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Donnerstag, Zl-Iuli (941

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vrühlscheUniverfttStsdnlckereiR.Qmge General-Anzeiger für Oberhesfen 6lt6<w?S*.l8«*t:-9

Mariannes Sorgen um ihr neues Kleid

Bon unserem St.-Berichterstatter.

Oer Wehrmachtbericht

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichs-

Am Suezkanal wurden in der Vacht zum 29. Juli militärische Anlagen bombardiert.

Seit sechs Jahren habe das italienische Volk aus Stadt und Land, aus allen Schichten den höchsten Beweis seiner Zähigkeit, seiner Opferbereitschast und seiner stählernen Härte gegeben. Einen Zu­ruf aus der Menge ausnehmend, in dem die Ler- sicherung gegeben wurde, daß das ganze Volk mit ihm sei, fuhr der Duce fort:Ich bestätige Euch, daß, wenn Ihr mit mir seid, ich mit dem italieni­schen Volk bin und füge noch hinzu, daß ich mich nie als Beherrscher des italienischen Volkes, sondern als dessen Diener und sein Erzieher betrachtet habe und betrachte. Die mit dem Blutschweiß der Völ­ker der Erde angefüllten Panzerschränke Londons und Washingtons reichen nicht aus: Ich wünschte, daß der aus Eurer Brust hervorbrechende Chor von den Bankiers jenseits des Ozeans gehört würde. Sie müßten sich überzeugen, daß derjenige siegen muß, der mit dem italienischen Volk ist. Es hat wenig zu bedeuten, ob wir noch lange kämpsen müssen. Aber was etwas zu besagen hat und was das wichtigste ist, das ist der Sieg, und der Sieg ist unser.

Der Duce hat dem Braunkohlengebiet Valdarno einen Besuch abgestattet, wobei er selbst in eine Grube eingefahren ist und sich von dem Stand des Abbaues der Bodenschätze überzeugt hat, deren Vorkommen auf Hunderte von Millionen Tonnen geschätzt wird. Der Duce besuchte ferner Carpi. Auch hier überzeugte sich Mussolini vom Stand der industriellen Produktion, den sozialen und kultu­rellen Einrichtungen. Es folgte ein Besuch in Mo­dena, wo er vor allem in Forli das Führerlager der faschistischen Jugendorganisation GIL. besich­tigte. Der Empfang war überall begeistert: die Menge umdrängte den Duce, der vielfach die Wege von einer Besichtigung zur anderen zu Fuß zurück­legte, mit ihrem Jubel.

Bolschewistische Cntsahangriffe ostwärts von Smolensk gescheitert.

Berlin, 30. Juli. (DVB.) Die Vernichtung der eingekesselten Sowjetverbände nordostwärts Smolensk schreitet weiter voran. An einer Stelle verloren die Bolschewisten 78, an einer anderen Stelle 60 Panzer, darunter 18 schwerste. An zwei Tagen betrugen die Verluste der Bolschewisten an einem nur kleinen Abschnitt dieser Kampffront 230 Panzerkampfwagen. Das ist mehr als die Ausstat­tung einer bolschewistischen Panzerdivision und mehr als die hälfte einer Monatsproduktion der fowjettschen Panzerindustrie, wenn diese voll und planmäßig arbeiten könnte. Alle von den poli­tischen Kommissaren befohlenen A u s f a l l v e r - suche aus dem Kessel brech en mitblukig- sten Verlusten für die Bolschewisten zusammen und tragen weiter zur Schwächung ihrer Widerstandskraft bei.

Bel den Kämpfen um einen von deutschen Trup­pen gebildeten Brückenkopf an der Vord­ostfront wurden an einem Tage 330 bolsche­wistische Gefangene eingebracht. An der gleichen Stelle bedeckten aber über 2 000 gefallene Bolschewisten das Kampfgelände. Auch hier zwangen die jüdischen Kommissare die bolschewisti­schen Soldaten zur Fortsetzung des aussichtslosen Kampfes, indem sie ihnen einen qualvollen Tod in deutscher Gefangenschaft oder Erschießung bei Vach­lassen ihres Widerstandes vor Augen stellten. Aus diesem Zwange erklären sich die außerordentlich blutigen Verluste, die die Gefangenenzahlen um ein Vielfaches übersteigen.

bekannt:

Erneute Versuche des Gegners, seine ostwärts Smolensk eingeschlossenen Kräfte durch Entsah- angriffe zu befreien, wurden abgewiefen. Der Feind erlitt hierbei schwere Verluste.

