Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen »»LLL'AL-n
Oberbayrische Seen.
Von Käte Brandel-Elschner.
Der Starnberger See gehört noch ein wenig zur „Münchener" Stadt, liegt vor ihren Toren, in einer halben Fahrstunde ist man draußen. Aus der Höhe von Percha weitet sich plötzlich der Blick. Ganz nahe schimmert die Alpenkette, als wäre sie dem blauvergangenen Südufer entstiegen. Im Kranze seiner waldreichen Hügel, seiner Gärten und weißen Villen liegt der See uns zu Füßen. Aus den ehemals kleinen Fischerdörfern am Westufer sind heute berühmte Fremdenorte geworden. Starnberg, Feldafing, Possenhofen, Tutzing säumen das Ufer, getrennt und vereint durch grüne Wälder und weite Strandstrecken. Vor Feldafing träumt im Märchenschlaf die Roseninsel. Im rosenüberwucherten einsamen Schloß steht die weiße Büste jener unglücklichen Königstochter, die ihre Mädchenliebe zu Bayerns schönem König Ludwig II. auf dem österreichischen Kaiserthron vergessen sollte. Weit drüben über der Breite des Sees bezeichnet ein Kreuz im Wasser die Stelle, an der ein tragisches Fürstenleben endete. Es waren zwei Königskinder ... Während am belebten Westufer, besonders in den Strandbädern und am schönen Feldafinger Golfplatz, sich die internationale Welt trifft, hat sich das langgestreckte Ostufer den Frieden seiner Ländlichkeit erhalten. Kilometerweit dehnt sich freier Strand. Wochenendfahrer und Wassersportler bauen im Schutze der Uferbüsche ihre Zelte auf. Das große Strandbad mit den weiten Waldungen am Südufer trägt den stolzen Name Lido. Ein „Lidozug" bringt die Münchener an diese schönen Gestade. In einigen Clubs mit wundervoll gelegenen Grundstücken ist am Starnberger See der Segelsport zu Hause. An großen Regattatagen sieht man sogar seegehende Kreuzer im Rennen.
Eine andere Landschaft tut sich auf, wenn wir etwa von Stegen her den A m m e r s e e überblicken. Unendlich weit scheint sich die Wasserfläche zu dehnen. Die Ufer verlieren sich nach Süden im Bergdunst, aus dem wolkenhoch die Zugspitze hervor- steigt. Seine Uferorte, wenig vom großen Reiseverkehr berührt, sind Stätten der stillen Wanderer. Wasser und Luft sind mild am Ammersee. Nur wenn ein seltener Sturm die Wasser peitscht, rollen sie in hohen Wogen zum Ufer, ein Schauspiel bietend, man nicht so schnell vergißt. Uralte Klöster krönen die bergigen Ufer; Andechs und Wartaweil sind Stätten ältester Pilgerfahrten. Landeinwärts stehen trotzige Schloßbauten. Der Ammersee ist das bevorzugte Segelrevier der Augsburger, auch ein Dorado für Paddler und „Kanuten"; die meisten der Ufergasthöfe sind auf biedere Betreuung der Gäste eingestellt. In einer knappen Stunde wird von München das Ostuferstädtchen Herrsching erreicht; an einer großen Bucht liegt es und sendet von seinem Steg aus die Dampfer über den See nach Schonndorf, Uffing, Riederau und Dießen am jenseitigen Ufer.
