Nr. M Mnftes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Freitag, 30. April (93Z
9JL-$port
Gutes Meldeergebnis zur Heffenfahrt des USKK.
367 Teilnehmer.
Die Motorgruppe Hessen des NSKK. führt am 8. und 9. Mai ihre Hessenfahrt durch, die ein ausgezeichnetes Meldeergebnis gefunden hat. 3 67 Teilnehmer, 200 Kraftradfahrer und 167 Wagenfahrer, haben ihre Meldungen abgegeben. Insgesamt sind 37 Motorrad- und 17 Wagen-Mannschaften gemeldet. Auch die Wehrmacht nimmt mit einer Reihe von Einzelfahrern und Wagen-Mannschaften teil. Erfreulich ist auch die starke Beschickung aus den Kreisen der Nachwuchsfahrer und der Hitlerjugend.
Die Fahrt gliedert sich bekanntlich in eine Zuverlässigkeitsfahrt am 8. Mai und eine Geländefahrt am 9. Mai. Zu der Zuverlässigkeitsfahrt wird von drei Orten, Darmstadt, Hersfeld und Gießen, gestartet. Jede der drei Strecken ist mit Zeitkontrollen unterteilt und muß in bestimmter Durchschnittszeiten durchfahren werden. Das Ziel aller drei Strecken ist Bad Orb. Don dort aus wird am 9. Mai auch zur Geländefahrt in die Spesfartberge gestartet. Die Schwierigkeiten der Geländeprüfung sind so gehalten, daß sie von allen Fahrern gemeistert werden können. Kübel- und Dienstfahrzeuge der Wehrmacht werden gesondert gewertet. Die Zuverlässigkeitsfahrt und die Geländefahrt werden zusammen gewertet. Die Gesamtwertung ergibt sich aus den Punkten, die auf beiden Fahrtabschnitten erzielt werden.
Mehrkampftag des SportkreisesGießen
Dem Fachamt III (Leichtathletik) ist jetzt auch die Durchführung von Mehrkämpfen volkstümlicher Natur übertragen worden. Für den Sportkreis Gießen finden diese Mehrkämpfe am 9. Mai vormittags (auf dem 1900er-Sportplatz) statt. Die Meldungen gehen bis spätestens 7. Mai an Kreisfach- wart G. Richtderg, Gießen, Mühlstraße 32. Die Ausschreibung sieht vor:
Männer': Dreikampf, bestehend aus 200 Meter, Weitsprung und Kugelstoßen. Fünfkampf, bestehend aus 400 Meter, Hochsprung, Dreisprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen. Werfervierkampf, bestehend aus Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen und Hammerwerfen.
Junioren (Jahrg. 1916—1918): Dreikampf und Fünfkampf wie vorstehend.
Jugend A (Jahrg. 1919/20): Dreikampf, bestehend aus 100 Meter, Hochsprung und Kugelstoßen. Fünfkampf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Diskuswerfen, Speerwerfen und 400 Meter.
Jugend B (Jahrg. 1921/22): Dreikampf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung und Kugelstoßen. Fünfkampf, bestehend aus 100 Meter, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen und Speerwerfen.
Frauen: Dreikampf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen. Fünfkampf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen und Speerwerfen.
Mädchen (Jahrg. 1921/22): Di erkämpf, bestehend aus 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung und Speerwerfen.
Rückschau im Reichsbund für Leibesübungen.
Hauptversammlung der Ortsgruppe Gießen.
