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187. Zahrgang

Gietzener Anzeiger

Sarmdmscher Abschluß des deulschen Mnisterbesuchs in Wien

tung des Berlin-Wiener Abkommens, gibt es einen ichöneren Ausdruck der deutschen Wiederversöhnung,

pibt es einen besseren Ansporn für die künftige

Zusammenarbeit der beiden Regierungen als diese spontane Demonstration für ein gemeindeutsches

Botschafter von Papen

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nimmt nun kurzerhand die Propaganda der

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sekretär Dr. Schmidt nebst anderen Mitgliedern des Bundeskanzleramtes und ihren Damen, der Ge­sandte Tauschnitz, der italienische und ungarische Gesandte, Bundeskommissar Adams. An das Essen schloß sich e i n Empfang, zu dem zahlreiche Mitglieder der reichsdeutschen Kolonie in Wien so­wie Vertreter des Diplomatischen Korps, die Spitzen der Behörden, Vertreter von Wirtschaft, Kunst, Wis­senschaft und Presse geladen waren.

Botschafter von P a p en und Frau von Papen gaben apr Dienstagabend ein Essen, an dem u. a. teilnahmen: Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, Staats-1 Presse

finden sich zusammen, 270, eines Tages gar 400! Sollte dieser Adolf Hitler doch Recht behalten?

jugendlichen Bewegung an sich:So wurde als Termin für die Abhaltung dieser ersten großen Volksversammlung der noch unbekannten Bewe­gung der 24. Februar 1920 bestimmt." Niemand ahnte damals außer dem Führer selbst, daß von die­sem Datum einmal die Befreiung Deutschlands und die restlose Wiederherstellung seiner Souveränität ausgehen sollte. Mit Recht feiert der Traditionsgau München-Oberbayern diesen Tag alljährlich als seinen Gründungstag.

Eine Viertelstunde vor Beginn betritt Adolf Hitler den Festsaal des Hofbräuhauses am Platzt in Münchendas Herz wollte mir fast vor Freude zerspringen. Der gewaltige Raum, denn ge> waltig kam er mir damals noch vor, war mit Men­schen überfüllt, Kopf an Kopf, eine fast 2000 zäh­lende Masse." Nach einer halben Stunde übertönt längst der zunehmende Beifall die Zwifchenschreier, während Adolf Hitler das Programm verliest und es zum ersten Mal erläutert.Als die letzte These so den Weg zum Herzen der Masse gefunden hatte, stand ein Saal voll Menschen vor mir, zu­sammengeschlossen von einer neuen Ueberzeugung, einem neuen Glauben, von einem neuen Willen." Das damalige Münchener WochenblattVölkischer Beobachter" schreibt den Satz:Diese Versammlung hinterließ den Eindruck, daß eine Bewegung im Gange ist, die sich unter allen Umständen durchsetzen wird."

Die Führer der Partei versprechen, wenn nötig unter Einsatz des eigenen Lebens, für die Durch­führung der vorstehenden Punkte rücksichtslos ein­zutreten." So hatte es der Führer im letzten Punkt des Programms erklärt, und schon eineinhalb Jahre später bestand die Bewegung jene große Feuer­probe, welche, mit vielen hundert weiteren Blut­opfern in den kommenden Jahren, den Weg zum 30. Januar 1933 bildete. Verlacht, verhöhnt und verspottet waren vor 17 Jahren diese ersten Kämp­fer der Bewegung, welche das neue Bekenntnis, den neuen Glauben hinaustrugen in das Volk.

Oie deutsch-ital enische Wirischasts- expediiion für Abessinien

In der Nacht zum Dienstag verließ die d e u t s ch - italienische Wirtschaftsexpedition zur Erforschung der äthiopischen Boden­schätze den Hafen von Neapel an Bord des Damp­fersColombo". Die Expedition besteht aus elf deutschen und vier italienischen Mitglie­dern. Sie wird von General Cattaneo geführt.