Im Norden der Alpen scheint sich am Chiemsee ein Stück südlicher Landschaft ausgebreitet zu haben. Immergrüne Pflanzen trotzen einem Winter, der früher als sonst in diesen Breiten einem fast tropischen Klima weicht. Mit hohen Ufern ragt Herrenwörth aus dem grünen Gürtel von Schilf. Die Baumriesen der Insel sahen manches Jahrhundert vorüberziehen. Vermoderte Einbäume, die hier und da vom Ufersande freiaegeben werden, künden von Urzeiten; auch aus Zeiten der Völkerwanderung finden sich heute noch Zeugen im Chiemgau aus dem Hunneneinbruch, der Schrek- ken und Grauen über die Klöster brachte. Heute ziehen Scharen von Reisenden den Weg zum Prunkschloß König Ludwigs II. auf der Insel Herrenchiemsee. Ein zweites Versailles sollte hier entstehen, so wünschte der einsame Banernfürst. Stunden voll Glück und Leid, voll abgeschiedener Größe genoß der Herrscher hier in dem riesiaen Bau mit den gold- und spiegelüberladenen Sälen Mit jagenden Pferden floh er in tiefer Nacht aus München, setzte ohne Gefolge in kleinem Kahn über den See und schritt zum strablenden Schloß hinauf, in dem Zehntausende von Kerzen angezündet waren. Tief in Gedanken läßt man sich auf der Terrasse des Hotels nieder. Wie eine Fata Morgana, unwirklich, liegt drüben Frauenwörth, die Klosterinsel, in den Wellen. Treibhausklima gibt dieser Insel phantastische Vegetation. Die Blumenstauden in den Gärten der Fischerhäuser überwuchern Mauern und Zäune. Wenn die Sonne Hinterm Wendelstein versinkt, läßt sie die Zacken der Kamvenwand, die Gipfel von Hochgern und Hochfelln rötlich erglänzen. Dann singt ein weltvergessener Frieden über den weiten See und seine Inseln.
Dunkelgrün und voller Schwermut ruht der Königssee im Berchtesaadener Land zu Füßen des Watzmanns. Kalte Quellen kommen aus seinen Tiefen, Gletscherwasser stürzen bis in den Sommer hinein von der Wabmann-Ostwand. Klar ist das Wasser. Steile Felswände, die oft nicht fußbreit Raum lassen, geben der Tiefe diese merkwürdige Farbe von dunkelstem Grün. Die Landschaft hat etwas Heroisches. Winzig klein kommt sich der Mensch vor, der sich in einem iener Kähne, die im Stehen gerudert werden, hinüberbringen läßt zum malerischen St. Bartholom ä, dem ehemaligen Kloster und späteren Jagdschloß der Fürstabte von Berchtesgaden. Selbst die wundervoll geräuschlosen Motorboote sehen wie Svielzeuge aus; jeden Augenblick kann ein Riesenkind die Hand ausstrecken und das kleine Boot samt den zapvelnden Menschlein aus dem Wasser heben und auf eine der Fels- zinnen seben. Und zuweilen erlebt man dies: Schwere Wetter, wie sie sich hinter Felsdeckunoen gern zusammenbrauen, überziehen plötzlich den See mit weißen Vorhänoen. Selten oebt es ohne Haoel, ohne Donnern und Bliben ab Kein Ufer ist mehr zu sehen. Der Mensch fühlt die Urkräfte der Natur im Tosen der Elemente. Ist aber das Wetter vorüber, alätten sich die Wogen schnell wieder, und oft bleibt der See wochenlang still, grün, geheimnisvoll. Dem Wanderer, der auf schmalem Uferpfad zum Obersee zieht, zeigen sich stille Buchten mit einem köstlich tiefen Blauorün des Wassers.
Am Tegernsee ist alles hell und luttig, be- schwinat die Konturen der Berae, orün die Matten, fröhlich die Menschen mit unbändiger Freude an Liedern und Tänzen. Leister scheint das Leben hier, schneller kommen die Menschen zusammen. Im
Tegernseer Klosterstüberl schlagen im Stimmengebraus alle deutschen Dialekte durcheinander. Bad W i e s s e e, der Jungbrunnen am anderen Ufer, tut das seine, die Menschen das Dasein bejahen zu lassen. Da greift mancher Sommergast, der es sich vorher nicht träumen ließ, zum handfesten Bergstock und wandert zu den Höhen hinauf. Am Ende zieren Stocknägel von allen Berggasthäusern und
Hütten bis ins Schlierseer Gebiet den treuen Stock. Die Schuhe sind zerlaufen, aber das Gesicht ist braun, strahlend von Gesundheit und Zufriedenheit. Es ist etwas eigenes um den Zauber der Landschaft. Sie kann uns ruhig, besinnlich, aber auch fröhlich machen, sie kann uns von innen heraus umkrempeln. Am Tegernsee sieht man wenig griesgrämige Menschen!
