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Nr.82 Erster Blaff

187. Jahrgang

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Gießener Anzeiger

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MM General-Anzeiger für Oberhesfen

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Ungeheuerliche Brüskierung durch österreichische polizeiorgane.

Besucher des Grabes der Ettern des Führers mit Geldstrafe belegt. lebens, sie alle warfen ihre Schatten auch in das

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KuNursthande im christlichen Ständestaat

glaublichen Skandal, wenn sie ihren Haß auch noch auf die toten Eltern Adolf Hitlers übertragen. Daß ein Besuch an ihrem Grabe schon ein Staatsverbre­chen ist, das durch die bewaffnete Hand der Gen­darmen verhindert oder bestraft wird, wird in der ganzen Welt als eine Barbarei empfunden werden und das Vertrauen zu der Gerechtigkeit in dem christlichen Ständestaat" gewiß nicht vergrößern.

Es handelt sich nicht um die Gendarmen, die nur Büttel eines unerhörten Verfahrens find und auch nicht um das alte Ehepaar, das feine kärgliche Pen­sion verlieren soll. Hier geht es darum, daß staat­liche Machtmittel und gerichtliche Strafmaßnahmen gegen den Namen des Oberhauptes des Deutschen

von rund 200 000 Mark im Inland bleibt, während die restlichen acht Millionen in aller Welt Absatz finden. In Thüringen entstehen auch die Griffel, die ebenfalls aus Schiefer angefertigt werden. Schulbücher und Schulhefte werden in rund 120 deutschen Firmen, von denen zwölf Groß­betriebe sind, gearbeitet. Die Jahreserzeugung von 160 Millionen Schulheften stellt immerhin den statt­lichen Wert von 16 Millionen Mark dar. Auch Bleistifte und Federhalter, Federn und Malkästen sind Erzeugnisse deutscher Werkstätten. Die Bleistiftfabriken haben ihren Sitz in der Nürn­berger Gegend, die Feder-, Federhalter- und Feder­kästenfabriken hauptsächlich in Westdeutschland. Ne­ben diesen wichtigsten Zubehörteilen des ersten Schultages steht dann mancherlei Verbrauch an Süßigkeiten, dazu bestimmt, den ersten Schultag und damit den ersten sanften Vorstoß in den Ernst des Lebens zu versüßen, an Schuhen und Kleidern, wasserdichten Mänteln oder sonstigen B e k l ei- dun g s st ü ck e n, die von den vorsorglichen Eltern den Sprößlingen zum ersten Schultag beschert wer­den, der der Wirtschaft damit zu einem nicht zu unterschätzenden Verkaufstermin wird.

Die Gesamtzahl der Rundfunkteilneh­mer im Deutschen Reich betrug am 1. April 8 511 959 gegenüber 8 483 130 am 1. März. Im März ist mithin eine Zunahme von 28 829 Teil­nehmern (0,3 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamt­zahl vom 1. April befanden sich 607 643 gebühren­freie Anlagen.

Leben unserer Volkswirtschaft. So kann die Wirt­schaft auch von dem für die Kleinsten so wichtigen ersten Schultag nicht unberührt bleiben. Wenn die ^beschützen zum ersten Male mit bunter Zucker­tüte, großer Erwartung und einem ganz klein wenig Angst im Herzen das Schultor durchschreiten, ist diesem bedeutsamen Schritt ins Leben ein wichtiger Wirtschaftsauftrieb voran­gegangen; hieß es doch, Tornister und Schiefertafel, Griffel und Federkasten, Bleistifte und Federhalter, Schulhefte, Lineal und Butterbrottasche und am Ende auch die bekannte Zuckertüte für den ersten Schultag -erstehen. Das sind keine kleinen Umsätze, die alljährlich -N den einschlägigen Geschäften und den dahinter stehenden Herstellungsstätten durch die Abcschützen verursacht werden. Dieses Jahr sind es rund eine Million Kinder, die in diesen Tagen ihren ersten Schulgang antreten und mit entsprechendem Bedarf in der Wirtschaft aufwarteten. Der wichtig­ste Ausrüstungsgegenstand, der Tornister bei­spielsweise, entstammt in den meisten Fällen dem handwerklichen Betrieb der Sattlermeister, und nur des kleineren Teils Wiege stand in Lederwaren- ünd Kofferfabriken. Die meisten Tornister sind aus Kuhhaut gefertigt. Es ist errechnet worden, daß in diesem Jahr etwa 15000 Kuhhäute not* w e n d i g waren, um die Abcschützen zünftig aus­zurüsten. Dazu kommen die Frühstückstaschen, die auch zumeist aus Rindleder hergestellt sind. Ins­gesamt wird der Umsatz, der durch den Schulanfang den rund 8000 Sattlermeistern und den einschlägi­gen Geschäften entsteht, auf etwa 2 Millionen Mk. geschätzt. Die Schiefertafel, die hauptsächlich auf dem Lande und in den kleineren Städten zu Hause ist, während in den Großstädten das Schul­heft überwiegt, hat ihre Heimat in Thüringen, und zwar in den dortigen bekannten Schieferbrüchen. Die jetzige Erzeugung beträgt rund neun Mil­lionen Stück, von denen eine Million im Werte

