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Nr.sib viertes Blatt

Samstag, 22. Mai 195Z

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

stellen darf, entsprechen.

Ziegenschau in der Gießener Viehversteigerungshalle.

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Die Prüfungskommission begutachtet einen Ziegenbock

Tierpflege in der Ziegenbockstation in Wieseck.

(Nachdruck verboten.)

1. Fortsetzung.

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Zucht allein ausschlaggebend ist die Ziegenzucht im Kreise Gießen alle übrigen oberhessischen Kreise. Haupt-

Habe!" meinte Fogg bestürzt.Wäre es nicht besser, wenn du ihm den Willen tätest?"

Nein", entgegnete sie störrisch und versuchte, un­bekümmert auszusehen.Ich habe schon viel zu oft im Leben ja gesagt; das war mein Unglück. Ich bin so froh, daß ich dich getroffen habe, Fogg. Du darfst kein so verzweifeltes Gesicht machen, mein Lieber. Der Regen hat jetzt aufgehört. Willst du mir einen Gefällen tun?"

Gerne." ,

Was für die ganze Viehhaltung gilt, trifft auch auf die Ziegenzucht zu. Nur Leistungstiere, nur Ziegen, die gute Futterverwerter sind und in ihrer Milchgabe den Anforderungen, die man

läuft und von dem Fachmann mit dem Wort Kroppzeug" erledigt wird

Im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, zu dem unsere oberhessische Heimat gehört, ist als einzige anerkannte Zuchtrasse die Weiße Deutsche Edelziege (früher Saanen-Zieae genannt) zugelassen. Die Halter dieser Ziegenzuchtauslese sind in den Ziegenzuchtvereinen oraanisiert, um dadurch ihre züchterische Arbeit wirksamer gewährleisten und ge­stalten zu können. Die Zuchtböcke befinden sich, ent­sprechend den Bestimmungen des Tierzuchtgesetzes, im Eigentum der Gemeinden.

strebenden Züchter ist es nicht damit getan, daß er die Ziege in einen x-beliebigen Stall, oder in irgendein Stalloch hineinbringt, sondern hier schon erwachsen ihm aus der ernsten züchterischen Ver­pflichtung besondere Aufgaben, von deren sorgsamer Erfüllung der Erfolg der Zucht zu einem großen Teile abhängt. Hinzu kommt die sorgsame Wartung des Tieres mit den vielerlei Erfordernissen, von denen nichts außer acht gelassen bleiben darf, wenn der Gesamterfolg der züchterischen Arbeit gesichert sein soll.

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Der erste Preisträger: ein prächtiger Ziegenbock von der jüngsten Prämiierung in Gießen.

(Aufnahmen [5]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

vernünftigerweise an sie sollen gehalten werden! Wenn heute eine Ziege durchschnittlich 559 Liter Milch gibt, viele Ziegen aber 1200 und mehr Li­ter leisten, dann muß es möglich sein, die Durch­schnittsleistung aller Zie­gen in wenigen Jahren um mindestens 100 Liter zu heben. Das ist auch ein Ziel der Erzeugungs­schlacht. Es zu erreichen ist in erster Linie Sorge und Pflicht der Ziegen­halter und derjenigen, die es sein könnten und müßten.

Das Reich hilft dazu den Ziegenhaltern. Durch reichliche Geldmittel er­leichtert es den Ziegen­haltern die Anschaffung gesunder und leistungs­fähiger Jungtiere, es gibt erhebliche Beihilfen beim

Ziegenzucht mit höchstem Leistungsziel

Oie Züchter im Kreise Gießen in vorderster Krönt. Reichsbeihilfen zum Ankauf leistungsfähiger Ziegenlämmer.

