Hr. 128 Erstes Blaff
187. Jahrgang
Samstag, 5. Juni 1937
Gießener Anzeiger
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MM General-Anzeiger für Oberhessen
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Aloltenschau der Kriegsmarine vor i0000„KdF."-llrlaubem
meldet, folgendes Telegramm an
Ehre, Freiheit, Volksgemeinschaft
Alfred Bosenberg auf dem (Sautag Weser-Ems der NSDAP.
den Führer gesandt: „Zehntausend Arbeiter erlebten am heutigen Tage auf acht „KdF."-Schiffen die Flottenoorführungen unserer deutschen Kriegsmarine in der Deutschen Bucht. Noch ganz unter dem starken Eindruck der Manöver, ist es uns innerstes Bedürfnis, Ihnen, mein Führer, von ganzem Herzen danken zu können, daß Sie die Möglichkeit zu einem solchen Zusammentreffen schufen. Mit Begeisterung und Stolz auf unsere Seemacht kehren wir an unsere Arbeitsplätze zurück. Dr. Lafferenz, Amtsleiter. — Auch an Dr. Ley und Generaladmiral R a e d e r wurden Begrühungs- und Danktelegramme gesandt.
für die Sicherheit der Kontrollorgane an den spanischen Grenzen und in den spanischen Gewässern gefordert haben, und von deren Ausmaß sie ihre Wiederbeteiligung an der Kontrolle abhängig machen. Man weiß jetzt in Paris und London, wie schwer es bei der offen zu Tage getretenen agressi- oen Gesinnung Moskaus und der spanischen Bolschewisten ist, Sicherheiten zu schaffen, die stark genug sind, um die Bolschewiken von neuen lieber® fällen zurückzuhalten. Es ist erwogen worden, sich von beiden kriegführenden Parteien in verschiedenen Häfen genau umgrenzte Sicherheitszonen zum Ankern der Kontrollschiffe anweisen zu lassen. Ein weiterer Vorschlag geht dahin, an die Stelle der abschnittsweisen Ueberwachung durch die verschiedenen Nationen eine gemeinsame Kontrolle von Streitkräften aller vier beteiligten Mächte treten zu lassen, wodurch auch im Falle eines neuen Angriffs an Ort und Stelle Beratungen über gemeinsame Gegenmaßnahmen gepflogen werden könnten. Durch
der Politik zu neuen Anschlägen auf die europäische Staatengemeinschaft verlocken könnten. Eine weitere Lehre sollten aber auch die Regierungen der westlichen Demokratien selbst aus dem Verbrechen ziehen. Namentlich England und Frankreich legten besonderen Wert daraus, in der Form, die sie der internationalen Nichteinmischungspolitik gaben, die deutsche Auffassung zu widerlegen, daß eine Zusammenarbeit mit dem Moskauer Bolschewismus für die europäische Staatengemeinschaft untragbar sei. In Paris und London wollte man den Gegenbeweis hierfür in der Teilnahme der Sowjetunion an der Nichteinmischungspolitik sehen, und man nahm diesem Argument zuliebe, mit dem man auch künftighin Deutschlands und Italiens Widerspruch gegen eine Zusammenarbeit mit dem bolschewistischen Rätestaat, sei es im Völkerbund oder in einem kollektiven Sicherheitssystem, zu entkräften gedachte, alle Mißhelligkeiten in Kauf, die aus dem Auftreten des Sowjetdelegierten im Londoner Nichtein- mifchungsausschuß sehr zum Schaden der Sache in ehr reichlichem Maße erwuchsen. Kein Wunder, daß den Sowjets bei einer so zartfühlenden Behandlung der Kamm schwoll und sie glaubten, auch Ür die schlimmsten Dreistigkeiten auf die Nachsicht ihrer wohlwollenden Gönner rechnen zu können. Es wäre ein nicht zu unterschätzender Erfolg, wenn man in Paris und London aus dem „Zwischenfall" von Ibiza, wie man den heimtückischen Angriff auf die „Deutschland" in der wohlabgewogenen Diplomatensprache überaus milde immer noch zu nennen pflegt, die Lehre ziehen würde, daß es mit dem Bolschewismus kein Paktieren geben kann und es zumindest grobe Fahrlässigkeit bedeutet, wenn man blind an der Fiktion festhält, eine Staatsform, die mit allen Mitteln auf die Vernichtung der europäischen Kultur hinarbeitet, um auf deren Trümmern ihre Alleinherrschaft zu errichten, sei ein politisches System wie jedes andere auch und dürfe also auch nicht von der internationalen Gemeinschaft ausge- chlossen werden. Solange sich die Erkenntnis nicht Bahn bricht, daß hier mit gleichem Maß messen wollen ein Verbrechen gegen das Leben Europas bedeutet, wird der Weltfrieden in Gefahr fein.
