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Nr.«2? Erstes Blatt

18Z. Jahrgang

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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General Mola tödlich abgesiürzt.

Salamanca, 3.Juni. (DNB.) Der Radio­sender Salamanca teilt mit, daß General Emi- I i o Mola, der Führer der Nordarmee, in Er­füllung seiner Pflicht an der Biscaya-Front bei einem Erkundungsflug in ft arten Nebel ge­raten und abgestürzt ist Der General ist tot, ebenso sein Adjutant, drei Generalstabsoffiziere und die beiden Piloten. Die Beisetzung Gene­ral Molas erfolgt am Freitag um 12 Uhr, inder Kathedrale von Burgos. Alle führenden Persönlichkeiten von Heer und Staat, sämtliche Staatssekretäre und die diplomatischen Vertreter, darunter der deutsche Botschafter, General Fau - p e l, und der italienische Geschäftsträger, roerben daran teilnehmen General Faubel suchte noch am Donnerstagabend General Franco auf, um ihm persönlich sein Beileid auszusprechen.

Der Lnglülksftug.

lieber den Tod General Molas gab der natio­nale Sender von Salamanca folgenden Bericht: Heute morgen wurde der Besuch General Molas im Divisionskommando von Burgos angekün­digt und für 10.45 Uhr erwartet. Bald darauf kam die Nachricht, daß an der Straße von 'Qrun nach Madrid ein Flugzeug abgestürzt sei. Mehrere Offiziere fuhren an die bezeichnete Stelle, fanden dort den zertrümmerten Apparat und die herausgeschleuderten Leichen, darunter die des Ge­nerals Mola. Die Leichen wurden vom Ortspfarrer eingesegnet und in das Militärhospital von Burgos gebracht. Bauern, die Zeugen des Unfalls waren, berichteten, sie hätten ein Flugzeug in der Richtung auf Burgos fliegen sehen, das plötzlich mit ausge­setztem Motor in umgekehrter Richtung wieder zu­rückkam und im dichten Nebel ver­schwand. Sie wollen eine ft arte Explosion gehört haben. Ergänzende Nachrichten besagen, daß das Flugzeug bei der Brujula-Höhe in 900 Meter Höhe in dichten Nebel geriet, der Pilot den Bergen ausweichen und den Weg durch ein Tal nehmen wollte. Dabei scheine er die Orien­tierung verloren zu haben und an ein^n Fel­sen angeprallt zu sein.

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General Emilio Mola Vidal wurde 1891 im Lande der Pyrenäen geboren. Er entstammt einer bet ältesten und angesehensten Familien bes Bas- kenlanbes. Dem Wunsche seines Vaters folgenb trat er in bie Kabettenschule in Pamplona ein unb würbe bann Offizier in einem Garberegiment. Von früh auf ist er ben politischen Entwicklungen seiner spanischen Heimat unb besonbers am spanischen- nigshof mit großer Anteilnahme gefolgt. 3m Laufe der Zeit kam er so in bas republikanische Lager, ohne aber bas Vertrauen ber Krone zu verlieren. So würbe ihm 1931 von General Verenger bas Kommanbo ber spanischen Polizei als General­inspekteur übertragen. Nach bem Sturze Alfons XIII. ftanb General Mola zunächst in ber ersten Reihe der führenden Männer Spaniens. Mit der sich stän­dig mehrenden Linksorientierung des republika­nischen Systems entfremdete er sich aber der Re­gierung, so daß man ihm schließlich eine Kommando­stelle über die spanischen Truppen in Marokko übertrug, unb auf biefe Weise kaltgestellt zu haben glaubte. Nachbem eine gemäßigtere Richtung an bas Ruder gekommen war, kehrte General Mola nach Spanien zurück und übernahm bas Oberkommando in Navarra. Als sich General Mola mit dem größten Teil des nationalen Offizierkorps gegen die Machenschaften der Volksfrontregierung sträubte, wurde er am 9. Juli 1936 unter dem Verdach, eine Aufstandsbewegung geplant zu haben, verhaf­tet. Der General mußte aber, da ihm nichts nach­zuweisen mar, bald wieder freigelassen werden. Nur kurze Zeit später landete Franco mit den Kolonialtruppen auf spanischem Boden und erklärte der radikalen Volksfrontregierung und dem mit ihr im Bunde stehenden Bolschewismus den offenen

Krieg. General Mola war einer der ersten, die sich an dieSeiteFrancos stellten. Von Pamplona aus erließ er am 17. Juli 1936 seine Kampfansage an die Feinde Spaniens. Zehntausende von Frei­willigen aller Bevölkerungsschichten scharten sich um ihn, fast alle Garnisonen schlossen sich ihm an. Er konnte in wenigen Tagen das ganze Gebiet zwischen der Nordküste, ausgenommen der Küstenstraßen, nach Süden bis 50 Kilometer nördlich von Madrid, nach Osten bis Huesca und nach Westen bis an die portugiesische Grenze erobern.