Wandersahrlen.
Gießen—Garbenteich—Pfahlgraben— Kloster Arnsburg—Lich.
Diese hübsche Waldwanderung beginnen wir an der Universitäts-Bibliothek, von wo uns rote Striche das Geleite geben. Sie führen uns den Schreiberweg entlang, durch das „Nizza" hinüber zum Schiffenberger Weg, auf diesem weiter am Forstgarten, später am Forsthaus Baumgarten vorbei, durch Hausen nach Garbenteich. Hinter dem stattlichen Dorf führt uns ein breiter Weg, der nachweislich noch aus der Zeit der Römerherrschaft stammt, hin zum Wald, wo mir auf den Pfahlgraben stoßen, dem wir nach links nachgehen. Wir überschreiten die Dorfgiller Straße, gehen ein Stück am Waldrand entlang und kommen wieder in schönen Hochwald. Nachdem wir ein großes Stück dem römischen Grenzwall, der hier noch sehr gut erhalten ist, nachgegangen sind, verlassen wir diesen und gelangen auf dem Jägerpfad mit hübschen Ausblicken in die Wetterau nach dem Kloster Arnsburg. (Gute Einkehr in der Klostermühle.) Nach Besichtigung der interessanten Klosteranlage wandern wir blauen Ringen nach durch das liebliche
Gottesackertal nach unserem Endziel Lich. Dauer der Wanderung vier Stunden.
Nieder-Weimar—Frauenberg—IHarburg-Süb.
Mit Sonntagskarte Marburg fahren wir nach Nieder-Weimar, gehen jedoch nicht durch den Ort, sondern überschreiten gleich beim Bahnhof die Geleise und gehen durch freie Gegend hinüber zur Lahn, über die die sog. Nehbrücke führt. Wir wenden uns nun links, kommen über die Nehmühle nach Ronhausen, wo wir blaue Kreuze antreffen. Diese führen uns bald darauf in schönen Buchenhochwald und in diesem aufwärts zum Frauenberg, von dessen, auf dem Gipfel gelegener Burgruine wir einen prachtvollen Ausblick auf die Lahnberge, in den Ebsdorfer Grund, auf Amöneburg, Marburg mit seinem hochragenden Schlosse und in die Gießener Gegend haben. Am Fuße der Ruine laden zwei gute Gasthäuser zu trauter Rast ein. Zum Abstieg wählen wir die blaue Strichmarkierung, die uns auf schönen Waldpfaden nach Marburg-Süd bringen. Haben wir noch Zeit, bann ist eine Besichtigung der alten Musenstadt mit ihren mancherlei Sehenswürdigkeiten sehr zu empfehlen. Marschzeit drei Stunden.
Wafferwandern für Anfänger.
Von H. W. Ludwig.
(afp) Mit feinen unzähligen Flüssen, Wildwassern, Kanälen und Seen ist Deutschland für das „Wasserwandern" ganz besonders geeignet. Diese Sportart hat nichts zu schaffen mit dem Reisen im „Auto des Wassers", dem Motorboot oder dem Segeln. Man versteht unter Wasserwandern vielmehr ausschließlich die Fahrten der sonnengebräunten Wassersportler, die in ihren Paddelboo- t e n Flüsse und Seen durchmessen.