Etwas davon spürt man ja jetzt offenbar in London, wo das Auswärtige Amt in Fühlung mit der ranzösifcheü Diplomatie bemüht ist, zu einem Uebereiiitommen über die Bürgschaften zu gelangen, die Deutschland, Italien und Portugal
Kiel, 4. Juni. (DNB.) Auf dem Gautag Schleswig-Holstein der NSDAP, sprach Reichsleiter Alfred Rosenberg im Festsaal des Hauses der Arbeit vor dem Führerkorps der Partei und der Alten Garde. Er gab eine klare Abgrenzung der Begriffe Weltanschauung, Wissenschaft und Religion, durch deren Verquickung von den Gegnern ein Zustand zu schaffen versucht werde, der oft die Klarheit und Eindeutigkeit unseres politischen Kampfes verwischte. Der Redner wies im einzelnen die Vorwürfe zurück, die von den politisierenden Kirchen gegen den Kampf der Partei und die Gestaltung unseres politischen Daseins erhoben werden. Gegenüber den Angriffen auf die Sterilisationsgesetzgebung erklärte er, wir könnten in diesen Stunden der Entscheidung nicht danach fragen, was darüber zu anderen Zeiten gedacht worden sei, sondern wir könnten nur fragen: Stärkt diese Gesetzgebung das Dasein des deutschen Volkes oder nicht? Wir hätten die Pflicht, jene Grundsätze aufzustellen und jene Gesetze auszuführen, von denen wir zutiefst glaubten, daß sie geeignet seien, das ewige Leben unseres Volkes zu garantieren. Die gegnerischen Kräfte hätten bestimmte Ideale gepredigt, nach denen die Völker sie heute messen und über sie urteilen. Die politisierende Kirche habe das Ideal der Armut, das Ideal der Askese und Keuschheit und das Ideal der Nächsten- und Feindesliebe gepredigt. Die Tatsachen, die mir täglich erlebten, ständen im Gegensatz zu diesen Idealen.
Auch die nationalsozialistische Bewegung habe be- ftimmte Werte, um die sich heute schon Millionen versammelt hätten. Drei Punkte sind es, die der Nationalsozialismus von Anfang an herausgestellt und gewahrt hat, die deutsche Ehre, die germanische Freiheit und die nationalsozialistische Volksgemeinschaft. Unter Freiheit verstehen wir — mit Fichte —nicht den Liberalismus der Französischen Revolution, sondern jene germanische Freiheit, die durch die härteste Gesetzmäßigkeit hindurchgegangen ist. Die nationalsozialistische Kameradschaft haben wir als das köstlichste Erlebnis unseres Kampfes heim-
das Auftreten gemischter Schiffsverbände würde der internationale Charakter der Ueberwachungsaktion besonders hervorgehoben und jeder Uebergriff, den sich die Bolschewisten gegen ein Kontrollorgan zu schulden kommen ließen, würde noch deutlicher als bisher als ein Schlag gegen die Autorität sämtlicher im Londoner Nichteinmischungsausschuß oertretenen Nationen bloßgestellt sein, der eine internationale Ahndung fordern würde. Es sind im Augenblick die formulierten Vorschläge der englischen Regierung noch so wenig bekannt, wie die Antworten Deutschlands und Italiens. Nur so viel steht fest, daß die beiden von den Bolschewisten maßlos herausgeforderten Nationen ohne hinreichende Garantien gegen eine Wiederholung der Verbrechen von Ibiza und Palma sich nicht bereitfinden werden, an einer internationalen Aktion teilzunehmen, die keine internationale Solidarität gegen Piraten der Politik und Saboteure des Weltfriedens kennt. Fr. W. L.
