Hunderilausende von Zuschauern umjubelien den Mainzer Rosenmonlagszug.
Glanzvoller Höhepunkt der Lubiläumsfassenacht.
Am Rosenmontag erreichte die Jubiläumsfastnacht des Mainzer Carneoal- Vereins ihren Höhepunkt. Der Tag begann mit leichtem Nebel und Sprühregen. Trotzdem setzte bereits früh der Zustrom von auswärts ein. 78 Sonderzüge spien ihre Menschenmassen aus, Tausende von Kraftwagen, Hunderte von Omnibussen führten Schaulustige heran. Alles in allem waren etwa dreimalhunderttausend Menschen von überallher nach Mainz gekommen — aus dem Grenzgebiet vor allem, aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland. Frankreich, England, Belgien, Tschechoslowakei, sogar Ecuador waren vertreten. Die Straßen boten ein unvergeßliches Bild. Unvergeßlich auch der Zug selber, der mit seiner Prachtentfaltung, seinem Witz und seinen zahllosen farbenfrohen Bildern unbestritten den alanzvollen Höhepunkt der Mainzer Jubiläumsfassenacht darstellte. Mit diesem Zuge hatte das goldene Mainz sich selbst übertroffen. Unter den auswärtigen Gästen waren, wie wir hören, etwa 800 Besucher aus Gießen anwesend.
Die vom Zug berührten Straßen prangten in einem festlichen Schmuck. Gegen 12.30 Uhr setzte sich der Jubiläums-Rosenmontagszug zu seinem über 10 Kilometer langen Weg in Bewegung. In 190 Nummern brachte er eine Fülle von drolligen Bildern und Szenen als schlagkräftige Verkörperung echten Mainzer Humors. Alle Stände und Organisationen, Garnison, Reichsbahn und Reichspost, die Karnevalsoereinigungen der Nach
barschaft, auch die alte Reichsfeste Friedberg, hatten sich zusammenaetan. Da war das Geschenk der Reichsbahndirektion Mainz in Form eines Schienen- zepps Mainz—Manila, da stellte die Reichspost sogar drei Zugnummern. Zahlreich waren auch die polittschen Anspielungen, so etwa der mit schallendem Gelächter empfangene Wagen mit der „Vollsitzung" des „Völkerbundes" in Genf unter dem Motto „Mehr Stühl wie Leut!" Auch der völkerzerstörende Bolschewismus wurde scharf unter die Lupe genommen. Dankbare Motive hatten dagegen in positivem Sinne die Achse Berlin—Rom—Tokio, der Vierjahresplan, die Arbeitsbeschaffung, der Lufschutz und der Eintopf geboten; alle diese Bilder fanden stürmische Zustimmung. Die „Helaus" wollten kein Ende nehmen, und die lustigen Karnevalslieder bildeten immer aufs neue die festliche Begleitmusik des Zuges. Daß auch lokale Motive, wie das noch auf dem Mond liegende Hallenschwimmbad, Finanzamt, die Fassenacht, die „neue" Beamtenlaufbahn, nicht fehlten, versteht sich. Prachtvolle Bilder boten die Garden, unter ihnen vor allem die Ranzengarde und die den herrlichen Prinzenwagen eskortierende Prinzen- und Prinzeß-Garde. Mit einem Jubelsturm wurden die Tollitäten empfangen, ebenso der Wagen des närrischen Staatsministeriums. Zwei Stunden lang rollten die farbenfrohen Bilder an den singenden und schunkelnden Menschenmassen vorüber. Auf der Ehrentribüne sah man inmitten der Spitzen von Partei und Staatsbehörden Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger.
Vom Münchener Faschingszug.
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Der große Faschingszug in München wurde zu einem wirklich närrischen Erlebnis für viele Tausende, die akttv daran teilnahmen oder als Zuschauer die Straßen umsäumten. Dieser Wagen zeigt, wie die Zugspitze aus 3000 Meter erhöht werden soll. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
„Die Wett im Aarrenspiegel" in Köln.
Kölns Fastelovend ist nicht zu übertreffen. Schon in den Vormittagsstunden zeigte die Innenstadt, durch die der Zug seinen Weg nahm, ein gänzlich verändertes Bild. Auf den Parkplätzen' sah man Wagen aus allen Teilen des Reiches und aus dem
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Auch in Köln geht es „hoch her". Selbst der Schupo läßt sich „ein Küßchen in Ehren" gefallen. (Scherl-M.)