Salzburg, 8. April. (DAV.) Der pensionierte Bundesbahnbeamte Reinhold Brückner aus INorzg bei Salzburg und dessen Ehefrau sind mit einer Geld st rase von 2 5 0 b z w. 300 Schilling belegt worden, weit sie im Rovem- der 1936 am Grabe der Ettern des Füh­rers in Leon ding bei Linz einen Kranz niedergetegt hatten. Reinhold Brückner wurde aus dem gleichen Grunde auch seiner pen- sionsansprüche strafweise für ver­lustig erklärt. Die zuständigen Gendarmerie­posten haben ferner die Weisung erhalten, alle Personen, welche das Grab der Ettern des Führers besuchen, namentlich festzustellen.

förderung durch die Gemeinden müssen Steuererhöhungen unterbleiben. Ich habe den erfreulichen Eindruck, dah es den Gemeinden schon gelungen ist, ihre Finanzwirt­schaft wieder auf eine gesunde Grundlage zu stellen und manche Schulden der Systemzeit ab­zustoßen. Reuaufwendungen, die zu Steuererhöhungen führen, müssen aber zurück- g e st e l l t werden, da die Finanzkraft des Vol­kes für die großen nationalen Aufgaben einge­setzt werden muß. Umgekehrt dient es der För­derung des Vierjahresplanes, wenn die Ge­meinden alles daransehen, die indirekten Steuern, die in den Versorgungstarifen ent­halten sind, zu senken. Besonders für länd­liche Gemeinden hängt für die Erzeugungs­schlacht sehr viel von der Bereitstellung billiger Energie ab, denn sie bietet in erster Linie die Möglichkeit, der überlasteten Bauernfrau das Leben leichter zu gestalten. In städtischen Verhältnissen wird durch Senkung der Tarife insbesondere auch eine fühlbare Entlastung des Arbeiterhaushal­tes zu erreichen fein.

Die Sparkassen werden durch ihre Kreditpolitik bei vielen kleineren Unternehmungen mithelfen kön­nen, vor allem bei der Gewährung mittelfristiger Kredite an die Landwirtschaft, ohne die raschester Intensivierung nicht Rechnung getragen werden kann. Ich erwarte von den Gemeindeleitern als Leiter öffentlicher Sparkassen, daß sie ihre In­stitute restlos in den Dienst auch dieser Aufgabe stellen. Es muß natürlich darauf geachtet werden, daß die Spargroschen deskleinen Mannes" mit der notwendigen Sorgfalt verwaltet und angelegt werden. Die Kredithergabe ist jedoch stärker als bisher so einzusetzen, daß der Kreditwürdige in seiner wirtschaftlichen Initiative gestärkt wird.

Auf dem Gebiete der Wohnungspolitik haben die Gemeinden ebenfalls große Aufgaben zu erfüllen. Wichtiger als der Bau von Verwaltungs­palästen ist augenblicklich die Sorge für wohl­feile Wohnungen, deren Bau uns roh­stoffmäßig gesehen wenig stört, da hierfür im allgemeinen unbeschränkt erzeugbare Rohstoffe ver­wendet werden. Es gilt, die Anfangsarbeit für das vom Führer geplante gewaltige Siedlungs- w e r k zu leisten, das nach der Durchführung des Vierjahresplanes der vollen Verwirklichung zuge­führt werden soll.

Auf die Verwertung der Rohstoffe aus städtischem Abfall und auf das Ernährungs-

Die Aufgaben der Gemeinden im Vierjahresplan

Ministerpräsident Göring fordert schärfste Gparsamkeit in der Kommunalpolitik.