Der gleiche nationale Wille beherrscht beide deutsche Staaten.

Reichsaußenminister Freiherr von Reurath erklärte der amtlichen Nachrichtenstelle u. a.: Das Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich ist ganz anders zu bewerten als das zwischen Staa­ten mit fremder Bevölkerung. Die Tatsache, daß diesseits und jenseits der staatlichen Grenzen Glie­der desselben Volkes wohnen, muß von selbst auch die Beziehungen der beiden Staaten zu­einander bestimmen und festlegen. Die gemeinsame Sprache, die gleiche Kultur, dieselbe Vergangenheit formen für die Bewohner des Deutschen Reiches und Oesterreichs auch ein gemeinsames Schicksal. Ich bin aus dem Deutschen Reich in den anderen deutschen Staat gekommen und habe mich es ist fast überflüssig zu sagen gefreut, hier ebenso wie drüben unter Volksgenossen wellen zu dürfen. Der herzliche Empfang hat mich in mei­ner Ueberzeugung bestärkt, daß ich mich hier nicht als Fremder zu fühlen brauche, weil der gleiche einheitliche nationale Wille unsere staatlichen Beziehungen beherrscht und beherrschen muß.

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und der Verzweiflung herauszureißen! Entspre­chend jenen Zeitumständen sahen denn auch die Anfangsversuche jenes Trüppchens von Männern aus, Gleichgesinnte zu gewinnen und die Oeffent- lichkeit überhaupt erst einmal auf sich aufmerksam zu machen. Adolf Hiller bezeichnet die Erfolge jener ersten Bemühungen mit handgeschriebenen kleinen Aufrufzetteln für die ersten Versammlungen selbst in seinem Buch alsjämmerlich" Er erzählt etwa, wie er selbst eines Tages allein 80 solcher Zettel ausgettagen hat und wie man dann am Abend in dem Versammlungslokal wieder ganz unter sich ist, sieben Mann, nicht ein einziger mehr. Aber sie lassen nicht locker. Irgend etwas an diesem Hitler reißt die Mutlosen immer wieder hoch. Und siehe da, schließlich stnden sich eines Tages zu einer Ver­sammlung ganze elf Zuhörer ein, in den nächsten dreizehn, dann siebzehn, dreiundzwanzig, vierund­dreißig. Man bringt groschenmeise das Geld für die erste kleine Anzeige imMünchener Beobach­ter" zusammen. Erfolg: Hundertelf Personen in der nächsten Versammlung. Sie bringt nach einer halb­stündigen Rede Adolf Hitlers eine Spende von 300 der erste kleine Fonds, mit dem man ar- kann. Dann geht es weiter: 170 Personen

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Rohstoffausschuß -

Der Völkerbund besitzt die fatale Eigen­schaft, mit all seinen Plänen, Experimenten und Untersuchungen immer erst dann in die Erscheinung zu treten, wenn es schon zu spät ist. So war es bei der Abrüstungsfrage, so war es im mandschu­rischen und abessinischen Konflikt, so war es bei den Krisenproblemen der Weltwirtschaft und so ist es auch heute in der Frage einer gerechten und nützlichen Rohstossverteilung. Die deutsche Regierung hat diesen grundsätzlichen Mangel der Genfer Einrichtung in Rechnung gestellt und d a r - auf verzichtet, sich an den Arbeiten des Studienausschusses für Rohstofffragen zu beteiligen. Die entsprechende Mitteilung ist Herrn Avenol, dem Generalsekretär des Völkerbundes, inzwischen zuge­gangen. Ihr Inhalt dürste in den Genfer Kreisen sowie in den Hauptstädten der großen Rohstoff­länder keine Ueberraschung heroorgerufen haben, denn die Auffassung der nationalsozialistischen Re­gierung über die Prinzipien des internationalen Warenaustausches wie über die Vorbedingungen einer für alle Nationen gleich nützlichen Rohstoff- bewirtschaftung waren ja hinreichend bekannt Auch über die Ansichten, die in Berlin für ledwede Be­tätigung des Völkerbundes ausschlaggebend sind ist das Ausland nicht im unklaren gelassen worden. Für deutsche Begriffe gleicht die Genfer Liga einer veralteten Feuerwehr, die stets erst dann auf dem Brandplatz eintrifft, wenn das Feuer durch die Selbsthilfe der Hausbewohner schon zur Halste ge­löscht ist.