Wer in der Nähe eines Wasserlaufs wohnt, für den hat das leichte Paddelboot etwa die gleiche Bedeutung wie das Fahrrad für die Landstraße. Mit ihrem geringen Tiefgang kann man diese Boote schon auf Flüssen benutzen, die für die Ruderboote unzugänglich sind. Auf zahllosen Wasserläufen und Seen ist die Möglichkeit gegeben, den reizvollen Sport des Wasserwanderns zu betreiben. Abgehärtet in der reinen Wasserluft, dem Sonnenlicht ausgesetzt, aber auch ohne Scheu vor Wind und Regen kann hier der Körper in tage- und wochenlangem Durcharbeiten in froher Gemeinschaft mit gleichgesinnten Kameraden gestärkt und ertüchtigt werden. Die offenen Augen nehmen die Natureindrücke der wechselnden Landschaften auf. Mut und Wille werden gestählt und die Geistesgegenwart erprobt, wenn es gilt, sich mit raschem Entschluß in unvorhergesehene Ereignisse zu fügen. Einer freiwilligen Disziplin unterworfen, kehrt der Mensch zu äußerster Einfachheit zurück und erlebt unmittelbar die Natur als Kämpfer mit dem Element, das ihn vorwärts trägt.
So einfach ist das Wasserwandern freilich nicht, daß es mit dem Kaufen eines Bootes allein getan wäre. Im allgemeinen kann man die Erfahrung machen, daß die Wasserwanderer sich keineswegs allein auf diesen Sport beschränken, der an Körper, Geist und Willen keine geringen Anforderungen stellt. In Süddeutschland sind beispielsweise fast alle Wanderer des feuchten Elementes im Winter begeisterte Skiläufer. Sie sorgen so dafür, daß sie das ganze Jahr über gelenkig bleiben und ihre Knochen nicht einrosten. Freilich muß einmal ein Anfang gemacht werden. Wer sich dem Flußwan- bern roibmen will, wirb gut baran tun, sich bie Erfahrungen ber Fachleute zunutze zu machen, will er sich unnötige Unannehmlichkeiten ersparen. Schwimm Sicherheit ist unbebingte Voraussetzung für bas Wasserwanbern. Wie bei allen anderen Sportarten tragen auch hier Leichtsinn und Unvorsichtigkeit an den meisten Unfällen die Schuld.
Bei den Paddelbooten unterscheidet man drei Arten. Das von den Eskimos herstammende „K a - i a k" ist in Deutschland weit verbreitet. Im Kajak sitzt der Paddler, gegen eine schwingende Rückenlehne gestützt, tief im Boot. Die Fortbewegung geschieht mit Hilfe eines Doppelpaddels. Diese Bootsart, die auch mehrsitzig gebaut wird, ist selbst un wildesten Wasser zu gebrauchen, da ber Fahrer völlig eingedeckt sitzt. Der „K a n a d i e r". dem indianischen Rindenkanu nachgebildet, verfügt über einen beträchtlichen Stauraum für das Gepäck aus „großer Fahrt", ist aber bei uns verhältnismäßig selten zu sehen. Das ideale Fahrzeug für das Wasi ferroanbern ist schließlich bas F a l tb o o t, das sich in 30 Minuten aufstellen läßt, und das seiner erprobten Gerüstkonstruktion auf dem elastischen Gummiüberzug widerstandsfähiger als lebe5 boot ist. Seine Eignung für bas unb insbesondere für die Fahrten aus Wildslusien wird dadurch bewiesen, daß man in Bayern, dem Land der Wilbwasser, fast nur Faltboote benutzt.