Der gestiegene Siedlungs- und Woh­nungsbau hat 1936 der Wohnungsnot weiter gesteuert. Nach vorläufigen amtlichen Ermittlungey wurden im abgelaufenen Jahr rund 295 000 Woh­nungen fertiggeftellt. Es wurden 17 o. H. mehr Wohnungen gebaut als 1935 und annähernd doppelt so viel wie 1932. Als besondere Merkmale des Wohnungsbaues 1936 sind die folgenden Tat­sachen hervorzuheben: die Umbauten traten ge­genüber den Neubauten weiter zurück. Auf die Großstädte entfiel ein größerer Teil der gesam­ten Bauleistungen als in den vergangenen Jahren. Neben Kleinsiedlungen und Eigenheimen wurden wieder mehr Stockwerkswohnungen ge­baut. In den größeren Städten nahm der Bau von Kleinwohnungen stärker zu als der Bau von Mittelwohnungen. An der Bautätigkeit waren die gemeinnützigen Bau-Vereinigungen wieder stärker beteiligt In den kommenden Monaten ist weiter mit einem hohen Wohnungszugang zu rechnen. Wenn auch verschiedene weniger dringliche Woh­nungsbauten zurückgestellt werden müssen, da, wie das Institut für Konjunkturforschung ausführt, die vorhandenen Mengen einzelner Baustoffe und die verfügbaren Fachkräfte für vordringliche Bauten benötigt werden, so kann doch jetzt schon gesagt wer­den, daß der Zugang neuer Siedlungen und Woh­nungen im Baujahr 1937 kaum erheblich hinter dem des vergangenen Jahres Zurückbleiben wird.

I Hilfswerk der NSV. ging der Ministerpräsident be- | sonders ein. Es sei ihm gleichgültig, welcher Weg von den einzelnen Gemeinden eingeschlagen werde, da das den besonderen Verhältnissen angepaßt wer­den müsse; er verlange aber, daß sich keine Ge­meindevon dem Werk ausschließe. Auf keinen Fall könne er dulden, daß die Gemeinden etwa versuchten, Aufgaben von sich abzuwälzen, die ihrer Natur nach von ihnen betreut werden müßten.

Die Gemeindeleiter als diejenigen, die die Nöte und Wünsche des Volksgenossen vielfach als erste erfahren, erleben auch manche unpopulären Aus­wirkungen staatlicher Maßnahmen am unmittel­barsten. Sie haben aber die Pflicht, hier s e I b ff auszugleichen, soweit dies in ihrer Macht steht. Das wird manchmal notwendig sein; denn ich bin mir klar darüber, daß während der Anlaufzeit des Vierjahresplanes Schwierigkeiten nicht immer vermieden werden können. Oertliche Spannungen auf dem Markt gewisser Lebensmittel sind nicht immer zu umgehen. Wenn solche Erscheinungen in der eigenen Stadt auftreten, dann darf man nicht gleich Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um aus Berlin zusätzliche Rationen herauszuholen. Es ist vielmehr Aufgabe gerade der Gemeindeleiter, dann der Bevölkerung die Zusammenhänge klar­zumachen. Ich will aber hier eine Versicherung geben: Wenn auch eine vorübergehende Knappheit an Eiern oder Butter, vielleicht sogar an Fleisch oder bestimmten Wurstsorten nicht verhindert werden kann für das tägliche Brot stehe ich ein! (Lebhafter Beifall.) In diesen Rahmen ge­hört auch die Mitarbeit der Gemeinden bei den schweren Arbeiten des Reichskommissariats für die Preisbildung. Durch ständige Beobachtung, unmittelbares persönliches Eingreifen, durch vor- ausfchauende Planung muß der Gemeindeleiter die Politik dieser für die Aufrechterhaltung des sozialen Friedens schlechthin ausschlaggebende Stelle meiner Organisation unterstützen. Daß die Gemeinde s e l b st nicht preisverteuernd durch Abgaben­erhöhung auftreten darf, habe ich schon erwähnt. Die Gemeinden werden wie zu den Zeiten des Schöpfers der Selbstverwaltung auch heute wieder aufgerufen, sich an der vordersten Stelle der Front einzufetzen für die großen Ziele der Nation.

Oesterreich ist ein kerndeutsches Land und über­dies mit dem Deutschen Reich durch den Vertrag vom 11. Juli 1936 in freundschaftlichen Beziehungen verbunden. Ein pensionierter Eifenbahnbeamter aus der Nähe von Salzburg hat daher mit seiner Frau das Bedürfnis empfunden, im November des vori­gen Jahres das Grab der Eltern Adolf Hitlers zu besuchen und dort einen Kranz niederzulegen. Dabei muhte er feststellen, daß dieses Grab von Gen­darmen bewacht wird, nicht zum Schutze sei­nes Denkmals, sondern damit jedermann aus­geschrieben wird, der dort ein Zeichen der Liebe oder des Gedenkens niederlegen will. So erging es auch dem braven Pensionär und seiner Frau. Nicht genug damit: das Ehepaar wurde nun vor das Gericht gestellt und zu Geldstrafen von 250 und 300 Schilling verurteilt unter gleichzeitigem Verlust feiner Pensionsanfprüche!