An den übrigen Teilen der Ostfront verlaufen die Operationen planmäßig.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgege- ben, versenkten Unterseeboote im Kampf gegen stark gesicherte britische Geleitzüge trotz heftiger Abrbehr durch Zerstörer, Korvetten, llnterseebootsfallen und Hilfskreuzer 19handelsfchiffemitzusam- m en 1 1 6500 B R T. sowie einen Zerstörer und eine Korvette.

Vor der schottischen Ostküste versenkte die Luftwaffe einen Frachter von 6000 VRT.

Kampfflugzeuge bombardierten in der letzten Vacht mit gutem Erfolg Hafenanlagen von Great Yarmouth sowie einen Flugplatz in Ostengland.

Vor der nordafrikanischen Küste ver­senkten deutsche und italienische Sturzkampfflugzeuge nördlich von Tobruk einen großen Tanker und beschädigten ein Versorgungsschiff schwer. Weitere erfolgreiche Angriffe deutscher Kampfflugzeuge rich­teten sich gegen britische Barackenlager bei Marfa Matruk.

boote unter Führung von Kapitänleutnant Müt­ze l b e r g, Kapitänleutnant Bauer und Ober­leutnant zur See Schüler besonders ausgezeichnet.

Ltngarifche Erfolge in der Ukraine.

Budapest, 30. Juli (Europapreß.) Am Diens­tag wurde folgender Bericht über die Kämpfe der Honved veröffentlicht:Nach Informationen vom östlichen Kriegsschauplatz, hat die Honved ihren Vormarsch fortgesetzt und steht an verschiedenen Punkten im Kampf mit der feindlichen Nachhut. Im. allgemeinen kann festgestellt werden, daß der Feind im Raum südlich und südöstlich von Kiew bemüht ist, hinter einer Deckung star­ker Sicherungsstreitkräfte seinen Rückzug über den Dnjepr zu ermöglichen. Kriegsgefan­gene lassen verzweifelte Klagen laut werden über die Nachschubverhältnisse des südlichen Flügels der Front und hauptsächlich über die Ver­proviantierung und berichten, daß die sowjetische Heeresleitung seit dem Verlust zahlreicher wichtiger Eisenbahn - Abschnitte zur Versorgung einzelner Frontabschnitte nicht fähig ist. Auf weiten Front­abschnitten lassen sich keine Sowjetflug­zeuge mehr sehen. Da die Sowjet-Heeresleitung die ihr noch zur Verfügung stehenden Luftstreit­kräfte an anderen Teilen der Front sammelt."

ten und sich gerade zu ihm bekennen solle, um ihn zu bessern und zu reformieren, verliert durch die Zeitumstände an praktischer Bedeutung, obwohl er bei der wenn auch jetzt theoretischen Auseinander­setzung immer wieder in den Vordergrund gezerrt wird. Damit in Zusammenhang zerbricht man sich auch über die äußere Gestaltung des neuen Staates den Kopf und führt aus der Geschichte des Alter­tums, des Mittelalters und der Neuzeit alle mög­lichen Staatsformen an: von der Monarchie über das gerade noch revolutionäre Direktorium bis zur liberalen Demokratie, an deren Wiedereinsetzung in der Form, wie sie versagt hat, nur diejenigen Den­ken, die daraus einen eigenen Nutzen gezogen haben. Die Zahl derer, die an den Folgen dieses Versagens zu leiden hatten und noch zu leiden haben, ist aber ungleich größer, als daß die Dritte Republik der letzten Vergangenheit noch irgendeine Aussicht haben könnte.

Oer (Sieg ist unser!"

Der Duce spricht zu den Kämpfern gegen den Bolschewismus.

Rom, 30. Juli. (DNB.) Der Duce besichtigte in Mantua die Heeres- und Schwarzhemdenbataillone sowie zahlreiche Artillerie- und mot. Verbände, die ein neues für die Ostfront bestimmtes Kontingent bilden. Hierbei hielt Mussolini eine Ansprache, in der er u. a. ausführte, wenn man sich unter das italienische Volk begebe, dann gewinne man die ab­solute mathematische Gewißheit des Sieges.

Fortschreitende Vernichtung der eingekeffelten Panzerverbände bei Smolensk 230 Panzerwagen in zwei Tagen vernichtet.

