augenblicklichen Schwierigkeiten dürften niemand entmutigen, sie mutzten im Gegenteil die Tatkrau zur Ueberwinbung der augenblicklichen Gefahren noch verstärken.
Schwedisches
Geerüsiungsprogramm.
180 Millionen Kronen für Klotten, neubauten
Stockholm, 4. Sept. (DNB.) Der Sachver- ständigenausjchuß, der mit einer Untersuchung über die Erfordernisse der schwedischen Kriegsmarine beauftragt ist, hat der Regierung einen Bericht unterbreitet, in dem eine Reihe von Kriegsschiff, neubauten für den Bauabschnitt 1938 bis 1942 vorgeschlagen wird Es handelt sich dabei um drei Panzerkreuzer von je 8000 Tonnen, vier Torpedoboote, drei Küsten-Untersee-Boote mit einem Mutterschiff sowie den A n k a u f von zwölf Küstenwachtschiffen im Ausland Die Gesamtausgaben für den Bau bzw Ankauf der genannten Schiffe werden auf ungefähr 180 Millionen Kronen geschätzt
Der Ausschuß hebt hervor, daß die Neubauten nur die Aufrechterhaltung der augenblicklichen Kampfkraft der schwedischen Kriegsmarine bedeuteten, da 36 000 Tonnen von der augenblicklich vorhandenen Flotte in den nächsten Jahren die Altersgrenze erreichten Darüber hinaus wird oorgeschlagen, sogleich mit dem Bau von zwei Torpedobootszerstö- rern zu beginnen, der nach den früheren Entscheidungen erst für die Jahre 1941 bis 1945 ge
plant war Angesichts der Tatsache, daß die schwedische Kriegsmarine bisher ausschließlich in den Ostseehäfen stationiert war. betont der Ausschuß die Notwendigkeit, auch an der W e st - küste Schwedens ein Geschwader zu unterhalten. das sich aus zwei Panzerkreuzern sowie einigen Zerstörern. Torpedobooten und Unterseebooten zusammensetzen solle
Kleine politische Nachrichten.
Am morgigen Dienstag, 7. September, von 11 bis 13.30 Uhr, übertragen alle deutschen Sender die Eröffnung des Parteikongresses mit der Verlesung der Proklamation des Führers durch Gauleiter Wagner.
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Die Deutsche Reichsbahn wird die Sammlung für die „Hindenburg-Spende" aus Anlaß des 90. Geburtstages des verewigten Reichspräsidenten wie in den früheren Fällen unterstützen und stellt für diesen Zweck einen Betrag in Höhe von 50 000 RM zur Verfügung.
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Der Präsident der Republik, Albert L e b r u n , hat sein Erscheinen auf der deutschen Kulturwoche in Paris zugesagt. Er wird zu diesem Zweck seinen Sommerurlaub unterbrechen.
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Das am Samstagnachmittag über das Befinden des tschechoslowakischen Altpräsidenten Masaryk ausgegebene ärztliche Bulletin stellt fest, daß im Laufe des Tages keine störenden Aenderungen eingetreten sind und die bereits eingetretene Besserung weiter anhält.
Oie deutschen Filmerfolge in Venedig
Weitere Ergebniffe der preisverei ung.
Hilfszug Bayern in Nürnberg.
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In Nürnberg hat der Hilfszug Bayern bereits alle Vorbereitungen getroffen, um die Verpflegung der Teilnehmer des Reichsparteitages durchzuführen. Etwa VA Millionen Menschen werden durch den Hilfszug beköstigt werden. Von der Großzügigkeit der Anlage gibt dieses Bild mit der breiten Straße zwischen den Wagen einen guten Eindruck. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Was sind Erbkrankheiten?
