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kenden Arabern in anderen angrenzenden Ländern in ihm ihre einzige und letzte Hoffnung sehen. Was wir aber auch heute noch nicht wissen, was seine Nachbarn und manche Großmacht je nach der Einstellung nur ahnen, hoffen oder fürchten, das ist Ibn Sauds außenpolitisches Endziel, die viel­leicht noch in weiter Ferne liegende Möglichkeit der Schaffung eines umfassenden Groß-Arabiens. Der fernen braucht in diesem Rahmen nur kurz gestreift zu werden. Nach dem verlorenen Kriege gegen Ibn Saud, und trotz oder vielleicht dank der milden Bedingungen des Siegers ist feine Entwicklung mit derjenigen seines starken Nachbarn allzusehr verknüpft.

Die Besprechung des Nahen Ostens löst vielfach in Europa fast automatisch die Frage nach Pan­islamismus oder Panarabismus aus. Beide Begriffe, deren Wichtigkeit auch heute noch oder gerade heute in überaus starkem Maße ver­kannt werden, sollen in ihrer jetzigen Bedeutung kurz umrissen werden. Als Wertmesser der Beurtei­lung darf natürlich nicht die aussterbende und poli­tisch belanglose Mentalität der Vergangenheit die­nen, sondern nur der Geist der Gegenwart und die Triebkräfte der Zukunft. Panislamismus ist schon seit Jahren für die Türkei und für den Iran nur noch ein akademischer Begriff. Auch im Irak, in Syrien, Palästina und in Aegypten kann jeder aufmerksame Beobachter feststellen, daß man R e - ligion und Politik säuberlich trennt oder zu trennen beginnt. Die einmal entpolitisierte Religion kann sich kaum wieder als politischer Machtfaktor bemerkbar machen.

Die Frage nach der heutigen und zukünftigen Bedeutung des Panarabismus ist bei weitem nicht so klar und abschließend beantwortbar wie die­jenige nach dem Panislamismus. Welche Länder kommen überhaupt noch dafür in Frage? Aegyp­ten. Gewiß, es hat schon durch seine Ashar-Um- versität und seine in der ganzen arabischen Welt weit verbreitete Presse eine führende Stelle als Hüter und Mehrer panarabischen Kulturgutes. Po­litisch aber und das ist in diesem Zusammen­hänge maßgebend, wird das Land der Pha­raonen auch weiterhin seinen eigenen Weg gehen. Ein Mitschleppen oder Sichanhangen rassen- oerwandter Völker, deren Entwicklung anders lauft oder zurückgeblieben ist, kann nur als Ballast emp­funden werden. Die überraschende Gleichgültigkeit, mit der in Kairo die Ereignisse im benachbarten Palästina verfolgt wurden, läßt sich nicht lediglich durch englischen Einfluß oder durch allzu große In­anspruchnahme mit eigenen Problemen erklären.

Der Irak. Seit dem Tode König F eis als sind die Ansichten über seine Einstellung zu pan­arabischen Gedankengängen geteilt. Die zögernde Anlehnung an den auf sich selbst gestellten nationa­len Fortschrittskurs der Türkeigruppe kann jedoch zu einer Reaktion führen, und um den v o r d e r a f i a- tischen Viererpakt TürkeiIranAfgha­nistanIrak wird schon seit langem zu viel ge­

redet und zu wenig erreicht. Mit einiger Wahr­scheinlichkeit kann man zusammenfassend feststellen, daß eine Führerrolle des Irak in einer panarabi­schen Zukunftsbewegung immer unwahrscheinlicher wird, und daß sogar eine Beteiligung zweifel­haft ist.

Und nun zum Kern der arabischen Halbinsel, zum Arabien Ibn Sauds. Hier allein unter allen arabischen Ländern finden wir die Vor­bedingungenen zur Erfüllung des arabischen Trau­mes. Zwar nicht ein Großarabien der Vergangen­heit, dessen Tragpfeiler die Religion war, kann hier entstehen, wohl aber kann eingrößeres A r a- b i e n", das vom Golf von Iran, vom Indischen

