Geschichten aus aller Welt
beim Zusammenbruch des alten Habsburger
solche,
Ein
Staa- ange-
an die Betriebe, sich mit ih dern an dem „Wettbewerb
,ic» zu
Oer Wettbewerb des guten Willens.
LPD. Frankfurt a. M., 2. Sept. Der Appell
* Teil I im Gießener Anzeiger Nr. 203 vom 31. August 1938
die ankommen, wie solche, die ausbleiben.
Die tüchtige Bicky.
C. K. Montreal.
ihr, die Hunde auseinanderzubringen. Das war die erste Begegnung zwischen Dicki und dem Polizisten, der bald weitere folgten. Sie verliebten sich mein* ander, und da der Polizist keine Erlaubnis zur Heirat bekam, verließ er seine Truppe. Das Paar heiratete, nahm ein Flugzeug und verbrachte die Flitterwochen damit, sehr erfolgreich in den neuen Goldfeldern zu arbeiten. Heute ist Dicki so angesehen, daß die Goldgräber ihr das höchste Amt in ihrer neuen Stadt übertragen haben.
Mit Schönheitsköniginnen will niemand tanzen.
B. Kopenhagen.
Zn Kopenhagen verfolgt man mit Mißbehagen t)ie Entwicklung, die die alljährliche Wahl der „Schönheitskönigin von Europa" genommen hat. Viele wollen in dem Wettbewerb der in den ver* schiedenen Ländern gewählten Schönsten, aus denen dann „Miß Europa" bestimmt wird, nur die Ausnutzung der Schönheit zu geschäftlichen Zwecken sehen. Ein dänisches Blatt, „National Tidningen", protestiert sehr lebhaft gegen diese Wahl, die jetzt in Kopenhagen vorgenommen werden soll, und beschuldigt die Veranstalter des Turniers, die armen „Schönheitsköniginnen" in Lokalen zweiter Ordnung und in schlecht besuchten Nachtrestaurants auszustellen. Eines Abends waren die Schönheitsköniginnen, die man zu einem öffentlichen Ball gc- bracht hatte, Aeußerungen allgemeiner Verachtung ausgesetzt. Niemand wollte mit ihnen tanzen, und sie mußten sich schließlich mit den Bedienten im Saal und den Küchenjungen des Restaurants begnügen. „Was für ein Kontrast!" schreibt das Blatt, „einerseits Kleider von äußerster Eleganz, andererseits Ritter mit Trauerrändern an den Nägeln"! „Miß Rußland" und „Miß Norwegen" war die Sache bald verleidet, und sie fuhren nach Hause. „Miß Schweden" wird ihrem Beispiel folgen: „Miß England" war krank und ist überhaupt nicht nach Kopenhagen gekommen. Im ganzen ist dieser Schön? hcitswcttbcwcrb jedenfalls ein Reinfall.
Bienen und „Bobbies".
AS. London.
Dieser Tage ist der Londoner Polizeibeamte vom Dienst zurückgetreten, der während der letzten 25 Jähre der Fachmann in allen Fällen war, wenn durchgegangene Bienenschwärme irgendwo die Hauptstadt des britischen Reiches unsicher machten. Die Erfahrungen, die er dabei gesammelt hat, — fast in jedem seiner Dienstjahre hat er ein Bienenvolk eingesammelt, und von den 24 Bienenstämmen bestehen fünfzehn noch heute — hat er seinen Kollegen als eine Art von Testament hinterlassen. Danach müssen sich alle Leute vor Bienen hüten, die entweder Brillantine in ihr Haar streik chen, rote Haare haben oder nach Alkohol riechen. Das sind Leute, die von den Bienen gestochen werden.
