Aus der Stadt Gießen.
Redensarten.
Es gibt eine große Anzahl von Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redensarten, die von uns allen täglich gebraucht werden, deren Entstehung aber Jahrhunderte, ja Jahrtausende zurückliegt Stammt doch der Ausspruch „Eine Schlange am Busen nähren" aus einer Fabel des Aesop aus dem 6. Jahrhundert v. Ehr.! Solche Vergleiche gehören seit ihrer Entstehung zum eisernen Bestand unseres Sprachschatzes. Aber die Zeiten ändern sich und auch die Menschen, und so sind viele Redensarten heute schon veraltet und klingen unseren Ohren fremd. Trotzdem brauchen wir sie noch, auch wenn uns die ursprüngliche Bedeutung verlorengegangen ist.
So kommen in manchen Redensarten und Dergleichen alte Maße und Gewichte vor, die uns nicht mehr geläufig sind. Wir sagen z. B.: „ellenlang sein", „ein Schock Kinder haben", „sein Licht nicht unter den Scheffel stellen" und „keinen B atz e n wert sein". Es heißt auch: „bas ist ihm nicht an der Wiege gesungen worden", ob-
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wohl kein Kind mehr in der Wiege liegt, „mit Sack und Pack", und doch hat heute jeder seinen schönen Koffer, oder auch: „der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht", obwohl wir wohl alle unser Wasser aus der Wasserleitung „schöpfen". „Er ist von altem Schrot und Korn" sagen wir auch gern und „mit jemandem Schindluder treiben", obwohl uns garnicht klar ist, was ein Schindluder eigentlich ist.
Sehr viele sprichwörtliche Redensarten nehmen ihren Ursprung — der Herkunft unserer Altoor- deren gemäß — aus dem bäuerlichen Leben. Trotzdem werden sie heute noch von den Städtern gebraucht. Wir sagen: „Dir ist wohl der Weizen verhagelt", „er ißt wie ein Scheunendrescher", „er muß im Zaume gehalten werden, daß er nicht über die Schnur haut", „wir haben ihn durchgehechelt" und „sie dreschen leeres Stroh".
Aus dem täglichen Umgang mit Wagen, Pferden und Ochsen stammen die folgenden Redensarten: „Wie man den Karren schmiert, so läuft er", „die Karre aus dem Dreck ziehen", „mach mir die Pferde nicht scheu", „einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul", „wie der Ochse vorm Berg", „er hat sich die Hörner noch nicht abgelaufen" und „jemandem die Hörner zeigen".
Aber auch das Handwerk lieferte treffende Redensarten. So nahmen wir vom Schuster: „alles über einen Leisten schlagen" und vom Tischler: „aus dem Leim gehen". Die Bierbrauerei gab uns den Ausspruch: „da ist Hopfen und Malz verloren" und die Schäferei schenkte uns zwei gute Vergleiche: „fein Schäfchen scheren" und „faule Schäfer haben !;ute Hunde". „Er säuft wie ein Bürstenbinder" ichert allerdings diesem Gewerbe kein gutes Anrenken? Ein eigenes Haus, ein Hund, ein Schwein zum Schlachten, das gehörte früher selbstverständlich dazu. Und so finden wir denn eine Menge Redensarten, die darauf Bezug haben: „Einen Streit vom Zaun brechen", „ein Wink mit dem Zaunpfahl", „damit lockt man keinen Hund hinterm Ofen vor", „bellende Hunde beißen nicht", „mit der Wurst nach der Speckseite werfen". Aber auch Mäuse gab es immer in Haus und Hof: „wenn die Maus satt ist, schmeckt das Mehl bitter" Und „arm wie eine Kirchenmaus". Sonntags saßen unsere Vorfahren — es soll auch heute noch so sein — gern im Wirtshaus, tranken ihren Schoppen und spielten Karten: „mit verdeckten Karten spielen", .„sich nicht in die Karten sehen lassen", „alles auf eine Karte setzen" und „er muß die Zeche bezahlen".
