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Ur. 151 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
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27. Juni von 21.49 bis 5.00 Uhr.
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Dornotizen.
Tageskalender für Freilag.
Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Maskerade". J- Gloria-Palast, Seltersweg: „Dreimal Hochzeit". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Erste Liebe".
Ja, die „Königin der Blüten", sie wird sogar zum Symbol des Todes selbst, zum Bild der Todeswunde. Schon in Heinrich vvn Freibergs „Tristan" heißt es: „und der die roten rüsen truoc und bitterlichen smerze"; bei Herwegh: „Sie (die Lerche) singt von des Schlachtfeldes Rosen". H. von Kleist ruft schmerzlich aus: „Ach, diese blut'gen Rosen, auch, dieser Kranz von Wunden um sein Haupt!" Und Geibel spricht von „dex Todeswunden dunklen Pur- purrosen"!
So ist es denn begreiflich, daß Rosen aufs Grab gepflanzt werden, und daß da» Volkslied singt: „Und sterb ich denn, so bin ich tot, so gräbt man mich in die Röslein rot", und Grillparzer — in übertragenen Sinn —: „Ewig blüht die Rose au der Liebe Gruft." „Und, als ihr „drei Röselein gerat) in den Schoß" fallen und „die drei Röselein sind rosenrot", da weiß das Mägdlein nicht: „Lebt mein Schatz oder ist er tot."
So ist denn die leicht entblätternde Rose ein Zeichen des Werdens und Vergehens — es fei hier auch erinnert an Hauffs: „Tust du stolz mit deinen Wangen, die wie Milch und Purpur prangen, ach, die Rosen welken all!" — und wenn er liest: „Zett bringt Rosen, spricht von Nürnberg Hans Sachs", so ist weise der Mensch, der da ist „wie ein Gras", wenn er die Worte Geibels beherzigt, die da lauten: .Darfst nicht weilen, wenn die Zeit Rosen dir entgegenbringt!" oder Höltys Mahnung: „Rosen auf
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Zeitschriften.
— „Kunst dem Volke", Monatsschrift für bildende und darstellende Kunst, Architektur und Kunsthandwerk, Herausgeber Professor Heinrich Hoffmann, Verlag Heinrich Hoffmann, Wien. — Das Juni-Heft wird mit einem Aufsatz über das Barockmuseum in Wien eingeleitet, der über dessen Geschichte und Bestände Auskunft gibt und oon vorzüglichen Reproduktionen charakteristischer, aber verhältnismäßig wenig bekannter Werke der Epoche begleitet wird. Neben Plastiken von Georg Raphael Donner seien vor allem die Prinz Eugen-Büste von Permoser und ein farbig überaus delikater Deckengemälde-Entwurf von Gregorius Guglielmi („Allegorie der Macht") hervorgehoben. Ein Aufsatz des Herausgebers Karl Strobl beschäftigt sich mit dem Maler Heinrich Hönich und seiner Prager Schule. Die Frühjahrsausstellung des Wiener Künstler- Houses wird, ebenfalls an Hand von Bildbeigaben, besprochen. Ein Beitrag von Dr. Franz Ottmann ist dem Werke des steirischen Malers Karl Mader gewidmet. Eine Notiz verzeichnet die Ergednttse der mikrochemischen Untersuchung der Signatur des neu entdeckten Vermeer (Bildnis eines lesenden Mannes), worüber in einem frül)ercn Heft bereits ausführlich gehandelt wurde. -
aus: _ ,
Tante Emilie an ihrem Geburtstag zu einigen Damen: „Er ist trotz allem im Grunde doch ein netter Kerl, das wollen wir ihm nun lassen!"
*
Ein unbekanntes Fräulein gestern in der Stra- ßenbahn: „Was fällt Ihnen ein, mem Herr! (Aber sie lachte dabei.)
P M. an einem weinfröhlichen Abend unter Freunden (Berauschte reden bekanntlich die Wahr- heit). er legte mir den Arm um die Schulter: „Den hier" sagte er, „hättet ihr früher mal kennen sollen, da raufte er sich mit Kirchtürmen, so ein l Kerl war das."
aß duftig sei der Trank, gewobne Rosenringe", Irnbt singt: „Schling' Rosen um das Haar, schling' Miosen um den Wein", und Lessing: „Kann ich nun
Makulatur.
