Nr. 235 Zweites Matt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Freitag, 8. Oktober |<)37
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Nun waren wir mitten drin in den Erinnerungen, und deren hatten wir sehr viel auf diesem Gebiet. Pilzesuchen! Kann es etwas Schöneres für Kinder Heben? Wieviel Wälder hatten wir mit glühender Begeisterung und spähenden Augen durchstreift! Sommerferien — das hieß auch jedesmal Pilze stanze farbige Pilztafel hatten wir im
Die Filmschauspielerin "stenaie Mülleri-.
Die bekannte Filmschauspielerin Renate Mül- 1 e r ist am Donnerstag früh in einem Berliner Sanatorium g e st o r b e n.
bekannt und populär wurde sie erst durch den Film. Hier war ihr erster großer Erfolg „Die Privatsekretärin": mit der Titelrolle hatte Renate Müller einen neuen, schnell volkstümlich gewordenen Typus geschaffen, der in ganz Deutschland gefiel: unzählige junge Mädchen fanden sich hier mit Entzücken auf der Leinwand wieder, ein Wunschtraum schien in
Abstieg in einen tätigen Vulkan.
Versehen mit ganz besonderer Gebirgsausrüftung, mit Gasmasken, Kopf- und Augenschützern gegen glühenden Aschenflug und mit Seilen ausgestattet, die gegen Versengen imprägniert waren, machten drei Studenten vom Alpenklub der Universität Catania einen kühnen und erfolgreichen Abstieg in den tätigen mittleren Krater des Aetna. Von einem Beamten des Observatoriums auf dem Aetna begleitet, führten die drei jungen Männer die erste Hälfte ihres Hinuntersteigens in die 240 Meter große Hauptöffnung mit Hilfe von befestigten Seilen aus. Als sie den ersten Absatz erreicht hatten, mußten ste fckion ihre Gasmasken anlegen, da ganz unerwartet Wind aufkam. der ihnen Schwaden von giftiaem Schwefelftoff entgegenblies. Die folgenden Stationen zum Kratergrund wurden mit den gewöhnlichen Methoden genommen, die Bergsteiger beim Herabklettern an Felsen anwenden
Im Lauf ihrer Entdeckungsfahrt fanden sie zahl- reiche Kanäle und Höhlen, von deren Vorhandensein niemand etwas ahnte. Einige davon waren frei von geschmolzener Lava und boten mit ihren vielfarbigen Stalaktiten und Stalagmiten einen seltsamen Anblick Die Ervedition hatte keineswegs nur Sportcharakter. Wissenschaftliche Instrumente wurden mitgeführt, 18 thermobaroqraphische Beobachtungen und magnetische Prüfungen wurden aus« geführt und viele Spalten voll Rauch, Schwefel« Wasserstoff, Schwefelsäure und Dampf wurden topographisch festgeleqt. Wertvolle Erfahrungen zur praktischen Unterstützung künftiger Entdecker wurden gesammelt. Der berühmte 3000 Meter hohe Vulkan ist zur Zeit nicht im Ausbruch, doch ist das Innere immer in Siedehitze wollend und aus vielen anderen Gründen gefahrdrohend. .......v
direktors war für das Kreisamt Gießen Regierungsrat Weber anwesend
Rach Erledigung der Formalien erstattete Direktor Dr H o p s e n m ü l l e r den Bericht für das Geschäftsjahr 1936. Wir entnehmen dem Bericht folgendes:
Auch das Jahr 1936 brachte der Sparkasse weiteren Aufstieg, der sich in einer Erhöhung der Einlagen und einer Steigerung des Am- sahes ausprägte. Der Zugang an Spareinlagen stellt sich auf 830 222,— R2N., dabei muhte die Sparkasse erhebliche Betrage an Spareinlagen zur Verwendung im Eigenheimbau zurückzahlen. Der Bestand der Spareinlagen stellte sich Ende 1936 auf R2N. 21 375 473, und hat damit den Vorkriegsstand von Ende 1913 überschritten. Mittlerweile haben bis zum 1. Oktober 1937 die Spareinlagen den Betrag von 22 Millionen RM. überschritten Die Zunahme der Spareinlagen seit 1933 betragt 5,5 Millionen Reichsmark.