Der früher viel innigere Umgang mit der Natur ergab viel Vergleiche mit Früchten und Tieren: „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm", „jeder Vogel liebt sein Nest", „schlau wie ein Oktoberfuchs", „mit allen Hunden gehetzt", „wie ein Rohrspatz schimpfen".
So sehen wir, wie durch solche Redensarten unsere Sprache und unsere Vorstellungen reicher und bunter werden, obwohl vielen unter uns die Gegenstände der so treffenden Vergleiche fern liegen, oder gänzlich fremd sind. E. L. St
Lorrwtizen.
Tageskalender für Donnerstag.
NSG. „Kraft durch Freude": 19 Uhr „Des Meeres und der Liebe Wellen". — Gloria-Palast (Selterswea): „Im Schatten des Berges". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Herz geht vor Anker". — Oberhessischer Kunstverein: 17.30 bis 18.30 Uhr Ausstellungen im Stadttheater und im Turmhaus am Brand.
Solistenkonzert in der Aula.
Die NSG. „Kraft durch Freude" veranstaltet außerhalb des Konzertringes am nächsten Sonntagnachmittag in der Aula der Universität ein Solisten- konzert, bei dem Elsa Ehlert-Hebermehl (Klavier), Erna Stoll (Sopran) und Marie Louise Moench (Violine) mitwirken werden Neben Werken von Bach, Händel und Schubert werden eigene Kompositionen von Frau Elsa Ehlert-Hebermehl zum Vortrag kommen.
Neues zur Einkommensteuer-Veranlagung.
Erhöhte Absetzung der Abnutzung. — Erweiterung der Kinderermäßigung für volljährige Kinder. — Pauschbeträge für Werbungskosten.
Der Reichsfinanzminister hat am 15. Februar 1941 einen Runderlaß herausgegeben, .der im Reichssteuerblatt Nr 17 vom 21. Februar veröffentlicht wurde und noch sehr beachtliche Anweisungen für die jetzt fällige Einkommensteuer-Erklä- rung enthält. Der Runderlaß umfaßt 16 Punkte, von denen wir hier auf drei Hinweisen möchten.
Da Rückstellungen für unterbliebene Instandhaltung steuerlich nicht anerkannt werden, gewährt der Runderlaß für abnutzbare Anlagegüter des Betriebsvermögens, die während des gegenwärtigen Krieges durch vermehrte Inanspruchnahme (Mehrschichtenarbeit, Umstellung der Fabrikation auf Lieferungen für die Wehrmacht usw.) erhöht abgenutzt werden, für die Einkommensteuer-Veranlagung 1940 erhöhte Absetzungen für diese Abnutzung. Das kann insbesondere bei Maschinen und Geräten zutreffen, aber auch für Gebäude und bauliche Anlagen, bei denen erhöhte Abnutzung dadurch verursacht wurde, daß Jnstandhaltungsarbeiten nicht oder nicht in dem erforderlichen Ausmaß ausgeführt werden können. Die erhöhte Absetzung kann gemäß § 7, Abs. 1 letzter Satz als „außergewöhnliche technische" Abnutzung in der Steuererklärung eingesetzt werden.. Feste Sätze sind hierfür nicht vorgesehen, sondern die Absetzung richtet sich nach der Abnutzung im Einzelfall.
