Einzelbild herunterladen

Donnerstag, (.Juli 1937

M.150 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Annahme von Anzeige» für Die Miltagsnummer bis8^/.UHr des Vormittag»

Grunopretle für 1 mm höhe

für Anzeigen von 22 mm Brette 7 Rpf., für Text« anzelgen von 7Omm Breite 5ORpf.,Platzvorschrifl nach oort) Dereinbg 250/ mehr.

Ermäftlgte Grundpreise:

Stellen--, Vereins», a«"nein» nützige Anzeigen sowie ein« spaltige (öelegenheitsanzei« gen 5 Rpf, Familienanzei« gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Menyenabschlüffe Staffel B

Lrlchetm tagltd), auy« Sonntags and Feiertag» vetlagen: Vie Illustrierr. Gieffenei Familienblätte, Heimat im Bild Die Scholl«

Olonats-Bciugsprets:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernfprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger (Heften

Postscheckkonto:

Frankfurt am Main 11686

Neheim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Oru» und Verlag: vrühl'iche Untverfitäts-Vuch- und Stcinöruderei «.Lange in Stehen. Schristleitnng und Seschäftrstelle: Schulstrahe 7

Italien zur Krage der Freiwilligen

Spanien zu isolieren. Das letzte entscheidende Wort bleibe den Kanonen vorbehalten. Der bolsche­wistische Versuch, in das Mittelmeer einzudringen, sei zerschlagen. Die Prophezeiungen Lenins seien Lügen gestraft worden.

Die TurinerStarnpa" betont, wenn es England und Frankreich nicht gelinge ein neues annehm­bares System vorzuschlagen, dann bleibe in der Erwartung des sicheren Sieges von Franco nichts

anderes übrig, als die Handlungsfreiheit für j e d e n 'e i n z e l n e n. Um zu verhindern, daß sich die spanische Lage verschärfe und der Konflikt an Ausdehnung gewinne, genüge es, so sagtGaz- zetta del Popölo", daß jeder die Nichtein- mischung praktisch anwende, daß sich jeder neutral erkläre. Aber dazu sei es nötig, daß Sala­manca und Valencia gleichmäßig das Recht kriegführender Staaten zuerkannt werde.

keit die Juden stünden, so gingen diese entschie­den zu weit. Jene deutsch-feindliche Propaganda sei eine Gefahr für den Weltfrieden und bedeute somit gleichzeitig eine schwere Gefahr für die Vereinigten Staaten selbst.

Sie könne nicht verstehen, warum gegenDeutschlandgeheht werde, wäh­rend über das, was in Sowjetrutzland und Spanien vorgehe, Stillschwei­gen gewahrt werde.Der Kommunismus wolle einen europäischen Krieg, denn er könne nur o o n e i ne mkriegeprof Nieren. Wenn sich der Kommunismus vor einer Wacht fürchte, jo fei das Deutschland. Wer also eine deutschfeindliche Propaganda betreibe, spiele dem Bolschewismus in die Hände.

Auf jeden Fall verhelfe eine deutschfeindliche Hetze nicht zum Frieden, sondern störe ihn.

qeqenüberstanden. So entstand für Sapieha der in­nere Konflikt zwischen den Befehlen der Kirche und den Forderungen der Nation. Vielleicht ist der Me­tropolit nicht gut beraten gewesen, gewiß hätte er andere Wege finden können, die den Skandal ver­mieden Aber nicht der Skandal ist das ausschlag­gebende, sondern die grundsätzliche"Entscheidung, die der polnische Erzbischof bei einem ersten Konflikt der Pflichten getroffen, indem er sich für Die Kirche und gegen die Nation entschied. An dieser Erkenntnis entzündet sich immer wieder der Zorn des Volkes. Mag nun der Vatikan, dessen Ent­scheidung angerufen wurde, für oder gegen Sapieha entscheiden (die Begrüßung König Carols m der Krakauer Kathedrale durch den päpstlichen Nuntius sieht wie ein Einlenken des Vatikans aus) mag der katholische Weltkongreß in Posen im Beisein der Staatsoertreter seinen prggrammaßigen Ablauf nehmen, die Wolken über dem Wawel werden sich verziehen, aber der Bruch des Vertrauens wird blei­ben. Papst Pius XI. hat in einem Hirtenbrief seiner Genugtuung Ausdruck gegeben, daß der katholische Weltkongreß diesmal in einem Lande abgehalten werde, das ein Bollwerk des Christentums sei. Das Land hat also seine Pflichten gegen die Kirche er­füllt. Wo bleibt nun die Gegenleistung?

