän- Zwingt uns aber zu sagen, daß, sollte uns das
ber sei bem Premierminister für seinen mutigen Schicksal einmal vor die Notwendigkeit der Ver-
Versuch, große Völker Europas wieder zu teidigung stellen, die Tschechoslowakei sich weh-
einer Gemeinschaft von Nationen zu- sammenzuschließen, dankbar. Chamberlain und die Regierung hätten nicht bie Absicht, irgenb einen Frieben in Europa zu fördern, der nicht ein Sieg der Ehre sei. Die Kreise, die sich um den Premierminister scharten, zeigten aber zur Genüge, daß seine Motive über jeden Verdacht erhaben seien, und daß seine Politik der Versöhnung Zustimmung finde. Die Gefahren eines Sichtrei-
benlaffens sind so offensichtlich, die Gefahr eines I Mos kau, 4. März. (DNB.) Die Gerichtssitzung Krieges so schrecklich, daß es unsere Pflicht ist, einen vorn Freitagvormittag erbrachte mit dem Verhör Versuch zu machen, ehe es zu spät ist. Haben der Angeklagten Scharangowitsch und wir Erfolg, dann werden wir dazu beitragen, die Chobschajew bie Bestätigung für umfangreiche Welt von ber Besorgnis zu erlösen, baß alles in Oppositionsbewegungen in ben N a - einer unvermeidlichen Katastrophe enden muß. tionalitätenge bieten der Sowjetunion.