Von Arnold Ulitz.
Nur ein einziges Zimmer unserer Wohnung »urde neu tapeziert, aber das genügte, um aus »er ganzen Umwelt ein Chaos zu machen.
Mit der wilden Gereiztheit, die sich ein geistig arbeitender Hausherr in solchen Fällen ausnahms- »eise erlauben darf, nannte ich die ganze Reno- lation eine verdammte Schweinerei und fand im Sebrauch möglichst kräftiger Ausdrucke dieser 2m »■ine gewisse Erleichterung. .. , r.
Um' den Herrn Tapezierer zu moglichs em Tempo «uf zupeitschen, spendierte ich ihm eine flasche «Ud eine Schachtel Zigaretten; er nahm auch■bei Ns mit lächelndem Dank, behielt aber das uuen chütterliche Gleichmaß bei, das er sich W taufe wn Jahren angewöhnt hatte.
Ich als völliger Laie hoffte, ihn zehn Minute nach Arbeitsbeginn schon bei der eigentlichen Wandbekleidungsarbeit zu finden und druckte chm, >ls dies nicht der Fall war, meine Enttäuschung °us, natürlich sehr behutsam, um lhn nicht etwa zu „vergrämen" wie einen edlen empftndamen Hirsch. Er lachte freundlich; nein, nein., so 1g .ehe das ja nun nicht, zuerst müsse sel-stverstand- ich die alte Tapete herunter, und dann beklebe ur die Wand zunächst mit Makulatur.
Auf dem Boden häuften sich d« abgM •en Stücke der alten Tapete, an deren nie vor Jahren verwendete Makulatur noch h l ete. Das Zeitungspapier war setzt u
oon kleinen kalkigen Kornern besät. Man kon §inen Schritt im Raume tun, ohne daß Knirschen und Rascheln gab. nnll„. nuf
Als ich nun in meiner miserablen Laune diesem Fetzenqebirge herumstampf e, las ich ' einem der vergilbten Makulaturstucke. „19. ^un
Das Role Kreuz im Dienst an unseren Soldaten
Zur Reichsstraßensammlung für das Kriegshilfswerk.
Seit über fünf Jahrzehnten gibt es •»Saya»«-Arzneimittel. Das bedeutet mehr als 50jäh« rige Erfahrung und Bewährung. _ Diesen Erfolgen verdankt das ZjjX »Soyei«- Kreuz das große und [BAYER] allgemeine Vertrauen.
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Das Gchmeichelbuch.
Von Christian Vock.
Im Leben braucht man wohl manchmal etwas, an dem man sich aufrichten kann, Zuspruch und Trost und schulterklopfende Ermutigung, wenn einmal alles grau und traurig ist, so weit man sehen kann, wenn einem innen so richtig hundeelend zumute ist — neulich habe ich von einem Mann gehört, der eine wunderbare Idee hatte, eine Idee, jage ich euch, wer sie hört, der strahlt das ganze Gesicht herauf und herunter und spricht: Fürwahr, das ist eine Idee, prächtig und wohl zu bedenken!
Manchmal, wenn man Ermunterung braucht, Hilst ja eine Grammophonplatte, ein gutes Wort oder ein wenig zu trinken, wenn es etwas richtig Gutes ist, aber manchmal hilft das alles miteinander Nicht.
Der Mann, von dem ich berichte, ging in einen Papierwarenladen und verlangte ein Notizbuch. Er wählte ein Wachstuchheft aus, biegsam und ganz rot wie Sonnenuntergänge.
In dieses Buch trägt er ab und zu etwas em. Und dann also, wenn er Trost braucht, holt er sich das Buch und setzt sich damit in einen Sessel — und steht nachher getröstet auf.
