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über. In kaum mehr als einer halben Stunde war von den sechs Arbeitshallen nur noch ein rauchen­der Trümmerhaufen übrig. Sämtliche Vorräte und Maschinenanlagen sowie die chemischen Abteilungen wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden wird auf über sieben Millionen Lire geschätzt. Die Fabrik war erst vor kurzem mit einem Kostenauf­wand von drei Millionen Lire errichtet worden. Durch das Brandunglück sind über 200 Familien arbeitslos geworden.

Derreizende junge Mann Im Luxuszug.

Ein Verbrechen, wie es manchmal in schlechten Romanen geschildert wird, ereignete sich in dem Luxuszug, der zwischen Galatz und Bukarest ver­kehrt. In einem Abteil 1. Klasse saß die Frau eines reichen rumänischen Industriellen, ihr gegenüber ein junger Mann. Mit gewinnenden Umgangsformen, wie sich nach einem kurzen Gespräch ergab. Der gewinnende junge Mann bot der Dame eine Zi­garette aus dem silbernen Etui an. Sie nahm sich eine, um kurze Zeit danach in tiefen Schlaf zu ver­sinken. Als sie auf dem Bukarester Haupibahnhof aufwachte, war der junge Mann weg, mit ihm

leider auch die Handtasche der Dame, in der sich Schmucksachen im Werte von 4 Millio­nen Sei (100 000 Mark) befanden.

Zahlreiche Todesopfer der Ueberschwemmungskalasfrophe in Kalifornien.

Infolge der anhaltenden Wolkenbrüche sind zahl­reiche Flüsse in Südkali'ornien weiter gestiegen. Der von der H o ch w a s s e r k a t a st r o p h e an- gerichtete Sachschaden wird bereits auf fünf Millio­nen Dollar geschätzt. Zahlreiche Städte, darunter Los Angeles, sind nur durch Flugzeuge und Boote zu erreichen. Stündlich wächst die Zahl der Ob­dachlosen. Es gelang, zahlreiche dem Ertrinken nahe Flüchtlinge von Hausdächern und Bäumen zu ret­ten. Die Zahl der Toten und Vermißten des überfluteten Gebietes wird mit 124 angegeben. Bisher wurden 57 Leichen geborgen. Infolge eines Brückeneinsturzes m der Nähe des Badeortes Long Beach wurden 45 Personen in den Pazifi­schen Ozean gespült. In der Nähe von Los Angeles , gelang es 15' Automobilisten nicht mehr, sich zu ret­ten; sie ertranken.

Zeppelinhalle mit 800000 Eisenteilen.

Das Neueste vom WeltflughafenMein Main". Auch LZ 130 vor der Vollendung. - D:e verbesserte Innenausstattung.

Wer die Autobahn FrankfurtDarmstadt befährt, der sieht in weiter Ferne am Horizont filigranartig wie eine Strichzeichnung das Eisenskelett der neuen Zeppelinhalle in den Himmel ragen. Sie geht langsam chrer Vollendung entgegen. Von den 25 Bindern, aus denen sie besteht, sind bereits 23 aufgerichtet, die beiden noch fehlenden werden schon montiert und bald den Rohbau der Hallen­konstruktion vollenden. Die neue Halle wird mit ihren 300 Meter 25 Meter länger als die alte werden. Die Höhe, bleibt mit 60 Meter die gleiche. Während die alte Halle mit Eternitplatten ausge­legt war, wird die neue Halle ein reiner Backstein­bau. Das Stahlgerippe wird bis zur Dachtraufe in einer Höhe von 37,5 Meter mit Ziegelsteinen aus- gemauert. Das Dach wird mit Holz und Dachpappe belegt, für den begehbaren Teil des Daches wird Bimsbeton verwandt. Ziegelsteine und Holz wur­den vor allem deshalb gewählt, um das Hallen­innere im Winter gegen Kälte zu schützen und eine gleichbleibende Temperatur zu gewährleisten. Aus dem gleichen Grunde wird auch der Betonfußboden zum großen Teil mit Holz abgedeckt. Das nach der alten Halle gerichtete Tor wird seitlich wie ein Flügel geöffnet, während das andere Tor wie bis­her zu beiden Seiten ausgefahren wird. Das Ziegel­steinmauerwerk erhält einen grauweißen Verputz.