bereits erwähnten Gefreiten Fenzl 1 Meter 80, gutes Knochengerüst, dinarischer Typ, im Zivilberuf Taglöhner, Wilderer und gefürchteter Raufer, ferner aus dem fast ebenso langen, aber mehr be­dächtigen Landwirt Gsodmair, dem kleinen, melan­cholischen Schuster Ameiser unehelichem Sohn einer Dienstmagd und schließlich aus dem paus­bäckigen Gastwirtssohn Kern, der ein Schwerenöter und Schürzenjäger war und immer etliche Photo­graphien von Mädchen mit sich Herumtrug. Unter ihnen war der Reiter und jetzige Schütze (dsodmair insofern von besonderem Interesse, weil er allwö­chentlich ein fettiges, braunes Heimatpaket erhielt, dessen immer gleichen Inhalt er gutmütig mit seinen Kameraden teilte, nämlich ein Paar Socken, einen Riesenlaib Brot, eine Schweinsblase voll Schnupf­tabak und ein gewaltiges Stück Geräuchertes.Die vier letzten Dinge", taufte Fogg dieses Paket. Mit dem Mann Fogg, aus Schellenberg gebürtig wie die anderen, stand es fo: Er mar der Jüngste von allen. Er hatte sich als Gymnasiast und Kriegsfreiwilliger trotz seiner Minderjährigkeit mit allerhand Schlichen und Winkelzügen glücklich bis an die Front durch­gebohrt, war dort außer der Reihe zum Unteroffizier befördert worden und war bei seinen Leuten ohne Einschränkung anerkannt und beliebt. Er besaß trotz seiner Jugend Fäuste, die den Schmiedehämmern in seines Vaters Werkstatt glichen, hatte ein Gebiß, das jeder Zahnputzmittelfirma als Reklame hätte dienen können, und mar im übrigen groß und stark und von Gesundheit strotzend mie ein untadeliger Lärchenbaum in der Schellenberger Gemarkung, sauber im Kern, Ring über Ring, und kerzengerade.

Da lagen sie nun seit etlichen Tagen in dieser völlig neuen, unerfreulichen Gegend, in einem man­gelhaften Graben, an dem man fortmährend herum­sticken mußte, damit er nicht gänzlich zusammenfiele, in einem rnichtigen Graben, mie ihnen der Ritt­meister immer rnieder einhämmerte, in einer Art Schlüsselstellung, auf der kleinen Höhe 412 laut Kartenbezeichnung. Es mar feucht und moorig, und mer Neigung zu Rheumatismus hatte, mochte sich vorsehen. Sie hungerten und schimpften über die Post und die Bagage; denn Gsodmairs Liebesgaben­paket mar diesmal nicht eingetroffen, und die Ver­pflegung funktionierte nicht, mie sie sollte,

Fortsetzung folgt.

Donka beliebt zu übertreiben", erwiderte er ver­legen.Und mie geht es dir, wenn man fragen darf? Noch immer so tapfer?"

Ich? Nein, gar nicht. Sieh mal, ich bin eine alte Frau gegen dich; mit mir ist nichts mehr los , sagte sie müde und ließ die Schultern sinken.Ich finge zuchtlose Lieder in einem Bumslokal, und wenn mir einer von diesen Kerls sein Glas hinhält, muß ich ihm Bescheid tun. Wenn du das tapfer nennen willst? Ich habe fein Glück im Leben ge­habt, das ist es. Reden wir lieber von dir."

Du bist damals spurlos verschwunden. Wir haben dich wie eine Stecknadel gesucht. Auch auf der Kommandantur in Pinsk haben sie Nachfor­schungen angestellt. Nichts. Keine Donka weit und breit. Wo hast du eigentlich gesteckt--?

Fogg wurde durch den dicken Wirt unterbrochen der sich vom Büfett heranschob. Dieser fand es nicht der Mühe wert, zu grüßen, und sagte, an seiner ausgefransten, feuchten Zigarre vorbei, au Donka: Heh, Donka, dauert diese Idylle noch lange: Die Gäste wollen Musik."

Ich habe einen alten Bekannten getroffen, Bas entschuldigte sich Donka.Wir haben uns viele Jahre nicht mehr gesehen."

Der Wirt schielte tückisch auf Foggs noch halb- volles Glas und stieß das Kinn vor.Sehr rüh­rend, aber es tut mir leid. Wiedersehen feiern mußt du, wenn ich die Budike zumache."

Ich kann heute nicht mehr fingen, Bas. Ich bin nicht in Stimmung!"

