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Nr. 12? viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Samstag, 29. Mai (937

Das moderne Infanterie Regiment im Gefecht.

Bildbericht von einer Kompanie-Llebung unseres Infanterie-Regiments 116.

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Reiterspähtrupp gegen den Feind.

Infanteriegeschütz im Mannschaftszug.

wendige LMG.-Schützen

S. MG.-Begleitzug im Stellungswechsel nach vorn.

Voht nift Pd Steuer frei! Aus, mar m- es zwar, oie jjiab.sx., uie

^kkastvottem Schwung'wirft der Maschi-! istberitten". |o gilt die- doch nur für «men T-.l.

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L. MG.-Trupp in Stellung.

Vorarbeiten der Schützen.

Panzerabwehrgeschütz in getarnter Feuerstellung.

Infanteriegeschütz feuerbereit. (Aufnahmen [7]: Pfaff Nachf., Gießen.)

ansieht, leisten Beachtliches. Endlich ist es soweit. Mit Kennerblick betrachtet der Richtschütze leine Feuerstellung, da noch ein Spatenstich. Dampf­schlauch vergraben, Patronenkästen her, geladen und ganz eng an die Deckung herangekrochen, zusam­mengeduckt wie ein Tiger zum Sprung erfolgt die Meldung an den Führer: Feuerbereit! Fertig! Auch der Schutzentrupp hat sich inzwischen so nahe wie möglich an die Deckung herangearbeitet und macht sich sofort bereit, auf Zeichen des Führers über die

schützende Bodenwelle hinwegzuschnellen und tn möglichst langen Sprüngen näher an den Feind her­anzukommen. Ruhig übersieht der Führer noch ein­mal sein Häuflein. Ein schneller Blick hinüber zum Nachbar zeigt, daß auch der zum weiteren Angriff fertig ist Jetzt gilt es! Feuer stell Aus. morsch-

Wir wollen uns heute aber nicht nur die Sol­daten der Schützenkompanien ansehen, sondern auch einmal schauen,'was die Kameraden bei den schweren Waffen zu tun haben, um einen Angriff tatkräftig zu unterstützen. So haben es die Soldaten bei der Maschinengewehrkompanie auch nicht leichter. Heißt es zwar, die M.G.K., die Maschinengewehrkompanie,

Die Pferde sind meist nur zum Ziehen der Maschi- nengewehrwagen vorhanden. In großer Feindnäye, wo der Gegner jeden Augenblick das Gespann und damit das Herannahen von schweren Masch- gewehren erkennen kann, muß das schwere Ge genau so nach vorn geschleppt werden, wie ein leich­tes Maschinengewehr. Was ist doch der Maschinen­gewehrschlitten für ein unhandliches hartes Gestell! Wie sauer ist es, das Gewehr auf dem Boden hinter sich herzuziehen, dabei aber nicht sich dem Feinde zu zeigen und im Kriechen und Gleiten das Gelände auszunutzen. Wieviele Schrammen, Verstauchungen gibt es während der Ausbildung! Beim In-Stel- lung-gehen kommt es auf äußerste Schnelligkeit an, denn auf rasche Feuerunterstützung stützt sich ja der weitere Angriff der stürmenden Schützen. Das Stre-

nengewehrschütze seine Waffe nach vorn, um im nächsten Augenblick dem Gegner dort drüben seine gut liegende Feuergarbe um die Ohren spritzen zu lassen. Diesen Moment der größten Ueberrajchung haben sich die Schützen zu Nutz gemacht, und tn weiten Sprüngen, auch jetzt noch jede Deckung aus­nutzend, nähern sie sich dem Gegner. Aber auch der Kerl da drüben ist nicht faul; sein Abwehrfeuer wird verflucht unangenehm. Schon ist es nicht mehr möglich, in geschlossenen Sprüngen weiter heranzu­kommen. Jeder Schütze muß sich jetzt einzeln wei­ter vorarbeiten, während der neben thm liegende Kamerad im rasenden Feuerüberfall den Gegner drüben zu hindern sucht, auf den Vorwärtsstürmen­den sein Feuer abzug'eben.