Die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen vereinigte am vergangenen Mittwoch die Vertreter der Fachämter und der Vereine zur ordentlichen Jahresversammlung im Restaurant „Burghof". Ortsgruppenleiter Dr. König begrüßte die Teilnehmer, insbesondere den Vertreter der SA., Obersturmbannführer M ü n k e r, und den Vertreter der Stadt Gießen, Bügermeister Prof. Dr. Ham m. In seinem Bericht über die Veranstaltungen der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen erinnerte Dr. König zunächst an die Abendveranstaltungen des DRL. in der Aula der Universität, die zugunsten der Deutschen Sporthilfe durchgeführt worden waren. Er erinnerte ferner an die Wettkämpfe im Fußball und im Handball, die zwischen Mannschaften des Standortes der Wehrmacht und Mannschaften der Stadtvereine ausgetragen wurden. Diese Veranstaltung habe dem Winterhilfswerk einen namhaften Betrag gebracht. Im vergangenen Winterhalbjahr sei es der Ortsgruppe gelungen, durch die Stadtverwaltung verschiedenen Vereinen für die Durchführung ihres Wintertrainings und für Beschickung von Wettkämpfen finanzielle Unterstützung zuteil werden zu lassen. Dr. König sprach dem Vertreter der Stadt Gießen, Bürgermeister Prof. Dr. Ham m, für diese Hilfe besten Dank aus.
Im weiteren Verlauf der Versammlung erstatteten die Vertreter der einzelnen Fachämter Bericht über die Tätigkeit, die sie im vergangenen Winterhalbjahr entfalteten. Aus diesen Berichten war zu erkennen, daß mit wenigen Ausnahmen in einzelnen Fachämtern wiederum ein reges sportliches Leben innerhalb der Ortsgruppe Gießen des RfL. geherrscht hat. Auf die Berichte im einzelnen einzugehen erübrigt sich, da wir über die Veranstaltungen, die von den Vereinen durchgeführt wurden, jeweils ausführlich berichtet hatten. Nachdem noch kurz die Zusammenarbeit der Fachämter mit den Sportdienstgruppen des Jungvolks besprochen worden war, nachdem noch eine Beschwerde des Fachamtes Eislauf ihre Erledigung gefunden hatte, rou*e darauf hingewiesen, daß alle Wünsche der Vereine, behördlichen Stellen gegenüber, über die Ortsgruppe zu leiten seien, um auf diesem Wege
eine sachgemäße Verfolgung der Angelegenheit zu ermöglichen.
Bürgermeister Professor Dr. Hamm wies darauf hin, daß die Vereine alle Termine für größere sportliche Veranstaltungen über die Ortsgruppe dem Städtischen Verkehrsamt mitteilen sollten, damit es vermieden werden könne, daß mehrere größere Veranstaltungen auf einen Tag festgesetzt werden. Dem vielfach geäußerten Wunsch des Erlasses der Vergnügungssteuer könne nicht entsprochen werden, da diese Steuern durch Reichsverfügung festgesetzt seien und durch die Stadtverwaltungen nicht eigenmächtig erlassen werden könnten. Dem Kassenbericht des Geldoerwalters war zu entnehmen, daß sich die Einnahmen im Rechnungsjahr 1936/37 auf 630,42 Mark und die Ausgaben auf 421,30 Mark beliefen, fo daß ein Bestand von 209,12 Mark verblieb. Die Beitragssätze für das Rechnungsjahr bleiben die gleichen wie im vergangenen Jahre, und zwar bezahlen Vereine unter 50 Mitgliedern 2,50 Mark, von allen 51 bis 100 Mitgliedern 5 Mark, für 101 bis 250 Mitgliedern 8 Mark und über 250 Mitglieder 10 Mark.
Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß am Sonntag, 23. Mai, wie im Vorjahre, wieder der Staffellauf rund um die Anlagen durchgeführt werden solle. Der Ortsgruppenleiter forderte die Vereine auf, zu dieser Veranstaltung zahlreich Meldungen abzugeben. Auch die Vereine, die keinen Rasensport betreiben, sollen sich in diesem Jahre stärker daran beteiligen, zumal die Ausschreibungen eine nachträgliche Aenderung erfahren werden insofern, als in der Klasse II lediglich Vereine starten, die keinen Rasensport treiben.
