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ieberauibau
Grenzland im
Galizien eine unDergefy
plötzlich sechs Reiter, unverkennbar deutsche U>m.n.
mir diese
kleine Episode, die in wenigen M v
Und diese sechs Mann ritten in schärfster Gangart Attacke gegen uns! Der Ostizier legte sich über den
uns daher Infanterie
des 5. Ulanen-Regiments über ein Wiesengelände ein kleiner Wald, rechts
lebte ich im Jahre 1916 in liche kleine Episode.
Mit zwei Schwadronen ging ich damals zu Fuß vor. Links vor uns war
des Wäld- der Bäume
kappen auf. Aus der Ferne konnte man ganz gut für russische oder rumänische । halten.
mit fünf Mann zwei Sch- Ein unerhörter Angriffsgeist Wären wir Feinde gewesen, sichtslos angegriffen und sich
Aus dem langen großen
ein Bach. Zwei Schwadronen, etwas über zweihundertfünfzig Mann, sind schon eine ansehnliche Kampftruppe-, außerdem führten mir vier Maschinengewehre und einen Zug Artillerie mit. Es hatte lange geregnet, und wir sahen sehr mitgenommen aus. Das Lieaen in lehmigen Schützengräben war unseren Uniformen nicht gut bekommen. Zudem hatten wir völlig durchweichte und formlose Lager
ns
B e u t h e n , im Juni.
Ist dieser mächtige Lebenswille in Beuthen und, wie wir noch sehen werden, in ganz Oberschlejien denkbar ohne den Menschen, den arbeitsamen O b e r s ch l e s i e r, der lange Jahre die allgemeine Krise und die durch unsinnige Grenzziehung heraufbeschworene Katastrophe erfragen hat? Gewiß, diese Jahre zehrten an seiner Arbeitskraft, machten vielleicht hier und da mutlos, aber sie konnten den Glauben an eine schönere Zukunft des deutschen Vaterlandes nicht nehmen. Heute fördert der Oberschlesier wieder Kohle und Erz wie je, der Beuthe- ner Zipfel ist mit dem Gebiet um Hindenburg ein wichtiger Faktor in der Erfüllung des Vierjahresplanes.
Vor der Teilung lagen im Beuthener Bezirk 23 Gruben — es sind heute deren zehn. Daß diese zehn Gruben — Kohle und Erz — vor der Errichtung des nationalsozialistischen Deutschland nicht ausgenutzt wurden, ist eine der vielen Sünden der früheren Machthaber. Nicht dringende soziale und nicht volkspolitische Gründe konnten damals die Zechen in Betrieb halten. Die Tatsache, daß oberschlesische Kohle und Erz frachtungllnstig gelegen sind, war ausschlaggebend. Dieser Zustand wird aber nicht mehr bestehen, wenn der im Bau befindliche Hindenburg-Kanal das ober- schlesische R'vier an das große deutsche Wasserstra- ßennetz angcschlossen hat. Bis dahin mag noch einige Zeit vergehen, aber auf allen Gruben sind volle Belegschaften, oft in drei Schichten, an der Arbeit. TUchts kennzeichnet den Lebenswillen des einzelnen und das Verantworfunqsbewußtsein der Grnv'inschaft für den einzelnen besser als das große Aufräumen, das nach der nationalsozialistischen Revolution in Beuthen begann. Diese Stadt hat heute kaum noch 1000 Arbeitslose.
An der Kattowitzer Landstraße. Zollhaus und Zollschranken hemmen den Schritt. Straßenbahnen fahren auf ostoberschlesisches Gebiet, und von Ost- oberschlesicn kommen sie, dazu Autos, Autobusse und Fuhrwerke. Hunderte und aber Hunderte passieren täglich die Grenze. Man kann beobachten, daß der Verkehr aus Ostoberschlesien nach dem Beuthener Gebiet stärker ist als umgekehrt, und er umfaßt Deutsche und Polen. Wie an diesem Grenzüber-
* Vgl. den ersten Artikel dieser Reihe in Nr. 140.