3n dem Buch stehen Schmeicheleien eingetragen, die ihm irgend jemand sagte oder die ihm zugetragen wurden. In dem Buch sieht es ungefähr so
chuld und Reinheit. Lohenstein schreibt in seinen Rosen": „Da Geist und Kuß sich nicht von Mund rnb Rosen scheidet, so muß die Liebe ja nichts nders sein als Rosen." Den gleichen Sinn hat die Hofe, wenn Walther oon der Vogelweide schreibt: Möcht ich noch erleben, daß ich Rosen bräche mit ?em Kind im golbnen Haar, traun, das gäb ein Küssen und ein Kosen!" Bei Geibel heißt es in
Volkers Nachtgesang": „O Minne wundersüße, du ^osenhag in Blust", und an anderer Stelle: „Ein 3aar, das treu und redlich liebt, muß trotz ben Settern Rosen brechen." — Der Jugend vergleicht Schiller die Rose: „Trauet nicht den Rosen eurer Hugend" und „Ihrer Götterjugend Rosen blühen»'. Yünther sagt: „Wie schnell der Jugend Fruhlmgs- ;uft nach Art der Ros' entfahre", und Arndt: „Hier »erwelkt die Rose und die Jugend." Von der Sin- lenluft sagt Hofmann von Hofmannswalbau: „In Euberofen kann sie Schnee und Eis verkehren"; ein Sinnbild der Lebensfreude ist sie Rückert, wenn er chreibt: „Dem armen Herzen, welchem nie der larfte Strauch des Lebens / Genusses Rosen hat gebracht, bring östliche tröstliche Rosen!" Der jung« iräulichen Unschuld vergleicht Arndt die Rose: „Und »flückt der Tod auch die Rose zart, die ich so treu »ernähre, so miß, die Ros' wird aufgespart dem Treuen norm Altäre."
Der Treue wird die Rose verglichen. So lesen
den sei, aber in ^Wirklichkeit stamme sie mitfamt ihrer Makulatur schon aus dem Jahre 32. Ich achtete sck)on nicht mehr auf seine Erklärungen, andern hatte mehrere Tapetenstücke ausgenommen und schmökerte nun — Makulatur.
Nicht immer natürlich waren die Terte voll- tändig, aber das meiste blieb doch sinnvoll genug, unb ich erlebte zum erstenmal die nachbenklich timmenbe Schwermut bes Altpapiers.
Da gab es Erdbeben, Ueberfchwemmungen, Mißernten, Wirbelstürme, unb natürlich war auch damals ein Zug engleift, ein Kind war zum brüten Stock heruntergefallen und gottlob gesund gelandet, eine Dachpappenfabrik hatte gebrannt, und eme Frau hatte vergessen, den Gashahn zu schließen, eine andere war von der fahrenden Straßen- bahn gesprungen und lag ferner perlefct im A ller- heiligenkrankenhaus, und em natürlich mit Nicht- schwimmern bemanntes Boot war auf der Oder umgekippt. ■
Mer nicht diese Dinge, die eigentlich zeitlos sind und 1950 genau so geschehen werden, wie sie Anno 32 geschahen, nicht diese Dinge erregten
Unbern all diese hochwichtigen Reden oon Ministern unb Abgeordneten, die Unterhaussitzun- qen in London, die Senatsbeschlusse von Pans,, bic Kabinettsrücktritte und -Neubildungen in aller Wei all dies ehedem so Wichtige und heute so Nichtige, das erschütterte mich ins tiefste.
ciäx erschauerte vor der Gewaltigkeit der ge|chicht- lichen Umwälzung unb bes neuen Werdens ...
Da erklang im Nebenzimmer der erregende __der eine Sonbermelbung des Ru°nbsunks onmelbete. „Sondermeldung!" schrien Jtuno uru Tapezierer unb ich, und
Mv7rsLch nahm ich chn mit. Ne Arbeit
M Äi-nstMond!"
Hub zwei Jungen draußen", sagte er leuch.
Zügen.
Langsam rollt der Zug aus der Halle, nebenher laufen Schwestern vom Roten Kreuz mit Kaffeekannen und Brotkörben und reichen Verpflegung zu den Kameraden herauf.
Tag und Nacht, immer bereit — für uns.
Kriegsberichter Helmut Haring.