Das Kleinsparwesen wurde in seinen verschiedensten Erscheinungsformen sorgfältig gepflegt, dabei nahm das S ch u l s p a r w e s e n die erste Stelle ein Es wird zur Zeit in 162 Schulklassen gespart, und der Zugang an Schulsparemlagen hat sich durch den systematischen Ausbau des Schulsparens gegenüber dem Vorjahr stark erhöht. Der Vortragende wies daraus hin, daß die Schulspararbeit keine Derdienstsache für die Sparkasse sei und sein könne, daß sie vielmehr reine Erziehungsarbeit an der Jugend sei, die dank der verständnisvollen Mitarbeit der Lehrerschaft schöne Ergebnisse gezeitigt habe.
Der Spar-Giro- und Kontokorrentverkehr ergab bei geringen Bestandsveränderungen starke Umsatzsteigerung: so erfuhr der Kontokorrentverkehr eine Umsatzsteigerung von 20 v. Sy, der Bankumsatz eine solche von 13 v. Sy Es waren dies Veränderungen, die an den Betrieb der Kasse starke Anforderungen stellten. Der Bestand an Kontokorrent- Einlagen hatte sich zu Ende 1936 auf über RM. 3 005 672 erhöht, er ist mittlerweile zum 1. Oktober 1937 auf 3 580 000 RM, also um über eine halbe Million Reichsmark gestiegen
An der Finanzierung der starken Vaukätig- feir des Jahres 1936 in Gießen und Umgebung nahm die Sparkasse durch Gewährung von Hypothekendarlehen lebhaften Anteil. Es wurden Hypothekdarlehen im Betrage von 1 377 488 RM. neu ausgeliehen, die fast ausschließlich für den Hausbau Verwendung fanden. Der hypothekenbesian d erreichte nahezu den Betrag von 9 0 0 0 0 0 0 R M, er hat im Jahre 1937 bis heute eine Erhöhung um eine weitere Million Reichsmark erfahren. Damit hat die Sparkasse in nachhaltiger Weife die Wirtschaft unseres Heimatbezirks belebt, und sie hatte dabei die Genugtuung, manchen jahrelangen treuen Sparer durch die Hingabe eines billigen Dar-
Mit Renate Müller verliert der deutsche Film eine sehr begabte und sympathische Darstellerin, in deren Rollen stets der Ehrgeiz des jungen Menschen und eine künstlerisch bewußte Persönlichkeit zu spüren waren. Renate Müller wurde am 24. April 1906 als Tochter des damaligen Hauptschriftleiters der „Münchener Neuesten Nachrichten", Dr. Karl Eugen Müller, geboren; ihre Kindheit verlebte sie in Danzig, wo sie bis kurz vor dem Abitur die Schule durchlief. Gegen den Willen der Eltern begann sie schon mit 15 Jahren Gesangsstunden und später auch Schausvielunterricht (bei Lothar Müthel) zu nehmen. Als Helena im ..Sommernachtstraum" debütierte sie auf dem Harzer Bergtheater, dann kam sie nach Berlin und begann sich auf der Bühne durchzusetzen; Über Berlin hinaus
wieder einen Vater bekommt, sogar einen jungen, sehr netten und verständnisvollen (Willy Fritsch! Es liegt in der Natur der Sache, daß sich die Anteilnahme des Beschauers immer mehr auf die beiden Buben und ihr Abenteuer konzentriert: sie heißen Eberhard I tz e n p l i tz und Claus Detlev S i e r ck (wohl ein Sohn des Regisseurs) und spielen unter der leicht und sicher, mit Takt und Verständnis führenden Hand von W a f ch n e ck so in- telliaent und so natürlich unbefangen aus ihrer kindlichen Sphäre heraus, daß man sich fast wundern möchte Die Dagover gibt die nicht besonders sympathische Frau Leontine gepflegt und elegant als eine große, verwöhnte und oberflächliche Dame, die im Leerlauf eines rein gesellschaftlichen Daseins die Nerven verliert und sich und andere in Gefühlsverwirrung bringt. Fein und verhalten wirkt Maria von Tasnady als Jos zärtliche Pflegemutter. Ein paar gelungene Episoden: S t a h l - N a ch b a u r als Direktor der Frauenklinik, Ernst W a l d o w , Erwins pedantischer Erzieher, Walter I aV s s e n (Arzt), Eva Tinsch- mann, die gute dicke Köchin Anna, und Elisabeth Flickenschildt, das Mädchen in der Hafenschänke. — (Ufa.)