I Als unser linker Flügel in die Höhe °— f"rten sich aus d.m Schatten
E'endsvieriel sind verschwunden. - Der oberschiesische Arbeitskamerad. Ungebrochene Arbeitskraft.
Don unfeiem W.-Sonderdenchterstcktter.
gang, ist es an anderen, nur tritt hier die Verbundenheit der einst deutschen Gebiete mit dem deutschgebliebenen Rest augenfällig in Erscheinung. Es kann nicht ausbleiben, daß der Besucher von drüben Vergleiche anstellt. Er weiß daß in Königshütte und Tarnowitz, Friedenshütte und Kaftowitz, daß im gesamten ostoberschlesischen Revier die Arbeitslosigkeit trotz günstiger Konjunktur nicht abnehmen will, wahrend im Beuthener Gebiet ein Arbeitsloser nach dem anderen wieder in die Produktion eingeschaltet worden ist. Er kennt den ganzen Jammer der Lohnkämpfe, der das ostoberschlesische Revier nicht erst seit jüngster Zeit belastet, und sieht, daß der Kumpel in Westoberschlesien höher entlohnt wird als der Arbeitskamerad jenseits der Grenze, und daß vor allem die Sorge des Staates der Erleichterung der Lebensbedingungen gilt. Das fängt mit den Wohnungen an. An die Elendsviertel, trostlose Reste aus der Zeit des wirtschaftlichen und politischen Niederganges, wurde die Spitzhacke angelegt und dort, wo die vielen Baracken das Stadtbild verschandelten und aus wertvollen Volksgenossen asoziale Elemente machten, stehen heute schmucke Einzelsiedlungen und Wohnblocks. Tausende Volksgenossen wurden damit dem Elend entzogen und Tausenden wurde der Glaube an die Volksgemeinschaft und — hier besonders wichtig — an das Vaterland wiedergegeben.
Bergleute verbringen einen großen Teil ihres Lebens unter Tage. Sie sind von Natur aus ernst und besinnlich. Der oberschlesische Kumpel ist dazu tiefreligiös. So sieht man an den Zechentoren große Kreuze ragen. Bei dem Ausbau der Zeche Karsten- Zentrum im vergangenen Jahre wurde ein archit.k- tonisch besonders schönes, etwa drei Meter hohes Kreuz in die Umfassungsmauer an der Straße eingebaut. „Wir haben wieder Arbeit", sagte der Kumpel am Tor der Beuthengrube. Ist es das allein? Oder stärkt nicht auch die gepflegte Umgebung Lebensfreude und Arbeitskraft? Er geht auf dem Wege zur Schicht durch freundliche Anlagen, sein
wissermaßen Arbeit aus- und Boden, d. h. Rohstoffe und Lebensrnittel, einzuführen.
Als Malthus die obigen Sätze schrieb, hatte noch niemand eine Vorahnung von Dampfschiff und Eisenbahn-, um so erstaunlicher ist seine Voraussicht, daß industrielle Produktivkräfte einen Handelsstaat wie England in die Lage versetzen könnten, sich bei schrumpfender Anbaufläche und wachsender Bevölkerungszahl viele Generationen hindurch vor Mangel zu bewahren; um so bewundernswerter die Jnstinkt- sicherheit, die ihn davor schützte, von dem Taumel ersaßt zu werden, der fast alle bedeutenden Zeitgenossen wähnen ließ, die wachsende Abhängigkeit von Lebensmitteleinfuhren werde sich niemals rächen. Damp,schiffahrt und Eisenbahnbau erschlossen nach den napoleonischen Kriegen England und den ihm nacheifernden jüngeren Industriestaaten die südrussische, nordamerikanische, australische, argentinische und indische Kornkainmer. Während auf dem europäischen Festlande Schutzzollsysteme die nationalen Bauernschaften vor den verheerenden Folgen steigender Weltgetreidefluten in immerhin erheblichem Umfange bewahrten, nahm in England die rein kapitalistische Bodenbewirtschaftung derartig überhand, daß der selbständige Bauernstand so gut wie völlig verschwand und bei Ausbruch des Weltkrieges vier F ü n f Le I des Lebensmittelbedarfs durch Einfuhr gedeckt werden mußten. Weit über eine Million Menschen waren seit Mitte des 18. Jahrhunderts vom Lande in die Städte, weitere Himderttausende nach überseeischen Ländern ab- oder ausgewandert -