Wir ziehen es deshalb auch vor, unsere Erfah­rungen auf dem Gebiete der Rohstoffbeschaffung zunächst f ü r u n s f e l b st zu verwenden und mit Befriedigung dürfen wir feststellen, daß sowohl handelspolitisch als auch arbeitsmäßig die Erfolge nicht ausgeblieben find. Nachdem der e r st e D l e r- j a h r e s p l a n bereits ein überaus günstiges Er­gebnis gezeitigt hat, wird auch der zweite Dierjahresplan eine wesentliche Verbesserung unserer Rohstofflage herbeiführen. Daß wir unseren

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Gleich nach dem Empfang begaben sich Reichs­außenminister von Neurath und seine Gemahlin auf den Westbahnhof, um 23.10 Uhr Wien zu verlassen. Auf dem Bahnhof hatten sich u. a. Botschafter von Papen, Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, Staats­sekretär Dr. Schmidt, Innenminister Glaise-Hor- stenau und mehrere Beamte des Außenamtes ein­gefunden. Der Bundeskanzler überreichte Freifrau von Neurath einen prachtvollen Strauß weißen | Flieders. Unter den Heil-Hitlerl-Rufen der zahl­reichen Angehörigen der reichsdeutschen Kolonie und IPresse rollte der Zug aus der Halle.

ohne Deutschland.

gesamten Rohstoffbedarf nicht im eigenen Lande Herstellen können und wollen, daß wir im Gegen­teil an einem gut funktionierenden System des zwischen st aatlichen Güterverkehrs außerordentlich interessiert sind und keineswegs dem Wahngebilde einer totalen Autarkie nachlaufen, ist von den maßgebenden Männern des Dritten Reiches immer wieder betont worden.

Wir sehen jedoch keine Möglichkeit, solche Ziele im Rahmen des Völkerbundes ver­wirklichen zu können. Seit Oktober 1933 hat Deutsch­land sich an keiner Aktton, feiner Versammlung, keiner Fach- oder Studienkommission des Völker­bundes mehr beteiligt, und der gegenwärtige An­laß kann uns um so weniger zu einer Aenderung der bisherigen Haltung verführen, als gerade die wirtschaftlichen Unternehmungen der Völkerbunds­liga bisher stets einen völligen Fehlschlag erlitten. Man möge deshalb im Ausland klug genug sein, die deutsche Absage nicht als eine Ablehnung inter­nationaler Zusammenarbeit überhaupt darzustellen, wie es von unvernünftigen Wirtschaftstheoretikern und gewissenlosen Pressepiraten sicherlich beabsichtigt wird. Gegen solche Unterstellung spricht die gesamte Praxis der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik, die auf den gegenseitigen Handelsverkehr gesunder Nationalwirtschaften den allergrößten Wert legt.

Ev.

Oer 24. Februar 4920.

Deutsche Arbeiterpartei. Mitgliedskarte Nr. 7 für Herrn Adolf Hitler, Lothstraße 29, München. So lautet der Schein, der einen ehemaligen Feld­grauen als Mitglied der Deutschen Arbeiterpartei ausweist, aus der dieser Feldgraue, einer von sieben, dann die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpar­tei schaffen sollte. Der ehemalige Gefreite schreibt über diesen Vorgang im ersten Band seines Werkes Mein Kampf" u. a. folgendes:Es war der ent- scheidenste Augenblick meines Lebens. Ein Zurück konnte und durfte es nicht mehr geben. So meldete ich mich als Mitglied der Deutschen Arbeiterpartei an und erhielt einen provisorischen Mitgliedsschein mit der Nr. 7." Der Tag, an dem dieser damals höchst unscheinbare Vorgang erfolgte, sollte sehr bald zu dem historischen 24. Februar 1920 mit der Ver­kündung der 25 Punkte des Programms der NSDAP, führen.