Stimmung, Stimmung! Das sind Launen. Aber das sage ich dir: Wenn die Dame mich jetzt auf­sitzen läßt, braucht sie morgen und übermorgen auch nicht mehr zu kommen. Du fliegst raus! Klar nid)" Er warf ihr einen bösen Blick zu und watschelte davon. , ,

Das ist ja ein äußerst unangenehmer Patron. Verzech, daß ich dich in Schwierigkeiten gebracht

orte der Ziegenzucht im Kreise Gießen sind Watzen­born-Steinberg, Großen-Buseck und Hattenrod. Aus der Ziegenzucht im Kreise Gießen sind schon lange alljährlich ganz hervorragende Tiere hervorgegan­gen, die auf den Landwirtschafts-Ausstellungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft der früheren Jahre sowohl, wie auch in den letzten Jahren auf den großen Schauen des Reichsnährstandes immer wieder den Hochstand der Ziegenzucht im Kreise Gießen erfolgreich unter Beweis stellten und den Haltern der Tiere wertvolle Auszeichnungen als ideelle Belohnung ihres verdienstvollen züchterischen Strebens einbrachten. Auch für die diesjährige Reichsnährstands-Ausstellung in München hat die Ziegenzucht im Kreise Gießen wieder acht Tiere als züchterische Spitzenleistungen zur Verfügung stellen können.

Sämtliche angetörten Ziegen der Herdbuchzucht stehen fortlaufend unter Leistungskontrolle, d h. der Fettgehalt ihrer Milch, der bestimmend ist als Grad­messer der Zucht, aber auch die allgemeine Körper­beschaffenheit und die Pflege der Tiere unterliegen der ständigen Prüfung von berufener fachmännischer Seite, wobei über das einzelne Tier sorgfältige Kontrollaufzeichnungen gemacht werden, um jeder­zeit die züchterische Qualität des Tieres nachweisen zu können. Zur weiteren Leistungssteigerung ist in Aussicht genommen, in Zukunft nur noch solche Zuchtböcke zur Aufzucht zuzulassen, deren Mutter­tiere bestimmte Mindestleistungen an Fettgehalt der Milch ausweisen.

Zur Erreichung der hohen Zuchtziele hat natür­lich der Züchter große Ausgaben zu erfüllen. Vor allem darf er die Ziegenzucht nicht als eine alltäg­liche, gleichgültige Beschäftigung auffassen, sondern er muß sie als eine bedeutsame züchterische Ver­pflichtung gegenüber der deutschen Gesamtwirtschaft ansehen und deshalb auch viel Idealismus für die Zuchtarbeit an den Tag legen. Für den ernst

In der Ziegenzucht in Oberhefsen steht, rein zah­lenmäßig gesehen, der Kreis Friedberg c Spitze der Herdbuchtiere. Dagegen überragt Qualität die für die Güte der Zuchi

Zuchtzielen des Reichsverbandes deutscher Kleintier­züchter entsprechen. Darum wird zuerst daraus ge­sehen, daß die verbilligten Ziegenlämmer die Jung- oiehnummer des Ziegenherdbuches tragen. Das gilt grundsätzlich; da aber heute die Zahl solcher Lämmer noch nicht die Nachfrage zu decken vermag, werden die Beihilfen zunächst auch für Hilfsherd­buchziegen gegeben oder sogar für Lämmer, die aus einer Ziege, die den anerkannten Zuchtzielen entspricht, von einem angetörten Bock stammen. Durch diese Lockerung der Grundsätze ist eine weit- aehende Ausdehnung der Beschaffung leistungs­fähiger Jungtiere ermöglicht worden.

Welchen Nutzen diese Auffrischung der Ziegen­bestände von der Mehrung der Ziegenzahl ganz zu schweigen! bringen kann, dafür ein Beispiel: in der Landesbauernschaft Kurhessen wurden am

DieKuh des kleinen Mannes" die Ziege ist für die Wirtschaftsführung und Lebenshaltung vieler Familien ein bedeutsamer Faktor. Diese vier­beinige Hausgefährtin ist bescheiben, dankbar und nützlich; drei gute Eigenschaften, die sie besonders schätzenswert machen. Sie ist bescheiden in ihren Ansprüchen hinsichtlich der Nahrung, dankbar für gute Wartung und Pflege, nützlich durch gute Lei­stungen an fettreicher Milch, sofern der Züchter und Halter die von ihm zu schaffenden Voraussetzungen bietet. Als wertvolles Haustier deskleinen Man­nas", insbesondere des Kleinsiedlers oder des Klein­landwirtes, der zur Bestreitung seiner Existenz auch noch eine Arbeitsstätte in der Stadt braucht, schafft die Ziege der Familie sowohl durch die tägliche Milch als auch durch die Lämmeraufzucht und schließlich durch die Fleischverwertung manche wirt­schaftliche Erleichterung im Daseinskampf. Daher spricht man denn auch im Volksmund von der Ziege als derKuh des kleinen Mannes".

Was? Das sollen Schützengräben sein? Das sind bei mir Drecklöcher!" brummte der Gefreite Fenzl und stapfte durch den saugenden Schlamm hin zum Unteroffizier Josef Fogg.

