M.281 Dritter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Donnerstag, l. Dezember 1938
fchehen!
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ßegen spröde fairf h
Allabendlich mit Nivea-Creme die Haut geschmeidig machen. Dann trotzt sie Wind und Wetter, oljne spröde zu werden.
versperrt der Schnee die Ausgänge der Stadt, aber in dem kleinen Stadtpark beginnt es schon lustig zu wachsen und zu blühen. Bis tief in die Nacht sitzen die Einwohner auf den Bänken und lassen sich von der Mitternachtssonne erwärmen. Es scheint, als brauchten die Menschen überhaupt nicht zu schlafen — vor zwei Uhr morgens geht hier keiner zu Bett.
Nun ist auch diese Herrlichkeit vorbei, der Winter kam ganz plötzlich in die Stadt. Gestern war es noch merkwürdig warm, und heute wirbeln schon Schneeflocken herab, fegen die Stürme über das Meer. Die lange Polarnacht senkt sich unheimlich und düster über das einsame Land. Drei Monate wird es nun ununterbrochen dunkel sein — Tag und Nacht!
Ich habe einen Dampfer bestiegen und bin aus einmal sehr zufrieden. Wohlgefällig streiche ich über die Brieftasche, die mächtig angeschwollen ist. Die ersten Honorare sind darin verstaut, für kurze Zeit darf ich ein Schlemmerleben führen. Langsam versinkt die graue Eismeerstadt im Nebel. Der Abschied fällt mir gar nicht schwer. Brrr! Regen, Sturm und Schnee — da hört hier oben die Romantik auf. Ehrlich gesagt — Berlin lockt mehr!
Haus Dr. med. Bachem, Frankfurt a. M., Vortrag „Geschwülste, Wucherungen".
Vortrag Dr. Hans Thimotheus Kroever.
Dem Goethe-Bund und Kaufmännischen greift ist es, wie man uns schreibt, gelungen, den bekannten Weimarer Kunsthistoriker Dr. Hans Thimotheus K r o e b e r für Freitag, 2. Dezember (und nicht, wie ursprünglich vorgesehen 5. Dezember), zu einem Lichtbildervortrag über das vielbesprochene Thema „Der Bamberger Reiter" nach Gießen zu verpflichten. Dr. Kroeber hat in allen Städten, in denen er diesen! Dortrag hielt, begeisterten Beifall gefunden.
prof. Dr. pitzen nach Münster berufen.
Der Direktor der Orthopädischen Klinik in Gießen, Professor Dr. Pitzen, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Orthopädie an der Universität Münster (Wests.) und als Direktor der dortigen: Orthopädischen Klinik erhalten. Soweit bekannt geworden ist, wird Professor Dr. P i tz e n diesem Ruf Folge leisten.
Wer erhält das Lustschuh-Ehrenzeichen.
DNB. Durch einen Runderlaß des Reichsministers des Innern werden Richtlinien für die Verleihung des Luftschutz-Ehrenzeichens gegeben. Danach ist das Luftschutz-Ehrenzeichen in erster Linie als eine Auszeichnung für die ehrenamtlich im zivilen Luftschutz tätigen Männer und Frauen gedacht. Eine Verleihung an hauptamtlich, oder beruflich im Luftschutz tätige Personen kommt im allgemeinen nur dann in Frage, wenn es sich um erheblich über
Waffen. In diesem Zusammenhang gab er seinen Hörern sehr interessante und aufschlußreiche Vergleiche über die Wirkungskraft der Großkampfschiffe und der Kampfflugzeuge, ferner über die Erfolgsaussichten der schweren Artillerie der Großkampfschiffe und der Bomben der Kampfflugzeuge^ Er beleuchtete aber auch die Kampfkraft und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten aller übrigen Mittel der Seekriegsführung, wobei er die markantesten Merkmale des Einsatzes und der Waffenwirkung der verschiedenen Einheiten bzw. Schiffstypen dar- leqte.
Die militärischen Auswirkungen und Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Gebiete der Seekriegsführung stellte der Vortragende dann in Beziehung zu der Politik der Staatsführungen, wobei et den Hörern deutlich erkennbar machte, in welcher Weife sich dos Auf oder Ab in der Bereitschaft der Seekriegsführung u. a. auch auf die politische Bündnisfähigkeit eines Landes auswirken kann. Durch diese weite Umrahmung des Themas erhielten die Hörer auch nach der politischen Seite hin eine willkommene Erweiterung ihrer Blickmöglichkeiten über das Gebiet der Seekriegsführung.