Die Anbaufläche Englands umfaßte 1914 noch 14,29 Millionen Acres (1 Acre — 0,4 Hektar). Die Kriegswirt schäft gab einen künstlichen Impuls zu ihrer Ausdehnung; sie umfaßte 1918 wieder 15,8 Millionen Acres, um dann aber in wenigen Jahren auf 14,2 Millionen Acres zusammenzuschrumpfen. Seit 1878, also in anderthalb Generationen, waren 3,6 Millionen Acres verlorengegan- gen. Zwischen 1878 und 1916 war die Schrumpfung der Ackerfläche immerhin zum Teil der Weide- fläche zugutegekommen. Die Nachkriegszeit brachte einen gleichzeitigen Verfall des Ackerbaus wie der Viehzucht. 1916 umfaßte das Weideland Englands 17,5 Millionen Acres, zehn Jahre später nur noch 16,3 Millionen. Das dem Pfluge anvertraute Land hatte gleichzeitig um rund 100 000 Acres abgenommen. Die Zahl'der Schafe ging zurück von 36 Millionen im Jahre 1868 auf 25 Millionen im Jahre 1934.
Vergebens legt sich der Staat heute ins Mittel, den Verfall'der inländischen Landwirtschaft und Viehzucht aufzuhalten. 40 Millionen Pfund Sterling wandte die englische Regierung zwischen 1924 und 1934 allein auf, die heimische Zuckerrübenerzeugung zu fördern. Auch die Viehzüchter werden in immer größerem Umfange aus öffentlichen Mitteln unterstützt. Daneben verschlingt das Siedlungswe - s e 'n große Summen. Es fehlt nicht an glänzenden Einzelerfolgen. In Cheshire wohnen auf einer Fläche von 2570 Acres feit ihrer Aufteilung 410 Menschen, statt wie früher 187, in Essex auf einer Fläche von 690 Acres statt des früheren Großgrundbesitzers mit seinen 13 Angestellten, 41 Siedler mit ihren Familien, bei Pertbshire auf ehemaligem Weideland, wo drei bis fünf Leute beschäftigt waren. 550 Acres umfassend, 11 kleine Besitzer mit ihren Familien. Aber die Entvölkerung des platten Landes nimmt im ganzen n o ch i m m er zu.
England führte vor-dem großen Kriege Weizen aus einem Dutzend Ländern ein-, aber Australien, I Kanada und Argentinien find heule die einzigen regelmäßigen und wesentlichen Versorgungsquellen. Inzwischen hat sich innerhalb des Aktionsradius des japanisch-chinesisch n Industrialismus ein rasch steigender Bedarf für die Weizen- und Weizcnmehl- erzeugung Kanadas entwickelt, während Argentinien bemüht ist, für seine L. bensmittelerzeugung durch Jndustriealisierung und dichtere Besiedlung der Pampas einen genügenden inneren Markt zu schaffen. Alle überseeischen Agrarländer sind nach I b-’n Erfahrungen her letzten Dürrejahre einer Wirt- | schastspolitik übedrüssig geworden, die den Boden
An der Spitze
ritt ein blutjunger Offizier.
Im Alter von noch nicht 47 Jahren ftarb in
Kassel der Schriftsteller Will Scheller, dessen vielseitiger und fruchtbarer Tätigkeit auch das Feuil-। , letvn des Gießener Anzeigers und vor allem unsere I „Sr J0?!* « „Heimat im Bild" manchen schönen Beitrag ver- ' *J10^nn) ,ra)5 J dankte. Scheller, am 28 Oktober 1890 in Kassel ge
trieb diese sie hätten geopfert.
Kriege ist
Sechs Mann reiten Attacke.
Von Alexander v. Keller.
Als Offizier der alten österreichischen Armee er«
Leute an. uns rück-
Öie Brücke
Von VUlhelm von Ecvolz.