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Im Vorprogramm: Fox-Wochenschau, und ein aufschlußreicher Kulturfilm „Adern der Wissenschaft", der von den Ferngasstraßen des Dritten Reiches handelt.
Hans Thyriot.
Das Pilzgericht.
„Es gibt Pilze heute", sagte meine Schwester, bei der ich zum Mittagessen eingeladen war Ich nickte nur zerstreut und stülpte meinen Hut über den nächsten Garderobenhaken. Es drehte sich noch mancherlei Geschäftliches in meinem Kopf, und ich beschloß, mich ein wenig in die Küche zu setzen und bei den Kochvorbereitungen zuzusehen, um in die rechte, friedliche Mahlzeitstimmung zu kommen.
Meine Schwester saß am Küchentisch vor einer Schüssel mit Steinpilzen, ein kleines Messer in der Hand, und putzte flink die grauen Stiele und braunen Hüte säuberlich ab Ich setzte mich auf die Tischkante und blickte nachdenklich auf die Pilze nieder, von denen ein feiner, würziger Duft aufstieg, ein Dust nach Wäldern, nach regenfeuchter Erde und herbstlicher Natureinsamkeit. Es mag vielleicht ein bißchen pathetisch klingen, aber es war tatsächlich so: dieser herbe, köstliche Geruch der Steinpilze verzauberte mich. Er brachte mit magischer Gewalt ferne Kindheitserinnerungen zu mir zurück, die ich fast vergessen geglaubt hatte: ich faß und starrte auf die Pilze, an deren Schirmen noch mulmige Blattreste und an deren Füßen noch sandige Erde haftete. Mit einemmal war ich wieder ein kleiner Junge in einem großen, grüngoldenen Wald, ein bastgeflochtenes Körbchen am Arm. Don fernher drang helles Rufen durch den Eichenbestand, das war meine Schwester die da im kurzen Kleid und Wadenstrümpfen emsig hin und her lief ein schmaler, heller Fleck vor den dunklen Stämmen. Eine ruhige Stimme gab Antwort, das war meine Mutter Wir suchten alle drei nach Steinpilzen, und es war ein edler, eifrig geführter Wettstreit, die größte und beste Ausbeute des Tages zu haben.
„Weißt du noch, wie ich damals den Riesenpilz fand?" fragte meine Schwester in mein nachdenkliches Schweigen. Auch für sie waren also aus der Pilzschüssel Kindheitserinyerungen gestiegen? „Und ob ich es noch weiß! Zur Sommerfrische in dem kleinen Taunus-Ort — gab das eine Aufregung, als wir den mächtigen Steinpilz aus der Erde zogen! Er wog fast zwei Pfund, ein ganzes Mittagessen hatten wir von einem einzigen Pilz, und nicht eine Made war darin. Wir waren die Pilz- Helden des Tages, selbst der Oberförster gratulierte uns!"
„Streit um den Knaben Zo."
Gloria-Palast.
Der Spielleiter Erich W a s ch n e ck hat seinerzeit in dem Film „Das Mädchen Irene" gezeigt, daß er über die ausgesprochene Begabung verfügt, einen Konflikt zwischen Kindern und Erwachsenen zu behandeln: das kommt auch diesem Film zugute, der nach einem Roman von Hedda Westenberger gemacht wurde und einen ähnlichen Fall entwickelt. (Das Drehbuch schrieben Wolf Neumeister und Ilse Maria Spath.) Allerdings handelt es sich hier um einen Sonderfall, der praktisch nur selten vorkommen dürfte, und der auch psychologisch non einer der Hauptbeteiligten aus nicht gerade glücklich vorbelastet ist. Irgend etwas sträubt sich im Zuschauer. der da miterlebt, wie eine Mutter, durch eine gewiß verblüffende und auch begründete Aehn- lichkeit, der sie zufällig auf der Straße begegnet, an ihrem Kinde und an ihrem mütterlichen Gefühl irre wird und auf die fixe Idee verfallen kann, der fremde Junge, den sie da zum ersten Male gesehen hat, iei in Wahrheit ihr eigenes Kind, das man vor dreizehn Jahren