DNB Venedig, 4. Sept. Dem deutschen Kulturfilmschaffen brachte die Internationale Filrnkun st schau, wie bereits berichtet, mit der Verleihung von zwei Pokalen die verdiente Anerkennung seiner überragenden Stellung auf diesem Gebiet, wobei die Gesamtleistung der Ufa in ihrer wissenschaftlichen Filmarbeit ganz besonders zum Ausdruck gebracht worden ist. Wie im vergangenen Jahr, konnte Deutschland wieder irn ganzen drei Pokale erringen. Auf das deutsche Filmschaffen entfiel bei einer Gesamtzahl von 110 vor- aeführten Filmen ein Anteil von nicht weniger als 22 Filmen, darunter 14 Kulturfilme. Auf diese Weise war es möglich, auf der Schau fast täglich einen deutschen Film zu zeigen. Die deutschen wissenschaftlichen Filme fanden das stärkste Interesse bei dem internationalen Publikum. Durch seine hervorragenden Leistungen im Spielfilm zeichnet sich von den Übrigen Nationen vor allem Frankreich aus. Der italienische Film wies im Vergleiä; zum vergangenen Jahr unbestreitbar eine starke Aufwärtsentwicklung auf. England fiel durch einige sehr bedeutende Werke auf. In der Schlußveranstaltung der Fllmschau gab der Präsident Graf D o l p i einen kurzen Bericht über die Erfolge der Ausstellung, auf der bei 21 Veranstaltungen 52 Spielfilme und 58 Kurzfilme oorgeführt wurden. 61 000 Zuschauer wohnten den Vorführungen bei. Nach kurzen Worten des Präsidenten der Internationalen Filmkammer, Lourau. brachte der Minister für Volkskultur Alfieri im Namen seiner Regierung seine Befriedigung über den Verlauf der Schau zum Ausdruck.
Die Preisverteilung brachte ferner folgende Ergebnisse. Mussolini-Preis für den besten ausländischen Film: „U n Carnet de ba 1“ (Frankreich): Mussolini-Pokal für den besten italie
nischen Film „Scipio Africanus“ (Italien); Pokal der Nationen für die beste Filmuraufführung „Viktoria die Große" (Großbritannien); Pokal des Ministeriums für Dolkskultur für den besten ausländischen Regisseur: Robert Fl ah er ty und Zoltan Korda für den Film „Elephant- Boy“ (Großbritannien); Pokal des Ministeriums für Volkskultur für die beste italienische Regie: Mario C a m e r i n i für den Film „Herr Ma x" (Italien); Pokal des Afrikaministeriums für den besten Kolonialfilm „Bronzene Schildwache" (Italien); Pokal des internationalen Preisrichterkollegiums für die beste künstlerische Gesamtleistung: „La Grande Illusion“ (Frankreich); Pokal der Generaldirektion für das Filmwesen für die beste Szenographie eines ausländischen Films: „Die Perlen der Krone" (Großbritannien); Pokal der Generaldirektion für das Filmwesen für die beste Darstellung von Schönheiten in Natur und Kunst: „Condottieri" (Italien); Pokal der internationalen Filmkammer für den besten erzieherischen Film: für die Produktion des Luce- Instituts (Italien); Volpi-Pokal für die beste Schauspielerin: Bette Davis (USA.); Pokal des Luce- Instituts für die beste Photographie: Winterset (USA.); Pokal der Generaldirektion für Theater für den besten Trickfilm: Walt Disney (USA.).
Schließlich wurden belobigende Anerkennungen dem ungarischen Film „Schwester Maria", dem tschechoslowakischen Film „B a t a l i o n" dem indischen Film „S a n t T u k a r a m", dem polnischen Film „Barbara von R a d z i w i l l", dem japanischen Film „M ondschein über den Ruine n", dem australischen Film „Der fliegende Arzt" und dem polnischen Film „Drei Etüden von Chopin" ausgesprochen.
Deutscher Tanz und deutsches Lied triumphieren in Paris.
Große Erfolge der Deutschen KuUmwoche.