Mola war durch und durch Soldat und Spanier vom Scheitel bis zur Sohle. Als Befehlshaber in Marokko hat er sich größte Verdienste nicht nur militärischer, sondern auch rein organisatorischer und sozialpolitischer Art erworben; von jeher ein großer Verehrer Deutschland, hat er auch militärwissenschaftlich zur Verbreitung deut­scher Strategie innerhalb der militärischen Kreise Spaniens mit mehreren Veröffentlichungen wesent­lich beigetragen.

Neuregelung des nationalspanischen Heereökommanoos.

Salamanca, 4.3uni. (DNB.) Nach dem Tode General Molas hat der Staatschef unb Oberste Befehlshaber ber nationalspanischen Streitkräfte, General Franco, sofort eine Neuregelung bes Oberkommanbos verfügt. Die bisher von General Mola geführte Norbarmee wirb in eine Nord- unb eine Zentralarmee unter­teilt. Die neue Norbarmee umfaßt bie baskische unb bie kantabrische Provinz und wird geführt von General D a v i l a. Die neue Zentralarmee, die Kastilien und Aragonien umfaßt, wird dem Kom­mando des Generals S a I i q u e t unterstellt. Gene­ral Queipo d e Llano bleibt Führer der Süd- armee. 3n Anerkennung der hohen Verdienste bes toten Generals Mola hat General Franco ihm bas Großkreuz bes Drbens von San Fer­na n b o , bie höchste Auszeichnung bes spanischen Heeres, verliehen.

Gowjelrussische Kampfflieger bombardierten dieDeutschland".

Moskau gab den Befehl zum Angriff auf das deutsche Kontrollschiff.

p a r i s, 3. Juni. (DNB.) Die polilifch.literarische Wochenzeitung(3 r i n g o i r e beschäftigt sich mit der Bombardierung des Panzerschif­fesDeutschland" und liefert den Beweis dafür, daß es sich nicht um einen gewöhnlichen Zwischenfall, sondern um einen in allen Einzelhei­ten vorbereiteten, gewollten Angriff gehandelt habe. Das Blatt erklärt, daß die s o w - jetrusfischen Ftugstaffeln in Valen­cia selbständig seien und nicht dem spanischen Militärkommando unterständen. Den Befehl übe der sowjetrussische Oberst Wassily I i g r o f f aus. Am 28. Mai habe Tigroff aus Moskau ein chiffriertes Telegramm erhallen. Er habe sofort eine Konferenz einberufen, an der 18 sowjetrussische Offiziere teilgenommen hätten. Im Anschluß an diese Konferenz hätten sechs S o w - jekapparate vom TypTB 3 Befehl erhalten, sich für eine Sonderausgabe be­reitzuhalten. Am 29. Mai hätten diese Appa­rate in Gruppen zu je zwei zahlreiche Flüge auf das Meer hin au s gemacht. Das spanische Militärkommando sei hiervon nicht unterrichtet worden. Am Abend des gleichen Tages hätten zwei dieser Apparate dann die Deutschland" bombardiert. Der erste Apparat habe unter dem Befehl des Oberleutnants Dasily Schmidt gestanden, der zweite unter dem Befehl des Hauptmanns Anton p r i g o r i n e.