Um in das Londoner Polizeikorps ausgenommen zu werden, genügt es heute nicht mehr, sich einer ärztlichen Prüfung zu unterwerfen, auch lesen und schreiben zu können, sondern man muß sich vor einer Prüfungskommission auf seine geistige Beweglichkeit und seinen Scharfsinn untersuchen lassen. In den Zeitungen macht man sich lustig über einige Fragen, die dem Kandidaten vorgelegt werden und die vielleicht doch manchen Schweißtropfen bei den Prüflingen Hervorrufen. So fragte ein Prüfer: „Was würden Sie einem Knaben antworten, der Sie fragt, warum Ihre elektrische Taschenlampe aufleuchtet, wenn Sie auf einen Knopf drücken?" Ein anderer fragte, was daran falsch sei, wenn man folgendes behauptete: „Wenn eine Katze einen Schwanz hat und acht Katzen acht Schwänze haben, so ergibt sich, daß, wenn man das Ganze addiert, daß neun Katzen neun Schwänze haben." Die Zeitungen erklären, daß sie auf diese Frage auch keine Antwort wüßten. Oder es gibt schwierige Rechen- aufgaben: „Teilen Sie 77 854 Pfund 1-5 Schilling unb 11V- Pence durch 973." Seltsame und sachliche Fragen aller Art laufen da durcheinander,, ehe die Prüflinge angenommen werden und nun versuchen können, je nach ihren Fähigkeiten die Stufenleiter zu den höheren Graden im Polizeikorps zu erklettern.
Das fröhliche Weekend und das dicke Ende.
AS. Budapest.
Die Budapester Polizei verhaftete einen Privatbeamten wegen Kreditbetrugs, dessen Hintergründe hier allgemeinem Interesse begegnen. Eine fabel- hafte, leider erdichtete Erbschaft diente dazu, einem Mädchen ein fröhliches Wochenend, das dazu nötige Auto und Hotelzimmer zu verschaffen. Der Proal- beamte sagte einem Mietautounternehmer, daß er eine Erbschaft von 16 000 Pengö gemacht habe und ihn nun gemeinsam mit einem Mädchen, das er in einer Provinzstadt kennenlernte, nach Budapest einlade. Das Kleeblatt, der „Erbe", der Autounter- nehmer und das Mädchen, stiegen in einem Hotel ’ in Budapest ab. Auch dort wurde fleißig von der ' Erbschaft erzählt, und so konnte man einige Tage flott leben. Plötzlich verschwand der „Lebemann" aus dem Hotel, ein weinendes Mädchen, einen fluchenden Chauffeur und ein Hotelpersonal, dem solche 1 Fälle -doch öfters unternommen, zurücklassend. — 1 Zufällig wurde der Mann aber wenig später auf ■ der Straße erkannt, und die Geschichte von der Erb- I- schäft nahm auf der Polizei ihr Ende.
polnische Frontkämpfer ehrten die,Gefallenen des Weltkrieges.
Am Freitagmittag begaben sich die polnischen Frontkämpfer in Berlin zum Ehrenmal Unter ben Linden, um einen Kranz zum Gedächtnis der Gefallenen des Weltkrieges niederzulegen.' (Scherl-Bilderdisnst-M.)
chen Gebieten der Tschecho-Slowakei vier kleine Länder, die sich als autonome Provinzen der öfter- reichischen Republik erklärten. Sie hingen aber nach Kroftas Meinung untereinander nur ganz ungenügend zusammen und waren von- Oesterreich ast völlig getrennt.
„Dieses geographisch unmögliche Staatsgebiete erwies fick wie vorauszusehen war, als nicht lebensfähig. Die tschecho-slowakifche Regierung besetzte es bald mit unbedeutenden Truppen, ohne bei der Bevölkerung auf ernsten Widerstand zu stoßen."
So schreibt der tschechische Außenminister wörtlich in seinem Buche. Demnach hat Prag die deutschen Landesteile Böhmens, Mährens und • Schlesiens nur aus Gnade und Barmherzigkeit in seine Grenzen aufgenommen, weil sie sonst lebensunfähige Gebiete gewesen wären! Darf man daraus schließen, daß die Tschechen auf die 3,5 Millionen Deutschen verzichtet hätten, wenn sie sich von vornherein einem Staatsgebilde angeschlossen hätten, das lebensfähig war und das mit den erwähnten beut» chen Bezirken im geographischen Zusammenhang land? Die Frage dürfte wohl erlaubt sein.