Paris, 5. Sept. (DNB.) Im Th^ätre des Champs Elysees, in dem bis zum 12. September die mit Spannung erwarteten Veranstaltungen der Deutschen Kulturwoche stattfinden, spendete eine festliche Gesellschaft den Darbietungen deutscher Tänzer und Tänzerinnen vor ausverkauf- tem Haus Beifall. Staatssekretär Funk konnte sich persönlich von dem starken Erfolg des deutschen Tanzes überzeugen. Neben ihm sah man den deutschen Botschafter Graf Welczek. In einer Zusammenstellung von freier Tanzgruppe, eigenstilistischem Solotanz und klassischem Ballett hat Rolf Cunz, Referent für Tanz im Propagandaministerium, eine glückliche Wahl bewiesen. Die Tanzgruppe Günther-München fand in bem Th^ätre des Champs Elysees den passenden Rahmen für die von ihr eindrucksvoll verbundene musikalische und tänzerische Leistung. Obwohl Maja Lex, die Leiterin der Tanzgruppe, durch plötzliche Erkrankung am Auftreten verhindert war, zeigte sich die Gruvpe auf der Höhe. Das an das klassische Ballett gewohnte Pariser Publikum ließ sich von der Anmut der Münchener Gruppe gefangen nehmen, die man zu ihrem schönen Erfolg beglückwünschen darf.
Harald Kreutzberg, am Klavier von Wilkens begleitet, gab sein Bestes her. Immer wieder mußte der Vorhang aufgezogen werden, wenn der anhaltende Beifall den deutschen Künstler erneut auf die Bühne rief. Die Tanzgruppe des Deutschen Opernhauses mit ihren Solisten Daisy Spies, Lotte Köster, Ursula De inert Hedi und Margot H ö p f n e r , List Spalinger , Rolf Arco, Werner Stammer, Kurt Lenz und Heinz R a u s ch wurde begeistert ausgenommen. Don den Berliner Philharmonikern unter der Stabfüh- runa von Kapellmeister Spieß wurde sie aufs wirkungsvolle unterstützt Die Tanzgruppe war von Begeisterung für die Aufgabe der Kulturwoche getragen und bewies, welche hohe Anforderungen an die Ausbildung der Tänzer in Deutschland gestellt wird. Rauschender Beifall beschloß den zweiten Abend der Deutschen Kulturwoche.
Der größte Konzertsaal von Paris war am Sonntag zum deutschen Liederabend bis auf den letzten Platz gefüllt. In den Ehrenlogen sah man neben dem Staatssekretär Funk und dem deutschen Botschafter u. a den Chef des Protokolls, die Vorstandsmitglieder des Comite rrance-Allemagne, Staatsrat Prof. Furtwängler, Generaldirektor von Benda und zahlreiche andere Vertreter aus Kunst und Wissenschaft. Die künstlerische Leistung des Kölner Männergesang- vereins, des Kammersängers Heinrich Schlus- n u s und des Kitteljchen Chores stand auf uner
reichter Höhe. Dann fand im Haus der deutschen Gemeinschaft ein Kameradschaftsabend statt. Staatssekretär Funk erinnerte daran, daß das erste Gefühl des Dankes dem Manne gelten müsse, der es durch seinen Willen, seine Tatkraft und fein Genie vollbracht hat, daß der Deutsche im Auslande wieder mit Stolz aus unsere Heimat blicken könne. Der Staatssekretär richtete Worte der Anerkennung an alle Parteigenossen, die keine Mühe gescheut haben, das Haus der deutschen Gemeinschaft in Paris herzurichten, um in ihm den deutschen Geist Hochzubalten. Er dankte ferner dem Botschafter Grafen Welczek für sein enges freundschaftliches Zusammenleben mit der Kolonie. Staatssekretär Funk stellte fest, daß die deutsche Kulturwoche zu einem starken Erfolg für Deutschland zu werden verspricht, und dankte allen Künstlern, die dazu beigetragen und damit für Deutschland und den Führer gearbeitet haben. Die deutsche Kunst werde beherrscht von dem gestaltenden Willen Adolf Hitlers, der dem Volke das Schöne, Edle und Große zu erhalten bemüht ist. Wenn die deutsche Kulturwoche einen lebendigen Eindruck vermittle von dem Kunstleben des neuen Deutschland, so sei dies ihr schönster Erfolg.