Augen vorbeizog, unvergeßlich geblieben wie am ersten Tage.
wie einen industriellen Rohstoff behandelte, aus dem man glaubte, billige Weltmarktware, in unbegrenztem Umfange „fabrizieren" zu können. Die Natur machte einen dicken Strich durch diese technologische Rechnung. Die der schützenden Grasdecke beraubte Humusschicht ehemaliger, unter den Pflug gebrachter Weidegebiete wurde, unter der Einwirkung langandauernder Trockenheit pulverisiert, von Stürmen emporgehoben, die unterwegs Sand und Kies auf fruchtbarem Lande niedergehen ließen, das dadurch ebenfalls in Einöde verwandelt wurde. Wie in den Vereinigten Staaten, so geht man auch in Argentinien, Australien und anderen überseeischen Ländern dazu über, die Bewirtschaftung des Bodens den Bedingungen der Erhaltung feiner Fruchtbarkeit unterzuordnen, ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Kaufkraft auf dem Jnncnmarkt anzustreben und sich um die Nöte eines so einseitig industriell entwickelten Landes wie England nicht zu kümmern. .
In den britischen Dominions scheint die Neigung zu wachsen, dem Mutterlande lieber seinen Uebersluß an Menschen abzunehmen, als diesen im Mutterlande billig über Wasser halten zu helfen. Im Mutterlande ist man aber geradeI jetzt zum vollen Bewußtsein der Tragweite einer1
Hals seines Pferdes, den Arm mit dem Säbel var- gestreckt, während er seine Leute.durch Zurufe antrieb.
Meine Leute, welche die deutschen Reiter erkannt hatten, gaben ihnen Zeichen. Es half aber nick's. Bis ein Unteroffizier vorsprang "nd „Halt, a it Freund, österreichische Kavallerie!" hinausbrüll’e. Das half. Der Of'izier war unterdessen bis aus zehn Schritt herangekomm"n und zügelte s'iuVfc'd. Dann grüßte er stramm, schrie , Pardon!" und ritt ins Wäldchen zurück.
Zwanzig Jahre sind seither vergangen, aber immer noch sehe ich voll Bewunderung den jungen Offizier und seine fünf Reiter vor mir. Welch heldenmütig Selbstaufopferung war dach in diesen Seelen' Dmn es gehört mehr als Mut dazu, um
Englische Broisorgen.
Von Otto Eorbach
Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert warnte Thomas Robert Mlllthus seine Landsleute vor den verhängnisvollen Folgen, die die Vernachlässigung der heimischen Ernähr u n g s grundlage schließlich nach sich ziehen müsse, auch wenn ein solches Verhängnis für „viele Generationen" durch Eintausch von fremden Lebensmitteln gegen Fabrikate aufgehalten werden könne. „Ein Land", so heißt es an der betreffenden Stelle feines Hauptwerkes, „das sich durch Handel und Manufactur hervortut, mag von einer großen Zahl verschiedenartiger Lander Getreide kaufen; es kann der Fall sein, daß es unter diesem System gedeiht, und es mag nun fvrtsahren, eine zunehmende Menge von Getreide zu kaufen und eine rasch wachsende Bevölkerung zu unterhalte^ bis die Länder aller Nationen, mit denen es Handel treibt, vollständig angebaut sind. Da dies ein Ereignis ist, das notwendigerweise in weiter Ferne liegt, so mag es so scheinen, als ob die Bevölkerung eines solchen Landes nicht durch die Schwierigkeit der Beschaffung von Unterhaltsmitteln gehemmt werde ..."