Von Bord des an der Flottenschau vor Helgoland teilnehmenden Dampfers „Roland" wurde, wie die NSK. ......
Auch Francos Gnadenakt nicht vor Verleumdungen sicher Richtigstellungen des Senders Salamanca.
Bremerhaven, 5. Juni. (DNB.) Die Kriegsmarine veranstaltete am Freitag nahe Helgoland vor den Norwegen d ampfern der N S. - Gemeinschaft „K r a f t d u r ch Freude" und drei Seebäderdampfern aus Bremen, Hamburg und Wilhelmshaven eine Flotten schau. Vorbei war die vorzeitige Freude auf einen Tag lachender Sonne, als bei diesigem Wetter, grauschwarz verhangener Wolkendecke, leichtem Regen und steifem Südwest der Seebäderdampfer „Roland" am Morgen von der Columbuskaje in Bremerhaven mit 1000 „KdF."-Fa'hrern aus dem Gau Weser-Ems ablegte, um sich der „KdF."-Flotte in der Nähe von Helgoland zuzugesellen. Trotz des unfreundlichen Wetters herrschte bald frohe Stimmung an Bord. Lustige Weisen und Märsche klangen über das Schiff. Gegen Mittag passierte der „Roland" nacheinander die Seebäderdampfer „Glückauf" und „Cobra" sowie die fünf Norwegendampfer „Dceana", „Stuttgart", „Sierra Cordoba", „Monte Sarmiento" und „Der Deutsche". Nachdem Dampfer „Roland" die Spitze der „KdF."-Flotte übernommen hatte, setzten sich alle Schiffe in Fahrt, die dann querab von Helgoland gestoppt wurden.
Alle erfaßte nun eine erwartungsvolle Spannung, die bald gelöst wurde durch die an Steuerbord der „KdF."-Flotte in Kiellinie sich nähernden ersten Einheiten der Kriegsmarine. Zuerst passierte Kreuzer „Nürnberg" mit dem Flottenchef und Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte Vizeadmiral Boehm an Bord in langsamer Fuhrt die „KdF."-Schiffe. Ihm folgten Kreuzer „Karlsruhe" und Aviso „Grille". Die Besatzungen sind in Passieraufstellung an Deck angetreten. Musik klingt herüber. Es folgen eine Torpedobootseinheit aus drei Booten der „Ger- mania"-Klasie und fünf Flotten begleiter. Dann nähert sich das U-Bootmutterschiff „S a a r" an der Spitze der jungen U-Bootklasse. Hinter dem Mutterschiff „Saar" zieht die Flottille „Weddi- g e n" ihre Bahn, voran U 9, das als besonderes Kennzeichen ein Eisernes Kreuz am Turm trägt.
Das Schauspiel der Vorbeifahrt, die sich kurze Zeit später an Backbord der „KdF."-Flotte in der gleichen Reihenfolge wiederholt, läßt die Herzen der „KdF."-Fahrer hoher schlagen. Jedesmal senken sich die Flaggen, und auf den „KdF."-Dampfern recken sich die Arme zum Gruß jedes vorübergleitenden Kriegsschiffes.
