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Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen.

Eine zweitägige pfmgstsahtt.

1. Tag:

Bieber Arankenbach Eiserne Hand Rodenhausen Erdhausen Gladenbach.

Von unserem Ausgangspunkt Bieber wandern wir durch das Biebertal bis zur Obermühle, wo wir die Landstraße verlassen und uns ein Weg­weiser die weitere Strecke durch das liebliche Dünsbachtal am Fuße des Dünsbergs her zeigt. Nach einiger Zeit erreichen wir die Hochliegende Landstraße und auf dieser Frankenbach. Die Straße weitergehend, die unterwegs hübsche Blicke, namentlich auf Hohensolms, bietet, kom­men wir zur Eisernen Hand, einer einfachen, am Waldrand gelegenen Wirtschaft. Hier treffen wir schwarze Striche, die uns bis zum Endziel be­gleiten. An der sog. Zigeunereiche vorüber, einem alten mächtigen Baume, gelangen wir zu dem am Fuße des Hemmerichs hübsch gelegenen Roden­hausen, wo eine bescheidene Gastwirtschaft zur Ruhe einladet. An den Hängen des Hemmerichs, später am Fußeder Koppe entlang, führt uns das Zeichen durch Feld und Wald nach Erdhaufen. Beim Austritt aus dem Wald bietet sich uns ein herrlicher Blick auf die Hinterländer Berge mit dem Rimberg. Bis zum Endziel Gladenbach, dem anmutig zwischen Bergen liegenden Städtchen, wo wir in einem der guten Gasthöfe übernachten, be­nutzen wir wieder die Landstraße.

2. Tag:

Gladenbach Kirchberg Allna Dammühle Marburg.

Der Morgen des anderen Tages führt uns zu­nächst auf den nahegelegenen Kirchberg, von des­sen Turm, der Sonntags geöffnet ist, wir eine entzückende Rundschau bis zu den fernen Höhen des Vogelsbergs und des Burgwalds genießen. Rote Striche leiten uns nunmehr abwärts durch Wald und Feld über die schmucken Dörfer- chenbach und Allna, letzteres mit interessanter alter Kirche, dem Allnatale abwärts nach Her- metshausen, das noch viele Fachwerkhäuser aufzu­weisen hat. Von hier folgen wir blauen Kreuzen, die uns zuerst über einen aussichtsreichen Höhen­weg, später durch prächtigen Hochwald nach der lieblich im Lummersbachtal gelegenen Damm­mühle mit guter Gastwirtschaft führen. Die Zei­chen leiten uns weiter über eine an Fernblicken reiche Höhe, an dem einsam liegenden Dörfchen Wehrshausen vorbei auf die Landstraße. Aus die­ser gehen wir bis zum Waldrand nach links, von da nach rechts, um über das reizend gelegene Marbach nach unserem Endziel Marburg zu ge­langen.

Durch die Eifel.

Von Hans Reetz.

Die Eifel ist einer der mannigfaltigsten Land­schaften Deutschlands. Nirgends ist auf einem gleich großen Gebiet so viel und so Gegensätzlich > bei­einander. Am schärfsten empfindet das der Nord­deutsche. Die Eifel ist weder eine einheitliche Land­schaft, noch hat sie eine einheitliche Rasse und Sprache. Selbst die Hausformen sind in jedem Teil der Eifel anders. Indessen hat sie ein durchgehendes Merkmal, das sind die E i f e l k i r ch e n. Sie sind alle klotzig, geduckt, mit kurzen vier- oder achtseitigen Helmen und sehen alle romanisch aus, wie Gottes- burgen vom Jahre 1000. Sie verkünden mit ihren weißgekalkten, ungefügen Mauern die trotz allem unübdingbare Einheit des Eifellandes.

Die Hocheifel.