Die erste Wanderfahrt im Kanu hat wohl noch keinem Wassersportler den rechten Genuß der Naturschönheiten gebracht. Selbst wenn man, was nicht brinaenb genug anempfohlen werden kann, bie erste Ausreise in Begleitung eines erfahrenen Wanderers antritt, gibt es J° Pte.Ie5 Ju SJ,6"' baß alle Sinne bamit voll beschäftigt fmb. Schon bas richtige Einsetzen des Bootes m bas Wasser — bei schnellfließenden Gewässern muß das Fahrzeug beispielsweise stromabwärts gerichtet sein bereitet dem Anfänger Schwierigkeiten Ganz zu schweigen ton der Ueberwindung der Hmdermfle, die sich dem Unerfahrenen in der Form van ®enen. mellen. Stromschnellen. Wirbeln. Brückenpfeilern Ufmer" aber »st den^Kinderschuhen des Wasser- wanderns entwachsen ist, der wird aus seinen
Fahrten einen solchen Reichtum des Erlebens gewinnen, wie er es niemals zuvor für möglich gehalten. Seit Urzeiten find bie Wasserstraßen bie Verkehrswege ber Völker gewesen. Wer sie entlangfährt in jener Stille unb Gemächlichkeit, die dem Bootsfahren besonderen Reiz verleiht, dem erschließt sich der tiefe Zusammenhang dieser natürlichen Straßen mit der Anlage der ersten menschlichen Siedlungen, aus denen die Städte von heute entstanden sind. In den Niederungen sind Ströme und Kanäle belebt vom brausenden Lärm des Verkehrs, der hier Großstädte - und Industriezentren durchschneidet und hinführt zu den Häfen der Weltmeere.
Je weiter ber Wasserwanberer aber ben Bergen zustrebt, besto stiller ist es um ihn. In ber Einsamkeit ber Bergtäler erschallt ihm bas Vogellieb, unb wenn er im Puch ber Natur zu lesen vermag, so werben ihm die Kiesel, die durch die klare Flut zu ihm heraufleuchten, von der Entstehung dieses herrlichen Erdenfleckens erzählen. Unvergeßlich eindrucksvoll spricht die Urgewalt der Alpenwelt zu ihm, indes das winzige Fahrzeug ihn in sausender Fahrt zwischen den gefährlichen Felsklippen hindurchträgt. Herrliche Schlösser und zerstörte Burgen schauen herab auf seinen Weg und berichten stumm von den Schicksalen, die sich hier einst an den Ufern abgespielt. Am schönsten aber sind die einsamen Nächte im Zelt, über dem auf dem schwarz- samtenen Mantel der Nacht die Sterne glänzen, wenn nicht gar ein fernes Unwetter mit feinen grell zuckenden Blitzen den Horizont sekundenlang in zauberhaftes Licht taucht.
Wasserwandern ist der schönste unb gesünbeste Sport bes Sommers, aber er verlangt Menschen, bie bie große Allgewalt der Natur zu schätzen wissen. .
Rerfewinke.
Butterbezug für Selbstversorger in ber Sommerfrische.
Ferienreisenbe, bie sich in ber Sommerfrische selbst verpflegen wollen, erhalten bort ebenso wie zu Hause die ihnen zustehende Buttermenge. Erforderlich ist nur eins: Sie müssen sich von ihrem B u t t e r h ä n d l e r auf der Rückseite des Bezugsausweises einen Austragungsvermerk machen lassen, der darüber Auskunft gibt, wie lange der Kunde seine Butter an einem anderen Ort zu kaufen gedenkt. Auch die Zahl der Familienmitglieder ist anzugeben. Familien, die ihre Ferien nicht zusammen, sondern an verschiedenen Orten verbringen wollen, können sich mehrere Bezugsausweise geben lassen, die jeder den entsprechenden Vermerk des Butterhändlers erhalten. Der Reisende braucht in der Sommerfrische dann nur den so ergänzten Bezugsausweis vorzulegen, um den unentbehrlichen Aufstrich für sein Frühstücksbrötchen zu bekommen.
Billige Rheindampfer-Ferienfahrten noch bis Ende August.
RDV. Neben ihren fahrplanmäßigen Dampferfahrten unternimmt bie „Köln-Düsseldorfer" noch bis Ende August von allen größeren Rheinorten wie Köln, Düsseldorf, Duisburg, Bonn, Koblenz usw. besonders verbilligte Ferienfahrten, bei denen man an einem Tage von Köln bis nach Koblenz und weiter nach Braubach, Boppard und zurück gelangen kann. Von Düsseldorf, Duisburg und Krefeld aus ist rheinaufwärts Gelegenheit zu Fahrten nach Zons, Köln und Königswinter, rheinabwärts bis Emmerich gegeben.
