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»st bei den zwölf Toren, die sie nach der Pause den Hessen ins Netz schickten, zu berücksichtigen, daß der in den ersten 45 Minuten ganz famose Tor­hüter Boeckel wegen einer Verletzung zum Schluß seine großes Können nicht mehr zur Geltung brin­gen konnte. An dem Torsegen waren bei der Nord­mark-Elf beteiligt Theilig (5), Elze (4), Rave (4), Weßling (3) und Schauer (2). Auf der Gegenseite waren der Mittelstürmer Pilgermann und der Halb­linke Lüttge mit je 4, der Rechtsaußen Nauber mit 3 und Mittelläufer Wiese mit einem Tor erfolgreich.

Großer Sieg Mehes in Antwerpen.

Der deutsche Steyermeister Erich Metze wartete am Samstag in Antwerpen mit einer hervorra­genden Leistung auf. Nach prächtigem Kampf ge­wann er unter dem Beifall von 12 000 Zuschauern das Stundenrennen hinter Motoren mit der guten Leistung von 66,902 Kilometer. Mit 290 Meter Rückstand wurde Lacquehay Zweiter vor Paillard (292 Meter). Ronsse (470 Meter) und Geers (1300 Meter).

lleberraschungs-Sieg im Mammer-pokal.

DfB. Leipzig siegte verdient 2:1. - 60 000 Zuschauer im Olympia-Stadion.

Das am Sonntagnachmittag im Berliner Olympia- Stadion vor rund 60 000 Zuschauern ausgetragene Endspiel um den Tschammer-Pokal endete mit einer Riesenüberraschung. Die favorisiertenKnappen" konnten sich mit ihrem übertriebenen Kreiselspiel gegen die durchschlagskräftigeren Leipziger nicht durchsetzen und wurden 2:1 (2:1) geschlagen. Wohl gab hier und da jemand zu dem Pokalspiel den GeheimtipVfB." ab, aber es waren doch nur we­nige unter den Millionen-Anhängern des deutschen Fußballsports, die nach der glänzenden Vorstellung der Schalter gegen Fortuna Düsseldorf an einen Sieg der Leipziger dachten. Daß der Altmeister dennoch triumphierte, ist der beste Beweis dafür, daß im Pokalspiel wirklichalles drin" ist, daß eine Elf mit Kampfeswillen und Durchschlagskraft sich auch gegen technisch und taktisch überlegene (Begner durchsetzen kann.

Beide Mannschaften stellten sich in der vorge­sehenen Aufstellung (Schalke mit Sontow als Rechtsaußen) dem Berliner Schiedsrichter Zacher. Schalke gewann das Los und entschloß sich, mit dem steifen Wind im Rücken zu spielen und dem Gegner den Anstoß zu überlassen. Schon bald nach Beginn zeigte es sich, daß sich die Leipziger nicht an den großen Namen des Gegners kehrten, son­dern unbekümmert stürmten und den Ball vor das Tor der Schalter trugen. DieKnappen" glänzten wieder mit ihrem gewohnten Kreiselspiel, ließen

aber die im Fortuna-Spiel gezeigte Durchschlags­kraft vor dem gegnerischen Tor vermissen. Sv konnte es nicht ausbleiben, daß der VfB. immer sicherer und ein Vorstoß gefährlicher als der andere wurde. Nach der zweiten Ecke vor dem Schalter Tor beging Mellage einen Fehler. Anstatt den Ball zu fangen, faustete er ihn weg, Leipzigs Mittel­stürmer May war sofort zur Stelle und schoß unhaltbar in die äußerste rechte Ecke. In der 25. Minute gab Sontow ein Flanke hoch aufs Sachsen­tor. Wöllner sprang und schlug den Ball unglück­licherweise ins eigene Netz. Aber die Leipziger hatten Glück. Sekunden zuvor hatte Zacher abge­pfiffen, da Kuzorra abseits stand. Neun Minuten später fiel das zweite Tor für Leipzig. Reichmann gab an der Strafraumgrenze an G a b r i e l ab, der überlegt und ruhig einsandte. Endlich kamen die Königsblauen" zum Gegentor durch einen wunder­baren Schuß Kalwitzkis. In der zweiten Spiel- Hälfte strengten sich dieKnappen" mächtig an, aber ihre Angriffe waren immer noch zu ver­schnörkelt, um zu Erfolgen zu führen. Zudem war die Leipziger Abwehr gut auf dem Pasten, so daß es ihnen gelang, das Halbzeit-Ergebnis bis zum Schlußpfiff zu halten.