Mittlerweile schwenken die Einheiten zur e r ft e n Gefechtsübung aus. Das Wetter hat sich aufgeklärt, und die Sonne blinzelt zeitweilig zwischen eilig ziehenden Sturmwolken hervor. Mit Interesse werden die einzelnen Gefechtsübungen verfolgt. Der Tender „Zep p" geht los: Ran an den Feind! Sofort durchbrechen Torpedoboote die Kiellinie der „KdF."-Flotte. Auch die U-Boote treten in die Gefechtsübung ein, indem einzelne in tauchendem Zustande versuchen, an den „Feind" heranzukommen. Die Kreuzer feuern aus allen Rohren. Besonderes Interesse löst der Einsatz der Marineluft st reitträfte aus.
Um 17 Uhr sind die Uebungen beendet.. Die Flotte der „KdF."°Fahrer nimmt nun wieder ihre volle Fahrt auf. Die Seebäderdampfer streben ihren Heimathäfen zu, während die Norwegendampfer
ihre Reife in die Fjorde mit den Urlaubern aus Berlin, Sachsen, Thüringen, Westfalen und Schlesien fortsetzen. Noch einmal herzliche Abschiedsgrüße. Besonders wird dem allen Seefahrerurlaubern bekannten Kapitän Petermüller vom „Deutschen" ein begeisterter Abschied zuteil. Im Chor rufen die „KdF."-Fahrer auf dem „Roland" immer wieder seinen Namen hinüber. Sirenengeheul kommt als Antwort.
*
getragen. Was in den 14 Jahren des Kämpfens für uns an Werten gesichert wurde, muß den kommenden Generationen überantwortet werden. Unsere Jugend muß diesen Werten praktisch nachleben. Das ist die harte Forderung, die wir an sie stellen müssen. Wenn jeder trotz seiner Schwächen und der verschiedenen Temperamente sich bemüht, diesen Werten zu dienen, werden wir alle am Schluß unseres Lebens mit Stolz sagen können: Mehr konnte kein Gott von uns verlangen!
Reichsminister Dr. Frank auf dem mitteldeutschen Rechkswahrertag
Magdeburg, 5. Juni. (DNB.) Hier begann der erste Mitteldeutsche Rechtswahrer- t a g. Nachmittags enthüllte der Gauführer den Eike-von-Repkow-Brunnen mit einer Ansprache, die sich mit der Persönlichkeit und dem Werk des „ersten Rechtswahrers seines Volkes", Eike von Repkow, und dem von ihm geschaffenen Rechtsbuch, dem Sachsenspiegel, befaßte. In der Stadthalle wies der Reichsrechtsführer, Reichsminister Dr. Frank, u. a. darauf hin, daß in all der Zeit, in der wir Deutsche in Idealismus lebten, sich andere Völker, die realistischer als wir dachten, an den materiellen Gütern der Erde bereicherten. Der Aufbruch unseres Volkes im Nationalsozialismus ist eine Revolution zum Nutzen aller anständigen Menschen der Welt. Gibt es angesichts der Leistungen, die Adolf Hitler in engster Kameradschaftsarbeit vollbrachte, in der Welt heute noch die Möglichkeit, die Anständigkeit der politischen Führung des deutschen Volkes durch Adolf Hitler anzuzweifeln? Die deutsche Lebensform von jetzt ab bis in alle Zeiten ist das Reich des Nationalsozialismus Adolf Hitlers. Die Einheit des deutschen Volkes muß auch das Fundament der Glaubensform in Deutschland sein. — Wir treten an nach dem Lebensgesetz unseres Volkes. So bauen wir uns auch unsere Wirtschaft auf auf dem unzerstörbaren Charakter unseres Volkes als eines Arbeitervolkes.
Die Lehre vonZbLza.