Kunst und Wikenschast.
Gedächtnisfeier für Adele Sanbrotf.
Die Reichstheaterkammer und die Reichsfilmkammer veranstalteten im „Theater in der Saarlandstraße" eine Gedächtnisfeier für Adele Sandrock, an der Reichsminister Dr Goebbels Reichskulturwalter Hinke! als Dectreter der Reichskulturkammer, der Präsident der Reichstheaterkammer Dr Rainer Schlösser, der stellvertretende Leiter der Fachschaft Film, Carl Auen, und bekannte Vertreter der Bühne und des Films teilnahmen Von der. Angehörigen der Verstorbenen wohnten d'e Schwester Adele Sandrocks und ihre Schwägerin der Feier bei Nachdem das Vorspiel zu „Parsifal", vorgetragen vom Orchester der Volksoper, verklungen war, gedachte Intendant Eugen Klöpfer der Verstorbenen als einer Künstlerin, deren Gestalten in der Theatergeschichte leben Dann sprach Staatsschauspielerin Hermine Körner Monologe aus Grillparzers „Medea" und „Sappho", aus Rollen die Adele Sandrock einst gespielt hat. Der Produktionschel der Tobis, Zer- I ett, würdigte für die deutsche Filmkunst die nicht zu ersetzende Leistung der Verstorbenen Als eine zeitlose Gestalt lebe sie in unserer Erinnerung und im Film Mit Beethovens Adagio op. 59 sand die Feier ihren Ausklang.
Das Gesetz zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses.
Von Dr. med et phil. Gerhard Venzmer.
Es gibt immer noch Leute denen die gewaltige Bedeutung des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses für die Zukunft unserer Volksgemein- chaft noch nicht aufgegangen ist, und die — was am allerbedauerlichsten ist — die seltsamsten Meinungen über die Vorbedingungen für die Sterili- ierung in Umlauf setzen, ohne überhaupt eine Ahnung davon zu haben, was eigentlich „Erbkrankheiten" sind. Solcher familiär-erblicher Krankheiten bzw. Krankheits-Dispositionen gibt es eine größere Zahl, als mancher vielleicht glaubt; doch erfaßt das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses von ihnen allen lediglich die für die Volksgesundheit verhängnisvoll st en Erbschäden und bestimmt demgemäß, daß erbkranke Menschen unfruchtbar gemacht werden können, wenn nach den Erfahrungen der ärztlichen Wissenschaft mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, daß ihre Nachkommen an schwer en g e i st i - gen oder körperlichen Erbschäden leiden werden. Erbkrank im Sinne dieses Gesetzes ist, wer an angeborenem Schwachsinn, Schizophrenie, zirkulärem, d. h. manisch-depressivem Irresein, erblicher Fallsucht, erblichem Veitstanz, erblicher Blindheit, erblicher Taubheit oder schwerer erolicher körperlicher Mißbildung leidet. Weiterhin kann unfruchtbar gemacht werden, wer schwerem Alkoholismus verfallen ist.
Von den genannten Erbkrankheiten hat der an erster Stelle abgeführte angeborene Schwachsinn die größte Verbreitungsziffer Er äußert sich vornehmlich in Störungen der Auffassung, der Aufmerksamkeit und besonders des Kombinations- und Urteilsvermögens, sv daß es zu einer frühzeitigen mehr oder roeniger tiefgreifenden Störung der allgemeinen seelischen Entwicklung und Verkümme- rung der Gesamtpersönlichkeit kommt. Je nachdem, ob das erreichte Jntelligenzalter des Erwachsenen im Vergleich zum Geisteszustand des Kindes einem Alter unter 6, zwischen 6 und 12 ober zwischen 12 und 14 Jahren entspricht, unterscheidet man drei Grade des Schwachsinns: die Idiotie, die Imbezillität und die Debilität. Ein sorgfältig ausgearbeitetes Jntelligenzprüfungsschema erleichtert die Einreihung. Seine Ursache hat der angeborene Schwachsinn in der auf erblicher Belastung beruhenden mangelhaften Ausbildung jener Hirnbahnen, welche die verschiedenen Hirnabschnitte untereinandre verbinden; seine soziale Bedeutung erhellt u. a. aus der Tatsache, daß er sehr häufig vergesellschaftet ist mit Verbrechertum, Trunksucht, Bettelei und Vagabundentum.