Für Kinder oder andere Angehörige des Steuerpflichtigen, die wegen ihrer Zugehörigkeit zur Wehrmacht während des gegenwärtigen Krieges ihre Berufsausbildung bis zum 25. Lebensjahr nicht beginnen oder nicht vollenden konnten, kann gemäß Ohne Vogelschutz keine
Zur Durchsetzung der bei der notwendigen Ertragssteigerung von landwirtschaftlichen Nahrungsprodukten und Rohstoffen gegebenen Aufgaben sah sich der Mensch gezwungen, zum Teil recht einschneidend in die natürliche Entwicklung der Landschaft einzugreifen. Die Urbarmachung von Oedländereien, Heide-, Moor- und Bruchflächen erfolgt in immer stärkerem Ausmaß. Die Bändigung der Wildwasser, die Durchforstung der Wälder, die Niederlegung unproduktiven Niederwaldes und Gesträuchs waren nicht zu umgehen. Aber man nahm damit gleichzeitig vielen Vögeln ihre Lebensbedingungen und mußte sehr bald erkennen, daß damit ursächlich zusammenhing ein stärkeres Auftreten von Schädlingen aller Art. Dank der Leistungen der deutschen Chemie war es zwar möglich, Schädlingsbekämpfung in großem Maßstab zu betreiben. Jedoch ist heute erwiesen, daß wir intensiven Vogelschutz anstreben müssen, weil die verschiedenartigen Nutzvögel immer noch die besten Schädlingsbekämpfer sind. Diese Behauptung ist durch unzählige wissenschaftliche Untersuchungen erhärtet. Immer wieder ist überall dort ein fühlbares Nachlassen im Auftreten von Schädlingen festgestellt worden, wo man für ausreichenden Besatz von Nutzvögeln gesorgt hatte. Außergewöhnlich große Erfolge wurden erzielt bei der Vernichtung von Frostspannern, Rüsselkäfern, Maikäfern und Kiefernspinnern, die in vielen Landschaften zu einer Gefahr für den Waldbestand geworden sind. Folgendes Beispiel möge erkennen lassen, was ein Vogel in der Bekämpfung von Schädlingen zu leisten vermag: eine kleine Meise frißt täglich soviel, wie sie selber wiegt. Ein einziges Meisenpaar vertilgt mit seinen Nachkommen in einem Jahr mehr als einen ganzen Zentner Insekten, abgesehen von Millionen von Insekten- und Raupeneiern.
Aber nicht nur für unseren Waldbestand fifib zahlreiche Vögel als Jnsektenbekämpfer unentbehr-
§32, Abs. 5, Ziffer 3 des Einkommensteuergesetzes die Kinderermäßigung auch über bas 25. Jahr hinaus gewährt werden Die Altersgrenze von 25 Jahren verlängert sich dabei um die Zeit, während der das Kind oder der andere Angehörige der Wehrmacht angehört hat, mindestens jedoch um 6 volle Kalendermonate. Die Monate, in die die Einberufung und die Entlassung fallen, sind als volle Kalendermonate zu rechnen.
Zur Vereinfachung der Veranlagung werden die Finanzämter bei zu veranlagenden Steuerpflich- tigen, deren Einkommen ganz ober teilweise aus Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit besteht, für Werbungskosten mindestens einen Pauschbetrag von 180 RM. absetzen. Für Sonderausgaben im Sinne des § 10, Abs. 1, Ziffer 1 bis 3, EStG, (also für Schuldzinsen, Beitrage und Versicherungsprämien und für Beiträge an Bausparkassen) wird bei der Veranlagung ebenfalls mindestens ein Pauschbetrag von 180 RM. abgesetzt werden. Für den Steuerpflichtigen bedeutet dies, daß er seine Werbungskosten, soweit er keinen höheren Betrag als 180 RM. in Anspruch nehmen will, in der Steuerveranlagung 1940 nicht im einzelnen aufzuführen braucht. Das gleiche gilt für die Sonderausgaben, sofern er auch hier nicht mehr als 180 RM. abge- jetzt wissen will. In dem übersandten Deran- lagungsvordruck, den wir für 1940 auszufüllen haben, steht, daß Pauschbeträge für Werbungskosten nicht gewährt werden. Dieser Satz ist also durch den neuen Runderlaß überholt.
