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Ur. 152 Zweites ölati

Sietzener Anzeiger iSenerai-Anzeiger für Overheffen-

5amstag,Z.)uli 1957

Wagen

schen für die Störche aber etwas Ehrfurchtgebieten- läge ll^ in gläubigem Wahn geschenkt des, und die Mutter freut fid), daß ich chr Geschenk g g ' Q5 wir Menschen mit ihrem

angenommen habe und daß ihr Kmd nun in guter und schaute nun ^pf«, begännen.

j)ut sein wird. . ' fßnnte e;n Buch der Torheit über sie schrei-

Jmmerhin beschaue ich verblüfft das .schulende gibt weder Not noch Krankheit, die sie

Ding in meiner Hand.Nimm es doch wieder wa . Archen verschenken ließe Nahrung ist im soll ich damit anfangen rate ich nachoben Ich ecy unbge|unb ist dieser Balg, wir wis-

hebe die Hand und habe Scheu vor diesem häßlichen Ueverjiuv oa, unu u i

hebe die Hand und habe Scheu vor

den großen Dunghaufen

Also ich mit langen Schritten hinzugewatet und meine, das arme Ding sei mausetot. Fällt ihm aber gar nicht ein. Da kiegt's zwar nackt und elend und hat gerade einen allerersten dünnen grauen Stachel­flaum am Leib. Aber wie ich's aufhebe und zur Störchin hinaufschelte, denn wir Menschen wollen solch Kindesopfer nicht, da regt sich's schon und sollt mans glauben es öffnet die ledernen Lider, hebt den dicken schwarzen Schnabelstumpf, der fast so groß ist wie der Kopf selbst, und schreit, lärmt und beklagt sich fürchterlich. Danach kaum hat es mir sein Herz ausgeschüttet und sich in der warmen Hand recht eingekuschelt wirft es aus aller Kraft den Kopf zurück und klappert mit dem winzigen Schnabel:Wer du auch bist, altes Un­getüm, gib mir au fressen", heißt das

Da stehe ich nun ratlos. Die Storchenmutter oben auf dem Nest sieht ohne Unruhe, in feierlicher Un­beweglichkeit zu, was ich mit demDank" beginne. Mitleid habe ich bei allem Zorn. Vielleicht ist's ihr sehr schwer geworden, mir ihr Jahresgeschenk zu senden; sie hat ja nichts Größeres zu geben als das eigene Kind. Wahrscheinlich haben wir Men­schen für die Störche aber etwas Ehrfurchtgebieten'

biologien" herum. Wir werden feine Ohren haben, um ihren Schritt zu hören. Sie soll schreiben, was sie will, aber als nationalsozialistisch werden wir sie nicht anerkennen können.

Wenn wir dies aber auch betonen, so sind wir fern von jeder Kleinlichkeit in der Beurteilung der Geister und Forscher der Vergangenheit. Wir wissen sehr wohl, daß sich in dem Kampf der letzten 150 Jahre eine große Anzahl von Forschern und Den- lezeigt hat, die wir ganz unbedenklich mit

kern gezeigt hat, die wir ganz unveoenrncy mir einreihen werden in die Reihe großer Europäer überhaupt oder großer Deutscher im besonderen. Mit neuem sicherem Instinkt werden wir das Zeit­bedingte betrachten, das Große und Starke aber gern als fruchtbringend für ein neues Forschen.in unser Leben einfügen.

Die zentrale Aufgabe ist eine neue Schau der Welt in Idee und Leben. Dies auch für den Kampf in der Wifsenschaft zu tun, ist unser Schicksal. Wir können ihm nicht entrinnen und wir wollen es auch nicht! Wir bekennen uns kämpfend zum großen Gesetz unserer Zeit, nur so können wir auch seiner würdig sein.

