Ur. 289 Viertes Bloft 'Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) §amsiag, 11.Dezember 1037
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rechtzeitig zum Einkauf zu gehen. Und die ganz Schlauen haben längst alles schon zu Hause und gut versteckt, weil ja zur Freude des Schenkens auch die Freude der Ueberraschung gehört.
So, wie es mit den Geschenken zweckmäßig gehalten werden soll, so soll es auch mit dem Einkauf des Christbaumes sein. Am Heiligen Abend werden die schönsten Bäume längst vergriffen sein und wenn auch der Händler um so späte Zeit vielleicht hinsichtlich des Preises ein Auge zudrückt, so erleidet die Weihnachtsfreude doch eine erhebliche Einbuße, wenn sich der Baum recht kümmerlich in der Weihnachtsstube ausnimmt. Bon der Hausfrau wird nichts kritischer in Augenschein genommen, als der Christbaum, den der Herr des Hauses gekauft hat.
Sich wissend und gläubig aller Vorfreude und der Erwartung hinzugeben, das ist rechte Art der Dorweihnachtszeit! Sich aber auch bewußt zu sein, daß für den Geschäftsmann das Weihnachtsfest und besonders die Sonntage vor dem Feste Zielpunkte vieler seiner Erwartungen sind, ist Aufgabe aller Volksgenossen, die in der Lage sind, nach zwei Seiten Freude zu bereiten. Unsere Volksgemeinschaft darf das Weihnachtsfest jetzt wieder um so zuversichtlicher begehen, da jedermann die Gewiß« heil haben kann, daß im Dritten Reich auch den mit Glücksgütern weniger gesegneten Volksgenossen eine Weihnachtsfreude bereitet wird. N.
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Geschäftswelt für Weihnachten gerüstet?
Reiche Auswahl an Stoffen läßt die Wahl schwer fallen.
Kunstgewerbliche Geschenkartikel und feine Porzellane harren der Käufer.
Eine Kamera — der Wunsch vieler Männer!
seinen Freude ein hel- Kerzen-
Wunsch, andern zu bereiten, wie les flammendes
seine Wünsche und Hoffnungen zum Weihnachts
reiche Auswahl zu zeigen.
Wer Augen hat zu sehen, für den bedeutet der Besuch in den Läden unserer Stadt nicht nur eine Zweckmäßigkeitsbehandlung, sondern auch eine reizvolle Impression. Die Fülle der Eindrücke ist schier
unerschöpflich. -3m Porzellangeschäft- Eine junge Frau will ihrem Gatten eine Freude machen. Soll es die elegante Plastik des russischen Windspieles sein (für den Schreibtisch) oder die graziöse Tänzerin? Oder wie wäre es mit dem etwas luxuriösen Leuchter aus schimmerndem weißen Porzellan,- mit den fein zugespitzten Kerzen? Ob man es nicht besser noch einmal beschläft!?
Und im Sporthaus weiß der junge Mann nicht gleich ob er die ersparten Märker für ein Paar Skier' aus Esche oder für die etwas kostspieligeren aus Hickory anlegen soll! Der Freund, den man bei solch wichtigen Unternehmen gerne bei sich hat, rät zu Esche. Diese täte es für den Anfang durchaus!
Und noch eines muß gesagt werden: nicht erst am Tage des Heiligen Abends kaufen wollen! Das gibt bestimmt Enttäuschungen nicht nur für jenen, der kaufen will, sondern auch für die damit Beschenkten. Wenn man so fünf Minuten vor Ladenschluß kommt (Ladenschluß am Heiligen Abend ist um 17 Uhr), darf man nun einmal nicht darauf hoffen, noch eine reiche Auswahl vorzufinden, die der Geschäftsinhaber auch um diese Zeit gar nicht mehr haben möchte. Es muß schon damit gerechnet werden, daß viele Volksgenossen klug genug sind.