Die neue Halle liegt etwa 500 m südlich von der

alten entfernt in einem Winkel von 60 Grad zu ihr. Aus dem Schnittpunkt der Achsen der beiden Hallen wird die drehbare Halle errichtet werden, die in der Hauptsache als Schleuse Verwendung finden soll. Außer dieser drehbaren Halle sind noch zwei weitere Hallen geplant. Die oberste Bauleitung liegt in den Händen von Ministerialrat Prof. Knapp von der Technischen Hochschule in Darmstadt. Die riesengroßen Wandflächen der neuen Halle werden durch 24 Fenster auf jeder Seite zergliedert, von denen jedes Fenster 3 Meter breit und 18 Meter hoch ist. Für das Eisenskelett der neuen Halle wer­den insgesamt 3200 Tonnen Eisen ver­arbeitet. Für die Heranbringung dieser Eisenmengen wurde ein besonderes Anschlußgleis von 4,5 Kilo­meter Länge gelegt. Zum Bau der Halle wurden insgesamt 8000 verschiedene Eisen-Dispositionen be­nötigt. Rechnet man Die Disposition mit 100 Einzel­teilen, so dürfte die neue Halle aus 800 000 Eisen­teilen bestehen. Das erste Eisenstück wurde am 8. Oktober 1937 aufgerichtet, am 15. April soll, so­fern ungünstige Witterung nicht eine Verzögerung der Arbeiten herbeiführt, die neue Halle nach siebenmonatiger Bauzeit fertiggestellt sein. Die Bau­führung an der Baustelle liegt in den Händen der Firma Seibert, Saarbrücken, die mit dieser neuen Halle ihre 21. Luftschiffhalle baut. Südlich des Hallenneubaues wird die H e l i u m - R e H e n e-

rierungsanlaqe Platz finden. Außerdem wird noch ein Helium Gasbehälter und ein Hochdruck­lager für Helium auf dem Flughafen erbaut werden.

Der Flughafen selbst wird bedeutend erwei­tert und umfaßt jetzt 500 Hektar. Große Flächen Wald mußten für die Erweiterung abgeholzt wer­den. Der Zeppelin-WeltslughafenRhein-Main" hat nach dem neuen Streckenplan Der Lufthansa nach Berlin-Tempelhof die meisten planmäßigen Flugverbindungen aller deutschen Flugplätze.

*

Während über 200 Arbeiter die letzten Eisentelle der Hallenkonstruktion hämmern und nieten, Das Mauerwerk Der Hallenwände aufführen oDer Das Dach mit Holz bedecken, geht in Friedrichshafen LZ 130 ebenfalls feiner Vollendung ent­gegen. Schon ist das erste Helium eingetroffen, die ersten Versuche werden bereits in Der Ballon- Abteilung in Tempelhof gemacht, und in Friedrichs­hafen hat Die Innenausstattung Des Schiffes be­gonnen. Es ist Das 119. bisher erbaute Luftschiff (11 Entwürfe wurden nicht ausgeführt). Der Schiffs­körper, Der nach Den gleichen Plänen wie LZ 129 ausgeführt wird, hat eine Länge von 245 Meter und einen größten Durchmesser von 41,2 Meter. Das Gerippe besteht nach der bewährten Bauweise aus Längsträgern und Ringen, die besonders fest vernietet find. Die Außenhaut des Schiffes besteht wieder aus einem festen Stvffgewebe, Das Durch einen Cellvn-Anstrich wetterfest gemacht ist. Wegen Der etwas geringeren Tragkraft Des Heliums wur­den an manchen Stellen des Schiffskörpers kon­struktiv unwesentliche Erleichterungen porgenommen und die Fahrgasträume in anderer Weise ausgebaut.