Schimpf dich nur fest aus, Fenzl, dann wirds gleich leichter", lachte sein Vorgesetzter, der Graben­führer Fogg.

Wo soll ich denn die Kiste hintun? Teifl, Teifl, ist das Zeug schwer! Man glaubt gar nicht, was Handgranaten für ein Gewicht haben."

Stelle sie auf den Grabenrost und nimm eine Zeltbahn zum Zudecken!"

Der Gefreite ließ seine Last von der Schulter gleiten, stopfte seine Holzpfeife aus dem ledernen Beutel und vermutete:Könnt sein, daß die Rus­sen kommen. Weil sie uns die Blechhaferln da vor­schicken. Was meinst, Josef?"

Weiß nicht. Kann sein, kann auch nicht sein", antwortete Fogg zerstreut und suchte mit seinem Feldstecher unentwegt das Vorgelände ab. Er stand auf festen gegrätschten Beinen am vordersten Punkt des Grabens, und sein draufgängerisches, wetter­gegerbtes Gesicht war eckig vor Anspannung. Mit dem Graben hatte Fenzl recht. Flach, verschlammt und zerbröckelnd, war er das hellichte Kreuz und Fegfeuer für seine Besatzung. Wenn man ihn bloß krumm anschaute, brach ein Trumm ab.

Tu dein Spekuliereisen weg, Josef! Siehst ja doch nix bei dem Hundsnebel, dem damischen. Aber ein Gutes hat er doch: Rauchen kannst wie ein Schlot!" knurrte Fenzl und drehte die paar Haare seines weißblonden Schnurrbartes zu schneidigen Spitzen. Dann drückte er mit dem Daumen die Asche zu­sammen.

Mit der Gruppe Fogg war es in jenen März­tagen i^es Jahres sechzehn so bestellt: Die bayerische Kavalleriedivision, die hinter der Komaika lag, in der Nähe des Narotschsees, hatte einige Schwadro­nen an einen anderen, weiter südlich postierten Truppenteil abgeben müssen, um eine zwischen Pina und Pripet klaffende Lücke zu schließen, zwei Flüssen, die grau und eilig die Rokitnosümpfe durchströmen. So kam es, daß Fogg mit seinen Leuten in die Ge­gend von Pinsk verschlagen wurde, die sich durch einen Ueberfluß an Nebel und unerwünschtem Grundwasser auszeichnet.

Die in einem Gefecht zusammengeschmolzene Gruppe Fogg bestand damals nur noch aus dem

Ich möchte ein bißchen mit dir spazierengehen." Aber natürlich Wohin du willst."

Dann ziehe ich mich jetzt um. Keine Angst, es dauert nicht lange. Nicht wahr, du wartest? Auf Wiedersehen, mein Lieber", sagte sie rasch und ver­schwand hinter einer Tür.

Fogg rief den mürrischen Kellner und bezahlte. Dann suchte er in seinem Mantel nach der Zigaret­tenschachtel, um das Etui aufzufüllen. Wenn Fogg stand, sah man erst, wie groß und kräftig er war. Sein dunkles Haar war nach rückwärts gekämmt, aber eine eigenwillige Strähne strebte immer zur Seite. Er hatte eine gesunde Gesichtshaut, rot und braun. Seine Nase war leicht gebogen, und feine Augen besaßen eine verrückte Bläue

Nun saß er wartend da, die breiten Hände ums Knie geschlungen, rauchte zuviel und visierte über das rot glühende Pünktchen seiner Zigarette hinweg nach einer Flasche Nordhäuser Korn, die auf dem Schanktisch stand. Er hing seinen Gedanken nach. Da ging man, vom Regen gescheucht, in das nächst­beste Lokal und traf Donka! Man hat einen Menschen achtzehn, neunzehn Jahre nicht mehr ge­sehen und plötzlich wirst ihn der Zufall über den Weg ... Arme, kleine Donka, armer, kleiner Ko­sak . sie hat es nicht weit gebracht im Leben. . muß luftig sein, muß sich freche Blicke und Reden gefallen lassen, auch wenn ihr nicht nach Heiterkeit zumute ist ... und mit der Lunae steht es auch nicht, wie es soll. Und jetzt hat dieses Schwein von einem Wirt sie auch noch entlassen. Foggs Gedanken schweifen viele, viele Jahre zurück zu jenem Er­lebnis an der Ostfront, das chn mit Donka bindet. Längst vergessene Bilder tauchen vor auf und reihen sich klar und eilig aneinander zu einem Film, angesichts dessen Umwelt und genwart versinken ...