Dem Vortragenden wurde mit lebhaftem Beifall der herzliche Dank der Hörer bekundet, den Flieger- Commodore S ü ß m a n n in kurzen Dankesworten an den Redner zum Ausdruck brachte.
Spaziergang in Hammerfest.
Von Rudolf Zacobs.
H a m m e r f e st, im November.
Die „Sörö" schaukelt dem Nordkap entgegen. Ich habe mich in eine Ecke des kleinen Lokaldampfers gedrückt und überzähle traurig meine Barschaft. Von den wenigen Kronenscheinen, die ich außer der Fahrkarte mit über die deutsche Reichsgrenze nahm, ist fast nichts mehr übriggeblieben. Die Zukunft sieht mal wieder sehr betrüblich aus.
Aus der Kombüse dringt Essengeruch, doch während mir der Magen knurrt, liegen die meisten Passagiere mit leidenden Gesichtern über der Reling und denken nicht an kulinarische Genüsse. Die wohlgedeckten Tische bleiben leer — es muß etwas ge-
Die Anforderungen, die in diesem Jahre an das Winterhilfswerk gestellt werden, sind größer als in den Vorjahren.
Unendlich viel Not und Elend herrscht noch in den heimgekehtten Landen. Uebelste Wirtschaft der schwarzroten Systemzeit und eines 20 Jahre währenden Unrechts einer in Versailles aufgebauten Fremdherrschaft haben die alte deutsche Ostmark und das Sudetenland bis aufs Mark ausgesogen.
Wir haben diese Gebiete aber nicht befreit, um sie bei uns weiter darben zu lassen, sondern um daraus ebenso blühende und gesunde Gaue wie im Altreich zu machen, um ihnen die Kraft und Stärke der deutschen Volksgemeinschaft, die echte Wesensart des nationalen Sozialismus, die die Welt als ein einzig dastehendes Wunder bestaunt, zu offenbaren. Wir alle sind Nutznießer dieser Volksgemeinschaft. Sie gibt uns Arbeit und Brot, Ruhe und Erholung! sie sichert unsere Existenz und unsere Familie, sie ist das Leben der Nation.
Deshalb ist es Pflicht jedes deutschen Volksgenossen, seine Solidarität mit allen, die der Hilfe noch bedürfen, durch sein Opfer zu beweisen, so daß das Ergebnis dieses Tages die größte soziale Volksabstimmung aller Zeiten wird.
„Das ist unser Krieg", rief der Führer einmal aus, „wir haben unser eigenes Ziel vor Augen, wir sind im größten Eroberungsfeldzug der^Welt- geschichte begriffen, wir erobern unser Volk!"
Am Abschluß des „Tages der Nationalen Solidarität 1938" soll der Führer mit Fug und Recht behaupten können: Wir haben das Volk erobert!
dem Durchschnitt liegende Leistungen- handelt. Ick diesem Falle wird zu prüfen sein, wie weit die vorgeschlagenen Personen über die Anforderungen ihrer dienstlichen Tätigkeit hinaus sich besondere Verdienste um den zivilen Luftschutz erworben haben. Grundsatz ist dabei, daß die vorgeschlagenen Personen mindestens 4 Jahre auf dem Gebiete des zivilen Luftschutzes tätig gewesen sind. Die Aufstellung der Vorschläge für dje Verleihung des Luftschutz-Ehrenzeichens wird von der Dienststelle vorgenommen, bei der die Vorgeschlagenen sich ihre Verdienste um den Luftschutz erworben.haben. Der Reichsminister des Innern ersucht, dafür Sorge zu tragen, daß die Aushändigung der Ehrenzeichen durch die örtlichen Luftschutzleiter in feierlicher Form vorgenommen wird.
Vom 1. bis 10. Dezember Spielz^uatammluna der ^unamädel.
NSG. Die Wäsche- und Spielzeugsammlung der Jungmädel des Gaues Hessen-Nassau ist schon zu einem festen und nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der Winterarbeit geworden. Jedes Jahr ziehen die Mädel in den ersten Dezembertagen durch die Straßen, trippeln von Tür zu Tür, um abzuholen, was vorsorgliche Mütter bereitgelegt haben. Alte oder überflüssig gewordene Baby-Wäsche, Bettzeug und warme Höschen, winzige Schuhe und Strümpfe, Häubchen und Umhänge, kurz all das, was der eigene kleine Zappethans nun entbehren kann, oder was von den „Großen" oder Enkelkindern her in einer vergessenen Schublade liegt, nehmen sie mit strahlendem Gesicht entgegen, um damit dey Kindern bedürftiger Eltern eine Freude zu bereiten.