Abschließend ist festzustellen, daß der Altmeister verdient gewonnen hat. Die größere Einsatzbereit­schaft und der stärkere Siegeswille setzten sich gegen technisch überlegenes Können durch.

Fußball der heimischen Mnnschasten.

Die Ergebnisse der Aezirksklasie.

Dillenburg Naunheim 2:4.

1900 Lollar 2:0.

Bissenberg VfB.-R. 5:1.

Burg Frohnhausen 1:0.

Wetzlar Sinn 1:0.

In Dillenburg siegten die Naunheimer verdient. In Gießen konnten die 1900 sich erfolgreich über Lollar behaupten. Zn Bissenberg war das Resul­tat dem Spielverlauf entsprechend zu hoch. Obwohl die Frohnhäuser mehr vom Spiel hatten, wurden sie mit dem knappsten der Resultate ge­schlagen. In Wetzlar wurde sehr hart gespielt.

1900-Lollar 2 0.

Zum ersten Spiel der Rückrunde zwischen der Spog. 1900 und dem Sportverein Lollar hatte sich gestern auf dem Trieb eine zahlreiche Zuschauer­menge eingefunden, die Zeuge sein wollte, ob es den Blau-Weißen möglich sein wird, dem seit­herigen Verlauf der Kampfe nunmehr eine Wen­dung zu geben. Hinzu kam die große Frage, können Sack und Löbsack spielen oder nicht? Da letzteres der Fall war, wagten die Blau-Weißen ein Experi­ment (Zeiler. führte den Sturm), das, wenn es

auch nicht ganz glückte, doch zu dem erwarteten Sieg beitrug.

Der Beginn des Spieles brachte für die Blau- Weihen eine große Zeit. Die Gäste wurden in der ersten Viertelstunde ganz in ihre Hälfte zurückge­drängt. Zahlreiche Angriffe rollten auf das Lollarer Tor, die nur im letzten Moment vereitelt werden konnten. Als jedoch Heuser erneut mit einer Vor­lage von Heilmann aufs Tor steuerte, schien der erste Erfolg fällig. Der Schlußmann der Gäste konnte aber noch zur Ecke fausten. Erneuter An­griff der Blau-Weihen! Zeiler verlängert mit dem Kopf zu Heilmann, der dadurch in äußerst günstige Schußstellung kommt. Jetzt muß es glücken! Doch nein, auch dieser Schuß ging knapp neben den Pfosten! Dieses Pech zehrte stark an der Zuversicht der Platzbesitzer. Die Angriffe waren nicht mehr so stark. Lollar hatte sich etwas Boden zurück­erobert. Zn der 30. Minute gelang den Blau-Weißen die Führung. Heilmann schoß überraschend hoch aufs Tor, und ehe sich der Lollarer Torwächter versah, hatte sich das Leder hinter ihm ins Netz ge­senkt. Die Gäste versuchten gleich eine Aenderung herbeizuführen, denn bis zur Pause wurden ihre Angriffe zahlreicher.