Deutschfeindliche Hetze stört den Frieden

Eine englische Abgeordnete über die jüdischen Machenschaften in USA.

Wolken über demWawel

Don unserem Dr. ^.-Berichterstatter.

Warschau, Ende Juni 1937.

Heber der alten und schönen Stadt Krakau und von ihr rings umschlossen erhebt sich ein Hügel und auf ihm die alte polnische Königsburg, der Wa­wel, der in der Geschichte Polens stets eine große Rolle spielte. Das eigentliche Schloß, das einen in italienischem Renaissancestil erbauten herrlichen Turnierhof mit säulengestützten Balkonen umschließt, wird heute im wesentlichen als Museum benutzt, in dem Polen die Kunstschätze seiner Vergangenheit birgt. Der schönste Teil aber ist fraglos die gotische Kathedrale mit einer Unzahl angebauter klei­ner Kapellen, die meist von Zwiebeltürmen gekrönt

rungsmittelgeschäfte sowie der Angestellten im Ho­tel- und Gastwirtsgewerbe fordert seine Angehöri­gen auf, im Falle die Arbeitgeber ihre Drohung wahrmachen, die geschlossenen Lokale und Geschäftezube setzen. Beide Verbände haben einen Ausschuß ernannt, der zusammen mit dem marxistischen Gewerkschaftsverbandalle not­wendigen Maßnahmen" für den Fall einer Schließung der Hotel- und Gastwirtsbetriebe sowie der Nahrungsmittelgeschäfte ins Auge fassen soll.

Kommunistisch-marxistische Wahlniederlagen.

Paris, 1. Juli. (Ü^NB. Funkspruch.) In dem Pariser Vorort St. Denis fand die Ersatzwahl für den von der Regierung Blum seines Postens enthobenen Bürgermeister und Vorsitzenden der französischen Volkspartei D o r l o t statt. Trotz aller Anstrengungen der Kommunisten und Marxisten wurde der bisherige stellvertretende Bürgermeister Marschall, ein Anhänger Doriots, mit 28 gegen 7 Stimmen gewählt. Auch alle unter Doriot im Amt gewesenen Stadtverordneten wur­den wiedergewählt, so daß die Mehrheit des Staatsrates nach wie vor sich aus Mitgliedern der französischen Volkspartei zusammensetzt. Auch bei den Generalratswahlen des Departe­ments Seine erlitten die Volksfrontparteien eine empfindliche Niederlage. Trotz aller von der Volksfront gemachten Versprechungen und Em- schüchterungsversuche wurde der von den Parteien der Mitte und der Rechten aufgestellte Kandidat Viktor Constant gegen den Volksfront-Kandida­ten Le Troquer mit 69 gegen 66 Stimmen gewählt. Auch bei der Wahl der vier Vizeprä­sidenten konnte die Volksfront nur einen Vertreter durchbringen, und zwar einen Kommunisten.

Gegen den Willen des polnischen Staatspräsidenten hat der Erzbischof von Krakau den Sarg Pil- sudskis aus der alten Königsgruft im Krakauer Dom entfernt und in eine andere Gruft überführen lassen, was in allen Teilen der Bevölkerung größte Erregung hervorrief. Auf unserem Bilde sieh man den Krakauer Dom, in dem der tote Marschall zur letzten Ruhe gebettet war. (Scherl-Bilderdienst.) sind, sie alle überragt der viereckige, in typisch pol­nischem Stile errichtete Hauptturm, gleichzeitig das Wahrzeichen des Wawel überhaupt. An dieser Kathedrale gibt es kaum einen Stein, der nicht von polnischer Geschichte spricht.