Das freche Attentat auf den Weltfrieden, als welches sich für jeden einsichtigen Menschen der Angriff bolschewistischer Bombenflieger auf das im Hafen von Ibiza vor Anker liegende, zu den Kontrollorganen des internationalen Ueberwachungs- ausschuffes gehörende Panzerschiff „Deutschland" darstellt, erfährt eine neue Beleuchtung durch die Nachricht der französischen Zeitschrift „Gringoire", die alle Einzelheiten der planmäßigen Vorbereitung des auf telegraphischen Befehl Moskaus durch sowjetrussische Flieger ausgeführten Angriffs mitzuteilen weiß. Sollte sich diese Darstellung bewahrheiten — und es ist nach allem Vor- angegangenen kaum ein Zweifel denkbar — so läge die Schuld Moskaus offen zutage, dessen intellektuelle Urheberschaft von vornherein feststand. Weil der Kreml sich in seiner Hilfsaktion für die bolschewistischen Genossen in Spanien durch die internationale Kontrolle zusehends eingeengt sah und damit die Aussicht auf einen Sieg der bolschewistischen Waffen immer geringer wird, griff er unbedenklich zur Waffe politischen Piratentums, um durch einen „Zwischenfall" einen allgemeinen Konflikt heraufzuführen und damit die gewünschte Atmosphäre für ein Weitertreiben der bolschewistischen Weltrevolution. Daß heute eine starke Front autoritärer Staaten die Welt vor dem bolschewistischen Chaos schützt, verdankt sie dem unermüdlichen Aufklärungsfeldzug des nationalsozialistischen Deutschlands. Die Bomben von Ibiza sollten diesen Damm sprengen und mit Hilfe des daraus erhofften europäischen Konflikts der roten Flut die Bahn frei machen.
Der verbrecherische Anschlag des Bolschewismus auf den Weltfrieden ist einzig und allein an der überlegenen Haltung Deutschlands gescheitert, das mit ebenso großer Energie wie kluger Besonnenheit seine Gegenmaßnahmen getroffen hat. Deutschland hat von sich aus gehandelt, wie es die Ehre der Nation,- aber auch seine Verantwotung als Mitglied der europäischen Staatengemeinschaft erforderte,'und es hat damit allein den Frieden gerettet. Weder der Völkerbund, noch ein kollektiver Sicherheitspakt sind in Funktion getreten, um die Völker vor kriegerischen Verwicklungen zu bewahren. Auf die lahmen Methoden dieser „kollektiven" Politik, die auf freche Provokationen mit Untersuchungskommissionen zu antworten pflegte, hatten die bolschewistischen Brandstifter ja ihren tückischen Plan gebaut. Sie würden für weitere „Zwischenfälle" gesorgt haben, wenn Deuffchland, statt sich mit eigener Hand Genugtuung zu verschaffen, auf das Ingangsetzen der-schwerfälligen internationalen Maschinerie gewartet hätte. Die Vergeltungsaktion der deutschen Seestreitkräfte vor Almeria folgte der feigen Mordtat von Ibiza auf dem Fuße, wurde aber von vornherein begrenzt und hat deshalb wie ein reinigendes Gewitter das meiste zu einer deutlich spürbaren Entspannung beigetragen, während Verhandlungen internationaler Organe, wie beliebige Beispiele der letzten Jahrzehnte bewiesen haben, die Atmosphäre nicht hätten entgiften können, ja den Keim zu künftigen Konflikten genährt hätten. So ist durch das schnelle, unmißverständliche und in bestimmtem Rahmen erfolgte Handeln Deutschlands die bislang ernsteste Krisis aus dem spanischen Bürgerkrieg für den europäischen Frieden in Bahnen gelenkt worden, die bei ebenso besonnenem und verantwortungsbewußtem Handeln der andern an der spanischen Ueberwachung beteiligten Großmächte wohlbegründete Aussicht auf, eine Festigung der europäischen Zusammenarbeit bieten.