Wer von Köln über Münstereifel das wasserreiche Erfttal aufwärts fährt, steht plötzlich kurz hinter Tondorf vor dem gestuften Panorama hoher und noch höherer Berglinien, deren etwa zweihundert Kuppen von der Hohen Acht und der Nür­burg gekrönt werden. Ein einziger Wald ist weit­hin über die Berge gesponnen. Die Talböden quillen von Wasser und ihre Gräser und Moose leuchten smaragden im Licht. Sommers steht das Vieh bis zu den Bäuchen im wuchernden Blumenschwalch. Irgendwo fährst du im grüngoldenen Gefunkel des Hochwaldes aufwärts und stehst bald im getürmten Gebirg. Am Wegkreuz liest du, fast erschrocken, die Jahreszahl einer frühen, längst verstummten Zeit, und du siehst dich mit klopfendem Herzen um, ob nicht gerade der Maler Albrecht Altdorfer die Gegend konterfeit, als Hintergrund, Rasthag und Waldlaube für die Himmelsfamilie. Blau raucht es aus den Tälern herauf ehrwürdige Bergstille.

Aber weiter oben, da wo die Nürburg fast acht­hundert Meter in den Himmel wächst, sind die gegenwärtigen Zeiten, mehr noch, die von morgen, hereingebrochen. Dort rasen die Rennwagen durch die steilen Sttecken und spitzen Kurven des N ü r - burgringes, einmal über, einmal unter den Wäldern, vorbei an den rauschenden Waldbächen und dann hinaus, hinauf auf die Höhe, dicht unter die jagenden Wolkenzüge und vor dem Sturme her.

der die Wipfel der Gipfelföhre über die Bahn schwenkt! Und dieses Schauspiel ist ganz nach deinem Herzen; denn es ist den Kräften verwandt, die einst durch die Vulkane des Tertiärs dies Berg­land geschaffen haben; es ist dem gewaltigen Him­mel verwanot, der darüber steht, den Winden und Wolken seiner Wetter; es ist ein Teil des Elemen­taren in der Welt und in uns: Hocheifel.

Das Hohe Venn.

Wir fahren auf der fast zweitausend Jahre alten Straße, die die römischen Ingenieure einst ent­worfen und dann schnurgerade von Köln bis nach Zülpich an den Fuß der Eifel geführt haben. Nach­dem wir die Hügelwellen der Voreifel hinter uns haben, rollen wir kurz hinter dem arttgen Burastädtchen Nideagen in die Tiefe des Roertales, um danach eine endlose, langsame, stetige Auffahrt auf der anderen Flußseite zu beginnen. Es nimmt kein Ende. Ringsum, so weit man, sieht, geht es immer nach oben. Keine Täler, kein Hinauf und Hinab, nur das einsinnige Einerlei einer Ebene, die sich langsam hebt und die merklich, klimatisch und botanisch, zur Hochebene wird.

Wer einen diesigen Tag erwischt hat, der steht bald inmitten einer rauchenden Feuchte und sieht nichts eben nichts als eine versunkene Welt hinter sich und eine graueste Ebene vor sich. Wer Sturm erwisch hat, der wird's bald merken. Dieses Hochland im äußersten Westen, das Hohe Venn (wozu im weiteren Sinne auch die Schnee-Eifel und der Zitterwald gehören) mit ihrem harten Klima, ihrer Unfruchtbarkeit und Menschenarmut, steht in einem außerordentlichen Gegensatz zur Lieblichkeit des Rheintales. Freilich muß man, um die Gründe kennenzulernen, das Land vom Westen her sehen. Von dort, von der Normandie und dem Kanal, kommen die gewaltigen, von Wasser schwe­ren, atlanttschen Winde, die hier, in den Ardennen

Mittwochabend in Mainz. Der Abendsonnen­schein spiegelt sich prächtig im breiten Strom des Rheins. Viele Menschen erholen sich am Ufer in der Nähe der Landebrücken und beobachten den stets interessanten Schiffsbetrieb. Auf der Lande­brücke 2 begeben sich zahlreiche Vertreter der Presse und der Verkehrsstellen des Rhein-Main- Gebiets an Bord des neuen Motorschiffes Albert Leo S ch l a g e t e r" der Köln-Düssel­dorfer Rheindampfschiffahrt. Die Direktion der Köln-Düsseldorfer hat die Männer der Presse und des Verkehrs zu einer Abendfahrt mit diesem Schiff zwischen Mainz und Bingen eingeladen.