Das liest sich heute alles so einfach hin. Aber vor- angegangen war nicht nur der Weltkrieg, in dem Deutschland durch die Uebermacht der Feinde und durch den Verrat in den eigenen Reihen in die Knie gezwungen war. Vorangegangen war wir grei­fen hier nur einige kennzeichnende Beispiele heraus u. a. die Gruündung derRevolutionären Korn- munistischen Arbeiterpartei Deutschlands" unter Füh­rung einer sowjetrussischen Delegation mit dem Ju­den Radek an der Spitze am 1. Januar 1919. Das so eingeleitete Jahr brachte weiter die Spartakus­kämpfe in Berlin und anderen Großstädten, die Regierung Scheidemann, die Ausrufung der Räte­republiken Bayern und Braunschweig, den Tag von Scapa Flow mit den dafür am 3. November 1919 eintretenden Sanktionen, den Rücktritt Hindenburgs vom Oberbefehl, die Unterzeichnung von Versailles, ohne daß die Hand Herrn Scheidemannsverdorrte", die Ankunft der Interalliierten Militärkonttollkom- misfion in Berlin, die Weigerung Clemenceaus, die deutschen Kriegsgefangenen freizugeben ufw. usw. Diese wenigen Stichworte mögen genügen, um die schlechthin aussichtslose Lage für die Durchsetzung jedes nationalen Gedanken damals zu kennzeichnen.

Und unter solchen Zeitumständen faßt ein völlig unbekannter junger Mann, ohne Geld, ohne Ein­fluß, ohneBeziehungen", ohne Namen jenen un- erschütterlichen Entschluß, als einziger zusammen . mit einem halben Dutzend ebenso einflußloser und i armer ßeuf sich gegen eine ganze Welt zu stellen , und ein 65-Millionen-Volk aus der Versklavung

rung des allgemeinen Friedens feffgeffelU wer­den konnte.

Nach Beendigung der Besprechungen im Bundes­kanzleramt unternahm Reichsauhenminister Frei­herr von Neurath und Staatssekretär Dr. Schmidt eine Fahrt auf die Wiener Höhenstraße. Leider war der Himmel mit Wolken bedeckt, und zeitweise setzte leichtes Schneetreiben ein. Dennoch genoß Freiherr von Neurath den wundervollen Blick über die zu Füßen des Kahlenbergs liegende Stadt. Die Fahrt wurde bis zum Endpunkt der Höhenstraße, dem Leopoldberg, fortgesetzt und um 13.30 Uhr mit einem Frühstück im Schloß­hotel Kobenzl, das an der Höhenstraße liegt, beendet.

Aeuraths Abschied von Wien.

der nur ein gemeinsamer sein kann. Mit diesem Bekenntnis zu einer gemeinsamen Politik ist durch den Besuch des Freiherrn von Neurath er­neut manifestiert worden, wie sehr das Abkommen vom 11. Juli und seine geistige Vertiefung auch einer der Grundpfeiler ist, auf denen die europäische Neuordnung beruht. Wenn deutscherseits mit Be­friedigung festgestellt werden kann, daß die innere Konsolidierung und die Befriedung Oester­reichs seit dem 11. Juli einen unverkennbaren Fort­schritt aufweist und wenn wir weiterhin davon über­zeugt sind, daß die österreichische Staatsführung diesem Prozeß auch in Zukunft größte Aufmerk­samkeit schenken wird, dann ist damit bargetan, wie sehr beide Regierungen von dem aufrichtigen Wunsch erfüllt sind, dem deutschen Volkstum im weitesten Rohmen gesehen, seinen historischen und legitimen Anteil an der friedlichen Neugestaltung zuzumessen.