Dieser Vorfall hat in den Ereignissen unserer Zeit bezeichnenderweise nur ein Gegen stück im bolschewistischen Rußland: am Grabe der ersten Frau Stalins in Moskau steht Tag und Nacht ein GPU.-Bearnter, um etwaige Sympathie- Kundgebungen zu verhindern. Man bringt es in Oesterreich noch immer nicht fertig, in Adolf Hitler den Staatsmann des großen Deutschen Reichs zu sehen, man will ihn nur als Gründer und Führer der gewissen Leute in Wien noch immer verhaßten nationalsozialistischen Bewegung kennen. Ist diese Einstellung schon unendlich dumm und töricht, so wird das Verhalten der Behörden zu einem un-

Berlin, 8. April. (DNB.) Unter der Ueber- fdjriftKulturschande im christlichen Ständestaat" schreibt derVölkische Beobachter":Ein alter Mann, dem man gewiß nicht den Vorwurf politischer Leidenschaften machen kann, ein Beamter im Ruhestand, hat in aller Stille gemeinsam mit seiner Ehefrau einen Kranz an den Gröbern der Eltern Adolf Hitlers niedergelegt. Er wollte damit ganz ohne Aufsehen gewiß nur einer Ehrfurcht Ausdruck geben an der Stelle, da zwei Menschen ihren Ruheplatz fanden, die Deutschland in ihrem Sohn dem Führer gaben. Welcher Ort in Oester­reich wäre denn mehr dazu bestimmt, als gerade dieses Plätzchen Erde, Quelle und Symbol einer Versöhnung der deutschen Her- z e n zu sein. Stattdessen wurde er zur Ursache einer unglaublichen Barbarei e r - n i e b r i g t, die wohl in der Welt ihresgleichen suchen kann.

Wir wollen ganz davon schweigen, daß man hier das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichesin unflätigster Frechheit zu beleidigen be­absichtigte, wir wollen -davon schweigen, daß man hier den einfachsten Grundregeln internatio­naler Höflichkeit unverschämt ins Gesicht schlug, wir wollen selbst davon schweigen, welches Bild innerlicher politischer Schwäche sich vor aller Welt hier dokumentiert! Ganz Deutschland, und Deutschland ist weiter als seine Staatsgrenzen, fühlt sich aufs tiefste betroffen. Wir sind erschüt-

Reiches eingesetzt werden. Hier liegt eine Ver­achtung aller Gefühle des Anstandes und der christ­lichen Gesinnung vor, die einen Tiefstand erreicht hat, wie er kaum noch unterboten werden kann Daß das Urteil gegen das Ehepaar im Reich als eine Beleidigung des Führers' empfunden und nur mit äußerster Empörung vermerkt werden kann, davon sollte man auch in Wien überzeugt sein. Vielleicht redet man sich dort damit heraus, daß der Uebereifer untergeordneter Instanzen ins Feld geführt wird. Das wird keine Entschuldigung sein, denn schließlich hat jeder Staat diejenige Bürokratie, die er verdient. Ein kleinlicher und gehässiger Geist hat sein wahres Gesicht enthüllt!

tert über d i e Gefühlsroheit eines Systems, das immer doch eine besondere Be­tonung auf fein christliches Eigenschaftswort legt. Neben unserer grenzenlosen Empörung aber ist eine tiefe Trauer. Wir kennen das deutsche Volk in Oe st erreich zu gut, um zu wissen, w i e we­nig es gemein hat mit solcher Niedrigkeit. Diese Kulturschande eines zivilisierten Systems aber beweist aller Welt, wie weit sich eine Behörde von ihrem Volke entfernen kann.

Bekanntlich hat Deutschland am 11. Juli 1936 mit dem österreichischen Staat ein Freund­schaf t s a b k o m m e n getroffen. Mehr als einmal hatte das Reich schwerwiegende Veranlassung, an dem guten Willen der anderen Seite zu zweifeln. Selb st heute noch, angesichts dieser skanda­lösen Vorfälle, die fast wie grinsender Hohn dem Abkommen gegenüberstehen, will Deutschland den­noch nicht seiner bewiesenen Grundhaltung untreu werden. Man soll uns aber nicht zwingen, eine An­nahme zu verlieren, die map uns zu bewahren wahrlich immer schwerer macht! Es liegt nunmehr an den letztverantwortlichen Stellen des österreichi­schen Staates, ohne gewohnteVvrbehalte, gegen dis Linzer Schandtat Stellung zu nehmen. Der Polizeiposten an den Gräbern der Eltern Adolf Hitlers hat zu verschwinden, und das ganze deutsche Volk erwartet eine Erklärung, die feiner Beleidigung wenigstens eine annähernde Genug­tuung verschafft!"