Auch die angeborene Taubheit und die angeborene Blindheit sind auf Entwicklungsschädigungen, auf fehlerhafte Anlage, Wachstumshemmung ober Entartung ber dafür in Frage kommenden Organe zurückzuführen. Die angeborene Fallsucht ober Epilepsie äußert sich in ber Neigung zu Krampfanfällen, mit benen häufig ein kürzer ober länger bauernber Dämmer- zustanb Hanb in Hanb geht. Oft kommen währenb dieses Zustanbes unsinnige triebartige Hanblungen vor, so baß bie geistige Erkrankung ohne weiteres erkennbar wirb. Auch werben währenb bes Däm- merzustanbes nicht selten Verbrechen begangen, be- sonbers Branbstiftungen ober Sittlichkeitsverbrechen — schon hieraus erhellt roieberum bie soziale Be- beutung auch bieser Erbkrankheit. Der erbliche Veitstanz ist eine chronisch fortschreitenbe familiäre Erkrankung, bei ber neben bem Auftreten blitzartiger Muskelzuckungen eine Abnahme ber Intelligenz bis zur Derblöbung festzustellen ist.
durch eine Behinderung von Funktionen ober burch Abschreckung bie Anpassung an bas Leben erschwe- I ren". Schließlich kann nach bem Gesetz auch unfruchtbar gemacht werben, wer an schwerem Alkoholismus leidet, und dieser Fall wird besonders dann gegeben sein, wenn sich die Trunksucht — wie das so oft der Fall ist, — auf dem Boden einer psychopathischen oder asozialen Veranlagung entwickelte.
Man sieht: der Gesetzgeber ist sorgfältig bestrebt gewesen, nur solche Personen von ber Fortpflanzung auszuschließen, von denen b e st i m m t kein der Volksgesundheit dienlicher Nachwuchs zu erwarten ist, deren Vermehrung im Gegenteil eine weitere unerträgliche finanzielle Belastung für die gesunde Bevölkerung bedeuten würde. Wie ungeheuer diese Belastung heute schon ist, mag man daran ersehen, daß nach vorsichtiger Schätzung bei völliger Beseitigung der Erbkrankheiten in Deutschland jährlich etwa 700 Millionen Mark an direkten und indirekten Ausgaben erspart werden könnten, d. h. der Jahreszins aus rund 20 Milliarden Mark! Ganz abgesehen von solchen wirtschaftlichen lieber» legungen ist aber die Verhinderung erbkranken Nachwuchses auch ein Gebot der Humanität, denn Millionen und aber Millionen von Menschen werden dadurch vor unverdienten Leiden und vor einem Dasein bewahrt, das oft kaum noch etwas Menschenähnliches an sich hat.
In manchen Ländern ist denn auch die ethische, volksgesundheitliche und wirtschaftliche Bedeutung praktischer eugenischer Maßnahmen längst erkannt worden, und denen, die dem neuen Deutschland immer wieder unser Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses gehässig vorwerfen, mag vor allem entgegengehalten werden, daß Deutschland ebensowenig das erste wie etwa das einzige Land mit derartigen gesetzlichen Bestimmungen ist. In den Vereinigten Staaten wurde z. B. die erste Operation zur Verhütung erbkranken Nachwuchses bereits im Jahre 1899 im Staate Indiana ausgeführt. Heute sind entsprechende Gesetze in nicht weniger als 28 amerikanischen Staaten in Kraft, ferner in Kanada und Mexiko. In Europa gibt es gesetzliche Bestimmungen zur Verhütung erbkranken Nachwuchses außer in Deutschland in der Freien Stadt Danzig, im schweizerischen Kanton Vaud, in Dänemark, Schweden und Norwegen. Ueberhaupt gewinnt der Gedanke einer praktischen Eugenik zur Hebung der Erbgesundheit gegenwärtig auf der ganzen Welt zunehmend an Ausdehnung. Es mag abschließend noch erwähnt werden, daß kürzlich ein Mitglied der brasilianischen Akademie der Wissenschaften das deutsche Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses in aller Oessent- lichkeit als ein „einzigartiges Monument ber Weisheit" bezeichnete.