In den Kellern der Seitenschiffe ruhen die Ge­beine aller großen Polen, in erster ßime [einer Könige. So der heilige Stanislaus in einem silber­nen Sarge, dann Jagello, der Litauer, drei Siegis- rnunde, Stephan Bathory, der Ungar, Joh. Sobieski, Kosciuszko, Joseph Poniatowski und die Großen der Familie Potocki. Kein Wunder, daß das Polen von heute den Wunsch hatte, daß auch die Gebeine des Wiedererbauers des neuen Polen an dieser Statte des nationalen Ruhmes ruhen sollten. Das war vor zwvi Jahren. Der einbalsamierte Leichnam Pil- suo s k i s wurde zunächst in der St. Leonhards- kapelle aufgestellt, während die Gruft unter dem Turm der Silbernen Glocken als endgültige Ruhe­stätte roüfoig hergerichtet werden sollte. Diese Gruft befindet sich außerhalb des eigentlichen Kathedral- bezirks. Und hierhin hat nun der Erzbischof von Krakau, Fürst S a p i e h a , der Schutzherr der Wa­welkathedrale, den Kristallsarg mit dem toten Mar-

Der Kampf um die 40-Siuudeuwoche in Frankreich.

Die Stillegungsdrohung des Hotelgewerbes.-Folgen für den Fremden­verkehr im Zeichen der Weltausstellung.

und polnisch war. t ,

Wenn auch das äußere Bild em harmonisches

Verhältnis zwischen Staat und Kirche zeigte, fo gab es doch mancherlei Anzeichen für ernstliche Mei­nungsverschiedenheiten. Für die katholische Kirche waren die P i l s u d s k i st e n Revolutionäre mit freireligiösen oder gottlosen Ansichten, denen gegen-

Neuyork, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der letzten Zeit mußten in den Vereinigten Staaten einige Vorfälle verzeichnet werden, die insofern höchst bedauerlich waren, als sie die guten deutsch-amerikanischen Beziehungen zu trüben geeignet waren. Fast immer ergab es sich, daß Juden hinter diesen vom amerikanischen Volk selbst ab gelehnten Störungsmanövern standen oder sie in aller Offenheit inszenierten. Der Fall des Pöbeljuden L a g u a r d i a ist hier ein treffen­des Beispiel. Es ist nun interessant und dankens­wert, daß auch eine englische Parlamentarierin, Viscounteß Astor, die gebürtige Amerikane­rin ist, auf diese deutsch-feindlichen Machenschaften aufmerksam machte. Visvounteß Astor hat.sich in USA. ausgehalten und hat nun vor ihrer Rückkehr nach England ihre Eindrücke folgendermaßen um­schrieben:

Sie sei entsetzt über die deutschfeind­liche Propaganda, die sie in Amerika fest- gestellt habe. Wenn hinter dieser Deutschfeindlich-

Paris, l.Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Ver­treter der Arbeitgeber im Hotel- und Gaststätten­gewerbe werden heute nachmittag noch einmal vom Ministerpräsidenten empfangen werden, der ver­suchen will, eine Einigungsformel zu fin­den, um die als Gegenmaßnahme gegen die Ein­führung der 40 - Stunden - Woche angekundlgte Schließung der Hotels und Gaststätten in ganz Frankreich zu verhindern. Die Arbeitgeber sind entschlossen, ihre Drohung wahrzumachen. Sie haben bereits alle Vorbereitungen getroffen, um am Samstag ihre Betriebe stillzulegen. Die Hoteldewoh- ner, die vor dem 3. Juli ihre Zimmer inne gehabt haben, können auch weiterhin wohnen bleiben. Sie sind jedoch darauf aufmerksam gemacht worden, daß sie sich mit einem Behelfsdienst begnügen müssen. Mahlzeiten werden nur in Form von b e - I e g t em Broten verabreicht und auch dies nur, soweit die Möglichkeit der Versorgung mit Lebens­rnitteln besteht.

Bekanntlich haben die Lebensmittelge­schäfte beschlossen, sich anzuschließen Die Pariser Großgaragen, die etwa 3500 Gara­genbesitzer umfassen, und die durch die Einführung der 40-Stunden-Woche im Hotelgewerbe insofern mittelbar betroffen werden, als ihre Unternehmun­gen wesentlich vom Fremdenverkehr abhangen, wollen die Bewegung ebenfalls unterstützen. Als erste. Auswirkung der Maßnahmen der Hotel- und Gaststättenbesitzer hat die Stadtverwaltung von Belfort sich gezwungen gesehen, für die Teilneh­mer an der großen RadfernfahrtRings um Frankreich" U n t e r k u n s t s m ö g l i ch ketten zu suchen. Die Radfahrer werden in einer Schule untergebracht, während die Begleiter und das große Heer von Berichterstattern inPrivatwohnun- g e n Unterkunft finden sollen.

Der Verband derAnge stellten der Nah­

schall überführen lassen.