Für den 6. Juli ist auf dem Universitätssportplatz ein Handball - Blitzturnier geplant, an dem in diesem Jahre lediglich die Vereine der Gießener Ortsgruppe des Reichsbundes teilnehmen sollen. Im Laufe des Sommers veranstaltet die Ortsgruppe ferner ein größeres Sportfest, an dem sich möglichst alle Vereine der Stadt beteiligen sollen. Die Austragung des Städteachters Gießen — Wetzlar soll in diesem Jahr in größerem Rahmen durchgeführt werden. Dr. König gab ferner bekannt, daß das Deutsche Jugendfest in diesem Jahre nicht mehr von den Schulen, sondern
Skandal um Dr.Vandergmen Roman von Hans Hirthammer.
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S.
30 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
„Natürlich! — Bloß sie sausen zur Zeit noch in der Stadt herum, um ein passendes Verlobungsgeschenk igrendwo aufzutreiben. — Du hättest uns ja auch wirklich ein bißchen früher verständigen können. Bei unserem letzten Beisammensein hast du uns noch keine Silbe verraten, kleiner Schelm!"
„Kunststück, Willy! Hab' doch meine Braut erst heute abend kennengelernt!"
Fröhlich sucht nach einem Stützpunkt. „Ach du heiliger--nein, ich weiß wirklich keinen Heili
gen, der für diesen Sonderfall zuständig fein könnte! Das wirst du uns nachher genau erzählen müssen."
Der Kellner kommt eilig heran und flüstert Herrn Fröhlich etwas ins Ohr.
„Aha, schön!" Er eilt an die Tür, hinter der sich eine lebhafte Unruhe bemerkbar macht. Dann saust er mit fuchtelnden Armen zum Kapellmeister. Eine kurze Verhandlung. Wieder zurück zur Tür.
Jetzt beginnt die Kapelle den Triumphmarsch aus „Aida" zu spielen. Gleich nach den ersten Takten geht die Tür auf und herein kommen im Takte der Musik feierlich dahinschreitend, sechs Männer, immer zwei nebeneinander, unter ihnen Fröhlich, jeder trägt >in Blumengebinde in der Rechten und ein Geschenk in der Linken.
So marschieren sie an Berts Tisch, legen ihre Gaben vor Marys Platz und nehmen dann hinter je einem Stuhl Aufstellung
Auf einen Wink Fröhlichs hort bte Musik zu spielen auf. Der tüchtige Kellner hat in aller Eile sechs Gläser angeschleppt. .
Nun tritt Fröhlich vor und bringt einen launigen Trinkspruch auf das Wohl des Brautpaares ^Hernach will das Anstoßen kein Ende nehmen.
Bert macht seine Braut mit jedem einzelnen bekannt.
„Ja, das sind meine Freunde, Mary, jeder ein ganzer Kerl. Wir sind eine verschworene Bande, jeder steht für den andern ein, und wer es mit uns auf nimmt, der gerät in des Teufels Küche."
„Das ist wundervoll!" flüstert Mary. Sie ist so gerührt, daß sie nur mit Anstrengung das Heulen verkneifen kann. —
•20.
Emil Knack ist wieder in Berlin, ist wieder heimgekehrt aus der Fremde.
Sein Herz ist von Zorn gegen Gisch Amelung geschwellt. Oho, er wird sich nicht mit diesem Brief abfpeifen lassen, schließlich hat man Rechte, wohlerworbene Rechte.