700 Jahre Miltenberg a.211.
Das herrlich an dem Hang des Odenwaldes gelegene Mainstädtchen Miltenberg, weithin bekannt durch seine schönen Fachwerkhäuser, feiert Heuer sein 700jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß wird am 21. August ein großes historisches Festspiel, bas bie Erstürmung Miltenbergs durch Gustav Adolf zeigt, veranstaltet. An ben folgenben Tagen finben ein Jägerfest, Heimatspiele, Hanbwerker- umzüge, ein Bauern- unb Volksfest unb zum Schluß ein Feuerwerk statt. Die Schirmherrschaft über bie Veranstaltungen hat der Gauleiter und Regierungspräsident von Mainfranken, Dr. Hellmuth, übernommen.
Von profeflor Dr. Kranz, Leiter des Raste- politischen Amtes im Gau Heffen-Nastau
Arn 4. im Ernting 1937 ist Philalethes Kp h n , em. 0. Prof. Dr. med., Dr. jur. h. c., im 67. Jahre seines Lebens von uns gegangen. Mit ihm haben wir einen der wenigen Rassenhygieniker und .Bevölkerungspolitiker verloren, die sich bereits seit vielen Jahren zum Führer Adolf Hitler bekannten.
Um ihn trauern heute alle aufrichtigen und ehrlichen Bevölkerungspolitiker innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzen. Besondere Trauer aber erfüllt die alten nationalsozialistischen Kämpfer. Als Kuhn sich der nationalsozialistischen Idee verschrieb, erforderte es noch viel Mut, sich zu den Wenigen zu bekennen, die in Adolf Hitler den Führer 3um Aufstieg Deutschlands sahen, war ein unbändiger opfer- und einsatzbereiter Wille notwendig, um ein sterbendes Volk vom Abgrund 3urückzureißen. Die Zahl ber Hochschullehrer, die bereits 1923 auf die Fahnen des Führers schworen, war eine so verschwindend kleine, daß sie kaum in Betracht kam. Daß den wenigen nationalsozialistischen Universitätsprofessoren der damaligen Zeit von den roten und schwarzen Systemregierungen das Leben nicht leicht gemacht wurde, war eine Selbstverständlichkeit. Kuhn hat es Jahre hindurch getragen, weil er ben Gebauten an Deutschland nicht verlor. Als aktiver Kämpfer focht er 1923 in Sachsen an der Seite des Gauleiters Mutschmann.
Seine Bedeutung lag und liegt aber vor allem auf rassenhygienischem Gebiet. Er war einer der Mitbegründer der Rassenhygienischen Gesellschaft und gehörte bereits im Jahre 1905 zu dem kleinen Kreis von Männern, welche die Gefahren des Geburtenrückganges, der qualitativen Verschlechterung unseres Erbgutes durch das Ueberhandnehmen des Erbkranken, der Rassenmischung durch eine stetige Zunahme der Verjudung und insbesondere bie Gefahren bes ftänbigen Verlustes nordischer Erbanlagen in unserem Volke lange Jahre instinktsicher geahnt unb bann immer klarer erkannt hatten. Er gehörte zu ben Wenigen, bie es in der roten Systemzeit wagten, im Rahmen seines Hygienekollegs rassen-hygienische Gedanken zu vertreten und ihre Bedeutung seinen Studenten eindrucksvoll vor Augen zu führen. Er war einer von denen, die den Gedanken der Ausmerze kranken Erbgutes propagierten, und er gehörte zu den deutschen Rassen- hygienikern, die schon seit vielen Jahren für die Frühehe und eine staatlich geregelte Ehevermittlung eintraten.