Die Enthüllungen ber französischen Zeitung Gringoire" über bie Hintergründe ber Bvrnbar- bierung bes beutschen PanzerschiffsDeutschlanb" sinb nicht nur für uns, sondern für die ganze Welt von unerhörter Bedeutung. Wenn wir auch diesem Blatt die Verantwortung für die mitgeteilten Tat­sachen überlassen müssen, so haben wir doch immer wieder erlebt, daß gerade diese Zeitung mit ihren Wahrheiten schon manchen Kreisen höchst unbequem geworden ist. Für uns besteht jedenfalls kein An­laß, diese Informationen anzuzroeist<n, da die Ge­schichte ber sowjetrussischen Einmischung in bie in­neren spanischen Verhältnisse zur Genüge bewiesen

hat, mit welchen Mitteln Moskau arbeitet, um die Welt erneut in Brand zu stecken. Allein die sow­jetrussischen Komödien im Nichteinmischungsaus­schuß besagten genug. Da standen die Sowjetrussen auf ber einen Seite als Schürer bes Unfriebens, auf ber anberen spielten sie sich als Friebensengel auf. Sie sinb auch jetzt roieber am Werke, jede Ent­spannung ber internationalen Situation nach dem Angriff auf unser Panzerschiff zu hintertreiben. Denn sowjetrussische Politik ist es, möglichst viele Staaten aufeinanderhetzen und möglichst viele Konfliktstoffe anzuhäufen. Den Bolschewisten hat es schon lange nicht gefallen, daß bie vorhandenen Meinungsverschiedenheiten immer wieder auf bem Verhandlungswege aus ber Welt geschafft wurden. Sie brauchten Konflikte, bie ben Appell an die Waffen herausforberten. Unb so würbe benn bas niederträchtige Bubenstück sowjetrussischer Flieger in Spanien inszeniert. Aus allen Einzel­heiten der flugtechnischen Ausführung des Ueber- falls geht klar hervor, daß es sich keinesfalls um irgendwelche schnell ausgebildeten Flieger, sondern um durchgeschulte militärische ^ad) = l e u t e handeln mußte. Das wesentlich Neue an den Enthüllungen berGringoire" aber besteht in ber Feststellung, baß bie sowjetrussischen Fliegergeschwader, also Teile ber aktiven roten Armee, ihre Befehle nicht aus Valencia, ja nicht einmal von ben dort kommandierenden sow­jetrussischen Stabsoffizieren, sondern direkt von der Moskauer Zentrale erhalten. Damit ist ein weiterer Beweis dafür geliefert, daß es sich in Spanien eben nicht um einenBürgerkrieg", sondern um einen regulären Eroberungskrieg Sow- jetrußlands handelt. Die Welt weiß also nun, woran sie bei den Sowjetrussen ist, sie hat die Methoden bes Kreml tennengelernt, beten er sich bedient, um bie Kriegsfackel zum Auflodern zu bringen. Bisher hat bie Menschheit ben Bolsche­wisten ben Gefallen nicht getan, in bie von Mos­kau gelegten Fallen hineinzutappen, sie wirb es nun erst recht nicht tun. Sie i st gewarnt. Was jetzt noch zu tun übrig bleibt, ist Sache der europäischen Regierungen, die in ihrer Gesamt­heit berufen sind, über den Frieden zu wachen. Diese Berufung verpflichtet sie aber, aus ihrem Kreis diejenigen auszuschließen, die immer gefähr­licher werdende Verschwärungen gegen ben Frie- ben anzetteln. D.

Wie sieht es in der Wirtschaft aus.

Die Erforschung bes deutschen Raumes unb feine bestmögliche Ausnutzung in wirtschaftlicher und bevölkerungspolitischer Richtung wirb von ber Reichsste11e für Raumorbnung erstrebt unb vorbereitet. Man hat bisher immer an bie bicht befiebelten inbustriellen Gebiete gedacht, wenn von solchen Aufgaben bie Rebe war, an Mittel und Wege, wie sie beispielsweise ber Ruhrsieblungsver- banb seit Jahren erfolgreich beschritten hat, wenn er für Fabriken, Straßen, Kanäle, Grünflächen und Wohngebiete eine zweckmäßige Raumoerteilung ein­leitete. Die Tagung ber Reichsstelle für Raum­ordnung, bie jetzt in Marienburg stattfand, hat das Problem O st preußen behandelt und da­mit den Beweis erbracht, daß auch in ben agra­rischen Bezirken Raumorbnung notwendig sein kann. Die Beratungen in Marienburg haben sich naturgmäß den Fragen der O st s i e b l u n g zu­wenden müssen und alle damit zusammenhängenden Fragen berührt: so bie Lanbflucht, die Wohnungs­verhältnisse auf bem flachen Lande, die Verkehrs­ferne des Ostens ufw. Es ist interessant, daß man dabei zu Gesichtspunkten gelangt ist, bie sich burch aroße Selbständigkeit von ben bisher anzutreffenden Ansichten auszeichnen. Man kam so zu ber Erkennt­nis, baß für eine Provinz wie Ostpreußen bas oft empfohlene Beispiel Württembergs nur ganz be­dingt anzuwenden ist, daß auch mit ber einfachen Parole ber Aufteilung bes Großgrundbesitzes bas Problem des Ostens noch keine enbgültige Lösung gefunden hätte. Die Möglichkeiten dieser Art sind nun einmal von Natur aus begrenzt. Die Vorträge in Marienburg legten den größeren Wert auf bie Durchsetzung bes flachen ßanbes mit industriellen Kleinbetrieben, um ben Nachwuchs im Lanbe und auf bem Lande zu er­halten und ber bäuerlichen Erzeugung einen nahe gelegenen Absatz zu geben. Dabei wirb es sich um solche Gewerbe handeln, die ihren Rohstoff in der Provinz selber finben.