Er wird Gisch, der Treulosen, der Undankbaren, gründlich die Wahrheit sagen. „Wie stellst du dir das eigentlich vor?" wird er sagen. „Ich weigere mich, dich freizugeben. Ich kann nicht dulden", wird er sagen, ,chaß du mich und meine Liebe mit Füßen trittst, daß du mich vor aller Welt lächerlich machst. Gehört sich das für ein anständiges Mädchen, ihrem Verlobten auf und davon zu laufen und sich von einem fremden Manne, einem Abenteurer, im Auto entführen zu lassen, mitten in der Nacht noch dazu?! — Wie, du willst leugnen? Oh, ich fyabe Zeugen, die genau beobachtet haben, wie du zu jenem Herrn ins Auto gestiegen bist, man wird sich überlegen müssen, ob man nicht die Polizei auf jenen Herrn aufmerksam macht. Trotzdem will ich versuchen, das Geschehene zu vergessen, wenn du mir versvrichst, es zu bereuen und in Zukunft etwas Aehnliches nicht mehr zu tun."
Tjaja, man ist eben ein großzügiger Mensch von moderner Denkart. Es ist ein herrliches Bewußtsein für Emil Knack, solche Gefühle fein eigen nennen zu dürfen. —
Kaum sieht die Bürklein, daß Herr Knack an der Türe steht, da hat sie ihn schon in ihre schöne Stube gezogen, und dann geht es los.
Ach, Herr Knack, Sie tun mir so leid, nein, das haben Sie wirklich nicht verdient. Wie oft hab' ich dem Mädel ins Gewissen geredet! „Fräulein Amelung", hab' ich gesagt, „wenn Sie klug sind, dann halten Sie sich bloß den Herrn Knack warm. Das ist ein feiner Mann, so einen kriegen Sie nicht wieder!" Und nun muß das passieren! — Sie rennt ja in ihr Unglück, meinen Sie nicht auch?"
Frau Bürkleins Worte sind Balsam auf Emils
vom DRL. und von der HI. durchgeführt würde. Obersturmbannführer Münk er wies darauf hin, daß die Reichsbundvereine durch die demnächst aufzustellenden Sportgemeinschaften der SA. nicht benachteiligt würden, vielmehr würden die verdienten Vereine gerade durch die SA. jederzeit unterstützt werden. Der Ortsgruppenleiter gab anschließend bekannt, daß der seitherige technische Leiter der Ortsgruppe und stellvertretende Ortsgruppenleiter Dr. Franz Lotz nach Berlin versetzt worden sei und er an seine Stelle Dr. Paul Küthe (Assistent am Institut für Leibesübungen der Universität) berufen würde. Durch die Abberufung des Dereinsführers der Paddlergilde Gießen, Ludwig W e 111) a u f e n , fei der Posten des Fachamtsvertreters für den Kanusport neu zu besetzen. Mit der vorläufigen Vertretung wurde Eberhard Schwarzmaier beauftragt. Bürgermeister Professor Dr. Hamm machte
schließlich noch darauf aufmerksam, daß der Herr Oberbürgermeister den Werbefonds für das Etatjahr 1937 erhöht habe und, falls Veranstaltungen der Vereine, die Werbekraft für die Stadt Gießen haben, aufgezogen würden, fo könnte auch hier mit einer finanziellen Unterstützung gerechnet werden. Die Stadtverwaltung sei unbedingt spartfreudig eingestellt.
In seinem Schlußwort erwähnte Dr. König die außerordentlichen Erfolge Deutschlands bei den Olympischen Spielen und wies darauf hin, daß uns diese Erfolge nicht in den Schoß gefallen, sondern zäh errungen worden seien. In gleicher zäher Arbeit sollten alle Vereinsführer und Mitarbeiter im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen tätig fein. Mit einem „Sieg-Heil" auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen.
Reger Freundschastsspielbeirieb im Handball!
Von den Pflichtspielen interessieren nur die Begegnungen
Tv. Kirch-Göns — MSV. Hanau,
To. Münchholzhausen Jgd. — Mto. Gießen Jgd., Tv. Lützellinden Jgd. — Tv. Lvndvrf Jgd.