O d e r b e t t e s. Wer die Oder bei Ratibor im Ium sieht, verliert fast jede Hochachtung vor diesem auf seinem Mittel- und Unterlauf so betriebsamen Fluß. Hier ist er ein träger Fluß, für die Schiffahrt nicht geeignet. Und doch richtet im Frühjahr und Herbst sein Hochwasser erhebliche Schäden an. Jetzt erhält die Oder ein neues Bett östlich von Ratibor, und der alte Flußlauf wird durch Deiche gesichert. Ein großzügiges Projekt von erheblicher Auswir­kung. Abgesehen davon, daß nach Fertigstellung des neuen Laufes jede Hochwaffergefahrbe- eitigt ist, bedeutet die Odermmegung Durchs führung des ersten Teilftückes des geplanten Oder- Donau-Kanals; ist also ein Stück großzügiger Der- kehrspolitik des neuen Reiches. Seit dem ersten Spatenstich im Jahre 1934 gibt sie mehr als tau­fend Volksgenossen Arbeit; für Ratibor und den üdlichen Zipfel Oberschlesiens hat das Werk fo­rmt erhebliche Bedeutung im Rahmen der Arberts-

straße.

Vor Ratibor muß der Wagen stoppen. Erdarbei­ten großen Umfanges werden hier ausgefuhrt. Ueberall Schienen und Loren, überall Baustellen. Ein Werk von höchster wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung ist im Entstehen: Die auf einer Strecke von acht Kilometer vorgesehene Umlegung des sen uns kaum zu bergen vor seinem ungeduldigen Lebenszorn. Nein, es ist schon so: ihrDank wird es sein. Das sagen auch die Leute aus dem Dors, die mit sehr ernsten Gesichtern hin^ukornrnen. Alle werfen dabei einen Blick zur Störchin auf, die be­wegungslos über uns steht; sie hat den Hals zuruck­gebogen, läßt den Schnabel auf der Brust ruhen und sieht uns, so scheint es, schmerzlich und ge­dankenvoll zu.

Die Neugierigen sind unterdessen jeher mit einem Rat bereit, und ich höre allen freundlich zu. Wies auch wird, wir haben einen Hausgenossen mehr. Und die Bäuerin hat die Plage mit dem Storchen- kind, während es doch eigentlich umgekehrt sein sollte und die Störchin die Plage haben mußte mit einem kleinen Menschen, der uns fehlt.

Vielleicht indes stellt sie uns auf die Probe? Wir wollen uns fleißig mühen, das Kind gut zu halten, das sie uns, pardauz, übers Dach warf genau uns zuwarf, vor die Füße warf. Als Dank für drei Jahre der Gastlichkeit.

Ernst stehen die Nachbarn um uns und besehen sich das Tierchen. Keiner von allen zweifelt an dem Gesetz zwischen Mensch und Tier. EmDank ist uns geworden.

Der Seemann mit demVorgefühl".

denke ich. , , , x.

Aber jetzt wird meine Hausfrau lebendig. Sie weiß kleine Schnecken und Würmer in der feuchten Gartenerde, befiehlt mich zur Hilfe, obwohl ich doch gerüttelt viel Arbeit habe und versucht dem Stor- chenkindlein aufzuhelfen. Ob s gelingt? Mau sollte es nicht glauben, aber dieser winzige Masterkops, dieser kleine Dickbauch, mit Beinen, die krumm sind als hätte er eben die Englische Krankheit ge­habt, erhebt sich, schreit, pickt 6^-6 ^und hat im Nu alles verschlungen, was man ihm vorgesetzt hat. Kaum ist's ihm anzumerken, nur der Kropf ist zu einem Wulst geworden, m dem es ftd) noch zu ringeln scheint'Er muß auch trinken rat jetzt der erste Beschauer aus dem Dorf, der sich emste"' läuft weg und kommt mit einer Schale Wasser und einem Löffel wieder. Immer, wenn der Knirps den Schnabel aufsperrt, bekommt er einige Tropfen. Und das kleine Scheusal läßt sich umsorgen und verlangt unaufhörlich und herrisch ©peife und Xranf es wirft den Kopf in den Nacken klap­pert wie ein alter Storch, wenn man s einen Augen­blick vergißt, und spritzt vor Gier und Frechheit. Und die Mutter sitzt noch immer oben ?"f dem Nest- rand- es sieht aus, als habe sie, wie die Volks- aae es wissen will, alle Rechte auf dies Kmd au - ' 9 , . .. nfnithirtPm Wvbn veickienkt