Nach der Pause sah man dasselbe Bild. Lollar hatte streckenweise mehr vom Spiel. Im Strafraum

der Platzbesitzer entstanden verschiedene gefährliche Situationen, die bei dem heimischen Anhang man­ches Bangen hervorriefen. Allmählich konnte sich 1900 von diesem Druck wieder befreien. Ranft, der mit Schellhaas seinen Platz getauscht hatte, brachte nun wieder etwas Leben in die Fünferreihe. Das Bild änderte sich etwas. 1900 hatte jetzt mehr Vor­teile, und als Zeiler in der 82. Minute auf 2:0 er­höhen konnte, war der Bann gebrochen. Lollar gab sich aber noch nicht geschlagen. Immer und immer wieder wurde der Sturm vorgeschickt, um vielleicht noch eine Änderung herbeizuführen. Doch es glückte nicht, und so blieb 1900 Sieger in einem Spiel, das für den weiteren Weg von ausschlaggebender Bedeutung sein kann.

Bei den Gästen vermißte man diesmal den großen Schwung. In der Abwehr war Gabriel der überragende Mann. Die Läuferreihe kam durch den Druck der Blau-Weißen nicht recht zur Auf­bauarbeit. Der Sturm, seither der beste Mann­schaftsteil, hat viel an Durchschlagskraft eingebüßt. 1900 zeigte nicht ganz die Leistung wie gegen Hanau. Rahn im Tor wurde nicht allzusehr be­schäftigt. Bei Hers, der für Zeiler verteidigte, fehlt noch etwas Uebersicht. Lippert war wie gewohnt zuverlässig, sicher und von größter Entschlußkraft. In der Läuferreihe waren Lehrmund und Erhard nützliche Kräfte, während Mank diesmal nicht so recht ins Spiel kam. Schiedsrichter Volkmar (Wetz­lar) hatte das Spiel jederzeit in der Hand.

1900 II Lollar II 0:8.

Die Reserve der Blau-Weißen erfuhr eine heftige Ueberraschung. Mit Reden ist allerdings auch kein Spiel zu gewinnen, sondern es bedarf restlosen Einsatzes, wie das bei den Lollarer Spielern zu sehen war.

VfB.-Aeicksbahn Gießen.

Hohe Niederlage in Vissenberg.

Die stillen Hoffnungen, die man im Gießener Lager für einen günstigen Spielausgang gehegt hatte, wurden zunichte gemacht. Die Hohe des Resul­tates wurde in keiner Weise dem Spielverlauf ge­recht. Es kann dabei nicht verkannt werden, daß die Bissenberger verdient gewonnen haben, denn ihr Sturm besaß die größere Durchschlagskraft. Zeitweise waren die VfBer stark überlegen, eine Tatsache, die in dem Eckenverhältnis von 10:3 ihren Ausdruck findet. Dem unparteiischen Kalesch, Wetz­lar, stellten sich die Gießener mit: Meißner; Schwarz, Leutheuser I.; Knauß, Heß, Hoffmann; Fenster, Fehling, Stephan, Ruphard, Szponik. Meißner im Tor hielt was zu halten war. Die Verteidigung hatte mit ihrem Eingreifen nicht im­mer Glück. Die Läuferreihe war gut, jedoch manch­mal zu sehr überlastet. Im Sturm fehlte der Zu­sammenhang.

Der Bissenberger Rechtsaußen wurde von seinem Mittelläufer sofort gut bedient und verriet bei sei­nem ersten Flankenlauf seine Gefährlichkeit. Das Spiel war sehr schnell. Eben hatte Meißner eine Flanke abgefangen und schon waren die Gießener im Strafraum der Bifsenberger. Als Fenster den Ball über die Verteidigung zu Ruphart gab, ver­paßte dieser dadurch, daß er den Ball ein Meter vor dem Tor darüber hob, eine große Torgelegen­heit. Das Spiel ging auf und ab und beide Ver­teidigungen mußten dauernd eingreifen. lieber raschend bekam der freistehende Rechtsaußen den Ball, seine Flanke legte der Halblinke durch die Ver­teidigung wieder zu ihm und er schoß in die rechte Ecke. Vissenberg führte 1:0. Als Fenster den Ball aufs Tor schoß, glaubte man an den Ausgleich. Der Tormann hielt aber. Schon im Gegenangriff fiel das zweite Tor für Biffenberg. Nachdem der Bif­senberger Tormann einen Schuß von Stephan ge­meistert hatte, mußte er sich jedoch eine Minute

später durch einen Schuß geschlagen bekennen. Bis zur zweiten Halbzeit fiel durch den Halbrechten noch ein weiteres Tor.