Wie glücklich war Kuhn, als wir im Anfang des Jahres 1933 nach Darmstadt gerufen wurden, um endlich die vordringlichsten Maßnahmen vorbereiten zu helfen. Und wie sehr hat er sich bis zu seiner Erkrankung dafür eingesetzt, der Rassenhygiene den ihrer Bedeutung entsprechenden Platz auch als selbständiges Lehrfach im deutschen Hochschulleben zu verschaffen! Mit welcher Selbstverständlichkeit stellte er mir damals — obwohl selbst räumlich beengt — den so dringend benötigten Raum in seinem Hygienischen Institut zur Verfügung, aus dem unser heutiges hessisches Institut für Erb- und Rassenpflege in Gießen hervorging, in dem das Rassenpolitische Amt der NSDAP, des Gaues Hessen- Nassau seine Geburtsstunde erlebte! Mit heißem Herzen haben wir damals vor der Machtübernahme an unserem gemeinsamen Büchlein „Von Deutschen Ahnen für Deutsche Enkel" gearbeitet, das in volkstümlicher Weise dem deutschen Menschen die Bedeutung bevölkerungs- und rassenpolitischer Fragen vor Augen führen sollte. Eines seiner letzten Freuden war es für Kuhn, als ich ihm mitteilen konnte, daß in Kürze die vierte Auflage (23. bis 25. Taufend) bei Lehmann erscheinen würde.
Wenn Kuhn nichts geleistet hätte als die Prägung des schönen Wortes: „Gedenke, daß du ein deutscher Ahnherr bist", so würde allein dies genügen, um seinen Namen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Er gehörte zu den deutschen Wissenschaftlern, die sich bewußt sind, daß alle noch so exakte Wissenschaft eitel Stückwerk bleiben muß und zu nichts nütz ist, wenn sie nicht der Gesamtheit, das heißt dem Wohle unb ber Zukunft unseres Volkes bient unb nutzbar gemacht werden kann. Er war einer von den Wenigen, die schon vor Jahren klar erkannt hatten, daß die Lösung bevölkerungs- und rassenpolitischer Probleme nicht möglich ist ohne die geistige und weltanschauliche Erneuerung unseres Volkes. Er gehörte allezeit zu denen, welche die Bedeutung unseres nordisch germanischen Blutserbes für Deutschland und über den europäischen Raum hinaus für die Kultur des Abendlandes und der Welt klar erkannt hatten. Er wußte, welche ausschlaggebende Nolle ein gesunder Rassenstolz und die mit ihm verbundene Rassenlehre im Leben unseres deutschen Volkes zu spielen vermag, das auf Grund seines Rassenerbes von der Vorsehung zu höchsten kulturellen Ausgaben in dieser Welt berufen ist. So war er ein Rassenhygieniker nicht nur aus den Folgerungen einer klaren Vernunft, sondern auch aus ewig jungem deutschen Herzen heraus.
Und so hat er auch für fein Teil redlich mitgeholfen, daß wir Deutsche unter Leitung unseres unvergleichlichen Führers den Mut, die Kraft und die Einigkeit gefunden haben, um den Weg in eine gesündere, eine freiere, eine glücklichere und in eine große deutsche Zukunft zu gehen, indem wir all die unerschöpflichen Werte unserer nordisch bedingten Rassenseele vom Schutt einer dekadenten unb ster- benben Zeit befreiten. Die Partei verliert in Kuhn einen aufrechten unb unbeirrbaren Verfechter ber Idee.
Wir alle, bie wir ihm näher stauben unb mit ihm Seite an Seite arbeiteten unb stritten, beklagen den Verlust eines väterlichen und stets hilfsbereiten Freundes von edelster Gesinnung. Sein Körper ist nicht mehr, fein Geist aber marschiert mit uns weiter in alter erprobter Kampfgemeinschaft. Der Tod eines Mannes wie Kuhn erfüllt uns alte Nationalsozialisten mit ernster Trauer und mit einem Stolz auf ihn, der uns zu unaufhörlichem Ringen und Kämpfen um Deutschland verpflichtet._________
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen
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