„Es sind indessen fortwährend Ursachen wirksam, den Druck dieser Schwierigkeit fühlbar zu machen, lange bevor jenes Ereignis eintritt, zu einer Zeit, wo die umgebenden Länder noch verhältnismäßig Nahrungsmittel im Ueberfluß erzeugen. In erster Linie können die Vorteile, die ausschließlich auf Kapital und Geschicklichkeit und der gegenwärtigen Verfügung über besondere Handelskanäle beruhen, ihrer Natur nach nicht dauernd sein. Wir wissen, wie schwierig es ist, die Vervollkommnung in der Maschinerie auf einen einzigen Ort zu beschränken; wir wissen, daß sich Individuen wie Völker fortgesetzt bemühen, ihr Kapital zu vermehren, und mir wissen aus der Geschichte früherer Handelsstaaten, daß die Handelskanäle nicht selten ihren Lauf ändern. Es ist daher unvernünftig, zu erwarten, daß irgendein Land ausschließlich vermöge seiner Geschicklichkeit und seines Kapitals im Besitze von durch fremden Wettbewerb ungestörten Märkten bleiben werde. Wenn aber ein starker fremder Wettbewerb Platz greift, dann müssen die ausfuhrfähigen Waren des betreffenden Landes i m Preise fallen und die Profite sich wesentlich vermindern. Das Sinken der Profite aber wird sowohl die Zähigkeit wie den Willen zu sparen verringern; und unter diesen Umständen wird die Akkumulation von Kapital sich verlangsamen und die Nachfrage nach Arbeit sich abschwächen, bis sie schließlich nahezu zum S t i 11 st a n d kommt, während vielleicht die neuen Wettbewerber, sei es, indem sie ihre eigenen Rohstoffe erzeugen, oder irgendwelche anderen Vorzüge genießen, ihr Kavital und ihre Bevölkerung noch einigermaßen rasch anwachsen lassen können. Dieselbe Wirkung hat der innere Wettbewerb. Während in einer früheren Periode das Jndustrieprodukt aus der Arbeit eines Mannes an einem Tage ausgetauscht worden sein mag, gegen soviel Lebensmittel, wie für den Unterhalt von 40 bis 50 Personen aus- reichen, so mag in einer fcllaend-rn Periode dasselbe Jndustrieprodukt nur den Unterhalt von zehn Personen kaufen ..."
Schon Ende des 15. Jahrhunderts war in England damit begonnen worden, dm Bauern- st a n ö einem rationalistifch-freihändlerischm Wirtschaftssystem zu opfern. Bis Mll'e des 16. Jahrbund-'rts ve'üchwanden rund 500 Dörfer von der Bildfläche. Die Ausdehnung der Schastriften hatte das Land der Bewohner verschlungen. Im Laute des 18. Jahrhunderts wurden über zwei, im Laufe des 19. Jahrhunderts mehr als drei Millionen Acres Gemeindeland eingezäunt, d. h. von den Lords zugunsten ihrer Schafzucht den Gemeinden genommen, wodurch sich die Reihen der Peomanry, des alten freien Bauernstandes, immer mehr lichteten. Das von der Scholle vertriebene Landvolk strömte in die Städte, wo die „industrielle Revolution" immer neue Möglichkeiten schuf, ge
boren, Hal eine Fülle literarisch-kritischer Tagesarbeit geleistet; diese kleineren Veröffentlichungen finden sich in sehr großer Zahl in Zeitungen und Zeitschriften verstreut und haben seinen Namen über die hessischen Grenzen hinaus bekannt gemacht. Vor allem soll aber heute, da wir Abschied nehmen, gesagt werden, daß wir in Scheller auch einen Prosaisten und Erzähler von nobler und tuilinierter Form und einen feinen und echten Lyriker verloren haben; seine Gedichte hat er in mehreren Bänden — „Ave Maria", „Die Ausfahrt", „Das kleine Jahr", „Stille Freuden" — gefummelt. Das Land Hessen wird ihm, der dem George-Kreise nahe- stand und auch zwei Monographien über S e an George veröffentlichte, für die beiden Bändchen der „Hessischen Köpfe" und für die sammelnde und überschauende Darstellung und Würdigung „Heutige deutsche Dichtung in Hessen" dankbar verpflicht"! bleiben. Eines der fesselndsten Bücher von Scheller ist, geschichtlich und kulturhistorisch gleichermaßen anziehend, das anekdotische Lebensbild „Der letzte Kurfürst"; auch der Novellenband „Hessisches Tagebuch" und die „Meditationen" seien unvergessen. Dem Andenken Wilhelm Hauffs, diente er durch eine Biographie und durch eine Ausgabe seiner Werke. — Eine der letzten Arbeiten Schellers für die „Heimat im Bild" wird demnächst dort erscheinen..
hth.
die Ställe und Remisen gehören, stehen als bedeutsame Andenken das Feldbett Napoleon III. aus dem siebziger Kriege und der Wagen, mit dem er nach der Schlacht bei Sedan in die Gefangenschaft fuhr.