Ein englischer Seemann, E. Gough, der in der ganzen Welt herumgekommen ist, trat mehr­mals aus ihm selber unerklärlichen Gründen von einer schon fest angenommenen Heuer Zurück und blieb dadurch nicht weniger als neunmal vor Kata­strophen bewahrt. Er erzählt selbst seine Geschichte inPearsons Weekly.Ich war einst so erzählt er im Empire-Hotel in Sydney in Australien an- gestellt und hatte große Sehnsucht nach Hause zu­rückzukommen. Der Manager des Hotels, Mr. Bowden, feine Frau und andere Mitglieder seiner Familie reisten als Passagiere auf der Maratah nach England. Sie erwirkten für mich eine Stellung als überzähliger Steward für die Heimfahrt, und ich war" sehr begeistert darüber. Plötzlich aber konnte ich mich irgendwie von Sydney nicht tren­nen, von seinem sonnigen Wetter, seinem schonen Strand, seinem Sonntagssport und feiner Gast­freundschaft. Der Manager und seine Frau boten mir besondere Vergünstigungen an, aber umsonst. Ich kam an den Kai, um ihnen Lebewohl zu sagen, aber ich ließ es mir nicht einfallen, daß ich sie nie wiedersehen würde. Das Schiff ging an der süd­afrikanischen Küste mit Mann und Maus unter. Das Geheimnis dieser Katastrophe ist niemals ge- ^B^d^darauf wurde mir in Neuseeland eine

beschaffung. . _ ..

Man darf nicht vergessen, daß hier das Dritte Reich ein sehr schweres Erbe angetreten hat. Ratt- bor galt in der Systemzeit als verloren! Em Werk nach dem anderen verließ nach der wahnwitzigen Teilung das Stadtgebiet. Oberflächlich gesehen, war das kein Wunder, denn der einstige Mittelpunkt eines weiten und reichen Gebietes wurde durch die neuen Grenzen von seinen Kraftquellen abgeschnit­ten dem landwirtschaftlich reichen Hultschiner Länd­chen und den industriell wichtigen Gebieten von Rybnik und Mähren. Aus dem Mittelpunkt wurde äußerste Peripherie; im Gegensatz zum Beuthener Zipfel fehlen hier die Erdschätze.

Und doch muß man diese Flucht aus Ratibor als Verrat kennzeichnen, denn sie überließ die treu­deutsche und fleißige Bevölkerung einem traurigen Schicksal, das darin am besten zum Ausdruck kommt, daß Ratibor immer unter den Städten mit der höchsten A r b e i t s l o s e n z i f f e r zu finden war. Hier hatte sich eine Massen- und Dauerar­beitslosigkeit gefährlichen Ausmaßes festgesetzt. Selbst das Land wurde davon betroffen, denn der im Kreise Ratibor vornehmlich betriebene und bis zur Teilung durchaus lukrative Gemüsebau sah sich seiner Absatzquellen in Ostoberschlesien beraubt. Daß dieser Stadt eine besondere Förderung zuteil wer­den mußte, versteht sich, und so ist unter der natio­nalsozialistischen Regierung die Flucht der Industrie abgestoppt worden, der Ausbau des Straßennetzes, die Oderumlegung und viele andere Pläne, die heute zum größten Teil bereits verwirklicht sind, haben den Puls wieder zum Schlagen gebracht. In Ratibor rauchen wieder Schornsteine, wo vor der Macht­übernahme in den Werken zehn und hundert Men­schen Brot fanden, sind heute wieder hundert und tausend beschäftigt.

Wie falsch ist das Bild, das man sich allgemein vom oberschlesisihen Menschen macht! Man gfoubt, daß er sich gottgefällig in sein Schicksal ergebe. Wir besuchten die Werksgemeinschaft der Zigarrenfabn- ken Reiners. In allen Sälen des großen Betriebes war ein fröhliches Singen aus vielen hundert Frauenkehlen. An den langen Tischen wurde fleißig geschafft; 700 000 Zigarren verlassen in jeder Woche die Fabriken. Dieser große Betrieb wurde 1931 von dem in Konkurs gegangenen Besitzer geschlossen, fast 1000 Menschen wurden brotlos. Vier Jahre blieb dieser Zustand, dann schlossen sich 200 Men­schen Arbeiter und Angestellte der ehemaligen Firma zusammen und gründeten eine Werks- geme in schäft. Ganz Ratibor arm und reidj zeichnete dieser Gemeinschaft, und im Jahre 1935 konnte der Betrieb mit fünf Mann wieder aus­genommen werden. Heute arbeiten in dieser Werks­und Gefahrengemeinschaft etwa 550 Volksgenossen, Besitzer des Betriebes ist die Gemeinschaft, und