Frankfurt a. M., 27. April. (DNB.) Das Deutsche Schankgewerbe hält zur Zeit seine Früh- jahrstaguna in Frankfurt a. M. ab. Am Dienstag­vormittag sprach der Leiter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten und Beherbergungsgewerbe, Fr. D r e e - s e n. Wenn derKampf dem Verderb" durchgeführt werden solle, dann müsse die S p e i s e n k a r t e so gestaltet werden, daß nichts verloren gehe. Deshalb habe man beschlossen, eine Speisenkarte herauszu­bringen, die die Anzahl der Gerichte ver­ringert, und mit der das größte und das kleinste Haus zurecht kommen könnten. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat die bisher geltende Anweisung des Leiters der Wirtschafts­gruppe in eine verbindliche Anordnung umgewandelt. Um bei einem Speiseangebot Rück­sicht auf die Lage am Lebensmittelmarkt zu neh­men, also jeweils die Lebensmittel anzubieten, die reichlich» vorhanden sind, ferner um eine Beschrän­kung der Vorratshaltung und damit eine Verminde­rung des Verderbs zu erreichen.

Zum Beispiel darf die Speisekarte bis vier Sup­pen enthalten, bis zehn Tagesgerichte, bis zehn Pfannensachen, bis sechs Eierspeisen, wobei ver­wandte Gerichte (Rührei mit verschiedenen Zutaten, Brühe mit verschiedenen Einlagen usw.) als ein Gericht gelten. Die Zahl der Fischgerichte, Wurst­sorten, Käse, Süßspeisen ist unbegrenzt. Nach der Jahreszeit werden Wild, Geflügel, Gemüse, Salate unbegrenzt verabreicht. Die Zahl der Mittags- und Abendgedecke ist auf sechs begrenzt, darin'müssen zwei Fischgerichte enthalten sein: bei drei Gedecken ist ein Fischgericht erforderlich, bei weniger als drei Gedecken ein Fischgericht erwünscht. Durch diese Maßnahme wird die Güte der deutschen Küche eine nicht unwesentliche Verbesserung erfahren. Auch die Gäste werden diese Maßnahme freudig begrüßen. Die Anordnung tritt am 1. Mai 1937 in Kraft.

Ozean, vom Roten Meer und vom Mittelmeer um­spült wird, eines Tages ins Leben gerufen werden. Die künstlichen arabischen Staatengebilde am Mit­telmeer und die Protektorate am Indischen Ozean werden immer mehr übernahmereif. Großmachts­einflüsse haben im Nahen Osten bereits schwer ge­litten und werden bei steigendem Evolutionstempo weiter geschwächt. Das z. T. noch im Unterbewußt­sein schlummernde und durch panreligiöse Schleier verhüllte rassisch-nationale Denken tritt immer offe­ner zutage. Es ist überaus spannend und lohnens­wert, die Völker-Evolution im Nahen Osten weiter zu verfolgen.

Die Tagung des deutschen Schankgewerbes fand ihren Abschluß mit einer Kundgebung im Bürger­saal des Rathauses. Fachgruppenleiter Ment- b e r g e r erstattete Bericht über die wirtschaftliche Lage im Schankgewerbe, das von dem allgemeinen Aufschwung in den letzten Jahren Nutzen gehabt habe. Die Bereinigung des Straußwirtschaftswesens, eine marktregelnde Anordnung für das Saalge­werbe und zahlreiche andere Aufgaben harren noch der Lösung. Notwendig sei die Unterstützung des Winterhilfswerks und der Sammelaktion für das Altmaterial. Der Leiter der Reichsgruppe Handel, Professor Dr. L ü e r, erklärte, die Reichsregierung habe die Organisation der gewerblichen Wirtschaft geschaffen, um das, was sich in der Wirtschaft ab­spiele, jederzeit überblicken und die erforderlichen

Am 1. Mai Flaaaen heraus!

Berlin, 27. April. (DNB.) Aus Anlaß des Nationalfeiertages des deutschen Volkes fordert der Reichsminifter für Volksaufklärung und Propa­ganda die Bevölkerung auf, die Wohnungen u n ö Häuser m i l den Fahnen des Rei­ches zu beflaggen.

Die Organisationsleitung des Nationalfeiertages erläßt folgenden Aufruf: An die Betriebs­führer! Am 1. Mai find alle HI.-Ange­hör i g e n von eventuellen Vetriebsappellen und Aufmärschen der Betriebe zu befreien, da sie vormittags 8.30 Uhr an der Jugendkundgebung vor dem Führer im Olympia-Stadion teilzunehmen haben. Die Jugendlichen werden dortfelbst nach der Kundgebung verpflegt und könne" nachmittags an Vetrlebsfeiern leilnehmen.

Vereinfachung der Speisenkarte in den Gaststätten.

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Volker-Evolution des Nahen Ostens.

Don Irih Tieh, Kairo.