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Auf ben Rohstoffmärkten ist es zu starken Rückstänben gekommen, so baß im allgemeinen bie Preise jetzt roieber ben Stand von Ende Februar erreicht haben. Obwohl der Verbrauch steigt, ergaben sich erhebliche Preisnachlässe, die auf die allgemeine Lage wie auf bie Möglichkeit einer Golbpreisänbe- rung usw. zurückzuführen sinb. Vor allem bie Me- t a 11 m ä r f t e würben in Mitleibenschaft gezogen. Der Kupfer preis für bie ßonboner Stanbarb- notig hatte sich schon in ber letzten Berichtswoche auf runb 62 Pfunb ermäßigt, er sank abermals auf 59,87, unb wenn auch ber Preis für ben inneren Markt in ben USA. gleichblieb, so zeigt biefe Ab­wärtsbewegung boch, baß anscheinenb bie Kupfer­ankäufe ber letzten Zeit übermäßig unb rein spekula­tiv waren. Ebenso gab Zinn nach, obgleich bie offiziellen Zinnstatistiken nicht für eine Preisänbe- rung sprechen. Zink unb Blei waren reichlich an- geboten unb gingen im Preise zurück. Gummi sank von 412,3 Punkten auf 397,6, Eisen unb Kohle blieben unoeränbert, ebenso Erböl unb Oelpro- butte, währenb bie Textilien einen Punkt einbüßten unb bie Getreibemärkte sehr schwach waren, ba bie europäischen Zuschußlänber weniger kauften unb bie neuen Ernteberichte günstig sinb. Nur Kaffee hielt sich, Zucker neigte leicht nach unten, währenb Kakao erheblicher nachgab. Die Hausse auf ben Rohstoffmärkten scheint vorläufig ihr Enbe erreicht zu haben.

Der englische Premierminister Chamberlain hat als erste politische Tat ben Wehrbeitrag aufge­hoben, ben er unter bem Kabinett Balbwin als Schatzkanzler einführen wollte. Neville Chamber­lain konnte sich nicht verbeißen zu sagen, die eng­lischen Fabrikanten hätten eine gerabegu hysterische Aktion gegen ben Wehrbeittag eingeleitet, ber nut 12 Millionen Pfunb bei einem Reingewinn von schätzungsweise 500 bis 600 Millionen Pfunb er­bracht hätte. Aber gegen ben Wehrbeitrag selbst haben sich bie Fabrikanten nicht geroanbt, fonbem bagegen, baß nur einer Gruppe allein bie

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Nach ber Ankunft bes PanzerschiffesDeutschlanb" in Gibraltar würben bie bei bem feigen roten Bombenangriff ums Leben gekommenen 23 Matrosen auf bem bärtigen Friebhose beiaefetü Inzwischen hat ber Führer angeorbnet, baß bie Gefallenen heimgeholt unb in beutscher Erbe bestattet werben. Diese ersten Bilbtelegramme zeigen links ben englischen fflfiUDerneur General Sir Charles 5) ar in g ton mit seinem Stabe bei ber letzten Ehrung für bie gefallenen beutschen Matrosen. Rechts: Englische Matrosen bei ber Uebersührung ber Särge zur Trauerfeier. (Scherl-Bilberbienst-M.)