Kirch-Göns hat Hanau schlagen können. Wenn das auch im Rückspiel möglich ist, bleibt die Frage, wer wird Sieger der Bezirksklasse und damit aufstieg- berechtigt, auch weiterhin offen. Denn noch hat 1900 in Kirch-Göns xu spielen. — Zu einer Vorentscheidung um die Meisterschaft der Jugendklasse sollte es am Sonntag schon in Münchholzhausen kommen. Die Platzbesitzer haben ihre derzeitige Form am letzten Sonntag mehr als deutlich unter Beweis gestellt, während die Gießener Jungens vollkommen auseinanberfielen und schwer geschlagen wurden. Diese Niederlage kam überraschend. Es gilt deshalb diesmal doppelt aufzupassen und dem Gegner keine Siegeschance zu lassen. — Die lieber» raschungsmannschaft Londorf sollte nach ihrem Sieg über Mtv. Gießen in Lützellinden gewinnen. Denn es ist kaum anzunehmen, daß die Platzbesitzer dem ausgezeichneten Können etwas Gleichwertiges entgegenstellen können.
Freundschaftsspiele.
Ueberaus groß ist die Zahl der Freundschaftsspiele, von denen nur die wichtigsten herausgegriffen werden sollen:
Tv. Heuchelheim 1. — Tv. Pohl-Göns 1., Tv. Heuchelheim Jgd. — Tv. Pohl-Göns Jgd., To. Garbenheim — Tv. Nauborn,
, Tv. Garbenheim Jgd. — Tv. Nauborn Jgd., ' Tv. Münchholzhausen 1. — Tuspo Wetzlar-
Niedergirmes 1.,
Tv. Lützellinden 1. — To. Hörnsheim 1., To. Lützellinden 2. — To. Hörnsheim 2., To. Dutenhofen 1. — Tv. Wetzlar 2., Tv. Dutenhofen Jgd. — Tv. Wetzlar Jgd., Tv, Wißmar Jgd. — Mtv. Gießen 2. Jgd.
Die Heuchelheimer waren am letzten Sonntag wirklich gut in Fahrt. Sie brauchen deshalb auch vor Pohl-Göns keine Angst zu haben, zumal die Mannschaft in ihren Leistungen sehr zurückgegangen ist. Das Spiel der Jugendmannschaften ist offen.
Garbenheim, das zahlreichen Ersatz einstellen muß, wird sich strecken müssen, um gegen die aufstrebenden Nauborner zu gewinnen. Die Jugend der Platzbesitzer allerdings dürste ihrem Gegner klar überlegen sein.
Zu einem spannenden Zweikampf sollte es in Münchholzhausen kommen. Beide Mannschaften standen sich schon oft und mit wechselndem Erfolg gegenüber. Das neuerliche Treffen wird die Tagesform entscheiden.
In Lützellinden steigt das „Hüttenberger Lokalderby", bei dem es um die Vorherrschaft in unserem engeren Gebiet geht. Lützellinden hat natürlich den Vorteil des eigenen Platzes, den es auch weidlich ausnutzen dürfte. Dagegen ist Hörnsheim als Mannschaft aber stärker als der Gegner. Man wird deshalb ohne weiteres mit einem knappen aber verdienten Erfolg der Gäste rechnen können.
Die Wetzlarer Mannschaft ist zu gut besetzt, als daß Dutenhofen auch nur Aussichten hätte, zu gewinnen. Man wird sich darauf beschränken müssen, alles zu versuchen, um eine hohe Niederlage zu verhindern. Für die Jugend gilt das gleiche.
Obwohl die 2. Jugend des Mtv. nicht sonderlich stark ist, sollte sie in Wißmar sicher gewinnen.
Auch der Tv. Garbenteich läßt seit langem erstmalig wieder seine 1. Mannschaft spielen. Gegner ist der Tv. Krofdorf. Die Gäste sind gut, obwohl auch sie erst angefangen haben. Man wird ihnen deshalb schon einen Erfolg zuschreiben können.
Zugendabteilung der Spvg. 1900.