Gewiß, früher war es der Stolz und der Vorzug einer tüchtigen Hausfrau, alles Alte und Ausgediente aufzubewahren, um es für spätere Fälle, für Ver-
Zwei gewaltige Siege hat der Führer in diesem Jahre auf dem Schlachtfeld der Politik errungen. Zweimal hat er seine Wehrmacht über die Grenzen des Altreiches marschieren lassen, um uralten deutschen Volksraum, die Ostmark und das Sudetenland, heimzuholen ins Reich.
Was in blutigen Kriegen eines Jahrtausends nicht möglich war, hat der Führer in einem Jahre seines friedlichen Aufbaues vollbracht: Großdeutschland!
Jetzt erwartet der Führer von seinem Volk, wie er bei der Eröffnung des Winterhilsswerkes 1938/39 ausführte, „daß das Winterhilfswerk 1938 der geschichtlichen Größe dieses Jahres entspricht".
Kein Tag im Jahr ist besser geeignet, als der „Tag der Nationalen Solidarität", dem Führer zu bekunden, daß das deutsche Volk auch im Opfer eine verschworene Gemeinschaft ist, die ihresgleichen in der Welt nicht hat. .
Wenn am kommenden Samstag die Minister, Reichs- und Gauleiter, alle höheren' Führer der Partei und ihrer Gliederungen, die Beamten, leitende Persönlichkeiten der Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, der Presse usw. zum fünften Male die Sammelbüchse in die Hand nehmen, um denen zu dienen, die aus eigener Kraft die Not noch nicht bannen können, bann, deutsches Volk, spende nicht, sondern opfere und beweise dem Führer erneut, daß sein Herzschlag auch dein Herzschlag ist!
Die Leistungen des Winterhilfswerkes sind gewaltig; die Rech-enschafts- berichte der vergangenen Jahre sind die stolzesten Zeugen für die große deutsche Volksgemeinschaft, die in dem alles Leben umfassenden Winterhilfswerk ihren stärksten Ausdruck findet.
Wie der Groa in die Welt kam.
Es ist etwa hundert Jahre her, daß ein Admiral den Grog erfunden hat. England sandte damals den Admiral' Vernon mit einer Flotte nach Westindien, um Krieg gegen die spanischen Kolonien zu führen. Für einen Admiral sah Vernon sehr merkwürdig aus; er trug einen Rock mit langen Schößen aus einem groben Wollstoff, den man in England „Grogham" nannte; der Eindruck war so ulkig, daß ihn die Matrosen danach einfach „Grogham" nannten Dieser Admiral war der Erfinder des „Grogs"; wie das geschah, wird in „W e st e r m a n n s Monatsheften" erzählt:
Die Reise über den Ozean zögerte sich durch ungünstige Winde sehr hinaus, und es trat Mangel an Nahrungsmitteln ein. Die Rationen, die auf den einzelnen entfielen, mußten verkürzt werden. Das Schlimmste ober war, daß die Matrosen auch nur noch die Hälfte des bisher gewohnten Rums erhiel- ten Der Admiral hatte befohlen, damit das Quantum dasselbe bleibe, Wasser in den Rum zu gießen.
Die Mannschaft begann zu murren. Die Kapitäne der einzelnen Schiffe befürchteten Meuterxi, begaben sich zu Vernon und baten ihn, in Zukunft kein Wasser mehr in den Rum gießen zu lassen; mit der halben Ration wollten sich die Matrosen, wenn es sein müsse, einverstanden erklären, aber das gewässerte Zeug bringe sie in Wut.
„Ich verstehe gar nicht, meine Herren, was Sie
Hochschulnachrichten.
Der ao. Professor Dr. med. Hans-Gerhard Creutzfeldt wurde zum Ordinarius an der Universität Kiel ernannt und wird dort die Psychiatrie und Neurologie vertreten.
Neue Waffen und Seekriesssührung
Dortrag von Vizeadmiral a. O. Or. h. c. Gross.
Das Offizierkorps des Standorts Gießen eröffnete am gestrigen Mittwochabend im Offiziersheim die Vortragsreihe dieses Winters vor den Offizieren des Standorts und zahlreichen Gästen aus unserer Stadt und den Nachbarorten mit einem Vortrag, dem von vornherein größtes Interesse sicher war.