Das neue Luftschiff erhält 20 Kabinen für 4 0 Passagiere. Die Schlafkabinen sind mit warmem und kaltem fließenden Wasser ausgestattet. Neuartig ist, daß ein großer Teil der Kabinen zum erstenmal durch Außenfenster direktes Tageslicht erhält. Einige Luxuskabinen haben außerdem noch große Aussichtsfenster. Nach einem Plan der Zepvelin-Reederei sollen Die Ka­binen nach Deutschen Städten benannt werden. Auf der Tür der einzelnen Kabine wird dann eine Ber- kehrsspinne angebracht, in Deren Mittelpunkt Die betreffende Stadt liegt, nach Der Die Kabine be­nannt ist. Der Speisesaal hat eine hübsche kleine Balustrade erhalten, Der Rauchsalon rourDe mit Der Bar vereinigt und hat kleine bewegliche Tische be­kommen/ Da das ganze Schiff stufenförmig gebaut ist, liegt der Speisesaal etwas erhöht in Der Mitte zwischen Den anderen Tagesräumen. Die Schiffs­besatzung wohnt in Kabinen, die längs des Kiel­laufganges angeorDnet sind. Hier stehen Der Be­satzung auch zwei behaglich eingerichtete Messeräume zur Verfügung. Im Kiellaufgang befinDen sich auch Die Post- und Frachträume. Im Laufgang sind ferner Die Behälter für Betriebsstoff, Oel, Nutz- und Ballastwasser, Vorräte, Ersatzteile und Werkzeuge untergebracht.

3um Antrieb des Schiffes werden 4 Daimler- Benz-Dieselmotoren von je 800 PS Dauer» leifiung Dienen. Die Motoren werden in vier paar­weise an den Schiffssetten aufgehängten Gondeln so angeordnet, daß sie gut gelüstet und leicht über» wacht werden können. Kleinere Störungen können jederzeit während der Fahrt behoben werden. Für die Erzeugung des für Beleuchtung, Telegraphie usw. notwendigen Stromes sind Zwei kleinere Diesel» motoren im Schiffskörper untergebracht. Die Aus­puffwärme dieser Motoren wird zur Beheizung des Kochherdes und der Fahrgasträume benutzt. Mit dem F a h r t b e g i n n ist im Sommer 1938 zu rechnen. Geplant sind 10 bis 15 Fahrten während des Sommers von Frankfurt nach Lakehurst. Das neue Schiff wird an Ausstattung der Kabinen und Fahrgasträume hinter dem alten nicht zurückstehen, sondern es vielmehr übertreffen. Die Entwürfe, von Künstlerhand an gefertigt, sind eine Arbeit der Frankfurter Städelschule. Adolph Meuer.

Weiierb^ki^i

Das westeuropäische Hochdruckgebiet hat sich oft- und nordwärts entwickelt und damit seinen Einfluß auf unser Wetter noch verstärkt. Vor allem hat sich Dabei in der Höhe starke Erwärmung eingestellt, so daß der Wetterflieger am Freitag die Null-Grad-- Grenze erst in 2900 Meter Höhe erreichte und Zwi­schen 500 und 1200 Meter Temperaturen von plus 10 Grad antraf. Ein nennenswertes Eingreifen von Tiefdruckftörungen auf unser Wetter ist vorerst un­wahrscheinlich, trotzdem außerordentlich lebhafte Wirbeltätigkeit über Nordeuropa hinwegführt.

Aussichten für Samstag: Morgens viel­fach dunstia, sonst heiter und bewölkt, trocken, mit­tags ziemlich mild, nachts leichte Frostgefahr, Winde uni West.

Aussichten für Sonntag: 2m wesent­lichen noch freundliches Wetter.

Lufttemperaturen am 3. März: mittags 11,9 Grad, abends 7,2 Grad; am 4. März: morgens1,6 Grad. Maximum 13,7 Grad, Minimum heute nacht2 Grad.

Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschristleiters: Ernst Blum» schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W. Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen» (eiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt Der Anzeigen: TheoDor Kümmel. D. A. I. 38: 11000. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs» preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs, preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

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