Das MotorschiffAlbert Leo Schlageter" wurde im Juli 1936 in Dienst gestellt. Es ist ein Schiff von durchaus neuem Typ, 48 Meter lang, 6,80 Meter breit und faßt 825 Fahrgäste. Dank seiner neuen maschinentechnischen Ausrüstung und noch mancher anderer Neuerungen der Schiffs­konstruktion ist diesem Motorschiff eine wunder­bar ruhige Fahrt zu eigen. Trotz des kräftigen Mailüfterls", das im Rbeingau bei sinkender Sonne aus dicken Wolken stramm über das Was­ser bläst und ziemlichen Wellengang verursacht, lieat das schnittige Schiff in so ruhiger Fahrt, daß selhst ein so kleines und haltloses Ding von einem Zwei-Markstück, das ein Fahrtteilnehmer auf den Rand der Münze stellt, unbewegt stehen bleibt und sich nicht einmal auf dem Tisch um­legt. Mehr kann man schließlich von derRuhe im Schiff" nicht verlangen. Und wenn man im Gesellschafts- oder im Speisesaal sitzt, rund herum die dunkle Nacht über dem Strom liegt, das Schiff feenhaft beleuchtet ist, so kann man bei der ruhigen Fahrt sehr gut den Eindruck haben, irgendwo in einem Hotel auf festem Boden zu sitzen. Mit einem Wort: Bei einer solchen Schiffs­fahrt kann auch der Mensch mit dem empfindlich­sten Magen ohne jede Beeinträchtigung seines kör­perlichen Befindens nach stundenlanger Fahrt wieder an Land gehen!

Während noch bei Sicht die herrliche Landschaft des Rheingaus das Auge der Fahrtteilnehmer er­freut, die sinkende Sonne mit ihrem eigenartigen Licht über Wasser und Landschaft Entzücken aus­löst, berichten die begleitenden Herren derKöln- Düsseldorfer" ihren Gästen mancherlei Bemerkens­wertes, das für die bevorstehenden Sommermonate auch viele andere Volksgenossen interessieren wird. Erzählen wir davon hier das Wichtigste. Der er­weiterte Frühjahrsfahrplan der Köln-Düsseldorfer ist am Himmelfahrtstage in Kraft getreten. Er gilt dis zum 26. Juni, abgesehen von einem großen Sonderfahrplan für die Pfingsttage, und geht am 27. Juni in den Hauptsommerfahrplan über, der bis zum 5. September gilt. Vom 6. bis 26. Septem­ber tritt erneut bet Frühjahrsfahrplan in Kraft, der Schlußfahrplan am 27. September gleicht wie­der dem der Vorsaison, am 17. Oktober ist Ende der Fahrzeit. In allen Fahrplänen finden sich die durch­gehenden Verbindungen inSchnellfahrt" und

und der Eifel zum ersten Male zum Aufstieg ge­zwungen werden und auf den bis siebenhundert Meter hohen Ländern Jahr für Jahr eine Wasser­flut ausgießen, die in dem undurchlässigen Unter­grund aus Quarzit und verwittertem Tonschiefer keinen Abfluß findet.

Wer dort auf eine Siedlung trifft, sieht zunächst nichts als ein yohes Schutzwerk von dichtgeflochte­nen Buchenhecken, hinter denen die Häuser bis über den First versteckt liegen. Sie bergen unter dem nach der Schlagwetterseite fast bis auf den Boden herabgezogenen Schleppdach, in der Richtung von Westen nach Osten, Scheune, Stallung und Woh­nung. Dieses Venn-Haus ist mit einem tiefen Ge­fühl für die Unentrinnbarfeit aus der Landschaft erbaut. 5>alb scheint es in der Erde zu liegen und noch tiefer. Es bietet ein trockenes Dach und Wärme für Mensch und Vieh; das ist alles, was das Schicksal hier zugestand.

Die Vulkaneifel.