Gelassen blicken wir in ein vergangenes Jahrhundert zurück, des festen Zutrauens, daß Deutschland die Zukunft gehört.
Die Brücke, über die einst der elegante Landauer der Hortense rollte, über die jetzt Eisenbahn- und Fernlastzüge, große Reiseautos und die beladenen Bauernwagen des Landmanns, Langholz und Handkarren neben den Fußgängerscharen hinüberziehen, wird gerade zu einem der stolzesten Stromüder- gänge ausgebaut. Sie trägt jetzt den Namen „Horst- Wessel-Brücke".
seit Jahren rückgängigen Bevolkerun g s- beroegung gekommen. Man rechnet aus, daß England, wenn keine Wendung im Sinne einer Belebung der Geburtenhäufigkeit erfolgt, in oier Jahrzehnten zwölf Millionen weniger Bevölkerung haben werde. Um aber in den Dominions,' wo die Geburtenrate ebenfalls sinkt, 'nur das geringe Wachstumstempo von 1930 wiederherzustellen, müßten Jahr für Jahr mehr als 2 00000 Menschen aus d e m Mutterlande dorthin umziehen. Kann das Mutterland einen solchen fortgesetzten Aderlaß noch ertragen? Wie aber will man anders die Dominions davon abhalten, die Menschen, die sie brauchen, ihre leeren Räume auszufüllen, zu nehmen, woher sie n^ir kommen mögen? In der Bevölkerung Kanadas bedeutet heute schon der Bestandteil angelsachsifcher Herkunft eine Minderheit. England leidet immer mehr unter dem Widerspruch, daß die wachsenden Schwierigkeiten seiner Lebensmittelversorgung durch Einfuhr es die Selbstgenügsamkeit des kleinen Dänemark beneiden läßt, während es doch die Lasten der Veranlwortung, über den vierten Teil der bewohnbaren Erdoberfläche zu herrschen, nicht einfach von den Schultern werfen kann.
Die Rheinbrücke in Konstanz hängt wie eine ' Svange das Land nördlich und südlich des Bodensees zusammen. Als ziehe sie beide Ufer nahe aneinander, verengt sich hier der See für eine kurze Strecke zum Rhein. Das schöne alte Bi|chv|s|chlvß Gottlieben liegt daran und ihm gegenüber das Naturschutzgebiet des Wolmatinger Rieds mit Pflanzen aus der Gletscherzeit unserer Gegend.
Dann verbreitert sich das Wasser wieder zum See und umschließt wie eine Muschel die Perle Reichenau, die alte Klosterinsel. In deren oberer Kirche zeigt man den Kopf des Heiligen Georg, des Drachentöters, in ihrem mittleren Gotteshaus einen Krug von der Hochzeit zu Kana und an einem besonderen Fest einen Blutstropfen Ehristi; m allen dreien frühchristliche Wandmalereien
Die nächste Brücke schwingt sich über den Flutz erst wieder bei dem romantischen Städtchen Stein, das der Burg Hohenklingen zu Fußen liegt, mehrere Häuser mit schönen handwerklichen Fresken und ein sehr wohlerhaltenes, kiinstgeschichtlich bedeutsames, von seinem Eigentümer den Besuchern geöffnetes Kloster besitzt, hart am Strom, in den die Grundmauern hinabreichen Die Brücke, in Stein entspricht der letzten Brücke des oberen Rheins wo er zwischen dem österreichischen Vorarlberg und der Schweiz, gegenüber Lindau, sich in den See ergießt.