So aber wurden die deutschen Städte und Dörfer „ohne ernsten Widerstand" von den Tschechen ve- setzt. Die 54 Toten aus dem deutschen Lager zu erwähnen, die unter tschechischen Kugeln starben, weil sie friedlich für das Selbstbestimmungsrecht demonstrierten, das lohnt sich für den Historiker Krofta nicht. Die Sudetendeutschen waren aus», geblutet, sie waren im Kriege nicht desertiert, sondern hatten ihre Mannschaft auf den Schlachtfeldern verloren, die Sudetendeutschen waren arm, denn sie hatten Kriegsanleihen gezeichnet iyib mit ihrem letzten Schmuck Lebensrnittel in den reichen tschechischen Dörfern gekauft, damit ihre Kinder nicht verhungerten. Deshalb konnte Prag mit „unbedeutenden Truppen" in diese Gaue marschieren lassen. Weil Deutschland am Boden lag, deshalb mußte deutsches Volkstum rechtlos sein...
Professor Krofta schrieb seine Geschichte der Tschecho-Slowakei im Jahre 1932. Er mochte damals des Glaubens sein, daß das Sudetendeutschtum niemals zur Kraft und Einigkeit zusammengeschweißt werden könne. Heute wird er darüber anders denken, um so interessanter waren uns feine historischen Darlegungen.
romantisches Frauenschicksal hat sich in der neuesten Goldgräberstadt Pellowknife in dem eisigen Nordwest-Territorium Kanadas abgespielt. Hier ist heute die Bürgermeisterin des Ortes und zugleich eine der geschäftigsten Personen in den neuen Gold
ies dem neuen (nur deutschen) Oesterreich chlossen werden. Sie bildeten sofort in den beut
felbern ber Umgebung eine junge Frau. Vicki Le- pine, so war ihr Mädchenname, wurde verheiratet, als sie erst 14 Jahre alt war, aber die Ehe wurde für nichtig erklärt. Als sie 25 Jahre alt war, folgte sie dem Strom ber Goldsucher im Narben und eröffnete in verschiedenen Niederlassungen Wasch anftalten und Schönheitssalons. Im vorigen Jahre war sie fast ohne jeden Pfennig nach Pellowknife gekommen. Kurze Zeit darauf hatte sie 1500 Dollar auf der Bank, besaß ein Haus, eine vollständige Möbelausstattung unb Waschmaschinen.
Es war am letzten Weihnachtsabend als sie vor ihrer Tür bas roütenbe Gebell zweier sich balgender Hunde hörte unb hinausstürzte, um ihren Hund hereinzuholen. In derselben-Absicht kam ein Mann von ber „Mountie", der berittenen Polizei Kanadas, ber Konstabler McKale, herbeigeeilt unb half
brasilianischer Machtgestaltung zu sehen sei. Nun sind zwar nach Berechnungen Dr. Luethges aus Buenos Aires etwa 800 000 Bewohner Brasiliens rein deutscher Abstammung unb weitere 700 000 ent» meber väterlicher- ober mütterlicherseits beutscher Herkunft, ab^r bieses brasilianische Deutschtum hat sich in ber Vergangenheit immer nur durch seinen hervorragenden Anteil an ber wirtschaftlichen Entwicklung Südbrasiliens bemerkbar gemacht, in keiner Weise durch irgendwelche Beteiligung an politischen Umtrieben. Gegenteilige Ausstreuungen haben sich noch immer leicht unb schnell als plumpe Ver- leumbunaen entschleiern lassen. Für bie Dreistigkeit solcher Ausstreuungen ist nichts bezeichnender als dkiß me brasilianische Regierung neulich in einem besonderen amtlichen Bericht klarstellen mußte, daß eine Beteiligung Deutscher an den Ereignissen vom 11. Mai 1938, einem Putschversuch der Jntegralisten, „jedes Beweises ermangele". Um so weniger ist-es zu verstehen, daß man das deutsche Schulwesen in Südbrasilien mehr als je durch sehr harte, kleinliche Maßnahmen zu bedrücken und einzuschränken sucht.