Staatssekretär Dr. Schmidt

erklärte u. a.: Sechs wechselvolle Jahre sind seit dem letzten Staatsbesuch aus dem Deutschen Reich vergangen, Jahre voller Spannungen und Gefah­ren. Schwere Schatten lasteten auf dem Verhältnis zwischen den beiden deutschen Staaten, bis der 11. Juli 1936 zum erstenmal wieder die Sonne durchblicken ließ. Der 11. Juli bildete ein groß­zügiges Programm, dessen Verwirklichung größter Sorgfalt, Ueberlegung und Festigkeit be­darf. Von Zeit zu Zeit aber müssen sich die Bau­meister selbst von hüben und drüben zusammen- finden, um das inzwischen Fertiggestellte gemein­sam zu betrachten und zu beurteilen und die nächste Arbeit gemeinsam abzugrenzen. Darin lag die sach­liche Aufgabe des deutschen Staatsbesuches in Wien. Ich freue mich ungemein, feststellen zu können, daß das Ergebnis der Wiener Besprechungen alle Erwartungen erfüllt hat. Dies wäre nicht möglich gewesen, wäre die ganze Aussprache nicht vom Geist freundschaftlichen Verstehens getragen gewesen.

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Schicksal? Die seelische Verbundenheit aller beutschen Volksgenossen biesseits unb jenseits ber Grenze ist siel wichtiger als so manche politische ober wirt- chaftliche Einzelfrage, um beren Lösung sich bie Fachleute bemühen. Wenn man von biesem höheren Standpunkt das deutsch-österreichische Verhältnis be- irachtet, dann wird es auch nicht schwer fallen, die Dissonanzen zu überwinden, von denen Bundes- ianzler Dr. Schuschnigg sprach und deren Ent­stehung in jene trübe Zeit eines vorübergehenden Bruderzwistes fiel, der niemandem genützt, aber crllen geschadet hat. Es ist besonders erfreulich, daß das Bekenntnis zum Gesamtdeutschtum nicht nur luf den öffentlichen Straßen und Plötzen trium- pbierte, sondern daß es auch in den offiziellen Wech­selreden seinen Widerhall fand. Wenn der öster­reichische Staatssekretär Dr. Schmidt seinen Gästen wünschte, sie möchten sich in Wien wie zu Hause iühlen, so ist dieser Wunsch durch die herzlichen Kundgebungen der deutschen Bevölkerung Wiens in besonderem Maße erfüllt worden. Ev.

Die amtliche Verlautbarung.

' ^Wi en, 23. Febr. (DNB.) Der heutige zweite I Tag des Wiener Besuches des Reichsaußenministers I von Neurath begann programmgemäß um 11 Uhr I mit den Besprechungen im Bundeskanzleramt, die I sich in einer überaus freundschaftlichen Atmosphäre l entwickelten.

Mit Befriedigung konnte festgestellt werden, daß sich das Abkommen vom 11. 3uli 1936 als eine geeignete Grundlage für die Wie­derherstellung eines vertrauensvollen und freund­schaftlichen Verhältnisses erwiesen hat und ge­eignet erscheint, eine weitere erfolg­reiche Zusammenarbeit in diesem Sinne zu gewährleisten. 3n diesem Zusammen­hang wurde auch auf den Abschluß des letz­ten Wirtschaftsabkommens vom 27. Januar d. 3. hingewiesen, und dabei der (Er­wartung Ausdruck gegeben, daß die hierdurch erzielte Anbahnung eines regeren 1 Austausches im Güter- und Frem­denverkehr sich günstig auf die allgemeine Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen aus­wirken werde. 3n kulturpolitischer Hinsicht wur­den die einzelnen vordringlichen Fragen des gegenseitigen kulturellen Ver­kehrs eingehend erörtert und der bereits an­läßlich des Berliner Besuches des Staatssekre­tärs Dr. Schmidt in Aussicht genommene Aus- schuß für kulturelle Angelegenhei- t e n zwischen Oesterreich und Deutschland be­stellt, der bereits am 25. b. 211. feine Tätig­keit aufnehmen wird, hieran schlossen sich naturgemäß auch Aussprachen über die gegenwärtig im Brennpunkt des allgemeinen 3nteresses stehenden Fragen der europäischen und insbesondere mitteleuropäischen Politik, wobei völlige U e b e r e i n ff i tu­rn u n g über die der Außenpolitik beider Regie­rungen zugrunde!'! zenden gleichartigen Bestre­bungen zur Erhaltung und dauerhaften Siche-