Auslande. Die Reichsbahn brachte mit verstärkten Zügen und 20 Sonderzügen Tausende von fröhlichen Menschen heran. Um Mittag waren bereits die Tribünen bis auf den letzten Platz besetzt und alle Zugstraßen viele Glieder tief umsäumt. Das Motto des Zuges „Die Welt im Narrenspiegel" hatte den Kölner Künstlern willkommene Gelegenheit geboten, ihrem Humor in vielfältiger Form Ausdruck zu verleihen. Der bunte Zug mit seinen Festwagen und unzähligen originellen Gruppen, den Stadtherolden, den Musik-
korps, den Schildträgern, den Kölner Originalen und den vielen Truppen mit glänzenden Uniformen löste immer wieder stürmische Begeisterung aus. Die prächtigsten Wagen waren der Festwagen des Kölner Bauern, der Jungfrau und des Prinzen Karnevals, der von einer großen Weltkugel aus dem närrischen Volk seinen Gruß entbot. Vom Rathausbalkon aus nahm Oberbürgermeister Schmidt mit seinen Ehrengästen, unter denen man Gauleiter Staatsrat Grohö, die Obergruppenführer Dr. Dietrich und S e y d e l sowie den Burgkommandanten G o h d e s - Crössinsee bemerkte, die närrische Parade ab.
Ganz Düsseldorf aus den Seinen.
Düsseldorf war ebenfalls seit den Vormittagsstunden mit Menschen überfüllt. Zahllos die auswärtigen und ausländischen Gäste, die zum Karneval gekommen sind. Im prächtigen Viererzug, begleitet von den reitenden Garden, begab sich das Prinzenpaar ins Rathaus. Mit launigen Worten übergab Oberbürgermeister Dr. Otto dem Prinzen für drei Tage unter Ueberreichung des Narrenzepters die Stadt in seine närrische Gewalt, lieber» all an den Straßen, die der Rosenmontagszug pa - fierte, standen die Menschen in zehnfach gestaffelten Reihen. Der Zug mit seinen über 30 Wagen, dem vielen närrischen Fußvolk und den originell kostümierten Musikkapellen löste überall Beifallsstürme aus.
Heue Krisenslimmung in Paris.
Der 1. März ist ein Stichtag für die französische Sozialpolitik. Ende Februar sind nicht weniger als 7000 Tarifverträge abgelaufen und von den insgesamt sechs Gesetzen des „Statuts der modernen Arbeit" müssen wenigstens die Gesetze über die Tarifverttäge und über das Schlichtungsund Schiedsgerichtswesen am 1. März in Kraft getreten sein, wenn es zu einer Normalisierung der sozialen Arbeitsverhältnisse kommen soll. Die K a m- m e r hat auch diese zwei Einzelgesetze bereits angenommen, der Senat macht aber Schwierigkeiten, ^m Rahmen der rein kapitalistischen Wirtschaft sind, wie mir selbst zwischen 1918 und 1933 erlebt haben, diese Dinge ungemein schwer zu regeln, weil beiden Parteien eine gewisse Berechtigung nicht abgesprochen werden kann. So hat die Kammer das Gesetz in der Fassung beschlossen, daß zwar eine gleitende Lohnskala eingeführt wird, aber schon bei einer fünfprozentigen Steigerung der Lebensmittelkosten, während der Senat 10 v. H. zur Voraussetzung macht, und zwar nur dann, wenn die neue Lohnerhöhung ein halbes Jahr nach einer früheren Lohnerhöhung erfolgt. Dem Senat steht das Argument zur Verfügung, daß gewisse Grenzen gesetzt werden müssen, soll nicht die Wirtschaft in einem dauernden Zustand der Unruhe leben. Die
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Ich bin Fall 97!
Berlin, den 24. Januar 1938
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Für mich kommt als Cigarette nur die „ Astra“ in Frage. Denn ich will beim Rauchen nicht nur genießen • es soll mir auch bekommen. Und die „Astra.** schmeckt herrlich, ist aber dank ihrer Nikotinarmut bekömmlicher. Warum dann also nicht „Astral rauchen? Man entbehrt nichts, aber man gewinnt.
Art / JaUuA,
N Verkaufsleiter der Buchdrucker ei
H. Wigankow, Berlin N 65, Chausseestr. 71
...und welcher
Fall sind Sie?
MIT UND OHNE MUNDSTOCK
Reich an Aroma — Arm an Nikoiinl
Ob Sie arm sind oder reich, ob Sie geistig arbeiten oder körperlich - auch Ihnen kann die „Astra" helfen, wie sie immer wieder geholfen hat. Die „Astra" schmeckt so gut, daß man kaum glauben will, sie sei nikotinarm. Und doch ist ein Nikotingehalt von weniger als 1% auf jeder Astra-Packung beglaubigt. - Diese Nikotinarmut ist eine gewachsene Eigenschaft der Tabakblätter, die zu ihrer Herstellung Verwendung finden. Kein künstlicher Nikotinentzug, keine chemische Behandlung. Darum für alle Fälle — Astral