Aber gerade wer von der gegenroärtig in London laufenden diplomatischen Aktion dies Ergebnis erhofft, kann sich nicht damit zufrieden geben, die Frage, wie es zu dieser Krisis kommen konnte, mit der Feststellung der eindeutigen Schuld Moskaus und feiner bolschewistischen Spießgesellen in Valencia zu beantworten. Wer das Echo sorgfältig beobachtet hat, das die Ereignisse in Spanien und die Einstellung der Großmächte zum spanischen Bürgerkrieg in dem weitaus größten Teil der britischen Presse sowohl wie im Parlament und in politischen Versammlungen aller Parteien gefunden haben, der wird auch nicht die indirekte Verantwortung übersehen können, die diejenigen englischen Journalisten, Parlamentarier und Politiker bei der Entstehung einer internationalen Atmosphäre auf sich geladen haben, die zu dem Versuch einer Brandstiftung, wie die Provokatton von Ibiza einer war, geradezu einlud. Nicht einmal das Neuterbüro oder Blätter wie die „Times" und der „Daily Telegraph" haben sich von dem üblen Feldzug gegen Deutschland und Italien ferngehalten, der von Verdrehung und Verdächtigung zu offener Verleumdung der beiden Staaten und ihrer Politik im Zusammenhang mit dem spanischen Bürgerkrieg schritt. Man braucht sich nur an Guernica und den brittschen Zerstörer „Hunter" zu erinnern, um zu wissen, was wir meinen. Konnte es angesichts dieses offenkundigen Uebelmollens maßgebender Kreise in England, deren Treiben das Foreign Office keineswegs als Störung der eigenen Politik empfand, wirklich überraschen, daß die Bolschewisten in Moskau und Valencia sich ermutigt fühlten, auch vor dem Aeußersten nicht zurückzuschrecken, um die so deutlich zur Schau getragenen Spannungen zu einem offenen Konflikt zu erweitern?
Und hier muß auch die Wiedergutmachung ein- setzrn. Das Verbrechen von Ibiza soll roeniaftens bqs eine Gute haben, der internationalen Presse zur Lehre zu dienen, daß die Politik der Nichteinmischung, die sie zu verteidigen vorgab, wenn sie bei ihren stets als Lügen entlarvten Verdächtigungen Deutschlands mit giftigen Pfeilen auf den Weltfrieden schoß, ein erstes Gebot der Pflicht für ihre eigene Haltung sein muß, um für die Zukunft Spannungen zu vermeiden, die die roten Freibeuter
Peseten. Bert Levy schrieb beim Verlassen spanischen Gebietes freiwillig und ohne Zutun dritter Personen folgenden Brief an General Franco: „Ich möchte die Gelegenheit benutzen, um Ihnen und allen, die zu unserer Freilassung beitrugen, zu danken. Ebenso danke ich für alle uns erwiesene Freundlichkeiten während unseres Aufenthaltes in Nationalspanien."
Archie Williams hat nach der Freilassung an General Franco folgenden Brief gerichtet: „Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll und ich kann nickt beschreiben, wie die Nachricht meiner Freilassung mich bewegt hat. Ich weiß nicht, ob Sie das interessiert. Aber ich möchte feststellen, daß die Behandlung durch die nationale Zivilgarde in Tala- vera außerordentlich gut war. Noch heute gedenken wir untereinander oft der Freundlichkeit Des uns zugeteilten Unteroffiziers. Vom Major bis zum letzten Zivilgardisten haben wie die denkbar
Salamanca, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Angesichts der ungeheuerlichen Schmähungen, die sich ein großer Teil der marxistischen und kommunistischen Presse anläßlich der bedingungslosen Freilassung von 46 Gefangenen der „Internationalen Brigade" durch General Franco leistete, sieht sich der nationale Sender von Salamanca zu folgender Feststellung veranlaßt: Der Londoner „Daily H e r a I d" bedient sich für seine Tat- sachenverdrehung der angeblichen Aussage zweier durch den Gnadenakt freigelassener Gefangener, des Kanadiers Bert Levy und des Engländers Archie Williams. Beide erhielten während der Gefangenschaft neue Wäsche, neue Anzüge und je 500 Franken. Sie wohnten in Fuenterrabia in guten Hotels, hatten sogar Einzelzimmer und konnten soviel essen, wie sie mochten. Während ihres mehrmonatigen Aufenthaltes im sowjetspanischen Gebiet erhielten sie dagegen nicht mehr als je 80