Der Nahe Osten ist aus Jahrhunderte langem Schlafe Erwacht. Die Wellen des Nationalismus er­fassen em Volk nach dem anderen und treiben es zu unerhörten Kraftanstrengungen. Bereits heute kann man gewisse Entwicklungsgruppen klar er­kennen, man kann versuchen, sie einzuteilen und je nach dem eingeschlagenen Wege zusammenzufassen.

Die Türkei, mit Abstand der Iran und mit noch größerem Abstand Afghanistan, haben einen klar oorgezeichneten und in sich abgeschlosse­nen Weg eingeschlagen. Ausschließlich maßgebend ist nur der Gedanke der nationalen Erstarkung bis zu seiner letzten Folgerichtigkeit. Alle Hindernisse werden restlos und rücksichtslos beseitigt. Die Reli­gion wird entpolitisiert, Jahrhunderte alte Sitten und Gebräuche werden in unglaublich kurzer Zeit in neue und moderne Formen umgepreßt, und das Wagnis ist der Türkei bereits gelungen. Der Iran ist auf dem besten Wege, dasselbe Ziel zu erreichen, und Afghanistan ist ein ähnlicher Ent­wicklungsweg allerdings in langsamerem Tempo vorgeschrieben trotz der dort noch herrschenden Reaktion nach Amannullas überstürzten Reformen.

Der Irak mit seinen nicht geschlossenen Rasse­einheiten, panarabisch-kulturellen und politisch-dyna­stischen Bindungen konnte sich bisher nicht restlos entschließen, den türtisch-iranischen Weg einzu­schlagen. Die raschen und glücklichen Erfolge der beiden Nachbarn jedoch boten stets einen großen Anreiz zu Nachahmung. Jedoch erscheint die all­mähliche Beseitigung vieler bisher bestehender Hem­mungen wahrscheinlich und damit eine Annähe­rung an die betont nationalen Entwicklungslinien der Türkei-Gruppe.

Dann kommt die Reihe derkünstlichen" Staatengebilde: Syrien, Palästina und Transjor­danien, in denen es noch gärt und siedet, weil die ausgelösten nationalen Triebkräfte noch keinen Entwicklungsweg und kein politisches Endziel vor sich sehen. Zunächst Syrien. Daß die unter fran­zösischer Anleitung oorgenommene Aufteilung in sogenannte selbständige Staatengebilde nur eine zersplitternde Zwischenlösung ist und sein kann, be­stätigt heute schon jeder politisch aufgeklärte Syrier, der nicht persönlich in irgendeiner Form an der Neugestaltung interessiert ist. Hinzu kommt nun noch der Sandschak Alexandrette als weiteres autonomes oder halbautonomes Gebilde. Syriens zukünftige politische Entwicklung ist heute unüber­sichtlicher denn je, denn die Hoffnungen, die weite syrische Kreise auf den Irak setzen, erscheinen durch die Kursänderung dort bedroht.

Dann P a l ä st i n a ein Problem, das wohl nur durch große, weitreichende Entschlüsse oder durch große Ereignisse gelöst werden kann. DieRoyal Commission" hat gewiß keine dankbare und leichte Aufgabe. Bei jeder unter den heutigen Verhältnissen auch nur denkbaren Entscheidung erscheint es un­vermeidlich, daß Verbitterungen und Zündstoffe Zu­rückbleiben. Durch die aus Klugheit oder aus eng­lischem Druck hervorgehende große Zurückhaltung der umliegenden arabischen Völker ist der Weg in die politische Zukunft vernebelt. Die kämpfenden Landesbewohner müssen sich mit dem Nächstliegen­denden begnügen: Vermeidung der Ueberfremdung.

Und Transjordanien! Muß es nicht über­haupt seine Daseinsberechtigung noch nachweisen? Gewiß, im Inneren herrscht Ruhe und Ordnung, aber auf wie lange? Vielleicht nur so lange, wie England seinen schützenden Arm über diesen künst­lichen Damm gegen etwaige Mittelmeer-Gelüste Ibn Sauds legt. Vielleicht nur so lange, wie englische Gelder fließen und englische Offiziere und Flugzeuge in Aman sind. Alle diese künstlichen Staaten kön­nen durch eine zündende Kampflosung, durch eine große Führerpersönlichkeit oder durch Anschluß an einen starken Nachbarn plötzlich neue und heute noch unberechenbare politische Entwicklungsmöglich­keiten erhalten.

