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Kriegsoerhältnisse auf einigen Gebieten der Bedarfs­deckung geschaffene Lage zu eigennützigen Zwecken zu mißbrauchen. Angeklagt war die Ehefrau Paula Obrecht aus Freiburg, die in 77 Fällen beim Berkaus von Möbeln Ueberpreise bis $u 2 00 v. H. berechnet und sich dadurch einen zusätz­lichen Gewinn von rund 10 500 RM. verschafft hatte. Erschwerend fiel ins Gewicht, daß die über­höhten Preise auch von Volksgenossen verlangt wurden, die durch die Kriegsfolgen ihre Habe ver­loren hatten und nun gezwungen waren, sich neue Möbel anzuschaffen. Das Sondergericht verurteilte die Angeklagte zu vier Jahren Zuchthaus und 10 000 RM. Geldstrafe, Einziehung des vereinnahmten Ueberpreises sowie zum Berufsverbot auf die Dauer von fünf Jahren. Zur Abschreckung wird das Urteil auch öffentlich bekanntgegeben.

Wegen Vorbereitung zum Hochverrat hlngerichkel.

Der 33jahrige Paul Schurr aus Frankfurt am Main, den der Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Begünstigung des Feindes zum Tode und dauernden Ehrverlust verurteilt hat, ist hingerichtet worden. Schurr hat während des Krieges zahlreiche Kettenbriefe und Flugzettel staatsfeindlichen Inhalts verbreitet, die den Fein­den des Deutschen Reiches Vorschub leisten konnten.

Schwangerschaft und Geburt vorgetäufcht.

Die 29jährige Ehefrau Erna Gohla aus Techwitz bei Weißenfels war Anfang Juli 1940 zu einem Arzt gegangen, hatte sich als schwanger ausgege­ben und über Schmerzen geklagt. Sie wurde des­halb krank geschrieben. Mit dem Krankenschein aing Frau G. zu der zuständigen Hebamme und erhielt eine Bescheinigung ihrer Schwangerschaft. Darauf­hin wurden der angeblich werdenden Mutter z u - sätzlich Lebensmittel bewilligt, sie er­hielt auch Bezugscheine a u f Wäsche st ücke. Am 2. November ging Frau G. dann zum Stan­desbeamten, stellte sich als angebliche S ch w e st e r der Frau Gohla vor und behauptete, ihre Schwester habe am 1. November ein Mädchen geboren. Der

Standesbamte stellte einen Geburtsschein aus. Nun erhielt Frau G. weitere zusätzliche Lebens­mittel, es wurden ihr auch 78 RM. W chnerin- nengeld ausgezahlt. Als sie aber auf der Geburts­urkunde eine Aenderung vornahm, um auch noch für Oktober erhöhte Familienunter- st ü tz u n g zu erhalten, kam der Schwindel heraus. Frau G. war überhaupt nicht schwanger gewesen. Wegen Uebertretung der Verbrauchsregelungsver­ordnung, schwerer Urkundenfälschung und fortge­setzten Betruges wurde die Angeklagte zu fünf Mo­naten Gefängnis und sechs Wochen Haft ver­urteilt.

Der älteste aktive Feldwebel des Weltkrieges.

In Ingolstadt konnte der Oberleutnant i. R. Georg Kurzendörfer feinen 86. Geburtstag feiern. Im August 1914 war Kurzendörfer als ältester noch ak­tiver Feldwebel der damaligen deutschen Armee, be­reits H9 Jahre alt, mit der 11. Kompanie des 10. In­fanterieregiments ins Feld gerückt und hat den gan­zen Weltkrieg mitgemacht.

Vollstreckung eines Todesurteils.

Am 26. Februar ist der am 23. Oktober 1906 in Leipzig geborene Karl Vorwerk hingerichtet wor­den, den das Sondergericht in Leipzig als Dolks- fchädling zum Tode verurteilt hat. Vorwerk hat mehrere Monate hindurch viele Feldpost Päck­chen ge stöhlen und beraubt.