Schädlingsbekämpfung.
lich, auch unsere Obstgärten bedürfen der Hilfe,dieser gefiederten Kameraden des Menschen. Meisen, Kleiber, Baumläufer, Rotschwänzchen, Braunellen, Fliegenschnepper, Laubsänger und andere sind die besten Vertilger von Apfelwicklern, Obstmaden, Blattläusen und anderen Schädlingen unserer Obstwirtschaft. Auch unsere nützlichen Schwalben darf man nicht vergessen, die besten Helfer zur Niederhaltung der lästigen Fliegen und sonstiger Schmarotzer. Im übrigen fei erwähnt, daß selbst unsere Raubvögel, vor allem Falken und Bussarde, sowie alle Eulenarten Großes in der Vernichtung von Schädlingen leisten. Durch Mäuse und Ratten geht jährlich Erntegut in Höhe von vielen Millionen RM. verloren. Unsere Raubvögel sind die erfolgreich st en Mäusevertilger. Der Star wird oft als ein Räuber der Obstbäume, besonders der Kirschbäume angesehen. Sicherlich verursacht er da einigen Schaden, aber der steht in keinem Verhältnis zu dem Nutzen, den er durch die Vertilgung von Engerlingen, Maikäfern, Drahtwürmern, Schnaken, Schnecken, Raupen und anderem Getier bringt. z
Schädlingsbekämpfung ohne Vogelschutz ist undenkbar. Der Mensch muß dafür sorgen, daß seine gefieberten Freunde gerade in der jetzigen Zeit der immer stärkeren Kultivierung der Landschaft noch ausreichende Niststätten finden. Aber es soll nun keiner einfach nach Gutdünken an diese Aufgabe Herangehen, denn die Lebensbedingungen der einzelnen Vögel sind sehr verschieden und falsche Anlagen können mehr Schaden stiften als Nutzen bringen. Wer hier mithelfen will, der wende sich an kundige Vogelfreunde oder an Vogelschutzwarte, die es in fast allen Gemeinden gibt. Hier wird jedem Rat und Hilfe zuteil, der entweder fein eigenes Besitztum vor Schädlingen schützen, oder sich aus Freude an der Vogelwelt einer wichtigen volkswirtschaftlichen Aufgabe widmen will.
Hans Larojfa liest in Gießen.
Äer Goethe-Bund und die Kulturelle Vereinigung bringen im Rahmen des Gießener Vortragsringes zusammen mit der Volksbildungsstätte Gießen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wiederum ein besonderes literarisches Ereignis: der Dichter Hans Carossa wird am Mittwoch, 5. März in der Großen Aula aus eigenen Werken lesen. Die Ankündigung dieser Dichterstunde bedeutet sicher für die Gießener Schrifttumsfreunde eine ganz besondere Freude.
Ortszeit für den 28. Februar.
Sonnenaufgang 8.17 Uhr, «Sonnenuntergang 19.00 Uhr. — Mondaufgang 8.52 Uhr, Monduntergang 21.48 Uhr.
Don der Universität Gießen.
Zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde der Dozent Dr. med. habil. Hans Kreitmair in Gießen. Professor Dr. Kreitmair stammt aus Bayern; er wurde 1894 geboren. Im Anschluß an sein Studium und längere wissenschaftliche Arbeiten in Erlangen trat er bei den Chemischen Werken von Merck in Darmstadt ein, wo er gegenwärtig die Stellung des Vorstandes des Pharmakologischen Laboratoriums innehat. Seit Juni 1933 ift^cr in der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen habilitiert. Im Pharmakologischen Institut unserer Universität hält er Vorlesungen. Sein Hauptarbeitsgebiet umfaßt die Wissenschaft von den.Vitaminen und Hormonen.
Quark-Abschnitt gilt während der ganzen Zuteilungsperiode.