Wohl selten gibt es eine Stätte, die so von Frie­den und Verehrung umweht ist wie den Wawel. Er war der Schoß, in dem Polen die heiligen Gu­ter seiner nationalen Tradition barg, und wenn in den vergangenen Jahren Parteienkämpfe und poli­tischer Hader das polnische Volk zerrissen, dann blieb dieser geweihte Ort davon verschont, unb nirgends konnte sich die innige Verbindung von Katholizis­mus und Polentum deutlicher dokumentieren. Hier scheint nun ein Bruch entstanden zu sem Die katholische Kirche gilt als die Staatskirche Polens. Das kommt selbst in der Verfassung zum..Ausdruck während die Duldung und freie Religionsubung der anderen Kirchen erst in zweiter Linie rangiert Seit 1925 gibt es ein polnisches K o n k o r d a t mit dem Vatikan, das der Kirche Rechte einraumt großer als sonst in irgendeinem anderen katholischen Lande^ Der Klerus konnte sich darauf berufen, daß er stets Träger des nationalen Gedankens gewesen sei und in den Zeiten der Unfreiheit oft der einzige Tra­ger. Mit diesem Argument konnte er ln dem Kon­kordat seine Positionen gegenüber öem Staate ge­waltig ausbauen. Das mochte so lange gut gehen, so lange der Klerus sich auch weiterhin als einen Pfei­ler des völkischen Lebens betrachtete. Das Phantheon des Wawel konnte nur stehen, wenn es katholisch

über größtes Mißtrauen am Platze war. Sie konnte mit ihnen wohl aus Klugheitsgründen zu einem Ausgleich kommen, aber ein wirkliches Vertrauens­verhältnis schien ihr nicht möglich. Nach dem Kon­kordat haben niemals die Klagen der Kirche dar­über aufgehört, daß die Jugenderzie h u n g nicht im katholischen Sinne erfolge, aus den Schul­büchern alles beseitigt werde, was einen Zusammen­hang mit der Kirche habe, die Zahl der Religions- stunden, dem Konkordat zuwider, vermindert werde und Lehrer, die zu kirchlichen Organisationen gehör­ten, damit die Aussicht auf Beförderung einbußten. Die Tendenz der Regierung, sich von der kirchlichen Einmischung in die Fragen der Schulerziehung möglichst zu befreien, ist unverkennbar. Die großen Dichter des polnischen Volkes, die dem Schulkind als Schöpfer der Nationalkultur gepriesen werden, haben zur römischen Kirche alle ein kritisches Ver­hältnis gehabt. Die Pariser Vorlesungen von Adam Mickiewicz standen auf dem Index. Von dem Lieb- lingsdichter Pilsudskis, Julius Slowacki, stammt das Wort:O Polen, du gehst an Rom zugrunde!" Bei Krasinfki entsteht auf den Trümmern der Peters- kirche eine neueKirche der Liebe". Von den bei­den polnischen Dichtern, die in der Vorkriegszeit auf die junge Generation den größten Einfluß aus- geübt haben, erklärt sich Wyfpianfki tn semen Werken für die Sache der Revolution und der Arbeiterschaft, und Zeromski ist mit der Kirche so verfeindet, daß er nicht katholisch begraben wurde.

Schon bei der Beerdigung Pilsudskis hatte es Schwierigkeiten gegeben. Erzbischof Sapieha war nur mit Mühe dazu zu bewegen, die Totenmesse für den polnischen Nationalhelden zu zelebrieren. Er steht mit seiner Abneigung gegenüber dem gro­ben Bolen in der Geistlichkeit nicht vereinzelt da. Der Kielcer Bischof Losinski schloß seine Kirche beim Tode des Marschalls, weil er keine Totenmesse für ihn lesen wollte. Der Propst von Troki, Malymcz- Malicki, verbot das Läuten der Kirchenglocken So haben sich nicht von ungefähr die Wolken über dem Nationalheiligtum des Wawel zusammengezogen und wie sehr das polnische Volk fernen toten Natto- nalheros durch einen hohen Vertreter der Kirche ge­schmäht fühlt, mag am besten daraus ^org^en daß selbst die höchsten Würdenträger des States nicht mit ihrem Unmut zuruckhielten. Daß danach die patriotischen Verbände Kündigung des Konkor­dates, Aufhebung der Schirmherrschaft der Kirche über die Wawelkathedrale und persönliche Bestra­fung des Fürsten Sapieha verlangten wird den nicht mehr verwundern, der den polnischen Dolks- cbarafter kennt. Der radikale und von der Kirche oft als freidenkerisch verdächtigte Lehrerverband forderte sogar das Konzentrationslager für den Metropoliten, dem man auch alle ^venzeichen des Staates entziehen solle. Das Verhalten Sapiehas Erschien noch dazu als Gefährdung der außen^ttti- scken Beziehungen Polens, nachdem der Erzbischof seine Ablehnung der staatlichen Wunsche nut der Kx. ! hoarünben suchte, König Carol von RumL kön« a§ d°- tzaupt W-m-Mch-n Kirche "der -,riechi!»-°rth°d°pen K.rche Ruman.ens. die Krakauer Kathedrale nicht betreten^