Nach kurzen Grußw'orten des derzeitigen Standortältesten, Flieger-Eommodore S ü ß m a n n , an den Vortragenden und die große Zahl der Gäste sprach
Bizoadmiral a.D. Dr.h. c.GrooS/Derlin über das Thema „Der Einfluß neuer Waf - .fe n auf die Seekriegsführun g". In etwa eineinhalbstündigen Darlegungen gab Vizeadmiral Groos seinen mit größter Aufmerksamkeit lauschenden Hörern einen umfassenden Ueberblicf über den weitschichtigen Stoff des Vortrages und über die verschiedensten Abschnitte der in den Mittelpunkt der Betrachtungen gerückten Waffenentwicklung.
Er legte seinen Darlegungen zunächst die Erfahrungen der Seekriegsführung während des Weltkrieges und den waffenmäßigen Stand am Ende des großen Krieges zugrunde. Don dieser Grundlage ausgehend beleuchtete er die Entwicklung der einzelnen Waffeneinheiten in den wichtigsten Marinen während der folgenden Jahre, zugleich auch den damals leider sehr betrüblichen Weg unserer deutschen Kampfkräfte für den Seekrieg. Er schilderte fernerhin die verschiedenen Schiffstypen und die Erfahrungen, die man mit ihnen im und nach dem Kriege gemacht hat. Dabei rückte er u. a. auch das jüngste Kampfmittel zur See, die Fliegerei, mit in den Vordergrund der Betrachtungen und der Vergleiche hinsichtlich der Wirkungskraft der einzelnen
Das Glück kommt in Gestalt des dicken Kapitäns Er will mir eine Sehenswürdigkeit erklären und bemüht sich krampfhaft, ein paar deutsche Brocken an den Mann zu bringen. Ein köstlicher Einfall geht mir da plötzlich durch den Kopf.
„Lieber Herr Kapitän", sage ich wohlwollend, sprechen Sie ruhig norwegisch mit mir, denn Ähre deutsche Aussprache ist schrecklich!" ...
„Ist sie das?" Der Kapitän sieht recht unglücklich drein. Ja, aber er müsse das nun einmal lernen, die Reederei verlange es so. Für den Fall, daß sich ein deutscher Tourist auf die „Sörö" verirrt. — Wenn ich vielleicht so nebenbei ein paar Sprachstunden geben wollte?"
Natürlich wollte ich. Stundenlang saß ich in der verqualmten Kajüte und paukte dem Kapitän die wichtigsten Vokabeln ein. Die nächste Zeit war sehr gemütlich. Ich wechselte von der dritten in die erste Klasse und stärkte mich für die nächsten flauen Wochen. Mein Schüler machte erstaunliche Fortschritte, und schließlich waren wir auch am Ziel.
Als unser Schiff in den Hafen von Hammerfest einlief, herrschte eine unnatürliche Sommerwärme. Die amerikanischen Touristen hatten sich um das Thermometer geschart und schüttelten ungläubig die Köpfe. Einige waren auch sehr erbost und beschwerten sich beim Kapitän, daß keine Walfische und Eisberge zu sehen wären, wie sie das vom Nördlichen Eismeer erwartet hatten. Einfach unerhört!! Der Kapitän lächelte nur und schob alle Verantwortung auf den Golfstrom, der an der Küste vorbeifließt und jede Hoffnung auf Treibeis und Polarabenteuer gründlich zerstört.
Ja, wer sich Hammerfest als eine Art Eskimosiedlung vorstellt, nur weil es die nördlichste
Zeder opfert für die Volksgemeinschaft!
' Tag der Nationalen Solidarität am 3. Dezember.
wollen", erwiderte der Admiral, „ich trinke den Rum stets so, das schmeckt doch einfach köstlich!"
„Köstlich?" erwiderte ein alter Kapitän, „schaurig schmeckt das Zeug!"
Der Proviantmeister wurde gerufen.
„Ihr habt Wasser in den Rum gegossen?" fragte Vernon.
„Wie Sie es befohlen haben, Sir!"
„Ja, natürlich, und die Mischung war genau so. wie ich es angegeben habe?"
„Gewiß, Sir! Halb und halb!"
„Und das Wasser war kochend?"
„Kochend?"
„Ja, selbstverständlich: Kochend!"