Weiter Aegypten, das reichste und entwick­lungsfähigste aller Länder des Nahen Ostens! Es geht seinen eigenen Weg und steht für sich. Nach Abschluß des außenpolitischen Kampfes, der die be­sten nationalen Kräfte ausschließlich beanspruchte, geht es aller menschlichen Berechnung nach einer Zeit der inneren Blüte und der Erstarkung ent­gegen. Hier sind keine radikalen Maßnahmen er­forderlich, um dem Fortschritt nachzuhelfen. Fast unmerklich erfolgt der Uebergang vom Alten zum Neuen, von konservativem Beharren zu modernen Entwicklungsformen. Der Boden ist durch Jahr­zehnte lange starke Fühlungnahme mit Europa für den modernen Fortschritt vorbereitet. Bei voller innerer Selbständigkeit schützt das Bundms mit Enqlattd für lange Jahre hinaus die Ruhe nach

°"Das' was wir heute über Ibn Sauds Ara­bien' wissen, ist für eine Beurteilung seines zu­künftigen Weges ungenügend zudem stammt das vorliegende Nachrichtenmaterial meist aus fremden, und nicht immer unparteiischen Duellen Wir wissen nur daß das Land mit starker Hand weise und maßvoll regiert wird, daß es seine vollkommene Unabhängigkeit streng wahrt, und daß es sichnicht dazu her gibt als Spielball außenpolitischer Groß- w dienen. Wir wissen weiter, daß KÄfSr vollbrachte, Nomaden- stamme seßhaft zu machen, und daß er daran arbei- les^setnem Lande bie Wittel

zuaänalick w machen, ohne mit der Religion, Die do?t noch Politik bedeutet in Widerstreit zu gera­ten. Wir wissen endlich, daß Ibn.Sauds Ansehe nicht nur im eigenen Lande

daß auch Hunderttausende von national-rassisch den

Grundsätze nationalsozialistischer Preispolitik.

Neichskommissar Gauleiter Wagner über Preisbildung und Ausfuhrwirtschast.

Hamburg, 27. April. (DNB.) Auf einer Kund­gebung der Industrie- und Handelskammer Ham­burg führte der Reichskommissar für die Preisbil­dung, Gauleiter Wagner, u. a. aus:

Wenn auch das (ogenannte Wirtschaftsgesetz von Angebot und Nachfrage in der deutschen Wirtschaft nicht mehr anerkannt werden kann, so hat sich der Weltmarkt doch nicht von diesem Gesetz freigcmacht und wird es in absehbarer Zeit auch nicht tun. Daher genießt der deutsche Export in der Behandlung durch die politischen Stellen eine unbedingte Vorzugs st el- l u n g. Die Bedürfnisse des Exports werden vor allen anderen Bedürfnissen gedeckt. Wirklich ratio­nell ist der Export für uns nur dann, wenn die ausgeführte Ware möglichst viel deutsche Arbeit mit hinausnimmt. Auch unterliegt die für den Export bestimmte Herstellung mancher Waren anderen Grundsätzen als die Deckung des Inlandsbedarfes.

Der Reichskommissar kündigte eine neue Ver­ordnung über die Preisbildung für aus­länd i f d) e TB a t e n an, die eine einheitliche Rechtsgrundlage für alle Gebiete der Wirtschaft bringt auf dem Grundsatz des volkswirtschaft­lich gerechtfertigten Preises. Dabei sei in jedem einzelnen Bedarfsfälle die Ueberkgung anzu­stellen, was volkswirtschaftlich ge­rechtfertigt ist und was nicht. Die Gegner unserer Wirtschaftspolitik haben die Einfuhr­wirtschaft als die größte Einbruchsstelle bezeichnet, von der aus unsere Bemühungen zum Schülern gebracht werden würden. Diese Er­wägung geht nicht zu unrecht von der Erkennt­nis aus, daß die zur Feil in starkem Anstieg begriffene Tendenz der Weltmarkt­preise die Neigung hat, die deutsche Wirtschaft mikzureißen. Wir sind aber entschlossen, jedem Anskurm zu wider st ehe n. Und es bieten sich uns zahlreiche hilfmillel an, die uns durchaus einen guten Erfolg versprechen. Zwar wird es hier und da unvermeidlich fein, Waren zu höheren Preisen hereinzunehmen. Den Ausgleich dafür werden uns einerseits die höheren Exportpreise bieten, anderer­seits aber die Preissenkungen, die wir

in der Vinnenwirtschast vornehmen werden.