Lj Wcssen erwarten von ihrem Staat ja gerade eitle kMerstützung, wenn die Probleme des täglichen

| Uens schwieriger werden. Insofern ist das fran- f ipjjfdje Verfassqngsproblem weniger dringlich als » Ma das der Gehaltspolitik und der Preise, das | Bet Versorgung und des Kartensystems. Und doch keim auch ein' besiegtes Land, das an irgendeine Zuiunft denkt, der geistigen Untermauerung nicht entbehren, vor allem nicht, wenn die bisher ver- chren Werte eines Landes so vollständig versagt

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, Ende Juli 1941.

Am Nationalfeiertag der französischen Dritten Republik, die im Sommer 1940 im Kriege gegen Dkutschland völlig zusammengebrochen ist, wurde in diksem Jahre in Frankreich zwar nicht gearbeitet, ober wenigstens auch nicht auf den Straßen getanzt. Dir Festrausch, den noch das vorjährige Regime feinem leichtlebigen, genießenden Völkchen bereitete, in! em es an den Straßenecken am Nationalfeier - taf zum Tanz aufspielen ließ und bei Wein und Musik und gutem Wetter einen patriotischen Wohl- ftonb vortäuschte, der dem Schein nach allen Schich­te» der Bevölkerung offen stand, ist verklungen. Eidenkgottesdienste und Kranzniederlegungen an ben Solbatengräbern mahnten diesmal zur Ein- tef-r und Umkehr. Der Erinnerungstag an die Er­stürmung der Bastille (14. Juli) während der gro­ßen französischen- Revolution, die am Ende des vorvorigen Jahrhunderts ebenfalls Altes stürzen utib Neuem damals die Bahn brechen ließ, and) tomn Frankreich selbst immer mehr in den Sumpf bei parlamentarischen Schieber-Republik abgerutscht ist ist kein Tag geräuschvoller Feste mehr. Einen neuen Nationalfeiertag gibt es aber auch noch nicht. Dkun man hat ja noch keine richtige Nachfolge für die Dritte Republik, die seit dem Sommer 1940 jafli Bob en liegt.

\ Marschall Petain hat zwar als Staatschef den Parlamentarismus abgeschafft obwohl die 2lb= getrbneten und die Senatoren noch weiter ihre Diäten beziehen können, wenn es ihnen die Kor- reiiheit nicht verbietet, Geld für nicht getane Ar­beit anzunehmen, aber die neue Verfassung ist nur grundsätzlich in Auftrag gegeben, sie steht noch 'niibt Die Richtlinien des Marschalls sind: an die Stile der Losung der Dritten Republik (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit") wird die Losung des Französischen Staates" treten, die jetzt lautet: jamilie, Arbeit, Vaterland". Wieder­herstellung des Verantwortungsbewußtseins und eite Beamten-Leistungsauswahl sollen der kollekti­vistischen Verantwortungslosigkeit und der Routine- Verwaltung entgegenarbeiten, die im Zeichen des feilten Wohlstandes eingerissen waren. Aufwertung bej Arbeit, Aufwertung der Leistung! Diese Parolen ftnb alle sehr brauchbar, jedoch sind Worte der Wiche in Frankreich wenig volkstümlich. Und die Nslichen Probleme der Ernährung, der Versorgung ui® der Löhne stehen immer im Vordergrund. Die

lauten wie in der Dritten Republik.

' Frankreich leidet, geistig gesehen, an einer intellek- [ihitien Haarspalterei, zu der die übersteigerte, erst iibtrfeinerte und bann völlig entartete Dialektik des Parlaments im politischen Leben und des Rechts- jllüvaltberufes in der Gerichtspflege das Volk irre- Mchitet hat. Beherrscher der Dialektik wurden zu Unrecht als Kenner und Könner gewertet und be- munbert, ohne baß jemand ihren inneren Wert für die Gemeinschaft erkundete, denn dann wäre die iMheit der Phrase aufgedeckt worden. So freute |im sich an ihrem Wohlklang, so vermißte man M ihren Mangel an Gehalt. Mit der Ersetzung btt Dritten Republik durch die auch noch nicht end­gültige BenennungFranzösischer Staat" isl es nicht getan. Worauf es jetzt ankommt, das H die Vorbereitung einer Stimmung, die Gestal- I einer Atmosphäre, aus der eine lebendige faffung, die volksnahe und lebensfähig muß, hervorgehen kann. Inmitten einer Rie­ge, die zur Stunde nod) nicht einmal durch i Frieden, sondern nur durch den widerruflichen md eines Waffenstillstandes abgelöft worden miß ein Klima d e s Vertrauens, der ifterung, der Selbftentfagung, die nicht anklagt, Tn Bürden auf sich zu nehmen bereit ist, ein a des freiwilligen Opfers des Einzelnen zum ;n der Gemeinschaft geschaffen, erreicht und [ten werden. Nur in diesem Klima können die Gesetzgeber bann eine gefunbe, bauerhafte, real- pvlirische Verfassungsarbeit leisten.