kleinen Greifengesicht des Storchenkükens. Aber die Mutter besteht darauf, daß ich es behalte; sie rührt sich nicht und starrt mich an. Ich bette das kleine Ding also auf den Schilfrand des Daches und winke ihr wieder, ziehe mich zurück und rate noch­mal, sie möge sickss wieder holen. Wie gern will ich auf den Dank verzichten. Aber es ist wohl Pflicht, daß ich's annehme. Ich weiß auch genau: Döqel, die von Menschenhänden angefaßt wurden, werden von der Mutter nicht heimgeholt. Und wenn ich's lange liegen lasse, holt's die Katze.

Nein ich hab jetzt alle Sorgen um den kleinen Findling auf dem Hals. Heilfroh bin ich, daß meine Hausfrau kommt und sich unter vielen erstaunten Worten über das Findelkind Bericht geben laßt. Ich lege ihr also erleichtert das Storchenkuchlem tn die Hand und möchte wieder an andere Arbeit □eben.

Unbeweglich starrt noch immer Störchin vom Nestrand zu mir nieder. Nicht ein Bem hebt sie, wie fie's sonst in der Muße hebt kein Klappern grüßt uns. Wie mag es in ihrem Herzen aussehen,

Freiheit der wissenschaftlichen Forschung!

Von Veichsleiter Alfred Bosenberg

Die heutige Wissenschaft ist fast ausschließlich in Europa entstanden. Das Gebiet zwischen Stock­holm und Florenz bezeichnet ungefähr jenes Stück Land, von wo aus fast sämtliche gestaltenden Ge­danken und Kämpfe für eine wirkliche Natur- e r f o r f d) u n g ausgegangen sind. Einst wollte man die Rassenkunde nicht als neue Wissenschaft zulassen. Dieselben Kreise wollten uns unsere wissen­schaftliche Gewissensfreiheit nehmen, deren politische Herrschaft durch andere Lehren vorbereitet wurde. Die besten Menschen Europas haben sich für diese unsere Wissenfchaft geopfert, und wir als National­sozialisten fühlen uns als Nachfolger jener, die dem Forschungswillen die Bahn gebrochen haben.

Der Dank.

Von Hans Friedrich Blunck

Es heißt bei uns im Dorf, daß die Störche die Bauern, bei denen sie zu Gast sind, in jedem Jahr beschenken, und zwar immer im ersten mit einer Hand voll Federn, im zweiten mit Einern Ei, im dritten gar mit einem ihrer Kinder. DenDank nennt man die Gaben kurzerhand und erwartet sie als selbstverständlich.

Ich habe erst seit zwei Jahren em nistendes Storchenpaar auf meinem Dach und habe noch nicht viel Erfahrung. Allerdings ein Ei hatten sie mir im letzten Jahr zugebracht auf die Federn da­vor hatte ich wohl nicht achtgegeben. Gestern ist es mir wirklich und wahrhaftig geschehen: Als ich unterm Dach stand und wieder einmal beträchtlich zum Storchennest hinaufblickte, auf einmal hob Die Mutter sich auf was glaubt ihr, hebt eins der zappelnden Jungen im Schnabel hoch und über bau Rand des Nestes. Wie ein grauer Ball rollt es das Rotdach hinab und plumpst, pardauz, auf

III*.

Ratibor, im Juni.

Schnell durcheilt auf guten Straßen der Wagen oberfchlefifches Land. Hindenburg, wie Beu­chen Mittelpunkt einer wichtigen Industrie, aber ahne die Tradition der Nachbarstadt und aus eini­gen Gemeinden durch Zusammenschluß entstanden, ist mit Energie an der Arbeit, ein einheitliches Stadtbild zu schaffen. Gleiwitz zeigt sich als alte und anziehende Stadt, die mit ihren schonen Straßen und den prächtigen Bauten in Mittel­deutschland liegen könnte. Hier entwickelte sich der

* Val. die Berichte in Nr. 140 und 146 des Gie­ßener Anzeigers.