Manche Verbraucher sind der Auffassung, daß Quark erst in der vierten Woche der jeweiligen Zuteilungsperiode bezogen werden soll, weil der Quark- Abschnitt der Reichsfettkarte die Ziffer 4 (im Anschluß an die Käseabschnitte 1, 2 und 3) trägt. Der Quark-Abschnitt gilt, wie der Aufdruck ergibt, jedoch während der ganzen Zut^ilungsperiode. Der Kleinverteiler wird mit Quark auch nicht etwa erst in der vierten Woche, sondern wiederholt im Laufe
Verdunkelungszeit
27. Februar von 18.57 bis 8.15 Uhr.
der Zuteilungsperiode beliefert. Das Haupternährungsamt empfiehlt daher dringend, den Quark abzunehmen, wenn ihn der Kleinoerteiler anbietet, sonst läuft der Verbraucher Gefahr, überalterte Ware zu erhalten ober überhaupt auf den Quark verzichten zu müssen, da bekanntlich andere Käsesorten auf den Quark-Abschnitt nicht abgegeben werden dürfen. Die Verteilung des Quark-Bezuaes über die ganze Zuteilungsperiode macht insbesondere in einem Haushalt mit mehreren Personen keine Schwierigkeiten, da z. B. in der einen Woche die Ware auf eine Karte, in der nächsten Woche wieder auf eine Karte, der Rest in den letzten Wochen jeder Zuteilungsperiode abgenommen werden kann.
Sr. Ernst Leih in Wehlar 70 Jahre alt.
Von Dr. Ernst Küster, ord. Professor der Botanik an der Universität Gießen.
Am 1. März feiert Dr. Ernst Leitz in Wetzlar seinen 70. Geburtstag. Sein Wirken ist nicht nur mit der Entwicklung seiner Stadt, sondern auch mit der Tätigkeit und den Leistungen der Nachbarstädte s» fest verbunden, daß man auch in ihnen und vornehmlich in Gießen des hochverdienten Mannes ar. dem bevorstehenden Festtag allgemein mit Verehrung gedenken wird.
Den Mann wollen wir ehren, indem wir sein Werk betrachten. Durch seinen Vater ist öie Persönlichkeit des Jubilars mit den frühesten Anfängen der Wetz, larer optischen Industrie verbunden. Im Jahre 1865 wurde Ernst Leitz der Aeltere Mittnhaber des „Op- ttschen Instituts", das 1849 Karl Kellner in Wetzlar eröffnet hatte; feit 1869 war er der alleinige In« Haber. In diese Werkstätte trat 1889 Ernst Leitz der Jüngere als Lehrling ein 1906 wurde er Teil. Haber der Firma; 1920 nach des Vaters Tod über- nahm er das Werk als alleiniger Inhaber
Alles, was in den letzten fünf Jahrzehnten die „Optischen Werkstätte Ernst-Leitz" — so nannte sich die alte Kellnersche Werkstätte seit 1869 — geleistet
Dr. Ernst Leitz. — (Werk-Photo.)
hat, geht irgendwie auf die Mitarbeit oder Jnittatioe des Jubilars zurück. Das gilt ebenso sehr für die gewaltige Ausdehnung, die die Herstellung der Mikroskope und anderer optischer Instrumente gewann — bis heute stellte die Firma 359 000 Mikroskope her — roie^für die Vertiefung der Arbeit, die Verbesserung ihrer Produkte, die Erweiterung ihres Programms durch erfolgreiche Neukonstruktionen. Ich erwähne als früheste Leistungen, die neuen Ob« jektive von 1896, die Oelimmersionen für Petro- graphen, die neuen Mikrometerkonstruktionen und Statioformen von 1903, die bisphärischen Spiegel» kondensoren (1908), die neuen binokularen Mikroskope (1913), das Erhitzungsmikroskop nach Endell (1921) und das Panphot, den großen mikrophoto- graphifchen -Universalapparat (1933). Weit übet die Kreise, welchen die Produktion der Firma bis» her gedient hatte, warf sein Licht der mechanische Projektor für flimmerfreie Vorführungen von Kinoaufnahmen (192p), vor allem aber die populärste Konstruktion der Werkstätten, die „Leica", die bisher in ungefähr 370 000 Exemplaren von Wetzlar über die ganze Welt sich verbreitet hat und überall als die unübertroffene Kleinbildkamera bewundert wird.