DHÖ. AUS 0 C m jurjrecQaupiquuniKi, ;. : T' \ ~ ~

30. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt gebiet fandeni nicht siatL

In der Atlantikschtacht haben sich die llntersee-

Bei der Eroberung einer Stadt am oberen Dnjepr, die von den bolschewistischen Truppen besonders hartnäckig verteidigt wurde, nahmen Verbände des deutschen Heeres mehr als 1 0 0 0 0 sowjetische Soldaten gefangen. 106 Geschütze, die die vollständige Artillerieausstattung von zwei bolschewistischen Divisionen darstellen, wurden erbeutet. Ferner fielen den deutschen Sol­daten 58 Panzerabwehrgeschühe und Granatwerfer, 392 Maschinengewehre, 300 Personen- und Last­kraftwagen, 300 Fahrzeuge anderer Art, 750 Pferde und ein Flugzeug in die Hände.

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Auch am 29. 7. setzten die deutsch-rumä­nischen und ungarischen Truppen ihren Vormarsch in der Ukraine erfolgreich fort. Am s ü d- l i ch en Bug schnitten die verbündeten Truppen stärkeren sowjetischen Abteilungen den Rückzug ab und vernichteten sie.

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Deutsch-finnische Verbände stießen an der finnischen Front weiter erfolgreich gegen die Sowjets vor. Vach heftigen Kämpfen wichen die Bolschewisten zurück. Bei ihrem Rückzug gossen sie Vaphtha in die Wälder und schossen sie in Brand. Ihre Absicht, damit den Vormarsch der deutschen und finnischen Verbände aufzuhatten, schlug fehl. Die verbündeten Truppen brachen durch die Brände hindurch und setzten die Verfotgung der Sowjets fort

! tie neue Verfassung, gleichviel wie sie im ein- | feinen aussehen wirb, wirb sicher bie Geg n e r - idiiftber Gestrigen in Frankreich auslosen, >trm Zahl ebenso groß wie ihr noch vorhanbener biluß ist. Für bie^e war bas Regime, bas im Mrigen Sommer endete unb Frankreich in feinen Zustmmenbruch hineinzog, biegute alte Zeit ; ienn bamals konnten sie im Trüben fischen, sie flamen babei auch auf ihre Kosten, aber auch nur ie elbst. Um bie Schaffung einer neuen, lebens- iähigen unb zeitgemäßen Verfassung zu erleich- ijktn, treten bie Kreise, bie bie noch zu oollbrrngenbe ictbnale Revolution auf ihre Fahne geschrieben fabm, für bie ©rünbung einer einzigen honzösischen Staatspartei em, Die, im Brunbe genommen, wie in ben autoritativen Lutsformen bie Aufgabe der Stütze des Staates übernehmen hätte. Um zu dieser Entwicklung zu gongen, hat Frankreich zur Zeit einen schwierigen feint, denn bie Aufteilung in brei große Zonen. "4-. W besetzte, bie unbesetzte unb bie Sperrzone irn töten des Lanbes unb am Aerrnelkanal steht Der Whsttlichen Entwicklung unb Willensbilbung im

"-1 y Dir Streit innerhalb ber französischen Prefft, ob ip-;* \W künftige Frankreich sich dann noch "R e p - Ulk" nennen darf, ob biefer Name mit Dem u

0ii' lammengebrodjenen Zeitalter m der Verse k g u.C: »eischwinden muß, oder ob man ben

iwr,'| feigenteU als Überlieferung pflegen, ihn aufwer­

Sir Giafford Cripps.

Von Professor Dr. Karl Heinz Pfeffer.