„Nein, wir haben kaltes Wasser genommen, Sir!" „Ihr seid Schafskövfe, versteht Ihr mich? Kaltes Wasser! Solch eine Dummheit! Da versteh ich, daß die Matrosen murren. Also von heute an heißes, kochendes Wasser, halb und halb mit dem Rum vermischt, und, um den Reiz zu erhöhen, ein wenig Zucker in jeden Becher. Ihr werdet sehen, wie die Kerls den Mund nach diesem Trank schlecken werden."
Der Admiral hatte recht. Es kamen keine Klagen mehr. Die Matrosen, wie jeder, der das neue Getränk versuchte, waren begeistert. Man nannte es nach des Admirals Spitznamen „Grog", und es dauerte nicht lange, da wurde der Grog das Leibgetränk der Seeleute aller Völker.
Zeitschriften.
— Die Alandsinseln werden in der neuesten Nummer der „I l l u st r i r t e n Zeitung Leipzig" in Bild und Wort behandelt. — Ein Bildbericht führt unter dem Titel „Eine tote Stadt in Kleinasien" nach Wan, im Osten der asiatischen Türkei. Hier wird geschildert, wie diese Stadt, die von dem Weltkrieg noch ungefähr 40 000 Einwohner hatte, heute auf einen Stand von knapp 5000 Einwohner herabgesunken ist. — Das Schloß Bürgeln am Südwestabhang des Schwarzwaldes wird in schönen Aufnahmen vorgeführt. — Ein Bildbericht von dem Reichsautobahnrasthof Magdeburger Börde zeigt, in welch umfassender Weise hier für das Wohl der Autobahnreisenden gesorgt wird. Exwähnt seien auch die Bildberichte aus Palästina sckwie eine Würdigung von Carl Zeiß, dem Begründer des Jenaer Zeiß- werks, zu seinem 50. Todestage.
Aus der Stadt Gießen.
Blick in den Dezember.
Spät hat in diesem Jahre der Winter sein Regiment angetreten, denn auch der vergangene November brachte im ganzen Reich, mit Ausnahme der Hochlagen im Gebirge, noch fein winterliches Wetter. Vielmehr zeichneten sich Teile des November durch unerhört warme Temperaturen aus, jo daß vielfach „falscher Frühling" entstand. Wirtschaftlich gesehen war dieses milde und über die Hälfte des Monats trockene Wetter begrüßenswert, denn es konnten alle Abschlußarbeiten der Späternte und der Ernteverteilung auf die verschiedenen Landgebiete durch den Großversand ungehindert vor sich gehen, während es in manchen Jahren im November schon vorgekommen ist, daß dieser Versand wegen Frost und Schnee aus Wochen stillgelegt war. Doch nicht allgemein ist das milde und unwinterliche Wetter begrüßt worden. Die Saisonwirtschaften, die Konfektion, der Kohlenhandel und die mit dem Schneesport verbundenen Industriezweige erfuhren im November nicht den Antrieb, den ein Frühwinter ausgelöst hätte. Der Dezember muß nun allerdings den Kurs wechseln. Als Weihnachtsmonat verbindet er mit sich viele Wünsche, die mit Schnee und Eis Zusammenhängen. Die Saisonwirtschaft macht im Dezember ernste Ansprüche an den Winter und wünscht sich vor Weihnachten wenigstens eine der fälligen Frost- und Schneeperioden. Statistisch läßt sich nachweisen, daß im Laufe der ersten oder zweiten Dezemberdekade fast regelmäßig bei uns ein Abschnitt Frostwetter eintritt. Sofern diese Frostperiode in der ersten Dezemberhälfte ausbleibt, rechnet man mit ihrem Eintritt gegen Schluß des Monats. Sie besitzt bann allerdings ihre günstigen Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft nicht mehr. Doch wie gesagt: meistens friert es — zumindest kurzfristig — einmal vor Weihnachten, und das genügt, um die Stimmung für die Festzeit zu heben.