in der Klinik mit dem, das sie als ihren Sohn aufgezogen hat, vertauscht habe: der Fall kompliziert sich sogleich, da sich bei Nachforschungen in der Klinik herausstellt, daß die Möglichkeit einer solchen Verwechselung immerhin nicht von der Hand zu weisen ist: der andere Knabe, namens Jo, ist in der gleichen Klinik um die gleiche Zeit zur Welt gekommen. Nun beginnt der Streit zwischen den Müttern um den Knaben, der die Erwachsenen wie die Kinder in schwere Konflikte stürzt. Jo erfährt, daß er nur eine Pflegemutter hat, keine „richtige", der andere. Erwin, glaubt sich von seiner echten Mutter verraten und betrogen, und beide beschließen, gemeinsam davonzulaufen in ihrem Kummer und ihrer Enttäuschung. Jetzt bekommen es die Großen erst recht mit der Angst und es ist auch die höchste Zeit, daß die verzweifelte Jagd hinter den beiden Buben her, die zum Glück nicht weit gekommen sind, sich aus Trotz und gekränktem Ehrgefühl versteckt halten und ihren Verfolgern auf jede Weise zu entkommen trachten, endlich zum Ziele führt denn Erwin hat sich mittler- v^ile bei dem Abenteuer eine böse Lungenentzündung geholt, die Jo in rührender Kameradschaft, aber mit völlig unzulänglichen Mitteln zu bekämpfen versucht. Sie werden also gefunden, und nun löst sich, sehr zur Erleichterung des teilnehmenden Zuschauers, alles in Wohlgefallen- der an sich törichte und unbegründete Streit führt sogar, ganz im Sinne einer Romanhandlung, dazu, daß Jo endlich
1 lehens zu unterstützen. Gegen Ende des Jahres 1936 ist die Sparkasse dazu übergegangen, auch den Altbejih wieder zu beleihen, wenn es sich um Ablösung bestehender Hypotheken, oder um die Befriedigung von herauszahlungs- oder Auseinanderjehungs- ansprüchen handelte. Die Kasse ist in dieser Richtung besonders stark im Jahre 1937 beansprucht worden, nachdem sie ihren hypo- thekenzinssah mit Wirkung vom 1. Januar 1 9 3 7 ab auf 4,5 v. h. ermäßigt hatte.
Darlehen an öffentlich-rechtliche Körperschaften wurden wegen des bestehenden gesetzlichen Verbots nicht gewährt.
Der Zinsendienst hat eine nachhaltige Besserung erfahren Waren für das Jahr 1935 noch 300 293,— Reichsmark als fällige Zinsforderungen ausgewie- sen, so ermäßigte sich diese Position auf 186 704 Reichsmark: dabei ist der größte Teil der wirklichen Zinsrückstände durch Zwangsverwaltungs- oder Entschuldungsoerfahren gebunden
Der Wertpapierbestand hat sich von 4,6 Millionen RM. auf über 6 Millionen RM erhöht.
Die schon erwähnte Senkung des Hypotheken- Zinssatzes für Reu-Hypotheken wie auch für Aufwertungs-Hypotheken stellt den Abschluß der in den letzten Jahren von der Sparkasse planmäßig durchgeführten Zinssenkung dar. Dabei verdient besondere Hervorhebung, daß bei Begebung des Hypothekendarlehns Vollaus Zahlung des Ka- p i t a l s erfolgt und irgendwelche Verwaltungsgebühren nicht erhoben werden. Den Schuldnern der Sparkasse konnte damit in vielen Fällen eine wesentliche Erleichterung geschaffen roerben.
Bedingt durch das starke Anwachsen des Geschäftsbetriebs hat die Sparkasse durch einen neuerlichen Umbau ihrer Hauptstelle und Errichtung der Zweigstelle Kaiserallee ihre dem Betrieb dienenden Räumlichkeiten endgültig ausgestaltet. Der Grundbesitz der Kasse, zu dem neben den beiden Dienstgebäuden noch vier Wohngrundstücke gehören, ist durch Vornahme einer Abschreibung von 54 560 Reichsmark mit 1200 000 RM. zur Ausweisung gelangt.
Der Reingewinn erscheint mit 56890 RM. gegenüber dem Vorjahr nur gering verändert.