Nicht nur ber deutsche, sondern jeder kontinental- europäische Beobachter steht fassungslos vor be­stimmten Erscheinungen des englischen Le-oens, die sich jedem Verständnis zu entziehen scheinen: der Gewerkschaftsführer Bevin, der Herkunft nach selbst ein Arbeiter, stützt die Macht von Männern wie Churchill ober Eden mit feiner ganzen Autorität. Umgekehrt stellen sich Männer aus der Oberschicht, deren Macht Bevin zu erhalten versucht, gegen die Gesellschaftsordnung, die ihnen selbst ein bequemes Leben ermöglichte. Der Arbeiter Bevin stützt eine im Grunde konservative Regierung, der Freiherrn- sohn Cripps dagegen hält revolutionäre Reden. Sie sind beide Zeugen für die eigenartige Verklamme­rung des englischen Systems, für die Macht der Oberschicht gerade in ben Kreisen ihrer scheinbaren Widersacher.

Der Vater des englischen Botschafters in Moskau war der Sohn eines angesehenen Juristen, er wurde selbst wieder Jurist unb konservativer Unterhaus­abgeordneter. Als er sich allmählich den sozialrefor­merischen Meinungen ber liberalen Regierung vor bem Weltkrieg zuzuneigen begann, erhob ihn As­quith 1914 zum Baron Parmoor. Nach dem Welt­krieg ging Lord Parmoor mit anderen liberalen Lords zur Arbeiterpartei über, bie ihn während ihrer beiden Regisrungsperioden zum Lordpräsiden- ten des Geheimen Staatsrats machte.

Lord Parmoor ließ nicht nur seinen älteren Sohn unb Titelerben, sondern auch den jüngeren Richard Stafford die trabitionelle Juristenlaufbahn einschla­gen. Stafford zeichnete sich als Rechtsanwalt^ so aus, daß er 1930 in den niederen Adel erhoben wurde; er nennt sich seitdem Sir Stafford Cripps.

Obwohl also Cripps zu der überlieferten Füh- rungsfchicht gehört, war er doch mit der englischen ßebensorbnung nicht zufrieden. Die Engländer, die wie er am Ende des Weltkrieges ungefähr 30 Jahre alt waren, bemühten sich zum größten Teil, dort wieder anzufangen, wo sie 1914 aufgehört hatten, und so zu tun, als sei nichts geschehen. Eine kleine Gruppe dagegen wurde von einer allgemeinen Weltmüdigkeit gepackt. Sie setzte sich vor allem aus ben wissenschaftlich besonders Interessierten und Begabten zusammen, zu denen Cripps unzweifel­haft gehört. In den Universitäten von Oxford, Cam­bridge und London, in einzelnen Klubs, in ben Juriftengilden und den Salons wurde es modern, von dersozialen Krise der Zeit" zu reden. So ent­standen in England reiche, intellektuelle Salon­marxisten aus Üeberdruß am überlieferten System, aus Mangel an inneren^ Halt und klaren Aufgaben. Cripps verkörpert sie.

In derselben Zeit, in ber junge Adelige den Marxismus entdeckten, fand die amtliche Arbeiter» Partei, daß sie einen bedenklichen Mangel an Füh­rern und an Geld habe. Sie war bis dahin nur

Unser Bild zeigt den Oberbefehlshaber der finnischen Armee, Feldmarschall Mannerheim, mit seinen Offizieren im Kampfgebiet. (Afsociated-Preh-M.)

Neue schwere Verluste der britischen Lustwaffe.

Einflugsversuch in Norwegen und der Deutschen Bucht.

Berlin, 30. Juli. (DVB.) Der britischen Luft­waffe wurden am heutigen Tage an zwei vonein­ander weit abliegenden Punkten schwere Verluste zugefügt. Britische Torpedoflugzeuge, die unter starkem Jagdschutz von einem Flugzeug­träger im Vördlichen Eismeer gestartet waren, versuchten in mehreren Wellen einen Hafen in Vordnorwegen anzugreifen. Die­ser Vorstoß, der zeitlich mit dem Auftreten einiger Sowjetflugzeuge zusammenfiel, scheiterte vollstän­dig. 23 Feindflugzeuge wurden in Luft­kämpfen, zwei durch Flakartillerie, drei wei­tere durch Marineartillerie a b g e s ch o f f e n. Die Besatzungen von zwei eigenen Flugzeugen, die bei diesen Kämpfen verloren gingen, sind gerettet wor­den. Ein weiterer Versuch einiger britischer Kampf­flugzeuge, in den heutigen Vachmittagsstunden i n Vorddeutschtand einzufliegen, scheiterte eben­falls. lieber der Deutschen Bucht wurden fünf Feindflugzeuge ohne eigene Verluste im Luftkampf abgefchoffen.

Feldmarschall Mannerheim an der Front