5pee singt in „Trutznachtigall": „Wann der jammer mederkehrt, rote rosen gähn herfür".
Hochgelobt wird die Schönheit der Rose: „Diu ßfe ist diu schoenste unber aller blüete" (Wacker- - agel, Kirchenlieder) ober I. Ehr. Günther in bem Zedicht: „Rosen": „Die Rose trägt bas Blut von Böttern unb ist ber Blumen Königin", während Her- |er sagt: „Rose, Königin ber Blüten, unter Dornen :nfgeblül)t", unb E. M. Arnbt: „Da sah auf Dornen ch blutig ber Rose Majestät." L. Tieck lobsingt also: Rose, fuße Blüte, ber Blumen Blum, ber Kuß ist uf deinen Lippen gemalt. O Vos', auf deinem Jlunbe strahlt ben Küssenden Lieb, Anbacht unb Heiligtum."
Der fröhliche Zecher ober ber Buhle winben sich Rosen ins Haar, sie bekränzen sich mit Rosen. So bricht benn Wielanb von ber „heitersten ber Stir- en, mit Myrth' unb Ros' umkränzt", Günther singt: Mit Rosen schmück ich Haupt unb Haare, bie Rosen nuch' ich in den Wein", bei Platen heißt es: „O, ■ imm bie Rose auf, unb um ben Becher schlinge,
lies ber nein gesalbtes Haupt stolz mit Rosen umschließen." Dr. Dbneltm gjn Sinnbild der Liebe ist bie Rose unb bes jojinlen m Liebesglücks, ber Freude unb ber Jugenb, Gleichnis ifenfet [ ‘er Sinnen- unb Lebenslust, aber auch bas ber Um
finben uns mit einem Teller Suppe, einem Topf Kaffee unb ein paar Scheiben Brot auf ber Suche nach einem Platz. In das überroiegenbe Grau des Heeres mischen sich bas Blaugrau ber Lustwaffe, bas Blau ber Kriegsmarine unb bas Braungelb ber OT. Jetzt haben wir einen Platz gefunden und lassen uns das Essen schmecken. Neben uns schreibt ein Flakartillerist einen Brief nach Hause, uns gegenüber sitzt an einem langen Tisch ein junger Jnfan- terielcutnant inmitten seiner Männer. Seine graue Uniform schmücken das schwarzweißrote Band des EK. II, das schlichte Kreuz des EK. I und das silberne Jnfanterie-Sturmabzeichen. Sie sprechen von vergangenen Kampftagen.
Zwischen den Tischreihen gehen die Schwestern hin und her, verteilen Feldpostkarten und Päckchen mit Knäckebrot für bie Fahrt. Plötzlich fährt mir eine Hanb über bas Haar. „Kamerad, wollen Sie mir bitte einmal tragen helfen?" fragt eine dünne Stimme hinter mir. Ich drehe mich um und blicke in das müde Gesicht einer kleinen alten Schwester. Drei, vier Mann von uns springen auf und bringen zwei der großen Suppenkübel zur Anrichte.
„Ich bitte, ben Raum für die nächsten Kameraden zu räumen!" Eine Schwester ruft es, mitten im Raum stehend. In fünf Minuten läuft wieder ein Zug ein, der einen neuen Transport bringt, unb diese Männer wollen auch verpflegt werden. Wir ziehen uns an, nehmen unser Gepäck und treten raus. In fünfzehn Minuten fährt unser Zug.
Jetzt lehnen wir in den offenen Abteilfenstern, -der Zug steht in der fast völlig verdunkelten Bahnhofshalle. „Lotsen" des Wehrmacht-Bahnhofsdienstes geleiten die Kameraden, die hier gleich umsteigen müssen, mit blauen abgeschirmten Lampen zu ihren
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scheu Rundfunks triumphierte: Erneuerung, Erneuerung! Entfernung des Verstaubten unb Vergilbten! Reinigung! Schönere Ordnung nach wildem Chaos! Renovation der Welt!
die Suppe.