Mit Mitteilungen über die Gefolgschaft und den Geschäftsbetrieb selbst war der eigentliche Geschäftsbericht abgeschlossen. Direktor Dr. Hopfen- m ü l l e r schloß seinen Vortrag mit einer Betrachtung über die Grundlagen der erfolgreichen Sparkassenarbeit: Der Sparer weiß, daß hinter der öffentlichen Sparkasse die unbeschränkte Haftung der Städte und Dörfer ihres Bezirks steht, daß dabei hinsichtlich der Sicherheit des Instituts keine Wünsche offen bleiben, und schließlich gründet sich das Vertrauen der sparenden Bevölkerung zu ihrer Sparkasse auf das Vertrauen zur Wirtschaftspolitik d-'s Reiches überhaupt, die den Gedanken an eine Wiederholung des Jahres 1923 nicht aufkommen läßt. So hat es gerade auf dem Sparkaffentag in Essen Reichsminister Dr. Schacht ausgesprochen, daß
die nakionalsozialistifche Staatsführung sich sehr wohl der Verpflichtung bewußt fei, dem Sparer
Nenate Müller als Liselotte von der Pfalz. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Erfüllung zu gehen, und der Schlager „Ich bin ja heut so glücklich" wurde allenthalben gesungen und gespielt. Mit dieser Rolle hatte die junge Renate Müller Karriere gemacht. Aehnliche, im Grunde heitere Figuren gab sie in „Viktor und Viktoria", in der „Englischen Heirat" (die hier kürzlich zur Erinnerung an Adele Sandrock wieder aufgeführt wurde), in den Filmen „Walzerkrieg", „Kleiner Seitensprung", „Wie sag ich's meinem Mann?", „Liebling der Götter", in „Allotria" und „Wenn die Liebe Mode macht". Historische Rollen gab sie im „Flötenkonzert von Sanssouci" und in „Liselotte von der Pfalz": eine historische Gestalt, die sie zu spielen sich gewünscht hat, ist ihr verjagt
geblieben:-das war die große Katharina von Ruß« land. Daß sie auch ernsthaften Aufgaben gewachsen war, zeigte sie in „Eskapade" und vor allem mit Gustav Fröhlich zusammen, in den ..Liebesleuten": wes war vielleicht die stärkste und reifste Leistung, die sie in ihrer kurzen, an Erfolgen reichen Laufbahn gegeben hat: hier konnte sie ganz unverstellt und hingegeben ein großes und tapferes Herz zeigen, ohne Geschichten und Sentiments, knapp und verhalten in allen Aeußerungen, aber in jedem Wort voll natürlicher Anmut und menschlicher Warme. Wir werden diese Dorothea nicht veraefsen. Im Frühling dieses Jahres sahen wir sie noch einmal, zum letzten Male, mit Wieman und Hartmann zusammen, als die Reporterin Lux in dem Zeitungsfilm „Togger". ' hth.
Alsdann ergriff Regierungsrat ______ ___
Wort. Reben feiner Stellungnahme zu einigen besonderen Problemen gab er seiner Freude darüber Ausdruck, daß der im deutschen Volk nun einmal
Die Bezirkssparkasse Gießen hielt am Dienstag im kleinen Saal des Universitäts-Cafes ihre diesjährige Ordentliche Mitgliederversammlung ab
Die Versammlung war von den Vertretern der Haftungsgemeinden gut besucht, der Hessische Sparkassen- und Giroverband war durch seinen Vorsitzenden Oberbürgermeister i. R Rahn (Darmstadt) vertreten, ebenso die Landeskommunalbank- Girozentrale für Hessen durch Direktor Henkel (Darmstadt). Als Vertreter des verhinderten Kreis-
Er schloß mit den besten Wünschen für die weitere Zukunft der Kasse.
Der Verbandsoorsteher, Oberbürgermeister i. R. Rahn, sprach dann noch in längeren Ausführungen zu der Versammlung. Er beleuchtete die Frage der Zinsgestaltung bei den öffentlichen Sparkassen, die gerade im Lande Hessen eine besonders günstige Entwicklung aufzuweisen hatte, und sprach über die bestehende enge Verbundenheit der Sparkassen mit ihren Gewährsgemeinden. Er hob hervor, daß die öffentlichen Sparkassen in uneigennützigem Dienst an der Allgemeinheit stets in erster Linie stehen werden.
Nach Erledigung des zweiten formellen Punktes der Tagesordnung ergriff der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates Beigeordneter Vogt das Wort. Er übermittelte der Versammlung die Grüße des dienstlich verhinderten Oberbürgermeisters Ritter. Er gab der Versammlung einen Einblick in die Arbeit des Verwaltungsrates und sprach der Leitung, wie auch der Gefolgschaft der Sparkasse seine Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit des Jahre 1936 aus.