Eine Vulkanlandschaft gibt es in Deutschland, wie überhaupt im diesseits der Alpen gelegenen Europa, nur hier. Als Ausnahme gilt eine kleine Stelle in Südfrankreich. Die Eifelvulkane find noch bis an den Rand der Geschichte tätig gewesen; denn Funde vom Ende der älteren Steinzett (etwa um 12 000) wurden bei Andernach sechzehn Meter unter den vulkanischen Auswürfen geborgen. Die Vulkane sind entstanden unter dem Druck des aus der Erde her­aufdringenden feurig-flüssigen Magmas, das in die Erdrinde eine trichterförmige Oeffnung sprengte und sick, teils in der Luft erstarrt und zerstäubt, teils als flüssige Gesteinsmasse, in die Umgebung

feon diesen Trichtern, um die sich ein Wall von Ergußgesteinen und Asche häufte, sind noch heute, besonders im Kreise Daun, viele vollständig er­halten. Es sind die Maare, von denen sieben,

Personenfahrt" von Mainz nach Köln, die Aus­flugsfahrten nach den Rheingaustationen, wie auch Fahrten, die von den anderen Hauptplätzen des Fremdenverkehrs ausgehen, so z. B. die Frühfahrt von Rüdesheim nach Koblenz (im Sommerfahrplan nach Köln). Selbstverständlich kann man auch mit der Köln-Düsseldorfer von Mainz bis hinauf nach Karlsruhe fahren, während die über Köln stromab gehenden Fahrten nach Düsseldorf mit Rücksicht auf die große ReichsausstellungSchaffendes Polk" in diesem Jahre früher und häufiger geboten werden Die Abendsahrten ab Mainz und Wiesbaden sind gleichfalls wieder im Fahrplan oertreten. Der Main- Rhein-Verkehr von Frankfurt a. M. bis hinunter nach Kaub und St. Goar beginnt schon zu Pfing­sten und ist in diesem Jahre von vorneherein bis zum 5. September vorgesehen. Für diese Fahrten ist wieder das GroßmotorschiffGutenberg" ein­gesetzt. In umgekchrter Richtung find auch Fahrten von Wiesbaden und Mainz nach Frankfurt a. M. in dem Schiffsfahrplan enthalten.

Beim Fahrpreistarif ist als besonders interessant zu vermerken, daß bei der Lösung von Rückscchr- scbeinen eine 50prozentige Rückfahrtsermäßigung ge­währt wird. Von den Fahrpreisermäßigungen ist weiter zu beachten, daß Kinder jetzt bis zum sechsten (bisher vierten) Jahre frei und bis zum 14. (bisher zehnten) Jahre zum halben Fahrpreis befördert werden; von je zwei Kindern in Begleitung von zwei Erwachsenen ist eins frei. . Soldaten bis zum Unteroffizier einschließlich, Arbeitsdienstmänner bis zum Unterfeldmeister, Schwerkriegsbeschädigte, Krankenpfieger usw. erhalten allgemein 50 Prozent Fahrpreisermäßigung. Wie bei der Reichsbahn, stehen auch auf den Schiffen derKöln-Düsseldorfer" Ermäßigungen für die Fahrten von Gruppen, Ver­einen und Reisegesellschaften zur Verfügung. Reichs­bahn-Urlaubskarten können ebenso auf den Rhein­dampfern benutzt werden, neu ist hier, daß die auf der Reichsbahn eingeräumten Fahrtunterbrechungen auch auf die Fahrten mit den Rheindampfern gelegt werden können. Daß für Sonderfahrten, wie KdF.", Gemeinscbaftssahrten von Betrieben usw., bei der Köln-Düsseldorfer ebenfalls alles auf den wie ihre Parole lautetDienst am Gast" ein­gerichtet ist, braucht wohl nicht noch besonders her- vorgehoben zu werden.