Aus aller Welt.
14 Todesopfer eines Zugunglücks.
Neuß, 5. Sept (DNB.) Am Sonntag entgleiste bei der Durchfahrt im Bahnhof Holzheim bei Neuß am Niederrhein der vom katholischen Pfarramt Rommerskirchen bestellte Pilgerfon- b e r 3 u g nach Kevelaer. Der Zug bestand aus 17 Wagen mit rund 800 Pilgern. Es entgleisten die Lokomotive und vier Wagen, von denen drei um stürzten und zertrümmert wurden. Der Hilfszug von Krefeld und der Gerätewagen
Von außerordentlicher Bedeutung im Sinne der Erbgesundheit sind schließlich die beiden großen Gruppen von Geisteskrankheiten, die man als zirkuläres oder Kreisirresein und als Spaltungsirresein oder Schizophrenie bezeichnet. Für das K r e i s i r r e s e i n ist der rhythmische Wechsel zwischen einer eigenartigen Erregtheit, die sich bis zu tobender Raserei steigern kann, und andererseits tiefster Niedergeschlagenheit bis zu hartnäckigen Selbstmordversuchen oder völliger Stumpfheit bezeichnend Das Spaltungsirresein oder die Schizophrenie dagegen ist charakterisiert durch einen seltsamen Zerfall der Persönlichkeit, durch eine eigentümliche Spaltung der seelischen Einheit. Es beginnt meist schon im jugendlichen Alter und äußert sich zunächst darin, daß der Kranke sich mehr und mehr gegen die Außenwelt abschließt und nur seinen eigenen Wahnvorstellungen lebt Weiterhin verläuft das Leiden in verschiedenen Formen, endet aber fast immer mit Verblödung, so daß die Kranken dauernd ber Anstaltsbehanblung bebürfen.
Wenn weiterhin das Gesetz die Unsruchtbar- barmachung auch bei schwerer körperlicher Mißbildung vorsieht, so sind damit gemeint „familiäre, durch Erbanlage bedingte einseitige ober doppelseitige Abweichungen vom Regelrechten, bie
von Neuß waren alsbald zur Stelle. Ferner begaben sich die zuständigen Dezernenten der Reichsbahndirektion sofort nach Eintreffen der Nachricht an die Unfallstelle. Seit heute nachmittag weilen ein Ministerialdirektor und zwei Ministerialräte vom Reichsverkehrsministerium ebenfalls an der Unfallstelle, die von Berlin aus im Sonderflugzeug eingetroffen waren. Leider wurden bei dem Unfall elf Reifende und der Zugführer getötet. 18 Personen wurden schwer und eine Anzahl leichter verletzt. Bon den Schwerverletzten sind inzwischen zwei gestorben. Bon den Berichten befinden sich fünf Schwerverletzte im städtischen Krankenhaus zu Krefeld, drei Schwerverletzte im herz- Iesu-Klofter in Neuß und die übrigen Berichten im hospitai hotzheim. Die Untersuchung ist eingeleitet
Reichstagung des Damcnfchneiderhandwerks.
In U l m wurde die Reichstagung des Damen» schneiderhandwerks eröffnet Auf einer Preffebe» I sprechung führte bie Reichsinnungsmeisterin bes Damenichneiderhanbwerks, Frl Agnes Schulz, 1 aus, baß sich ber Reichsinnungsverband seit eint»