Ski-Kaufen — eine wichtige und zeitgemäße Sache. (Aufnahmen s9j: Neuner, Gießener Anzeiger.) danke bedeutet oftma/s mehr, hauptsächlich dann, wenn er einem tatsächlichen Bedürfnis oder gar einem geheim gehaltenen Herzenswunsch entgegenkommt.
fest, seine leidenschaftlichen oder geheimen Wünsche oder
Festlicher und schöner ist die Stadt geworden! i Weihnachtliche Stimmung liegt über allen Straßen. Alles ist erfüllt von der Erwartung froher Feier- ' tage, liebenswürdigen Schenkens. Viele von uns befinden sich in der reizvollen Qual, die jene erfüllt, die noch zu wählen haben. Jenen bis jetzt nicht Entschlossenen sei es gesagt: es. wird allmählich Zeit, sich zu entscheiden! Schließlich weiß man doch ungefähr, was der Frau, der Mutter, dem Vater, dem Bruder oder der Schwester Freude macht! Und der Geldbeutel ist den meisten unter uns auch übersichtlich genug.
Heute abend werden zum ersten Male die Kerzen auf den Christbäumen in den Straßen unserer Stadt “ oufflammen und jenen weihnachtlichen Zauber schaffen, den auch der griesgrämigste Volksgenosse nicht mehr wird übersehen können. Im Lichte der Kerzen werden die silbernen Sterne und. geschickt gebildete Tannenzapfen blitzen. Und mehr Licht als sonst wird in den Straßen sein, denn eine stattliche Anzahl Gießener Geschäftsleute hat sich entschlossen, in Gemeinschaft mit dem Fremdenverkehrsverein mehr Weihnachtsstimmung in die Straßen zu bringen, als in den Jahren vorher. Schon sieht man vor vielen Geschäften den farbenfrohen Nikolaus, der den geschmückten Weihnachtsbaum in der Hand hält. (Das äußere Zeichen der an der Gemeinschaftswerbung beteiligten Gießener Geschäftswelt!) So fehlt im Bilde unserer Stadt nur noch der Schnee, ‘um die Weihnachts-Illusion vollständig zu machen!
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Unsere Gießener Geschäftswelt hat für das Weihnachtsfest alle Vorsorge getroffen. Mit Liebe und Sorgfalt und allem guten Willen wurden die Schaufenster weihnachtlich geschmückt. Kerzen und Tannengrün, Glaskugeln und Sterne allenthalben! Und alle Waren im rechten Lichte! Die Schaufenster sind eine einzige große Anregung zum Schenken geworden. Kein Wunder, daß man nun gemächlicher durch die Straßen geht, nachdenklicher vor den schon zeitig am Nachmittag hell erleuchteten Schaufenstern steht, mancher langgehegte, vielleicht oft zurückgestellte Wunsch erneut lebendig wird und nach Erfüllung drängt. Alle Wünsche der Lieben zu Hause gewannen vor diesen Schaufenstern greifbare Gestalt, nähern sich einem Entschluß,'und schließlich hat man den Drücker der Ladentür in der Hand .
Unvorstellbar wäre das Lichtermeer, (im Selters- weq in der Neuen Bäue, auf dem Marktplatz oder in der Walltorstraße), das sich morgen .^m „oib bernen" Sonntag bieten müßte, wenn jeder Mensch
Na also: Die Eschenskier! Selbstverständlich gleich ' mitnehmen! .
Bei den Lederwaren stehen die grauen ganz tm Banne der Handtaschen. Hier entscheidet meist der persönliche Geschmack! Jedoch fällt deshalb die Wahl nicht leichter. Auch der Geldbeutel hat mitzureden. , Denn es sind noch so viele begehrenswerte Dinge da: Koffer, Aktentaschen, Handschuhe, Gürtel usw.
Auch die Konditoreien haben gute Zeit. Schokolade, Pralinen, sei es auch nur in einer Packung bescheidenen Formats, sollen unter dem Weihnachtstisch nicht fehlen. Und dann die unnachahmlichen Nürnberger Lebkuchen! Aus Marzipantieren konnte man den Kindern ganze Zoologische Gärten zusammenstellen! Schließlich gibt es. für jene, die nicht elbst backen können, die leckere Weihnachtsstolle.