Während das Maschinengewehr in rasendem Feuer das Vorwärtskommen der Schützen soweit wie möglich unterstützt hat, sind diese endlich weit genug an den Feind herangekommen; die Sturm­ausgangsstellung ist erreicht. Alles fertig machen zum Einbruch! Das Seitengewehr wird aufgepflanzt, die Handgranatenwerfer arbeiten sich, um sicherer zu werfen, noch ein Stück weiter nach vorn, wäh­rend das Maschinengewehr den Gegner noch ein letztes Mal mit seinem Geschoßhagel überschüttet; dann tritt noch einmal eine kurze Stille ein. Schon will der Gegner sein Abwehrfeuer aufs neue be­ginnen, da fliegen die zischenden Handgranaten im hohen Bogen in sein Maschinengewehrnest und in seine Schützenstellungen. Fast gleichzeitig stürzen unter lautem Hurrarufen die Schützen nach vorn, um kurz nach dem Detonieren der Handgranaten dem sich noch rasend weiter wehrenden Gegner mit der blanken Waffe den Garaus zu machen.

Schweißtriefend, völlig mit Staub und Erde be­deckt und heiser vom kräftigen Hurraschreien, stehen die Angreifer jetzt in den feindlichen Stellungen. Heute war ja nur Angriffsübung bis zum Ein­bruch in die feindliche Stellung. Der Anzug wird in Ordnung gebracht und bald ziehen Angreifer undFeind" friedlich vereint unter fröhlichem Sin­gen ihrer Kaserne zu, wo ein kräftiges Essen nur darauf wartet, von hungrigen Essern vertilgt zu werden.

ben jedes Soldaten der M.G.K. geht aber nur dahin, dem Bealeitzug zugeteilt zu werden. Da ist die ganze Gewehroedienüng aufgesessen und vierspännig wird weit an den Feind herangeprescht, kurz kehrt -ge­macht, das Gewehr abgeladen und noch während die Fahrzeuge sich in Sicherheit bringen, wird der Feuer­überfall auf den überraschten Gegner abgegeben.

Der Maschinengewehrkompanie zur Seite haben wir die Jnfanteriegeschützkompanie, und Ziele, welche erstere mit ihren kleinen Gewehrgeschossen nicht bekämpfen kann, bleiben dem sicheren Bogen­schuß der Infanteriegeschütze überlassen. Auch hier können wir nur ganze Kerle gebrauchen. Die Be­dienung eines Infanteriegeschützes erfordert große Fertigkeit, und diejelbe Mühe, die sich der Kamerad bei der Schützenkompanie geben muß, um die rich­tige Geländebenutzung zu lernen, verwenden die Männer hier, um ihr Geschütz schnell in Feuerstel­lung zu schaffen. Was muß da nicht alles beachtet werden: die Ladebewegungen müssen tadellos ein­geübt fein, genauestens müssen alle Zahlen beachtet werden, die die Beobachtungsstelle an die Geschütze weitervermittelt, und haarscharf wird auf den Feuer­befehl gelauscht, um im rechten Augenblick den Schuß zu lösen. Und wirkungsvolles Schießen ist nun die Hauptsache. Daß neben der Geschützaus­bildung auch noch das Fahren genauestens geübt werden muß, braucht wohl nicht besonders betont zu werden.

Und nun zu unserer neuesten Waffe, der Panzer­abwehr. Auf Manöverbildern oder sonstigen Dar­stellungen sind dem Leser sicher schon oft ganz kleine unansehnliche Geschütze aufgefallen, die, an einen Kraftwagen gehängt, durch das Gelände fuhren. Das sind unsere Panzerabwehrgeschütze. Auch hier kommt es darauf an, die Bedienung zu größter Gelenkigkeit und Einsatzbereitschaft zu er­ziehen, denn auf einen schnell anrollenden feind­lichen Gegner zu schießen ist keine Kleinigkeit. Neben blitzschnellen Ladebewegungen kommt es hier hauptsächlich darauf an, mit großer Entschlußkraft den Schutz im rechten Augenblick zu lösen. Wer noch nicht Kraftwagen fahren kann, muß außerdem noch diese Schulung nachholen, denn nur äußerste Geschicklichkeit im Anfahren der Geschütze ermöglicht auch hier einen raschen Einsatz.