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Kauf von jungen weiblichen Ziegen. Voraussetzung ist natürlich, daß der Halter über einen ordentlichen Stall verfügt, eine ausreichende Futtergrundlage vorhanden ist und auch sonst die Gewähr für ein­wandfreie Haltung und Pflege der Tiere gegeben ist. Das schönste Tier mit den besten Erbanlagen und der größten Leistungsfähigkeit muß versagen, wenn es in einen dunklen, feuchten Verschlag ge­sperrt und vernachlässigt wird und dazu noch Hunger leiden muß.

Die Kaufbeihilfen, die das Reich gewährt, staffeln sich nach dem Alter der Tiere. Sv erhält der Käufer eines Ziegenlammes im Alter von 4 Wochen für ein Jungtier, das zumindest 15 Mark kostet, einen Zuschuß von 5 Mark, für ein 8 Wochen altes Ziegenlamm im Preise von wenigstens 30 Mark beträgt der Zuschuß gar 15 Mark. Das sind fühl­bare Hilfen! Selbstverständlich kann das Reich, das mit dieser Hilfeleistung eine durchgehende Verbesse­rung der Ziegenhaltung bezweckt, seine Gelder nicht zur Vermehrung der leistungsschwachen Bastard- rassen hergeben. Die jungen Tiere müssen den

Vornan von Walther Kloepffer

Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H.. Berlin.

3. Dezember 1936 rund 103 000 Ziegen gezählt, der durchschnittliche Milchertrag betrug 600 Kilogramm jährlich pro Ziege. Unter dieser Ziegenzahl befanden sich aber auch 1222 Herdbuchziegen unter Leistungs­kontrolle. Sie gaben durchschnittlich im Jahre 840 Kilogramm Milch pro Ziege. Damit haben diese 1222 Ziegen im Jahre 0,25 Millionen Mark mehr aufgebracht, als* die gleiche Zahl der Durchfchnitts- ziegen in Kurhessen. Dieser Mehrgewinn aber ist ein Gewinn für die Wirtschaft des Ziegenhalters und für die Nahrungsfreiheit Deutschlands.

Die Anträge auf Reichszuschüsse für den Ziegen­lämmerkauf sind an die Landesbauernschaft zu stellen. Ueberall im Reiche stehen die Untergliede­rungen des Reichsverbandes deutscher Kleintier­züchter und insbesondere der Reichsfachgruppe Ziegenzüchter mit Rät und Tat hereit. Nun ist es Sache der Ziegenhalter und aller derjenigen, die Ziegen halten können, baldigst von dieser günstigen Gelegenheit Gebrauch zu machen und durch ihre Zuchtarbeit beizutragen zur Erringung und Siche­rung der Nahrungsfreiheit unseres Volkes.

Es gibt Gegenden in Deutschland, in denen die Ziegenzucht sowohl zahlenmäßig als auch quali­tativ einen außerordentlich hohen Stand aufweist. Dabei handelt es sich meist um Landstriche, in denen die Kleinlandwirtschaft, die Jndustriearbeiterfamilien mit geringem Grundbesitz, oder das Kleinsiedlertum besonders stark im Vordergründe stehen. In unserer engeren oberhessischen Heimat kommt der Ziegen­zucht ebenfalls eine ansehnliche Stellung zu, wenn man ihren Stand auch nicht in Parallele setzen kann mit manchen anderen, auf diesem Gebiete züchterisch weit höher entwickelten Gegenden. In den sechs Kreisen Qberhessens zählte man im Jahre 1935 bei 1653 Mitgliedern von Ziegenzuchtvereinen insgesamt 2543 Ziegen und 249 Zuchtböcke. Diese Zahlen stellen aber nicht etwa die Gesamtheit aller Ziegen und Böcke in den oberhessischen Kreisen dar, sondern sie verkünden nur das Ausmaß der als Auslese dieser Tiergattung an gekörten Tiere, also die organisatorisch erfaßte Qualität der Ziegenzucht. Für die Bedeutung einer Zucht kann nur die züchterische Auslese, also die unter strengen fachlichen Gesichtspunkten sorgsam be­stimmte Qualität maßgebend fein, nicht etwa das, was eben als Exemplare einer Tiergattung herum-