Die polnische Regierung hat jetzt scharfe Maßnahmen gegen d i e Preissteigerun­gen beschlossen. Auf den internationalen Rohstoff­märkten hat die Spekulation wieder die Preise auf­wärts getrieben und die Gefahrenzeichen mehren sich, daß die ganze Entwicklung mit einem furcht­baren Rückschlag enden würde. Abgesehen von Frankreich, das das t c u e r ft e ß a n b der Welt infolge der durch die sozialpolitischen Expe­rimente der Volksfrontregierung gestiegenen Preise ist, ist vor allem in Amerika die Furcht vor einem Jnslationsboom und einer Katastrophe wie

'im Jahre 1931 allgemein verbreitet. Der Entschluß der amerikanischen Stahlwerke, mit d e n Löh­nen zugleich die Preise zu erhöhen, hat Schule gemacht. Die allgemeine Marktlage hat dar­auf mit großen Vorauskäufen geantwortet, der Pro­zeß der fieberhaften Lohn- und Preissteigerungen ist in Amerika noch nicht beendet, und man fragt sich, ob die Preissteigerungen zu einer Blockierung der amerikanischen Wirtschaft führen werden, wenn

Berlin, 8. April. (DNB.) Den letzten Vortrag auf der Jahrestagung des Deutschen Gemeindetages hielt der preußische Ministerpräsident Generaloberst Göring. Der Ministerpräsident erklärte, bei der Durchführung des Dierjahresplanes ständen zwei große Aufgabengebiete im Vordergründe: Die Steigerung der Produktion auf land­wirtschaftlichem Gebiete bis zu dem mög­lichen Höchstmaß und die Umstellung auf neue Rohstoffe in der gewerblichen Wirtschaft. Auf dem Gebiete der Ernährung gelte es, die Spanne von 13 v. H., die heute noch an der Versorgung fehle, rasch weiter zu ver­ringern. Der Ministerpräsident gab seiner lieber® Zeugung Ausdruck, daß die Landwirtschaft seine Forderung erfüllen werde, und unterstrich beson­ders die Tatsache, daß dank der straffen Marktord­nung des Reichsnährstandes der deutsche Brot­preis nicht geändert werde, im Gegensatz ZU den verheerenden Folgen der internationalen Getreidespekulation.

Stärker noch als die landwirtschaftliche Erzeugung stehe die Steigerung der gewerblichen Produktion im Interesse der Öffentlichkeit. Hier sei es notwendig, durch technische Ausnutzung chemischer Erfindungen die einheimischen R o h st o f f e so zu verarbeiten, daß ihre Ver­wendung an Stelle der ausländischen Stoffe er­folgt. Es sei die besondere Aufgabe aller Persön­lichkeiten, die im öffentlichen Leben stehen, den Verbrauch der neuen deutschen Werkstoffe i n jeder Weise zu fördern und gegen veraltete Vorurteile und die übliche Scheu vor dem Neuen anzukämpfen.

Die Gemeinden müssen auf der Ausgabenfeile sich dort Zurückhaltung auferlegen, wo sie durch verstärkte Rachfrage die Schwierigkeiten der Rohstoffversorgung für den Vierjahresplan noch vermehren. Der Führer hat sich vorgenommen, drei Städte durch bauliche Maßnahmen größ­ten Stils besonders auszugeslalten, Berlin, München und Hamburg. Diese Aufgabe wird selbstverständlich durchgeführt werden. Es ist aber nicht notwendig, dah nun jede andere Stadt glaubt, zur gleichen Zeit ebenfalls ein Riesenbauprogramm durchführen zu müssen, hier müssen sich die Gemeinden in die Stufen­folge der Dringlichkeit einordnen, heute ist es wichtiger, durch eine entsprechende Entwicklung der gemeindlichen Versorgungsbe- friebe mikzuhelfen, als Rathäuser oder selbst Turnhallen ober Versammlungshallen zu bauen, so wichtig auch diese sonst sind. Als zwingende Rotwendigkeit einer allgemeinen Wirtschafts­