Je straffer die Preisüberwachung gehandhabt wird, desto mehr nimmt sie den Charakter einer polizeilichen Tätigkeit an. Deswegen kann sie nur ein T e i l der Preisbildung sein. Seit der Preis- stopp-Verordnüng ist eine Reihe von Maß­nahmen ergangen, die darüber hinausführen und neue Wege aufweisen. Grundsätzlich ist es er­forderlich, daß sich die Wirtschaft mit der Hand­habung solcher Vorschriften die großen Grund­sätze zu eigen macht, von denen im nationalsozia­listischen Deutschland aller Handel und Wandel be­stimmt sein muß. Der wichtigste unter diesen Grund­sätzen ist, daß man einer vielleicht sehr verlockenden Gewinnchance nicht nur nach Maßgabe der bestehen­den Vorschriften, sondern vor allem aus eigener charaktervoller und verantwortungsbewußter Hal­tung soweit widersteht, als es d i e R ü ck s i ch t auf das Gemeinwohl fordert.

Berlin, 27. April. (DNB.) Die Einnahmen des Reichs betrugen im März 1937 an Besitz- und Verkehrs st euern 844,3 gegen 620,8 Millio­nen im März 1936, bei den Zöllen und Ver­brauchssteuern 296,8 (283,3), zusammen also 1141,1 (904,1) Millionen Mark. Für das Rech­nungsjahr 1936 (1. April 1936 bis 31. März (1937) stellen sich die Einnahmen aus Besitz- und Ver- kehrsfteuern auf 7 838,8 (i. V. 6 175,8), aus Zöllen und Verbrauchssteuern auf 3634,2 (3474,5), zusam­men 11 473,0 (9650,3) Millionen Mark. Als Gesamt­bild ergibt sich somit, daß im März 1937 gegenüber März 1936 an Besitz- und Verkehrssteuern 223,5, an Zöllen und Verbrauchssteuern 13,5, mithin i n s- gesamt 23 7,0 Millionen Mark mehr aufgekommen sind.

Nach der Gesamtergebnis-Bilanz für das Rech­nungsjahr 1936 ergibt sich gegenüber dem Rech­nungsjahr 1935 bei den Besitz- und Ver­kehrs st euern ein Mehr von 1663,0 und bei den Zöllen und Verbrauchs st euern ein Mehr von 159,7, zusammen also ein Mehr von

Zwar wird es nötig fein, im Bedarfsfälle hoch st zulässige Preise festzusehen, man werde aber nicht, wie in der Kriegszeit, seine ganze Politik auf Höchstpreise gründen. Denn Höch st preise sind in der Praxis fast immer Winde st preise. Die Mißerfolge, die in der Vergangenheit mit den verschiedenen Systemen der Preispolitik erzielt worden sind, gehen zum großen Teil darauf zurück, daß man sich immer nur auf eine Festsetzung der Verbraucher­preise beschränkte. Regelt man dagegen alle Stufen vom ersten Erzeuger oder Einführer bis zum letzten Verteiler, so wird es immer möglich sein, einen mehr oder minder großen Teil der Preiserhöhungen auf die vielen zur Verfügung stehenden Schultern zu verteilen und die Lasten nach den jeweiligen Kräften zu bemessen.

1822,7 Millionen Mark. In diesem Mehraufkommen sind drei Posten enthalten, die im Vorjahr noch nicht vorgekommen sind: a) die Urkunden- steuer, die erst ab 1. Juli 1936 Reichssteuer ge­worden ist, b) die Erhöhung der Körper- s ch a f t s st e u e r - Vorauszahlungen, c) die B e - förderungssteuer für den Güter- und Werk­fernverkehr und für den Personenverkehr mit Kaft- fahrzeugen.

Bei den einzelnen Arten der Besitz- und Derkehrs- steuern sind die wesentlichen Mehrerträge gegen­über dem Vorjahr die folgenden: Einkommensteuer 705,1, Körperschaftssteuer 454,0, Vermögenssteuer 56,9, Umsatzsteuer 368,8, Kapitaloerkehrssteuer 18,5, Personenbeförderungssteuer 6,5, Güterbeförderungs­steuer 15,8 und Reichsfluchtsteuer 24,6 Millionen Mark. Im Rechnungsjahr 1936 haben sich danach besonders gut entwickelt die Einkommensteuer, die Körperschaftssteuer, die Umsatzsteuer und die Be­förderungssteuer, das sind die für die Beurteilung der Wirtschaftsentwicklung w i ch t i g st e n Steuern.

Wachsende Steuereinnahmen deutliche Zeichen des deutschen Wirtschastsausstieas.