Es entbehrt nicht der Ironie, wenn die Washingtoner Diplomatie sich bei ihrem Bemühen, die ibero- amerikanischen Länder bis zu dem im Dezember in Lima abzuhaltenden panamerikanischen Kongreß dafür zu gewinnen, einem gesamtamerikanischen Rüstungspool zum Schutze aller Länder der Neuen
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?
Babys Flug zum Lntel Doktor.
Dr. Ho/Lo. Kabul (Afghanistan).
Dieser Tage flog ein Mädchen, 17 Tage alt, von Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan, in Begleitung einer Schwester über 6500 Kilometer nach Berlin, um hier operiert zu werden. In 36 Stunde^ war die Reise geschafft. Der Fall ift aber nur bes* halb bemerkenswert, weil ber Patient ein Baby von 17 Tagen ist. Denn bas Flugzeug als Mittel zur Bekämpfung von Krankheit unb zur Hilfe in dringenden Fällen hat — wenn dieser Ausdruck bet einem so jungen Verkehrsmittel erlaubt ist — eine alte rühmliche Geschichte. Das Flugzeug wurde schon häufig gebraucht, um rasche Operationen möglich zu machen, und man geht gerade in der letzten Zeit systematisch daran, einen ärztlichen Hilfsdienst mit Flugzeugen in Ländern aufzubauen, in denen Kolonisten auf weite Entfernungen hin verstreut wohnen. Vielfach wird dabei das Flugzeug mit der drahtlosen Telegraphie kombiniert. Ein Netz von Sendern, die von Privatleuten bedient werden, arbeitet auf einer bestimmten Welle und holt bei Erkrankungen zunächst ärztlichen Rat ein, der ebenfalls drahtlos übermittelt wird. Später kommt ber Arzt angeflogen ober ber Patient wirb abgeholt. Besonders Australien hat diesen ärztlichen Hilfs- dienst entwickelt. Sogar der Film hat sich schon dieses dankbaren Gegenstandes bemächtigt, das Gelegenheit zu glänzenden Naturaufnahmen gibt unb durch fein Thema.an das Gemüt der Zuschauer appelliert. Der deutsche Konzern der JG.-Faraen bat vor einiger Zeit ein Flugzeug angeschafft, das zum Ferntransport von Heilmitteln stets zur Verfügung steht.
Sechs Tage im Sumpf gefangen.
B. Washington.
Ein furchtbares Erlebnis hatte der 44jährige Bauer Jones, ber jetzt im Krankenhaus von Belle- ville in Illinois liegt, um sich von seiner völligen Erschöpfung unb einen Nervenschock zu erholen. Er war durch ein Sumpflanb gekommen, in bcm er plötzlich bis zum Halse einsank unb von bem moorigen Boden so festgehalten wurde, daß er nicht reicher herautzkommen konnte. Es gelang ihm, sich an einen Strauch mit einer Hand zu klammern und mit Aufbietung aller Kraft vor völligem Versinken zu bewahren, aber es war ihm unmöglich, infolge des Druckes gegen feine Brust, laut zu schreien und Hilfe herbeiholen. Der Bauer mußte mit Entsetzen zusehen, wie die Leute, die ausgesandt waren, nach ihm zu suchen, sich wieder entfernten, da sie den hilflosen Mann unter dem Strauch nicht bemerkt hatten. Erst nach sechs Tagen wurde er gerettet, als ein Tourist vorüberkam, der später erklärte, er t)abe etwas Merkwürdiges gesehen, was ihm zunächst als ein seltsames Tier erschien, das sich hinter dem Strauch versteckte. Dann erst erkannte er den in höchster Not schwebenden Mann, unb holte Hilfe herbei, da mehrere Männer notwendig waren, Jones aus dem Sumpfe herauszuziehen.
Lachen und Weinen in der Statistik.