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Triumph des Deutschtums.

Die gewaltigen Kundgebungen ber Freube unbr Begeisterung, mit benen eine nach Hunberttausenben Zahlende Menge ben Reichsaußenminister in Wien begrüßte, haben in gewissen fremben Presseorganen Aufsehen unb Aerger erregt. Es wäre zwecklos und »hieße ben nörgelnben Tintenkulis auch zu viel Ehre intun, wenn man sich mit ihren rüdftänbigen Be- lirachtungen noch lange befassen wollte. Um so mehr i iber haben wir ein Recht, ben positiven

Finn ber Wiener Kundgebungen zu unterstreichen I jnb mit Genugtuung zu vermerken, daß die ge- amtdeutsche Solidarität nicht mehr ein diploma­tisches Ziel allein, sondern heute wie je eine im Mischen Erleben begründete Tatsache ist. Denn Dir sehen in den herzlichen Ovationen, die man dem Außenminister darbrachte, keine Demonstration im ?ngeren politischen Sinne, sondern die lebhafte Be- lunbung eines Volkswillens, der über alle zufälligen staatlichen Grenzen und Sonderheiten hinaus den Vesamtraum der Deutschen erfüllt und iL bewegt.

Wir sehen in den Gesängen und Rufen, die den Reichsaußenminister auf allen seinen Wegen in der I Zeffentlichkeit begleiteten, vor allem auch die Be- I [tätigung dafür, daß dieBevölkerungWiens, * tiefer altehrwürdigen Kultur- und Handelsmetro- pole im Südosten, trotz aller fremden Einflüsse heute noch so deutsch denkt und fühlt, wie I ne es in den langen Jahrhunderten ihrer Geschichte I immer getan hat. Diese Erkentnis muß alle auf Wichtigen Deutschen in beiden Staaten mit tiefer r Befriedigung erfüllen, und der reichsdeutsche Gast | tat in feinen Trinksprüchen dieser uns alle be­rückenden Empfindung Ausdruck gegeben, als er I hie herzliche Teilnahme der Wiener Bevölkerung I vls einen Beweis dafür anführte, daß der Weg, I ien der Führer unb ber österreichische Bundeskanz- rler am 11. Juli 1936 beschritten hätten, einem tie - l'eren Herzenswunsch bes gesamten RH e u t f d) e n Volkes entsprochen habe.

l In ber Tat: gibt es eine glänzendere Rechtfertt-

____ u. a.: In beiden deutschen Staaten wird durch den Mund der berufenen Staatsmänner im­mer wieder zum Ausdruck gebracht, daß der 11. Juli nicht nur einen Strich unter ein völlig anormales Verhältnis gesetzt hat, sondern daß es der ehrliche Wille auf beiden Seiten ist, die aus der Zeit der Mißverständnisse noch vorhandenen Spannungen schrittweise zu beseitigen. Somit wird durch den Besuch des Freiherrn von Neurath, der in der alt­ehrwürdigen Hauptstadt Wien einen jubelten Empfang gefunden hat, festgestellt, daß jenes Ab­kommen keineswegs einen Schlußstein darstellte, daß es vielmehr ein Ausgangs­punkt für eine Neugestaltung des deutsch-öster­reichischen und damit des mitteleuropäischen Ver­hältnisses überhaupt war. Immer wieder hat es sich ergeben, daß der europäische Weg beider Lan-

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