Die Jugendmannschaften der Spielvereinigung 1900, die durch Abgang einiger bewährter Spieler geschwächt wurden, sind infolge eines guten Nachwuchses in der Lage, wieder tatkräftig auf den Plan zu treten. Am 2. Mai empfängt die neuaufgestellte 1. Jugend der Blau-Weißen die gleiche von Großen-Buseck. Großen-Buseck stellt unstreitbar die beste Jugend ihrer Gruppe. Es ist deshalb schwer vorauszusagen, wer am Schlußpfiff den Sieger stellen wird. Da die Jugend der Spielvereinigung 1900 aber den eigenen Platz zum Vorteil hat, könnte man wohl auf einen knappen Sieg tippen. — Die 2. Jugendelf empfängt, ebenfalls auf eigenem Gelände, die 2. Jugend von Groß-Buseck. 1900 2. Jugend stellte seither immer die schlagkräftigste Mannschaft ihrer Gruppe. Es ist abzuwarten, ob sich die 2. Jugend der Spielvereinigung in ihrer Gruppe durchsetzen wird.
, IC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg
Am kommenden Sonntag tritt die erste Mannschaft der Teutonen feit Ostern zum ersten Male in Watzenborn-Steinberg auf den Plan und zwar zum zweiten Aufftiegfpiel. Gegner ist der Sportverein „Jahn" Offenbach (Meister der Kreisklasse, Gruppe Dill). Auch diese Mannschaft brachte es fertig, in ihrer Klasse die Meisterschaft zu erringen und ist von ihr zu erwarten, daß sie auch einen ansprechenden Kampf liefert. Ihre Spielstärke an und für sich ist hier in unserer Gegend nicht bekannt, sie müssen aber trotzdem eine gute Durchschnittsleistung bieten, sonst hätten sie sich in der Gruppe Dill, wo auch heißes Pflaster ist, nicht bis zur Meisterschaft aufschwingen können.
Fußballklub 1926 Großen-Buseck.
Am kommenden Sonntag fährt die 1. Mannschaft von Großen-Buseck nach Ober-Mörlen, um gegen die 1. Mannschaft des dortigen Sportvereins ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Ober-Mörlen wurde in den letzten Verbandsspielen Meister der 1. Kreisklasse und dürfte somit einen spielstarken Gegner abgeben. Großen-Buseck wird es daher schwer haben, den seitherigen Siegeszug fortzusetzen. Die letzten gezeigten Leistungen der Mannschaft lassen jedoch bei weiterem restlosen Einsatz auf einen knappen Sieg hoffen. Bemerkt sei noch, daß der Spieler Fritz H e n ß mit diesem Treffen sein 500. Spiel bestreitet.
wundes Herz. „Ja, ja, ba haben Sie schon recht. Die wird sich umgucken. Und schließlich kann ich ja bei meiner Position ganz andere Partien machen, nicht wahr!"
„Ganz meine Meinung, Herr Knack! Ein Mann wie Sie!"
„Na, also, das sollte sie doch nicht vergessen. Sehen Sie, erst in der vorigen Woche wurde mir wieder ein Angebot gemacht. Eine Brauereibesitzerstochter aus Schlesien! Ganz ordentliche Sache, 20 000 Emmchen bar auf die Hand. Ich hätte bloß ja zu sagen brauchen. — Und das hat man davon, daß man sich an eine Verlobung gebunden fühlt, daß man die einflußreichsten Partien ausfchlägt!"
„Ja, ja, Herr Knack. Undank ist der Welt Lohn. — Sie wollten wohl mit Fräulein Amelung sprechen?"
„Allerdings! Sie scheint aber nicht zu Hause zu sein, wie?"
„Sie ist überhaupt nicht mehr hier. Vor ein paar Tagen ist sie zu einer F eundin übergefiedelt. Ich weiß aber nicht, wie lange sie dort bleiben will!"