Diese interessanten Mitteilungen und noch viele andere aufschlußreiche Angaben über die Schön­heiten des Reisens mit den Rbeindampsern, über die Herrlichkeit des gleichzeitigen Genusses von Land­schaft und Schiffahrt, über das reizvolle Bild einer Nachtfahrt auf dem Strom, alles das interessiert die Fahrtteilnehmer in hohem Maße und läßt die schöne Abendfahrt zu einem dankbar empfundenen Erleb­nis werden. Erst spät am Abend kehrt das schöne SchiffAlbert Leo Schlageter" zu feinem Aus­gangspunkt Mainz zurück, wo man es voll reicher Eindrücke von dieser Abend- und Nachtfahrt ver­läßt, um mit gut liegenden Anschlußzügen wieder in die Heimat zurückzukehren. 8.

mit eiskaltem, kristallklarem Wasser gefüllt, ähnliche Gebilde darstellen, wie die Kraterseen Italiens. (Etwa wie der Trasimener See.) Nächst dem Laacher See ist der größte und tiefite dieser in ver­schiedenen Höhen liegenden Bergseen das Pulver­maar bei Gillenfeld. Es ist mit 75 Meter Tiefe der tieffte See Deutschlands außerhalb der Alpen. Das kleinste Maar ist die sogenannte Hitsche am Holz­maar, das bloß 60 Meter im Durchmesser mißt. Das bekannteste ist das traurig-düstere Toten- oder auch Weinselder-Maar bei Daun, auf dessen Trich­terrand aus dunkler Lavaasche ein uralter Friedhof mit einem kleinen massigen, geduckten, schwarz- grauen Kirchlein liegt. Es ist die Kirche eines Dorfes, das bis um 1500 hier gestanden hat; dann aber wegen der Unfruchtbarkeit des Bodens auf­gegeben worden ist. Besonders reich ist das Bild am Mosenberge, einem fünfzackigen Kamme in fünf­hundert Meter Höhe, aus dessen Rücken vier noch gut erhaltene Krater herausgesprengt sind, die die tötenden Glutflüsse einst meilenweit ins Land ge­spien haben. Nie wird man die Wochen des Ginsters vergessen, wenn das Gelb über der aschensarbenen Todeslandschaft brennt.

3n einer fremden Stadt.

Von Karin M. Milde.

Sie überwältigt dich wie sie lichtübersät zwi­schen den Weinhängen und Wäldern auftaucht in der ungewissen, blauen Helligkeit zwischen Tag und Nacht in der milden Dämmerung eines Früh- lingsabertbs. Die Luft dann schon am Bahnhof mitten im Lärm und im Gedränge schmeckt trotz Ruß und Qualm herb nach Fichten und Wein, eine köstlich und leicht zu atmende Lust, die die Brust nach dem strengen, eisigen Winter in den nördliche­ren Breitengraden, aus denen du kommst, herrlich weitet. Sie macht dir Mut, soviel herzklopfenden Mut, diese dir frembe, unbekannte Stadt kennen zu lernen, die dir wie eine schone Frau mit aller lässi­gen Anmut entgegenlächelt.

Deine Bekannten wohnen vor der Stadt, und so fährst du also in der gelben Straßenbahn hinaus aus den lichter- und lärmerfüllten Sttaßen. Du hörst die gemütliche, singende Sprache der Bewoh­ner dieses Landstriches und du bemühst dich vergeb­lich, etwas zu verstehen Du lächelst vor dich hin und fühlst dich auf eine wunderliche Art abenteuer­lustig und voll Erwartung all der Dinge, die da kommen mögen. In dieser fremden Stadt!

Der Abend sinkt rasch in dem weichen Halb­dunkel kannst du die sanftgeschwungenen Höhen noch erkennen, die schwarz am Horizont entlang ziehen das bewaldete Tal des Flusses die ge­staffelten Weinsteigen, die von allen Seiten die schöne Stadt umfangen.

Die Außenbezirke muten ländlich an, voll von heiterem Frieden, mit blitzblanken Häuschen und Gärten. Die Menschen, die von ihrer Arbeit he m- kehren, sehen müde aber glücklich aus, und wie du schauen sie in den blauen Frühlingsabend hinaus, indem die Lichter wie funkelnde Perlenschnüre sich reihen und der au^ und absteigende Wald fin­ster gegen den blassen Frühjahrshimmel steht.