Die Struktur des diesjährigen Winterwetters verlief bisher in der Form des für unsere Klimazone charakteristischen Westwindwetters. Wir hatten in den letzten Wochen eine auffallende Unruhe der Atmosphäre im nordatlantisch-europäischen Raum zu verzeichnen, die in teilweise katastrophalen Unwettern ihren Ausdruck fand. Sehr augenfällig war die Verbindung dieser gesteigerten atmosphärischen Unruhe mit der starken Sonnentätigkeit. Sofern man die Großwetterlagen in periodische Abschnitte aufteilen will — sie wechseln bei uns im allgemeinen zwischen ozeanisch und kontinental beherrschten Situationen — ist es nicht ausgeschlossen, daß die langanhaltende und ausgeprägte ozeanische Periode, die den diesjährigen Herbst und den ersten Teil des Winters kennzeichnete, m nicht allzu ferner Zeit in die gegenteilige Richtung, also in einen kontinentalen, von Nord- und Ostwinden beherrschten Typ umschlägt. Damit ergibt sich für den Verlauf des Winters 1938/39 die Möglichkeit, daß er mehrere stark ausgeprägte Kälteperioden bringt. Diese Vermutung wird durch die Tatsache gestützt, daß wir in diesem Jahre feinen Frühwinter hatten, der meistens im November auftritt. Wenn nämlich Frühwinter sich einstellen, die ihrerseits bis Ende Dezember dauern fönnen, macht man sehr oft die Feststellung, daß der eigentliche Hauptwinter regnerisch und milb verläuft. Von diesen Gesichtspunkten gesehen, die allerdings in feiner Weise als bindend und feststehend zu betrachten sind, bleiben in diesem Jahre die Voraussetzungen für einen fernigen Mittwinter im Gegensatz zu den vergangenen Jahren noch offen.
DOM -u.ZM-Llnterqau 416 Gießen
Am Tag der Nationalen Solidarität, am 3. Dezember, sammeln alle M/JM.- und BDM.-Werk- Gruppenführerinnen unseres gesamten Untergaues. Wann und wo die Sammelbüchsen abgeholt werden können, wird noch in der Presse veröffentlicht.
Dorrwiizen
Tageskalender für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Eine Nacht im Mai". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Tarantelle". — Naturheilverein: 20.15 Uhr im Katholischen Vereins-
Stadt der Welt ist, der hat sich schwer getäuscht! Eisberge sind hier oben ebenso unbekannt wie am Aequator, selbst im Winter frieren die Häfen und Fjorde an der norwegischen Eismeerküste nicht zu. Und was die Menschen anbetrifft, so haben sie sich längst die modernsten Errungenschaften der Zivilisation zunutze gemacht.
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Ich bin bereits zum viertenmal in Hammerfest und habe gute Freunde hier. Auch diesmal werde ich im Wagen abgeholt? Kaum glaublich, wieviel Autos es hier gibt, obwohl die kleine Eismeerstadt kaum mehr als dreitausend Einwohner zählt. Neuerdings verkehrt sogar ein großer Omnibus in der kleinen Stadt, denn feinem Einwohner wird es einfallen, im Zeitalter der Technik bis zur nächsten Straßenecke zu laufen.
Das ist überhaupt kennzeichnend für die Bürger von Hammerfest: sie wollen auf keinen Fall hinter den anderen Städten des Erdballs Zurückbleiben!
„Wir werden heute einen Rundflug machen!" überraschte mich einmal ein norwegischer Freund. „Wie, was Rundflug??" — „Selbstverständlich, ich sage gleich dem Piloten Bescheid!"
Dann brausen wir über den blauen Fjord und freuen uns über die geschäftstüchtigen Hammerfester. Als Höhepunkt der Fremdenwerbung hat man sich dieses Junkers-Flugzeug gedacht, bas zuweilen Touristenflüge über dem Eismeer ausführt. Reklame und ein bißchen Attrappe muß sein, bas wissen die Nordmänner ganz genau. Sie stellen ausgestopfte Eisbären vor die Türen und werben Renntier- Lappen an, die sich gern von allen Seiten photographieren lassen.
Im weiten Umkreis von Hammerfest sieht man nur öde Felswildnis. Das Land ist gänzlich nackt und ungeschützt — nur von gewaltigen Gletschern bedeckt. Ackerbau und Viehzucht sind den Bewohnern dieser hohen Breiten versagt, wer hier lebt, tut es nur des Meeres halber.
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Stundenlang bin ich mit meinen Freunden durch die lange Hauptstraße gelaufen — auf und ab. Wir waren nicht die einzigen Spaziergänger, nach Feierabend trifft sich hier die ganze Stadt. Bürodamen und Arbeiterinnen aus den großen Fischfabriken — alle nach dem neuesten Modejournal gekleidet — strömen in das kleine Tonfilmkino. Bärtige Fischer und Robbenfänger verankern sich in einer Kaffeestube. Die gibt es hier in jedem zweiten Haus.
Auch Hammerfest hat seinen „Stadtpark". Er laßt sich ganz bequem mit hundert Schritten umgehen, aber er ist doch eine liebliche Oase inmitten dieser trotzigen Felsen- und Gletscherwelt. Noch im Juni