Eine Frih-Reuter-Gedenkstätte in Graudenz.

Seit Fritz Reuter in einer Kasematte der Festung Courbiere einen Teil seiner Festungstid" verbracht hat, ist Graudenz eng mit dem Namen Reuter verbunden. Aus dem Raum, der Fritz Reuter beherbergte, hatten deutsche Män- ner mit liebevoller Sorgfalt eine kleine Erinne­rungsstätte geschaffen, die von vielen Reuter-Freun- den besucht wurde, bis sich die polnische Vernich­tungswut auch an diesem Reuter-Museum vergriff. Nur wenige Erinnerungsstücke konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Deutsche Offiziere haben jetzt die Pflege des Gedenkens an Fritz Reu­

ter wieder aufgegriffen und alle erreichbaren Er­innerungsstücke gesammelt. Das städtische Kultur­amt hat es sich gleichzeitig zur Aufgabe gemacht, eine würdige Fritz-Reuter-Gedenkstätte in Grau­denz zu schaffen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsmimster für Ernährung und Landwirt­schaft, Reichsbauernführer Darrs, empfing 40 junge Bauern und Bauernsöhne ausNorwegen, die als Gäste des Reichsnährstandes eine Fahrt durch Deutschland gemacht haben.

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Donnerstag traf der Reichsleiter für Jugender­ziehung, Baldur von Schirach, in Garmisch ein. Nach seiner Begrüßung durch den Reichs­jugendführer wohnte der Reichsleiter den Wett­kämpfen im Eislaufstadion bei, wo ihm der Gene- raloizekommandant der GIL., Bunamici, und die übrigen Führer der europäischen Jugendorganisa­tionen vorgestellt wurden.

Die 1927 von dem verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall von Hindenburg an- > läßlich seines 80. Geburtstages errichtete Stif­tung Hindenburg - Spende veröffentlicht ihren 13. Jahresbericht. Ihm ist zu entnehmen, daß die Stiftung seit ihrer Errichtung 12 066 923,65 RM. verteilt und damit in 72 243 Einzelfällen Kriegsbe­schädigte und Kriegshinterbliebene des Weltkrieges, Veteranen ufw. unterstützt hat.

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Der beratende Ausschuß für Donauangele­genheiten oberhalb Braila, der in Wien unter deutschem Vorsitz tagte, schloß seine Beratungen ab, an denen Vertreter der italienischen, sowjetrussischen, bulgarischen, rumänischen, slowakischen und ungari­schen Regierung teilgenommen haben. Es handelte sich um die erste Arbeitstagung des nach Auflösung

der Versailler Internationalen Donaukommissioy im Herbst vorigen Jahres errichteten Ausschusses Die nächste Tagung ist für Ende Juni in Aussicht genommen.

Der Austausch der Ratifikationsurkunden des un­garisch-jugoslawischen Freundschaftsvertrages fand Zwischen dem ungarischen Außenminister von Bar- dossy und dem jugoslawischen Außenminister Cincar. Markowitsch im Beisein des Ministerpräsidenten Graf Paul Teleki statt.

In Berlin fand eine Arbeitstagung aller D R K.- O b e r i n n e n in der Wernerschule des DRK. statt, die der Ausrichtung auf die kommende Arbeit und der Vertiefung poljtifcher, erzieherischer und fachlicher Fragen galt.

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Der im Jahre 1935 gegründete Verkehrs- wissenschaftliche^ Forschungsrat beim Reichsverkehrsministerium hielt eine Tagung ab, auf der die in großer Zahl auftauchenden Themen für verkehrswissenschaftliche Arbeiten beraten wurden.

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Für die olympischen Spiele, die nächstes Jahr in Buenos Aires stattfinden sollen, will man ein olympisches Dorf nach dem Muster des olympischen Dorfes bei Berlin errichten.

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New York Sun" will aus verläßlicher Quelle erfahren haben, daß der englische DampferSia­mese Prince" (8456 BRT.) um den 22. Februar herum im Atlantik versenkt wurde. Der Dampfer gehörte der Furnueß Prinoe Line, London.