Wir haben unsere kleinen Pappmarken, bie wir am Eingang empfangen haben, abgegeben unb be-1
Sinb bas nicht Schmeicheleien, an benen man sich orbentlid) bie Hände warmen kann? Ich habe vor, mir auch so ein rotes Wachstuchheft zu kaufen, unb manchmal sitze ich schon da unb benfe Jahre zurück, was mir einmal Schmeichelhaftes gesagt würbe, bas ich gleich eintragen könnte, es stäube doch bann chon ein wenig brin in bem Schmeichelbuch.
Für Damen möchte ber Entdecker des Schmeichelbuches noch eine besondere Anleitung geben. Der Umschlag dars, im Rot ber Sonnenuntergänge ein- gedruckt, ein sanftes Blumenmuster haben, das gleich bie heitere Gefälligkeit, ben Sinn gefangen nimmt. Unb alles Schmeichelhafte, bas jemals je- manb sagte, barf ohne Scheu hineingeschrieben wer- ben, selbst wenn es um zwei Grabe zu dichterisch geschworen war. (Wie gelb bein Haar ist! Wie Wei- zenfelber im August.)
Unb so ein Schmeichelbuch hilft manchmal mehr als Spiegel, bie schmeichelhaft berounbern — es Yibt non innen her: beschwingten Schritt unb festliche Bereitschaft, ben Tag, ber heute ist, zu loben.
Die Wangen bes Mägbleins, sie gleichen ben Rosen, unb bas Volk singt: „Blönbkopfet, blauauget, a Rösle im Gsicht", unb Hölti) bichtet: „Die Rosen ihrer Wangen sind vom Tob hinweggepflückt." Denn nicht nur Sinnbilb bes Lebens und seiner Wonnen ist bie Rose, gar oftmals bient sie bem Gleichnis ber Vergänglichkeit. So im „Begtabnisgebicht" von Hofmann von Hofmannswalbau: „Es muß ber Haare Gold ber Jahre Silber weichen, bie Funken, bie vergehn, bie Rosen, bie verbleichen."
Aus der Stadt Gießen.
Oie Zlose^
Schon wenn bas Wort Rose an unser Ohr schlägt, itauben wir nicht, ben süßen Duft ber Blüte zu «rspüren? Es ist neben ber leuchtenben Farbe ber rJg in erster Linie ihr lieblicher Duft, ber viel- L* gerühmt wirb. So singt Klopstock: „Rosen 'iospen bir auf, baß sie mit süßem Duft bich um- lömen", Goethe: „Dir mit Wohlgeruch zu kosen, 'sine Feste zu erhöhn, knospenb müssen tausend Sojen erst in Gluten untergehn", unb Uhlanb bich- »I- „Die Röslein bufteten still unb blickten lieblich terfür"; Rückert aber schrieb: „Ich senbe einen Gruß nie Duft ber Rosen, ich senb' ihn gn ein Rosen- mgesicht!"
Neben bem Duft macht vor allen Dingen bas purpurrot ber Rose starken Einbruck. Im „Venus- iirtlein" steht zu lesen: „Wie bie rohten rößelein 'gier blumen zierath seyn", unb in ben von Uhlanb Rammelten Volksliebern: „Sie wollte in den iirünen Wald nach roten Röslein gen", unb: „Die Jeiß unb roten rosen Helt man in großer, acht."
fragte ich betroffen. "Wir P denn das möglich? Die Wohnung iyurde ^noviert, - Hier einzogen, aber bas ist boch ers
XBer Mann erklärte mir mit "^"legenheü eines wohlgesinnten Fachmannes, . ^lide vorliegenden Fall um eine ausgezeichnete s cnlte Tapete handle, bie vor vier Mm- 5 »'mzogen, einfach elfenbeinfarbig uberftr ch
PK. Wir zwangen uns burch eine Gasse oon Tornistern, Seesäcken, Gewehren, Koffern, Paketen unb sonstigem Marschgepäck. Nun noch ein paar Stufen, unb wir stehen in einer Unter tun ft bes Deutschen Roten Kreuzes auf einem der großen Durchgangs- unb Umsteigebahnhöfe für Fronturlauber unb auf bem Marsch bcfinblidjer Truppen.