Die Weltanschauung des 18. Jahrhunderts zer­gliederte; wir streben nach einer neuen Bin­dung, nach einer neuen echten Gliederung des Lebens. Diese Philosophie wird nicht von meta­physischen Spekulationen, sondern von einer ger­manischen Wertlehre ihren Ausgang neh­men. Eine solche nationalsozialistische Philosophie wird einst die Königin der Fakultäten fein.

Wir sind der Ueberzeugung, daß die Namen der Forscher und Denker der Vergangenheit genau so durch alle Zeiten klingen wie die Namen der Feld­herren und Staatsmänner und Künstler. Manchmal hat eine Forschung scheinbar abseits vom Leden gewirkt, um dann oft ganz unmittelbar wieder zum Leben zurückzukehren. Eine scheinbar nur wissen­schaftliche Erforschung der Vererbungsgesetze ist heute revolutionäre Tatsache für Deutschland, ja für die ganze Welt geworden. Deshalb ist es eine Pflicht der Professoren, Lehrer und Studenten, d i e Würde echter Forschung zu verteidigen, den Stolz zu haben, ihr ein Leben ebenso zu weihen, wie ein Staatsmann der Sicherheit seines Volkes. Einst saß die Welt zu Füßen von Humboldt, Ranke und Haeckel. Hunderte neuer Probleme ziehen heute durch die Welt und erfordern Arbeit und ttöfung. Diese Vielheit müßte unsere Studenten geradezu reizen, sich mit aller Leidenschaft zu betätigen.

So gibt es viele Fragen, die einer eingehenden Bearbeitung bedürfen: Das Wesen deutscher Natur­erforschung, Rassenpsychologie an Stelle der ver-

Stellung auf dem ,Pinguin' anaeboten, einem Dampfer der Unions Company. Aber an dem Moraen, an dem ich hätte antreten sollen, verschlief ich und kam zum Kai, als das Schiff fort war. 24 Stunden später war es ein Wrack mit Verlust von vielen Menschenleben. In Melbourne arbeitete ich bei sehr gutem Gehalt als Steward auf der Myrallah', die Passagiere und Fracht beförderte. Ein paarmal hatten wir sehr schlechtes Wetter, und einmal besonders spülte eine schwere See die Kommandobrücke und alles nicht festgemachte Ge- schirr über Bord. Man sagte: ,Ein seetüchtiges Boot!' Aber ich hatte genug. Auf diesem Schiff war ich immer krank, so daß ich nicht einmal meinen Dienst richtig versehen konnte. Bei der nächsten Ankunft in Melbourne sandte ich ein Telegramm an die Firma und bat sie, einen Ersatzmann für mich zu schicken. In weniger als einer Woche her­auf war das Schift ein vollkommenes Wrack. Ein andermal war ich in Adelaide, in Südaustralien, als ein Dampfer von der Union Steamfhip Com­pany eintraf mit dem Ziel Neuseeland. Der Koch ging von Bord, seine Stelle wurde mir angeboten, und ich nahm an. Am nächsten Morgen sollte ich anfangen. Statt dessen änderte ich plötzlich wieder meinen Sinn. Am folgenden Tage traf ich einen Agenten auf der Straße, der mir noch einmal em besonders verlockendes Angebot machte und mich in seinem Auto zum Schift fahren wollte. Ich weigerte mich. Das war gegen Weihnachten; zwei Tage vor Weihnachten strandete das Schiff auf Felsen. Dis Mannschaft rettete mit Not ihr nacktes Leben, ver­lor aber alles Eigentum.

Während des Krieges war ich auf der Mords- worth', die zwischen Australien und England ver­kehrte. Da konnte ich mich mit dem Skipper nicht vertragen, und ich verließ das Schiff in Fremantle. Auf feiner nächsten Ueberfahrt sank es mit der ganzen Besatzung. Ein andermal war ich nach Ian- gerer Arbeitslosigkeit in Sydney auf der ,Mary Patricia' angeheuert, die Kohlen nach Labrador bringen sollte. Freitag früh fing ich an. Am selben Tag hörte ich auf. Ich hatte einen Streit über Den Tageslohn, und am Samstag wurde ich vorüber­gehend eingefperrt, weil ich angeblich auf Dem Schiftsbüro beleidigende Worte gebraucht hatte. Das wurde später zu meinen Gunsten aufgeklart. Aber inzwischen war die ,Mary Patricia' fort. Sie bekam unterwegs ein Leck, und die Mannschaft konnte sich nur schwimmend unter Zurücklassung von aller Habe ans Land retten. Man sagt, eine Katze hat neun Leben. Ich bin keine Katze, sondern ein gewöhnliches Individuum, das lange Jahre zur See gefahren ist. Ader mein Vorgefühl hat mir neun Leben geschenkt."