Die Kinder haben ihre starken weihnachtlichen Sorgen! Was läßt sich mit den gesparten Groschen für Vater und Mutter kaufen!? Oder gar selbst an- fertigen! Viel kann es nicht sein, und es soll doch gut aussehen und möglichst praktisch sein! Die Kinder haben es sicherlich am schwersten. Ihre Groschen sind teurer als die Markstücke der Erwachsenen. Hinzukommt für die Kinder noch die große Frage, was ihnen wohl der Weihnachtsmann bringen wird! Da wäre so eine feine Dampfmaschine und da die fabelhafte elektrische Eisenbahn mit Bahnhof, Tunnel und so ... Armeen mit allem Zubehör, vom Rekruten bis zum dreimotorigen Bomber, gibt es in den Läden. Herrliche Puppenküchen und Puppenstuben sind ausgestellt. Der Anblick der feinen Puppenwagen und der Puppen stürzt — wie schon zu Großmutters Zeiten — auch heute noch die kleinen Mädchen in tiefste Unruhe!
In den Schaufenstern der Herrenausstattungsgeschäfte locken Schlipse und moderne Oberhemden, vor anderen Geschäften zarte Wäschestücke. Dor den Bekleidungshäusern bemüht man sich zwischen dem prächtigen, eleganten Wintermantel hinter den gro- 1 ßen Scheiben und der eigenen Kasse eine Synthese : zu finden. Vor den Geschäften der Eisenwaren trifft ; sich häufig genug die' männliche ländliche Bevölkerung und betritt zum Kauf für Haus und Hof den : Laden. Die Bauersfrauen werden morgen in unserer Stadt das Straßenbild beleben/ Bedächtig wählend t kaufen die Frauen vom Lande. Selten tun sie es • allein! Vier Augen sehen mehr als zwei?
i Noch von vielen Sachen wäre zu reden, die in i diesen Tagen in reichster Auswahl zu haben sind t und herrliche Geschenke darstellen können. (Gs gibt [ so viele Dinge zwischen dem derben Skistiefel,
licht vor sich her tragen sollte.
In den Läden der Geschäftswelt empfängt den Kunden jetzt noch eine Ueberfülle der Dinge. Kaum hat man Augen genug, um alles erfassen zu können! (Am Heiligen Abend wird das allerdings anders sein!) Wer ohne bestimmte Absicht in die Läden geht, wer sich erst an Ort und Stelle entschließen will, dem wird die Wahl schwer fallen. Die Geschäftsleute haben sich darum bemüht, eine
Größe 45, und der zierlichen goldenen Damen-Arm- banduhr, zwischen dem Füllfederhalter und dem Motorrad.) Eines aber sollte' zum Weihnachtssest nicht vergessen werden: das gute d e u t s ch e Buch, dem wir manche festliche und innige Stunde zu verdanken haben! *
Sorgfältig wählen! Dieses Wort müßte groß über unseren Weihnachtseinkäufen stehen. Keinen Kitsch kaufen und nichts „Nur-Niedliches". Derglei- dien sieht man sich bald über! Möchte man zu» gunsten der Gießener Geschäftswelt annehmen tonnen, daß sie von sich aus Kitschiges aus Lagern und Läden ferngehalten hat! Mit der Art des Geschenks charakterisiert sich der Geber selbst! Mit Geschenken soll ja auch nicht nur eine „Aufmerksamkeit" erwiesen, sondern ein Achtungsbeweis gegeben sein. Mit einer großen Geldausgabe braucht das nicht verbunden zu fein, denn der rem materielle Wert des Geschenks tuts nicht allein. Ein guter Ge»
Das gute Buch — immer ein wertvolles Weihnachtsgeschenk!
Dm Spielzeugladen können alle Kinderwünsche erfüllt werd
In der Konditorei liegen Berge von Süßigkeiten für den Weihnachtstisch.
eifrig bemühen sich die Frauen um den Einkauf von Backzutaten.