„Das sind ja merkwürdige Neuigkeiten! Was ist das für eine Freundin? Etwa Fräulein Hauck?"
„Nein, eben nicht! Fräulein Hauck wußte gar nichts davon, sie kam auch an, vor ein paar Tagen und wollte zu Fräulein Amelung. Ferner wollte gleichzeitig ein Herr Ihre Braut sprechen. Ein interessanter Herr, das muß man schon sagen. Ein sehr feiner Herr!"
„So?"
„Ja, Fräulein Hauck ist dann mit ihm zusammen roeggegangen. Vielleicht kann Sie Ihnen noch Genaueres über den Her-n erzählen."
Herr Knack erhebt sich mit forgenumroöltter Stirn.
„Na, da werde ich ja gehörig durchgreifen müssen."
*
„Ach, Sie sind es!" ruft Mary, als sie Emils ansichtig wird Sie erwartet Bert, der sie zu seinem „Feierabendspaziergang" abholen will. Potz Donner, denkt Emil, die Kleine ist noch schöner geworden. Und alsogleich erwacht ein Plan in ihm. Wie wäre es, wenn man Gisch ein roenia eifersüchtig machte? Das pflegt gemeinhin ein gutes Mittel zu sein, guerföpfige junge Mädchen auf den Weg der Pflicht zurückzuführen.
„Oh, Fräulein Mary, wie Sie wieder aussehen! Fabelhaft! Na, ich gebe die Hoffnung nicht auf, Ihr stolzes Herz doch' noch nachgiebig zu ftimmen."
„Sie waren eben immer schon Optimist. Haben Sie mir sonst noch etwas zu sagen? Ich bin nämlich in Eile."
„Sie wollen ausgehen? Ich begleite Sie natürlich. Man ist doch Kavalier!"
„Hm!" lächelt Mary und blickt auf die Armbanduhr.
„Sagen Sie, was ist eigentlich mit Gisch los? Stellen Sie sich vor, wir sitzen in Leipzig gemütlich bei einer Flasche Wein, da kommt so ein Kerl, macht dem Mädel schöne Augen, und was tut Gisch? Sie wirft sich diesem Casanova an den Hals. Sie fährt mit ihm weg, nach Berlin zurück. Finden Sie das nicht schamlos?"
„Man kann es nicht anders nennen!" Mary verbeißt das Lachen.
„Na, wissen Sie, diesen Halunken werde ich mir kaufen. Dieser Schürzenjäger muß einen Denkzettel kriegen, damit ihm ein für allemal der Spaß vergeht. Ich erfuhr, daß Sie mit ihm zusammengetroffen sind. Es sollte mich nicht wundern, wenn er Sie nicht auch belästigt hätte!"
Mary möchte vor Vergnügen am liebsten mit den Beinen strampeln. „Na, und ob er mich belästigt hat! Wenn Sie das gesehen hätten! Toll! Gewaltsam entführt hat er mich, in fein Auto geschleift, am hellen Tage."
„Nicht möglich! Das ist ja ein Verbrecher —! Haben Sie nicht Anzeige erstattet?"
„Nee!" sagt Mary. „Ich hab es viel geschickter angepackt, um ihm sein gefährliches Handwerk zu legen." (
„Oho!" staunt Emil — und bann klingelt es.
Mary lächelt. „Ah, kommen Sie, Herr Knack, das wird mein Verlobter fein. Ja, ich habe mich verlobt. Sie werden sich sicher freuen, Bert kennenzulernen."
Sie verlassen die Wohnung, am Treppenflur steht Bert und hat schon wieder Blumen mitgebracht.
„Ach, Bert, es wird in Berlin bald keine Blumen mehr geben, wenn du so weitermachst."
„Schadet nichts, mein Kind, bann werbe ich sie mir von auswärts besorgen. Aber sag, wer ist ber sympathische junge Mann hier? Ich glaube, wir kennen uns bereits!" (Fortsetzung folgt.)