schwommenen Völkerpsychologie, Darstellung Der Völkerwanderung auf Grund der Ergebnisse her vorgeschichtlichen Forschung, das nordische Schön­heitsideal und eine neue Philosophie der Kunst, Rassenzersetzung und Untergang Roms, Kampf der Charakterwerke in der europäischen Geschichte. Es ist ein Feld für kühne Geister wie feit 500 Jahren

PZir bekennen uns zum Grundsatz der exakten Forschung. Entgegen manchen romantischen Be- Itrebungen wollen wir feststellen, daß das gewissen­hafte Experiment es oft verhütet hat, daß die europäische Wissenschaft sich in geistigen Nebeln her Phantasterei verlor. Man hört heute häufig, die mechanische Epoche" sei vorüber, derKausalitäts­begriff" überwunden. Man übersieht dabei, daß das Bekenntnis zur Ursächlichkeit eine Voraussetzung unseres ganzen Lebens und Forschens ftt, ohne die wir überhaupt nicht auszukommen vermögen. Neben bas Bekenntnis zum Experiment tritt also ganz naturnotwendig ein Bekenntnis zur strengen Er­kenntniskritik, die sich bewußt ist über das Wesen her Forschung und über das innere Ver­hältnis zwischen Idee und Experiment. Innere und äußere Gesetzmäßigkeit des Lebens zu erweisen, wird immer Ziel germanischer Wissenschaft bleiben. Wer etwas anoeres will, will nicht Wissen­schaft, sondern Zauberei. Wenn es nötig ist, müssen wir uns dazu bereiterklären, Bilder und Theorien fallen zu lassen, wenn sie durch nicht zu leugnende Erfahrungstatsachen widerlegt würden. Diese innere Wahrhaftigkeit steht in tiefem inneren Unterschied zu einer Auffassung, die grundsätzlich der Vernunft und der Wissenschaft nur gestatten wollten, uralte Weltbilder, ungeachtet aller Forschungsergebnisse, zubeweisen". Hierzu ergibt sich aber eine inter­essante Wechselbeziehung zwischen Wissenschaft und Weltanschauung. Kopernikus hat einmal ein altes Weltbild gestürzt, die Rassenkunde sprengt heute weitere Bollwerke einer geistigen Vergangenheit, die Vorgeschichte ändert die Richtung der Betrach­tungsweise in her Geschichte.

Verkehrsmittelpunkt Ostoberschlesiens. Der verläßt bas seit Beuchen fast zusammenhängende Stadtgebiet. Weite Wälder nehmen ihn auf. Von ungeahnter Ausdehnung ist das Waldgebiet Ober­schlesiens. Wie verwunschene Flecken liegenRau­ben und Bodenbach inmitten dieser grünen Pracht. Aber nur wenige Kilometer südlich ver­läuft die polnische Grenze, immer parallel zur Land-

,_5tcin()äger-

Urquell

nicht mehr.

Wenn wir dies posittv betonen, so müssen wir uns naturgemäß auch gegen alle Verfäl­schungen zur Wehr setzen. Die universalistische Schule versucht erneut, den lebendigen Menschen nur als ein Produkt einerAusgliederung" aus einer abstraktenMenschheit" darzustellen. Es gibt nicht einen sogenanntenVorrang des Geistes", sondern die Gestaltung eines bestimmten Menschen­tums. Eine andere Schule wieder versucht, in der Naturwissenschaft eine sogenannte neueStufen­leiter" aufzustellen. Als unterste nennt man das Mechanische, dann das Biologische, bann das Psychologische und dann, nach einigem Wenn und Aber, das Theologische. Die Scholastik schleicht auf Gummisohlen oderGesellschaftslehren" oderMeta-

Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Donnerstagnachmittag in Schwanenwerd^ bei Berlin feine

Grenzland im Wiederaufbau.

Oie Oder wird umqelegt. - Natibor, eine lebende Stadt.

Oberschlesische Schickfalsgemeinschast.

Don unseiem W.-Sonderberichterstatter.