Die Produkte der Opttschen Werke Leitz gehören zum wichtigsten Rüstzeug der Naturforscher: die Werkstätten sind auf eine gemeinschaftlich mit den Stätten der Forschung geführten Arbeit angewiesen. Gute Beziehungen zu der benachbarten Universitätsstadt Gießen und ihren Gelehrten gehören zu ddn ältesten Traditionen der Wetzlarer opttschen Industrie. Schon die Frühprodukte der bescheidenen Keklnerschen Werkstätte fanden lebhafte Anteilnahme bei den Gießener Naturforschern. Niemand kann diese Beziehungen sorglicher und opferwilliger und erfolgreicher pflegen, als es Dr. Ernst Leitz getan hat. Die Institute der Gießener Universität — auch diejenigen, deren Ausrüstung im übrigen noch unvollkommen ist — sind mit „Optik" ausgezeichnet versorgt. Gießener Gelehrte, die in Fragen der Optik eines Rates bedurften, suchten und fanden ihn in Wetzlar. Wetzlarer Gelehrte, die in den Werkstätten E. Leitz tätig waren, wirkten zugleich in Gießen als Dozenten. Ihre Dankbarkeit brachte die Universität Gießen zum Ausdruck, indem sie E. Leitz 1923 zu ihrem Ehrensenator ernannte; 1912 hatte ihn die medizinische Fakultät bereits zum Dr. h.c. promoviert.
Aehnliche Beziehungen bestehen feit vielen Jahren zwischen den Werkstätten zu Wetzlar und der Universität Marburg; E. Leitz ist seit 1922 Ehrendoktor ihrer philosophischen Fakultät, seit 1931 ihr Ehren- fenator. Die Technische Hochschule zu Karlsruhe zähll ihn schon seit 1905 zu ihren Ehrensenatoren. Die Dankbarkeit, zu der sich andererseits die Werkstätten mit allen am Mikroskop arbeitenden Forschern verbunden fühlt, bringt sie durch ihre Ehrengaben an hochverdiente Gelehrte zum Ausdruck. Das 50000. Mikroskop erhielt.das Deutsche Tuberkulosesanatorium in Davos, das 100 000. Professor Dr. Robert Koch (1907), bas 300 000. der Freiburger Pathologe Professor Dr. Ludwig Aschoff. Mit ähnlichen Jubiläums-Ehrengaben der Leica-Fabrikation wur-
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125 g Butter, Margarine oder Schweineschmalz, 150-175 g Zucker, 2 (Eier, 1/2-1 Fläschchen Dr. Decker Dack-Aroma Zittone, 1 Päckchen Dr. Oetker Soßen- ober 1/2 Päckchen Puddingpulver Vanille-Geschmack, etwa 1/4 Liter entrahmte Frischmilch, 500 g Weizenmehl, 1 Päckchen Dr. Oetker „vackin", 125 g Rosinen und Korinthen oder 125 g entsteintes, in Würfel geschnittenes, getrocknetes Mischobst.
Aus den aufgeführteu Zukaken stellt man nach meinem Inserat „Die richtige Teigbereikung" Den Teig her. Das Soßen- oder Puddingpulver wird mit etwas Milch angerührt und vor dem Mehl-„Vackin"-Gemisch zugegeben. Man füllt den Teig in eine gefettete Napfkuchenform. Vackzeit etwa 60 Minuten bei schwacher Mittelhihe.
stnd für das gute Gelingen eines Gebäckes ebenso wichtig'wie die Teigbereitung. Sie richten sich nach der Art des Gebäckes und stnd in jedem Oetker-Rezept angegeben. Folgende vier Vackhitzen sollen einen Anhalt geben und können aus Grund eigener Erfahrung abgewandelt werdens
Leichte Hitze . . . (125-150°) Schwache Mittelhitze......(150-175°)
Gute Mittelhitze (175-200°) Starke Hitze (200-225°)
Schaltung oderZlammenstellung beim Elektro- bezw. Gasherd finden Sie in dem Prospekt »Die richtige Teigbereikung". den ich Ihnen gern kostenlos zusende.
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Dr. Oetker Backpulver ./Badan" — seit 50 Jahren bewährt1.