Ein Heller, langgestrpckter, hoher Raum hat uns aufgenommen. Wir stehen an einem Tisch vor einer älteren Frau. „Können wir hier etwas zu essen bekommen, Schwester?" — „Dort gerabeaus, mein Junge!", erroibert sie, mit ber Hanb nach vorn weisenb, unb blickt mich über bie Ränber ihrer einen golbenen Brille freunblid) an; über ihrem silbergrauen Scheitel leuchtet bas weiße Häubchen mit bem roten Kreuz, bas sie, obwohl bie Solbaten sie einfach „Schwester" nennen, als eine ber vielen Rotkreuzhelferinnen aus ben Verpflegungseinheiten ber Wehrmacht kennzeichnet.
Langsam nur können wir uns an ben langen, bichtbesetzten Tischreihen vorbei nach vorn zur Essensausgabe durchbrängen. Hier herrscht Hochbetrieb. Teller, Lössel unb Emailletöpfe klappern burchein- anber, am Spülstein rauscht bas Wasser in bie Abwaschwannen, in einer Ecke brutzelt es auf einem Kocher in ber Pfanne, ein herzhafter Geruch von gebratenem Speck zieht burch ben Raum. Hinter einer breiten, wuchtigen Anrichte stehen bie Schwestern mit ihren nimmermüden Hänben, alle Altersklassen unb Volksschichten stehen hier zusammen im freiwilligen Dienst für bie Söhne ihres Vaterlandes. Die Schwester, die mir gerade, den mit warmem Kaffee gefüllten Topf reicht, könnte in ihrem Beruf Lehrerin fein, neben ihr steht ein zartes, blasses Mädchen beim Brotschneiden, unb aus ben großen Suppenkübeln, aus benen langsam ber Dampf auf« steigt, schöpfen zwei bralle ßanbmäbels mit frischen roten Gesichtern, in benen ein luftiges Lachen steht,
wir im „Berliner Helbenbuch": „bu roaere in bmer jugenbe ber triuroe rehte eine rose", unb Wieland pricht davon, daß die Tugend „deckt ben Lebensweg mit Rosen"; und Haller sagt: „Der treuen Liebe Hand streut Rosen auf ben Weg." Weiter gilt bie Rose als Symbol bes Schweigens; besonbers vom 15. bis 17. Jahrhundert redete man „fub rosa" oder „unber ben rosen". Unb Jean Paul kennt bie „Rose bes Schweigens".
Ueberhaupt können sich bie Dichter kaum baran edättigen, bie Rose zu Vergleichen aller Art heran- zuziehen! So steht bei Lohenstein: „Ja, wie bie rose wirb bie sonne seyn auf erben!", bei <5pee: ,4ns gar bas schöne Morgenrot sich krönt mit frischen Rosen." (Sehr ähnlich bei Geibel.) Max Dauthenbey aber dichtet: „Der Mond ist wie eine feurige Ros", unb Rilke bichtet: „Dach manchmal bin ich oor bem Morgen bang, unb greife scheu nach seiner Rosen Röte." L. Tieck singt: „Nie welkt die Ros', bie mir im Herzen.tragen", und Platen: „Wie ein Flämm- chen flackert eine Rose, die noch aus Eden stammt, in meinem Busen." Logau nennt den Frühling „bes Jahres Rose".
Rosen unb Mäbchen, sie sinb überhaupt unlösbar miteinanber verknüpft! Das Mäbchen wirb verglichen mit einem Rosenstrauch, mit einer frischen Ro e, wir hören von „Rosenangesicht", Rilke spricht (nach älteren Vorbildern!) von ber „Rosenreinen , Tieck singt: „Rosen, Lilien sinb gestreut auf ben wunberfüßen Leib." Von ben Lippen (Gretchens) sagt Mephisto: „Das Zwillingspaar, bas unter Rosen weidet", unb Opitz: „Noch röter ist ber Lippen Schein, als eine Rose pflegt zu fern. Boben- ftebt (Mirza-Schaffi) rebet von „Rosenmund und Rosenlippen", und Logau behauptet: „Wann Weiber Reime schreiben, ist bopptfi ihre Zier; benn ihres Munbes Rose bringt nichts als Rasen für! Im Dolkslieb heißt es: „Zwaa Raisla im Gsicht , Platen singt: „Rosen sinb bes Schenken Lippen.
ben Weg gestreut und des Harms vergessen! Eine kleine Spanne Zeit ist uns zugemessen."