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Nachruf!

Herr Hermann Fiedler

Gießen, den 27. Februar 1941.

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Der Oberbürgermeister. I. V.: Nicolaus.

Haarwuchs

Gießen, den 28. Februar 1941

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3.

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Nach kurzer Krankheit verschied am 23. Februar 1941 unser Gefolgschaftsmitglied

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Die Beerdigung fand auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt.

Unser lieber Kamerad

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wurde zur großen Armee abgerufen.

Er bleibt uns unvergessen.

Die Beerdigung findet heute Freitag um 14 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.

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Nach der Polizeiverordnung vom 4. II. 1882 haben die Garten- und Feldbesitzer die Hecken, die chre Grundstücke umfriedigen, an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen bis zum 15. Würz jeden Jahres auf eine Höhe von 1,25 m und eine Breite von 0,50 m zu beschneiden. In der Zeit vom 15. März bis zum 30. September dürfen nach § 14 der Naturschutzver­ordnung vom 18. März 1936 Hecken nicht geschnitten werden. Zuwiderhandlungen werden bestraft.

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[Verschiedenes

Vorerhebung

zur Vodeubenuhuugserhebung 1941.

Zur zuverlässigen Feststellung der Bettiebsflächen ist vor der eigentlichen Bodenbenutzungsaufnahme im Mai 1941 auf Anordnung des Herrn Reichs­ministers für Ernährung und Landwirtschaft im März 1941 eine Vorerhebung durchzuführen. Dazu ist es nötig, die landwirtschafllichen Betriebe, Forst-. Weinbau- und Gartenbaubetriebe zu ermitteln und ihre selbstbewirtschafteten Gesamtflächen festzustellen.

Zu diesem Zweck erhäll jeder Betrieb mit einer Bodenfläche von 0,50 und mehr Hektar Erwerbs- aartenbaubetriebe auch unter 0,50 Hektar Ende Februar 1941 vom Oberbürgermeister 2 Vordrucke, und zwar:

1 Betriebskarte (Vordruck 3),

1 Berichtigungsnachweis zur Betriebskarte mit Anleitung zur Ausfüllung (Vordruck 2).

Die Betriebskarte und der Berichtungsnachweis sind sorgfältig auszufüllen und spätestens am 4. März 1941 an den Oberbürgermeister zurückzu­geben.

Die Betriebsinhaber oder deren Vertreter sind nach der Verordnung über Auskunftspflicht vom 13. Juli 1923 (Reicksgesetzblatt I Seite 723) gesetzlich verpflichtet, die erforderlichen Angaben zu machen. Betriebsinhaber, die am 1. März 1941 die Vor­drucke noch nicht erhalten haben, müssen sie vom Oberbürgermeister sofort anfordern.

Alle an der Erhebung beteiligten Personen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Angaben wer­den zu volkswirtschafllichen und statistischen Zwecken benutzt. Die amlliche Landwirtschaftsstatistik bildet die Grundlage für alle Maßnahmen zur Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes. Es wird des­halb erwartet, daß alle Beteiligten ihre Betriebs­karten und Berichtigungsnachweise wahrheitsgemäß und sorgfältig ausfüllen und pünktlich an den Ober- bürgermeister zurückgeben.

Der Direktor

des Hessischen Landesstatistischen Amts. _________ Dr. Lind.

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Bekanntmachung.

In der Zeit vom 3. bis 31. März 1941 werden sämtliche städtischen Slrahenkanäle gespült.

Während dieser Zeit sind die Rückstauverschlüsse an den Grundstücksentwässerungen verschlossen zu halten. 1015D

Gießen, den 27. Februar 1941. i

Der Oberbürgermeister. Stadtbauamt.

__________________I. A.: Gravert.__________________

Bekanntmachung.

Nachstehende Bekanntmachung des Hessischen Lan­desstatistischen Amtes bringe ich zur öffentlichen Kenntnis. 1014C

Der Oberbürgermeister. I.D.: Nicolaus.

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