Nach Wiederbeginn hatten die Gießener Hoff­mann in den Sturm genommen und drängten stark. Außer sieben Ecken und einem von der Torlatte ab» springenden Ball erreichten die Gießener jedoch nichts. Als sogar kurze Zeit später, nachdem schon der Tormann geschlagen war, der Verteidiger zweimal auf der Torlinie rettete, stand das Glück sichtlich auf der Seite der Platzbesitzer. Mit dem vierten Tor und nach einem verfehlten Torabschlag aus dem ein weiteres Tor entstand, waren die Gäste endgültig geschlagen.

Bissenberg II VfB.-R. II 3:2.

Hanaus Eiern im Sinken.

Germania Fulda besiegt den Meister 1:0 (0:0).

Der Fußballgau Hessen muß wieder von einer Niederlage seiner Meistermannschaft Hanau 93 be­richten. Am ersten Sonntag des neuen Jahres schlugen die stark nach oben strebenden Fuldaer Ger­manen den Meister mit 1:0 (0:0) und warfen ihn damit weit zurück. Empfindlich hat dieser Schlag die Hanauer getroffen; es ist jetzt recht zweifelhaft, ob sie sich noch einmal mit der Meisterschaftswürde schmücken können. Der Spitzenreiter SD. Kassel da­gegen behauptete sich durch einen 2:2 (0:0)-Unent- schieden beim VfB. Friedberg weiterhin ungeschla­gen an der Spitze. Kewa Wachenbuchen ergatterte zwei wichtige Punkte, indem es den SC. 03 Kas­sel mit 2:1 (2:1) schlug.

Der Stand der Spiele im Gau Hessen.

Spiele

Tore

Punkte

Spv. Kassel

11

24:13

18:4

Germania Fulda

11

20:14

15:7

Hessen Hersfeld

10

24:9

14:6

1. FC. Hanau 1893

11

29:14

14:8

Kewa Wachenbuchen

11

20:18

12:10

VfB. Friedberg

11

25:22

11:11

SC. 03 Kassel

11

24:16

8:14

Borussia Fulda

11

11:23

8:14

Kurhessen Marburg

11

15:39

5:17

Spvg. Niederzwehren

10

13:37

3:17

*

Gau Südwest: Union Niederrod FSV. Frankfurt 1:1; FV. Saarbrücken Kickers Offen­bach 2:1; Borussia Neunkirchen FK. Pirmasens 2:0.

Kurze Sportnotizen.

Die Auto-Union wird sich mit ihren Fah­rern Bernd Rosemeyer und E. v. Delius noch an zwei weiteren Rennen in Südafrika beteiligen, und zwar am Grosvenor-Preis (16. Januar) und Gro­ßen Preis von Johannesburg (30. Januar).

*

Eine neue skandinavische Bestlei » ft u n g stellte die kleine Ragnhild Hveger bei einem großen Schwimmfest in der norwegischen Haupt­stadt Oslo über 200 Meter Kraul in 2:51,6 Minu­ten auf.

12 0 00 Zuschauer wohnten dem Fußball- Städtespiel Danzig Berlin bei, was für die alte Hansestadt des Ostens einen neuen Zuschauerrekord bedeutet. Die Berliner blieben mit 3:1 (0:0) siegreich.

Einen Repräsentativkampf trugen die Gaue Nordmark und Niedersachsen in Hamburg vor 15 000 Zuschauern aus. Die Mannschaft der Nordmark befand sich in bester Form und gab den Gästen mit 4:0 (0:0) das Nachsehen.

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