Aber auch bem Zaungast bes Lebens, dessen Zugriff bie Rose sich weigert, ist Trost zubereitet; benn ingt nicht Mirza-Schasfy:
„Der Rose süßer Dust genügt, Man braucht sie nicht zu brechen — Unb wer sich mit bem Duft begnügt, Den wirb ihr Dorn nicht stechen! L B.
Gloria-Palast: „Dreimal Hochzeit".
Die Bilber biefes Films wirken wie photographische Stationen eines Romans, ober es gibt bics- mal feine literarische Vorlage; bas Drehbuch von Ernst M a r i s ch k a geht auf eine Jbee von Gerhard Menzel zurück, dem mir schon eine Anzahl guter Filme verdanken. Eine Geschichte von großer lind unwandelbarer Liebe, die erst bei der dritten Begegnung ihre dauerhafte Erfüllung findet. Ein zaristischer Offizier, Großfürst im Vorkriegsrußland, verliebt sich während der Einquartierung im Manöver in eine Gittsbesitzerstochter und will sie auch gleich heiraten, aber der erste Versuch endet mit einem Skandal, den die hochmögende Petersburger Gesellschaft inszeniert. Bei der zweiten Begegnung, nach dem Weltkriege in Berlin, sind die sozialen Unterschiede nicht aufgehoben, nur die Nollen vertauscht: der ehemalige Großfürst ist Taxichauffeur geworden, die Verlobte aber ein berühmter Revue- tar. Sie lieben sich noch immer, aber auch diesmal kommt die Trauung nicht zustande. Endlich, wieder noch Jahren, begegnen sich die beiden zum dritten Male: ayf einem Dampfer, unb diesmal gibt es keine Hindernisse, keine Bedenken, keine Hemmun- gen und kein Halten mehr; sie ist ein Mannequin geworden jmb er ist Mixer an der Bar. Als ihm klar wird, daß sie sich diesmal auf einer Ebene gesunden hatten, mo es keine Niveau-Unterschiede mehr gibt, stürzt er hinter seiner Bar hervor mitten in die Modenschau unb schleppt bas geliebte Mannequin vor ben Kapitän, oer unverzüglich bic Trauung auf hoher See vollzieht. — Geza von Bolvory hatte bie Spielleitung, unb es entstand ein Film, der mehr als romantische Episode mirpt, als idyllisches Spiel am Rande ber Wirklichkeit, weniger als dramatisch-fpannenbes Abenteuer Willy Fritsch ist ber verwandelte Großfürst, liebenswürdig, sympathisch, ohne Starmanieren; seine neue Partnerin: Marte Hare11, eine hübsche und zärtliche, angenehm unkonventionell erscheinende Geliebte und Braut. Um die beiden herum gibt cs nicht sehr viel zu spielen, aber Hedwig Bleib treu, Theodor Dancgger, Nikolai Kokin und Theo Lingen (obwohl seine Komik schon unmittelbarer und schlag- , kräftiger herauskam ale( hier) seien vom Ensemble genannt. (Wien-Film im Verleih der Terra.) — ■ Dazu bie Wochenschau, bic bereits besprochen wurde.
Hans Thyriot.
»'S.
Sä
eilen, vor
'm Ch-* Bei feind'1 ig 8'ilile **
-i* auch einen. Bei den Stukas", sagte ich.
Er ging wieder an die Arbe.t, und ,ch ,olg.e ihm denn nur mußten nach sprechen, werl die &nen tar zu unrußenall non greube unb Sto 5 yjer^en u o schippten bie großen Worte
...... .. . "^ProÄte bamaliger S.an.-lenker, Dolkofithrer rnes, baß es sich & Volksoersührer raschelnd vor sich her. ausgezeichnete, solche un£a5 ganje Suropo oon bonwts tnar
als wir J ^Makulatur, aber lebe Meldung bes Deut« 1