Alsdann wurde die sehr angeregt verlaufene Versammlung geschlossen.
NeichslagerderlZeichsstudentenführung auf Burg Gleiberg.
Wie in unserer gestrigen Ausgabe schon kurz be« richtet, ist das Schulungslager auf Burg Gleiberg Zur Zeit wieder mit Studenten belegt. Am gestrigen Abend trafen die Lagerteilnehmer am Bahnhof Gießen ein, von wo sie unter Führung des Lagerleiters Pg. Salon von der Reichsstudentenführung nach dem Gleiberg marschierten. Zur Begrüßung der auswärtigen Studenten hatte sich auch der Gießener Studentenführer Pg. Frank und verschiedene Amtsleiter der Gießener Studentenführung am Bahnhof eingefunden.
Auf Burg Gleiberg angekommen, wurde das Lager mit einer kurzen feierlichen Flaggenhissung eröffnet und dann die bereiteten Quartiere bezogen. Wieder einmal steht für einige Zeit der alte Gleiberg mit seiner studentischen Tradition im Mittelpunkt der Studentengeschichte, denn in ernster Zusammenarbeit werden in dem Lager die neuen Kameradschaftsgesetze und die neue Erziehungsform besprochen werden.
Vortrefflicher Sparsmn im Gießener Bezirk.
Die Bezirkssparkasse Gießen stellt fest: Der Stand der Spareinlagen von Ende 1913 überschritten! — Abbau der Hypothekenzinsen auf 4,5 Prozent.
vorhandene Sparwille in der Bezirkssparkasse Gie-i Sommerfer ßen so eine erfolgreiche Pfleaestätte gefunden habe I suchen Die
Kopf, die zusammengeklappt in Mutters Körbchen stets mitgeführt wurde. „Weißt du noch" und ,Es war einmal" hatten sich nun in der Küche eingefunden und ließen uns die Gegenwart vergessen. „Weißt du noch, wie du dich im Tannenwald verirrt hattest?" Richtig, auf dem Pirschgang nach Pfifferlingen war ich auf versteckte Jagdgründe gestoßen, weiter und weiter drang ich durch das dichte Geäst vor, längst waren der Korb und die große Kitteltasche mit Pilzen vollgestopft — und auf einmal stand ich entsetzt still und wußte: du hast dich verirrt! Ich brach verzweifelt durch das Gestrüpp, ich zerkratzte mir Hände und Gesicht an den scharfen Nadeln. Bitterlich weinend hockte ich schließlich unter einer alten Fichte nieder Erst am Abend hat man mich gefunden, man kam mit Hunden und Laternen, die Aeste knackten unter den Schritten der suchenden Männer...
Wir saßen und erzählten, und der Zauber sonnenwarmer Wälder und taufeuchter Lichtungen füllte die kleine Küche mit seinem leuchtenden Glanz. Spät wurde das Pilzgericht fertig, eine Mahlzeit der fröhlichen Wehmut im Abglanz seliger Kinder- Zeit. H. B. v. M.
Dornoiizen.
Tageskalender für Freitag.
Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr: „Mein Sohn, der Herr Minister". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Streit um den Knaben Jo". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wenn du eine Schwiegermutter
Sladtthealer Gießen.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend Wiederholung des Lustspiels von Andrö Birabeau „Mein Sohn, der Herr Minister". Die Spielleitung hat Dr. Erich Schumacher. Die Vorstellung findet als 3. Vorstellung der Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende '22.30 Uhr.
Groß'scher INännerchor Gießen.
Morgen, Samstag, 9. Oktober, auf der „Karls- ruhe" 91. Stiftungsfest.____________________________
Kleidung, die ihn „heraushebt". gsösa Schon dieser Zeitung heute beigefügte grün gedruckte Beilage zeigt jedem die Vielseitigkeit der Auswahl des Hauses Köhler. Ein genaues Bild erhält man jedoch erst, wenn man sich bei Köhler alles einzeln in Ruhe zeigen läßt. Wenn man die qualitätsvollen Stoffe, die tadellose formbehaltende Jnnenverarbei- tung, die stilvollen Formen mit Auge und Hand prüft, dann wird man bestätigt finden, was die vielen treuen Dauerkunden in Stadt und Land wissen, daß sie immer gut bedient werden bei ihren
aewissenhaften Vekleidunasfachleuten Kähler. Gießen. Tveiial Eck-Hans