Die nächsten Tage rinnen wie die blanken Glie­der einer Kette durch die Hände, die sie nicht fest­zuhalten vermögen.

Es sind Tage voll herrlicher Gänge in die Wäl­der und auf die Höhen Tage, in denen das Licht silbern durch die Fichtenschonungen rieselt und der Himmel wie zortfarbige Seide über Höb"n und Stadt hinfchwebt. Du hast rote Wangen und glän­zende Auoen bekommen vor Eifer, diese Stadt aanz an dein Herz zu nehmen sie ganz zu verstehen, die dir von allem Anfang an mit soviel liebens­würdiger Schönheit und reizvoller Eigenart ent­gegenkam. Und es ist eine merkwürdige Stadt: eine junge, moderne, reiche Stadt, eine Weltstadt, bte vom herben Atem ber Wälber vom buftenben Ruch bes Weines burcfjbrungen ist eine Großstabt, die dir zärtlich den Frühling nahe bringt und F^rn- sehnsucht erweckt mit ihrem stolzen und freien Blick weit weit hinüber und hinaus.

Nachdenklich stehst du manchen Abend auf einer der Höhen und schaust hinunter auf die lichterglei- tzende Stabt mit ihren Türmen unb Dächern, in ber bas Leben so fröhlich pulst, unb darüber hin­weg auf bas weit gelänbete unb sanft gehüaelte Land, bas sich am Horizont in die Nacht verliert. In den Gärten ringsum knospen die Keime frischen Mühens locken schmelzende, süße Amsellaute verlocken dein Herz will dir der Frühling den Abschied von dieser fremden unb nun schon ver­trauten, wunderschönen Stadt schwer machen.

Aber du weißt auch, daß du sie nie mehr ver­gessen wirst, die Weltstadt zwischen den Wäldern und Weinbergen, die Stadt, die langsam an den sanften Hügeln auffteigt und dir lange, lange nach­blickt, da dein Zug an einem funkelnden Sonnen­tag dich unaufhaltsam fortträgt aus ihrer glück­lichen, beglückenden Nähe. _____

AbendsahN aus dem Rhein.

Mit dem Motorschiff »Albert Leo Schlageter^ zwischen Mainz und Bingen.

So billig kann man allein niemals reisen!

Wohl jeder hat es schon einmal festgestellt: richtig, bequem und mit Genuß reisen das ist eine Wissenschaft für sich. Darum laß Dir alle Reise Vorbereitungen, die Zeit und Mühe kosten, vom Reisebüro abnehmen. Dort be­schafft man für Dich die Fahrkarten für Auto, Eisenbahn, Flugzeug und Schiff Reisen auf deutschen Schiffen sind Reisen auf deutschem Boden! dort stellt man für Dich die besten Verbindungen und Anschlüsse fest. Reiseprospekte hält man in reicher Auswahl für Dich bereit über die geeignete Unterkunft am Reiseziel berät man Dich gut alle notwendigen Auskünfte werden gern und zuverlässig erteilt Und all dieser Kundendienst kostet Dich nichts.

Mehr als 5000 Gesellschaftsreisen werden von den deutschen Reisebüros jährlich auf dem Lande, zu Wasser und in der Luft nach den schönsten Gebieten Deutschlands veranstaltet Und diese Reisen sind billiger, als man sie allein jemals durch­führen könnte. Eine große Auswahl bietet zu allen Jahres­zeiten für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel das Rich­tige. Doch während des Aufenthalts am Ziel gibt es niemals lästige Bindungen oder Verpflichtungen. Jeder Teilnehmer an einer Gesellschaftsreise kann die Schönheiten der Natur allein

und nach eigenem Geschmack genießen, wenn er nicht Wert auf gesellige Kameradschaft legt

Eine Amerika-Reise mit dem Zeppelin für das beste Foto! Den Teilnehmern an einer Gesellschaftsreise innerhalb Deutsch­lands gibt jetzt ein großer Lichtbildwettbewerb die Möglich­keit, 1500 Preise zu gewinnen. Die genauen Bedingungen des Wettbewerbs hat jedes Reisebüro vorrätig.

Getrennt erholen vereint reisen/