Dazwischen gibt es dann noch §wei fliegende Brücken, die Kraftwagenfähren Friedrichshafen Romanshorn und Staad-Meersburg. >
Die Konstanzer Brücke ist die wichtigste all dieser über das Wasser fortgeführten Straßen, sicher schon zur Römerzeit ein unentbehrlicher llebergong. Denn hier im Brückenkopskastell Constantia liefen die Heerwege von Brigantium (Bregenz) und von Basilea (fBnfel) ein, auf denen manche Kohorte, manche Legion marschierte. h»r
Im Mittelalter war die Brücke holzgedeckt, der Stutzpunkt für fleißige Wassermühlen und b-ruhmt durch Kamps und Handgemenge Daraus b-i d m rechts und links die Gepanzerten in den » 4 absturzten. Sie bat auch mehrmals das «chaufp-el gewaltiger Brande, die sich schauerlich 'M Was, r fpiearllen Noch fleht ihr mächtiger Pfeiler, der Rhemtorturm - seitlich der i-dM Bruck- -. aus dessen mit niederer Mauer geschlossenen gotischen Durchgangsbogen man über den Strom sieht
Um die Zeit vor etwas über einem Jahrhundert fuhr oft ein eleganter Zweispänner über diese Briicke. in dem eine anmutige, nach der damaligen
vergnügten. _ , . „
Dieser Landsitz, der später den Namen „Seeheim erhielt, ist, wenn ich bildlich so sagen darf, mein väterlicher Erbhof und ist vor mehr als einem halben Jahrhundert meine Heimal geworden.
Die Dame war die Kusine der Großherzogin Stephanie von Baden und hieß Herzogin von St. Leu. Aber daran werden meine Leser sie noch nicht erkennen; denn diesen Namm trug fie erst seit dem Sturz ihres Hauses. Hortense, Königen von Holland, hatte sie vorher geheißen, und von den beiden Söhnen — Napoleon Louis und Louis Napoleon — starb der ältere früh, während der zweite als Napoleon III. Kaiser der Franzosen wurde. Hier in Konstanz hatte der Jüngling durch Jahre Freunde und Verkehr, war ein beliebter Tänzer und sprach wohl mindestens ebenso gut Deutsch wie Französisch. ......
Im Schloß Arenaberg drüben jenseits der Brücke, das man mit dem Kraftwagen in weniger als einer Viertelstunde erreicht, sind viele Erinnerungen an ihn und feine Mutter zu einem stillen, gedächtnisreichen Museum der Zeit zusammengestellt. Das Schloß ist ein lohnender Ausflug für alle, die mit landschaftlich und geschichtlich offenen Sinnen reifen. In ö-m reichhaltigen, die ganze Napoleonflche ! Epoche bewahrenden Museum, zu dem auch noch
Mode des Empire gekleidete Dame saß, manchmal mit zwei Jungen, ihren Söhnen — die seltsamerweise beide dieselben Vornamen, nur in umgekehrter Reihenfolge, hatten.
i Sie kam von ihrem, auf einer weit ausblickenden Uferhöhe am Untersee im schweizerischen Kanton Thurgau gelegenen Schlößchen und ließ ihr Gefährt, wenn sie das damals weinbergige deutsche Ufer, das nahe am See in widenbestandenes Nied überging, erreicht, hatte, scharf nach Osten zu wenden, "bis der Kutscher nahe am Eichhorn — wo lleberlinger See und die Konstanzer Bucht, der sogenannte „Trichter", sich berühren — in ein Reb- und Wiesengut einlenkte, dessen ländlich behagliches Haus zwischen Bäumen am See stand. Dies Gütle war ihr heimliches Eigentum, im Jahre 1816 von ihr erworben und ihr dann vom Fürsten Metternich als Wohnsitz verboten, so daß sie sich drüben in der Schweiz ansiedeln mußte.
Ihr Wunsch, im Hoheitsgebiet ihrer Kusine, deren Gatte der Herrscher des Landes war, zu wohnen, blieb unerfüllt. Aber sie hatte diesen Fleck Erde liebgewonnen, machte oft die kaum viel me.hr als eine Stunde beanspruehende Fahrt dorthin, saß am See, zeichnete, las oder erging sich in dem teilweise von ihr selbst angelegt en Garten, indessen die Söhne sich iungei.hast' am Wasser tummelten und