.S

nalen E tnig^M" Oberst ^Ko^der Regie

^Rücksckttia erfolgt. Die Legionäre singen auf

in'sÄmpl Sicht". Linksz-itung-n, die d,° Gele-

genhett benutzen, um ihre eigenen Geschäfte zu ma­chen, zollen der Regierungin diesem Punkte An­erkennung. Der von den Konservativen und den Wirtschaftskreisen gebildete rechte Flügel der Re­gierung zeigt Widerwillen gegen die Protestaktion. Die Geistlichkeit plant bei dem sonntäglichen Gottes­dienst politische Kanzelreden für Sapieha m ganz Bolen Die überwiegend im Lager der National­demokraten stehende Geistlichkeit legt sich in ihrer Abneigung gegen das Pilsudskis-Regime feine Hem-

Er M schoss Fürst S a p i eha ist seit 75 Jahren im Amt. Zu seinem Bischofsiubilaum hat ihm der Staatspräsident die höchste Auszeichnung Polens, den Orden des Weißen Adlers verliehen. Die Sapie- has sind polnische Magnaten, die für dieheilige Mutter Polen" in früheren Jahrhunderten of ge­kämpft und geblutet haben aber für den Erzbischo ist Pilsudfki auch heute noch der Sozialist. Zwe^ Wetten also, die sich nicht berührten. Und dennoch stand der Sarkophag in der heiligsten Kapelle des Wawel, trafe-i täglich Ströme von Menschen em, die den Heros zu verehren kamen, weil sie Polön liebten, ohne gleichzeitig den geweihten Symbolen der Kirche ihre Achtung zu erweisen weil sie ent- ' weder der Kirche nicht ngehörten oder ihr fremd

Mailand, 1. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der MailänderPopolo d'Jtalia" veröffentlicht einen Aufsatz überDie Freiwilligen und Lon- d o n", der erkennen läßt, daß er von hoher Stelle inspiriert worden ist. Das Blatt schreibt, es seien die Bolschewisten gewesen, die den Ereignissen in Spanien den Charakter eines europäischen Krieges der Grundsätze aufdrückten. Italien habe das Abkommen, das die weitere Entsendung von Freiwilligen verbot, peinlich genau eingehalten, wogegen die Sperre von Frankreich niemals geachtet worden sei. Die italienischen Freiwilligen seien nicht von der Regierung hinausgeschickt worden. Folglich habe die Regierung nicht die Mittel, sie zu rückzurufen. Nur General Franco könne sie vor oder nach dem Sieg von ihrer moralischen Verpflichtung befreien. Im übrigen sei es an der Zeit zu sagen, daß die englische Nichtein- m i s ch u n g e i n e Fabel sei, an die nur Dumm­köpfe glauben könnten. In Wahrheit seien von Großbritannien freiwillige Offiziere und Soldaten, Waffen, Flugzeuge und Munition ausgegangen. Es seien öffentliche Zeichnungen veranstaltet worden. Eine lebhafte Werbetättgkeit unter Mitwirkung hoher kirchlicher und politischer Persönlichkeiten sei in Großbritan­nien zugunsten der Bolschewiken entfaltet morden.

Die Forderung nach Zurückziehung der Freiwilli­gen sei mit lauter Stimme von Valencia und Moskau erhoben worden. Daraus fei zu schließen, daß sie ausschließlich oder vorwiegend den Bolschewiken zugute kommen würde. Alles was von englisch-französischer Seite getan werden könnte, um den Bolschewisten von Valencia den Sieg zu bringen, sei getan worden. Dagegen sei von deutscher und italienischer Seite alles unternommen worden, um den Brand in