C. K. Neuyork.
Professor Paul Thomas P o u n g , der Psychologe der Universität Illinois, hat mit seinen Hörern eine eingehende statistische Untersuchung über bie Rolle bes Lachens im täglichen Leben angestellt. Er hat zunächst gefunben, baß bas Lachen in seinen verschiebenen Steigerungen vom leisen Lächeln bis zum lautesten Gelächter 4OOmal mehr vorkommt als bie Aeußerungen ber Traurigkeit, bie sich vom trübseligen Dreinschauen bis zu heißen Tränen steigern. Dabei ist bas Verhältnis von 400:1 bas gleiche bei Männern unb Frauen. Die Stubentinnen meinen nicht häufiger als einmal alle zwanzig Tage, sie lächeln bagegen 50maI bis lOOmal an jebem Tag und lachen laut etwa 2Omal am Tage. Frauen, die das 30. Lebensjahr erreicht haben, meinen 3Omal mehr als Männer, diese wiederum lachen, lächeln und scherzen lOmal so oft wie Frauen. Die Hauptursache fröhlichen Lachens wie auch der Trauer unter den Studentinnen sind Briefe, sowohl
gruppen unter eine Fremdherrschaft gezwungen, deren Zahl mehr als ein Drittel der Bevölkerung des gesamten Staates beträgt. Krofta unternimmt den schwachen Versuch, diesen völligen Bruch im Programm ber tschechischen Politiker zu erklären, -wenn auch nicht zu rechtfertigen.
Zunächst wirb ganz offen zugegeben, daß die Tschechen keine Lust hatten, im Weltkriege mitzukämpfen. Es wird bie Grünbung des tschechischen Nationalrats (in Paris) und bie Desertion tschechischer Truppenteile geschildert, die in Rußland als eine eigene Wehrmacht organisiert wurden. Durch die „Friedensverttäge" habe dann der neue Staat feine Grenzen erhalten. Für die Tschecho-Slowakei die Ober- unb die Niederlausitz sowie den größten Teil Schlesiens zu fordern, sei keinem „ernsten Tschechen eingefallen". Krofta bedient sich hier eines kleinen Tricks, denn das preußische Schlesien war niemals ein Bestandteil der historischen Länder, sonoern im 17. unb 18. Jahrhundert bis zur Eroberung burch Friebrich ben Großen lebiglich durch Personalunion mit ber Krone Böhmens verbunden bzw. ben Habsburgern untertan." Krofta schreibt weiter, bas Hultschiner Länbchen sei nur aus geographischen Grünben von Deutschland abgetrennt worden, seine 45 000 Einwohner seien größtenteils slawisch. (Tatsächlich haben aber die Hultschiner trotz des tschechischen Drucks seit 1919 bei allen Wahlen mit großer Mehrheit für deutsche Parteien gestimmt und gehören auch heute überwiegend zur Sudetendeutschen Partei.) Die Deutschen in Böhmen, so wird weiter berichtet, wollten
II*.
Der tschechische Historiker und jetzige Außenminister Kamil Krofta hat in seiner „Geschichte der Tschecho-Slowakei" breit und ausführlich bargelegt, daß die Bestrebungen ber Tschechen durch Jahrhunderte darauf hinausgingen, die Herrschaft ihres Volkstums in den „historischen Grenzen" der Länder Böhmen, Mähren und Oesterreichisch-Schlesien zu erringen. Er hat dabei nicht verschweigen können, daß große Gebiete mit deutscher Bevölkerung vorhanden waren, die seit Jahrhunderten ihre eigenen politischen und kulturellen Rechte verteidigten. Krofta gibt ferner zu, daß in den letzten Jahrzehnten vor bem Weltkriege das strenge „staatsrechtliche Programm" verlassen wurde, das ein selbständiges Königreich in den erwähnten historischen Grenzen im Rahmen der Habsburger Monarchie gefordert hat. Er schreibt, daß eine Gruppe von jungen Politikern, darunter Masaryk und Kramarsch, später auch Benesch, sich auf die breiten Volksschichten des Tschechentums stützten und eine neue Politik einleiteten. Krofta vermeidet es, diese neue Politik schärfer zu umreißen: in Wahrheit waren Masaryk unb Benesch autonome N a - t i o n a l i st e n, die bas förderalistische Programm der „historischen Grenzen" nicht anerkannten. Benesch schrieb 1908 in seiner Doktorarbeit an der Universität Dijon über das österreichische Problem:
„Wir haben bereits gezeigt, wie absurd es märe, einen Staat gegen ben Willen und trotz aller Proteste eines Drittels seiner Bevölkerung führen zu wollen. Die Deutschen in Böhmen würden niemals die untergeordnete Rolle annehmen, so aufrichtig auch die Bürgschaften sein mögen, bie ihnen die Tschechen gegen Unterdrückung unb Ungerechtigkeit von ihrer Seite anbieten würben."