Wir haben an diesem kurzen Ueberblick, der nur äußerlich das Bild eines modernen Infanterie- Regiments, sowie den Kampfeinsatz desselben wieder­geben sollte, deutlich einen Unterschied zwischen früher und jetzt festgestellt. Technik und Kampfweise sind weiter entwickelt. Letzten Endes ist aber der Mensch, der Träger dieser Entwicklung ist, der­selbe geblieben. Dieser deutsche Soldat ist Ge­währ dafür, daß bei allem Fortschritt der Technik immer der alte Grundsatz beibehalten wird, der ihn in allen früheren Schlachten von Erfolg zu Erfolg führte:

Ran an den Feind, koste es was es wolle!"

folgreich bestanden, so brachte doch der Lauf des | Krieges schon grundlegende Umwälzungen ver­schiedenster Art mit sich. Und in den nachfolgenden 20 Jahren ist die Entwicklung der Kriegstechmk. der Maschinenwaffen und der modernen Taktik gewaltig fortgeschritten. So haben wir heute das moderne Infanterie-Regiment 116 vor uns. Es liegt sicher im Interesse aller gedienteil Soldaten, einen Einblick in das militärische Getriebe eines modernen Infanterie-Regiments zu erhalten.

Als erstes betrachten wir eine Schützenkompanie beim Angriff. Im Gegensatz zu früher wo man in dichtgedrängten Schützenketten den Gegner an­griff und auch in derselben Formation den Feuer- kampf aufnahm, geht setzt der Angriff tnt lütten weitgeöffneten Formen und mit großer Tlefenstaffe' lung dem Feinde entgegen. Jede Gruppe ist bereit, bei drohendem Artilleriefeuer volle Deckung aufzu­suchen oder diesem durch getaufte ?ela^aus- nutzung auszuweichen. Jeder Schutze tragt das G mehr ariffbereit in der Hand. Und aufpassen mutz er ganz verflucht, ob der Führer, weit voran - geeilt ist, nicht irgendeinen Befehl mit einem Zei- chen durchgibt, oder ab man n.cht (elbft braben be.m (Beoner e ne verdächtige Bewegung feststellen kann, auf die man ,einer,?its den Gruppenführer aufmerk­sam macht. Im Raume zwischen Führer und den Gewehrschützen pirschen sich d.e Soldaten vor: te das leichte Maschinengewehr zu bedienen haben. Auch hier dieselbe Spannung und E"satzbereit

Tin mit einem Male legt sich der tjupre auf den Boden und gibt durch ^ne Handbewegung seinen Männern die Weisung, em Gleiches zu tum Vorsichtig nimmt er sein Glas zur Hand und schaut rüberaum Feind. Der drüben wird gerade von un­serer Artillerie und den schweren Maschinengeweh- rem d^in hohem Schuß über unsere eigenen Lmien S'Säaää xu. s alb t)«t er auch nach n.cht gemerkt aus* ZSWZ-M- schütz- in .®1 ig^n,nTer6^in^ ganzer

Kerl^und wer ausdauernd genug ist, eine solche Anstrengung längere Zeit zu ertragen

So ein Maschinengewehr ist trotz '°m°- Namens re^in?bKLrwe"nn e ftÄ * im G'e.t-n. Kriechen. Robben

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Unter all dem Großen und Schönen, das unser Führer dem deutschen Volke seit seiner Machtüber­nahme wiedergab, hat er uns Soldaten am reichsten bedacht. Gab er uns doch unser höchstes Gut, unsere Wehrfreiheit und damit auch unser Regiment 116 wieder. Wir vom neuen Infanterie-Regiment 116 werden uns stets der großen Verpflichtung bewußt fein, die wir dadurch auf uns genommen haben. An uns ist es, die ruhmreiche Tradition des alten 116er-Regiments in alle Zukunft weiterzuführen.

Hatte das alte Regiment mit seiner Vorkriegs- tzliederung hie ersten Schlachten des Weltkrieges er=

abgeben, sondern gerade

Männer, denen man eine solche Ausdauer nicht