Es bebatf keiner Erklärung, daß die Gründung der Tschecho-Slowakei durch Masaryk und Benesch diesen Grundsätzen völlig ins Gesicht geschlagen hat. Sie haben gegen alles Recht die „historischen Grenzen" für ihren Staat in Anspruch genommen, darüber hinaus die Slowakei und die Kakpatho-Ukraine hinzu genommen, sie haben nichttschechische Dolks-
beteiligen, hat in unfern Gau ein außerordentlich lebhaftes Echo gefunden. Besonders die großen Werke haben den Gedanken, auch den letzten Volksgenossen zur sportlichen Betätigung und damit zur Körperertüchtigung heranzuholen, beispielgebend in die Tat umgesetzt. In den Opelroerfen z. B. haben an diesem Wettbewerb bis Ende August bereits etwa 1200 Arbeiter und Angestellte teilgenom- men. In allen 27 Kreisen des Gaues herrscht jetzt Hochbetrieb, denn bis Ende September soll der Wettbewerb beendet sein. Bis dahin werden rund 1 0 0 000 Volksgenossen allein in unferm Gau an ihm teilgenommen haben. Die verlangten Leistungen bewegen sich auf einer bescheidenen Linie, so daß für jeden gesunden Menschen wirklich nur guter Wille dazu gehört, um sie zu erfüllen. Es werden Einzel- und Mannschaftswettbewerbe durchgeführt. Die Prozentzahl der Gefolgschaftsmitglieder eines Betriebes, die an diesem Wettbewerb teilnehmen, ist mit ausschlaggebend für die Erlangung des Leistungsabzeichens, das alljährlich Der» teilt wird.
Welt vor dem Einfall irgendeiner fremden Macht zuzustimmen, sich vor allem auf ein so autoritäres Regime wie das des Präsidenten Vargas zu stützen sucht, obgleich doch bekannt ist, daß dabei nicht an die Invasion oder Intervention eines „demokratischen" Staates, auch nicht an die Einmischung Sowjetrußlands durch die Komintern gedacht wird, sondern ausschließlich an eingebildete Gefahren, die der Freiheit der Neuen Welt von den autoritären Staaten Europas, angeblich im besonderen von Deutschland, drohen sollen. Es war aber schon immer so, daß sich die Washingtoner Staatsweisheit mit jeder lateinamerikanischen Diktatur ab- zufinden wußte, die sich ihren Zwecken dienstbar machen ließ. Manche Anzeichen sprechen dafür, daß cs Vargas vor seinen nordamerikanischen Freunden graut und daß er auch bei den gegen das Deutschtum in Brasilien oder den gegen den Handel mit Deutschland gerichteten Maßnahmen mehr mit- geschoben wird, als er selber schiebt. Dom deutschen Standpunkt aus kann man jedenfalls nur wünschen, daß sich in Brasilien, wie in anderen iberoamerika- nischen Ländern, eine Machtgestaltung vollzieht, die ausschließlich auf die Interessen des eigenen Landes Rücksicht zu nehmen braucht. Es ist nicht Deutschland oder das Deutschtum, das erfahrungsgemäß eine solche Entwicklung zu fürchten hat.
proben für ben „lag ber Gemeinschaft" in Nürnberg.
Auf der Zeppelin-Wiese in Nürnberg wurde bereits eifrig für ben „Tag der Gemeinschaft" geprobt, ber in diesem Jahre zum erstenmal begangen wird. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Krofta schrie- Geschichte.
Oer tschechische Außenminister über die Entstehung seines Staates.
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